Generierte Mitschrift
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Einleitung und gemeinsamer Beginn
Wenn wir vor dem Gottesdienst beten, welchen Sinn hat das denn? Paulus berichtet in einem seiner Briefe einmal, dass er für all die Gemeindeglieder bete, damit Christus durch Glauben und Liebe in euren Herzen wohne. Was wäre das, wenn das jetzt heute bei uns geschehen würde: Christus wohne durch Glauben und Liebe in unseren Herzen.
Wir wollen miteinander beginnen, und wir freuen uns, dass Sie mit uns diesen Gottesdienst feiern und singen das Loblied 198, die Verse 1 und dann 3 und 4a. 1, 3 und 4a.
Himmlischer Vater, wir wollen Dir an diesem Morgen danken. Und wenn wir uns hier versammeln, dann tragen wir oft noch die Klagen der vergangenen Tage mit uns herum. Wir wollen sie bei dir ablegen, wir wollen uns deiner Macht und Größe freuen.
Wir haben ja deine großen und verlässlichen Zusagen, dass du keinen vergessen kannst und keinen übersiehst. Du weißt, was wir heute Morgen an Lasten tragen und was uns beschäftigt und Angst macht. Und da kommen wir zu dir, weil wir deine Führung und deinen Halt und dein Leiden brauchen.
Wir möchten dich bitten, dass jeder von uns heute Morgen dein Wort so hört, dass wir unseren Weg sicher gehen können. Und wir möchten dich herzlich bitten, Herr, hol jeden von uns wieder ganz zurück in deine unmittelbare Nähe, in deine Gemeinschaft.
Wir haben uns von dir getrennt durch Ungehorsam und durch Unglauben, durch Zweifel und durch Kleinmut. Herr, da vergib uns jetzt und schließe uns die Tür zu deinem großen Vaterherzen wieder auf. Und wir wollen dir jetzt in der Stille all das bringen, was uns Not macht.
Wir beten in der Stille: Welche auf ihn sehen, die werden erquickt, und ihr Angesicht wird nicht zu Schanden. Amen.
Worte Jesu als Maßstab für den Umgang mit Konflikten
Viele von Ihnen stehen in schweren Kämpfen. Deshalb lese ich aus Matthäus 5,38-48 hinein in diese Nöte, die Sie durchleiden, wenn Sie mit schwierigen Menschen zusammenleben müssen.
Es sind sicher einige unter uns da, die mit schwierigen Menschen zusammenleben müssen. Gut haben es die, die allein in der Wohnung sind. Aber dann haben sie es vielleicht irgendwo im Haus oder an ihrem Arbeitsplatz.
Da sagt Jesus: Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ich aber sage euch, dass ihr dem Bösen nicht widerstehen sollt. Sondern wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen will, dem lass auch den Mantel. Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will.
Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für einen Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.
Von diesen Kämpfen, wie man da ringen muss mit seinen ganzen Gefühlen und Eigenarten in uns, davon spricht auch das Lied 529.
Bevor wir das aber singen, möchte ich noch einmal bitten, dass man doch links die Türe aufmacht, damit alle an der Wand sich lehnen können. Das ist immer geschickter, wenn wir sie offen lassen. Dann hat man noch ein bisschen Stauraum da. Und gern kann man hier vorne auf den Treppen sitzen. Wenn da noch ein paar vorkommen, ist das ganz wunderbar.
Dann singen wir das Lied 529, alle Verse.
Isaaks Erfahrung mit Widerstand und Verstopfung der Brunnen
1. Mose 26,15-25
Da nehmen wir das Thema wieder auf, von dem wir eben gesungen haben: von den Kämpfen, in denen wir stehen und in denen oft der Mut weicht und keine Kraft mehr da ist.
Ich lese noch den letzten Satz des vorigen Verses: Die Philister beneideten Isaak. Nun hatten sie aber alle Brunnen verstopft, die die Knechte seines Vaters zur Zeit Abrahams gegraben hatten, und hatten sie mit Erde gefüllt. Und Abimelech sprach zu ihm: Zieh von uns weg, denn du bist uns zu mächtig geworden.
Da zog Isaak von dannen und schlug seine Zelte auf im Tal von Gerar und wohnte dort. Und er ließ die Wasserbrunnen wieder aufgraben, die zur Zeit Abrahams, seines Vaters, gegraben worden waren und die die Philister nach Abrahams Tod verstopft hatten. Und er nannte sie mit denselben Namen, mit denen sein Vater sie genannt hatte.
Auch gruben Isaaks Knechte im Tal und fanden dort eine Quelle lebendigen Wassers. Aber die Hirten von Gerar zankten mit den Hirten Isaaks und sprachen: Das Wasser ist unser. Da nannte er den Brunnen Esek, weil sie mit ihm gezankt hatten. Und sie gruben einen anderen Brunnen. Darüber stritten sie auch, darum nannte er ihn Sitna. Da zog er weiter und grub noch einen anderen Brunnen. Darüber zankten sie sich nicht. Darum nannte er ihn Rehobot und sprach: Nun hat uns der Herr Raum gemacht, und wir können wachsen im Land.
