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Weltuntergang oder Welterneuerung?

12.02.1995
Die Zukunft ist kein Ratespiel: Wer Jesus nur als nette Idee sieht, verpasst den Punkt. Entscheidend ist, ob du ihm traust – gerade wenn Krieg, Angst und Täuschung lauter werden.

Ein nüchterner Blick auf die Zukunft

Insgesamt kann man im Blick auf das, was in der Zukunft liegt, natürlich sehr unterschiedlich vorgehen. Man kann sagen: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Ich habe heute genug im Kopf. Ich mache mir die Birne nicht schwer mit dem, was ich sowieso nicht genau wissen kann.
Oder man kann sagen: Ich gucke, ob ich irgendwo Experten finde. Und was man für Experten hält, darüber gibt es bei uns natürlich unterschiedliche Meinungen. Je nachdem, für welches Feld man Auskünfte braucht, braucht man seine Experten auch. Technisch und wirtschaftlich gibt es natürlich dann auch kompetente Leute, die da sicherlich hilfreiche Orientierung geben können.
Manche halten es damit, dass man im Zweifelsfall die Sterne befragt. Sie lassen sich auch nicht irritieren dadurch, dass die Astronomen sagen, das ist alles wieder ganz anders, und zwischen Astronomie und Astrologie sowieso keine Zusammenhänge zu erkennen sind. Aber das kritische Fragen ist in diesem Feld ja sowieso nicht weit verbreitet. Man braucht doch eher die Wärme und die Geborgenheit. Die einen lesen den Kaffeesatz, die anderen die Astrologie, die anderen haben ihre Experten.
Und ich habe natürlich auch Rechenschaft darüber zu geben, warum ich davon rede. Ich habe das in dieser Woche an einem Abend schon einmal getan und will das auch heute ganz klar sagen, dass ich mein Konto hier nicht überziehe. Ich will hier gar keine Wichtigtuerei betreiben. Ich kann auch meine Kappe in dieser Sache nicht sehr viel nehmen. Dann werden Sie schlecht verraten, wenn Sie meiner unmaßgeblichen Welteinschätzung viel zutrauen würden, dann sollten Sie lieber in die Bücherei gehen. Und ein paar kluge Bücher darüber lesen.
Ich will Ihnen sagen, warum ich überhaupt etwas dazu sage: weil ich eigentlich denke, über die Zukunft kann man nur reden, wenn man Mr. Zukunft kennt und ihn fragt. Mr. Zukunft, das ist der, mit dem Gott die Zukunft geöffnet hat. Der gesamte christliche Glaube steht und fällt mit der Auferweckung des Jesus von Nazareth. Wenn das nicht stimmt, dann kann man immer noch nette Geschichten darüber erzählen. Es gibt ja so viele Märchen in der Welt, und die sind so anregend, und die gehen so zu Herzen und haben schon so vielen Menschen so viel Gutes gemacht. Auf dieser Ebene kann man dann immer auch noch Christentum betreiben.
Aber nicht mehr auf der Ebene des Alltags, wo es wirklich ums Eingemachte geht, wo unser Leben geht. Da hat das dann eigentlich nichts mehr zu suchen, wenn es um die Frage nach der Wirklichkeit geht. Das Neue Testament sagt, dass damit alles steht und fällt.

