Zum Inhalt

Jesaja Teil 2: „In den Tagen Hiskias“ (Kapitel 13–39)

Jesaja 13,0-39,029.10.2015
Event•Teil 3 / 11Spurgeon-Konferenz 2015
Wenn alles wackelt: Wem vertraust du wirklich? Jesaja zeigt, wie schnell menschliche Pläne kippen – und warum nur Gott Sicherheit gibt, wenn Mächte, Krisen und Zukunft Angst machen.

Einleitung und Überblick über die prophetische Sammlung

Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Herzlich willkommen zurück, nur noch 26 Kapitel bis zum Mittagessen.
Jetzt in dieser Einheit werde ich das meiste etwas zügiger behandeln müssen, und das hat auch mit dem Material zu tun, also mit der Art des Materials. Das heißt nicht, dass es unwichtiges Material ist, aber ich denke, wir können es etwas knapper und vorsichtiger zusammenfassen. Das heißt nicht, dass das jetzt unwichtige Bibelstellen sind, aber ich denke, wir können sie recht gut auch zusammenfassen.
Auf der ersten Seite sind die Kapitel 13 bis 23 eine eher seltsame Sammlung von Prophezeiungen. Auf den ersten Blick scheint die Kapitel 13 bis 23 eine etwas seltsame Sammlung von Prophezeiungen zu sein. Es ist eine Sammlung von zehn verschiedenen Weissagungen über verschiedene Völker. Sie sind jetzt nicht in einer besonderen zeitlichen Reihenfolge, sondern sie kommen aus unterschiedlichen Zeiten von Jesajas Dienst. Aber sie sind aus einem theologischen Grund zusammengestellt worden, um besser zu verstehen, was Gott sagen möchte.
Ich möchte den Vorschlag machen, dass sich diese zehn Weissagungen in zwei Gruppen zu je fünf aufteilen lassen. Und jeder dieser Abschnitte beginnt mit einer Prophezeiung über Babylon. Zum Beispiel in Kapitel 13, Vers 1, und auch in Kapitel 21, Vers 1. Und klar ist, dass diese Geschichte eine Prophezeiung ist; diese Weissagung in Kapitel 21 ist eine Prophezeiung gegen Babylon. Es ist sehr klar, dass dieser Abschnitt in Kapitel 21 eine Weissagung über Babylon ist.
Dazwischen liegt, um kurz zu sehen, was dort noch steht, in Kapitel 14, Vers 28 eine Prophezeiung gegen Philistia, also die Philister. Kapitel 15, Vers 1 ist eine Weissagung über Moab. Kapitel 17, Vers 1 ist eine Weissagung über Damaskus, Syrien. Und Kapitel 19, Vers 1 ist eine Weissagung über Ägypten. Es gibt noch andere Weissagungen mittendrin, zum Beispiel gegen Assyrien in Kapitel 14, Vers 24, aber das ist eher ein kurzer Kommentar als eine Prophezeiung, die sich direkt an sie richtet. Also das sind die ersten fünf: Babylon, Philistia, Moab, Syrien und Ägypten. Babylon, Philister, Moab, Damaskus und Ägypten.
Und dann im zweiten Teil haben wir Babylon wieder in Kapitel 21. Im zweiten Abschnitt fängt es also wieder mit Babylon an, in Kapitel 21. Dann ist in Kapitel 21 ab Vers 11 Edom, also die Edomiter, und auch Arabien. Und dann ist in Kapitel 22, Vers 1 das Tal der Offenbarung, und wir erfahren später, dass es sich dabei um Jerusalem handelt. Die ganze Folge endet in Kapitel 23 mit einer Weissagung über Tyrus.
Also, wieso nun diese ganzen Aussagen über Gottes Herrschaft in der ganzen Welt? Erinnert euch noch einmal an den Kontext von Jesaja. Die Kapitel 6 bis 12 haben davon gehandelt, dass wir Gott vertrauen können, dass er seine Verheißung erfüllt: who will rule the whole world. Das heißt letztendlich, dass er die Königsherrschaft Davids wiederherstellen wird, die Monarchie in einem Herrscher als Nachfolger Davids, der die ganze Welt beherrscht. Aber zur Zeit Jesajas ist die Bedrohung durch Assyrien, dass diese ganzen Verheißungen zerstört werden.
Was Jesaja dem Volk zeigt, ist, dass Assyrien eigentlich die Zuchtrute von Gottes Zorn ist. Und nach der Strafe wird er diese Rute zur Seite legen, er wird Assyrien entlassen, und er wird die Bedrohungen, die von Assyrien kommen, zunichtemachen. Aber Jesaja weiß aus Kapitel 6, dass es auch ein Exil geben wird. Und in Kapitel 39 erfahren wir dann, dass der, der das Exil bewirkt, Babylon sein wird. Das heißt, wenn Jesaja jetzt diese ganzen Weissagungen über die Nationen sammelt, muss Babylon immer an den Anfang kommen, weil Babylon die große Bedrohung für Juda ist. Aber Gott wird genau Babylon benutzen, um sein Volk zu reinigen.
Ihr kennt sicherlich die Geschichte aus 1. Mose 11, den Turm von Babel. Da hat sich die Rebellion der Menschen gegen Gott konzentriert. Die Menschen haben gesagt: Wir werden unseren eigenen Turm bauen, wir werden unsere eigene Autorität sein. Aber Gott bringt seine Ziele zustande, auch wenn die Menschen versuchen, selbst Gott zu spielen.
Und ich glaube, das ist der Faden, der jetzt durch Kapitel 13 bis 23 geht, in Bezug auf die Interpretation. Jesaja bewegt sich von den historischen Fakten seiner Zeit bis zu dem Punkt, wo er die Völker als Bilder benutzt, dass die ganze Welt unter Gottes Herrschaft gebracht wird.
Und ich möchte euch drei wichtige Punkte aus diesen Kapiteln vorschlagen. Zunächst: Gott ist mit der Geschichte der Nationen zugegen. Zunächst: Gott ist die Geschichte der Nationen wichtig. Er ist der Herr der ganzen Erde. Er ist nicht nur ein nationaler, tribaler Gott für Israel. Seine Souveränität reicht weit über diese nationalen Grenzen hinaus, auch zu allen Menschen überall. Und ich habe deswegen hier im Heft geschrieben: Das sind zehn Prophetien der Souveränität Gottes über die Nationen.
