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Apostelgeschichte 9,19-31

Apostelgeschichte 9,19-9,3117.12.2015
Serie•Teil 17 / 64Apostelgeschichte
Nicht Moral macht frei, sondern Jesus im Zentrum. Wer ihn wirklich erkennt, redet über ihn – und lernt, in der Gemeinde Brücken zu bauen statt Gräben zu lassen.

Einleitung und Ausgangspunkt der Betrachtung

 Apostelgeschichte 9 werde ich weitermachen. Wie gesagt: Für alle, die regelmäßig hier sind, ist das keine wirkliche Überraschung. Für alle, die mich nicht kennen: Mein Name ist Jürgen Fischer. Ich tauche hier ungefähr einmal im Monat auf, so über den dicken Daumen, und immer wenn ich da bin, mache ich Apostelgeschichte so hintereinander weg.
Wir sind in Apostelgeschichte 9 angekommen, und hinter uns liegen zwei Bekehrungsgeschichten, zwei Berichte darüber, wie Menschen zu Gott gefunden haben. Zwei Berichte, die, wenn man sie zusammenliest, zeigen, worauf es bei einer Umkehr zu Gott ankommt.
Da ist auf der einen Seite die Bekehrung des Kämmerers. Es ist die Begegnung mit der Wahrheit und die Tatsache, dass er sich auf diese Bekehrung hin taufen lässt. Und dann ist da die Bekehrung von Saulus, beziehungsweise Paulus. Er hat beide Namen, und ich werde ihn jetzt immer Paulus nennen, auch wenn wir im Text Saulus haben. Einfach nur, weil er unter Paulus bekannt ist. Und deswegen heißt er jetzt mal Paulus. Er hieß immer schon Paulus, und ich nenne ihn jetzt mal so.
Die Bekehrung von Paulus, und der Schwerpunkt bei diesem Bericht, ist ein ganz anderer. Der Schwerpunkt liegt auf der ganz persönlichen, fast schon, nein, nicht nur fast, sondern existenziellen Begegnung mit Jesus, dem Auferstandenen, mit Jesus, dem Herrn. Wahrheit auf der einen Seite und dann die Begegnung mit dem Herrn, eine Taufe und dann ein veränderndes Leben, das gehört irgendwie zusammen.
Das ist natürlich typisch deutsch, was ich jetzt hier mache, das ist hoffentlich jedem klar. Ich versuche, Kategorien zu bilden, Schubladen A, B, C, 1, 2, 3, 5 Unterstriche. Da würden wahrscheinlich viele Leute in dieser Welt darüber lachen und sagen: Hallo, es geht um Leben, es ist ganz simpel: Leben! Ja, aber so simpel sind wir Deutschen nicht gestrickt. Und deswegen gibt es 1, 2, 3, 4, 5, 6 Unterstriche und so weiter, und eben auch diese Einteilungen.
Wir brauchen das, denke ich, ein bisschen. Wir brauchen das, um die befreiende Kraft der Wahrheit kennenzulernen.

Wahrheit, Freiheit und die Frage nach dem Zentrum des Glaubens

Jesus sagt in Johannes 8,31-32 etwas ganz Bemerkenswertes:
Jesus sprach nun zu den Juden, die ihm geglaubt hatten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch freimachen.
Wahrheit macht frei. Wie macht Wahrheit frei? Sie befreit den Menschen zu einem Lebensstil, zu einem Lebensstil, der auf der einen Seite Gott entspricht und auf der anderen Seite auch Gott gefällt.
Ich möchte an den Anfang dieser Predigt eine Sache stellen, die man leicht falsch machen kann. Also die Frage ist: Wie passiert das, dass die Wahrheit frei macht und sie so einen neuen Lebensstil hervorbringt? Und ich möchte auf eine Gefahr hinweisen, in der Christen stehen. Es ist etwas, was man am Anfang des Christseins leicht falsch verstehen kann: dass Christsein nämlich nicht identisch ist mit Gutmenschentum.
Also: Christsein ist nicht identisch mit Gutmenschentum. Ich bin nicht Christ, weil sich mein Leben um Gottes Gebote dreht. Ich sage das noch einmal: Ich bin nicht deshalb Christ, weil sich mein Leben um Gottes Gebote dreht, sondern ich bin Christ, weil sich mein Leben um Jesus dreht.
Das ist ein Unterschied, den man leicht vergisst, der aber ganz gravierend ist. Es ist für einen Christen in meinen Augen zwingend, die Bibel gut zu kennen. Es ist zwingend, sich an die Gebote Gottes zu halten. Aber diese Ausrichtung auf Gehorsam darf nie zum Selbstzweck werden.
Ich möchte, wie Gott es möchte. Selbstverständlich, wie sollte ich sonst leben? Und ich strenge mich sogar an, den Willen Gottes immer besser zu verstehen. Aber ich tue das nicht, um Gott zu imponieren, sondern um Gott zu genießen.
Gehorsam ist Ausdruck meiner Loyalität, Ausdruck meiner Dankbarkeit, vielleicht auch meiner Weisheit oder meines Glaubens und meiner tiefen Zuneigung zu dem Herrn Jesus, so wie er das selber sagt in Johannes 14,21: Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt.
Ich will die Wahrheit kennenlernen, weil ich eine tiefe Sehnsucht nach Jesus habe, weil ich Jesus dadurch immer besser kennenlernen möchte. Ich will gehorsam leben, um Jesus ähnlicher zu werden, weil ich weiß: Wenn ich ihm ähnlicher werde, werde ich dichter an seinem Herzen leben. Darum geht es mir.
Und deswegen noch einmal dieser Punkt: Ich bin Christ nicht, weil ich einem Moralkodex folge, sondern weil ich einen Herrn habe, um den sich mein Leben dreht. Und das macht einen riesigen Unterschied.
Dieses Drehen um Jesus – eigentlich müsste ich das jetzt vormachen, aber ich will jetzt nicht jemanden auffordern, mit mir hier vorne zu tanzen – aber das wäre eigentlich die Idee: dass man sich um den anderen dreht, dass man sich da um den anderen herum bewegt, dass ich mit dem anderen zusammenlebe, dass mein Leben sich um ihn dreht.
Das ist das, was Paulus erlebt hat: eine mein altes Leben auslöschende Begegnung mit dem Auferstandenen und jetzt der Wunsch, ihm zu gefallen und alles zu tun, was dafür nötig ist.
Da sind wir stehen geblieben.

