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Apostelgeschichte 2,14-36: "Evangelisation: Die Pfingstpredigt als Beispiel für gelungene Evangelisation"

Apostelgeschichte 2,14-2,3616.06.2014
Serie•Teil 5 / 64Apostelgeschichte
Altwerden heißt nicht still werden: Ein Leben mit Gott kann bis zuletzt andere ansprechen. Die eigentliche Frage bleibt: Wer rettet dich, wenn es ernst wird?

Ein Vorbild, das im Alter noch spricht

Als ich vor einigen Jahren meinen Dienst bei euch angefangen habe, bin ich zum ersten Mal auf Karl Plenz aufmerksam geworden. Ich sage das mit einer gewissen Begeisterung, weil ich eine Sehnsucht danach habe, alte Christen kennenzulernen, die mich herausfordern. Ich glaube, es gibt viel zu wenige davon: Menschen, die alt geworden sind und uns im Glauben ein großes Vorbild sind.
Als ich ihn dort vorne sitzen sah, die ersten Male, und seine Ausstrahlung wahrnahm, merkte ich, dass da ein geistlicher Riese sitzt. Ja, eigentlich ganz klein, aber da ist jemand, der etwas weiterzugeben hat. Da habe ich mich bei ihm eingeladen, weil das so meine Art ist. Wenn ich solchen Leuten begegne, möchte ich sie kennenlernen, möchte mit ihnen reden, möchte hören, wie ihr Leben verlaufen ist, was Gott in ihrem Leben gemacht hat, was sie fasziniert, was sie geprägt hat und wie sie das geschafft haben.
Ich saß bei ihm im Zimmer, es gab Kuchen und Kaffee, und er erzählte mir von, ich weiß nicht, 1900 zwanzig an, wie die Entwicklung der Gemeinde war und wie das alles entstanden ist. Dann kam ein anderer älterer Herr hinein, der nicht gläubig war; den kannte ich auch. Er setzte sich dazu. Es war ein zufälliger Besuch, und ich habe erlebt, wie Karl ihm nicht nur ein Stück Kuchen angeboten hat, sondern auch das Evangelium, und zwar auf eine ganz natürliche Weise.
Ich saß dabei und dachte mir: Wahnsinn. Ich finde es so schön, dass jemand so voller Begeisterung im Alter sagt: Das Einzige, was ich dir wirklich mitzugeben habe: Du kannst gern meinen Kuchen haben, du kannst meinen Kaffee haben, aber das Beste, was ich für dich habe, ist der Herr Jesus. Und das ist es, was sich mir tief eingeprägt hat.
Es gibt dieses Wort in Kolosser 4,5-6: Wandelt in Weisheit gegenüber denen, die draußen sind, kauft die gelegene Zeit aus, euer Wort sei allezeit in Gnade mit Salz gewürzt; ihr sollt wissen, wie ihr jedem Einzelnen antworten sollt. Diese Fähigkeit, die gelegene Zeit auszukaufen, Worte der Gnade zu sagen, die gleichzeitig aber auch Geschmack hatten, sodass man mehr wissen wollte, und zu wissen, wie man jedem antworten soll, in Weisheit den Menschen zu begegnen, das ist mir an diesem Nachmittag so ganz deutlich geworden.
Das war etwas, was ich von diesem Besuch mitgenommen habe. Vielleicht mehr als eure Historie.

