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Warum ist es wichtig Gott zu kennen

Psalm 46,1105.01.2003
SerieTeil 1 / 10Das Wesen Gottes
Gott kennen ist kein Extra. Wer ihn wirklich erkennt, wird innerlich stark, bleibt eher vor Sünde bewahrt und findet die Freude, die im Alltag sonst fehlt.

Einführung in den Psalm und die Einladung zur Stille

 Psalm 46 und den elften Vers, Psalm 46,11: „Lasset ab und erkennt, dass ich Gott bin. Ich werde erhöht sein unter den Völkern, erhöht auf der Erde. Der Herr der Heerscharen ist mit uns, eine Festung ist uns der Gott Jakobs.“
Gott sagt hier: „Lasset ab und erkennt, dass ich Gott bin.“ Das wollen wir jetzt tun, in der nächsten Stunde und auch morgen. Wir wollen bewusst ablassen von den anderen Dingen und uns darauf konzentrieren, dass er Gott ist. Das ist das größte Thema, das es gibt. Ein größeres kann die Bibel nicht bieten.
Das größte Thema: Wer ist Gott überhaupt? Gott als Thema. Und wir wollen beten, dass Gott uns hilft, dass wir ihn erkennen, dass wir ihn mehr erkennen.
Heute Abend habe ich sieben Punkte für euch über die Wichtigkeit, Gott zu erkennen. Und morgen werden wir dann über einzelne Punkte von dem Wesen Gottes sprechen oder auch darüber nachdenken. Das eine wird sein: Gott ist Geist, das andere: Gott ist groß, das andere: Gott ist Licht und das andere: Gott ist Liebe. Das sind alles Sätze, die in der Bibel vorkommen, und danach wollen wir das dann morgen tun.

Ein Blick auf das Vorbild der Gottesbetrachtung

Heute möchte ich am Anfang ein Zitat von einem berühmten Prediger anführen, der Folgendes gesagt hat:
Das eigentliche Studium eines Christen gelte der Natur Gottes. Die höchste Wissenschaft, die erhabenste Vorstellung, die je ein Kind Gottes voll ergreifen kann, sei der Name, die Natur, die Person, das Werk, das Handeln und das Vorhandensein des großen Gottes, den es seinen Vater nennt.
In der Betrachtung des Göttlichen liegt etwas ungemein Erhebendes für den Geist. Es ist ein so großer Gegenstand, dass all unsere Gedanken sich in seiner Unermesslichkeit verlieren, so tief, dass all unser Stolz in seiner Unergründlichkeit untergeht. Kein Gegenstand der Betrachtung ist geeigneter, den Geist zur Demut zu bringen, als der Gedanke an Gott.
Doch gleichermaßen, wie dieser Gegenstand den Geist demütigt, so erweitert er ihn auch. Wer oft an Gott denkt, hat einen weiteren geistigen Horizont als der, der immer nur auf seinem engen Globus herumtappt. Das allerbeste für eine Erweiterung der Seele ist die Wissenschaft von Christus und seinem Kreuzestod sowie das Wissen um die Natur Gottes in der erhabenen Dreieinigkeit.
Nichts wird die geistigen Fähigkeiten in größerem Umfang entfalten, nichts die menschliche Seele mehr erhöhen als die demütige, ernsthafte und andauernde Beschäftigung mit dem großartigen Gegenstand des Göttlichen. In der Betrachtung Christi liegt ein Balsam für jede Wunde. Im Nachdenken über den Vater liegt Beruhigung für jedes Leid, und im Wirken des Heiligen Geistes liegt Trost für jeden Schmerz.
Sollen deine Sorgen sich verlieren? Sollen deine Ängste versinken? Dann geh hin, wirf dich in den tiefsten Ozean Gottes, verliere dich in seiner Unermesslichkeit, und dann wirst du dich wiederfinden, wie nach einer kurzen Ruhepause erfrischt und gestärkt. Und kenne nichts, das der Seele so gut tut, das so die hohen Wogen von Sorge und Leid beruhigt, das so die Stürme der Prüfungen beschwichtigt, als gläubiges Bedenken des Göttlichen.
Das ist es, wozu ich dich heute einlade.
Der Prediger, ihr dürft dreimal raten, das war Spurgeon, 1855.

Warum die Erkenntnis Gottes so wichtig ist

Also, heute Abend wollen wir darüber nachdenken, warum es wichtig ist, Gott zu erkennen. Spurgeon hat uns schon einiges dazu gesagt. Gott sagt uns, dass es wichtig ist, dass wir still werden, nach der Lutherübersetzung: „Werdet stille und erkennt, dass ich Gott bin.“ Psalm 46,11.
Es ist also Stille nötig, und es ist Zeit nötig, damit wir Gott erkennen. Und Gott weiß, dass es sehr, sehr wichtig ist, dass wir Gott erkennen. Warum? Hier einige Punkte.