Und deswegen zweitens: Er regiert auch die ganze Erde. Das Aufkommen und Fallen von Nationen geschieht gemäß der Kraft Gottes. Wir bekommen da ein sehr eindrückliches Beispiel in Kapitel 14, Vers 24, wo er diese Kommentare über Assyrien macht. Lasst uns diesen kurzen Abschnitt, Verse 24 bis 27, lesen:
Der Herr der Herrscher hat geschworen und gesagt: Fürwahr, es soll geschehen, was ich mir vorgenommen habe, und es soll zustande kommen, wie ich es beschlossen habe. Ich will den Assyrer zerschmettern in meinem Land, und ich will ihn zertreten auf meinen Bergen. So wird sein Joch von ihnen genommen werden und seine Last von ihren Schultern fallen. Das ist der Ratschluss, der beschlossen ist über die ganze Erde, und dies ist die Hand, die ausgestreckt ist über alle Völker. Denn der Herr, der Herrscher, hat es beschlossen; wer will es vereiteln? Seine Hand ist ausgestreckt; wer will sie abwenden?
Das ist eine sehr gesunde Korrektur zu dem Gedanken, dass der Mensch im Zentrum des Universums steht. Manchmal beten wir im Gottesdienst am Sonntag für die ganze Welt, und manchmal sind die Männer und Frauen, die beten, sehr wortreich über die Welt und darüber, was für ein schreckliches Durcheinander es ist. Manchmal klingen diese Gebete so, als würden wir in einer sehr, sehr schlimmen Welt leben und alles Schlechte passiere. Und manchmal klingt das Gebet wie eine Anweisung an Gott, was er eigentlich tun sollte in seiner Welt, dass er die Vereinten Nationen benutzen sollte, um dieses Problem zu lösen, oder die weltweite Presse benutzen sollte, um dieses Problem zu lösen.
Eigentlich sagt das Gebet: Gott, ich möchte dir helfen bei der Regierung, ich habe gute Pläne für dich. Und hier ist eine Korrektur in Bezug auf unser selbstzentriertes Denken. Schaut noch einmal auf diese großartigen Verheißungen, Vers 24: Ich habe es mir vorgenommen, und so soll es zustande kommen. Ich habe es beschlossen, und so soll es geschehen. Wir können so etwas nicht sagen, oder? Wir müssen die Göttlichkeit Gottes den Menschen beibringen; sie müssen ihre Vision von Gott erweitern, ihren Horizont erweitern.
Ich habe mir vorgenommen, nach München zu kommen, und so wird es auch geschehen. Aber eigentlich nur, wenn Gott es zulässt. Ich kann das nicht wollen, Lufthansa wird vielleicht streiten, und was mache ich dann? Wir haben nicht die Kontrolle über unser Leben oder über unser Umfeld. Es dreht sich nämlich alles um seinen Ratschluss, der die ganze Welt beherrscht. Wir können unsere Pläne nicht selbst in die Tat umsetzen, aber niemand kann Gott hindern, seine Pläne umzusetzen. Und Vers 27 gehört zu Vers 24.
Wenn du das Gefühl hast, dass deine Welt zusammenbricht und du entmutigt bist, dann ist hier die Medizin. Wenn ein Freund zu dir kommt und sagt: Ich möchte meinen christlichen Glauben nicht aufgeben, was sagst du ihm? Wenn ein Freund zu dir kommt und sagt: Ich möchte eigentlich meinen christlichen Glauben aufgeben, es scheint nicht zu funktionieren, was sagst du ihm? Wenn du ein guter Arzt der Seele bist, dann hast du Medizin bereit: Jesaja Kapitel 14, die Verse 24 und 27, dreimal täglich nach den Mahlzeiten. Denn ihr seht: Nur das Wort Gottes schafft diese Gewissheit in uns.
Diese Kapitel lehren uns, dass er die Kontrolle über seine Welt hat. Auch wenn mächtige Nationen so mächtig erscheinen, dass wir sie nicht überwinden können, Gott kann diese Bedrohung wegnehmen, wenn er sich dazu entschließt. Und alle Nationen dienen seinem Wohlgefallen und nicht ihrem eigenen.
Aber es gibt noch einen dritten wichtigen Punkt hier, nämlich dass alle Nationen Angst vor Assyrien haben. Und sie schließen eigentlich unnütze Bündnisse, um die assyrische Macht zu brechen. So ist die Botschaft: Kein Mensch kann dich von diesen Mächten befreien. Setz dein Vertrauen auf Gottes Verheißung, nicht auf menschliche Pläne, denn nur Gott ist groß genug, um mit der Welt umzugehen und die Sicherheit seines Volkes zu gewährleisten.
Wir werden die Oracles nicht im Detail betrachten, aber lasst mich zusammenfassen, was wir aus den Notizen und aus einer detaillierten Studie entnehmen können. Wir werden jetzt nicht ganz genau diese Weissagung betrachten, aber ich möchte ein bisschen zusammenfassen, was hier in den Notizen steht.

Gericht über menschliche Größe und die erste Gruppe der Weissagungen

Die erste Weissagung in Kapitel 13 über Babel ist ein Bild menschlicher Herrlichkeit unter Gottes Gericht. Es klingt im Leben Jesajas zunächst fast verrückt, aber schaut auf Vers 9 in Kapitel 13, wo Gott über Babylon spricht und ankündigt, dass es verwüstet wird, dass es leer gemacht und leer gefegt wird. Wie macht er das? Vers 17 sagt: Siehe, ich erwecke die Meder gegen sie. Er wird also eine andere Nation gebrauchen, um Babylon zurückzudrängen. Vers 19 sagt: So wird Babel, die Zierde der Königreiche, der Ruhm und der Stolz der Chaldäer, von Gott umgekehrt werden, wie Sodom und Gomorra.
Das heißt: Die ganze menschliche Herrlichkeit dieser neuen, großen Nation Babylon steht eigentlich unter Gottes Gericht. Das erfüllt sich etwa hundertfünfzig bis zweihundert Jahre später.