Danach zog er von dannen nach Beerscheba, und der Herr erschien ihm in derselben Nacht und sprach: Ich bin der Gott deines Vaters Abraham. Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir und will dich segnen und deine Nachkommen mehren um meines Knechtes Abraham willen.
Dann baute er dort einen Altar und rief den Namen des Herrn an. Und er schlug dort sein Zelt auf, und seine Knechte gruben dort einen Brunnen.
Geduld, Annahme und die Frage nach dem Leid
Liebe Gemeinde, wie reagieren wir, wenn uns einer so übel mitspielt? Also, ich möchte Ihnen jetzt gar nicht erzählen: Ich kann den Isaak nur bewundern, mit welch einer Geduld und Langmut er diesem unbeschreiblichen Terror der Philister begegnet.
Das kann man sich ja gar nicht ausmalen: Wie er nach einem langen Tag mit seinen Hirten zum Brunnen kommt. Sie haben sich schon in der Mittagshitze gefreut: Wenn wir am Brunnen Wasser schöpfen, am Abend in der Dämmerung, das wird eine Labsal werden. Und dann stehen sie vor dem Brunnen. Man kann das gar nicht mit Worten beschreiben. Das ist nicht bloß Vandalismus. So etwas ist unmenschlich und gemein. Die Wasserquellen sind in dem heißen Wüstenland lebensnotwendig. Das ist Sadismus, was die gemacht haben. Die wollen ja einen fertig machen.
Da steht man ohnmächtig und voll Wut davor. Wie können Menschen bloß so viel Böses in ihrem Kopf ersinnen? Da geht es ja geradezu wie in der Straße von Hormuz, da schießt man ja mit allen Kanonen aufeinander. Und der Isaak steht dazwischen, und kein Wort, dass er die Faust ballt. Zuerst habe ich gedacht: Solche Nerven wollte ich haben wie der, und solch eine Rossnatur, dass die einem auf dem Kopf herumtrampeln können und er sich nicht aufregt. Er behält die Fassung, der lächelt und zieht weiter und nimmt den Spaten in die Hand und gräbt einen Brunnen.
Nun müssen Sie wissen, was ein Brunnengraben ist. Ich habe mir extra noch einmal versichert, dass auch früher diese Brunnen etwa 160 Fuß tief in den Felsen gehauen wurden. Also, das waren mindestens 40 Meter tief in den Fels getrieben. Was das in einem heißen Land bedeutet, das ist schon ein Problem. Ob sie da unten genug Sauerstoff bekommen für die Grabarbeiten? Und der Isaak macht sich noch einmal an die Arbeit und macht noch einmal weiter.
Wenn ich diese Geschichte lese, dann muss ich sagen: Macht uns der Ärger krank? Ich habe den Eindruck, dass die Diskussion, die wir gegenwärtig in der Öffentlichkeit führen, um unsere gesunden Nahrungsmittel wahrscheinlich gar nicht so wichtig ist. Mir macht das nichts aus, wenn auch mal in der Kirsche ein Wurm drinsteckt oder im Apfel. Kommt ja ab und zu vor. Wenn man es im Dunkeln isst, auch im Fisch. Also, wissen Sie, das alles ist nicht so tragisch, was uns körperlich und physisch und psychisch kaputt macht, das ist der Ärger.
Diese Erregung über diese Gemeinheiten des täglichen Lebens. Sie haben doch auch so viele Erlebnisse, wo Ihnen ähnlich mitgespielt wird, wo Sie sagen: Ich verstehe das überhaupt nicht, dass es Menschen geben kann, die mir nichts anderes wollen als Böses, die mir einen Widerstand nach dem anderen entgegensetzen. Wie da bei Isaak, das ist eine Geschichte für mich. Ich habe beobachtet, dass über diesen Abschnitt noch nie gepredigt wurde. Darum habe ich ihn für heute ausgesucht, weil ich meine, das hat für uns alle ganz viel zu sagen.
Wie werden wir mit unseren Schwierigkeiten fertig? Oder Sie können auch sagen: mit den Schikanen, mit den Bosheiten, mit den Tücken, mit dem Ärger des Lebens. Wir können bei Isaak viel lernen.
Der erste Weg: Schwierigkeiten als von Gott zugelassen annehmen
Der erste Punkt: Ich will drei Punkte wieder herausgreifen, die Sie dann vielleicht ganz praktisch bei sich anwenden können.
Er nimmt die Schwierigkeiten an. Er nimmt die Schwierigkeiten an. Sie sagen vielleicht: Da bleibt ihm ja gar nichts anderes übrig. Doch, man kann ja ein Leben lang gegen die Schwierigkeiten aufbegehren. Und man liegt immer im Streit und sagt dann voller Wehleidigkeit und Selbstmitleid: Warum geschieht mir so viel Böses? Das macht einen innerlich kaputt. Das drückt sogar auf den Magen, auf die Organe, wenn man dauernd in der Auflehnung lebt.