Der Moment, in dem Petrus die Gelegenheit ergreift

Und wir schauen uns heute einen Text an, in dem ein anderer genau das Gleiche macht: eine günstige Gelegenheit ausnutzen, um Menschen, die erstaunt sind über das, was passiert, das Evangelium zu bringen.
Wir sind eine Woche verspätet. Letzte Woche war Pfingsten, da war ich nicht da, ich war in Kriwitz. Aber heute bin ich hier. Wir sind in der Apostelgeschichte, Kapitel 2, bei der Pfingstpredigt von Petrus.
Petrus, der nach der Ausgießung des Heiligen Geistes mit einem, ich würde sagen, taktischen Problem konfrontiert wird. Ich habe eine Unsumme an Jüngern, die in fremden Sprachen reden, und um die Jünger herum Unsummen von Ungläubigen, die sich die Frage stellen: Was geht hier ab? Und weil man es nicht einordnen kann, fangen die Ersten an, blöde Sprüche zu machen.
 Apostelgeschichte 2,13: Andere aber sagten spottend: Sie sind voll süßen Weines.
Wenn es so leicht wäre, in fremden Sprachen zu reden: Eine Flasche Wein zu viel, und du kannst Suaheli. So einfach ist das dann doch nicht. Aber irgendwie muss man das ja erklären, was hier passiert.
Und Petrus, der Fels, Vers 14: Petrus aber stand auf mit den Elfen. Und ich muss das immer an der Stelle sagen, weil wir von Herr der Ringe so verdorben sind: Das sind wirklich nicht die mit den spitzen Ohren, die Elfen. Das sind elf, die elf anderen. Also: Petrus aber stand auf mit den Elfen, mit den elf anderen Aposteln, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Männer von Judäa und ihr alle, die ihr zu Jerusalem wohnt, dies sei euch kund, und hört auf meine Worte.
Also da ist die passende Gelegenheit, die Gelegenheit, eine Predigt zu halten. Und Petrus ist derjenige, der das tatsächlich nutzt. Jesus hatte von ihm gesagt, dass auf ihn die Gemeinde aufgebaut werden würde, dass er ein Fels ist. Und er beweist sich hier tatsächlich als Fels, und er predigt das Evangelium.

Das Evangelium als Botschaft und nicht nur als Lebensstil

Wir merken an dem, was er uns jetzt sagt, dass das Evangelium für ihn eine Botschaft ist, die mehr ist als nur ein guter Rat. Ich möchte das einmal vorwegschicken, weil mich das im letzten Jahr selbst getroffen hat. Ich habe angefangen, ein Buch von Timothy Keller zu hören, und er sagt ganz schlicht: Das Evangelium ist eine Botschaft, eine Botschaft, die gepredigt werden muss.
Wir haben manchmal dieses Denken in unserem Kopf: Ich kann das Evangelium auch leben. Und es gibt sogar einen Spruch: Predige das Evangelium, wenn es sein muss, mit Worten. Dahinter steckt der Gedanke: Mein Leben predigt das Evangelium. Das ist nur bedingt richtig. Das Evangelium ist primär eine Botschaft, eine Botschaft von dem, was Gott getan hat. Und wir müssen diese Botschaft anderen Leuten sagen. Darin war mir Karl Plenz ein großes Vorbild. Und wenn dann unser Leben diese Botschaft, die wir sprechen, unterstreicht, umso besser. Aber lasst uns nie vergessen, dass das Evangelium eine Botschaft ist.
Deswegen kann Petrus hier nicht abwarten, sondern muss nach vorne gehen und immer sagen: Hört her! Und alles wird still. Er entkräftet erst einmal das Argument: Die sind alle betrunken.
Vers 15: Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, denn es ist die dritte Stunde des Tages, also etwa neun Uhr früh.
Zugegebenermaßen frage ich mich, ob das heute noch gilt, dieses Argument. Gerade jetzt, zur Fußball-WM, denke ich, es gibt auch Leute, die heute morgens um neun schon zu viel intus haben. Ein Freund von mir hatte am Freitag so einen Betriebsausflug und ist mit seiner ganzen Mannschaft in den Spreewald gefahren. Er meinte, da war morgens um neun im Zug schon eine Menge los. Also, heute gilt das vielleicht nicht mehr so.
Aber in der damaligen Zeit war klar: Wenn jemand etwas trinkt, dann macht er das abends nach der Arbeit, wenn das Tagwerk geschafft ist. Dann geht man quasi in die Kneipe. Ob es damals schon Kneipen gab, weiß ich nicht, aber dann geht es los. Es ist einfach nicht die Zeit dafür.
Ja, aber was ist es dann? Wie kann man sich erklären, was hier passiert, dass Menschen in Fremdsprachen reden, wie sie sie nie gelernt haben?

