Serie•Teil 30 / 53Lukas-Evangelium
Generierte Mitschrift
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Einleitung und persönliche Verortung
Ich hoffe, dass ihr euch auch immer freut, wenn beim Gottesdienst etwas nicht so klappt, wie man sich das vorstellt. Denn es sind ja gerade die Momente, in denen wir das lernen können, was wir eigentlich lernen müssen: Liebe. Dort lernen wir, uns einfach über das kleine bisschen Unvollkommene am Nächsten zu freuen und zu sagen: Schön, schön, dass Gott in uns eine Leidenschaft schafft, liebevollere Menschen zu werden.
Mich begeistert das am Christsein. Das ist so die eine Sache, die mich vielleicht in diesem Jahr am meisten geprägt hat: zu verstehen, wie wichtig Gott Liebe ist und wie der Rest völlig egal ist.
Nichtsdestotrotz möchte ich heute nicht über Liebe predigen, obwohl ich das immer und immer wieder gerne in diesem Jahr getan habe, sondern ich möchte im Lukasevangelium weitermachen und diesen großen Block, der noch nicht ganz abgeschlossen ist, mit der Überschrift Prioritäten und Opposition zu Ende bringen. Wir wollen uns heute Lukas 12,54ff anschauen.
Mich hat dieses Thema Prioritäten sehr herausgefordert. Vielleicht denkt ihr: Na ja, der steht da vorne und predigt, und der weiß sowieso, was er predigt, und das ist für ihn bestimmt ganz entspannt, wenn er das dann predigt. Ganz ehrlich: nein. Also, ich habe auch nicht die ganze Bibel immer vor Augen. Und dann geht man wieder so einen Text rein und denkt sich: Ja, und gerade so ein Thema wie Prioritäten ...
Ich bin in den letzten Jahren sehr oft alte Autos gefahren. Ja, das ist so, wenn man Vollzeitler ist, dann tun die Geschwister einem was Gutes und schenken einem alte Autos. Und man fährt so die letzten dreißigtausend Kilometer. In dieser Zeit muss man dann immer einmal durch den TÜV.
Kleiner Tipp am Rande: Wenn du ein Auto durch den TÜV bringen willst, lass eine Blondine es vorfahren, das ist einen Tick leichter. Ich habe mir meine Frau hingeschickt. Ja, es ist komisch, aber es entspannte wirklich. Und trotzdem war ich jedes Mal überrascht und hoffte immer, dass nicht zu viel gefunden wird.
Du fährst mit so einer alten Krüppelkiste so 250 Kilometer davon, du weißt, irgendwas ist bestimmt dran. Und so ging es mir mit dem Thema Prioritäten. Da schaut einer von oben nochmal auf mein Leben und fragt einmal: Ist da alles in Ordnung?
Der geistliche TÜV des Lebens
Wie der Kerl, der dann mit dem Hämmerchen unter das Auto geht – wer schon mal dabei war, weiß, wovon ich rede – und dann da so dran herumklopft und denkt: Ja, hoffentlich ist das nur oberflächlich ein bisschen Rost. Und dann schaut er nach, ob es durchgeht. Ich hatte öfter mal Autos, wo es dann durchging, wo man danach irgendwo noch ein bisschen verschweißen musste oder so, weil es sonst nicht mehr ging.
So ist dieses Thema mit den Prioritäten. Gott klopft so ein bisschen unser Leben an und stellt an den entscheidenden Stellen Fragen. Zum Beispiel beim Schweller: Da darf es halt nicht durchrosten. An anderen Stellen darf schon mal ein kleines Löchlein drin sein, aber an bestimmten Stellen muss es stimmen, damit das Auto nicht auseinanderfällt. Und so gibt es Themen im Leben, die einfach stimmen müssen.
Diese Themen haben wir miteinander betrachtet, die letzten vier Predigten lang. Lukas hat uns das Stück für Stück vor Augen geführt und gesagt: Wie sieht es aus mit deinem Hören auf Gott? Martha und Maria, erinnert ihr euch noch? Martha hat das Wusel, Wusel, Wusel, Wusel, und Maria setzt sich auch mal hin und hört zu. Wie sieht es aus mit unserem Hören auf Gott? Ist da Zeit?
Wie ist es mit unserem Reden mit Gott, mit dieser angefochtenen Gebetszeit im Leben, wo wir eigentlich wissen, dass es solche Texte in der Bibel gibt wie: Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet. Wo wir eigentlich wissen, dass, wenn Ehepaare miteinander beten, die Scheidungsrate auf ein Tausendstel heruntergeht, von ungefähr 50 auf ein Promille, wenn Ehepaare regelmäßig miteinander beten. Das ist doch irre. Wo wir wissen, dass jedes Gebet, das wir sprechen, direkt wie so ein Schieber ist, den wir aufmachen, damit der Kanal, durch den der Segen Gottes fließt, in unsere Familien, in unser Leben, geöffnet wird. Das ist Gebet.
Wir wissen das alles. Und trotzdem müssen wir uns immer wieder, muss ich mir immer wieder diese TÜV-Frage gefallen lassen von Gott: Wie sieht es aus mit deinem Reden, mit deinem Reden mit Gott, mit Beten?