Und was ist jetzt das Gegenmittel? Kapitel 14, Verse 1 bis 4: Vertraut auf Gott, und ihr werdet sicher sein, denn Gott wird sein Volk durch das Exil bringen und es wieder im Land fest gründen lassen. Gott wird sein Volk durch das Exil bringen und es wieder im Land fest gründen lassen.
In den nächsten Kapiteln sehen wir dann Gottes Plan für die Nationen. Und es gibt zwei wichtige Botschaften. Erstens: Habt keine Angst, denn sie sind nur Menschen. Vertraut ihnen nicht, weil sie keine letztendliche Macht haben. Zweitens: Vertraut nicht auf sie, denn sie haben keine endgültige Kraft. Und wenn er dann zu Jerusalem in Kapitel 22 spricht, ist es dieselbe Botschaft: Vertraut auf Gott und findet Hoffnung. Auch wenn er mit Jerusalem spricht, ist die Botschaft in Kapitel 22: Vertraut auf Gott und findet Hoffnung. Denn wenn es kein Vertrauen auf Gott gibt, werdet ihr hoffnungslos sein.
Schaut euch Vers 11 in Kapitel 22 an. Der zweite Teil des Verses sagt, dass man nicht auf den schaut, der es gemacht hat, und nicht auf den, der es lange zuvor geplant hat. Aber ihr schaut nicht auf den, der dies getan hat, und seht nicht nach dem, der es seit Langem bereitet hat. Mit anderen Worten: Sie haben vergessen, Gott zu vertrauen, der eigentlich diese Stadt gebaut hat.
Also: Habt keine Angst vor ihnen, vertraut ihnen nicht, sondern vertraut auf Gott und findet eure Hoffnung in ihm.
Und die letzte Weissagung in dieser Einheit, Kapitel 23, ist die Weissagung über Tyrus. Wenn Babylon das Symbol für menschlichen Stolz und menschliche Herrlichkeit ist, dann steht Tyrus für menschlichen Wohlstand. Aber in Vers 1 wird Tyrus zerstört und vollkommen ohne Häuser und ohne Hafen zurückgelassen. Tyrus war der Hafen am östlichen Ende des Mittelmeers und kontrollierte den gesamten Handel in dieser Region. Tyrus war der Hafen am östlichen Ende des Mittelmeers und beherrschte den ganzen Kommerz, den ganzen Handel in der Region.
Aber dieser Abschnitt in Kapitel 23 zeigt nun, dass der ganze Wohlstand von Tyrus verschwindet. Der ganze Welthandel der damaligen Zeit bricht zusammen. Vers 8 fragt: Wer hat das gegen Tyrus geplant? Und Vers 8 sagt: Wer hat dies beschlossen über Tyrus? Diese Leute, deren Kaufleute Fürsten sind und deren Händler die Vornehmen der Erde waren. Vers 9: Der Herr der Heerscharen hat es beschlossen, um den Stolz all ihrer Pracht zu entweihen und alle Vornehmen der Erde verächtlich zu machen.
Ob es sich nun um Babylon oder Tyrus handelt, jeder menschliche Stolz wird vor Gott gedemütigt.

Der Blick auf Gottes weltweites Gericht und seine Rettung

Und indem diese Weissagungen zu Ende gehen, gibt es jetzt einen Abschnitt von Kapitel 24 bis 27, der stärker theologisch geprägt ist. Hier gibt es wieder drei Einheiten oder Abschnitte, die diese Herrschaft Gottes, seine souveräne Herrschaft, auslegen.
Erstens wird die ganze menschliche Schöpfung, oder das menschliche Geschlecht, von Gott gerichtet. In Kapitel 24, Vers 1, heißt es: Der Herr wird das Land entvölkern und verwüsten, er wird sein Angesicht entstellen und seine Bewohner zerstreuen. Jetzt geht es nicht nur um eine Nation, sondern um die ganze Menschheit. Das ist ein sehr zerstörendes Gericht, eigentlich ein Bild des Endgerichts Gottes. Wir wissen das durch Vers 19, wo die Erde zerbrochen wird und in zwei Splitter zerfällt. Die Erde wird krachend zerbersten, die Erde wird reißen und bersten. Und wir wissen es aus Vers 21, weil es der Tag ist, an dem der Herr die Könige der Erde auf Erden bestraft. Es wird geschehen, wo geschrieben steht: Es wird geschehen an jenem Tag, da wird der Herr das Heer der Höhe in der Höhe heimsuchen und die Könige der Erde auf Erden.
Ich denke, es ist richtig, dass wir auch Furcht empfinden, wenn wir hier das Bild von Gottes Zorn sehen. Aber Kapitel 25 ist jetzt plötzlich ein kompletter Gegensatz dazu. Jetzt hat man statt Bildern von Zerstörung und Aufruhr plötzlich Frieden und Harmonie. Und das Volk Gottes lobt ihn für seine wunderbaren Taten. Vers 2 sagt, dass er sie von ihren Feinden erlöst hat. Er hat sich eine Zuflucht für seine Leute geschaffen, einen Schutz vor dem Sturm, eine Zuflucht vor den Stürmen für sein Volk. Diese ersten Verse von Kapitel 25 sind ein Bild von der großen Errettung, die Gott geschaffen hat.
Und diese Errettung wird jetzt noch einmal in den Versen 6 bis 9 in einer sehr erstaunlichen Vision weitergegeben. Hier ist die Wurzel dieser Bilder in den Evangelien, wo es um das Festmahl im Reich Gottes geht. Ihr wisst sicher, dass Jesus Gleichnisse über das große Festmahl erzählt hat. Und Jesaja 25 steht im Hintergrund davon, denn hier wird ein großes Festmahl verheißt: ein Mahl von fetten Speisen und dem besten Wein, prosperity, enjoyment, fulfillment. Das ist ein Bild aus dem Alten Testament für Wohlstand, für Erfüllung, für Freude.
Aber warum ist es so ein großes Festmahl? Well, because verse seven on this mountain he will destroy the shroud that enfolds all people, the sheet that covers all nations and what is that verse eight he will swallow up death forever. Und warum ist es so ein großes Festmahl in Vers 7? Er wird auf diesem Berg die Schleierhülle wegnehmen, die alle Völker verhüllt, und die Decke, womit alle Nationen bedeckt sind. Und bei dieser Schleierhülle handelt es sich um den Tod, der in Vers 8 beschrieben wird, der auf ewig verschlungen wird. Und deswegen gibt es ein großes Fest. Der Tod ist auf ewig verschlungen durch diesen großartigen Gott.