Joel, Pfingsten und die Zeit der Gnade

Und Petrus setzt an, Vers 16: „Sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt ist.“
Petrus greift also zurück ins Alte Testament. Dort gibt es einen kleinen Propheten, einen der zwölf kleinen Propheten: Joel. Und Joel spricht schon Jahrhunderte vor Pfingsten von Pfingsten. Er sagt Folgendes: „Sondern dies ist es, was durch den Propheten Joel gesagt ist: Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, dass ich von meinem Geist ausgießen werde auf alles Fleisch.“
Im Alten Testament war es so, dass einige ausgewählte Menschen den Heiligen Geist empfingen, damit sie für ihre bestimmte Funktion gesalbt wurden, häufig Könige, Propheten und solche Leute. Otto Normalgläubiger im Alten Testament hatte den Heiligen Geist nicht. Wir haben uns das das letzte Mal angeschaut.
Im Neuen Bund ist das anders. Der Geist Gottes gehört zur Standardausstattung, den gibt es für jeden. Und dass das so sein würde, hat Joel vorhergesagt. Ich lese es noch einmal: „Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, dass ich von meinem Geist ausgießen werde auf alles Fleisch, und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure Jünglinge werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Traumgesichte haben; und sogar auf meine Knechte und auf meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie werden weissagen.“
Also: durch die Schichten der Gesellschaft hindurch, ob reich, ob arm, ob alt, ob jung – jeder bekommt das. Jeder wird in einer so persönlichen Beziehung mit Gott stehen, dass er in seinem Leben Erfahrungen machen wird wie die Propheten des Alten Testaments: Erfahrungen, dass Gott zu mir und durch mich hindurch spricht.
Nicht jeder hat die Gnadengabe der Prophetie und erlebt das in einer großen Dimension. Aber jeder hat diese persönliche Anbindung durch den Geist Gottes an Gott selbst und wird zum Sprachrohr Gottes. Das, was im Alten Testament einigen wenigen vorbehalten war, wird im Neuen Testament allgemein.

Der Blick auf Gericht, Hoffnung und den Namen des Herrn

Und dann geht Joel aber noch ein Stück weiter. Er sagt: Und ich werde Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf der Erde, Blut und Feuer und Rauchdampf. Die Sonne wird verwandelt werden in Finsternis und der Mond in Blut, ehe der große und herrliche Tag des Herrn kommt.
Ich möchte euch das einmal vor Augen führen, damit ihr versteht, was Joel hier sagt. Denn diese Worte von Feuer und Blut und Rauchdampf und großen Zeichen und Wundern sind Dinge, die passieren, bevor der große, herrliche Tag kommt, der Tag des Gerichts.
Was Joel sagt, ist Folgendes: Er sagt, es gibt ein erstes Ereignis, und das ist die Ausgießung des Geistes. Und dann gibt es ein zweites Ereignis, und das sind katastrophale Umwälzungen kurz bevor das Gericht kommt. Und zwischen diesen beiden Ereignissen, dazwischen, gilt ein Prinzip. Und das Prinzip lautet folgendermaßen: Und es wird geschehen, jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden.
Also gibt es einen Startpunkt, die Ausgießung des Geistes, sagt Joel. Es gibt einen Endpunkt, wo das Gericht kommt. Und es gibt dazwischen eine Zeit, in der es darum geht, dass jeder, der den Namen des Herrn anruft, errettet werden wird. Es ist eine Zeit der Gnade, eine Zeit der Errettung.
Und die Frage, die im Raum steht, ist nur: Wer, bitte schön, ist dieser Herr? Also wen muss ich da anrufen, zu wem muss ich beten in dieser Zeit zwischen der Ausgießung des Geistes und dem Endgericht? An wen muss ich mich da wenden?
Und Petrus sagt: Das ist, was hier heute passiert, und was ihr erlebt habt, ist quasi dieser Aspekt der Joel-Prophetie. Der Geist Gottes ist ausgegossen.
Und was ihr nicht wisst, Freunde, ist, wann das da passiert. Wir wissen, dass es noch mindestens zweitausend Jahre dauert. Die Leute an Pfingsten wussten nicht, ob es übermorgen ist, heute Nachmittag oder in fünf Minuten.
Ich zeige euch das so grafisch, damit ihr begreift, warum es in Vers 37 heißt: Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz. Also: Nachdem die Predigt vorbei ist, sind sie zutiefst getroffen, und sie kriegen Panik. Dann stellen sie Petrus die Frage: Was müssen wir tun, um gerettet zu werden?
Die Spannung dieser Predigt entsteht daraus, dass Joel sagt: Es gibt einen Startpunkt, den könnt ihr miterleben. Der Geist Gottes ist ausgegossen. Das Konzept der Errettung durch Glauben, indem ich den anrufe, der Herr ist, hat begonnen. Aber du weißt nicht, wie lange Zeit du hast. Du weißt nicht, ob du jetzt noch spielen kannst mit dem, was du an Wissen hast.
Und die Menschen, die jetzt von dieser Predigt getroffen werden, die werden nicht nur durch diese Unwissenheit getroffen, sondern natürlich auch dadurch, dass Petrus ihnen nicht vorenthält, wer dieser Herr ist. Und dass sie im Umgang mit diesem Herrn, der kein anderer ist als Jesus, genau dieser Wanderprediger aus Galiläa, den sie fünfzig Tage vorher gekreuzigt hatten, im Umgang mit diesem Messias schmählich versagt hatten.