Ich muss Ihnen leider sagen, dass es auf diese Frage keine Antwort gibt: Warum geschieht das alles? Es ist nicht neu, das wissen Sie ja. Es gibt keine Antwort. Warum geschieht so viel Böses mit Isaak? Weil es eben so viele böse Menschen gibt. Und wir tun ja auch viel Böses an anderen. Darum ist die Warum-Frage so falsch.
Isaak nimmt die Schwierigkeiten an, und das kann er nur, weil er sagt: Das hat Gott zugelassen. Und das können Sie ganz praktisch in Ihr Leben übersetzen, wenn Sie sagen: Das hat Gott zugelassen. Nun müssen Sie dazu natürlich wissen, ob Sie wirklich unter der Führung Gottes stehen. Das müssen Sie in Ihrem Leben einmal klären. Bin ich mit meinem Leben so unter Gott, oder bin ich auf der Flucht vor Gott? Sie müssen einmal bewusst in Ihrem Leben einen Einschnitt machen und sagen: Ich will jetzt zu Gott, ich will unter seine segnende Hand.
Das war bei Isaak ganz klar. Sie kennen ja schon die Geburt, die sehr merkwürdig war, als seine Mutter hochbetagt noch diesen Sohn bekam, diesen Isaak, der da verheißen war von den drei Boten, die vorbeikommen, und wo Sarah lachen musste. Und dann wurde das von Gott noch einmal bestätigt bei der Opferung auf dem Berg Moria. Der Isaak wusste felsenfest: Auch wenn in meinem Leben Böses geschieht, und es geschieht viel Böses, das hat Gott zugelassen. Das macht ihn ruhig.
Sie machen alles falsch, wenn Sie meinen, es gäbe Leute, die hätten vielleicht eine robustere Natur. Das mag es geben. Ich bezweifle, ob Isaak dazugehört hat. Er war sicher genauso reizbar wie wir alle. Aber seine Frage ist, ob unser Glaube stärker wird als die Reizbarkeit unserer Nerven. Und er nimmt die Schwierigkeiten aus der Hand Gottes an. Ach, was sage ich: Schwierigkeiten! Diese ganz fiesen Gemeinheiten, die ihm da in den Weg gelegt werden. Das ist ja schon so, dass man am Leben verzagt, dass man gar nicht mehr weitermachen will, dass man sagt: Was soll ich noch? Und Isaak sagt: Mein Leben steht unter dem Segen Gottes.
Jetzt muss ich etwas sagen, das zu Ihrem Leben gehört: Auch die Nöte und die Schwierigkeiten gehören dazu. Das erzählt ja die Bibel fast überall. Sie finden in der Bibel kein Lebensbild eines gesegneten Menschen, bei dem nicht viel Not zu bewältigen war. Oft, wenn ich das so lese, denke ich: Da hätte ich schon bei der ersten Gelegenheit gekniffen und wäre davon gelaufen.
Also gerade so bei Isaak: Wenn man da unten Nomade ist und Viehhirte, und wenn man dann viermal anfängt, neue Brunnen zu schlagen, zu bohren und zu graben. Was ist das für Glauben, Treue und Geduld! Und das war offenbar dem Isaak so fest deutlich geworden in seinem Glauben: Ich muss auch die Schwierigkeiten annehmen. Ich muss auch die Schwierigkeiten annehmen.
Warum gehören denn die Schwierigkeiten zu unserem Leben? Es bezeugt auch heute, dass die meisten Christen das nicht mehr wissen. Wir haben eine Art, dass wir meinen, wir seien nur deshalb mit Jesus gegangen, weil es so schön sei. Komm zu Jesus, und er löst dir deine Nöte. Und dann wird verschwiegen, dass uns Jesus auch abverlangt, manche Schwierigkeit und Not in unserem Leben zu bewältigen. Und zwar ganz einfach deshalb, weil unser Herr und Meister ja auch durch diese Nöte ging. Er hat den Weg des Kreuzes für seine Nachfolger auch als den typischen Weg beschrieben.
Es ist gar nicht so, dass sich alles immer auflöst. Es ist auch nicht so, dass wir irgendwo immer anerkannt werden und von allen Menschen geschätzt und geehrt würden, dass unsere Leistungen auch richtig verwirklicht werden könnten. Es mag sein, dass man jahrelang leben muss, verkannt und unrecht behandelt. Wir hatten es ja neulich bei Josef. Aber das ist so wichtig: Nirgendwo reifen wir so wie an den Schwierigkeiten.
