Serie•Teil 4 / 16(Negative) Gefühle
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Vom ersten negativen Gefühl zur nächsten großen Herausforderung
Ich freue mich, bei euch sein zu können. Ich freue mich auch, dass wir miteinander weiter über Gefühle nachdenken können.
Wir haben das erste Gefühl hinter uns, und das war der Zorn. Wenn Paulus davon spricht in 1. Korinther 5,3-12: „Zürnet und sündigt dabei nicht. Die Sonne gehe nicht unter über eurem Zorn“, dann bringt er damit zwei ganz wichtige Wahrheiten auf den Punkt.
Zum einen: Es gibt gerechten Zorn. Aber gerechter Zorn kann leicht in ungerechten Zorn umschlagen. Manchmal geschieht das allein dadurch, dass man ihn zu lange hegt und pflegt. Ich bin darauf in meinen Vorträgen gar nicht so weit eingegangen. Wenn die Sonne über unserem Zorn untergeht und wir denken: Den möchte ich noch ein bisschen behalten, morgen ist auch noch ein Tag, da kann man ihn so richtig genießen, dann wird aus gerechtem Zorn ungerechter Zorn.
Das war mir wichtig, damit wir begreifen: Negative Gefühle sind nicht aus sich heraus immer schon böse oder falsch. Ein negatives Gefühl wird nicht dadurch falsch, dass man es als negativ empfindet. Wir müssen lernen, richtig damit umzugehen. Negative Gefühle verleiten uns zur Sünde, und da müssen wir aufpassen, dass sie genau das nicht tun.
Das gilt eben nicht nur für den Zorn, sondern auch für unser zweites großes Thema, die Furcht. Ich werde es genauso machen wie beim Zorn. Wir werden uns einfach zwei Predigten lang die Furcht anschauen.
Die vielen Gesichter der Furcht
Furcht! Und ihr müsst jetzt gar nicht erschrecken, es ist ein ganz einfaches Thema, wirklich ganz einfach, nur ein bisschen groß. Es ist einfach ein riesiges Thema, und ich bin davon überzeugt: Jeder von euch kann mitreden, jeder von euch kennt Furcht. Kennt diese ganz unterschiedlichen Seiten, die Furcht annehmen kann.
Das fängt mit so ein bisschen Nervosität an. Ich bin heute mit den Öffentlichen hergefahren, musste zweimal umsteigen, und mein Bus hatte schon am Anfang vier Minuten Verspätung. Nämlich super. Und dann, wenn man ganz hinten im Bus sitzt, schaut man nach vorne auf das Display. Da kannst du sehen, wie viel du im Zeitplan zurückliegst. Da standen also minus vier Minuten, und es wurde immer mehr. Und ich dachte mir: Da ist doch gar nichts los, komm, husch, husch. So ewig viel Umsteigezeit hatte ich da nicht. Und dann waren es doch sage und schreibe noch sechzig Sekunden. Das reichte dann gerade noch so in den Regionalexpress hinein. Und da wird einem schon so ein bisschen mulmig, wo man denkt: Handy hast du ja auch vergessen, was machst du denn, wenn du den jetzt nicht kriegst?
Nervosität, da fängt dieses Thema Furcht an. Aber es geht natürlich viel weiter, wenn man sich Sorgen macht. Und dann gibt es so etwas wie das Erschrecken, und hinter dem Erschrecken die Angst, und dann vielleicht die Panik, und dann so etwas wie das blanke Entsetzen.
Das Verrückte bei Furcht, also ich empfinde jedenfalls als verrückt, ist, dass die Intensität der Gefühle, die man da so hat, häufig in keinem Verhältnis zu der tatsächlichen Größe des Problems steht. Du hast eigentlich eine Belanglosigkeit, wo du sagst: Jetzt mal so aus einer Lebensperspektive heraus, was ist, wenn ich das jetzt falsch mache? Du denkst: gar nichts. Aber in diesem Moment fühlst du dich total klamm, du hast totale Panik und denkst dir: Mann, wo kommt das denn her?
Also ein Riesenthema. Jeder von uns ist anders an dieser Stelle, das ist auch ganz lustig. Da gibt es so die gechillten Typen, wo man denkt, der hat nie Panik, und da gibt es die, die immer vor allem Angst haben. Wir sind da total anders, und doch sind wir auch total gleich, weil jeder von uns sich vor den Dingen fürchtet, die wir nicht kontrollieren können.
Angst als normale Erfahrung in einer gebrochenen Welt
Furcht ist eine ganz normale Reaktion darauf, dass ich in diesem Leben unterwegs bin und an bestimmten Stellen merke, dass die Ressourcen, die ich habe, nicht ausreichen, um die Situation, in der ich mich befinde, zu kontrollieren. Und dann kommt die Angst.
Sie kommt, wenn ich merke, dass ich hilflos bin, dabei bin, die Kontrolle zu verlieren, oder dabei bin, das zu verlieren, was ich sehr schätze. Und dann kommt die Angst.