Die Schuld der Menschen und die Umkehrung durch Gottes Handeln

Petrus sagt es ihnen sehr direkt. Und ich glaube, wenn wir mit Menschen über das Evangelium reden, dann wird es auch einen Punkt geben, an dem wir manchmal ein Stück direkt sein müssen.
Ich glaube, man wird das Evangelium kaum predigen und kaum verkünden können, ohne auch einmal jemandem ein wenig auf die Füße zu treten. Ich muss dem anderen nahekommen und sagen: Weißt du, du hast ein Problem. Du bist ein netter Kerl, und ich mag dich, und wir arbeiten jeden Tag gut zusammen. Aber du hast ein Problem, Freund. Du hast ein Problem mit Gott.
Und das hört keiner gerne, wenn man ihm sagt: Du hast ein Problem. Wenn du sagst: Du bist ein netter Kerl, das hört jeder gerne. Aber zu sagen: Du hast ein Problem, und zwar ein existenzielles Problem, du musst eine Entscheidung treffen, du musst jemanden anrufen, zu jemandem beten, der dich retten kann, weil du dich sonst nicht retten lässt, dann gehst du verloren. Dann rennst du direkt in diesen Tag des Gerichts hinein, in diesen großen, herrlichen Tag, an dem Gott sich verherrlicht, aber dich richtet. Da rennst du voll hinein.
Und es gibt einen Ausweg für dich, ganz persönlich. Für die Leute, die zur Zeit von Petrus lebten, hörte sich das so an:
Vers 22: Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus von Nazareth, einen Mann, der von Gott euch gegenüber erwiesen worden ist durch Machttaten und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte tat, wie ihr selbst wisst.
Petrus redet hier zu Leuten, die tatsächlich dabei waren, die etwas von Jesus mitbekommen hatten. Das ist logisch. Vielleicht hatten sie sogar selbst ein Wunder erlebt oder gesehen. Es waren ja viele Leute da. Es gab ja Wunder, zum Beispiel die Speisung der Fünftausend. Das ist ja eine Zählung ohne Männer, ohne Frauen und Kinder. Das heißt, es waren vielleicht fünfzehntausend Leute, zwanzigtausend Leute, die bei diesem einen Wunder dabei waren. Die Speisung der Viertausend war noch einmal für unzählige Menschen. Und dann gibt es im Neuen Testament solche Stellen, wo es heißt, sie brachten alle Kranken zu ihm, und er heilte sie alle.
Da wurden ganze Dörfer in einer Nacht frei, frei von Krankheit. Da gab es niemanden mehr, der blind war, taub war, lahm war, einfach niemanden mehr.
Wie ihr selbst wisst: diesen Mann, der nach bestimmtem Ratschluss und Vorkenntnis Gottes hingegeben worden ist. Dass Jesus gestorben ist, war Gottes Idee von Anfang an. Das nimmt den Menschen nicht die Verantwortung, aber es zeigt, dass Gott von Anfang an einen Plan hatte, Menschen zu retten. Es war sein Ratschluss, es war seine Vorkenntnis. Er wusste, was kommt. Das Kreuz hat Gott nicht überrascht, auch den Herrn Jesus nicht. Wir merken das in Gethsemane.
Und trotzdem bleibt die Verantwortung. Obwohl er es wusste, und jetzt kommt dieses unangenehme Element im Evangelium, wo man sich am liebsten ein bisschen auf die Zunge beißen würde, wenn man dem anderen sagt: Du hast ein Problem mit Gott. Den habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und umgebracht.
Ja, das ist dieses: Du willst jemandem eine gute Nachricht sagen, und damit er die gute Nachricht als gute Nachricht versteht, muss man ihm fast erst die schlechte sagen. Und die schlechte ist: Du bist schuldig vor Gott. Diese Generation hier in besonderem Maß, weil sie Jesus erlebt hatte, weil sie Jesus gehört hatte, weil sie sich so einfach ein Urteil hätten bilden können. Sie hätten nicht auf diese Versuchung, auf diese Agitation hereinfallen müssen. Sie hätten einfach das, was sie wussten, leben können. Aber sie haben es nicht getan. Sie haben es zugelassen, mitgemacht, standen vielleicht in der Meute, die gerufen hat: Kreuzige ihn!
Ihr seid schuld. Und das ist die hässliche Seite der guten Nachricht: Du bist schuld.
Und wenn wir das Evangelium predigen, dann ist es eine Sache, die Gelegenheiten zu nutzen, die Gott uns gibt. Ich finde diesen Punkt, dass wir kritische Dinge im Leben ansprechen müssen, total schwierig. Ich merke, es ist der Punkt, um den ich mich am liebsten herumdrücken würde. Aber es geht nicht. Es geht nicht bei Petrus, und es geht bei uns nicht.
Da müssen Menschen das sagen: Du hast ein Problem mit Gott. Es sieht vielleicht ein Stück anders aus als hier, aber trotzdem ist da ein Problem.
Aber dieses Problem, das wir mit Gott haben, ist eingebunden in eine Lösung. Das ist ja das Tolle. Und diese Lösung heißt: Du hast etwas Falsches getan, stimmt. Aber Gott hat etwas Großartiges getan, um das, was du falsch gemacht hast, wieder ins Positive zu verkehren.
Ihr habt den umgebracht, Vers 24: Den hat Gott auferweckt. Ihr wolltet ihn loswerden? Gott hat gesagt: Nein, Freund, das letzte Wort spreche ich. Den hat Gott auferweckt. Gott hat Jesus lebendig gemacht und hat damit allen gezeigt: Ich bin dagegen. Ich bin dagegen, dass ihr ihn einfach loswerden wollt. Ich sage euch: Er hat keine Sünde getan. Alles, was ihr ihm untergeschoben habt, stimmt nicht. Ich erwecke ihn auf, ich lasse ihn wieder lebendig werden.
Den hat Gott auferweckt, nachdem er die Wehen des Todes aufgelöst hatte.