Zwei Kennzeichen eines Lebens, das sich um Jesus dreht

Jetzt gehen wir einen Schritt weiter und schauen uns zwei Dinge an, die wichtig werden, wenn man in diese Beziehung mit Jesus eingetreten ist. Wenn man also sagt: Ich habe das verstanden. Es geht nicht nur darum, dass er sich in eine Beziehung eingetreten hat oder einer Philosophie folgt oder einem kirchlichen Bekenntnis einfach nur seine Unterschrift darunter setzt oder sagt: Okay, mit den zehn Geboten bin ich einverstanden, dann kriege ich den Rest schon hin. Sondern wenn ich verstanden habe, dass es um eine Person geht, dass es wirklich um Jesus geht, dann scheint es so zu sein, wenn wir weiterlesen, dass zwei Dinge ganz wesentliche Schwerpunkte in einem Leben sind, das sich um Jesus dreht.
Das eine ist: Wer sich um Jesus dreht, redet über Jesus. Und das wissen wir alle: Der Mund geht immer über von dem, was mich begeistert. Ich weiß nicht, ob ihr gestern Abend Fußball geschaut habt. Aber könnt ihr euch vorstellen, worüber unsere Barcelona-Freunde heute Nacht geredet haben? Haben die sich über die Steuererklärung unterhalten? Wahrscheinlich nicht. Schaut es euch an: Die haben sich wahrscheinlich die halbe Nacht darüber geärgert, dass das eine Tor nicht gegeben wurde, und das ist ein Schiedsrichterfehler. Aber zum Glück hat es dann doch gereicht, alles ist gut.
Wenn ich von Wurst begeistert bin, dann kennt das jeder. Und es ist völlig egal, ob es Schokocakes sind. Es gibt ganze YouTube-Portale nur über Kuchen: wie man leckere Kuchen macht, Hunderte von Videos über Kuchen, Küchlein und Desserts. Ich habe mir mal eines angeschaut, das ist faszinierend. Das ist wirklich toll, wie jemand den Mund über das gehen lässt, was ihn begeistert.
Und deshalb muss es so sein: Wenn dein Leben sich um Jesus dreht, dann musst du über ihn reden. Das muss irgendwie so sein.
Und die andere Seite, die auch zu einem Leben mit dem Auferstandenen gehört, ist die, dass wir Teil einer geistlichen Familie werden. Wenn jemand sagt: Ich gehöre zu Jesus, aber diese beiden Schwerpunkte eines Auferstehungslebens finden sich nicht, wenn er weder einen Drang dazu hat, mit anderen Leuten über Jesus zu reden, der ja anscheinend sein Leben ist und der ihm anscheinend alles ist, noch irgendwie einen Drang dazu hat, Teil dieser geistlichen Familie zu werden, in die Gott ihn hineingestellt hat, zu der Gott ihn berufen hat, dann muss man tatsächlich die Frage stellen, was in diesem Leben faul ist.
Paulus macht jedenfalls klar, was nach einer Taufe normaler Bestandteil eines geistlichen Lebens ist.