Vielleicht ist der wichtigste Punkt beim Thema Angst am Anfang zu sagen: Angst ist ein ganz normaler Bestandteil der gefallenen Welt. Wenn du also versuchst, irgendwann einmal nicht mehr ängstlich zu sein, wird das nicht funktionieren. Es kann nicht sein, dass du sagst: Ich gehe angstlos durchs Leben.
Im Johannesevangelium, Kapitel 16, Vers 33, sagt der Herr Jesus Folgendes. Er sagt damit, dass Angst zum Leben dazugehört. Johannes 16,33: Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. Das ist das, was Jesus uns anbietet: seinen Frieden, dieses Angekommensein in seiner Ruhe.
Und jetzt würde man denken: Wenn ich in dieser Ruhe angekommen bin, dann gibt es keine Angst mehr. Entweder Ruhe oder Angst. Aber der Vers geht weiter: Dies habe ich euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Drangsal. Und Luther übersetzt hier ein bisschen griffiger mit Angst: In der Welt habt ihr Angst.
Das ist das, was Jesus sagt. Das ist ganz normal. Wenn du denkst, du bist komisch drauf, weil du dich vielleicht oft fürchtest, dann ist das völlig in Ordnung. Die Welt, in der wir leben, ist kein Paradies. Jeder Tag hat, sagt der Herr Jesus, an seinem Übel genug.
Davon merken wir vielleicht in der westlichen Welt nicht so viel wie die, die verfolgt werden. Ich habe heute Morgen einen Bericht der Konrad-Adenauer-Stiftung über verfolgte Christen quergelesen. Das ist schon schlimm, was weltweit passiert. Christen sind die am meisten verfolgte Religionsgruppe. Und auf eine Weise ist es gruselig, mitzubekommen, was an Gründonnerstag passiert ist, wo man Schüler massakriert hat, Studenten, und das aus einem einfachen einzigen Grund: Sie waren Christen.
Jeder Tag hat an seinem Übel genug, sagte Jesus. Und das sind die normalen Tage. Wir wissen, dass es noch viel Schlimmeres gibt, dass Tod und Schmerz und Leid eigentlich so hinter jeder Ecke unseres Lebens lauern.
Und ich glaube, man muss nicht alt werden, um das zu verstehen. Schon als junger Mensch versteht man das.
Die Unsicherheit von Leben, Tod und zerbrechlichen Plänen
Es gibt Gefahren, die wir einfach nicht sehen können. Dinge, bei denen man sagt: Ja, wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, ich weiß nicht, was da kommt. Gefahren, die uns oder das, was wir am meisten schätzen, zerstören können.
Wenn wir ehrlich sind, sind wir absolut machtlos. Das ist die Realität, und das wissen wir.
Und der Prediger, das Buch des Alten Testaments, sagt in Kapitel 8, Vers 8 etwas total Passendes. Prediger 8,8. Ich weiß nicht, ob ihr Prediger mögt. Ich kann dem Buch ziemlich viel abgewinnen. Ich finde es noch ein bisschen zu schwer, um es mal zu predigen, aber es hat schon etwas. Prediger 8,8: Dieses Nüchterne, wo du denkst: Mann, Freund, so kann man das doch nie sagen.
Kein Mensch hat Gewalt über den Wind, ja, das wissen wir seit dem letzten Sturm, den Wind zurückzuhalten, und niemand hat Gewalt über den Tag des Todes.
Punkt.
Du weißt nicht, wann du stirbst. Du weißt nicht, wann der Tag kommt, der deinem Leben ein Ende bereitet. Vielleicht in 50 Jahren, vielleicht heute. Du weißt es nicht.
Und der Tod, dieser Tag des Todes, wirft seine hässlichen Schatten schon in unser Leben, in Form von Krankheit, in Form von Schmerzen, vielleicht einfach in Form einer Erfahrung, die ganz merkwürdig ist. Es ist die Erfahrung, älter zu werden, körperliche Schwäche. Du steigst aus dem Auto aus und hast den Eindruck, da ist irgendetwas noch nicht so richtig wieder eingerenkt, wenn du die ersten Schritte tust. Körperliche Schwäche, geistige Schwäche. Du kramst nach Namen, von denen du wusstest, dass sie dir mal ganz, ganz nah waren, und sie sind in dem Moment weit, weit weg. Und du merkst: Es wird irgendwie Jahr für Jahr mehr von diesen Erfahrungen.
Das ist das, was der Tod mit unserem Leben macht. Er prägt uns. Er prägt uns seinen Stempel auf. Vielleicht werden wir irgendwann dement. Vielleicht ist es ein tragischer Unfall, der uns an den Rollstuhl fesselt. Vielleicht ist es eine geplatzte Ader im Gehirn, die dich von heute auf morgen zu einem Pflegefall macht. Wir wissen es nicht.