Lernen mit dem ganzen Leben

Übrigens waren die Parteigänger, die Sympathisanten, die Freunde und die Studenten von Jesus in ihrer Orientierung eigentlich ziemlich eindeutig. Sie hatten eine ziemlich harte Schule durchgemacht: drei Jahre engagiertes Leben und Lernen mit Jesus. Das war so etwas wie eine Wanderuniversität. Das war damals gar nicht so ungewöhnlich. Gegenüber unseren Universitäten hatte sie den Vorteil, dass von vornherein klar war: Lernen kann man nur, wenn man das, was man im Kopf verstanden hat, sozusagen in Hände und Beine umsetzt, wenn man es lebt.
Erst jetzt, gegen Ende des zwanzigsten Jahrhunderts, fangen wir wieder langsam an zu begreifen, dass der Mensch eine Ganzheit ist. Und dass diese Aufspaltung zwischen Denken einerseits und leiblichem und sozialem Leben andererseits nicht bekömmlich ist. Vielmehr ist man wohl beraten, das Ganze des Menschen zu sehen. Das war damals eine Selbstverständlichkeit: Nur der Mensch in seiner Ganzheit kann auch erkenntnismäßig eine Vorwärtsbewegung machen.
Deshalb ging es in dieser Universität, diesem Seminar, das Jesus da drei Jahre machte, in der völligen Lebensgemeinschaft mit diesen zwölf jungen Männern, die alle zwischen 18 und 25 Jahre alt waren und aus ganz verschiedenen Berufen kamen, darum, nachzudenken, Lehre zu klären und zu tun, um so zu Erkenntnissen zu kommen. So wie vernünftige Arbeitshypothesen, Experiment, Anwendung, Verifizierung und Falsifizierung überall üblich sind. Man muss das dann durch praktische Anwendung prüfen: Was habe ich mit den Theorien, mit den Gedankengebäuden? Was kann ich davon halten? Muss ich sie verändern? Stimmen sie, oder sind sie falsch und müssen verändert werden?
Das ist eigentlich etwas ganz Normales im Leben. Aber es ist eben so, dass das Normale im Leben ganz oft vergessen wird, besonders wenn es um die eigentlichen Dinge geht. Und es ist ja verrückt, dass ganz viele Menschen in ihrem beruflichen Leben sehr exakt den vernünftigen Prinzipien der Wahrheitserkenntnis folgen, die Theorie und Praxis einschließen. Aber wenn es um die Grundlagen ihres persönlichen Lebens geht, dann werden sie plötzlich diffus und hängen nur noch ihren Gefühlen nach, als könnte man damit leben. Das ist viel zu viel heiße Luft. Wir brauchen viel mehr Fakten unter den Füßen.

Das Scheitern am Kreuz und die Wende der Auferstehung

Gut, die Sache mit Jesus ging schief. Bis zum letzten Augenblick haben sie wirklich gehofft, er wäre die Schlüsselfigur, in ihm wäre Gott in seiner ganzen Kraft gegenwärtig und erkennbar. Und so standen sie am Rand des Hinrichtungsplatzes Golgatha. Als dann die Intellektuellen in Jerusalem spotteten und Jesus am Kreuz starb, sechs Stunden lang erstickte und verblutete, da haben sie ihn verspottet. Es ist ja auch, in Klammern gesagt, eine merkwürdige Tatsache, dass auch Bildung nicht davor schützt, dass man zur Bestie wird. Das war damals so, und das ist heute nicht anders. Intelligenz hat noch nie davor bewahrt, dass der Mensch auch zur Bestie werden kann.
Sie stehen unter dem Kreuz, sehen doch diese Männer in der Folter sterben, und sagen: Steig herab vom Kreuz, dann glauben wir dir. Du hast doch anderen geholfen, hilf dir selbst. Hast du nicht gesagt, du bist der Sohn Gottes? Nun wollen wir doch mal gucken, ob Gott dein Vater ist. Das wäre doch wunderbar, wenn er das in diesem Augenblick mal ganz schlicht und einfach zeigen könnte. Und hipzapzap, raus die Nägelchen, runter vom Kreuz, und schon gründen wir das Christentum.
Wissen Sie mal, diesen Spott, der in den Texten des Neuen Testaments in der Kreuzigungsgeschichte von Intellektuellen kommt. Und so standen die Freunde von Jesus dabei. Sie kriegten keinen Mund, kein Wort natürlich raus. Aber im Grunde war ihr Gedanke so: Er wird das doch nicht zulassen. Er wird es vielleicht weit treiben, aber irgendwann wird er zeigen, wer hier das Sagen hat. Irgendwann wird er es zeigen. Und dann schreit er und stirbt. Dann rennen sie alle verzweifelt weg. Alles durchkreuzt, alles vorbei. Der Anspruch widerlegt.
Die dachten nicht: Wie großartig ist er gestorben, wie ein erhabener Lehrer in der Konsequenz seiner Lehre. Jetzt gründen wir die Religion der Nächstenliebe. So stellen sich ja manche Leute das vor, wie die Sache gelaufen ist. Studieren Sie die Quelle, es ist ganz anders. Sie haben gesagt: Der Anspruch ist widerlegt. Jetzt wegtauchen. Wir sind die Nächsten, die die Polizei geobstet nennt, und jetzt muss man erst mal in der Altstadt von Jerusalem untertauchen. Das ist bis heute eine geeignete Gegend dafür, um wegzutauchen. Das war die Situation. Total durchgestrichen.
Und erst als der auferstandene Jesus diesen erschütterten Menschen begegnet und gegen ihre hartnäckigen Zweifel, lesen Sie bitte einmal in den Evangelien, immer wieder wird das berichtet, nach mehrmaligen Begegnungen, heißt das so: Einige von Ihnen zweifeln immer wieder. Sie klammerten sich und sagten, dass wir sehen, Halluzinationen, wir fangen an zu spinnen. Da wird jede diskriminierende Meinung gesagt. Als die Frauen vom Grab kommen und sagen, Jesus lebt, dann sagen die: Jetzt müssen wir gehen. Zwei von denen sagen: Jetzt müssen wir gehen, jetzt werden sie hysterisch. Also, es ist ein Klima dabei. Das ist ganz gegen die Vorstellung, dass man sich hier etwas einbilden will.
Und dann setzt er sich durch, und sie müssen schließlich zugeben, dass die Wirklichkeit größer und anders ist als das, was sie denken können und denken wollen: Jesus lebt. Und damit ist er die Schlüsselfigur. Gott setzt unter das Reden und Handeln, unter das Leiden und Sterben dieses Jesus von Nazareth seinen Gültigkeitsstempel mit der Auferweckung und sagt: Der ist die Schlüsselfigur, durch den geht die Tür zur Zukunft auf. Bis zur Zukunft.