Darum hat ein Prediger sie einmal als den Segen von unten bezeichnet. Es gibt einen Segen von oben und einen Segen von unten, und dem sollte man nicht ausweichen. Wenn Sie zurückdenken in Ihrem Leben, dann müssen Sie es bestätigen, dass oft solche großen Notzeiten, in denen Sie gefordert waren bis zum Letzten, Segenszeiten waren.
Zerbruch, Vertrauen und die Erfahrung von Gottes Raum
Jetzt kommt ein wichtiger Punkt: eben nicht, weil man das von seinem Naturell her dann einfach überwinden kann. Unsere Nervenstärke ist bei uns allen sehr schwach ausgeprägt. Da gebraucht die Bibel ein Wort vom Zerbrechen. Das ist bei uns allen keine Schande, wenn man in diesen großen Bewährungsproben zerbricht, zuschanden wird. Da ist nichts mehr mit dem unbekümmerten Mut und diesem Hallochen und dem Darüberwegspringen.
Ich kann mir vorstellen, dass das bei Isaak durch ganz harte Kämpfe ging, dass er nachts nicht schlafen konnte, dass es ihm auf den Magen schlug, dass er dann nicht mehr essen konnte, dass ihn die Wut packte, bis er anfing, nach der Melodie von „Befiehl du deine Wege“ zu singen: „Und was dein Herze kränket, aller treuesten Pflege, des, der den Himmel lenkt.“ Das ist noch nie einem leichter gefallen. Was denken Sie, wie schwer das den Trauernden unter uns fällt, und denen, die eine unheilbare Krankheit mit sich herumschleppen, oder denen, die eine Arbeit suchen, oder denen, die an der Prüfung gescheitert sind, wenn man dann sagt: Ich gehe jetzt so unter der Führung Gottes, und ich nehme das auch an, selbst dann, wenn er mir die Schwierigkeiten nicht aus dem Weg räumt.
Wir reifen eben nicht so, indem wir immer größer werden, sondern indem wir immer mehr auf den lebendigen Gott blicken und unser Vertrauen auf ihn setzen. In diesen Schwierigkeiten zerbricht viel von unserem Selbstvertrauen, von unserem Mut, aber der Glaube wird umso größer.
Das habe ich vor Jahren einmal erlebt bei einem Freund, der eine Firma in der Metallwarenbranche begonnen hat. Er war in einem Großbetrieb und litt dort als Abteilungsleiter darunter, dass er nicht den Stil verwirklichen konnte, den er gern als Christ im Umgang mit seinen Arbeitskollegen, den Arbeitern, hätte. Dann begann er mit der Firma; es war so ein kleiner Betrieb mit vierzig Arbeitskräften. Und dann kam die Rezession. In einer konzertierten Aktion haben ihm alle, er war Zulieferer für große Werke, von einem Tag auf den anderen alle diese Auftraggeber die Aufträge gekündigt.
Und wie er am Nachmittag auf den Hof schaut, da sieht er, wie draußen ein paar Herren in schönen Anzügen stehen. Da sagt er: Was suchen Sie? Da sagen sie: Ach, die Kreissparkasse hat uns geschickt, da gäbe es eine Konkursversteigerung. Da sagt er: Ich weiß doch gar nichts von einem Konkurs. Da hatten die über seinen Kopf hinweg, den Firmenchef der kleinen Firma, schon den Konkurs beschlossen, weil sie sagten, den lassen wir jetzt springen.
Er rief mich damals an, und wir kamen zusammen und sagten: Nein, Herr, dieses Stück ist mit dir begonnen worden. Wir haben nicht die Kraft, uns gegen die Tücken der anderen zu wehren, du musst einen Weg weisen. Wenn ich heute diesen Fabrikanten treffe, dem Gott damals wunderbar herausgeholfen hat, der eine blühende Firma hat, dann muss ich daran denken, wie man das wirklich erleben kann. Dass die entscheidenden Türen Gott aufschließen muss, dass man am Ende mit seinen Möglichkeiten, wenn man so etwas wagt, und jetzt geht es einfach darum, dass das mitten in dieser Welt geschieht.
Ich habe diesen Text bewusst deshalb ausgewählt, weil ich viele treffe, die, wenn sie Christen werden, sich überlegen, wie sie einen vollzeitlichen Dienst für Gott beginnen können. Und das ärgert mich immer ein bisschen. Das ist wichtig, wir brauchen gute Leute im vollzeitlichen Dienst. Aber es ist nicht so, dass jeder, der gläubig wird, in einen frommen Dienst gehen soll. Im Gegenteil: Unser Gott braucht tüchtige Leute in der Welt, in der Wirtschaft, in der Politik. Da braucht er Leute, die glauben wie Isaak, die nicht gleich zusammenklappen bei den Schwierigkeiten, sondern die den langen Atem haben und die sagen: Ich will meine Dinge, die ich dort tue, unter Gottes Segen ordnen.