Dann haben wir uns die Frage gestellt: Wie sieht es mit den Maßstäben in unserem Leben aus? Haben sich womöglich irgendwo falsche Maßstäbe eingeschlichen? Jesus warnt uns ganz dringend vor Habsucht, vor dem Umgang mit Geld. Und dann kommt gleich danach das Thema Umgang mit Sorgen.
Das Letzte, was wir betrachtet haben, war der rechte Umgang mit unseren Gaben und Talenten. Wie gehe ich mit dem um, was Gott mir anvertraut hat?
Und abschließen tut Lukas das Thema Prioritäten mit etwas, was man eigentlich gar nicht Priorität nennen kann. Das Letzte, was Lukas uns jetzt vor Augen hält, und darüber möchte ich heute reden, hat mit Buße zu tun. Buße, das heißt die Umkehr zu Gott. Und immer dann, wenn die Bibel von Buße redet, dann meint sie nicht dieses Lippenbekenntnis.
Man trifft manchmal auf Menschen und kann sie fragen: Warum hast du Buße getan, oder bist du ein Kind Gottes? Ja, ja, ja, ja, bla, bla, bla, bla, bla, bla, bla, bla, bla, bla. Und du denkst dir: Was ist an der Stelle echt?
Echte Umkehr statt bloßer Zugehörigkeit
Und ich möchte heute mit euch nachdenken, oder besser gesagt: Lukas möchte mit uns nachdenken über echte Buße, nicht über eine Bekehrung hin zur Gemeinde.
Ich habe große Sorge, wenn ich euch sehe. Ihr seid als Gemeinde so attraktiv, dass die Gefahr besteht, dass Menschen sich zu dieser Gemeinschaft bekehren. Ich möchte Teil dieser Gemeinschaft sein. Darüber reden wir nicht. Wir reden nicht über Mitläufertum. Ich weiß, was man wann sagen und tun muss.
Wir reden heute über echte Buße, über eine Umkehr zu Gott, bei der im Innersten mein Herz zerrissen wird und ich ehrlich ein Jünger Jesu werde.
Eigentlich möchte ich euch, weil jetzt viele sagen werden: Okay, ich bin ja schon Kind Gottes, ich habe ja schon Buße getan, alles ist gut in meinem Leben, ein Stückchen die Frage mitgeben: Wie echt ist das, was du da tust? Wie echt ist eine Buße?
Und wenn es unter euch einzelne gibt, die sagen: Ich bin noch gar nicht an dem Punkt, dass ich zu Gott gehöre. Ich weiß noch gar nicht, was es heißt, ein Kind Gottes zu sein, Jünger Jesu zu sein, dann ist der Text dafür super geeignet. Er passt auch sehr gut in die Weihnachtszeit hinein: Advent, der König kommt, und er steht da und sagt: Hallo, ich bin da, ich bin gekommen, damit ihr mich aufnehmt. Dann kann der eine oder andere vielleicht heute noch einmal darüber nachdenken, ob es nicht Zeit wäre, zu Gott umzukehren.
Lukas 12,54-56. Jesus spricht hier zu Juden im ersten Jahrhundert. Wir können das nicht eins zu eins auf uns übertragen, aber wir können versuchen, bestimmte Prinzipien zu sehen, die heute noch gelten. Und die ersten zwei Schwerpunkte, die Jesus uns vor Augen malt, sind einmal die Kürze der verbleibenden Zeit und dann die Länge der Strafe.
Ich lese euch das mal vor: Lukas 12,54-56. Er sprach aber auch zu den Volksmengen: Wenn ihr eine Wolke von Westen aufsteigen seht – da ist das Mittelmeer –, so sagt ihr sogleich: Ein Regenguss kommt, und es geschieht so. Und wenn ihr den Südwind wehen seht, so sagt ihr: Es wird Hitze geben, weil der aus der Wüste kommt, und es geschieht so. Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels wisst ihr zu beurteilen, wie aber kommt es, dass ihr diese Zeit nicht beurteilt?
Die Warnung vor geistlicher Blindheit
Der Vorwurf, den Jesus seinen Zeitgenossen macht, ist folgender: Ihr versteht sehr wohl, das Wetter vorherzusagen. Da passiert ein bisschen was, ja, was weiß ich, es schneit, es wird wohl kalt werden. Das ist nicht schwer. Aber den geistlichen Sturm wollt ihr nicht erkennen. Diesen geistlich-moralischen Sturm, der gerade dabei ist, sich zu entfalten, wollt ihr nicht beurteilen.
Ihr lebt in einem Volk, das dabei ist, den Messias zu verwerfen. Jeder, der damals mit offenen Ohren durch die Gegend ging, wusste, dass sich im Hintergrund eine solche Antihaltung breit machte. Man hatte Jesus schon auf die schwarze Liste gesetzt. Es war schon irgendwie klar: Irgendwann wird er verurteilt werden. Man hatte über Jesus gesagt, dass er mit dem Satan im Bund steht. Es waren keine kleinen Vorwürfe, die hier im Raum stehen.
Und man wusste, dass das Volk Israel, wenn man ein wenig in der Geschichte zurückschaut, für etwas steht: Dieses Volk steht dafür, dass es Propheten verfolgt hat, dass es immer wieder Dinge falsch gemacht hat und Gott sie dann gerichtet hat. Eigentlich sind die Zusammenhänge ganz einfach. Hier steht Jesus, der über sich sagt: Ich bin mehr als Salomo, ich bin größer als der größte Prophet. Und man hätte mitbekommen können, dass das Volk gerade dabei ist, ihn zu ermorden, ihn loszuwerden.