Das ist die Tragik: Du kannst nichts dagegen tun. Wir sind gut im Verdrängen, okay, und trotzdem bleibt das die Realität.
Und es ist nicht nur so, dass unser Leben in Gefahr ist, wenn wir ehrlich sind. Es gibt noch etwas, was in Gefahr ist: unsere Träume, die zerplatzen. Lebensträume, die uns so viel bedeuten, weil wir unser Leben um sie herum aufbauen.
Bin gestern zurückgekommen aus dem Urlaub und habe dann heute mal so meine Termine angeschaut. Dann blinken einem so die Hochzeiten des Jahres, so eine Jahresübersicht, ja, da stimmt, muss man langsam mal vorbereiten. Und dann denkst du dir natürlich logisch: Ja, für die hatte ich an Ostern ein Gespräch mit einem Pärchen, wo ich predigen soll. Für die dreht sich jetzt alles um diesen kleinen Lebenstraum, weil das ist das, was sie definiert. Du weißt nicht, ob sie es erleben werden.
Wenn Routine zur Illusion von Kontrolle wird
Das Schlimme ist: Je besser unser Leben läuft, gerade dann, wenn es vielleicht perfekt zu sein scheint, bleibt die Furcht davor, dass morgen schon alles anders sein könnte. Keine Schmerzen, glückliche Familie, gutes Gehalt, liebe Kinder, tiefe Beziehung zum Herrn, toller Job. Genau in diesem Moment bleibt die Angst, dass sich alles plötzlich ändern könnte.
Niemand rechnet damit, dass ein Airbus A320 in Südfrankreich an einem Berg zerschellt. Wenn so etwas passiert, ist das normalerweise ganz, ganz weit weg. Auf eine Million Flugzeugstarts kommen 0,23 Unfälle. Es ist doch fast null, oder? Es ist doch nichts, 0,23 Unfälle auf eine Million Flugzeugstarts. Ja, aber es ist eben nur fast null.
Und letzte Woche oder vorletzte Woche Mittwoch fand ein Gedenkgottesdienst für 18 Opfer dieses Flugzeugabsturzes in Haltern statt. Eine Stadt hat getrauert. Weil es eben 0,23 Unfälle sind und nicht null. Und von den sechzehn Schülern und von den zwei Lehrern ist doch niemand davon ausgegangen, dass diese kleine Sprachreise nach Spanien irgendein Problem nach sich ziehen könnte.
Wisst ihr, wir sind unfähig, zu bewahren, was uns am meisten bedeutet: unser Glück und unsere Zufriedenheit, beziehungsweise das Glück unserer Familie. Wir wissen das, aber wir wollen es einfach nicht wahrhaben. Und deswegen bauen wir uns unseren Alltag auf, mit seinen Alltäglichkeiten, wie so ein Schutzschild.
Ja, und die Routine des Lebens vermittelt uns den Eindruck, dass wir Macht haben. Macht haben, unser Dasein zu kontrollieren. Ja, wir planen: Was mache ich denn jetzt? Also, ich plane jetzt irgendwie eine kleine Dachterrasse, und wir planen jetzt die Begrünung der Dachterrasse. Wir haben keinen grünen Daumen, da kommt nur Unkraut drauf, aber das muss auch irgendwann mal ausgesät werden, ja?
Und vielleicht planst du deinen nächsten Urlaub oder die Fahrt zur Oma mit den Kindern. Und wir planen routinemäßig unsere Sachen und fühlen uns einfach gut dabei. Das Leben gelingt scheinbar.
Und doch reicht ein einziger Augenblick, ein dummer Zufall, eine heimtückische Krankheit, um diese Illusion vom Glück zerbrechen zu lassen. Das ist die Realität.
Die verborgene Macht der Angst im Alltag
Und selbst wenn wir unsere Angst gut verstecken, manchmal kommt sie ans Tageslicht. Vielleicht, wenn du das nächste Mal bei einer Beerdigung bist. Ich weiß nicht, wie es dir geht, wenn du zu einer Beerdigung gehst. Manche Leute sind ja selten bei Beerdigungen. Es ist immer wieder eine merkwürdige Sache. Man sitzt da so, ein bisschen bedröppelt, und hat da irgendwo entweder eine Urne oder einen Sarg in der Mitte und vielleicht noch ein Bild des Verstorbenen. Man weiß eigentlich gar nicht, was man mit der Situation anfangen soll. Hoffentlich sind die Leute wenigstens alt geworden, dann ist es nicht ganz so dramatisch.
Vielleicht kommt da so ein Moment hoch, in dem man sich die Frage stellt: Wie ist das eigentlich in meinem Leben? Oder vielleicht geht es dir im Urlaub so. Du hast sonst immer so deine Routine, du bist immer so am Laufen wie ein Hamster im Rad und hast immer schon ein bisschen deinen Tagesplan: Jetzt muss ich noch zu Lidl, dann muss ich noch die Kinder abholen und immer noch das machen. Und dann ist Urlaub. Du stehst morgens auf und denkst: Was mache ich jetzt? Und wenn es schlimm läuft, fängst du an nachzudenken. Und vielleicht kommt es da auch.