Paulus in Damaskus: Zeugnis und erste Reaktionen

Paulus hatte Jesus vor Damaskus getroffen. Er war blind geworden, dann hatte er gefastet. Danach war Ananias zu ihm gekommen, hatte ihm die Hände aufgelegt, und er war wieder sehend geworden. Dann lässt er sich als Zeichen dieses Glaubens taufen.
Und dann lesen wir in Apostelgeschichte 9,19-21:
Und nachdem er Speise genommen hatte, kam er zu Kräften. Er war aber einige Tage bei den Jüngern in Damaskus; da ist er ja hingereist. Und sogleich predigte er in den Synagogen Jesus, dass dieser der Sohn Gottes ist. Alle aber, die es hörten, gerieten außer sich und sagten: Ist dieser nicht der, welcher in Jerusalem die zugrunde richtete, die diesen Namen anrufen, und dazu hierher gekommen war, dass er sie gebunden zu den Hohenpriestern führe?
Wir sehen hier, was für jeden jungen Christen normal sein sollte: Mit dem, was ich kann, bringe ich mich ins Reich Gottes ein. Und was kann Paulus? Er kann predigen. Das konnte er immer schon, das war seine Gabe. Also geht er in die Synagoge und predigt.
Es gibt wenige Geschichten, bei denen ich merke: Da wäre ich so gerne dabei gewesen. Ich stelle mir das so gerne vor. Da hat man diesen Paulus, alle sind begeistert. Der Rising Star an der evangelikalen Szene in Jerusalem kommt nach Damaskus. Endlich ist er mal im Gottesdienst, dieser hochgelobte junge Prediger, Schwarm aller jüdischen Mütter, die noch eine Tochter haben, die man verheiraten muss. Und jetzt geht der nach vorne und fängt an zu predigen. Und du siehst die Honoratioren vorne sitzen, wie sie sich so langsam an den Kopf kratzen und fragen, ob sie im falschen Film sind.
Denn der predigt überhaupt nicht das, was man erwartet. Das ist doch der, der gegen die Christen ist. Wie kann denn der jetzt für Jesus sein? Das geht doch überhaupt nicht. Und ich ahne, wie das gewesen sein muss. Du sitzt da drin und denkst: Bleibe ich jetzt höflich sitzen, ja, oder stehe ich auf und sage: falsch, falsch, ja? Aber sag das mal so einem Typen, der so eloquent von vorne einfach seine Punkte bringt: falsch, falsch, ja. Heikle Geschichte, heikle Geschichte.
Vor allem, weil Paulus argumentativ genau ins Zentrum schießt. Was er als Erstes predigt, ist, dass Jesus der Sohn Gottes ist.

Der Sohn Gottes als Schlüssel zum Verständnis Jesu

Und für uns klingt das wahrscheinlich wenig spektakulär. Deswegen möchte ich mit euch einen kurzen Exkurs wagen, damit ihr versteht, was sich hinter dieser Formulierung verbirgt. Warum Paulus damit anfängt, dass Jesus der Sohn Gottes ist.
Wenn es nämlich stimmt, was ich eingangs gesagt habe, dass ich deshalb Christ bin, nicht weil ich einem Moralkodex folge, sondern weil sich mein Leben um Jesus dreht, dann stellt sich doch sofort eine Frage: Welches Recht hat Jesus, im Zentrum meines Lebens zu stehen? Und wenn ich mich um Jesus drehe, wenn ich ihn zum Zentrum meines Lebens mache, wo bleibt dann bitteschön Gott? Das ist doch mal eine interessante Frage.
Und der Begriff Sohn Gottes gibt uns da ein paar sehr hilfreiche Einblicke. Ich will jetzt etwas sagen zu dem Thema Dreieinigkeit. Ich werde das immer mal wieder sagen, also manche von euch werden das kennen. Dreieinigkeit ist ein unglaublich abstraktes Konzept. Wenn man Religionen aufteilt, dann hat man auf der einen Seite Monotheismus und auf der anderen Seite Polytheismus. Entweder gibt es genau einen Gott, der dann bitteschön aber auch nur dieser eine ist und keinen Sohn hat. Oder auf der anderen Seite gibt es das polytheistische Konzept: Es gibt viele Götter. Und wenn man das ganz extrem weit zieht, ist Gott mehr oder weniger in der ganzen Natur, ja, alles ist irgendwie wie Gott.
Das sind die zwei großen Konzepte, die wir in dieser Welt haben. Biblisches Christentum, und ich sage ganz bewusst biblisches Christentum, weil es auch im christlichen Kontext, oder unter der Überschrift Christentum, Leute gibt, die das nicht glauben, passt in diese zwei Schubladen nicht hinein.
Biblisches Christentum geht davon aus, dass Gott göttlich ist. Wir hatten das im Hauskreis am Donnerstag. Ich weiß nicht, ob ihr euch noch daran erinnert, wie er da war, ja, da hinten in der Ecke. Gott ist göttlich. Also die Idee, dass ich mit den Mitteln, die ich als Mensch habe, mit den Denkkonzepten, mit den Worten, die ich verwenden kann, als Geschöpf den Schöpfer richtig beschreiben kann, ist Humbug. Das geht gar nicht. Das kann nicht gehen, weil Gott nämlich göttlich ist und ich nur Mensch bin.
Das wäre so, als wenn mein Gasgrill zu Hause anfangen würde, mich zu erkennen. Das kann er aber nicht, er ist nämlich nur ein Gasgrill. Und als Gasgrill grundsätzlich nicht in der Lage, einen Menschen zu verstehen, weil ein Mensch einfach viel mehr ist als ein Gasgrill. Und so wie der Mensch mehr ist als ein Gasgrill, so ist Gott mehr als der Mensch.
Und wie der Gasgrill nichts über den Menschen sagen kann, kann ich nicht wirklich etwas über Gott sagen, es sei denn, dass Gott sich mir offenbart und mir so ein paar Hilfslinien gibt, auf denen ich mühsam anfange, Gott zu beschreiben. Und das hat Gott getan. Er hat uns gezeigt, dass er drei ist und eins ist. Und in dieses Konzept hinein gehört jetzt der Begriff Sohn Gottes. Jesus ist Gottes Sohn.