Und man kann sich die Frage stellen: Wenn wir das tun, und wenn Gott sonst immer auf die Verfolgung der Propheten mit Gericht reagiert, was kommt denn jetzt, wenn wir diesen Jesus verfolgen?
Vers 57: Warum richtet ihr aber auch von euch selbst aus nicht, was recht ist?
Das ist eine Frage. Das ist eine Frage, die Jesus den Menschen stellt: Warum richtet ihr nicht? Warum denkst du so wenig nach über dein Leben? Warum lässt du es nicht zu, dass du über das, was ganz offensichtlich da ist, einfach einmal nachdenkst?
Und ihr merkt: Diese ganz moderne Sache, dass man irgendwie nicht über sein Leben nachdenkt, dass man einfach so vor sich hin wabert, ist nicht neu. Nicht als Mensch, sondern wie so Schneekugeln, kennt ihr diese großen Schneekugeln, die den Berg herunterrollen? Die rollen halt einfach immer weiter. Die denken auch nicht mehr an das Rollen, Rollen, Rollen, Rollen, Rollen, Rollen.
Und manchmal habe ich den Eindruck, dass viele Menschen einfach so rollen, rollen, rollen, rollen, rollen. Ich habe so meine Bahn, ja, und ich rolle da einfach vor mich hin. Und ich nehme mir auch keine fünf Minuten Zeit, um einmal nachzudenken: Wo rolle ich eigentlich hin? Was ist eigentlich mit meinem Leben los?
Und genau das ist es, was hier passiert. Deswegen fragt Jesus: Warum richtet ihr aber auch von euch selbst aus nicht, was recht ist? Warum fängst du nicht an, über dein Leben nachzudenken, und setzt dich einfach einmal hin, um über die Prioritäten deines Lebens, über den Zustand deines Lebens nachzudenken? Und womöglich stellst du dir die Frage, und darauf will Jesus hier hinaus, ob du wirklich gläubig bist, ob das, was du lebst, echt ist.
Dringlichkeit und Gericht
Vers 58 und 59, denn jetzt kommt eine Begründung: Warum ist das so wichtig? Denn wenn du mit deinem Gegner vor die Obrigkeit gehst, und jetzt kommt nur ein Bild, okay, es geht jetzt nicht wirklich um einen Rechtsstreit, aber es geht um dieses Thema: Du musst dich bei manchen Punkten einfach beeilen. Denn wenn du mit deinem Gegner vor die Obrigkeit gehst, so gib dir auf dem Weg Mühe, von ihm loszukommen, damit er dich nicht etwa zu dem Richter hinschleppe. Und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener überliefern, und der Gerichtsdiener wird dich ins Gefängnis werfen.
Einfache Geschichte: Wenn du etwas angestellt hast und der andere schnappt dich und sagt: Ich schleife dich jetzt vor Gericht, dann bring es mit ihm in Ordnung, bevor du da ankommst. Denn wenn du erst einmal im Gericht angekommen bist, wenn der Richter erst einmal, ich kenne das nur aus amerikanischen Filmen, tut mir leid, ja, aber die haben immer so einen Holzschlegel, so baff, baff, im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil, wenn das erst einmal über dein Leben passiert, dann ist es vorbei. Du musst es vorher in Ordnung bringen. Ich sage dir, du wirst von dort nicht herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlt hast.
Jesus spricht zu Israel, und er sagt dem Volk: Denkt nach, denkt nach, und denkt im Blick auf Jesus um. Überlegt euch, wie schlecht eure Chancen stehen. Ein paar Monate später, um nur die Geschichte mit Israel zu Ende zu führen, ein paar Monate später, weil sie nicht nachgedacht haben, wird man Jesus verurteilen. Man wird ihn an ein Kreuz hängen und abschlachten. Und dann kommt der ewige Richter und spricht Jesus frei. Es findet Auferweckung statt, und Jesus schickt den Heiligen Geist. Das ist ein Beleg dafür, dass all das, was er gesagt hat, wahr ist, dass er wirklich der ist, der retten kann, wirklich der ist, der für die Sünden der Menschen gestorben ist, wirklich der ist, bei dem es ewiges Leben gibt.
Und das ganze Volk bekommt eine Zeit der Buße. Noch ungefähr 30, 40 Jahre dürfen sie umkehren, und sie tun es nicht. Und was passiert dann? Dann passiert genau das, was hier steht. Sie haben 30, 40 Jahre Zeit, mit Gott ins Reine zu kommen, und sie tun es nicht. Und dann, im Jahr 70 nach Christus, wird der Tempel zerstört, Jerusalem wird zu einer heidnischen Stadt, und es dauert fast 2000 Jahre, bis sie den letzten Heller bezahlt haben, bis sie zurück in ihr Land dürfen.
Und ich stelle mir diese Frage: Wenn Jesus das so als Prinzip für Israel hinstellt, wie ist das mit den Menschen heute? Sind wir uns der Dringlichkeit dieser ganzen Frage eigentlich bewusst? Und ich möchte euch die Frage stellen, wobei ich weiß, dass die meisten von euch diese Frage für sich beantwortet haben. Ich will einfach nur die Frage stellen: Ist die Antwort, die ihr euch gegeben habt, eine echte Antwort?