Oder ich will euch etwas bekennen: Ich habe einen Albtraum, der mich verfolgt. Also nicht schlimm, ihr müsst jetzt nicht denken, es geht so weit. Ich träume ihn vielleicht ein- bis zweimal im Jahr. Er ist auch nicht völlig aufwühlend, ja, ich wache jetzt nicht schweißgebadet davon auf und kann nicht mehr einschlafen. Es ist einfach nur so ein richtig blöder Traum, der mir Angst macht. Und dabei noch so eine Art Traum, wo du dich danach an den Kopf kratzen kannst: Was willst du eigentlich in meinem Leben?
Also ich erzähle euch, worum es geht, und ihr werdet schmunzeln, und ich schmunzle auch. Aber ich schmunzle nicht in dem Moment, in dem ich es träume. In dem Moment habe ich Angst. Und zwar erlebe ich mich als einen Studenten, der seinen Abschluss nicht schafft. Und zwar egal, wie sehr er sich anstrengt, es will einfach nicht klappen. Es fehlt immer noch irgendeine Prüfung, die einfach nicht da ist. Und ich spüre mich in diesem Moment so, so hilflos. Also ich schlafe, aber ich spüre das ja. Und ich kann mich sonst nicht an Träume erinnern, aber an den kann ich mich erinnern. Und ich fühle mich so hilflos und irgendwie ausgeliefert, so unfähig, mein Schicksal zu ändern.
Und ob mir das passt oder nicht: Es ist genau dieser Eindruck, der die Realität am besten abbildet. Wir sind nicht frei. Wir wären das gerne, wir sind es nicht. Wir sind Teil einer Kultur, die uns einhängt. Wir sind Teil einer Biografie, die uns einhängt. Wir sind Teil von Beziehungen, die uns einhängen. Mal ganz abgesehen von den Genen, die ja auch noch so ihr Wörtchen mitspielen. Und wir müssen ein Stück weit funktionieren. Und öfter, als uns das lieb ist, entscheiden andere mit. Und wir stehen da und denken: Boah, ey, was soll das denn? Wir wünschen uns in all diesen Momenten Kontrolle, aber wir kriegen sie nicht. Und dann kommt noch die Angst dazu, zu versagen. Man hat ja Ziele, man will ja etwas schaffen, man hat Verantwortung für Menschen, man muss etwas erreichen. Und das ist die Realität.
Entschuldigt, wenn ich euch das so ausmale. Es geht mir darum, dass wir verstehen, wie zerbrechlich unser Leben ist.
Die gute und die dunkle Seite der Furcht
Eigentlich ist Furcht ja etwas total Gutes. Furcht ist etwa so wie Schmerz. Wir mögen Schmerz nicht, aber es ist gut, dass es Schmerz gibt. Warum? Na ja, wenn etwas wehtut, merke ich: Ich muss etwas tun, bevor es ganz kaputtgeht.
So ist es auch mit dem Schmerz. Und Furcht ist ähnlich. Furcht warnt uns davor: Hey, dein Leben ist in Gefahr. Was weiß ich, Furcht lässt uns vorsichtig werden, in bestimmten Situationen, gegenüber bestimmten Menschen.
Wenn ich nachts durch die Straßen ziehe und mir kommt da eine Rotte von Personen entgegen, und ich merke, dass ich mich da nicht so wohlfühle, dann sage ich nicht: Ey komm, ein Meter achtzig, hundert Kilo, das kriegen wir schon hin. Sondern ich gehe tatsächlich auf meine Furcht ein. Ich gehe auf die andere Straßenseite. Ich denke mir: Lieber nicht herausfordern.
Furcht ist gut, wirklich gut. Eine Warnlampe, die angeht und sagt: Vorsicht, Vorsicht, pass auf. Ja, Furcht ist total cool. Aber auch wenn Furcht etwas Gutes ist, sie hat eine dunkle Seite.
Furcht kann mich in Besitz nehmen. Sie kann mein Herz umklammern, wie so eine kalte Hand, die mein Herz in einem festen Griff hat. Sie kann mich lähmen. Furcht kann mir die Freude an Gott nehmen. Sie kann mir die Freude an dem nehmen, was diese Schöpfung bereithält.
Und ich sage mal: Wir lernen die dunkle Seite der Furcht nicht erst dann kennen, wenn wir uns vielleicht nicht mehr aus dem Haus trauen oder wenn wir in so einer Situation sind wie das Kaninchen vor der Schlange, wo wir irgendwie nur noch fixieren können. Die dunkle Seite der Furcht wird dort in unserem Leben Realität, wenn wir unsere Komfortzone zum Gefängnis werden lassen oder wenn Furcht so ein Leitmotiv ist, dass sich in unserem Denken alles nur noch um die Angst dreht.