Der auferstandene Christus und das Zeugnis der Schrift

Ich mag dieses Wort: Wehen des Todes. Ich war zweimal in meinem Leben in einem Kreißsaal und habe Wehen erlebt, also gesehen, von außen, ja, mehr nicht. Und in dem Moment, wo das so richtig losgeht, also wo das so richtig losgeht, wo du auch den Eindruck hast: Jetzt brauchen wir keinen Wehentropf mehr und keine Stimulation, weil jetzt weht das von alleine, die Wehe, und das Kind kommt, in diesem Moment kannst du nichts mehr tun. Es ist einfach alles auf Geburt getrimmt, alles auf Rausdrücken getrimmt.
Und so ist der Tod. Der Tod ist wie so eine Presswehe, die dich in die Verlorenheit hineindrückt. Und wenn du da erst mal so mit dem Köpfchen voraus Richtung Hölle unterwegs bist, dann drückt er dich einfach durch. Und jetzt kommt Gott und sagt: Ich löse die Wehen des Todes auf. Also, da ist der Tod, und der Tod packt Jesus, und er möchte ihn quasi in die Finsternis reißen. Und Gott, der Vater, sagt: Stopp, da mache ich nicht mit, das geht nicht. Der bleibt nicht tot, der wird wieder lebendig. Da kehre ich die Bewegungsrichtung einfach mal um. Das geht nicht Richtung Finsternis, das geht Richtung Licht.
Warum? Und Petrus ist Alttestamentler, deswegen zitiert er jetzt aus Psalm 16. Er sagt: Denn Gott hat ihn auferweckt, nachdem er die Wehen des Todes aufgelöst hatte, wie es denn nicht möglich war, dass er von ihm behalten würde. Tolles Wort! Es war unmöglich, dass der Tod den Christus packt und einfach in die Finsternis zieht.
Frage: Warum? Warum ist es unmöglich gewesen? Warum war es eine ethische Unmöglichkeit, dass Jesus stirbt und im Tod bleibt? Und die Antwort findet sich in Psalm 16. Den zitiert Petrus jetzt, denn David sagt über ihn, über den Messias, und er beschreibt ihn erstmals. Er beschreibt seinen Charakter: „Ich sah den Herrn alle Zeit vor mir, denn er ist zu meiner Rechten, damit ich nicht wanke.“
Das ist das, was Jesus ausgezeichnet hat. Jesus war als Mensch auf der Erde einer, der immer mit Gott gewandelt ist, immer mit Gott unterwegs war. Zu jeder Zeit konnte Jesus sagen: Ich sehe den Vater, den Herrn, alle Zeit vor mir, denn er ist zu meiner Rechten, damit ich nicht wanke. Wenn ein Mensch wie Jesus sein ganzes Leben so lebt, dass er den Vater beständig vor sich sieht und der Vater derjenige ist, der ihn die ganze Zeit hält, wenn du ein solches Leben lebst, in dem es keine Sünde gibt, sondern nur eine unendliche, innige Beziehung zu Gott, dem Vater, dann gibt es nichts in deinem Leben, was den ewigen Tod rechtfertigt.
Und deswegen ist das nicht möglich, weil in dem Moment, wo ich sterbe, quasi so ein anderes geistliches Prinzip zuschlägt, was dieses relativ simple Prinzip des Sterbens einfach umkehrt. Und das beschreibt David im Alten Testament. Er beschreibt den Messias als einen, der alle Zeit mit Gott lebt. Und der, weil er das tut, eine Hoffnung hat. Die Hoffnung des Messias heißt: Ja, auch mein Fleisch wird in Hoffnung ruhen. Das heißt, selbst wenn ich sterbe – Ruhen ist hier jetzt gemeint für: ja, erst mal schlafen, aber durchaus auch sterben –, dann wird das in Hoffnung geschehen. Ich sterbe nicht einfach und habe dann Angst, auf der anderen Seite geht es nicht weiter. Warum? Denn: „Du wirst meine Seele nicht im Hades oder im Totenreich zurücklassen, noch zugeben, dass dein Frommer Verwesung sehe.“
Das schreibt David über den Messias. Der Messias stirbt mit der Hoffnung: Ich habe ein Leben mit Gott gelebt, und ich weiß, wenn ich gestorben bin, dann wird Gott es nicht zulassen, dass über mein Leben der Tod das letzte Wort hat. Und jeder, der Jesus nachfolgt, kann diesen Psalm für sich auswendig lernen. Wir haben das vor kurzem gemacht, so die letzten paar Verse, weil es ist so eine großartige Hoffnung zu wissen: Wenn ich sterbe, so wie Karl gestorben ist, glauben wir wirklich, dass der Tod das letzte Wort hat über die Freunde Gottes? Ha, auf keinen Fall! Das letzte Wort hat immer das Leben über die, die geglaubt haben.
Der Tod und sein Stachel, Herr, bitte, Skorpion beschrieben, der einen sticht und wehtut und umbringt, der Tod: Er hat keine Macht über die, die ewiges Leben in sich tragen. Ein Leben, das angebunden ist an den, der gestorben und auferstanden ist. Wir werden auferstehen. Warum? Weil Jesus auferstanden ist und weil wir an den glauben, der den Tod überwunden hat. Und hier lesen wir, wie der Messias gedacht hat, denn du wirst meine Seele nicht im Hades zurücklassen, noch zugeben, dass dein Frommer Verwesung sehe.
Das ist das, was Jesus dachte, als er am Kreuz hing und wusste: Ich werde sterben. Und dann geht das weiter: Du hast mir kundgetan Wege des Lebens, du wirst mich mit Freude erfüllen vor deinem Angesicht. Mit dieser Hoffnung ist der Messias gestorben, als einer, der keine Sünde getan hat, der immer mit Gott gelebt hat.