Und deswegen sagt Vers 8, dass er die ganzen Tränen abwischen wird und die Schmach seines Volkes hinwegnehmen wird. Und der Grund der Freude ist Gott selbst und was er für seine Leute tut. Und der Grund der Freude ist Gott selbst und was er für sein Volk tut. Ich liebe Vers 9 von Kapitel 25: Und an jenem Tag wird man sagen: Seht, das ist unser Gott, auf den wir gehofft haben, dass er uns rette. Das ist der Herr, auf den wir hofften. Nun lasst uns frohlocken und fröhlich sein in seiner Rettung.
Ich weiß nicht, ob ihr das auch so mögt wie ich. Wird es nicht wunderbar sein an dem Tag, wenn wir sagen können, wir haben auf Gott vertraut, und es ist alles eingetreten? Manchmal haben wir ihm nicht genug vertraut, manchmal waren wir schwankend in unserem Vertrauen. Aber weil es der Herr ist, ist seine Errettung gewiss und wunderbar. He is our God, he has saved us. Er ist unser Gott, er hat uns gerettet.
So behandeln Kapitel 25 und 26 das Lob des gerechten Herrn durch all sein Volk. Kapitel 25 und 26 behandeln jetzt das Lob Gottes von seinem erlösten Volk. Wenn du eine Gliederung für eine Predigt bekommen möchtest, möchte ich sie dir jetzt mitgeben.
Warum sollten wir Gott loben? Erstens für seine großartigen Taten, Verse 1 bis 5. Zweitens für seine herrliche Errettung, Verse 6 bis 9. Drittens für seinen vollkommenen Sieg, Verse 10 bis 12. Und dann kommt viertens in Kapitel 26 sein sicherer Schutz, seine Sicherheit und Festigkeit. Der vierte Punkt kommt jetzt im 26. Kapitel, weil er eine starke Burg ist, eine feste Stadt. Das ist Kapitel 26, Verse 1 bis 6. Er ist der Fels, er ist der Gott, der Frieden gibt. Und der fünfte Punkt ist seine persönliche Fürsorge in unserem Leben, und das steht in den Versen 7 bis 21 von Kapitel 26.
Der leichte Weg, der hier beschrieben wird, ist nicht immer wirklich leicht und nicht immer angenehm. Aber es ist ein gerader Weg, der uns direkt zu unserem Ziel führt. Und dieser Abschnitt zeigt uns, dass Gott uns heimbringt, heimführt in sein himmlisches Reich. Wir warten im Glauben darauf, wir sehnen uns danach, dass er sich uns mehr und mehr zeigt. Wir wünschen uns, dass er uns mehr von sich selbst zeigt, aber wir können uns auch in dieser Welt schon an seiner Gegenwart und seinem Frieden freuen.
Das waren jetzt die Gewissheiten, die wir haben, und jetzt kommen wir zum letzten Kapitel dieses Abschnitts, Kapitel 27. Und dies bringt uns zurück vom ewigen Höhepunkt der Erfüllung viel mehr in die Welt der Zeit und Geschichte. Und jetzt kommen wir wieder vom letzten Gipfel der ewigen Erfüllung zurück zu unserer Zeit und zu unserer Geschichte. Und Gott spricht hier über das, was er für sein Volk tun wird.
Die Schlange, die hier Leviathan genannt wird, die gewundene Schlange, wird überwunden, und dabei handelt es sich um den Teufel und seine Dämonen. Und schaut euch mal das Ende von Vers 2 in Kapitel 27 an: Singt von einem fruchtbaren Weinberg. Erinnert ihr euch noch an Kapitel 5? Da war es eigentlich eine Klage über einen Weinberg, der keine Frucht getragen hat. Aber hier hat sich alles geändert. Der Weinberg trägt Früchte. Die glaubenslose Stadt ist glaubensvoll geworden.
Und die wichtige Stelle ist hier Vers 6: In zukünftigen Zeiten wird Jakob Wurzel schlagen, Israel wird blühen und grünen, und sie werden den ganzen Erdkreis mit Früchten füllen. Und der Tag kommt erst, als wenn Israel so verringert wird, dass es nur noch ein Mann, nämlich Jesus Christus, übrig bleibt. Der Spross aus dem Stumpf von Jesse, er wird eine neue Gemeinschaft von allen Menschen aus der ganzen Welt schaffen. Und wo wir jetzt in der Weltgeschichte leben, können wir schon die Früchte vom Werk Christi in der ganzen Welt sehen.
Manchmal wird dieser Abschnitt, dieser kleine Abschnitt von Kapitel 24 bis 27, als der kleine apokalyptische Abschnitt bezeichnet, weil er auf die Endzeit und die ultimative Erfüllung schaut, aber nicht exklusiv so, weil er auf die Endzeit und die letztendliche Erfüllung schaut, aber nicht ausschließlich. Wenn Kapitel 24 über das Gericht spricht, sprechen Kapitel 25 und 26 über die Errettung. Kapitel 27 sagt, es wird Beweise in der Weltgeschichte geben, bevor die endgültige Erfüllung kommt.
Und so sehen wir heute, dass es mehr Christen pro Bevölkerungsgruppe gibt, als es jemals gab. Und in Ländern wie China oder auch in Afrika wächst die Gemeinde mit sehr, sehr großer Geschwindigkeit. Gott erfüllt die ganze Welt mit seiner Frucht. Und warum sollte es nicht in Gottes Güte noch mehr Frucht auch in Europa geben? Das sollten wir uns als Gottesvertreter in unserer eigenen Kultur vornehmen.
Ich denke, wir machen da nur eine kleine Pause, strecken unsere Glieder und nehmen etwas frische Luft, eine Minute Pause, und dann kommen wir wieder zusammen für die zweite Partie der Noten. Eine kurze Pause, wo man sich mal ausstrecken kann, vielleicht etwas trinken kann, und dann machen wir weiter.