Die Zukunft als Wirklichkeit Gottes

Damit steht und fällt der christliche Glaube, dass Christus lebt, dass er auferstanden ist und dass ich zu ihm heute eine Ich-Du-Beziehung haben kann. Mit ihm kann ich vertrauen, mit ihm kann ich sprechen. Er wirkt in mein Leben hinein, so dass ich, auch gegen meine Zweifel, etwas erlebe.
Und die Quelle, bei der ich mich erkundige, bei der ich suche und frage, ist diese: Was kommt eigentlich auf uns zu? Was haben wir zu erwarten, auch in der Welt? Und was bedeutet das dann für mein Leben, für uns als Einzelne und jetzt in der Nähe, in der nächsten Zukunft? Da frage ich ihn.
Ich möchte Sie heute Abend einen Augenblick mit hineinnehmen in eine Szene, in der seine Freunde Jesus genau zu diesem Thema gefragt haben. Sie saßen auf diesem wunderbaren Platz. Wer hier in Jerusalem ist, weiß, wie schön es ist, wenn man auf dem langgestreckten Rücken des Ölbergs steht oder sitzt und dann über das Kidrontal auf dieses einzigartige Stadtbild der Altstadt von Jerusalem schaut, heute mit dem Felsendom. Ein wunderbares Bild. So schauten sie damals darauf.
Und Jesus hatte etwas von der Zukunft gesagt, von der Vollendung der Geschichte. Er hatte das beim Tempel und beim Schicksal des Tempels angeknüpft. Und dann sagen sie: Was ist da? Rede zu uns. Gibt es Erkennungszeichen? Muss man da dumm bleiben, oder kann man davon etwas verstehen? Wann wird das sein, und was werden die Erkennungszeichen sein? Wie geht das mit der Zukunft?
Sie fragen ihn bohrend, in dem Bewusstsein, er könnte die Schlüsselfigur sein. Sie stehen ja noch vor Kreuzigung und Auferstehung. Das wurde später bestätigt, und deshalb fragten sie mit Recht.
Und dann sagt Jesus etwas, was mich bis heute fasziniert und je länger, je mehr fasziniert, gerade im Verhältnis dazu, wie ich die Wirklichkeit heute wahrnehme, die um uns herum passiert. Jesus sagt: Passt auf, dass euch nicht jemand verführt. Also: klarer Blick, ganz klarer Blick.
Und dann sagt er: Ihr werdet hören von Kriegen und von Kriegsgeschrei. Ich weiß nicht, ob Sie wissen, wie viele Kriege im Augenblick laufen. Es müssen zwischen 40 und 50 in der Welt sein. Für die meisten ist in unseren Zeitungen überhaupt kein Platz und kein Interesse. Wenn zwei oder drei Kriegsauseinandersetzungen jeweils sozusagen die Top News sind, dann kann man sich um die anderen gar nicht kümmern. Aber das läuft im Augenblick.
Wir haben genug Krieg und Kriegsgeschrei. Die Möglichkeit, dass uns das rings um den Globus über Informationsnetze erreicht, bringt uns die Bilder und Nachrichten aus Grosny und aus Ruanda. Ich bin ja gespannt, wann endlich in Deutschland mal eine einzige Zeile über diesen schrecklichen Krieg in Sierra Leone berichtet wird. Ich weiß nicht, ob Sie überhaupt wissen, dass dort einer ist.
Wir haben neuerdings alle Ausländer aus Freetown, aus der Hauptstadt, ausgeflogen. Wir haben dort einen Mitarbeiter. Wir haben eine ganze Familie vorletzten Samstag auf den letzten Drücker über den Flughafen rausgekriegt. Es ist im ganzen Land Krieg, man weiß noch nicht einmal mehr genau, wer gegen wen. Es ist ein Bandenkrieg, die Soldaten sind unterwegs, es ist entsetzlich. Aber dieses kleine Land interessiert niemanden. Es ist für uns ohne wirtschaftliches Interesse, deshalb kümmert sich keiner darum.