Denn man kann auch diese Frage nach dem ewigen Leben leicht so oberflächlich beantworten. Man kann so ein bisschen für Jesus sein, so 20 Prozent für Jesus, damit alle mich toll finden. Das gab es auch damals. Leute, die Jesus erleben und sagen: Boah, ich möchte mit dir leben. Und Jesus sagt: Ja, aber ich nicht mit dir, weil du nicht wirklich glaubst.
Es gibt Bekehrung zur Gemeinde. Es gibt Bekehrung zu einem halbherzigen Christentum, wo man sich, wenn man das Leben der Leute anschaut, die Frage stellen muss: Was ist denn da eigentlich echt? Und Jesus wird hier an der Stelle so deutlich, und er sagt: Hey, es ist so eine dringliche Sache. Pass auf, du hast nur dieses Leben, um eine ganz, ganz echte Entscheidung für Gott zu treffen. Und wenn du dieses Leben nicht nutzt, dann steht am Ende ein Gericht. Und wir reden dann nicht über zweitausend Jahre, wir reden dann über eine Ewigkeit, die ein Mensch ohne Gott verbringen muss.
Die Frage nach echter Entscheidung
Manche Menschen kommen mit Gott nicht ins Reine, weil sie nicht wissen, dass so etwas möglich ist. Andere sehen die Dringlichkeit tatsächlich nicht ein. Sie haben nicht begriffen, wie hoffnungslos ihr Fall ist. Sie haben eine ganz falsche Vorstellung von Gott.
Gott ist einer, bei dem es schon irgendwie gutgehen wird. Irgendwie wird es in meinem Fall schon anders sein. Irgendwie werde ich schon durchkommen. Ja, ich habe auch das und das und das und das falsch gemacht, aber irgendwie wird Gott schon Fünfe gerade sein lassen.
Und ich habe manchmal den Eindruck, dass Menschen nicht verstehen, wie viel Böses in ihnen steckt. Sonst könnten sie sich nicht für Leute halten, die sagen: Na ja, wird schon irgendwie reichen für mich.
Und zu solchen Leuten spricht Jesus eine Lektion über Buße, Lukas 13,1-3. Und er sagt: Zu dieser Zeit waren aber einige zugegen, die ihm von den Galiläern berichteten, deren Blut Pilatus mit ihren Schlachtopfern vermischt hatte. Leute sind nach Jerusalem gegangen, wollten Opfer bringen, und Pilatus hat sie im Tempel umbringen lassen.
Und er antwortete und sprach zu ihnen: Meint ihr, dass diese Galiläer vor allen Galiläern Sünder waren, weil sie dies erlitten haben? Glaubst du, dass das besonders schlimme Leute waren, weil gerade sie im Tempel umgebracht worden sind? Jesus sagt: Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen.
Vers 4: Oder jene achtzehn, auf die der Turm in Siloah fiel und sie tötete. Da stehen Leute vor einem Turm, und dann fällt er um, und sie sind unter den Trümmern begraben. Was ist mit den Leuten? Wir könnten moderne Beispiele bringen. Was ist mit denen, die bei einem Flugzeugabsturz sterben? Sind das besonders schlimme Sünder, dass es sie erwischt? Meint ihr, dass sie vor allen Menschen, die in Jerusalem wohnen, Schuldner waren? Und zwar vor Gott, weil ihnen das passiert ist?
Wie interpretierst du die Grausamkeiten des Lebens? Und Jesus sagt: Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenfalls ebenso umkommen.
Wie gehst du mit den Unfällen um? Du schaust Nachrichten und bekommst wieder mit, da ist irgendetwas passiert. Ja, was denkst du dann? Sind Menschen, denen so etwas passiert, besonders sündig? Jesus sagt: Nein.
Aber was Jesus sagt, ist: Alle Menschen haben eine gemeinsame Zukunft. Wenn ihr englische Anbetungslieder mögt, hört euch mal das Lied Grave Robber an, Grabräuber. Die Idee ist: Alle laufen auf diesen einen Punkt zu, das Grab, den Tod. Und wir wissen, dass das für uns nicht der Endpunkt ist, weil wir Buße getan haben und dass es einen Grabräuber gibt, der uns da wieder rausholen wird.
Aber hier wird die andere Seite betont: Jeder Mensch läuft auf den Tod zu, der Tod kommt. Es kann sein, dass du auf dem Weg nach Hause in irgendeiner blöden spiegelblanken Kurve zu schnell reingehst und der Baum dich nebenan umbringt. Du weißt nicht, wann Schluss ist. Du weißt nicht, wann ein Turm auf dich fällt, wann irgendeiner dir begegnet, der sagt: Ich mache dich jetzt kalt. Du weißt es nicht.
Und Jesus zeigt, dass wir dem ewigen Tod, der dahinter kommt, nur durch eine einzige Sache entgegentreten können, und das ist echte Buße. Alle sind schuldig, alle laufen dem Tod entgegen, einige trifft es früher als andere, stimmt? Aber jeder hat dasselbe Problem.