Die Weherufe und die Warnung vor falschen Bündnissen

Lass uns jetzt noch einmal auf die letzten vierzig Minuten vor dem Essen konzentrieren, angefangen mit Kapitel 28. Ihr habt vielleicht die Karte von Jesaja schon auswendig gelernt oder kennt sie. Ihr wisst: Es geht jetzt um die Regierungsherrschaft von Hiskia.
Wie teilt man das Material auf, damit man es beim Studieren besser verstehen kann? Wie teilt man das Material auf, damit man es beim Studieren besser verstehen kann? Wir müssen bei diesen Hinweisen immer wieder im Text selbst schauen: Wie möchte eigentlich der Schreiber, dass sein Text aufgeteilt wird?
Hier wird dieser Abschnitt in sechs Wehen aufgeteilt, die immer mit einer Wehe beginnen. Also sechs Wehen, die jeweils wieder eine Dublette von drei Prophezeiungen einleiten.
Damit wir sehen, wie das funktioniert, schauen wir uns das kurz im Überblick an.
Kapitel 28, Vers 1: Wehe der stolzen Krone der Trunkenen Ephraims, der welken Blume seines herrlichen Schmucks auf dem Gipfel über dem fetten Tal, der vom Wein überwältigten, den Führern des Nordreichs mit seiner Hauptstadt Samaria.
Kapitel 29, Vers 1: die zweite Wehe. Wehe dir, Ariel, Ariel! Das ist ein Name für Jerusalem, weil es hier als Stadt bezeichnet wird, wo David lagerte. Und das Wort Ariel heißt die Stelle, wo die Opferfeier stattfindet, der Altar. Ariel bedeutet ein Altar, wo das Opfer dargebracht wird, wo Feuer mit Feuer dargebracht wird. Und weil Jerusalem eben so gekennzeichnet ist vom Tempel und von den Opfern, nennt Jesaja es selbst Ariel.
Aber die Wehe über Jerusalem ist, dass sie sich entschieden haben, in Unwissenheit über Gott zu leben.
Die dritte Wehe ist in Kapitel 29, Vers 15. Nicht nur ignorieren sie Gott, sondern sie stellen sich vor, dass sie ohne Gott vollständig auskommen können, dass er irrelevant ist. Sie haben Gott nicht nur ignoriert, sondern sich sogar eingebildet, dass sie vollkommen ohne Gott leben können, dass er irrelevant ist.
Man bekommt ein Gefühl dafür in den Versen 15 bis 16: Weh denen, die ihren Plan vor dem Herrn tief verbergen, damit ihre Werke im Finstern geschehen, die sprechen: Wer sieht uns? Oder: Wer kennt uns? O eure Verkehrtheit! Soll denn der Töpfer dem Ton gleich gemacht werden? Oder soll das Werk von seinem Meister sagen: „Er hat mich nicht gemacht“? Oder soll das Geschöpf von seinem Schöpfer sagen: „Er versteht es nicht“?
Das ist also die erste Gruppe von drei Wehen, die sich damit befasst, wie es falsch läuft. Sie leben nicht mit Bezug auf Gott, sie verstecken sich vor Gott, sie wollen ohne Gott leben.
Nun gibt uns die nächste Gruppe von drei Weissagungen praktische Beispiele dafür, wie sich das auswirkt. Man könnte sagen: Für Kapitel 28 und 29 ist die Theologie, und für Kapitel 30 bis 32 ist die Praxis.
Die erste Wehe in dieser Folge beginnt in Kapitel 30, Vers 1, und wir lesen die Verse 1 und 2: Wehe den widerspenstigen Kindern, spricht der Herr, welche Pläne ausführen, die nicht von mir stammen, und Bündnisse abschließen ohne meinen Geist und so Sünde auf Sünde häufen; die sich aufmachen, um nach Ägypten zu ziehen, aber mich fragen sie nicht um Rat, um sich unter dem Schutz des Pharao zu flüchten und Zuflucht zu suchen im Schatten Ägyptens.
Hier handelt es sich um eine historische Gegebenheit, denn Hiskia möchte ein Bündnis mit Ägypten schließen. Gott hat ihm das nicht aufgetragen, deswegen ist es kein Bündnis, das von Gott kommt. Es ist sündhaft, weil er sich von den Feinden Gottes Schutz für das Volk Gottes erwartet. Und es ist auch töricht, denn Ägypten ist keine starke Macht, auf die man sich verlassen könnte.
Deswegen wehe über Juda, wenn sie sich auf feindliche oder ausländische Mächte verlässt, denn diese ganzen Mächte sind in Wirklichkeit menschliche Mächte, die bankrott sind.
Schaut euch einmal Vers 7 von Kapitel 30 an: das do-nothing, oder der, der stillsitzt. Das ist eine interessante Formulierung in Vers 7, denn Ägypten ist nichtig und hilft gar nichts. Darum habe ich es genannt Rahab, das stillsitzende Ungetüm. Mit anderen Worten: Erwarte nicht, dass du irgendwelche Hilfe von Ägypten bekommst, es wird dir nicht helfen können.
Aber diese Weissagungen geben uns nicht nur das Böse wieder, sondern zeigen uns auch die Alternative. Und das kommt in dieser Sektion in einer der wunderbarsten Aussagen im ganzen Buch, Kapitel 30, Vers 15: In Umkehr und Ruhe liegt eure Rettung, im Stillsein und im Vertrauen eure Stärke.
Also ist es wieder dieser Gegensatz: menschliche Pläne oder die Verheißung Gottes, sich auf Menschen zu verlassen oder auf Gott zu verlassen. Die Tragödie am Ende dieses Verses ist, dass Gott sagt: Aber ihr habt nicht gewollt. Stattdessen habt ihr gesagt: Wir wollen auf Rossen dahinfliegen, also auf menschliche Armeen und Kraft vertrauen.
Wenn ihr das tut, dann wird diese Macht zerbrechen, und Vers 17 sagt dann, dass euer Überrest wie ein Mastbaum auf dem Gipfel eines Berges sein wird.
Aber schaut euch die Verheißung in Vers 18 an. Der Herr wartet, er sehnt sich danach, euch gnädig zu sein. Er wartet darauf, sich zu erheben und sein Mitleid, seine Barmherzigkeit zu zeigen. Er ist ein Gott der Gerechtigkeit. Deswegen erfährt jeder Segen, der sich auf ihn verlässt.