Wenn Schutz zur Begrenzung wird
Komfortzone, hast du eine Komfortzone? Na klar, hast du eine. Du hast eine Komfortzone, also einen Bereich, ein Verhalten, bei dem du sagst: Da fühle ich mich wohl. Beziehungen, bei denen du denkst: Da kann mir nicht viel passieren.
Warum haben wir so eine Komfortzone, jeder von uns? Na ja, weil wir alle irgendwo vor dem Unbekannten und vor dem Neuen, vor dem Ungewohnten, ein Stück zurückschrecken und denken: Boah, das mag ich nicht. Möchtest du jeden Tag in eine neue Klasse? Nein, ich möchte in der Klasse bleiben, in der ich bin. Und das ist okay, denn da weiß ich ungefähr, was ich habe. Ja, und vielleicht ist es gar nicht so toll, aber man weiß wenigstens: Wer ist denn da? Kenne ich mich da aus?
Ja, ich bleibe in meiner Komfortzone und fühle mich so ein Stückchen beschützt vor möglichen Gefahren. Wisst ihr, ich trinke gerne Wein. Aber meine Komfortzone beim Wein hört da auf, wenn ich ihn spüre. Ich mag es nicht, diese Müdigkeit und dieses Unangenehme im Kopf. Und dann höre ich auf, weil ich meine Komfortzone verlasse.
Und das ist gut, weil ich weiß: Wenn ich in dieser Komfortzone drinbleibe, dann bleibe ich irgendwie unangreifbar. Das ist sehr, sehr gut, das ist Schutz. Aber so eine Komfortzone kann nicht nur schützen. Und jetzt wird es gefährlich: So eine Komfortzone kann einengen.
Auf der einen Seite ist es richtig, dass wir Probleme auf Abstand halten sollen. Aber diese Furcht vor dem Unbekannten kann einfach zu weit gehen. An die Stelle von Vorsicht, an die Stelle von gesunder Vorsorge, nennen wir es mal so, tritt dann ein Schutzwall aus übertriebener Ängstlichkeit.
Kennt ihr diese mittelalterlichen Burgen, also fette mittelalterliche Burgen? Das ist schon der Hammer. Du stehst da vor diesen Mauern und denkst dir: Wenn man dann so durch die Tore geht und sieht, wie tief die sind, ist das irre. Und genau das kann eine Komfortzone leisten. Sie kann wie die schützenden Mauern einer Burg werden.
Und ich traue mich dann nur noch, drinnen zu bleiben. Ich traue mich nicht mehr, etwas zu wagen. Ich bin nicht mehr bereit, hinauszutreten. Ich bin nicht mehr bereit, Veränderungen zuzulassen. Und natürlich auch nicht mehr bereit, Fehler zu machen. Man weiß ja nicht, was es bringen könnte.
Und auf diese Weise wird die Komfortzone, das, wo ich mich wohlfühle, nicht zu einem Bereich, in dem es mir gut geht und in den ich manchmal auch wieder hinausgehe, sondern sie wird zu einem Gefängnis. Ich werde ein Gefangener meiner Lebensangst.
Wie Angst das Denken und Wahrnehmen verzerrt
Und das ist diese dunkle Seite der Furcht. Auf der einen Seite ist Furcht völlig normal. Dann hat Furcht etwas Gutes, sie warnt uns. Aber Furcht hat auch eine dunkle Seite. Und diese dunkle Seite besteht darin, dass sie mich verstecken kann, dass sie mich einengen kann.
Und wenn ich so weit bin, dann wird Furcht zu einem Leitmotiv für mein ganzes Denken. Furcht kann mein Denken über mich selbst bestimmen. Furcht kann mir den Blick für die Realität nehmen.
Wenn ich Angst habe und merke, dass ich so ein Typ bin, der auf Angst fixiert ist und dass die dunkle Seite der Angst so richtig herauskommt, dann werde ich mich selbst nicht richtig wahrnehmen. Ich halte mich nämlich für schwächer, als ich es wirklich bin. Das ist das, was Furcht kann. Sie kann dir einreden, du bist nicht stark genug.
Furcht schafft es auch, dir viel mehr Verantwortung zuzuschieben, als dir eigentlich zukommt. Diese kleine Nervosität ist da, der Busfahrer ist da. Was kommt im Hintergrund? Mann, du hättest auch früher fahren können. Mann, du bist dafür verantwortlich, pünktlich zu kommen. All diese Sachen, wo man, wenn man mal ganz nüchtern ist, sagen muss: Nee, wir haben eine halbe Stunde Reserve, das muss reichen. Und wenn er das nicht schafft, schafft er das nicht. Die Gemeinde wird das auch ohne mich schaffen.
Man kann das ganz entspannt sehen. Ihr geht als Gemeinde nicht unter, wenn ich mal nicht komme und ihr auf mich wartet. Nein, das ist nicht schlimm. Da würde man sagen: Hey, sorry, ja, da ist was passiert. Man hätte das Ganze entspannt sehen können, aber Furcht gibt dem in dem Moment eine viel zu große Bedeutung.
