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Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist? (6/10)

Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist?, Teil 6/10
05.04.2026
SERIE - Teil 6 / 10Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist?
Richtig und falsch sind keine Bauchfrage. Die Predigt fragt: Wer setzt den Maßstab – du, die Gesellschaft oder Gott? Und warum scheitern wir trotz bester Vorsätze immer wieder?

Einleitung: Die Frage nach Maßstab und Orientierung

Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist? Von Chris Morphew. Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt, Nachfolge praktisch. Dein geistlicher Impuls für den Tag. Mein Name ist Jürgen Fischer, und ich habe Urlaub. Deshalb diese exklusive Lesung.

Kapitel sechs

Ist es möglich, wirklich gut zu sein?

Lass uns einen Moment innehalten und wiederholen, worüber wir bisher nachgedacht haben. Die Welt ist voller widersprüchlicher Vorstellungen darüber, was richtig und falsch ist. Es ist sicherlich nicht schwer, sich auf ein paar grundlegende Moralvorstellungen zu einigen, denen jeder zustimmen kann. Trotzdem bleiben einige wichtige Fragen offen.

Zunächst: Selbst wenn wir uns über die grundlegenden Ansichten einig sind, haben wir uns deswegen noch lange nicht darüber geeinigt, wie wir diese Vorstellungen im Alltag umsetzen. Wenn wir uns zum Beispiel darin einig sind, dass wir einander lieben sollen, jedoch unterschiedliche Vorstellungen von der konkreten Umsetzung haben, sind wir uns dann überhaupt einig?

Wer bestimmt, was gilt?

Was können wir also tun? Wir mussten schon die Möglichkeit verwerfen, jedem seine eigene Definition von richtig und falsch zuzugestehen. Denn früher oder später reicht es nicht mehr aus, wenn wir uns einig sind, dass wir uns nicht einig sind.

Wir alle halten bestimmte Dinge für absolut richtig oder falsch, ganz egal, was die anderen sagen. Aber auch wenn wir gemeinsam eine Definition von richtig und falsch erarbeiten, werden wir scheitern. Denn selbst wenn wir es irgendwie schaffen würden, alle auf dieselbe Seite zu ziehen, bliebe immer noch die Frage: „Sagt wer?“

Auf diese Frage gibt es im Grunde nur zwei Antworten. Die erste Antwort lautet: „Wir sagen das.“ Damit geben wir zu, dass unser Konzept von „richtig“ und „falsch“ letzten Endes nur eine Reihe von Regeln ist, auf die wir uns geeinigt haben. Es ist also nichts endgültig richtig oder falsch, und wir können unsere Meinung später durchaus wieder ändern.

Aber glaubst du das? Glaubt das irgendjemand?

Die zweite Antwort lautet: „Jemand anderes sagt das.“ In diesem Fall müssen wir zugeben, dass es eine höhere moralische Instanz, einen Maßstab außerhalb von uns, für richtig und falsch gibt, der immer gleich bleibt, unabhängig von unserer Meinung.

Wie ich schon sagte, denke ich, dass wir hier Gott ins Spiel bringen müssen.

Gottes Maßstab und der Sinn des Menschen

Denn meines Erachtens kann man nur herausfinden, ob ein Mensch richtig oder falsch lebt, wenn man weiß, wofür der Mensch da ist.

Obwohl es offenbar unzählige Vorstellungen über Gott gibt, glaube ich, dass die biblische Darstellung von Gott, der sich klar und deutlich in Jesus offenbart hat, unserem Leben, unserer Welt und unseren tiefsten Instinkten in Bezug auf richtig und falsch in einer Weise Sinn verleiht, wie es nichts anderes vermag.

Zum einen bestätigt die biblische Darstellung unsere Vermutung, dass wir aus einem bestimmten Grund hier sind. Selbst diejenigen unter uns, die glauben, das Leben habe keinen tieferen Sinn oder Zweck, leben trotzdem so, als ob es einen gäbe. Und der Gott der Bibel sagt: Du hast vollkommen recht. Er offenbart, dass du nicht einfach ein kosmischer Zufall bist, sondern dass du aus einem bestimmten Grund und für einen bestimmten Zweck hier bist.

Egal, wofür wir unsere Zeit und Energie sonst noch einsetzen, ich glaube, die meisten von uns ahnen, dass der wahre und beste Zweck, dem wir unser Leben widmen können, die Liebe ist. Und wieder sagt der Gott der Bibel: Du hast vollkommen recht. Er erklärt, dass die Liebe nicht einfach eine nette Idee ist, sondern der Grund, aus dem heraus wir erschaffen wurden.

Demnach muss richtig als die Liebe zu Gott und zu anderen definiert werden, und die Definition von falsch umfasst alles, was dem widerspricht.

Das erste Scheitern und seine Folgen

Natürlich besteht, wie schon gesagt, ein grosser Teil des Problems darin, dass wir uns nicht alle einig sind, wie die Liebe im alltäglichen Leben auszusehen hat. In Jesus ist Gott jedoch persönlich auf die Erde gekommen, um uns genau das zu zeigen. In Jesus hat Gott uns das unglaublichste Vorbild der Liebe gegeben, das die Welt je gesehen hat.