Freude und Ehre für Gott

Erster Punkt: Damit wir ihm Freude machen.
Das steht in Hosea 6,6. Deshalb ist es wichtig, dass wir Gott kennenlernen und noch besser kennenlernen. Nicht nur kennenlernen, sondern auch weiter in der Erkenntnis wachsen.
In Hosea 6,6 heißt es: Ich habe Lust an der Erkenntnis Gottes und nicht an Brandopfern. Ich habe jetzt einen Teil des Verses ausgelassen, nach der alten Elberfelder Übersetzung: Ich habe Lust an der Erkenntnis Gottes und nicht an Brandopfern.
Gott hat Lust daran, Gott hat Freude daran, wenn Menschen ihn erkennen. Das steht hier in dem Text. Mehr als an Brandopfern. Es ist seine größte Freude, wenn er sieht, wie Menschen, die er erschaffen hat, ihn kennenlernen, mehr und mehr. Denn er weiß, dass das das Höchste ist, das Schönste für seine Geschöpfe, die er gemacht hat: wenn sie ihn kennenlernen, weil er der Schönste, der Höchste und der Wunderbarste ist.
Deshalb ist es so wichtig. Wir machen ihm dadurch Freude.
Zweitens: Damit wir ihm Ehre bereiten.
Damit wir Gott Ehre bereiten, ist es wichtig, dass wir Gott kennen. Denn wer Gott kennt, der denkt groß von ihm. Wer weiß, wie groß Gott ist, der denkt groß von ihm, und der wird ihm auch großes Zutrauen. Das sieht man in Daniel 3, wie diese Männer etwas Großes Gott zugetraut haben, bevor sie in den Feuerofen kamen, als sie zu Nebukadnezar gesagt haben: Für unseren Gott ist es ein Leichtes, uns zu retten. Und wenn nicht, dann ist es auch in seiner Hand.
Wer Gott kennt, der wird ihn also ehren, der wird ihn preisen, der kann gar nicht anders. Wer Gott wirklich kennenlernt, der kann nicht anders, als ihm zu danken, ihn zu ehren, ihn zu preisen. Und wer Gott kennt, der wird Frucht bringen, und auf diese Weise wird Gott verherrlicht werden.
Das hat der Herr Jesus schon gesagt in Johannes 15. Hierin wird der Vater verherrlicht, indem die Reben Frucht bringen, viel Frucht bringen. Also: Wer Gott kennt, der wird Gott preisen, wird Gott ehren, wird Frucht bringen, und das wird ihm Ehre bereiten. Hierin wird der Vater geehrt. Das war Johannes 15,7.

Stärke durch Gotteserkenntnis

Dazu habe ich noch: Wer Gott kennt, wird sich stark erweisen. Das gehört auch noch zu diesem Punkt. Das steht in Daniel 11,32. Das Volk, das seinen Gott kennt, wird sich stark erweisen. Das Volk, das seinen Gott kennt, wird stark sein, weil es weiß: Wenn jemand Gott kennt, dann wird er innerlich stark sein, weil er weiß, mit wem er es zu tun hat.
Übrigens steht das Gleiche auch im Neuen Testament, an einer Stelle, die sehr schnell überlesen wird. Die sollten wir vielleicht auch noch dazu aufschlagen. Gott wird geehrt, wenn wir ihn kennenlernen. Wir wollen Gott kennenlernen, damit er durch uns Ehre bekommt. Und Gott wird geehrt, wenn wir Frucht bringen. Gott wird geehrt, wenn wir uns stark erweisen. Und wenn wir ihn kennen, dann werden wir uns stark erweisen.
 Kolosser 1,9-11 ist eine Stelle, die je nachdem, wie sie in eurer Übersetzung steht, etwas anders wiedergegeben ist. Ich lese einmal Kolosser 1,9. Da schreibt der Apostel Paulus: Deswegen hören wir auch nicht auf, seit dem Tag, da wir es gehört haben, für euch zu beten und zu bitten, damit ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller Weisheit und geistlichem Verständnis, um einen Wandel zu führen, der des Herrn würdig ist, zu allem Wohlgefallen, indem ihr in jedem guten Werk Frucht bringt und, und jetzt kommt es, zur Erkenntnis Gottes hin wachst.
Das sollte eigentlich so dort übersetzt werden. Ich weiß, dass die meisten Übersetzungen hier etwas wie „in der Erkenntnis“ oder etwas Ähnliches haben. Zur Erkenntnis Gottes hin sollen sie wachsen, das ist der Wunsch von Paulus. Zur Erkenntnis Gottes hin wachsen und so in aller Kraft nach der Macht seiner Herrlichkeit gekräftigt werden. Also: Indem man zur Erkenntnis Gottes hinwächst, indem man Gott mehr und mehr und mehr kennenlernt, wird man in demselben Maß auch gestärkt, in aller Kraft nach der Macht seiner Herrlichkeit gekräftigt.
Gut, das war nur, um zu zeigen, wie wichtig es ist, dass wir Gott kennen. Wenn wir Gott kennen, dann werden wir ihm Ehre bereiten. Dann werden wir kraftvoll und fruchtbar sein, und das wird Ehre für Gott sein.