Außerdem macht Angst Gefahren größer, als sie sind. Der Ängstliche denkt: Ich kann das nie. Und außerdem bin ich eben auch noch schuld.
Ich möchte euch eine Stelle aus Jesaja vorlesen, wo klar wird, wie Furcht Realität verzerren kann: Jesaja 30,17. Furcht sorgt dafür, dass wir nicht mehr wahrnehmen, was eigentlich da ist, dass wir die Realität nicht mehr nehmen, wie sie ist. Furcht sorgt dafür, dass unsere Gegner riesengroß werden und irgendwie allmächtig, und dann bleibt eben nur noch so der Rückzug.
Hier Jesaja 30,17: Das ist so ein Moment, wo Leute richtig Angst haben. Je ein Tausend wird fliehen vor dem Drohen eines Einzigen. Denken Sie sich: Hallo? Tausend? Ja, ich meine, da kann sie ja tausend Kleinkinder nehmen. Aber das ist, wenn Leute Angst haben. Vor dem Drohen von Fünfen werdet ihr alle fliehen, bis ihr nur noch ein Rest seid, wie eine Signalstange auf der Spitze des Berges und wie ein Feldzeichen auf dem Hügel.
Das ist das, was Angst macht. In den Augen des Ängstlichen wird aus fünf eine Gefahr, vor der er nur noch davonlaufen kann. Hätte er keine Angst, dann würde er das einfach nüchtern durchrechnen und würde sagen: Wir sind fünf. Das schafft er aber nicht, weil das die dunkle Seite der Angst ist.
Die Antwort der Schrift auf Lebensangst
Das Verrückte ist: Wenn diese dunkle Seite der Angst in unserem Leben da ist, also wenn wir anfangen, uns zu fürchten, dann erschafft die Furcht in unserem Leben genau die Realität, der wir entfliehen wollen. Ist das nicht witzig?
Du fürchtest dich ja eigentlich, und Furcht soll diese Warnlampe sein, die angeht und mir anzeigt: Achtung, Gefahrenbereich. Aber wenn ich mich jetzt an der falschen Stelle fürchte, dann macht mich die Furcht schwach, genau da, wo ich eigentlich stark sein sollte und stark sein könnte. Und sie sorgt dafür, dass eine an und für sich harmlose Situation für mich zu einer tatsächlichen Gefahr wird. Also: Die Furcht hilft mir nicht, sondern sie macht mich noch viel, viel schwächer.
Ich habe Höhenangst. Schon immer. Eine für viele Leute harmlose Wanderung im Mittelgebirge ist für mich sehr schnell eine echte Herausforderung. Es gibt so Wanderwege, und ich weiß nicht, wie man so etwas anlegen kann, aber wahrscheinlich deshalb, weil normale Menschen einfach keine Angst davor haben. Da kommt der Wanderweg, und dann ist es einfach so eine schräge Felsplatte. Nicht schlimm, einfach so eine glatte Felsplatte, was weiß ich, 15 Grad, also gar nicht schlimm. Du musst über diese glatte Felsplatte halt drübergehen. Und das rechte Bein ist vielleicht zehn Zentimeter höher als das linke. Du musst einfach nur über diese glatte Felsplatte, und das machst du dann halt fünf oder zehn Meter.
An und für sich, ey, ich weiß, dass die Reibung meiner Fußsohle auf Stein ausreicht, ja, da kann man nicht runterfallen. Deswegen ist da auch kein Geländer, weil man da einfach nur drüberlaufen muss. Das Problem ist: Ich sehe diese Platte, und ich kann machen, was ich will, meine Beine fangen an zu zittern. Und mit zittrigen Knien möchte ich nicht über eine solche Felsplatte laufen, wo es irgendwann mal steil runtergeht. Alle anderen laufen da drüber, ich bin mir sicher. Ich muss einfach zugeben: Ich bin schon öfter an solchen Stellen einfach umgekehrt. Ich kann das nicht, das ist einfach nur bläh. Die Angst lähmt mich.
Jetzt kann man sagen: Okay, Freund, wenn du Höhenangst hast, da kann man mit Konfrontationstherapie eigentlich eine ganze Menge machen. Okay, darüber wollte ich jetzt auch gar nicht reden. Die Frage ist: Was mache ich, wenn ich merke, dass in meinem Leben das, was Jürgen beschreibt für seine schräge Felsplatte, wo er sich nicht rübertraut, weil er innerlich hhh hhh wird und sich auch intellektuell davon nicht einfach befreien kann, genau dasselbe mit Lebensangst passiert? Was mache ich, wenn ich merke, Angst dominiert mein Denken, macht Probleme größer, als sie wirklich sind? Angst ist etwas, das mich dazu zwingt, dass ich mich zurückziehe in meine Komfortzone, und meine Komfortzone wird wie so eine mittelalterliche Trutzburg, in der ich mich nicht mehr raustraue. Was mache ich dann?