Die Geduld Gottes und die letzte Frist
Ich glaube manchmal, wenn wir uns über etwas wundern dürfen im Leben mit Gott, überhaupt wenn wir uns über etwas wundern dürfen im Umgang Gottes mit dieser Welt, dann fasziniert mich am meisten, dass Gott so viel Böses ungestraft oder noch nicht gestraft durchlaufen lässt.
Wenn mich jemand fragt: Jürgen, warum kann Gott Leid zulassen? Dann würde ich immer gerne fragen: Weißt du, warum Gott es zulassen kann, dass du mit der ganzen Schuld deines Lebens überhaupt noch leben darfst? Wie kann es sein, dass ein absolut heiliger Gott dich auch nur einen Tag länger leben lässt, bei dem, was du getan hast, was du denkst, wo du gefangen bist in bestimmten Dingen, die so falsch sind, die so gegen Gottes Gebote sind, wo es in deinem Kopf Neid und Diebstahl und Ehebruch und Mord und Zorn und ganz üble Sachen gibt? Wie kann es sein, dass Gott dich nur einen einzigen Tag länger leben lässt? Wäre es nicht viel richtiger zu sagen: Schnitt?
Und Jesus sagt: Da gibt es einen Unterschied. Die einen erwischt es früher, die anderen erwischt es später. Aber mach dir nicht so viele Gedanken darüber, was mit denen ist, die es früher erwischt. Mach dir Gedanken darüber, ob es dich heute erwischt und ob du an der Stelle auf der richtigen Seite stehst. Denn es könnte sein, dass dein Leben heute zu Ende kommt. Und dann ist genau eine einzige Frage relevant: ob es in deinem Leben echte Buße gibt. Das ist die allerhöchste Priorität überhaupt.
Und wenn du dir nicht hundertprozentig sicher bist, wenn du nicht weißt, ob die Umkehr zu Gott, die es in deinem Leben gibt, echt ist, dann setz dich an dieser Stelle hin. Dann spiel nicht diese Schneekugel: ja, roll, roll, roll, bloß nicht drüber nachdenken. Es lohnt sich, an bestimmten Punkten einfach mal innezuhalten und den zweiten Advent zu benutzen, um darüber nachzudenken: Okay, wenn ich hier so ein zweites Kerzchen anmache und irgendwann habe ich mal vier Kerzchen, und dann kommt ja was, was kommt denn dann? Warum ist denn hier was gekommen? Warum gibt es denn Adventankunft? Wofür ist Jesus in dein Leben hineingekommen? Was machst du damit?
Und ich bitte dich, dass du nicht so schnell sagst: Ich habe da mal als Zwölfjähriger eine Entscheidung getroffen, und das war es jetzt. Ich möchte gerne wissen, ob das, was du lebst, echt ist. Ich habe ganz große Sorge, dass viele deutsche Christen eines Tages vor Jesus stehen und Jesus ihnen sagen muss: Ich kenne euch nicht. Weil sie sich auf irgendetwas zurückerinnern, was irgendwann mal war und woran sie ihr Glaubensleben festmachen.
Lass mich dir noch einen Gedanken mitgeben, den wir von hier oben, den hatte ich schon gepredigt, deswegen kennt ihr ihn: Du bist das, was du tust. Du bist nicht das, was du denkst zu sein, du bist nur das, was du tust. Und deswegen schau in dein Leben, ob Buße einfach nur ein Lippenbekenntnis ist, ob du dich wirklich zu dem Herrn Jesus bekehrt hast, ob da wirklich diese Bereitschaft, diese Leidenschaft ist, Jesus zu folgen, zu sagen: Jesus, du bist für mich mein Meister, du bist mein Lehrer, ich möchte von dir lernen. Ob da irgendetwas ist. Denn die Sorge, die ich habe, ist tatsächlich die, dass Menschen Sonntag für Sonntag in den Gottesdienst gehen und so wie Israel sagen: Na, bei uns ist doch alles in Ordnung, wir haben doch die richtigen Formen, wir ziehen dreimal im Jahr nach Jerusalem, wir bringen unser Passaopfer, wir haben unser Fest der Wochen, wir machen doch alles richtig äußerlich, wir beten die richtigen Gebete, wir haben die richtige Bibel, alles ist super.
Und dann spricht Jesus zu diesem Volk, und man muss ihm sagen: Bei dir ist gar nichts in Ordnung. Du läufst eisenhart an Gott vorbei, du ziehst dein eigenes Ding durch, du bist nicht vor mir zerbrochen, du lebst immer noch deinen eigenen Stiefel, du willst mich eigentlich gar nicht, du willst mich nur wie so einen Adventskranz. Irgendwann, du brauchst es so als es soll ein bisschen schummrig schön sein, so ein bisschen weihnachtlich festlich, du willst mich als Hülle, aber du willst mich nicht in deinem Herzen haben. Das ist das Problem von Israel. Sie wollen irgendwie so viel Gott, dass es nicht wehtut. Und jetzt tritt Gott in ihr Leben, und es tut weh. Und Gott kommt und sagt: Das sind die Prioritäten des Lebens.
Und sie kommen damit so wenig klar, dass sie nur eine Chance haben: Sie müssen ihn umbringen. Und ich möchte gerne wissen, wie oft du Jesus und den Anspruch, den Jesus an dein Leben hat, ganz konkret umbringst, wie oft du weghörst, wie oft du nichts mit ihm zu tun haben willst. Vielleicht geht es dir wie den Israeliten: Du lebst noch, aber du lebst nur auf Pump.