Bewahrung vor Sünde und die Gefahr der Unkenntnis

Dritter Punkt: Warum ist es wichtig, dass wir Gott kennen? Oder allgemeiner gesagt: dass man Gott kennt. Im Thessalonicherbrief steht, dass man verloren geht, wenn man Gott nicht kennt. Es ist also wichtig, weil man ohne diese Erkenntnis Gottes verloren geht. Ein Mensch, der Gott nicht kennt, geht verloren; das steht in 2. Thessalonicher 1,8. Das Kennen Gottes ist sozusagen die Eintrittskarte in den Himmel.
In 2. Thessalonicher 1,8 ist von der Wiederkunft des Herrn Jesus und vom Gericht die Rede. Dort heißt es, dass er mit Feuerflamme gerechte Vergeltung gibt denen, die Gott nicht kennen oder nicht zu schätzen wissen, die Gott nicht wirklich kennen, und denen, die der guten Botschaft unseres Herrn nicht gehorchen. Das ist natürlich dieselbe Gruppe, nicht zwei verschiedene Gruppen. Sie kennen Gott deshalb nicht, weil sie der Botschaft nicht gehorchen, weil sie dem Herrn Jesus nicht gehorchen.
Deshalb ist es so ungeheuer wichtig, dass wir Gott kennen. Überhaupt ist es wichtig, dass Menschen Gott kennen. Und wir wissen aus der Schrift, aus einigen anderen Stellen, dass ein Mensch, wenn er zum Glauben kommt, Gott kennenlernt. Galater 4 sagt Paulus: Als ihr Gott kanntet oder vielmehr erkannt wurdet. Das bezieht sich auf die Bekehrung der Galater. Galater 4, ich weiß jetzt nicht den genauen Vers, vielleicht 8 oder so. Also: Es ist so entscheidend wichtig, dass man Gott kennt. Und wenn man ihn dann kennt, soll man wachsen in der Erkenntnis Gottes.
  1. Damit wir vor Sünde bewahrt bleiben.
Deshalb ist es wichtig, dass wir Gott kennen, damit wir vor Sünde bewahrt bleiben. Zum Beispiel 1. Korinther 15,34. Ein unscheinbarer Vers, den man auch gern überliest: 1. Korinther 15,34. Da redet Gott zu Gläubigen, nicht zu Ungläubigen. Dieser Korintherbrief ist an Christen gerichtet, und an diese Christen sagt er:
Ich lese schon von Vers 33 weg, 1. Korinther 15,33: Werdet nicht irregeführt oder lasst euch nicht irreführen. Schlechte Gesellschaft verdirbt gute Sitten. Werdet nüchtern und sündigt nicht, denn etliche sind in Unkenntnis über Gott. Zu eurer Beschämung sage ich das: Etliche kennen Gott nicht.
Und da redet er von den Christen in Korinth, nicht von den ungläubigen Korinthern. Das weiß er sowieso. Und das sind nicht nur ein paar, das sind viele. Aber er spricht hier von Leuten, die in der Gemeinde sind, das heißt, die wiedergeboren sind. Und er sagt: Etliche kennen Gott nicht wirklich und sind irgendwie eingeschlafen. Dann ruft er sie auf, wieder wach zu werden: Werdet nüchtern, hört auf zu sündigen.
Das zeigt uns: Weil sie gesündigt haben, waren diese Geschwister eingeschlafen in Bezug auf die Erkenntnis Gottes. Sie sollten sich schämen, es ist eine Schande. Sie waren in Unkenntnis über Gott. Sie hatten Gott schon als den Erretter erkannt, das ist schon richtig. Aber nachher war es irgendwie Pause.
Wenn wir wenig Erkenntnis von unserem Gott haben, dann stehen wir in Gefahr, dass wir sündigen. Das ist so. Je mehr wir von Gott wissen und je mehr wir Gott kennen, persönlich kennen, je mehr wir gewachsen sind in der Erkenntnis Gottes, desto mehr bewahrt uns das vor Sünde. Je mehr wir die Heiligkeit Gottes erkennen, desto mehr wird es uns schaudern, gegen diesen Gott zu sündigen. Oder je mehr wir die Liebe Gottes wirklich kennen, desto mehr wird es uns beschämen, dass wir gegen diesen Gott sündigen.
Und jede Sünde, die wir tun, ist eine Sünde gegen Gott. Das ist zuerst das Eigentliche. Ich habe gerade vor kurzem einen Vortrag über den Islam gehalten, und das ist der große Unterschied zwischen dem Islam und dem Christentum, dass die Sünde bei den Moslems nicht Gott betrifft. Der Allah, den sie haben, den kann das nicht berühren, wenn ein Mensch sündigt. Unsere Bibel sagt uns, dass es Gott schmerzt, wenn eines seiner Geschöpfe sündigt. Zum Beispiel 1. Mose 6,6: Es schmerzte ihn in sein Herz hinein, als er die Menschen vor der Sintflut sah. Es schmerzte ihn zutiefst.
Und Sünde ist in erster Linie gegen Gott. Wenn ich gegen meine Frau ein unfreundliches Wort sage, dann ist es eine Sünde gegen Gott gewesen. Man verletzt ihn. Und je mehr ich Gott kenne, je mehr ich ihn kennengelernt habe, desto mehr schreckt es mich zurück, dass ich sündige.