David, der Prophet, und die Zeugen der Auferstehung

Jetzt könnte man sagen: Ja, aber wenn du das zitierst, Petrus, im Alten Testament, bist du dir wirklich sicher, dass David hier von Jesus spricht? Könnte es nicht sein, dass David von sich selbst spricht?
Und es ist manchmal so, wenn man das Alte Testament liest, gerade die Psalmen: Sie werden ja in eine persönliche Situation hineingeschrieben. Oft ist es eine persönliche Not, die der Ausgangspunkt dafür ist, dass ein Psalm geschrieben wird. Diese persönliche Not kann dazu verleiten, dass man nicht sieht, was damit eigentlich gemeint ist: dass der Geist Gottes diesen Text verwendet, um weit über den hinaus etwas zu sagen, der hier spricht.
Deswegen muss Petrus das erklären: Ihr Brüder, es sei erlaubt, mit Freimütigkeit zu euch zu reden über den Patriarchen David, dass er gestorben und begraben ist und sein Grab bis auf diesen Tag unter uns ist. Also: David hat das nicht erlebt, was er da schreibt, dass die Verwesung ihn nicht trifft. Und wer das nicht glaubt, der muss nur einmal zu dem Grab gehen und nachschauen: Der ist verwest.
Ja, aber wen meint David dann? Da er nun ein Prophet war und wusste, dass Gott ihm mit einem Eid geschworen hatte, einen seiner Nachkommen auf den Thron zu setzen, hatte er voraussehend von der Auferstehung des Christus geredet, dass er weder im Hades zurückgelassen worden ist noch sein Fleisch die Verwesung gesehen hat.
Diesen Jesus hat Gott auferweckt, wovon wir alle Zeugen sind.
Ah, jetzt kommen wir zu dem Punkt. Wir sind die Zeugen davon. Ich nutze eine Gelegenheit, wie Gott sie mir gibt. Ich spreche das Kritische an. Ich zeige den Menschen, was Gott getan hat, wie Gott in dieser Situation geholfen hat, wie Gott sich zu Jesus gestellt hat. Und dann bringe ich mein eigenes Zeugnis. Ich sage: Ich habe das erlebt.
Die Auferstehung Jesu ist nicht ein theologisches Faktum in irgendeinem Bekenntnis, und ich muss das halt glauben, sondern es ist etwas, was mein Leben betrifft. Wie betrifft es die Jünger hier? Woher wissen die Jünger, dass Jesus auferstanden ist? Sie haben ihn gesehen. Aber die anderen, die hier dabei sind, können ihn nicht sehen. Und irgendwie steht die Frage im Raum: Ja, wo ist denn dein Jesus?
Und wir wissen: Er ist zehn Tage vorher zum Himmel aufgefahren. Und Petrus muss das erklären. Er muss sagen: Diesen Jesus hat Gott auferweckt, wovon wir alle Zeugen sind, nachdem er nun durch die Rechte Gottes erhöht worden ist. Also: Die Rechte Gottes, die rechte Hand Gottes, hat ihn in den Himmel erhöht. Das ist Himmelfahrt. Nachdem das passiert ist und die Verheißung des Heiligen Geistes vom Vater empfangen hat, hat Gott der Vater den Sohn in den Himmel erhöht und gibt ihm quasi den Heiligen Geist zum Geschenk, so dass der Sohn den Geist Gottes nehmen und ausgießen kann. Und das ist das Zeugnis, das die Jünger, das die Apostel hatten.
Also: Nachdem er nun durch die Rechte Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des Heiligen Geistes vom Vater empfangen hat, hat er diesen ausgegossen, was ihr seht und hört.