Und im Hebräischen ist in Vers 18 das Verb am Anfang des Verses dasselbe wie ganz am Ende. Wenn man es mit „warten“ übersetzt, dann müsste man sagen: Der Herr wartet, um euch gnädig zu sein, und ihr werdet seine Gnade erfahren, wenn ihr auf ihn wartet, zu ihm betet, auf ihn vertraut und euch auf ihn verlasst.
Das ist die erste Wehe: Verlasst euch nicht auf fremde Bündnisse, wenn ihr so einen Gott habt, der darauf wartet, euch gnädig zu sein.
Die zweite Wehe ist Kapitel 31, Vers 1: Weh denen, die nach Ägypten hinabziehen, um Hilfe zu suchen. Das ist derselbe Kontext. Und schaut euch das Ende des Verses an: Aber auf den Heiligen Israels schauen sie nicht und suchen auch nicht vom Herrn Hilfe. Die Wehe ist jetzt, dass sie Licht überall dort suchen, außer bei Gott.
Aber das einzige Licht, das sie haben können, ist durch göttliche Offenbarung. Und der Herr ruft sein Volk an und sagt ihnen, sie sollen sich umwenden und auf das hören, was er gesagt hat. Und wenn sie das tun, dann wird Gott ihnen Gnade zeigen.
Schaut noch einmal auf Vers 8 von Kapitel 31. Schaut, was er hier verheißt: Und der Assyrer wird fallen durch ein Schwert, doch nicht das eines Mannes; ein Schwert wird ihn fressen, aber nicht das eines Menschen.
Das werden wir in ein paar Minuten in Kapitel 37 sehen, wenn sie allein durch Gottes Eingreifen von den Armeen Sanheribs errettet werden. Jesaja macht diese Verheißung also, bevor die Assyrer Jerusalem belagern. Und er sagt: Wenn ihr euch zu Gott wendet und ihm vertraut, wird er euch durch übernatürliche Macht befreien.
Und genau das ist passiert, denn Hiskia, der das Volk vertritt oder ein Repräsentant für das Volk ist, hat sich in dieser Zeit der Krise an Gott gewandt.
Und es gibt in diesem Abschnitt noch eine letzte Wehe in Kapitel 33, Vers 1. Sie sagt: Wehe dir, du Verwüster! Wehe dir, du Räuber! Diese Wehe richtet sich direkt an die, die die Agenten der Zerstörung sind, aber nun selbst zerstört werden. Sie geht gegen die Täter der Zerstörung, die diese Zerstörung vollbracht haben, und sagt, dass sie selbst verwüstet werden.
Und diese Wehe sagt, dass Gott sein Volk rettet, wenn sie auf ihn vertrauen. Er wird erhaben sein in seiner Macht als ihr großer Befreier. Und er verheißt ihnen in den Versen 5 und 6, dass genau das passieren wird. Wir lesen jetzt Vers 5 und 6: Der Herr ist erhaben, ja, er wohnt in der Höhe; er hat Zion mit Recht und Gerechtigkeit erfüllt. Und du wirst sichere Zeiten haben, eine Fülle von Heil, Weisheit und Erkenntnis. Die Furcht des Herrn, die wird Zions Schatz sein.
Fast wie in den Sprüchen, wo es heißt: Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit.
Also: Wirst du dich zu ihm wenden und ihm vertrauen, oder wirst du deine Bündnisse mit Ägypten verfolgen?
Wenn wir wollen, dass das Evangelium sich auf unserem Kontinent wieder ausbreitet, dann brauchen wir diese Botschaft, nicht wahr? Wie viele Stunden meines Lebens habe ich in christlichen Komitees verbracht, um Wege zu finden, wie man die Gemeinde effektiver machen könnte. Zu viele Stunden.
Wie viele Stunden meines Lebens habe ich damit verbracht, mit meinen christlichen Brüdern und Schwestern zu beten, dass der Herr sein Banner aufrichtet und unter uns in neuer Gnade und Kraft wirkt. Bei Weitem zu wenige.
Und als ich meinen Pastorendienst in Southampton in England beendet habe, war ich dort 15 Jahre lang Pastor. Ich konnte die ganzen Papiere und alles, was ich in diesen 15 Jahren als Pastor angesammelt hatte, durchsehen. Ihr müsst verstehen, dass das noch vor der Zeit der E-Mails war, also wurde damals alles auf Papier ausgedruckt.
Das war eigentlich noch die Urzeit. Und als ich die ganzen Papiere durchgegangen bin, die ganzen Blätter, habe ich ganze 19 schwarze Säcke aussortiert und weggeworfen. „Please come and take away all this litter.“ Die ganzen schwarzen Säcke wurden vor das Haus gestellt und die Stadt angerufen, damit sie abgeholt werden. Also war auch das Recyclingsystem noch nicht so ausgebaut, weil das alles eben schon so weit zurückliegt.
Aber für mich war es ein Bild des Gerichtstages. So viel von dem, was wir machen, ist vielleicht ein bisschen wichtig, aber am Ende kommt es in den schwarzen Sack. So viel von dem, was wir machen, ist vielleicht für den Moment wichtig, aber am Ende endet es in einer schwarzen Tüte und im schwarzen Sack. Und besonders für uns aktive Menschen ist es sehr verführerisch, viel zu machen. Aber stattdessen müssen wir auf den Herrn vertrauen.
Und was uns dabei hilft, ist, wenn wir uns einmal das Ende des Prozesses anschauen. Kapitel 34 und 35 geben uns die zwei kontrastierenden Endpunkte. Kapitel 34 ist der Endpunkt des Gerichts und der Zerstörung, und das muss verkündigt werden. Aber Kapitel 35 ist der Endpunkt von Gottes Segen im ewigen Reich.
Dort sehen wir die Beweise dessen, was der Herr Jesus getan hat, um die Situation zu verändern. Und hier sehen wir jetzt die Beweise oder Hinweise darauf, was Jesus getan hat, um diese Situation zu verändern.