Persönliche Beispiele und die Wirkung des Gottesbildes

Ich erinnere mich an einen Bruder, der erzählt hat, dass es in Österreich zwei oder drei Schwestern gab, die, ich weiß nicht genau, einmal so ein bisschen die Welt schmecken wollten, irgendwie. Und sie sind dann tanzen gegangen und so weiter.
Er hat dann mit diesen Schwestern gesprochen. Er ist ein ganz einfacher Bruder, kein Lehrer und kein Prediger. Er ist ein ganz einfacher Bruder, aber doch ein sehr feiner Bruder. Er hat zu ihnen gesagt: Fürchtet ihr euch nicht, so etwas zu tun? Fürchtet ihr euch nicht vor Gott? Er hatte offensichtlich mehr Gotteserkenntnis als sie.
Unsere Gottesvorstellung wird unser Denken und unser Handeln prägen, das ist so. Je mehr wir Gott kennenlernen, desto mehr wird das unser Denken und unser Handeln prägen, unsere Ethik. Wenn ich eine Sünde tue und nicht davon lassen will, dann werde ich mit der Zeit meine Theologie ändern. Das ist das Einfachste. Und das wird auch geschehen. Nein, so ist Gott nicht. Das ist nicht so. Der ist schon nicht so kleinkariert.
Ich weiß nicht, ob ich das hier schon einmal erzählt habe: Ein junger Mann, den ich recht gut kannte, ist christlich aufgewachsen, und er war dann auch in der Leitung einer Gemeinde sogar tätig. Er war noch recht jung, damals vielleicht etwa fünfundzwanzig. Aber er war schon, jedenfalls im Bibelstundenhalten und so weiter, recht aktiv. Er hatte homosexuelle Neigungen, und er hat mir dann einmal von seinen Kämpfen erzählt.
Dann hat er mehr und mehr nachgegeben, und dann hat er sich verführen lassen, glaube ich. So war das jedenfalls. Er fiel natürlich in Sünde, wenn man sich verführen lässt. Und dann kämpfte er weiter. Dann kam er irgendwie in die homosexuelle Szene hinein, kämpfte aber innerlich weiter, weil sein Gewissen ihn anklagte.
Dann haben sich auch Geschwister um ihn bemüht, besonders einer, den ich gut kenne, hat sich sehr um ihn bemüht. Er ist ihm nachgegangen, hat mit ihm geredet, mit ihm stille Zeit gemacht, alles Mögliche, um ihm beizustehen in seinen Kämpfen. Und dann hat er mit den homosexuellen Kontakten gebrochen. Dann hat er mir erzählt, das sind seine Worte: Weißt du, Thomas, und dann habe ich, nach ich weiß nicht wie viel Zeit verstrichen ist, einige Zeit verstrichen, und nach irgendwelcher Zeit habe ich eine Anzeige in die Zeitung gegeben: Ich möchte einen homosexuellen Kontakt. Ich wusste genau, es ist nicht richtig. Aber ich wollte einfach wieder.
Weißt ihr, was dann passiert ist? Er kam hinein und hat nicht mehr aufgehört damit, ich glaube bis heute nicht, soviel ich weiß. Aber er hat seine Theologie geändert. Er sagt jetzt: Das, was die Bibel sagt über Homosexualität, das ist ja andere Homosexualität, das ist etwas anderes gemeint. Er hat seine Theologie geändert.
Also, das ist eine ernste Sache. Auf der einen Seite: Wenn ich locker bin mit der Sünde, werde ich meine Theologie über Gott ändern. Auf der anderen Seite: Wenn ich Gott mehr und mehr kennenlerne, dann wird das Auswirkungen haben auf mein Denken, auf meine Ethik und auf mein Tun. Ja, die Ethik ist ja das Tun, das Leben.
Je erhabener unsere Vorstellung von Gott ist, desto mehr wird dies Einfluss haben auf die Heiligkeit unseres Wandels und auf die innige Vertrautheit unseres Umgangs mit ihm. Es ist so wichtig. Das wird mich also vor Sünde bewahren.
Wenn ich Gott gut kennenlerne, dann möchte ich natürlich auch mit ihm Gemeinschaft haben, und auch das würde mich vor Sünde bewahren. Immer wenn ich mit Gott Gemeinschaft habe, würde mich das vor Sünde bewahren. Das war der vierte Punkt.

Freude an Gott und die Tiefe der Liebe

Also, es ist wichtig, Gott kennenzulernen, damit wir vor Sünde bewahrt bleiben.
Fünfter Punkt: Es ist wichtig, Gott kennenzulernen, damit wir an ihm Freude haben. Das will Gott. Gott will, dass wir glückliche Menschen sind. Er selbst ist ein glücklicher Gott; das werden wir vielleicht in diesen Tagen, in diesem Morgen noch, vielleicht auch sehen. Und Gott selbst ist ein glückseliger Gott, und er will, dass seine Kinder glückseliger sind. Er will, dass sie innerlich glücklich sind.
Und er weiss natürlich, woran seine Kinder die tiefste und eigentliche Freude haben: das ist an ihm selbst. „Habe deine Lust an dem Herrn“ – das weiss er, und deshalb sagt er das auch seinen Kindern. Und eben deshalb ist es wichtig, dass wir ihn kennen, damit wir an ihm Freude haben.
Ich kann nur an etwas Wunderschönem Freude haben, wenn ich weiss, dass es wunderschön ist. Ich kann nur an etwas Herrlichem mich ergötzen, wenn ich erkannt habe, dass es herrlich ist. Also nicht so, wie wir manchmal, wenn wir von vornherein schon bei den Kindern merken, dass sie sagen: Das ist nichts. Dann ist es halt nichts. Sie haben es auch gar nicht kennengelernt; sie sind schon von vornherein, was weiss ich, wie eingestellt.
Wir fahren auf einen Berg, und schauen uns die wunderschöne Schöpfung an. Und wenn die erste Einstellung ist: Das ist Käse, und das will ich nicht, und das ist nichts, und so weiter, das gefällt mir nicht, dann gefällt es ihnen nicht, weil sie es nicht kennenlernen, weil sie die Schönheit nicht wirklich sehen.
Also, das ist ja die höchste Freude für uns. Hier ein paar Bibelstellen: Das ist die höchste Freude für uns, wenn wir Gott kennenlernen.
 Psalm 73,25-26, ein berühmter Vers: „Wen habe ich im Himmel ausser dir? Und neben dir habe ich an nichts Lust auf der Erde.“ Stell dir das vor, stellen wir uns das vor: „Neben dir habe ich an nichts Lust auf der Erde.“ Den Asaf hätte ich gern kennengelernt, wenn er das sagen kann, so richtig Lust. Ich meine: so etwas, was mich wirklich erfüllt, das ist klar, das meint er. Neben dir habe ich an nichts so richtig Lust auf der Erde.
Und dann: „Vergeht mein Fleisch und mein Herz, so ist Gott meines Herzens Fels und mein Teil auf ewig.“
Oder andere Stellen: Jeremia 9,22-23. „Wer sich rühmt, der rühme sich dessen, Einsicht zu haben und mich zu kennen, dass ich Jahwe bin, der Güte, Recht und Gerechtigkeit übt auf der Erde; denn daran habe ich Gefallen.“ Dass Menschen erkennen, dass er Jahwe ist, daran habe ich Gefallen, spricht Jahwe, dass sie ihn erkennen, dass er der Herr ist, der die Güte und Recht und Gerechtigkeit übt auf der Erde. So steht es im Text. Daran hat er Gefallen, wenn Menschen erkennen, wie wunderbar er ist. Und das macht dann auch ihnen Freude.
 Psalm 16,2 als dritter Vers noch: Psalm 16,2. Das ist einer von David: „Ich habe zum Herrn gesagt: Du bist mein Herr; es gibt kein Glück für mich ausser dir.“ Gleich wieder Asaf: „Du bist mein Herr, du bist mein Jahwe; es gibt kein Glück für mich ausser dir.“
Also, damit wir Freude haben an ihm, ist es wichtig, dass wir ihn erkennen.