Und das ist nicht leicht. Wenn man sich da bewähren muss, ist das schwierig. Ich muss an dieser Stelle einfach fragen, wenn es um die Bewältigung unserer Schwierigkeiten geht, ob Sie Ihr Leben wirklich unter Gott so gestellt haben. Gott kann Sie ja nicht segnen, wenn Sie krumme Dinge drehen, wenn Sie im Ungehorsam leben. Sie müssen zuerst anfangen, Ihre Lebensumstände einmal vor Gott zu ordnen, Ihr Geschäftsleben, Ihre Geldsachen, Ihre Familiendinge. Und dann können Sie sagen: Herr, ich will das jetzt wagen im Vertrauen auf dich, ich gehe diesen Weg.
Und das ist das, was wir von Isaak lernen können. Er nimmt die Schwierigkeiten an.
Die zweite Haltung: beharrliche Zuversicht und der lange Atem
Mein zweiter Punkt: Er hat eine große Zuversicht. Das steht ja eigentlich dahinter, wenn er wieder anfängt, einen neuen Brunnen zu graben.
Wie ist das bei Ihnen? Ist es bei Ihnen auch so, dass Sie sagen: Jetzt habe ich den Mut verloren? Beim zweiten Mal? Beim dritten Mal? Beim dritten Mal hätte ich gesagt: Jetzt kann er machen, was er will, aber mit mir nicht mehr. Und dann fängt er noch zum vierten Mal an, einen Brunnen zu graben.
Wieder möchte ich zu denen reden, die sich den Kopf darüber zerbrechen, was Gott eigentlich mit mir will. Manche sagen ja auch so: Ich möchte, dass Gott mir ein wenig durch die Lebensumstände zeigt, was er will. Und wenn Hindernisse kommen, dann nehme ich das aus der Hand Gottes. Gott hat es mir gewährt, wie soll ich es denn sonst merken können?
Aber wir müssen aufpassen. Es kann auch sein, dass Gott will, dass ich viel beharrlicher noch mich durchkämpfe und auch bei Widerständen hart und fest bleibe, dass ich durchbrechen muss. Es gehört auch zur Glaubensart.
Beim vierten Mal, da haben wirklich die Philister keinen Mut mehr. Da wird es ihnen zu anstrengend, die Brunnen wieder zuzuschütten und mit Dreck zu verstopfen. Und jetzt meint man, Isaak sagt in dieser Situation: Also, man sieht, ich habe doch mit meiner Sanftmut die Philister überwunden. Es war doch so, mit meiner Geduld und mit meiner Liebenswürdigkeit kam ich weiter. Aber das steht nicht da.
Wie sagt Isaak nach dem vierten Brunnen? Nicht meine Sanftmut hat die Feinde überwunden, sondern er sagt: Gott, der Herr, hat mir Raum geschaffen. Und daran sehen Sie, wie Isaak wirklich denkt. Er rechnet in seinem ganz normalen Alltagsleben, in seinem Beruf, das war ja sein Amt, da er Nomade war, mit den Taten des lebendigen Gottes. Er ist Herr, auch in der Wirtschaft, auch im Leben draußen, auch in den Geldgeschäften.
Aber es dauert unheimlich lange, bis man merkt, dass Gott einem die Bestätigung gibt. Nie kam Isaak auf die Idee, es sei seine Sanftmut gewesen. Und es wäre gut, wir würden auch solch einen Hochmut ablegen, der sich manchmal bei Christen finden mag.
Sie haben auch die Erfahrung gemacht, dass solch ein Handeln, auch nach der Bergpredigt, wo man dem Feind die andere Wange darreicht, vielleicht nur noch Spott und Gelächter hervorruft. Ob man da wirklich einen Feind überwinden kann? Nein! Die Bergpredigt heißt doch: Du musst gar nicht mehr kämpfen um deinen Lebensraum, wenn du Gott zum Freund hast. Und das war Isaak wichtig: Ich habe Gott zum Freund.
Er wollte doch mit seinem Leben nichts anderes tun, als sich von Gott senden lassen. Seine Berufswahl war von Gott bestimmt, auch in einem ganz irdischen Beruf. Er wollte in den Spuren seines Vaters Abraham weiterlaufen.
Es geht jetzt darum, dass sie ihren Weg erkennen: Wo braucht mich Gott? Warum bin ich ledig? So hat mich Gott haben wollen. Warum lebe ich in Stuttgart? Da hat mich Gott hingeführt, nun bleibe ich da. Jetzt nehme ich meinen Platz ein und will da Gott dienen und mich ihm verschreiben.
Und dann will ich in den Widerständen stehen bleiben können und nicht gleich mutlos werden. Dann will ich ausharren.
In unserer Zeit heute redet man viel von Erfüllung. Ob ich mich erfüllt fühle, fragt man. Ob ich Freude habe in meinem Beruf. Ich weiß gar nicht, ob man das immer fragen darf. Hat Isaak Freude gehabt, als er den vierten Brunnen gegraben hat? Bestimmt nicht. Mich würde es gar nicht wundern, wenn die meisten von Ihnen, vielleicht wären es auf einmal hundert Prozent, sagen würden: Mein Beruf wird man manchmal sehr sauer, und manchmal wollte ich aussteigen. Aber Gott hat mich dahingestellt.