Erinnert euch an die Stelle, wo die Jünger von Johannes dem Täufer zu Jesus kamen und ihn gefragt haben: Ist das der Messias, oder müssen wir auf jemand anderen warten? Und Jesus hat sie zurückgesandt und gesagt: Eigentlich sind Kapitel 35, die Verse 5 und 6, die Antwort.
Jesus sagt: Was seht ihr, dass ich tue? Die Blinden und die Tauben werden geheilt, die Lahmen werden wieder gehen. Die ganzen Wunder des Evangeliums sprechen von seiner Macht zu retten. Das ist in Vers 4 verbindlich: Seid stark, fürchtet nicht, euer Gott wird kommen. Und das hat eine Verbindung zu Vers 4: Seid tapfer und fürchtet euch nicht, seht, da ist euer Gott.
Ist Jesus dieser Gott, der kommt? Und was wird er machen, wenn er kommt? Er wird die Augen der Blinden öffnen und die Ohren der Tauben öffnen, und den Sprachlosen wird er Sprache geben. Er wird Wasser in die Wüste bringen. Er wird Wasser in der Wüste hervorbrechen lassen.
In das Reich Gottes hinein, zurück nach Zion mit Gesang und Freude. Und er wird einen heiligen Weg oder einen Weg der Heiligkeit, der voll von Gesang ist, bis nach Jerusalem führen.
Also: Immer wenn ihr versucht seid zu denken, ob es wirklich wert ist, dann vergleicht Kapitel 34 und Kapitel 35. Kapitel 35 ist der große Höhepunkt dieser ganzen Einheit, angefangen bei Kapitel 28.
Und wir haben jetzt nur noch ein, zwei Dinge, die wir noch durchgehen wollen, bevor wir zum Ende kommen.

Historische Zuspitzung und das Ende mit Babylon

Kapitel 36 und 37 sind jetzt historische Berichte über den Angriff der Assyrer auf Jerusalem. Ich habe es gestern schon angedeutet, und wir gehen jetzt nicht in die Einzelheiten. Aber es ist eine wunderbare Geschichte, die man einmal durchlesen sollte.
Die Assyrer haben wirklich ihre Hausaufgaben gemacht. Sie haben ihren Botschafter ausgesandt, der für den General Sanherib spricht, und der hat gesagt: Gott wird euch nicht erretten. Er verspottet sie und fragt: Worauf habt ihr euer Vertrauen gerichtet? Und er sagt: Wenn ihr auf den Herrn, euren Gott, vertraut, wie ihr sagt, dann wisst, dass der Herr kein Wohlgefallen an euch hat. Denn er hat mich gesandt, sagt der König von Assyrien, um diese Stadt zu erobern.
Den Grund, den er gibt, ist, dass Hiskia viele dieser Götzenaltäre weggenommen oder vernichtet hat, die sein Vater Ahas errichtet hatte. Denn Gott hatte ja gesagt: Ihr sollt mich nur im Tempel in Jerusalem anbeten. Ihr könnt euch keine selbst gefertigten religiösen Schreine erstellen. Hiskia hat diese Schreine entfernen lassen, und die Heiden denken: Na gut, dann wird sein Gott sehr ungehalten sein.
Und Hiskia hat diese ganzen falschen Tempel oder falschen Altäre zerstört, und der König von Assyrien denkt: Na dann muss Gott doch mit ihnen zornig sein. Aber eigentlich gefällt Gott das sehr gut, denn das ist es, was er befohlen hat. Aber sie haben nicht die richtige theologische Schlussfolgerung gezogen. Also hat dieses Forschungsteam der Assyrer das richtig erkannt, aber falsche Schlüsse daraus abgeleitet.
So sagt er: Nun, erwartet nicht, dass Gott euch verteidigt. Alle heidnischen Götter wollen mehr und mehr Schreine. Ihr habt die Zahl reduziert. Gott ist nicht interessiert. Denn es heißt: Wie könnt ihr euch auf Gott verlassen? Die ganzen heidnischen Völker haben ja immer mehr Altäre gebaut.
Die Herausforderung, die Jesaja hier, also die Herausforderung, die Hiskia hier hat, ist die gleiche, die Ahas vor ihm hatte. Und er geht in den Tempel Gottes und betet, dass der Herr sich als der souveräne Herrscher über die ganze Welt offenbart. Jesaja wird zum König Hiskia gesandt und soll ausrichten, dass Gott das Gebet erhört hat und die Stadt erretten wird. Und dann gibt es diese ganz erstaunliche Befreiung, die wir uns schon angeschaut haben, am Ende von Kapitel 37.
Man würde jetzt erwarten, dass das Volk auf diese Befreiung antwortet, indem es Gott anbetet und lobt. Es war, weil Gott sie gesegnet hat, unabhängig davon, was sie getan haben. Aber Jesaja wird später im Buch schreiben, dass die Leute eigentlich gedacht haben, Gott hat sie einfach befreit, weil er sie segnen wollte, unabhängig von ihren Taten und ihren Handlungen.
Ihr Fehler war, dass sie dachten: Wozu ist Gott da? Er ist da, um uns zu retten, das ist es, wofür er da ist. Denn das Problem war, sie haben sich gedacht: Was soll Gott eigentlich machen, oder wozu ist er da? Na ja, er ist dazu da, uns zu retten. Was ist seine Arbeitsaufgabe? Israel zu befreien, egal was passiert.
Und denken das nicht heute auch viele Menschen, die sagen: Wozu ist Gott da? Na, mein Leben besser und angenehmer zu machen. Er sollte mein ganzes Leid und meine Schwierigkeiten wegnehmen. Wenn es einen Gott gibt, dann warum stoppt er nicht all das Leiden und das Böse in der Welt? Hört man das nicht die ganze Zeit? Wenn es einen Gott gibt, sollte er nicht das ganze Leid und die Schwierigkeiten in der Welt wegnehmen?
Und genau das ist der Fehler, den diese Menschen gemacht haben. Obwohl Gott sie befreit hat, haben sie ihm nicht wirklich vertraut.