Der deutsche Botschafter flog vor einigen Monaten schon raus, weil er sich zu sehr eingemischt hatte in die Bemühungen um die Wiederherstellung friedlicherer Beziehungen in dieser Region. Ich sage das nur einmal in Klammer, das ist ja nur eine von den Situationen.
Jesus sagt: Krieg und Kriegsgeschrei. Er schreckt nicht zurück, sagt er. Das muss so geschehen, aber es ist noch nicht das Ende. Dann sagt er: Es wird sich ein Volk gegen das andere erheben, Revolutionen werden sein. Wer hätte das gedacht? Dann sagt er: Es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort.
Wer hätte gedacht, dass wir in der modernen Zeit, in der wir so ziemlich alles möglich machen können, nicht in der Lage sind, die Ernährungslage in der Welt so zu organisieren, dass jeder auch nur das Nötigste zu essen bekommt am Tag? Wir kriegen es nicht hin. Wenn die Fußballweltmeisterschaft ist, dann kriegen wir es organisiert, dass im letzten Dschungeldorf die Übertragung natürlich live läuft. Auch Coca-Cola kriegt die ganze Welt, überall bis in die Sahara. Nur wir kriegen es nicht hin, dass auf einem Globus, der im Prinzip für alle genug Nahrung hat, alle auch nur das Mindestmaß bekommen. Hungersnöte.
Wir schauen jetzt auf über zwanzig Jahre intensivster Entwicklungshilfe. Wir sind mit der ZFL immer ein wenig beteiligt, besonders auch in den Brennpunkten. Wenn man manche Bereiche heute ansieht, dann ist die Stimmung im Blick auf die Frage: Was hat sich eigentlich gebessert? schlimmer als je zuvor. In Afrika ist die Situation heute rapide und drastisch schlechter als vor 20 Jahren. Wir haben in manchen Teilen der Welt eine schreckliche Hungersituation. Man kann die Bilder schon gar nicht mehr sehen.
Jesus sagt es ganz nüchtern voraus. Als ob bei jedem Optimismus und jeder Selbstvermessung der Menschen, die sagen: Das kriegen wir alles in den Griff, man müsste sich heute noch einmal vor Augen führen können, wenn es Fernsehen und Filme damals schon in ausreichender Weise gegeben hätte, was zum Anfang dieses Jahrhunderts und zum Ende des letzten Jahrhunderts an Fortschrittsoptimismus in Europa gesagt und gedacht worden ist. Was wir technisch und wissenschaftlich und organisatorisch möglich machen können, und dass wir alles in den Griff bekommen.
Noch 1968 hat Herbert Marcuse gesagt, dass wir die erste Generation seien, die das humane Dasein organisatorisch ermöglichen könnte, die total friedliche Gesellschaft. Das konnte man noch 1968 sagen, ohne den Vogel gezeigt zu bekommen. Und das ist unsere Situation heute.
Mit einer unbestechlichen Nüchternheit zeigt uns Jesus die Linien und sagt: Das ist eure Welt, eure Welt der Vermessenheit, die ihr lebt ohne Gott. Er zeigt uns, wie die Weltgeschichte auch eine Geschichte der Ausreifung des Bösen ist. Hier werden keine Fahrpläne gemacht. Er sagt nicht hier und da und dort. Er sagt dann nachher, für alle, die immer spekulieren, dass man Zeitpläne aufstellen könnte, dass niemand die Stunde des Ziels der Geschichte kennt, auch er selber nicht, nicht der Sohn, nur der Vater im Himmel. Aber er gibt uns solche Linien, die ernüchtern.