Ob man immer die Erfüllung hat, ich weiß es nicht. Ob nicht unseren Müttern manchmal auch die Decke auf den Kopf fällt? Wem fällt sie eigentlich nicht auf den Kopf, den Ledigen und den Verheirateten?
Aber ich muss wissen, wo hat mich Gott hingestellt. Da ist mein Platz, und da will ich ausharren. Und er hat eine große Zuversicht: Gott wird meinen Raum weit machen, auch wenn mein Leben ganz bedeutungslos ist, am Rande. Gott wird meinen Raum weit machen.
Das war das Große bei denen, die wir immer wieder als Zeugen in der Kirchengeschichte anführen, als solche Glaubenshelden: dass sie eigentlich eine kleine Rolle gespielt haben, aber Gott ihren Raum irgendwo noch weit gemacht hat, manchmal erst nach ihrem Tode.
Wenn man dann an Johann Albrecht Bengel denkt, der in seinem Leben nie weiterkam, als dass er oben in Denkendorf zehn- bis vierzehnjährige Schüler unterrichtet hat, mehr hat er nicht gewirkt. Er hat noch eine Erklärung zum Neuen Testament geschrieben und ein paar gescheite Sätze gesagt. Aber war er an einem Platz, wo Gott ihn hingestellt hat? Und sie werden an keinem anderen Platz glücklich als da, wo Gott sie haben will und wo er sie segnen kann. In den Schwierigkeiten kann man aushalten.
Vertrauen, Altar und Dienst mitten im Alltag
Ich verstehe, dass sie mutlos werden. Auch Paulus erzählt ganz ehrlich davon, und das ist gut so. Er war einmal verzagt über die Massen, so dass wir meinten, wir müssten sterben. Diese Schwierigkeiten, die gläubigen Christen begegnen, können alle Kraft aufsaugen und den Glauben scheitern lassen. Da geht es bis in die letzten Krisen hinein. Und dann bekennt Paulus plötzlich: Jubeln, das ist damals passiert, dass ich mein Vertrauen nicht mehr auf mich selbst setze, sondern auf Gott, der Tote auferweckt. Das habe ich gelernt in den Schwierigkeiten meines Lebens.
Und das gehört mir dazu. Und der Isaak baut einen Altar. Das waren wahrscheinlich die Steine vom Brunnenbau. Und wenn er seine Hände ansah, da war nicht nur Schwielen dran, sondern da hat er sich die Finger blutig gerissen an diesen Steinen. Und jetzt nimmt er diese ärgerlichen Steine, diese Steine, an denen er seine Kraft gelassen hat, und baut einen Altar, preist den Herrn und singt seine Danklieder. Das sind die Stellen, wo die Christen mitten in der Welt ihre Danklieder singen, voll Freude.
Noch das Letzte: Er will dienen, er will dienen. Man kann häufig bei Christen solch eine Grundhaltung finden, die ist sehr bescheiden. Aber das alles, was so als christliche Moral verzapft wird, ist ja nicht aus der Bibel. Ich weiß nicht, wo das alles entstehen konnte. Die Männer und Frauen in der Bibel waren keine bescheidenen Mauerblümchen, der Isaak auch nicht. Der Isaak hat mit seinem Leben etwas Großes gewollt. Er hat sich ein Ziel gesetzt. Ich möchte etwas tun, ich möchte etwas wirken, und ganz groß: Ich möchte im Segen Gottes brauchbar werden, ich will für Gott etwas tun.
Jetzt muss ich ein Wort zum Ehrgeiz sagen. Es ist nämlich nicht gut, wenn man den Ehrgeiz einfach verurteilt und als schlecht erklärt. Schlimm ist der Ehrgeiz nur, wenn ich nur für mich ehrgeizig bin, wenn ich Macht suche, für mich. Wenn mein Ich so stark im Mittelpunkt steht, wenn ich alle Menschen nur gebrauchen muss, damit sie mir etwas tun. Bei Isaak war es so, dass er Gott dient. Das wird da sichtbar, als er diesen Altar aufbaut und dort den Namen des Herrn anruft.
Wir haben vorhin das Lied gesungen: Weil ich noch Stunden auf Erden zähle, wie lange sie eigentlich noch leben. Aber all die Stunden oder Tage oder Wochen oder Jahre, die Ihnen Gott noch schenken will, können doch nur etwas sein zur Ehre Gottes. Und jetzt sage ich noch einmal deutlich: Dazu müssen Sie nicht auf die Bibelschule gehen, und dazu müssen Sie nicht irgendwo einen frommen Dienst ergreifen. Sondern Sie sollen jetzt Ihre Lebensaufgaben mit Gott wagen, anpacken und sagen: Ich möchte Gott zur Ehre in meinem Schreibtisch sitzen, ich möchte Gott zur Ehre am Spülstein stehen.