Liebe, Offenbarung und das Ziel des Glaubens

Ein sechster Punkt
Damit wir ihn noch mehr lieben, ist es wichtig, dass wir ihn kennen. Das ist ja das Gebot Gottes, und das war schon seit eh und je Gottes Gebot: dass wir Gott lieben. Das ist das grösste Gebot. So war es schon in Eden, im Paradies. Das Gebot lautete: Du sollst Gott lieben. Denn das heisst ja nichts anderes, als dass man sich wirklich nach ihm ausrichtet und dass er der Erste ist.
Guten Abend! Also, damit wir ihn mehr lieben, das war seit eh und je Gottes Gebot: dass wir ihn lieben, und zwar von ganzem Herzen. So war es unter dem Gesetz, so ist es unter der Gnade, und so wird es in aller Ewigkeit sein. Das ist das Höchste: ihn zu lieben.
Eine Stelle dazu: Man muss ja den kennen, den man lieben will. 1. Johannes 4,8. Also, es ist wichtig, dass wir Gott kennen, damit wir ihn mehr lieben können. Denn wenn man jemanden nicht kennt, dann kann man ihn nicht lieben. Es ist zumindest eine gefährliche Sache, jemanden zu lieben, den man nicht kennt. Aber bei ihm ist es so: Je mehr wir ihn kennenlernen, desto mehr werden wir ihn lieben.
Hier heisst es in 1. Johannes 4,8: Wer nicht liebt, der hat Gott nicht kennengelernt, der kennt Gott nicht. Wer nicht liebt, kennt Gott nicht. Wer Gott kennt, der wird ihn lieben. Wer nicht liebt, also wirklich, da ist natürlich im fortdauernden Sinne gemeint, aber der Gedanke ist trotzdem klar: Liebe hat mit Kennen zu tun. Man muss den kennen, den man liebt. Und wenn man Gott nicht liebt, sei es nun den Bruder nicht liebt oder Gott nicht liebt, dann ist das ein Beweis dafür, dass man ihn nicht kennengelernt hat. Warum? Weil Gott Liebe ist. Das steht auch noch in diesem Vers: weil Gott Liebe ist. Das werden wir morgen noch anschauen. Was muss das für ein Gott sein? Was muss das für eine Person sein, die wir, je mehr wir sie kennen, desto mehr lieben?
Es ist ja oft so, dass man einem Menschen begegnet. Gerade in der Ehe ist es so: Man ist sehr verliebt und heiratet, und man denkt, jetzt hat man die perfekte Frau. Oder umgekehrt denkt die Frau, sie habe den perfekten Mann. Und dann wacht man mit der Zeit auf, lernt den anderen kennen und lernt auch die Schattenseiten kennen. Bei Gott ist es so: Du lernst ihn kennen, und du lernst keine Schattenseiten kennen. Keine Schattenseiten, nichts, nichts, was irgendwie verkehrt wäre, nichts, was irgendwie ein Mangel an ihm wäre, gar nichts. Je mehr du ihn kennenlernst, desto mehr liebst du ihn.
Ich habe eine Meinungsverschiedenheit mit meiner Frau. Sie meint, dass wir, wenn wir Gott in der Ewigkeit sehen, die absolute Gotteserkenntnis haben werden. Und ich sage, wenn wir Gott in der Ewigkeit sehen, dann haben wir nicht die absolute Gotteserkenntnis. Ich weiss nicht, ob es dafür einen Beleg in der Bibel gibt, aber ich denke, dass es so ist. Das ist ja eine Meinung. Ich glaube, dass es so ist: Wenn wir eines Tages Gott sehen, Gott in die Augen schauen, dann werden wir ihn noch nicht in völliger Weise erkennen. Ich glaube sogar, dass es gar nicht möglich ist, dass ein Geschöpf den Schöpfer bis ins Letzte kennen kann. Das glaube ich. Ich glaube, dass das nicht möglich ist.
Aber ich glaube, dass wir ihn mehr und mehr und mehr kennenlernen, nicht nur hier auf dieser Erde, sondern auch in der Ewigkeit. Ich glaube, dass es da auch ein wachsendes Staunen gibt, von Tag zu Tag, wenn man so sagen darf, Tage in der Ewigkeit, von Ewigkeitstag zu Ewigkeitstag, dass wir mehr und mehr staunen werden, wer er ist.
Und es tut uns so gut, Geschwister, es tut uns so gut, wenn wir uns Gedanken machen über diesen Gott. Es ist eigentlich sehr, sehr schwer, über Gott zu lehren. Wir sind so völlig auf ihn angewiesen, dass er uns offenbart. Wir können eigentlich nur ein paar Bibelferse anschauen und uns Zeit nehmen, darüber nachzudenken. Aber wir können nicht einfach Fakten über Gott bringen, das hilft uns nicht, es ist zu wenig. Es muss der Herr sein, der uns die Augen öffnet, und das ist unser Gebet, dass er das tut.
Also, wir waren bei dem Thema: damit wir ihn mehr lieben. Johannes 14,21: Wer meine Gebote hat und sie bewahrt und sie hält, der ist es, der mich liebt. Und wer mich liebt, dem werde ich lieben, und ich werde mich ihm offenbaren.
Also, Gott will, dass wir ihn mehr und mehr erkennen und ihn mehr und mehr lieben. Und je mehr wir von ihm erkennen, desto mehr werden wir ihn lieben. Und wenn wir ihn lieben, werden wir seine Gebote halten. Und wenn wir seine Gebote halten, dann wird er sich uns mehr offenbaren. Und dann werden wir ihn mehr lieben. Und dann werden wir seine Gebote noch mehr halten. Und dann wird er sich uns mehr offenbaren. Und dann werden wir ihn mehr lieben. Merkt diesen Kreis. Das eine bedingt das andere.
Also, wer mit ihm seine Gebote hält, und das sind nicht nur die zehn Gebote, sondern das ist sein Wort, wer sich mit seinem Wort beschäftigt, der liebt ihn. Und wenn er sich mit dem Wort beschäftigt und es auch natürlich umzusetzen versucht, dann wird er auch wachsen in der Liebe zu Gott und in der Erkenntnis von Gott. Denn es heisst dann: Gott, ich werde mich ihm offenbar machen, ich werde mich ihm sichtbar machen, mehr und mehr für die inneren Augen sichtbar.
Also, wer meine Gebote hat und sie bewahrt und sie hält, der ist es, der mich liebt, und wer mich liebt, den werde ich lieben, und ich werde mich ihm offenbar machen. Das ist ein Kreislauf. Dieses Gebet wird der Herr erhören: Herr, ich bin bereit, zu tun, was du mir zeigst, und jetzt bitte ich dich, zeig du dich mir mehr. Und dann wird der Herr das erhören.