Der Feigenbaum als Bild des Gerichts
die Verse sechs bis neun. Er sagte aber dieses Gleichnis:
Es hatte jemand einen Feigenbaum, der in seinen Weinberg gepflanzt war. Und er kam und suchte Frucht an ihm, und er fand keine. Einen Baum in dem Garten.
Er sprach aber zu dem Weingärtner: Siehe, drei Jahre komme ich und suche Frucht an diesem Feigenbaum und finde keine. Hau ihn ab! Wozu macht er das Land unbrauchbar?
Er beantwortete das, der Weingärtner, im Bild hier Jesus, und sagte zu ihm: Herr, lass ihn noch dieses Jahr, bis ich um ihn graben und Dünger legen werde. Und wenn er etwas Frucht bringen wird, gut; wenn aber nicht, so magst du ihn künftig abhauen.
Ein Gleichnis über einen Feigenbaum, der da steht, keine Frucht bringt und der nur noch lebt, weil der Weingärtner sagt: Komm, gib ihm noch ein Jahr! Und das ist der Zustand jedes Menschen. Wer nicht Frucht bringt, wie Gott sie an ihm sucht, der kommt ins Gericht, und er wird abgehauen.
Und diese Frucht besteht zuallererst in echter Buße, in echter Umkehr zu Gott von ganzem Herzen und dann in einem Leben, das Gott ehrt.
Zweite Lektion
Im Unterschied zu Johannes dem Täufer, der noch davon spricht, dass die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt ist, wird jetzt der Befehl zum Abholzen gegeben. Drei Jahre hatte der Besitzer auf Frucht gewartet. Wir können überlegen, ob es die drei Jahre sind, die Jesus auf der Erde gepredigt hat, und er hat keine gefunden. Die Zeitgenossen von Jesus leben förmlich auf Pump, da ist das Gericht eigentlich schon gesprochen. Und es ist nur Jesus zu verdanken, dass es noch nicht ausgeführt wird. Und das gilt für jedes einzelne Leben. Wenn du lebst, dann nur deshalb, weil Jesus sich für dich einsetzt.
Und der dritte Punkt ist: Niemand verdient Begnadigung. Niemand. Da gibt es keine Ausnahme. Der Baum kann nicht sagen: Haha, stopp, ja, die Vertretung der Feigenbäume in Jerusalem hat festgelegt, dass wir sieben Jahre ohne Frucht sein dürfen. Das gibt es nicht. Es ist ein Recht, das der Besitzer eines Weinbergs hat, wenn er hingeht und sagt: Ich möchte jetzt hier Frucht finden. Es ist ein Recht, das Gott an jeden Menschen hat.
Du kannst nicht sagen: Wer ist Gott? Ich sage es dir: Er ist dein Schöpfer. Er ist der, der dich anschaut und sagt: Ich habe dich begabt. Ich habe dich so gemacht, wie du bist. Du bist mein Geschöpf. Du bist wunderbar, einzigartig, talentiert. Du bist ein absolutes Original. Und ich hatte Gedanken für dich, Gedanken, die weit über das hinausgehen, was du dir für dein Leben an Segen vorstellen kannst. Ich möchte dich nehmen, und ich möchte dich mitten hinein in mein Reich stellen als jemand, der ewige Frucht bringt. Ich möchte dich so sehr segnen. Ich möchte so sehr, dass dein Leben zu einem Gewinn wird. Für dich und für mich.
Und Menschen sagen: Damit will ich nichts zu tun haben. Ich will mein eigenes Ding drehen. Ich will diese drei, vier Sachen machen, die mich interessieren. Und der Rest, ey, was kümmert mich die Zukunft?
Und der Punkt ist: Was kümmert dich die Zukunft? Ich hoffe alles, denn die Zukunft ist das absolut Entscheidende, der Punkt. Und wir hatten es in dem Hier vorhin, die Geschichte mit der Geburt, die kommt, da kommt die Geburt. Und die Frage ist: Wenn du da durch bist und du stehst vor deinem Papa und vor deiner Mama, was wirst du dann in diesem Moment empfinden? Wirst du erschrecken und sagen: Mann, Mann, Mann, Mann, Mann, das war ja echt alles wahr? Oder wirst du dann dastehen und sagen: Hey, auf diesen Moment habe ich mich mein ganzes Leben lang gefreut. Wie wird es dir gehen, wenn du Gott begegnest?
Die Frucht echter Umkehr
Und ich wünschte mir, dass ihr, wenn ihr heute nicht genau wisst, ob ihr wirklich Buße getan habt, das noch einmal durch den Kopf gehen lasst. Wenn du denkst: Ich habe es vielleicht halbherzig getan, dann fang noch einmal an.
Ich bin seit ein paar Wochen bei Facebook. Mann, ich bin so erschrocken, was manche jungen Christen da auf Facebook schreiben. Es ist so ein Trullifax, es ist so übel, unwichtig, aber es ist ihr Herz, und das ist das Schlimme. Sie zeigen, was wirklich in ihrem Herzen ist, was sie wirklich beschäftigt. Und es ist so oberflächlich und banal, dass sich an der Stelle bei mir wirklich die Zehennägel kräuseln, wenn ich das lese. Es macht mich zutiefst traurig, weil ich mir denke: Wo ist das geistliche Leben?