Ja, wie geht das? Ich möchte den Namen des Herrn dort anrufen, damit Sie wissen: Das ist ein toller Gottesdienst. Der Abimelech, das war ja ein Heide, der hat sich geärgert über den Isaak und wollte ihn loshaben und sagt: Geh von uns weg! Der war schließlich ganz angetan, als er miterlebt hat, mit welch einer Sanftmut und Geduld der Isaak Leiden erträgt. Wenn Sie fragen: Warum, wie kann ich Gott dienen in meinem weltlichen Beruf? Und wenn es nur deshalb ist, dass Sie anderen vormachen, wie man Leiden erträgt. Das war das Zeugnis Isaaks. Er hat ja nicht viele Worte gemacht. Ganz praktisch ausgehalten und nicht gemurrt. Und das ist so bezeichnend, dass Gott Leute braucht, die ihm da dienen.
Seit vielen Jahren, immer wieder, wenn ich in die Geschichte komme, beim Bibellesen, greift sie mich an. Über den Sanftmut Isaaks leide ich an meinem schwierigen Wesen. Da kann ich nur auch Gott bitten: Herr, nimm du meine böse Art weg. Und so wird es Ihnen jetzt auch gehen: Herr, reinige du mein Herz, reinige du auch meine Motive. Es ist bei mir so viel Ehrgeiz, so viel Selbstsucht in meinem Leben, aber werde du in meinem Leben immer größer. Und ich will das wagen mit dir, ich will mich senden lassen wie Isaak in den weltlichen Diensten und in die Aufgaben, da wo ich stehe. Ich will sie neu angreifen mit dir. Und ich will etwas sein zum Lob deiner Herrlichkeit. Amen!
Trost, Fürbitte und gemeinsames Gebet
Wir wollen noch ein Trostlied singen. Ich dachte, dass bei Ihnen, an diesen stillen Orten, die wir angesprochen haben, auch so viele Wunden sichtbar geworden sind. Noch einmal ein Lied unseres schwäbischen Landsmanns Philipp Friedrich Hiller, von dem wir schon ein Lied gesungen haben, nämlich das zweite Lied. Auch dieses Lied: „Es jammre, wer nicht glaubt. Ich will mich stillen, mir fällt kein Haar vom Haupt ohne Gottes Willen.“ So eine schöne Melodie. Ich hoffe, dass Sie gleich mitsingen können: den ersten Vers, dann kann man noch einmal nach den Noten singen. Das ist dann auch so. Dann lernen Sie die Melodie, und der Text kann dann auch mitgesungen werden. Noch einmal den ersten und dann die anderen Verse.
Jesus Christus, du bist selbst so viel menschlicher Bosheit gegenübergestanden und hast nicht zurückgeschlagen. Als du geschlagen wurdest, hast du nicht die Hände zur Faust geballt. Herr, gib uns deine Art und dein Wesen. Reinige uns durch und durch, auch bis hinein in unser Herz, in unsere Motive, wo wir so viel für uns selbst suchen, auch da, wo wir uns selbst verwirklichen wollen und wo wir das nicht in den Tod geben bei dir. Aber, Herr, stärke auch unseren Glauben, dass wir uns jetzt ganz neu dir verschreiben, mit all den Aufgaben, in die du uns hineingestellt hast. Wir wollen das neu aus deiner Hand nehmen, das, was uns auch am Montag wieder erwartet, und die Umgebung, in der wir zu Hause stehen, die Verhältnisse, in denen wir leben.
Herr, so manchmal lassen wir alle Kraft darin, dass wir uns auflehnen und dagegen ankämpfen. Dabei ist es dein Segensweg, wo du die Lösungen zur richtigen Zeit auch gibst. Wir danken dir, dass wir es erleben werden und rückblickend auch deine Macht preisen können. Wir möchten dich jetzt auch besonders für die bitten, die schier zerrieben werden in diesen Kämpfen des Lebens. Und hilf uns, dass wir ihnen helfen können, auch jetzt im persönlichen Gespräch, wenn wir nach Hause gehen, das alles zu bewältigen.
Wir bitten dich für die, die unheilbar krank sind, für die Sterbenden, für die Trauernden, die sich so allein fühlen. Wir bitten dich für die jungen Menschen, die nach Leben hungern und suchen und es nicht finden, dass wir ihnen doch den Weg zu dir weisen können und sie das entdecken, was du ihnen geben willst.
Lasst uns gemeinsam beten:
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
Gemeindliche Hinweise, Abendmahl und Schlusssegen
Ich habe noch bekannt zu geben, dass wir ab nächsten Sonntag wieder zwei Gottesdienste haben. Es tut mir leid, wenn sich das manchmal so ergibt, aber es kommt ja auch sonst vor.