Das Ziel der Schöpfung und die Verwandlung des Menschen

Siebter Punkt, das ist der längste: Warum ist es wichtig, dass wir Gott kennen?
Es ist wichtig, damit wir das Ziel erreichen. Gott hat uns erschaffen, um ihn zu kennen. Gott hat uns erschaffen, um Christus zu kennen. Das ist das Ziel Gottes mit seiner Schöpfung. Er will, dass seine Schöpfung, seine Geschöpfe, in dem Fall die Menschen, ihn kennen. Das will er. Das ist sein erklärtes Ziel.
Das ist das ewige Leben. Das ist der Beginn des ewigen Lebens: Gott kennenzulernen. Und das ist auch die Fortsetzung, jeder Tag des göttlichen Lebens, des ewigen Lebens, also des christlichen Lebens. Denn wenn wir Christen werden, dann bekommen wir göttliches Leben. Und dieses göttliche Leben, das ist letztlich eine Person: Jesus Christus. Aber dieses göttliche Leben werden wir dann mehr und mehr kennenlernen.
 Johannes 17,3: Das ist das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den, den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.
Also: Gott hat uns erschaffen, damit wir Christus erkennen, damit wir Gott mehr und mehr erkennen. Hier gibt es eine ganze Reihe Bibelstellen. Ich führe sie jetzt einfach auf.
Paulus sagt in Philipper 3,7-8, dass er bereit ist, alles andere für Kot zu achten, um der Vortrefflichkeit der Erkenntnis Jesu Christi willen, um dieses übertreffenden Vorzuges willen, nämlich Christus zu erkennen. „Meinen Herrn, dessentwegen ich in Bezug auf dies alles Verlust und Schaden in Kauf nahm, und ich achte es für Unrat, für Kot, damit ich Christus gewinne und in ihm erfunden werde.“ Um ihn zu erkennen, oder zu kennen, um ihn zu kennen und die Kraft seiner Auferstehung, die Gemeinschaft seiner Leiden – das ist sein Ziel. Paulus’ Ziel ist es, Christus zu kennen und noch mehr zu kennen.
Gott will, dass wir wachsen in der Erkenntnis. 2. Petrus 1,2 und 2. Petrus 3,18. Der erste, der zweite und der letzte Vers im Petrusbrief. Gott will, dass wir wachsen: „Wachset in der Erkenntnis Jesu Christi“, 2. Petrus 3,18. Oder 2. Petrus 1,2: „Gnade werde euch vermehrt und Friede in Erkenntnis Gottes und Jesu Christi.“ Also: mehr und mehr Gnade durch mehr und mehr Erkenntnis.
Es gibt einen interessanten Vers im Neuen Testament, den man auch manchmal überliest. Da heißt es, dass Gott uns einen Sinn gegeben hat, um ihn zu kennen. Gott hat uns ein Denken gegeben. Als Christen hat Gott uns ein Denken gegeben, ihn zu kennen. Wo steht das? Nein? Wir haben Christi Sinn, das ist 1. Korinther 2 am Ende. Das ist auch ein ähnlicher Vers, ja, 1. Korinther 2. Aber wohl: Er hat uns einen Sinn gegeben, dass wir erkennen den Wahrhaftigen, und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben. Ja, 1. Johannes, ja, vorletzter Vers. 1. Johannes 5,20.
Der letzte Vers heißt: „Hütet euch vor den Götzen.“ Schaut, dass ihr ihn erkennt, und hütet euch vor eigenen Götzenbildern, vor eigenen Gottesbildern. Habt ihr gemerkt, man spricht heute von Gottesbildern. Ja, welches Gottesbild hast du? Es ist die Gefahr, dass das Gottesbild zu einem Götzenbild wird. Es ist Gefahr. Johannes weiß das. Deshalb sagt er: Hütet euch vor den Götzenbildern.
Im vorletzten Vers sagt er, wir haben einen Sinn bekommen, den wahren Gott zu kennen, in Jesus Christus. Er hat uns tatsächlich einen Sinn gegeben. Wenn wir wiedergeboren sind, wenn wir Christen geworden sind, hat er uns einen Sinn, ein Denkvermögen gegeben. Das griechische Wort ist hier, man tut sich schwer, wie man das übersetzen soll, aber Denkvermögen ist recht gut. Er hat uns ein Denkvermögen, ein Vermögen, eine Fähigkeit gegeben, mit unserem Denken diesen Gott mehr kennenzulernen, und zwar ein erleuchtetes Denken, nicht das natürliche Denken. Es muss ein erleuchtetes Denken sein, von Gott. Das ist 1. Johannes 5,20.