Und wenn du selber sagst: Ich weiß auch nicht so, wo das geistliche Leben bei mir ist, ich habe eigentlich gar keine Zeit, mich um Gott zu kümmern, dann wäre vielleicht jetzt eine Gelegenheit, darüber nachzudenken, wo du wirklich stehst, und damit anzufangen, ganze Sachen mit ihm zu machen.
Die gute Nachricht lautet: Egal, wie lange du gefangen bist von dem Falschen, Gott kann dich da rausholen. Die nächste Geschichte zeigt das so wunderbar, in den Versen 10 bis 17:
Er lehrte aber am Sabbat in einer der Synagogen. Und siehe, da war eine Frau, die achtzehn Jahre einen Geist der Schwäche hatte, und sie war zusammengekrümmt und gänzlich unfähig, sich aufzurichten.
Kannst du dir vorstellen, dass jemand ständig so läuft, dass er nicht richtig hochschauen kann? Natürlich ist das ein Bild. Es ist ein Bild für Knechtschaft. Wenn du dich beugst, dann hat etwas anderes Macht über dich.
Und was macht Jesus hier an dieser Stelle? Als aber Jesus sie sah, rief er ihr zu und sprach zu ihr: Frau, du bist gelöst von deiner Schwäche. Und er legte ihr die Hände auf, und sofort wurde sie gerade. Da kann jemand wieder die Augen aufheben zum Himmel und Gott verherrlichen.
Das ist nicht nur körperliche Krankheit. Ein Geist der Schwäche, da steckt etwas Teuflisches dahinter. Menschen sind vom Teufel gebunden, werden dazu gebracht, wie Sklaven auf den Boden zu schauen und zu vergessen, dass es einen Himmel gibt. Und jetzt kommt Jesus in diese Situation hinein und befreit diese Frau.
Falco, ich kenne dich nicht, nicht wirklich, damals gesehen. Aber wenn das echt war, was vorhin gesagt wurde, dann ist es genau dieses: Da schaut einer auf den Boden und sieht den Schmutz und den Dreck und die Kacke den ganzen Tag. Und jetzt wird er frei und richtet sich zum ersten Mal wieder auf und schaut in den Himmel.
Das ist das, was Jesus tut, egal wie lange du da gefangen bist, egal wie sehr du darunter leidest.
Befreiung und Widerstand
Und dann kommen die Menschen, ja, dann kommen die Menschen, und das darf man aber nicht.
Vers 14: Der Synagogenvorsteher aber wurde unwillig, dass Jesus am Sabbat heilte, und begann, zu der Volksmenge zu sprechen: Sechs Tage sind es, an denen man arbeiten soll. An diesen nun kommt und lasst euch heilen, und nicht am Tag des Sabbats.
So ein Blödsinn, oder? Also bei solchen Sätzen kommt einem die Galle hoch, ja, diese Frömmelnde, ja, uh! Und ich finde es so schön, dass Jesus an der Stelle ihm einfach zeigt, was für ein Blödsinn er da redet und wie falsch es ist, mehr Mitgefühl mit einem Tier zu haben als mit dieser Frau.
Der Herr nun antwortete ihm und sprach: Heuchler, bindet nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe los und führt ihn hin und tränkt ihn? Logisch, lässt doch dein Esel nicht am Sabbat da irgendwo stehen und vor sich hin blöken.
Diese aber, die eine Tochter Abrahams ist, die der Satan gebunden hat, siehe, achtzehn Jahre lang, die war achtzehn Jahre lang krank, sollte sie nicht von dieser Fessel gelöst werden am Tag des Sabbats?
Das ist die gute Botschaft: Egal, wie lange der Teufel dich hat, in dem Moment, wo Jesus in dein Leben hineinkommt, in dem Moment, wo du dein Herz ihm öffnest, wo er dich heil machen darf, in dem Moment bist du wirklich heil. Da kann keine Kraft der Welt sich dem entgegensetzen.
Vers 17: Und als er dies sagte, wurden alle seine Widersacher beschämt, und die ganze Volksmenge freute sich über all die herrlichen Dinge, die durch ihn geschahen.
Wahnsinn! Gott ist ein Gott des Mitgefühls. Er ist ein Gott, der befreit. Er ist ein Gott, der zur Buße aufruft, und da, wo Menschen Buße tun, schenkt er ihnen wirklich diesen Blick zum Himmel.
Das Reich Gottes in kleinen Anfängen
Und jetzt kannst du vielleicht denken: schön, schön, schön, ist ja super. Eine unbekannte Frau in einer unbekannten Synagoge irgendwo am Rand des römischen Reiches wird geheilt. Super.
Oder, um dich nochmals zu verwenden, tut mir jetzt leid, aber das ist jetzt mein Beispiel: Ein unbekannter Mann in einer unbekannten Fabrikhallengemeinde am Rand einer grossen Stadt findet irgendwie Gott. Super, tolle Sache, das hat es richtig gebracht. Das ist in der Geschichte so echt die Umwälzung. Das ist so das, worauf man immer schon gewartet hat.