Und jetzt wenden wir uns den letzten zwei Kapiteln zu, Kapitel 38 und 39. In Kapitel 38 erfahren wir von einer Krankheit, die Hiskia befallen hat und die lebensbedrohlich erscheint. Und was er in Kapitel 38 tut, ist, dass er sich an Gott wendet und ihn bittet, dass er ihn heilt und sein Leben erneut verlängert. Durch Jesaja wird ihm ausgerichtet, dass er fünfzehn Jahre zu seinen Lebenstagen hinzufügen wird. Und indem er dem König jetzt noch mehr Jahre hinzugibt, lässt er auch der Stadt Jerusalem noch mehr Jahre.
Wir sehen das in Kapitel 38, Vers 6. Gott gibt ihm auch ein Zeichen als Signal oder als Hinweis, dass sein Wille erfüllt wird. Und tatsächlich erfüllt Gott das Versprechen, und Hiskia wird geheilt. Und in dem Gedicht, das hier wiedergegeben wird, dem Lobesgedicht aus Vers 10 bis 20, sehen wir ein wunderbares Fenster in die Seele von Hiskia, wie er auf Gott vertraut hat.
Er hat Gottes Befreiung auf wunderbare Weise erfahren, aber er ist nicht vollkommen. Und Kapitel 39 zeigt die andere Seite seines Charakters. Denn es gibt einen gewissen Merodach-Baladan in Kapitel 39, Vers 1. Er ist der Sohn des Königs von Babylon, und Babylon ist jetzt die größte, dominante Macht, würde ich sagen.
Und dieser Merodach-Baladan ist der Sohn von Baladan, der wiederum der König von Babel ist, was jetzt die neue große, mächtige Nation ist. Und indem die assyrische Armee durch Gottes Hand zerstört wurde oder sehr niedergeschlagen wurde, gibt es jetzt für Babylon die Möglichkeit, diese Lücke zu füllen. Und Babylon schickt jetzt Gesandte zu Hiskia nach Jerusalem, um ihn zu beglückwünschen und auch Freundschaft mit Juda zu schließen, denn das wird ihnen vielleicht helfen, das assyrische Reich noch weiter einzunehmen.
Und Hiskia ist dadurch sehr geschmeichelt. Er ist erst ein kleiner König im Mittleren Osten, und hier kommt der Sohn des großen Kaisers auf ihn zu. Und wenn man geschmeichelt ist, dann überhebt man sich. Und er nimmt jetzt diese Gesandten und zeigt ihnen, was für ein reicher kleiner König er ist.
In Vers 2 sehen wir das: das Schatzhaus, das Silber, das Gold, die Gewürze, das kostbare Öl, sein ganzes Zeughaus, alles hat er ihnen gezeigt. Und das Ende ist hier sehr vielsagend: Es gab nichts in seinem Haus und im ganzen Bereich seiner Herrschaft, das Hiskia ihnen nicht gezeigt hätte.
Und sie machen natürlich mentale Notizen und sagen: Das werden wir einnehmen, oder das können wir haben, wenn wir Juda einnehmen. Ah, da ist das Silber und Gold versteckt. Wurde dir, Hiskia, nicht gesagt, dich nicht auf andere Nationen zu verlassen?
Und dann klopft Jesaja an. Die erste Frage ist: Wer waren eigentlich diese Männer, woher kamen sie? Er weiß natürlich, woher sie gekommen sind, aber er lockt es hier aus Hiskia heraus, dass sie von Babylon gekommen sind. Die sind sehr an uns interessiert in Brüssel. Das sind die wichtigen Leute an den wichtigen Orten. Ich wollte jetzt nicht etwas gegen die Europäische Union sagen. Aber wir haben ähnliche Sachen, nicht wahr?
Und er fragt dann: Was hast du ihnen gezeigt? Na, alles. Und dann schaut euch das Ende von Vers 4 an. Hiskia sagt: Es gibt nichts in meinen Schatzkammern, was ich ihnen nicht gezeigt hätte. Und jetzt lasst uns noch einmal darauf schauen, was Jesaja am Ende von Vers 6 antwortet: Es wird nichts übrig bleiben, spricht der Herr. Warum? Weil die Zeit sicher eintreten wird, wo alles, was du hast, nach Babylon getragen wird. Nicht Assyrien wird Jerusalem zerstören, sondern Babel. Und es wird sogar noch schlimmer: Von deinen Söhnen, sagt Vers 7, wird man welche nehmen, und sie werden Eunuchen oder Kämmerer im Palast des Königs werden.
Damit hört ja die davidische Linie auf. Was wird also mit Gottes Verheißung, mit Gottes Zielen? Wie antwortet hier Hiskia? Er erkennt an, dass es das Wort des Herrn ist, dass es gut ist, dass es wahr ist. Ja, er freut sich, dass das Wort nicht zu seinen Lebzeiten eintritt. Er atmet auf und freut sich, dass es erst später eintritt.
Aber der erste Teil dieses Buchs endet mit diesem ominösen Wort: Babylon. Der erste Teil dieses Buchs hört jetzt mit diesem ominösen Wort auf: Babylon. Mit Glauben an Gott, obwohl Hiskias Regierung eigentlich eine gute war, in der er auf Gott vertraut hat, kommt sie zu einem Ende in einer sehr unklaren Situation. Weder das eine noch das andere. Friede und Sicherheit zu meinen Lebzeiten, aber schaut, was in der Zukunft passieren wird.
In dem Heft gibt es noch die messianischen Passagen. Auf die werde ich jetzt nicht eingehen, sondern am Samstag noch einmal zurückkommen. Man kann sich das aber auch schon einmal anschauen, und die Fragen kann man, wie gesagt, hier in den Kasten werfen. Ich möchte für heute jetzt noch einmal zum Abschluss beten.
Also ich schlage vor, dass wir jetzt die letzten zwei, drei Minuten benutzen, um für uns persönlich, ganz individuell, zu beten. Wir haben uns viele Verse des Glaubens dieses Morgens angeschaut, und das Einfachste, was passieren kann, ist, dass sich unsere Herzen verhärten. Das einzige, was ich tun muss, um ein hartes Herz zu bekommen, ist, die Bibel zu verstehen, ohne etwas damit zu tun. Denn der Normalzustand meines Herzens ist Herzenshärte.
Deswegen wäre es schön, wenn wir jetzt einfach einmal fragen: Was hat der Herr uns gezeigt, was hat er mir gezeigt? Und das wirklich ins Herz zu beten.