Ich bin immer dankbar für alle, die auf den zweiten Gottesdienst ausweichen. Da geht es mir mit dem Platz etwas besser. Beim ersten Gottesdienst belastet es mich nur, wenn ich höre, dass es Ärger gibt.
Unser Begrüssungsdienst macht sich so viel Mühe. Ich sage immer zum Begrüssungsdienst: Ihr braucht nicht die Gesangbücher zu verteilen, ihr müsst bloss darauf achten, dass keiner Ärger hat. Wir haben die Stehplätze, und wenn man ein paar Minuten früher kommt, bekommt man bei uns immer einen Sitzplatz. Also, ja, es geht erstaunlicherweise, selbst in Konfirmation.
Ab nächsten Sonntag also wieder zwei Gottesdienste. Vielen Dank, wenn Sie das auch so ertragen. Wir wollen bescheiden auch in dieser kleinen Kirche bleiben. Das ist der Platz, wo Gott uns hingestellt hat.
Dann suchen wir ab 1. Oktober eine Kindergärtnerin, neuerdings sagt man ja Erzieherin. Ich fand den Namen Kindergärtnerin viel schöner. Ab 1. Oktober 1987 suchen ja im Moment unheimlich viele Kindergärtnerinnen eine Stelle. Es gibt keine Kinder mehr, und es gibt viele, die die Ausbildung fertig haben. Darum wäre es nötig: Wer Interesse daran hätte, müsste sich umgehend mit mir in Verbindung setzen. Auch wenn Sie jemand wissen, wir wollen nur Leute haben, die auch wirklich im Geist unserer Gemeinde mitarbeiten. Wir wollen ja auch im Kindergarten das so tun, dass es aus dem Glauben heraus geschieht.
Dann haben wir am Ende des Monats eine Missionsmatinee mit Willi Ehret. Der Notizenzettel gilt ja immer, der grüne, aber es gibt auch Dinge, die wir dann zwischenzeitlich einschieben, und das war damals, als der Zettel gedruckt wurde, noch gar nicht klar. Am 30. August ist nach dem ersten Gottesdienst der Bericht von Willy Ehret, der viele Jahre als Landwirt mit den Evangelical Churches of Westafrika in Nordnigeria war und dort eine ganz eindrucksvolle Arbeit gemacht hat. Er hat den Menschen dort geholfen, Hühner zu halten und damit eine Versorgungsgrundlage zu haben. Es interessiert ja sicher viele, wie man das praktisch machen kann. Ich möchte Sie heute schon dazu einladen und Sie bitten, dass Sie sich diesen Termin vormerken.
Nächsten Sonntag freuen wir uns. Da predigt dann Peter, ein Theologiestudent aus unserer Gemeinde, der jetzt vor dem Examen steht. Wir feiern im Anschluss an diesen Gottesdienst das Abendmahl. Weil wir heute keinen zweiten Gottesdienst haben, möchte ich dem Wunsch einiger nachkommen und noch einmal das Abendmahl so anbieten, dass wir es hier oben feiern. Es gibt einige, die diesen Wunsch haben.
Ich möchte Sie nur darauf hinweisen, dass dieses Abendmahl etwa mindestens eine halbe Stunde länger dauert. Nicht, dass Sie sich auch hier ärgern, sondern ich möchte Sie dazu einladen, dass Sie sich dann die Zeit nehmen, in dieser Form das Abendmahl zu halten. Sonst feiern wir es ja so, dass wir Brot und Kelch durch die Reihen geben.
Unser Opfer heute ist für die Arbeit des Help Centers in Herbstein. Richard Straub und seine Frau sind seit langer Zeit mit uns verbunden, und wir haben ihnen immer mitgeholfen, dass diese wichtige Arbeit geschehen kann. Drogenarbeit an Drogenabhängigen ist wunderbar. So eine ganz grosse Zahl von jungen Menschen wird frei von der Sucht. Aus dem Glauben heraus, das ist unsere Meinung, dass sich die Lebensnöte nur aus dem Glauben heraus lösen lassen. Wie denn sonst? Mit Tabletten kommt man ja nicht bei. Es sind ja immer auch seelsorgerliche Fragen.
Und nun haben Sie ja dort in Herbstein auch dieses Lebenshaus angegliedert, wo Mädchen hingehen können, wenn sie schwanger sind und das Kind austragen wollen. Auch für diese Arbeit wollen wir unser Opfer heute geben und solche Dinge einfach mittragen und uns freuen, dass das geschehen kann. Es wird nur aus freien Spenden unterhalten. Dafür gibt es keine öffentlichen Mittel heutzutage. Aber es ist wichtig, aus freien Spenden solch ein Glaubenswerk zu unterhalten.
Nun wollen wir um den Segen Gottes bitten.
Herr, segne uns und behüte uns.
Herr, lass dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Herr, hebe dein Angesicht auf uns und gib uns deinen Frieden.