Die Bedeutung der Gottessohnschaft Jesu

Wie macht man Bibelstudium? Na ja, in Zeiten des Internets geht das relativ einfach. Man holt sich eine Internetseite, da steht dann, was weiß ich, bibelserver.de. Dann klickt man das auf, dann sagt man, welche Bibelübersetzung man gern hätte, dann nimmt man die Elberfelder oder die Luther oder was auch immer einem liegt, und dann tippt man ein: Gottes Sohn. Und dann kriegt man alle Stellen, wo das im Neuen Testament steht.
Schön, oder? So simpel, das dauert ungefähr zwölf Sekunden. Nach zwölf Sekunden hat man alle Stellen. Und wenn du mir nicht glaubst, was ich jetzt sage, mach das heute Nachmittag. Dann findest du zu den Aussagen, die ich dir präsentiere, alle Stellen. Denn wenn du jetzt alle durchliest, wirst du feststellen, dass dieser Begriff, Gottes Sohn, Jesus ist Gottes Sohn, dass Jesus sich selber so nennt. Er sagt: Ich bin Gottes Sohn. Dann, dass der Teufel ihn so nennt: Du bist Gottes Sohn. Die bösen Geister nennen ihn so, und die Jünger erkennen auf ihrem Weg mit Jesus, dass er Gottes Sohn ist. Johannes der Täufer sagt, er bezeugt ihn als: Du bist der Sohn Gottes. Paulus’ Predigt, haben wir schon gesehen, ihn als Gottes Sohn. Christen leben übrigens im Glauben an den Sohn Gottes.
Ihr merkt, der Begriff ist überall vorhanden. Und wir sind dazu berufen, Jesus als Sohn Gottes zu bekennen. Überall taucht dieser Begriff auf. Nur wenn wir jetzt schauen, wie die Leute darauf reagieren, stellen wir fest: Er ist nicht ganz unproblematisch. Da heißt es zum Beispiel in Johannes 19,7, da geht es um die Kreuzigung: Die Juden antworteten ihm, das ist Pilatus, wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz muss er sterben, weil er sich selbst zu Gottes Sohn gemacht hat.
Ups! Also auf der einen Seite stellen wir uns wahrscheinlich sofort hin und sagen: Jesus ist Gottes Sohn, ja. Aber die Juden wollen ihn, mit dieser Idee konfrontiert, dafür umbringen. Warum? Was ist das Schlimme daran, wenn jemand sagt: Ich bin Gottes Sohn? Was schwingt in diesem Begriff mit, dass Menschen sagen: Weg mit ihm!
Und wir finden das in Johannes Kapitel 5. Wenn ihr erlaubt, will ich ein paar mehr Verse lesen, Johannes Kapitel 5, die Verse 17 bis 26, also mal so ein Block von zehn Versen, wo wir merken: Was ist das Problem damit, dass Jesus Gottes Sohn ist?
Vers 17: Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke.
Vers 18: Darum nun suchten die Juden noch mehr, ihn zu töten, weil er nicht allein den Sabbat aufhob, sondern auch Gott seinen eigenen Vater nannte und, jetzt kommt’s, sich so Gott gleich machte.
Also hinter der Idee „Ich bin Gottes Sohn“, die klingt ja ganz harmlos, steckt die viel größere Idee: Wenn du das über dich sagst, dann machst du dich Gott gleich. Du sagst letztlich: Du bist Gott. Und Jesus wird das dann unterstreichen. Er wird sagen: Wahrlich, wahrlich, und das ist eine Schwurformel, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selbst tun, außer was er den Vater tun sieht; denn was der tut, das tut ebenso auch der Sohn.
Die innere Verbindung zwischen Vater und Sohn in der Dreieinigkeit wird hier beschrieben. Denn der Vater hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was er selbst tut. Und er wird ihm größere Werke als diese zeigen, damit ihr euch wundert. Noch einmal: Wie die beiden zusammenwirken. Gott der Vater kann nicht ohne Gott den Sohn, und umgekehrt. Da ist eine Liebesbeziehung zwischen den beiden, da ist ein Informationsaustausch. Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will. Es gibt da keinen Unterschied. Der eine ist der Supergott und das andere ist nur so ein Göttlein. Nein, völlig identisch in der Fähigkeit, Menschen lebendig zu machen, Menschen zu retten.