Soll ich einfach sagen, wenn jemand so ein Problem hat: Fürchte dich nicht? Ist das die Antwort? Das Verrückte ist: Ich werde heute mit dem Thema Furcht nicht fertig. Das Verrückte ist, genau das scheint die Antwort zu sein. Du hast Lebensangst? Und die Bibel hält für solche Situationen folgenden guten Ratschlag parat: Fürchte dich nicht.
Wenn ihr mir nicht glaubt, ich lese euch ein paar Stellen vor, ja? Jesaja, Kapitel fünf, also einfach nur, damit ihr es mal gehört habt. Jesaja 35, da heißt es in Vers vier, schöner Vers, kann man schön auswendig lernen, also macht einfach, ja, atmosphärisch der Vers, 35,4: Sagt zu denen, die ein ängstliches Herz haben: Seid stark, fürchtet euch nicht. Seht ihr, steht in der Bibel. Es steht wirklich da. Du hast ein ängstliches, verzagtes Herz. Was soll ich dir sagen? Fürchtet euch nicht. Fürchtet euch nicht. Siehe, da ist euer Gott. Rache kommt, die Vergeltung Gottes, er selbst kommt und wird euch retten. Was doch super.
Jetzt sagst du: Okay, gibt bestimmt nur den einen Vers. Okay, ich geb dir noch einen. Jesaja 41, damit wir nicht so weit blättern müssen. Hier, da heißt es in Vers zehn: Habe keine Angst, denn ich bin dein Gott. Und dann in Vers 13: Denn ich bin der Herr, dein Gott, der deine Rechte ergreift, der zu dir spricht: Fürchte dich nicht. Da kommt es schon wieder: Fürchte dich nicht. Super, ich helfe dir. Und damit man es, weil man es anscheinend vergesslicherweise gleich wieder vergisst, den Vers danach fängt an mit: Fürchte dich nicht.
Und jetzt gehst du in die Bibel rein und schaust dir mal an, wie oft finde ich denn dieses Gebot: Fürchte dich nicht? Und ich habe das mal sehr grob durchgezählt. Ich glaube, es ist auch Wurst, wenn ihr die genaue Zahl wisst, aber ich habe beim groben Durchzählen, und ich habe nur nach Fürchte dich nicht gesucht, nicht nach Hab keine Angst, sei nicht ängstlich und solche Sachen. Die kommen alle noch obendrauf. Aber ich habe über sechzig Mal gefunden: Fürchte dich nicht.
Gottesfurcht als Gegenmittel
Also, auf der einen Seite leben wir in einer Welt, in der Angst die Normalität ist. Dann sagen wir: Angst hat etwas Gutes. Aber es gibt diese hässliche Seite der Angst, die dunkle Seite, die mich bestimmen will, die mich einengen will, die mir die Freude rauben will. Und Gottes Antwort darauf ist anscheinend: Fürchte dich nicht.
Ja, das sagt Gott bestimmt nur zu den ganz Ängstlichen. He he! Also, ich gebe euch mal eine Best-of-Liste der Leute, die das hören: Abraham, Vater des Glaubens; Mose hört das; Fürchte dich nicht; Josua hört das; Gideon hört das. Jetzt die Frauen unter euch: Ja, Ruth hört das auch. Mephiboschet kennt man nicht so, also das war an Walli, ja, also Mephiboschet hört das auch. Ja, die Witwe in Zarpat, ja, wieder eine Frau, mal wieder zwischengestreut, ja. Elia, echt einer von denen, die wirklich was reißen, der hört das. Hiskia, Salomo, ganz oft Jeremia, weil der hat ein Leben, das war wirklich kompliziert. Dem wird schon am Anfang gesagt: Alles, was du tust, wird schiefgehen, aber mach es trotzdem. Er bekommt einen Auftrag, wo Gott von vornherein sagt: Sie werden nicht hören, aber du wirst ihnen prophezeien. Deswegen hört er ganz oft: Fürchte dich nicht. Hesekiel hört das, Daniel hört das, im Neuen Testament: Josef hört das, also der Vater, der Ziehvater von Jesus. Der Vorsteher der Synagoge hört das, Zacharias, der Vater von Johannes dem Täufer, hört das, aber auch Paulus hört das.
Und ich sage euch das jetzt nicht, um euch zu langweilen, sondern ich wollte euch eines zeigen: Furcht ist normal. Die Gefahr, dass Furcht auf eine falsche Weise mein Leben prägt, ist es eben auch. Und jetzt kommt es: Die geistlichen Überflieger der Bibel sind keine Angsthasen, aber sie sind auch nicht immer mutig. Sie sind Normalos. Sie sind Leute, die schon mal Angst haben, denen eine Aufgabe schon mal zu groß ist, die sich selber nicht alles zutrauen. Es sind Menschen, zu denen Gott sagt: Du musst jetzt raus aus deiner Komfortzone, wenn du meinen Plan für dein Leben erfüllen möchtest. Und dann wirst du Angst haben.