Gebet, Wachstum und das wahre Menschsein

Übrigens sagt Paulus, dass die Christen dafür beten sollen. Und er selber betet für die Christen, dass sie Gott mehr erkennen. Das ist sein erklärtes Gebetsanliegen.
Wenn er an die Epheser schreibt, dann sagt er: Und wisst ihr, wofür ich für euch bete? Er sagt: Ich bete für euch, dass eure Liebe wächst, dass euer Glaube zunimmt und dass ihr Gott besser kennenlernt. Epheser 1,15-18.
Das ist sein Gebetsanliegen für die Epheser-Christen, die er zum Teil gar nicht kennt. Denn inzwischen war er lange Zeit weg, und es sind viele Neubekehrte. Also kennt er nicht alle Epheser, ganz sicher nicht. Außerdem ist der Epheserbrief wahrscheinlich ein Rundschreiben gewesen, von dem er wusste, dass es weitergereicht wird in diese Gemeinden dort: Laodizea, Kolosse, Hierapolis, Sardes, Myrna usw. Und er kannte da nicht alle Christen. Aber er betet für sie, dass sie zunehmen an Gotteserkenntnis.
Das sollen wir auch. Wir sollen für uns und für die anderen beten, dass wir zunehmen, dass wir Gott besser kennenlernen. Herr, hilf dem Bruder, hilf ihm, dass er dich besser kennenlernt.
Warum weiß Paulus genau, dass das der Schlüssel ist? Warum ist es der Schlüssel? Warum weiß er das, dass das das wichtigste Gebetsanliegen ist? Ja, sehr gut, sehr gut. Er weiß die unendlich große Wichtigkeit, dass man Gott kennt, und zwar gut kennt.
Und das ist, Geschwister, heute die ganz große Not in unserer Christenheit. Christen haben wenig Zeit mit Gott. Man hat überhaupt wenig Zeit heute, wenig Zeit mit Gott, wenig Zeit, über die Bibel nachzudenken. Wenn man sich überhaupt schon Zeit nimmt, in der Bibel zu lesen, dann schnell, schnell. Alles muss Fast Food sein, schnell, schnell. Das geht bei Gott so nicht. Es braucht Zeit. Lasst ab und erkennt, dass ich Gott bin. Es braucht Zeit.
Und es braucht auch das Anliegen, dass wir das Anliegen haben: Herr, ich möchte dich wirklich besser kennenlernen, ich möchte dich mehr erkennen. Ja, dafür betet der Apostel Paulus.
Gott will, dass wir Jesus Christus ähnlich werden. Das ist das große Ziel. Und dieses Ziel wird nur erreicht, wenn wir den kennen, dem wir ähnlich werden sollen. Man sagt, dass Ehepaare, die sich gut kennen, sich im Alter ähnlich sehen. Sie werden in der Art ähnlich. Jedenfalls werden sie ähnlich, wo eine ganz tiefe Liebe und ein tiefes Kennen voneinander ist. Die brauchen sich nur anzuschauen, und jeder weiß schon, was der andere denkt. Also jedenfalls nicht immer, aber ich habe mir das sagen lassen.
Und wenn wir Jesus Christus ähnlich werden sollen, dann brauchen wir eine große Erkenntnis von Jesus Christus. Wir müssen ihn kennenlernen. Das hat nichts zu tun mit Kopfwissen, oder nur wenig zu tun mit Kopfwissen. Das hat mehr zu tun mit Umgang. Gott kennen ist mehr. Auf der einen Seite muss ich das richtige Denken über ihn haben. Gott kennen heißt, richtig über ihn zu denken. Ich muss die richtige Information über ihn haben. Aber das ist nicht alles.
Gott kennen heißt auch, einen tiefen Umgang mit ihm zu haben. Adam erkannte Eva. Das hebräische Wort für kennen wird sogar für den Geschlechtsverkehr verwendet, öfters in der Bibel. Das hebräische Wort für erkennen hat die Nuance, eine Erfahrung zu machen und Umgang mit jemandem zu haben. Das ist darin enthalten.
Und wenn Gott spricht davon, dass wir ihn erkennen sollen, dann heißt das, dass wir einen tiefen Umgang mit ihm haben sollen. Wir sollen Fakten über ihn wissen. Wir sollen vieles in Erfahrung bringen über ihn. Wir sollen dann Erfahrungen mit ihm machen. Und wir sollen dann auch einen tiefen Umgang mit ihm haben. Das alles wird uns helfen, Christus ähnlicher zu werden.
Das ist ja das große Ziel Gottes mit den Menschen. Er hat den Menschen erschaffen nach seinem Bilde. Dann kam die Sünde, und das Bild Gottes wurde verunstaltet. Es ging nicht ganz verloren, aber es wurde verunstaltet. Und dann hat Gott etwas Wunderbares gemacht. Er hat gesagt: Jetzt werde ich selber dem Menschen das Bild von mir zeigen, so in einer Form, wo er es wirklich sehen kann.
Es war ja so: Gott macht die Schöpfung, Gott macht die Schöpfung, und er selber ist unsichtbar. Aber um der Schöpfung einen Stempel von sich selber zu geben, stellt er das Höchste aller Geschöpfe auf die Schöpfung, in die Schöpfung hinein. Als letztes, als letztes Schöpfungswerk stellt er sein Bildnis hinein, den Menschen. Er schuf den Menschen in seinem Bilde.