Ihr lieben Zuhörer, ihr erlebt im Leben der Jünger, dass der Geist Gottes am Wirken ist. Und wenn der Geist Gottes am Wirken ist, dann heißt das, dass sich die Prophetie von Joel erfüllt hat, weil das ganz normale Leute sind, wo man nie damit rechnen würde, dass die jemals den Heiligen Geist bekommen. Das bedeutet aber auch, dass die Zusage Jesu stimmt, der gesagt hat: Ich werde zum Vater gehen, und wenn ich beim Vater bin, werde ich euch nicht verwaist, als Waisen, zurücklassen, sondern ich werde euch den Heiligen Geist schicken.
Steht das irgendwo im Alten Testament? Ja, Vers 34: Denn nicht David ist in den Himmel aufgefahren, er sagt aber selbst, und dann zitiert er aus Psalm 110, eine ganz merkwürdige Stelle. Da heißt es: Der Herr sprach zu meinem Herrn.
Es ist die Stelle, die Jesus zitiert, wo man ihn mit Fangfragen traktiert. Da kommt erst die Frage nach der Steuer, dann nach der Auferstehung. Irgendwann hat Jesus, glaube ich, keine Lust mehr auf noch mehr Fragen. Und dann sagt er: Darf ich euch auch mal eine Frage stellen? Und dann kommt dieser Text aus Psalm 110, und er fragt einmal: Worum geht es denn eigentlich hier? Der Herr sprach zu meinem Herrn.
Ganz komisches Ding, weil die beiden Begriffe, die da im Hebräischen stehen, Gottesnamen sind. Da steht Gott eins spricht zu Gott zwei. Ganz merkwürdig, also kann man fast nicht auflösen, was da steht. Ja, was sagt denn jetzt der eine Gott zu dem anderen Gott? Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße.
Und damit ist er wieder zurück zu unserem Joelbild. Habt ihr noch das Joelbild? Der Geist Gottes wird ausgegossen. Joel sagt: Und es wird Gericht geben. Und dazwischen gibt es eine Zeit der Gnade. Jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird gerettet werden.
Und jetzt Psalm 110, Vers 1, wo der Vater zum Sohn spricht, in diesem Moment, wo der Sohn wieder in den Himmel eintritt, wo der Vater zum Sohn sagt: Sohn, setz dich zu meiner Rechten. Du hast jetzt Pause. Wie lange Pause? Bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße. Du hast Pause, setz dich. Der Geist ist ausgegossen, bis ich das Gericht vollendet habe und alle, die gegen dich waren, vernichtet sind.
Spürt ihr die Spannung? Das ist das, was Petrus predigt. Und er schließt dann ab mit den Worten: Das ganze Haus Israel wisse nun zuverlässig, eine Prophetie hat sich erfüllt, die Jünger sind Zeugen, die ganze Schrift unterstreicht, was Petrus hier sagt: Das ganze Haus Israel wisse nun zuverlässig, dass Gott ihn, diesen Jesus, sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.
Das war die Frage von Joel: Wer ist der Herr, den ich anrufen muss? Ich möchte gerettet werden. Und Petrus zieht die Daumenschrauben an und sagt: So, Freund, ich habe dir jetzt gerade bewiesen, dass Jesus der Messias ist, und ich habe dir jetzt gerade gesagt, dass Jesus der ist, den du anrufen musst, zu dem du beten musst, wenn du gerettet werden willst.
Wenn du dem zweiten Teil der Joelprophezeiung entgehen möchtest, dann ist jetzt die Gelegenheit, Buße zu tun. Und wenn du nicht genau weißt, wo du stehst: Du bist der, der ihn gekreuzigt hat. Du stehst definitiv auf der falschen Seite.
Und als das gesagt war, da kommt dann dieser Vers 37: Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Brüder?
Und Petrus wird ihnen das dann erklären, wie man Buße tut, warum man sich taufen lassen muss und wie es weitergeht.