Denn der Vater richtet auch niemand, sondern das ganze Gericht hat er dem Sohn übergeben. Gott, der Sohn, ist gleichzeitig der Richter. Warum? Damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Weniger Ehre dem Sohn zu geben als dem Vater, ist gegen jedes biblische Konzept. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Nur weil Jesus, oder weil Gott der Sohn, Mensch wurde, heißt das nicht, dass er weniger wert wäre als Gott der Vater.
Denn dieser sehr bekannte Vers, den viele von euch auswendig können: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben. Also, wer mein Wort hört, Jesus redet, und dem glaubt, der mich gesandt hat, das ist Gott der Vater, wo das zusammenkommt, da ist ewiges Leben. Und er kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod, aus dem ewigen Tod, in das Leben übergegangen.
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, dass die Stunde kommt und jetzt da ist, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes, hier haben wir es ja, die Toten, die geistlich Toten, hören die Stimme des Sohnes Gottes, und die sie gehört haben, werden leben. Denn wie der Vater Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, Leben in sich selbst zu haben. Und er hat ihm Vollmacht gegeben, Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist, weil er diese Brücke geschlagen hat zwischen Gott, dem Vater, und den Menschen.
Ich möchte, dass wir das festhalten, weil das so unglaublich wichtig ist. Wenn Paulus predigt, dass Jesus Gottes Sohn ist, dann bringt er damit zum Ausdruck, dass hinter dieser Bezeichnung die Göttlichkeit Jesu steht. Wenn wir nicht an irgendeiner Stelle anfangen zu glauben, Jesus wäre weniger, dann ist die eine Stelle, mit der ich diesen Exkurs schließen möchte, die ihr euch zumindest in euren Bibeln markieren solltet, weil es eine ganz wichtige Stelle ist, 1. Johannes 5,20. Da wird noch einmal ganz deutlich gemacht, dass hinter dem Konzept des Sohnes Gottes tatsächlich pure Göttlichkeit steht, dass Jesus zu begegnen, obwohl er so schwach und menschlich daherkommt, obwohl er sterben kann, bedeutet, Gott zu begegnen.
 1. Johannes 5,20: Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. Jesus kam auf die Erde, um in menschlicher Gestalt, mit menschlichen Worten zu Menschen redend, an Menschen handelnd, damit wir den wahrhaftigen, den ewigen Gott verstehen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, wir haben diese intime Beziehung zu Gott in seinem Sohn Jesus Christus. So, und jetzt kommt’s: Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben. Jesus Christus, dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.
Als Christen glauben wir an einen Gott, der sich als Vater, Sohn und Heiliger Geist in unsere Zeit hinein offenbart. Wir glauben in keiner Weise an drei Götter. Wir glauben an einen Gott, aber wir glauben auch, dass der Zugang zu diesem einen Gott, der göttlich ist, dass es einen dreifachen Zugang gibt. Da ist auf der einen Seite der ewige Vater, unsichtbar, merkwürdig distanziert, der so dirigierend im Hintergrund steht. Das ist der Aspekt des alttestamentlichen Jahwe, auf den die gesamte Schöpfung, die gesamte Geschichte zuläuft. Dann gibt es da auch den ewigen Sohn, das Wort, Gott der Schöpfer, gehorsam, sich opfernd und eben völlig verrückt, bereit, Mensch zu werden. Und dann gibt es Gott, den Heiligen Geist, der begabend, innewohnend, kräftigend uns auf eine lebendige Beziehung mit Gott ausrichtet.
Und wenn du sagst: Boah, das ist mir echt ein Tick zu kompliziert, ja, das verstehe ich. Gott muss ein Geheimnis bleiben, wenn er Gott wirklich ist. Aber lasst uns mit menschlichen Worten so ein paar Eckpfeiler einrammen und festhalten: Es ist ein Gott, der sich auf dreierlei Weise offenbart. Er ist einzigartig, und so wollen wir ihn festhalten. Und das, worauf Paulus jetzt in der Synagoge in Damaskus den Finger legt, das ist: Jesus ist Gottes Sohn, Jesus ist Gott. In der Person von Jesus begegnet uns Gott selbst, so wie Jesus an einer Stelle sagt in Johannes 10,30: Ich und der Vater sind eins.