Warnung vor Täuschung und religiösem Missbrauch

Und dann sagt er vor allen Dingen, er sagte illusionslos den Christen: Ihr werdet gehasst werden um meines Namens willen von allen Völkern. Viele werden abfallen, werden sich untereinander verraten. So kommt hier die ganze Stasi-Wirklichkeit hinein. Wir sind die Familie des Misstrauens.
Kann er sich das leisten? Was ist das für eine Figur, die sich leisten kann, seinen Anhängern nüchtern zu sagen: Das verspreche ich euch, wenn ihr hinter mir hergeht, wenn ihr mir vertraut, dann werdet ihr erleben, dass ihr in Zerreißproben kommt. Die Leute werden euch hassen, sie werden euch ablehnen, ihr werdet in Konflikte kommen, nicht nur gewissensmäßig, sondern ihr werdet Karriereknicks erleben.
Na, jetzt reden wir ja schon wieder nur von der Vergangenheit. Vielleicht sind ja manche auch hier, die das mitgemacht haben im DDR-Bereich: Wenn man sich zum Glauben an Christus bekannt hat, durfte man in vielen Bereichen die erweiterte Oberschule nicht besuchen und kein Universitätsstudium machen. Nicht für alle, aber für viele. Und in vielen Teilen der Welt ist es bis jetzt so. Gar keine Frage, wie die Situation in den islamischen Staaten für Christen ist. Im Sudan wurden neulich einige Christen gekreuzigt, gefoltert und dann gekreuzigt und so umgebracht, geschweige denn davon zu reden, dass man sich dort beruflich nicht entfalten kann.
Jesus hat das ganz nüchtern gesagt. Wenn es anders ist bei uns, wenn wir Freiraum haben, wenn wir die Möglichkeit haben, ein Leben zu leben, das sich an Christus orientiert, und das in völliger Freiheit zu tun, wie das in unserer Gesellschaft möglich ist, dann ist das eine Ausnahme. Es ist ein besonderes Geschenk, eine besondere Möglichkeit, die wir nutzen dürfen. Aber Jesus sagt es nicht als Normalfall.
Es ist fair, dass ich Ihnen das weitersage, falls Sie überlegen, ob Sie sich auf diesen Jesus einlassen wollen. In unserer Zeit ist es ja üblich geworden, dass man alles dem Erfolg unterordnet. Und manche sind auf den Trichter gekommen, dass man vielleicht auch Gott noch zum Motor des eigenen Erfolges machen könnte. Und vielleicht könnte Jesus auch noch dabei mithelfen.
Es gibt ja so ein Evangelium, das verspricht: Wenn man an Jesus glaubt, dann wird man reich und gesund, und das wird immer besser, sozusagen. Wer das will, der sollte lieber vorher die Augen aufmachen und die Bibel mit eigenen Augen lesen, damit er sich nicht belügen lässt, nicht religiös belügen lässt. Jesus hat gesagt: Wenn einer mir nachfolgt, kriegt er Haue. Stellt euch darauf ein!
Und dann lasst uns überlegen, warum wir trotzdem und ob wir trotzdem ihm nachfolgen wollen. Aber wer easy going den Weg des Opportunisten gehen will und eine leichte Erfolgsversicherung sucht, der sollte lieber die Finger davonlassen. Er könnte bitter enttäuscht werden.