Allerdings führt uns das direkt zu unserem nächsten grossen Problem. Selbst wenn wir ein perfektes Vorbild haben, gibt es immer noch einen grossen Unterschied zwischen dem Wissen, was richtig ist, und dem Tun des Richtigen. Wenn uns völlig klar ist, was richtig ist, warum fällt es uns dann so schwer, es auch umzusetzen?

Auf den ersten Seiten der Bibel lesen wir eine Geschichte über die ersten Menschen, die Gott erschaffen hat. Diese Geschichte erzählt zugleich über den Zustand aller Menschen. Es beginnt damit, dass Gott die Menschen nach seinem Ebenbild erschafft, 1. Mose 1,27, damit sie seine vollkommene Liebe und Güte in dieser Welt widerspiegeln und mit ihm zusammen seine Schöpfung regieren und erhalten, 1. Mose 1,28.

Gott gibt den ersten Menschen ein Zuhause, in dem sie leben können. Schon mit ihrem Einzug werden sie vor eine Entscheidung gestellt. Sie haben die Wahl zwischen zwei Sorten von Früchten: solchen, zu deren Genuss Gott sie auffordert und einlädt, und anderen Früchten von einem bestimmten Baum, vor deren Verzehr Gott sie warnt, weil dieser zum Tod führt, 1. Mose 2,16-17.

Das mag dir vielleicht etwas seltsam vorkommen, aber lass dich nicht von den Früchten irritieren. Denn die eigentliche Frage, die Gott stellt, lautet: Lassen die ersten Menschen zu, dass Gott und seine vollkommene Liebe Gut und Böse definieren? Oder werden sie an seiner Liebe zweifeln und ihre eigene Version von Richtig und Falsch entwerfen?

Der Bruch mit Vertrauen und Liebe

Die ersten Menschen treffen ihre Entscheidung. Zuerst zweifeln sie an Gottes Liebe. Sie glauben der Lüge, dass Gott nicht gut ist oder zumindest nicht so gut, wie er sein könnte. Sie halten es für möglich, dass er ihnen etwas vorenthält und sie vom wahren Glück abhält, dass sie besser dran wären, wenn sie selbst die Führung übernehmen würden.

So beschließen Gottes erste Menschen, eine eigene Definition von Gut und Böse aufzustellen. Sie essen die Frucht, von der zu essen Gott ihnen verboten hat. Sie lehnen Gott ab und sind ungehorsam. Sie nehmen das, was Gott als falsch bezeichnet hat, und nennen es richtig. Sie sehen das, was Gott als richtig bezeichnet hat, lassen es aber links liegen.

Ihr Versagen, Gottes Liebe zu vertrauen, entwickelt sich zu einem Versagen, Gott so zu lieben und zu gehorchen, wie er es verdient. Das schlägt sich im weiteren Verlauf der Erzählung darin nieder, dass auch ihre Liebe füreinander versagt. Indem sie Gott den Rücken zuwenden, verlassen Gottes erste Menschen die gesunde Beziehung mit ihm, die gesunde Beziehung miteinander und das erfüllte, freie, ewige Leben, für das sie erschaffen wurden.

Am Ende umfasst die Strafe für die Ablehnung des Gottes, der ihnen das Leben schenkt, genau das, was zu erwarten war und wovor er sie gewarnt hat: den Tod. Wenn der Sinn des Lebens die Liebe ist, ergibt sich daraus nicht zwingend logisch, dass ein Versagen in der Liebe den Tod zur Folge hat. Genau das ist damals passiert.

Warum wir alle betroffen sind

Doch in dieser Geschichte geht es nicht nur um die ersten Menschen. Erinnerst du dich an den Vergleich, dass unsere zerstörte Fähigkeit, richtig und falsch zu erkennen, einem kaputten Kompass gleicht, der nicht mehr nach Norden zeigt? Jetzt weisst du, warum.

Wir tun uns deshalb so schwer, das Richtige zu erkennen, beziehungsweise zu tun, nachdem wir es erkannt haben, weil wir in unserem Inneren an dieselbe Lüge glauben wie die ersten Menschen. Vielleicht bezweifeln wir, dass es Gott überhaupt gibt. Oder wir glauben an seine Existenz, vertrauen aber nicht darauf, dass er uns wirklich liebt, jedenfalls nicht so sehr, wie er es könnte.

Wenn er uns nun mitteilt, was wirklich richtig und falsch ist, werden wir ihn entweder ignorieren oder bewusst zurückweisen. Denn wir denken, dass wir glücklicher sein werden, sobald wir unsere eigene Definition finden. Nach diesem Denken handeln wir auch. Allerdings endet dieser Weg immer in einer Katastrophe.