Der Christus, der Widerstand und die Folgen des Zeugnisses

Und an diesem Punkt, an dem man versteht, wer Jesus ist, denn wir wollen ja dahin kommen, dass sich alles um Jesus dreht, beginnt echtes Christentum.
Wer Jesus nur als den weisen Lehrer der Antike verehrt und ihn in eine Reihe mit anderen Grössen stellt, wer in Jesus nur einen Engel sieht, und sei es noch der grösste aller Engel, dem fehlt an dieser Stelle das Entscheidende.
Natürlich ist Jesus nicht nur Sohn Gottes. Und deswegen fährt Apostelgeschichte 9 mit Paulus selbst dann in Damaskus fort. Er kommt nicht nur an einem Sabbat, sondern kommt am Sabbat wieder, und er predigt. Und da heisst es dann in Apostelgeschichte 9,22: Saulus aber erstarkte noch mehr im Wort und brachte die Juden, die in Damaskus wohnten, in Verwirrung.
Ich kann mir das gut vorstellen. Stell dir vor, Paulus kommt in deinen Hauskreis und sagt: Ich würde gerne mal etwas sagen. Und dann sagt er dies und jenes, und dann nimmt er die Schrift dazu. Ja, und passt das nicht? Ja, es ist herrlich. Er bringt sie in Verwirrung. Sie wissen nicht mehr, was sie noch glauben sollen.
Ich finde das so herrlich, wie Gott den grössten Feind der Christenheit nimmt und umdreht. So jemanden, der wirklich etwas im Kopf hat und der relativ schnell merkt: Okay, dann passt das anscheinend so, so, so und so, und so und so und so und so und so und so und so und so und so und so und so passt das zusammen. Ja, und jetzt bringe ich das mal. Herrlich. Einfach nur schön.
Er brachte sie in Verwirrung, indem er bewies, dass dieser der Christus ist. Jesus ist der Christus, der Gesalbte, auf den die Juden warteten, der Retter, der ewige Prophet, der ewige Hohepriester, der ewige König, der als der Knecht in Jesaja 53 angekündigt war, die Sünden auf sich zu nehmen, Menschen in die Befreiung, in die Freiheit von der Sünde, in das neue Reich Gottes hineinzuführen. Das verkündigt er.
Und es ist klar: Wer so predigt und so unwiderstehlich Jesus als Sohn Gottes und als Christus darstellt, der muss weg. Deswegen heisst es dann auch in Vers 23: Als aber viele Tage verflossen waren, ratschlagten die Juden miteinander, ihn umzubringen. Es wurde aber dem Saulus ihr Anschlag bekannt, und sie bewachten auch die Tore, sowohl bei Tag als auch bei Nacht, damit sie ihn umbrächten. Die Jünger aber nahmen ihn bei Nacht und liessen ihn durch die Mauer hinab, indem sie ihn in einem Korb hinunterliessen.
Wow, aus einem Jäger wird ein Gejagter, aus einem, der eine blendende Zukunft hat im Judentum, der wirklich alles hätte erreichen können, wird einer, den man heimlich hinausschmuggelt.
Kannst du dir vorstellen, wie du dich in so einem Korb fühlst? Hast du schon mal in einem Korb gesessen? An einer Schnur lässt dich einer so fünf, sechs Meter die Mauer hinunter. Kannst du dir diesen Moment vorstellen, in dem du so hinübergelassen wirst, wo du so über die Mauer hinübersteigst, schaust, wo ist denn hier mein Korb, und dann hältst du dich so ein bisschen fest, und dann gehst du so ganz langsam hinunter und hoffst die ganze Zeit, dass dich keiner sieht. Und dann schleichst du dich heimlich in der Dunkelheit bei Nacht einfach davon?
Ich weiss nicht, ob wir uns das vorstellen können: aus dem Jäger wird der Gejagte.