Fünf Schritte für eine evangelistische Predigt

Mir war es heute wichtig, euch fünf einfache Punkte aus dieser Predigt herauszuzeigen, die wichtig sind, wenn wir evangelisieren, wenn wir das Evangelium als die frohe Botschaft von dem predigen, was Jesus getan hat.
Punkt eins: Lasst uns die Gelegenheiten nutzen, die Gott uns gibt. Lasst uns Gott darum bitten, dass er uns die Gelegenheit zeigt und dass wir sie wirklich nutzen. Das kann ein Kaffeetrinken sein. Das muss nicht immer ein Marktplatz mit Hunderten von Zuhörern sein.
Der zweite Punkt: Lasst uns das Kritische ansprechen, auch wenn wir uns an dieser Stelle total unwohl fühlen und jemand anderem auch mal ein bisschen auf die Füße treten.
Dritter Punkt: Lasst uns zeigen, was Gott getan hat, wie Gott gewirkt hat in der Geschichte, um Menschen zu retten.
Vierter Punkt: Lasst uns unser eigenes Zeugnis ins Spiel bringen, wo wir Gott erlebt haben. Wo wir beweisen können, subjektiv, aber fast nicht widerlegbar, dass Gott eine Realität ist und nicht nur eine Fiktion.
Und wenn du magst und dich traust, dann mach am Schluss den Sack zu und beschreibe den Ernst der Lage, dass es ein Heute gibt, wo man sich entscheiden muss. Das muss man vielleicht nicht immer machen, aber es gibt die Momente, wo man auch mal sagen muss: Du, ich weiß nicht, wie viel Zeit du noch hast, vielleicht ist es ein guter Moment, heute darüber nachzudenken, Buße zu tun.
Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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