Und ich möchte, dass du dich von dieser Angst, die dann in deinem Leben hochkommt, die ganz normal ist, losreißt und bereit bist, in meinem Namen, in meinem Auftrag das zu tun, was getan werden muss, egal wie du dich fühlst.
Was wirklich zählt, wenn Angst kommt
Frage: Kann das wirklich so einfach sein? Reicht es, in dem Moment, in dem mir die Angst quasi so, ja, oh, ja, werde ich mich das trauen, ja, so die Luft wegbleibt, einfach nur zu sagen: Fürchte dich nicht?
Ja, das reicht. Theoretisch. Aber du musst dabei eine Sache verstehen, und die ist entscheidend: Der richtige Umgang mit Angst hat kaum etwas damit zu tun, ob ich mich fürchte. Nochmal, das will ich nochmal sagen: Der richtige Umgang mit Angst hat nichts damit zu tun, ob ich mich fürchte.
Jesus sagt: In der Welt habt ihr Angst. Du wirst dich fürchten. Also Nervosität, Sorgen, Furcht, vielleicht auch die eine oder andere Panikattacke, völlig normal. Bitte noch nicht: Du bist immer noch ein guter Christ, alles in Ordnung. Angst gehört zu einem Leben, das geprägt ist von Schmerz und Vergänglichkeit. Es gehört einfach dazu. Es braucht für jeden von uns einen anderen, aber es braucht den richtigen Auslöser, und du wirst dich fürchten.
Und jetzt wichtig: Es geht nicht darum, ob ich mich fürchte, sondern, wenn du dieses Fürchte dich nicht, wenn du das leben möchtest, und wie das geht, werden wir uns nächstes Mal anschauen, dann geht es nicht darum, dass du dich nicht fürchtest. Denn du wirst dich fürchten. Sondern es geht darum, was oder wen du am meisten fürchtest.
Das Gegenmittel gegen Furcht, gegen Lebensangst, ist nicht, dass wir versuchen, irgendwie diese Angst wegzuschieben. Das geht nicht. Sondern das Gegenmittel zu Furcht ist Gottesfurcht, also nicht Furchtlosigkeit, sondern Gottesfurcht. Das Überwinden von Furcht und letztlich das Mutigsein hängt an der Frage: Wem fürchte ich am meisten? Wem gilt am meisten meine Loyalität? Wem vertraue ich? Wem folge ich? Oder ganz allgemein: Wer ist mein Gott?
Und deswegen will ich euch gerne Jesaja noch mal vorlesen: „Habe keine Angst.“ Was ist die Begründung, die Gott bringt? „Denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ja, ich helfe dir, ja, ich halte dich mit der Rechten meiner Gerechtigkeit.“ Jesaja 41,10
Du kannst gegen die Angst nichts machen, sie wird kommen. Die Frage ist nicht, wie du die Angst loswirst, sondern die Frage ist: Was tue ich, wenn ich mich fürchte? Und Gott sagt: Fürchte dich nicht. Aber nicht so als Mantra, ja, tausendmal gesagt, dann geht irgendwie die Furcht weg, sondern indem er sich hinstellt und sagt: Du musst dich nicht fürchten, wenn du mich mehr fürchtest, wenn ich in deinem Leben eine größere Rolle spielen darf als diese Furcht und das, was diese Furcht dir einreden will, und die Angst davor, etwas zu verlieren, die Angst davor, Kontrolle zu verlieren.
Vers 13: „Denn ich bin der Herr, dein Gott, der deine Rechte ergreift, der zu dir spricht: Fürchte dich nicht, ich helfe dir. Fürchte dich nicht, du Wurm.“ Schönes Wort: „Du Wurm, Jakob, du Häuflein Israel, ich, ich helfe dir.“ Du kannst nichts dagegen tun, dass du Wurm bist. Das ist die Realität. Du bist zu klein für diese Welt und zu machtlos für dein Schicksal. Aber du kannst eines tun, und darüber möchte ich nächstes Mal mit euch reden: Du kannst dafür sorgen, dass Gottesfurcht, Gottesnähe, Leben mit Gott, dieses Einssein mit ihm, wo er dein Denken und dein Handeln prägt, dass das zu dem Motor wird und zu dem Mittel wird, um deine Lebensfurcht zu vertreiben.
Dass du dann doch sagen kannst: Ich traue mich jetzt, meine Komfortzone zu verlassen. Ich traue mich, dafür zu sorgen, dass mein Denken sich eben nicht nur um diese Pseudogefahren dreht, weil ich jemanden habe, um den sich mein Denken dreht und auf den ich mich mehr verlasse als auf mich selber.
Darüber würde ich gerne beim nächsten Mal noch mit euch weiterdenken. Ist geil.
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