Gemeinde, Misstrauen und die Rolle des Brückenbauers

Ich hatte eingangs gesagt, dass zwei Dinge, zwei Schwerpunkte dazugehören, wenn unser Leben sich um Jesus dreht. Wir werden zum Zeugen dessen, was Jesus getan hat und wer Jesus ist. Und wir werden Teil einer geistlichen Familie.
Frage: Was mache ich, wenn diese geistliche Familie mich gar nicht haben will? Was mache ich, wenn sie Angst vor mir hat?
In Vers 26 heißt es: Als er aber nach Jerusalem gekommen war, versuchte er, sich den Jüngern anzuschließen. Und alle fürchteten sich vor ihm, sodass sie nicht glaubten, dass er ein Jünger sei.
Kannst du dir vorstellen, wie es dir dann geht? Du hast schon alles verloren, und das Einzige, was du jetzt vielleicht noch finden könntest, wäre etwas Gemeinschaft mit Christen. Aber die wollen dich nicht. Sie haben Angst vor dir. Und ich kann das verstehen.
Wir haben in Apostelgeschichte 8,3 gelesen: Saulus aber verwüstete die Gemeinde, indem er der Reihe nach in die Häuser ging, und er schleppte sowohl Männer als auch Frauen fort und überlieferte sie ins Gefängnis.
Saulus hat jeden Christen, den er gefunden hat, eingesperrt, gefoltert und dafür gesorgt, dass Christen ihr Christsein wieder aufgegeben haben. Er hat Familien zerstört, Menschen aus ihren Häusern getrieben, ihnen ihre Jobs genommen und die Gemeinde aus der Stadt gejagt. Das ist das, was Paulus gemacht hat.
Und jetzt kommt dieser Paulus wieder und sagt: Haha, hallo, ich bin jetzt auch Christ, kann ich bei dir in den Hauskreis gehen? Da denkst du dir: Nee, nee, darfst du nicht.
Ich meine, man muss einfach nüchtern sein. Ja, es gibt bestimmte Typen. Das wird euch vielleicht nicht so auffallen, aber ab und zu kommen Leute zu uns in die Gemeinde, bei denen ich sage: Du bist schräg, du bist mir einen Tick zu schräg. Ich glaube, das ist nicht gesund, wenn du in unsere Gemeinde kommst. Das ist einfach nur so ein Gefühl. Manchmal stimmt es, manchmal stimmt es nicht. Meistens bleiben die auch nicht lange da.
Und jetzt kommt hier einer, der vor ein paar Wochen noch, ich weiß nicht, deinen besten Freund und seine Frau ins Gefängnis geworfen hat. Die sind da halb verhungert. Er hat ihnen, ich weiß nicht, die Kinder weggenommen, und dann hat er sie aus der Stadt gejagt. Und jetzt kommt der in den Hauskreis zu dir und sagt: Komm, lass uns doch mal ein paar christliche Lieder singen. Ich bin jetzt auch Christ.
Was denkst du dir? Ich würde denken: Na ja, gemach, gemach. Also ob ich dir sage, wo wir uns treffen, damit du da hinkommst und dann womöglich deine Soldaten mitbringst und alle abholst, das wollen wir mal in Ruhe überlegen.
Es ist schon heikel. Ich verstehe die Guten, die Christen, ich verstehe es gut. Aber Gemeinde ist immer ein Sammelbecken von Menschen, von denen jeder seine eigene Geschichte mitbringt. Und ich glaube, wir brauchen in der Gemeinde, weil wir so unterschiedliche Geschichten haben, Menschen, die diese Gräben, die automatisch da sind aufgrund unserer Geschichte, überwinden helfen.
Wenn Menschen in Gemeinden zusammenkommen, braucht es Menschen, die Menschen miteinander verbinden.

Barnabas als Vorbild für mitfühlende Vermittlung

Vers 27: Barnabas aber, Barnabas ist so einer der Menschen, die Menschen miteinander verbinden und Gräben der Trennung überwinden. Barnabas aber nahm ihn und brachte ihn zu den Aposteln. Er erzählte ihnen, wie er auf dem Weg den Herrn gesehen habe und dass dieser zu ihm geredet habe, und wie er in Damaskus freimütig im Namen Jesu gesprochen habe.
Ich möchte im Text jetzt keinen Gewalt antun, aber Barnabas kennen wir schon. Er heißt an anderer Stelle übersetzt „Sohn des Trostes“. Barnabas ist jemand, der mitfühlend ist, der nicht damit leben kann, dass ein anderer traurig ist, dass ein anderer ausgeschlossen wird und nicht in der Gemeinschaft der Gemeinde ankommt.
Und jetzt formuliere ich mal vorsichtig: Jede Gemeinde braucht Barnabas-Typen. Jede Gemeinde braucht solche Menschen, und wahrscheinlich ist der Auftrag Gottes an uns, an jeden Einzelnen, ein bisschen Barnabas zu werden. Wir werden da unterschiedlich begabt sein. Aber diese Idee eines Barnabas, die Idee von Menschen, die sagen: Ich sehe die, die am Rand stehen. Und ich bin nicht damit zufrieden, dass sie da am Rand stehen bleiben, sondern ich versuche, der Brückenbauer zu sein zu denen hin, die so ein bisschen komisch sind, und ich nehme die mal mit rein.
Das scheint mir ein ganz wertvoller Punkt zu sein. Und ich glaube, dass man sagen kann: Barnabas-Typen brauchen drei Eigenschaften, und mit denen möchte ich die Predigt schließen.