Warum? Weil Gott Liebe ist. Er ist vollkommen liebevoll, und er ist unser perfekter Massstab dafür, wie wahre Liebe und Güte aussehen. Das bedeutet, dass ein göttlicher Lebensstil, richtiges Handeln, das Beste für uns und der Weg zu wahrer Freiheit und echtem Glück nicht vier verschiedene Kategorien sind. Sie bezeichnen jeweils exakt dasselbe.

Der von Gott gegebene Lebensstil ist der richtige. Er ist das Beste für uns und der Weg zu wahrer Freiheit und echtem Glück. Das Problem ist nur, dass niemand von uns daran wirklich glaubt. Keiner von uns setzt genug Vertrauen in Gottes vollkommene Liebe, um tatsächlich so zu leben, als ob es wahr wäre, genug, um so mit Gott umzugehen, als ob es wahr wäre.

Wir lieben Gott untereinander nicht, zumindest nicht in dem vollkommenen Mass, das Jesus als den Sinn unseres Daseins angibt, Matth. 22,37-39. Denn selbst wenn wir nach aussen hin das Richtige tun, sind unsere Motive oft völlig durcheinander.

Auf diese Weise entpuppt sich die Geschichte über die ersten Menschen als ein perfektes Bild für die Situation, die für uns alle die Ausgangslage ist: getrennt von einer gesunden Beziehung zu Gott, getrennt von gesunden Beziehungen zueinander und getrennt von dem erfüllten, freien, ewigen Leben, für das wir erschaffen wurden.

Jesus als Antwort und neuer Anfang

Aber die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende. Man sagt, niemand sei perfekt, doch zum Glück gibt es eine Ausnahme.

Jesus war der einzige Mensch in der gesamten Menschheitsgeschichte, der Gottes Definition von richtig und falsch vollkommen vertraute und sie konsequent auslebte. Er war der Einzige, der Gott, seinen Vater, und alle Nächsten um sich herum vollkommen liebte. Jesus ist der einzige wahrhaftig und vollkommen gute Mensch.

Wenn Jesus also nur gekommen wäre, um uns als Vorbild zu dienen, hätte uns das nicht viel geholfen. Denn Jesus ist zu gut. Es ist unmöglich für uns, jemals an diesen perfekten Standard der Liebe heranzukommen.

Doch Jesus ist nicht auf die Welt gekommen, um uns zu zeigen, wie wir richtig leben können. Er ist gekommen, weil er wusste, dass wir es nicht können. Als Jesus dieses perfekte Leben lebte, lebte er es für uns. Und als Jesus starb, als er verhaftet und zu Unrecht beschuldigt, geschlagen und am Kreuz getötet wurde, tat er auch das für uns.

Am Kreuz gab Jesus, der einzige Mensch, der immer alles richtig gemacht hat, sein Leben hin, um für all das zu bezahlen, was wir übrigen Menschen falsch gemacht haben. Er bezahlte die Strafe für all die zahllosen Wege, auf denen wir uns weigern, Gottes Definition von richtig und falsch zu vertrauen. Er bezahlte für den von uns verursachten Schaden, der beim Versuch der Erfindung einer Moral ohne Gott entstand. Römer 6,23; 2. Korinther 5,21

Jesus starb, damit uns vergeben werden kann. Danach stand Jesus von den Toten auf und bewies damit, dass er uns den Weg zurück zu Gott freigemacht hat.

Vergebung, Verwandlung und Dankbarkeit

Nun kann jeder, der sein Vertrauen auf Jesus setzt, jeder, der zu Gott umkehrt und zugibt, dass er der vollkommenen Liebe, für die Gott ihn erschaffen hat, nicht gerecht geworden ist, und ihn um Vergebung bittet, wieder als Freund Gottes begrüßt werden. Das basiert allerdings nicht auf seinen guten Werken, sondern allein auf der Güte und dem guten Werk Jesu. Römer 3,21-26 und 10,9.

Konkret heißt das: Ganz gleich, wie sehr du es vermasselt hast. Ganz gleich, wie oft oder wie vollständig du Gottes Vorstellung von richtig und falsch ignoriert und versucht hast, Gut und Böse für dich neu zu erfinden. Du kannst immer noch zu Jesus kommen und Vergebung von demjenigen empfangen, dessen vollkommene Liebe niemals endet.

Wenn wir unser Vertrauen auf Jesus setzen, kommt Gottes eigener Geist, um in uns zu leben und uns zu helfen, immer mehr an die Wahrheit seiner Liebe und Güte zu glauben. Jeden Tag verwandelt er uns in die Art von Menschen, die Gottes perfekte Definition von richtig und falsch konsequenter ausleben können. Römer 5,5, Johannes 14,26-27, Hesekiel 36,27, Galater 5,24-25.

Dabei geht es nicht darum, uns Gottes Liebe und Annahme zu verdienen, sondern die Dankbarkeit gegenüber Gott auszudrücken, dass wir dank Jesus bereits alles haben.

Abschluss und Gebet

Das war’s für heute. Bitte bete für evangelistische Verteileinsätze, die rund um Ostern stattfinden, dass Menschen berührt werden und verstehen, warum sie Jesus brauchen.

Der Herr segne dich. Erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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