Und jetzt stellt er ihn in die Schöpfung, so wie der römische Kaiser, der überall ein Bild von sich aufstellt im Römerreich, damit alle Leute wissen, wer hier der Herr im Land ist oder der Herr im Reiche ist. So hat Gott es gemacht mit den Menschen. Er stellt den Menschen hinein in die Erde, um der Welt zu zeigen, wer der Herr im Land ist, wer der Herr auf der Erde ist. Der Mensch als Stellvertreter Gottes, aber auch als Bild Gottes, ein Ebenbild Gottes. Jetzt kann man sehen, wie Gott ist.
Aber dann kommt die Sünde. Die Sünde hat den Menschen so kaputt gemacht, dass wir keine Vorstellung haben, wie der Mensch vorher war. Jedenfalls braucht es viel Offenbarung aus der Bibel, damit wir wieder kennenlernen, wie der Mensch eigentlich vorher war. Deshalb ist ja die Evolutionslehre so ein riesengroßer Irrtum und so eine riesengroße Irrlehre, weil sie uns das alles wegnimmt. Die Würde des Menschen wird weggenommen durch die Evolutionslehre. Das wissen Sie auch, diese Leute.
Jetzt hat Gott den Menschen nach seinem Bilde gemacht. Dann kam die Sünde, hat den Menschen so verunstaltet, nicht ganz, dass er noch etwas von dem Bild trägt, die Züge Gottes sind noch zu erkennen, aber durch die Sünde so dermaßen verunstaltet, dass es ihm mangelt an Herrlichkeit Gottes. Alle haben gesündigt und ermangeln der Herrlichkeit Gottes. Sie haben nicht mehr die Herrlichkeit Gottes. Sie hätten sie haben sollen. Die Menschen hätten die Herrlichkeit Gottes haben sollen, sollten so strahlen wie Gott, sollten in ihrem Charakter so sein wie Gott. Das war sein Gedanke.
Sie ermangeln der Herrlichkeit Gottes. Übrigens: Das Wort Herrlichkeit hat mit Glanz zu tun, mit Glanz, und zwar mit einem Glanz, der nicht nur ein Schein ist, der nicht etwas vortäuscht. Gottes Glanz ergibt genau das wieder, was er ist. Das ist Herrlichkeit. Das griechische Wort für Glänzen, Scheinen, ist das gleiche Wort wie das griechische Wort für Herrlichkeit.
Wo war ich? Der Mensch wurde zum Bilde Gottes geschaffen. Das Bild Gottes, wunderbar, er hat Gott eine wunderbare Sache. Er selber kommt auf die Erde, wird Mensch, er selber. Jesus Christus ist das absolute Ebenbild Gottes. Es wird uns oft gesagt in der Bibel. Er ist das Bild Gottes, das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, Kolosser 1,15 zum Beispiel, und auch 2. Korinther 3 oder 4, 4, ja.
Muss ich schon aufhören? Geht es noch? Ja, also.
Der Mensch ist in dem Bilde Gottes erschaffen. Das Bild wird verunstaltet. Jetzt kommt Jesus Christus auf die Erde. Gott selber nimmt dieses Bild an und zeigt jetzt, was wahres Menschsein ist, in dem vollkommenen Menschen Jesus Christus. Er selber führt vor, was es heißt, Ebenbild Gottes zu sein, im Charakter absolut vollkommen.
Und dann, weil er weiß, dass der Mensch von sich aus nicht mehr dieses Bild erreichen kann, macht er das Wunderbare: Er stirbt am Kreuz, um jetzt durch den Heiligen Geist in diejenigen hineinzukommen, die glauben. Jesus stirbt am Kreuz, fährt in den Himmel auf, kommt im Geist wieder, also jetzt kommt der Heilige Geist wieder. Und jetzt kommt der Heilige Geist in jeden Gläubigen hinein. Das heißt, es ist niemand anderer als Jesus Christus in uns, oder Gott in uns, können wir auch sagen.
Und jetzt will dieser Jesus Christus sein Leben, seinen Charakter, sein Wesen durch unser Individuum, durch jeden einzelnen von uns, zum Ausdruck bringen. Das ist das Ziel der Schöpfung, dass der Mensch Gott ähnlich wird in seinem Charakter, das, was Gott ursprünglich gedacht hat. Aber jetzt wird es Jesus tun.
Das heißt, alles, was jetzt Schönes in unserem Leben zustande kommt, alles Schöne, was Gott wirklich Freude macht, das wird das sein, was der Herr Jesus in uns gewirkt hat. Das ist Christentum, das ist Christsein. Jesus Christus lebt sein Leben durch mich, durch einen Menschen, durch uns. Das ist Christsein. Das ist auch Menschsein, das ist eigentlich der eigentliche Mensch, so wäre der Mensch gedacht.
Also man kann nur Mensch sein, wenn man Gott hat, Gott in sich. Jan Thomas, der Gründer der Fackelträger in England, wenn das jemand kennt, Capernwray oder wie das heißt, Capernwray Hall, Fackelträgergemeinschaft. Der hat ein Buch geschrieben, das heißt: Man braucht Gott, um Mensch zu sein. Im Deutschen heißt es Man braucht Gott, um Mensch zu sein. Aber der englische Titel war gar nicht so. Der englische Titel heißt: Es braucht Gott, um Mensch zu sein. Das ist falsch übersetzt.
Es braucht Gott, um Mensch zu sein. Nicht: Man braucht Gott als Hilfe, der uns noch ein bisschen ... Nein, es braucht Gott. Das heißt, es ist Gott nötig. Sonst kann niemand Mensch sein. Ich kann nur Mensch sein, wenn Gott selber es durch mich lebt. Ansonsten sündige ich nur darauf los, und dann bin ich nicht so, wie Gott mich haben will als Mensch. Versteht ihr?
So, das war jetzt viel. Pause.