Eigenschaften geistlicher Brückenbauer und abschließende Anwendung

Barnabas-Typen müssen mitfühlend sein, mutig und geistlich unterscheidungsfähig. Sie müssen mitfühlend sein, wie Barnabas hier, der die Einsamkeit eines Paulus spürt und seine Not sieht. Paulus hat in Jerusalem keine Freunde mehr. Die Alten wollen mit ihm nichts mehr zu tun haben, und die Neuen wollen ihn nicht. Na super!
Und das spüren zu können, mitfühlend zu sein, einem anderen den Vertrauensvorschuss zu geben, zu sagen: Ich nehme dir deine Bekehrung ab, ich gehe den Schritt auf dich zu – das ist das eine, was wir brauchen, wenn wir Barnabas-Gemeinschaft in Gemeinde bauen wollen.
Der zweite Punkt: Wir müssen Mut haben. Es braucht Mut, zu seinem Feind zu gehen, zu dem, der das Leben meiner Freunde zerstört hat. Es braucht Mut, seine Bekehrungsgeschichte anzuhören. Es braucht vielleicht auch manchmal Mut unter uns, auf Menschen zuzugehen, die uns nicht so liegen.
Dritter Punkt: Es braucht geistliches Unterscheidungsvermögen. Barnabas führt Paulus tatsächlich in die Gemeinschaft der Gemeinde hinein, und hätte er sich geirrt, hätte er die Gemeinde in große Gefahr gebracht. Er hat sich nicht geirrt, und so geht dieser Text von Vers 28 bis 31 weiter:
Und er ging mit ihnen aus und ein, also wird er Teil dieser Gemeinschaft in Jerusalem, und sprach freimütig im Namen des Herrn. Und er redete und stritt mit den Hellenisten. Sie aber trachteten danach, ihn umzubringen. Als die Brüder es aber erfuhren, brachten sie ihn nach Cäsarea hinab und sandten ihn weg nach Tarsus.
So hatte denn die Gemeinde durch ganz Judäa und Galiläa und Samaria hin Frieden und wurde erbaut und wandelte in der Furcht des Herrn und mehrte sich durch den Trost des Heiligen Geistes.
Diese Formulierung: So hatte die Gemeinde Frieden, wurde erbaut, wandelte – das ist so eine tiefe Zäsur. Wir haben jetzt wieder einen Block hinter uns, der von Kapitel 6, Vers 8 bis hierher reichte. Und wenn ihr genau hinschaut, werdet ihr am Anfang dieses Blocks sehen, dass Stephanus in Jerusalem mit all den Kritikern streitet und niemand ihm widerstehen kann. Dann bringt man Stephanus um, und am Ende des Blocks steht da Paulus und streitet.
Mit wem möchtest du lieber streiten, mit Stephanus oder mit Paulus? Ich finde es faszinierend, wie Gott es schafft, dass da, wo der Widerstand mörderisch wird und man die Zeugen umbringt, einfach neue Zeugen erstehen lässt, die in seiner Kraft und geleitet durch seinen Geist genau an der Stelle, wo er das will, das Evangelium predigen.

Schlussfragen und Ermutigung

Was möchte ich, dass ihr mitnehmt? Vier Fragen.
Punkt eins: Frage eins. Habe ich schon verstanden, dass sich mein Leben nicht um einen Moral- oder Verhaltenskodex dreht, sondern um Jesus? Habe ich das wirklich verstanden, oder geht es mir vielleicht in meinem Herzen mehr darum, artig zu sein, der Gutmensch zu sein? Ist mir Jesus vielleicht noch gar nicht so vertraut, noch ein Stück zu weit weg?
Frage zwei: Ist Jesus von Nazaret für mich der Sohn Gottes? Hast du auf eine befriedigende Weise für dich dieses Thema der Dreieinigkeit einmal durchdacht, oder schiebst du das ganz weit weg und sagst: Damit will ich eigentlich nichts zu tun haben, das ist eh nicht zu verstehen? Ich rate dir: Hol es ran. Hol es ran und kaue es so weit durch, wie du es kannst.
Punkt drei: Habe ich den Wunsch, Zeuge Jesu, des Sohnes Gottes, zu sein? Suche ich nach Gelegenheiten, von ihm zu erzählen? Ist er wirklich der, der auf meiner Zunge liegt, weil ich sage: Ich habe einen Retter gefunden?
Letzter Punkt: Hast du eine Leidenschaft dafür, in der Gemeinde ein Brückenbauer zu sein? Und wenn nein, woran liegt das? Liegt es daran, dass es dir ein wenig an Mitgefühl mangelt, dass du sagst: Sollen die am Rand ruhig da stehen bleiben? Oder fehlt dir vielleicht der Mut? Ja, muss dir ja mal jemand sagen: Trau dich doch, trau dich doch mal auf den zuzugehen, der dir vielleicht nicht so liegt. Oder weißt du vielleicht nicht, welche Fragen du stellen kannst?
Aber ich möchte dich ermutigen. Ich möchte uns abschließend ermutigen: Lasst uns erstens wirklich Jesus im Zentrum unseres Lebens haben. Lasst uns zweitens dafür sorgen, dass wir Gott immer mehr erkennen. Lasst uns drittens das Evangelium vom Sohn Gottes, der kam, um die Werke des Teufels zu zerstören, predigen. Und abschließend: Lasst uns viertens in der Gemeinde Brückenbauer sein! Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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