Kennt ihr diesen Gedanken? Warum, warum macht Jesus nicht mehr? Warum macht es nicht schnipp, und wie so eine Atomexplosion fegt der Glaube über die Welt? Eine einzige Frau an dem Samstag im Gottesdienst: super, die Antwort findet sich in Vers 18 und 19. Er sprach aber: Wem ist das Reich Gottes gleich, und wem soll ich es vergleichen? Ja, was hat es für einen Wert, wenn da einer zum Glauben kommt?
Es gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und es in seinen Garten warf. Und es wuchs und wurde zu einem grossen Baum, und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen.
Jesus sagt: Dieser Same der Nächstenliebe, dieses klein bisschen Befreiung, was ich in der Seele eines einzigen Menschen wirke, das wird wachsen. Es wird so gross werden wie ein Baum. Das wird einmal mit seinen Ästen die ganze Schöpfung umfassen, und es wird einmal alles befreien.
Und wenn ich es runterbreche auf die einzelne Person, das ist das, was mich so fasziniert. Ich weiss, dass wir gross werden in einer Gesellschaft, wo man sagt, der Einzelne ist eigentlich nichts wert. Ich kann doch nichts mehr verändern. Und jetzt sagt Gott: falsch.
Ein Einziger kann in der Kraft Gottes den Unterschied machen. Ein Einziger macht den Unterschied. Dein Leben ist entweder ein Leben, das auf den Tod zuläuft und danach das ewige Gericht erwartet, oder es ist das Leben, wo du dich befreien lässt, den Blick zum Himmel auftust, Gott anbetest und aus deinem Leben etwas machst, was die ganze Schöpfung, den ganzen Kosmos erschüttert.
Weil das bist du, der du als Ebenbild Gottes in einem unglaublichen Mass gesegnet, berufen und befähigt bist.
Die stille Kraft des Wachstums
Die letzten zwei Verse: Und wieder sprach er: Wem soll ich das Reich Gottes vergleichen? Es gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Maß Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war.
Es mag sein, dass das, was in deinem Herzen angefangen hat, wenn da wirklich etwas angefangen hat, so unbedeutend aussieht, dass du sagst: Da ist doch gar nichts. Ich kann nichts sehen. Ich bin doch niemand. Und Gott sagt: What’s up? Was vielleicht im Verborgenen anfängt, ist wie ein bisschen Sauerteig, den man unter eine große Menge Mehl mischt. Ja, du hast Mehl und schaust da hinein: Wo ist denn der Sauerteig? Das ist nicht viel. Das ist so ein kleiner Anfang.
Aber Gott sagt: Hey, wo ich meinen kleinen Anfang starte, an der Stelle kannst du einfach darauf warten, dass Gott sein Wachstum in dir wirkt und von dir aus zu den Menschen um dich herum. Kannst du diese Vision sehen, Teil eines sich weltweit ausbreitenden Reiches Gottes zu sein? Kannst du die Vision sehen, dass da, wo du stehst, obwohl du sagst: Ich bin doch niemand, ich habe keine tolle Ausbildung, ich habe nicht viel Einkommen, vielleicht habe ich noch nicht mal eine Wohnung, dass Gott dich trotzdem benutzt, um Menschen mit etwas zu konfrontieren, was das Größte und Wertvollste ist, was es überhaupt gibt, nämlich das Evangelium, die Umkehr zu Gott, den Neuanfang mit Gott?
Dass du unglaublich privilegiert bist, dass du durch den Lidl gehen könntest und sagen könntest: Ich bin Kind Gottes, ich bin der Wichtigste hier. Das sagt man natürlich nicht, aber du bist es. Du bist der, der hier durchgeht und sagt: Ich habe das Evangelium, ich bin Teil von diesem Sauerteig. Und dass du quasi mit dieser Vision lebst: Wo kann ich weiter säuern? Wo ist wieder ein bisschen Mehl, wo man hineinsäuern kann? Wo kann ich noch ein bisschen hinwachsen?
Dass das unsere Vision wird und dass wir nicht auf das schauen: Wer bin ich denn? Ich bin ja so klein und niemand mag mich. Sondern dass wir anfangen, uns umgestalten zu lassen, dass wir mit echter Buße starten, Jesus nachfolgen und dann Teil dieser Vision werden, die Jesus hier ausspricht, wenn er sagt, dass das Reich Gottes wie ein Senfkorn oder wie Sauerteig ist, den niemand aufhalten kann.
Mein Wunsch an dieser Stelle für euch ist, dass ihr eure Prioritäten geradezieht, denn sonst wird das nicht klappen. Aber wenn ihr das tut, dann werdet ihr ein Leben leben, das sich unterscheidet von dem, was andere leben. Dann wird man in euren Facebook-Einträgen keine Banalitäten finden, dann wird euer Leben strukturiert sein nach Prinzipien, die draußen keiner kennt, die sich aber wirklich lohnen, und am Ende kann Gott sagen: Wow, was für ein Leben!
Und darauf kommt es allein an. Das wünsche ich euch. Wir sehen uns zwar noch einmal an Heiligabend, aber vielleicht schon mal im Vorgriff auf die Advents- und Weihnachtszeit: Das wünsche ich euch, dass das Lukasevangelium mit diesen Themen euer Leben prägen darf. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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