Hoffnung gegen den schnellen Erfolg

Vielleicht ist Leben ja noch mehr als ein vorgründiger Erfolg, so wie wir ihn verstehen, schnell abzusahnen. Vielleicht gibt es ja noch eine andere Form des Lebens, tieferes Glück, eine strahlende Hoffnung und eine größere Freude.
Vielleicht lohnt es sich ja, hinzugucken bei jemandem, der so ehrlich die Karten auf den Tisch legt und einen nicht für doof verkauft. Der einen nicht an die Schokoladenseiten hinhält und ablutschen lässt, bis es bitter wird und giftig. Sondern der von vornherein sagt, was Sache ist, auch dort, wo die Herbenseiten der Existenz sind, wenn wir mit Christus leben.
Und dann ist, was ich noch sehr, sehr, sehr aktuell und modern finde, was Jesus dann sagt: Passt auf! Wenn dann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist der Christus, oder da, so sollt ihr es nicht glauben. Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun. Das heißt, es wird etwas passieren. Sie werden nicht nur Tricks machen, sondern sie werden eine Macht haben, dass Wunder passieren, sagt Jesus, so dass, wenn es möglich wäre, selbst die Verführten, also die, die zu ihm gehörten, verführt würden.
„Siehe, ich habe es euch vorausgesagt“, heißt es hier. Ich habe es euch gesagt. Das heißt, der religiöse Betrug unter Missbrauch des Namens von Jesus Christus ist ein Kennzeichen dieser Zuspitzung und dieser Ausreifung des Bösen im Lauf der Geschichte. Das ist eine Linie, die Jesus so zeigt.
Und dann sagt er: Und weil die Ungerechtigkeit, die Gesetzlosigkeit, wachsen wird, wird die Liebe in vielen erkalten. Das heißt, er sagt eine Entwicklung voraus, in der Menschen nicht mehr nach Recht und Unrecht fragen werden. Gesetzlosigkeit wird Überhand nehmen, heißt das hier, steht hier wörtlich im griechischen Text. Und die Folge davon wird die Eiszeit der Herzen sein. Die Liebe wird in vielen erkalten.
Haben Sie je darüber nachgedacht, was das für ein Zusammenhang ist? In einer Gesellschaft, in der man nicht mehr nach Recht fragt, ist die Kehrseite die Kälte der Herzen, der Zynismus, die Eiszeit der Herzen. Und das sind die Linien, die uns die Geschichte zeigen.
Wenn man die für sich so sieht, dann könnte man in Panik geraten. Man könnte depressiv werden und sagen: Was ist das für eine Weltuntergangsstimmung? Aber Jesus mag gar keine Weltuntergangsstimmung, sondern er sagt zwischendurch, indem er das schildert, immer wieder: Das ist nicht das Ende, sondern das ist der Anfang.
Und jetzt kommt ein steiler Begriff, ein Bild: Was man als Letztes hier erwartet, ist der Anfang der Geburtswehen. Er meint eine neue Welt. Mit dem Kommen von Jesus, mit seinem Sterben, in dem Gott seine Liebe beweist, in der Auferweckung, in der dem Toten das Genick gebrochen wird, beginnt Gottes Herrschaft in einer ganz neuen Weise.

Der rote Faden der Hoffnung

Und das ist jetzt ein spannungsvolles Übereinander, Gegeneinander und Miteinander. Es gibt auf der einen Seite diese Linie, die Jesus uns illusionslos und nüchtern zeigt: dass ein ausreifendes Bösen passiert. Zugleich ist da der rote Faden des Lebens, der Auferstehung, der überhaupt nicht mehr zu kappen ist und der ein einziges Ziel hat, nämlich dass Gottes neue Welt in Herrlichkeit entsteht.
Dass Jesus kommt zur Auferweckung der Toten, dass er Gericht hält, dass er den neuen Himmel und die neue Erde schafft, dass er die Welt schafft, in der keine Ungerechtigkeit mehr Platz hat, die Tränen abwischt, so wie die Bibel das sagt. Leid und Krankheit und Tod und Geschrei werden keinen Platz mehr haben, so heißt es wirklich in der Bibel.
Und Jesus sagt: Wenn ihr das seht und euch das bedrückt, was in dieser Welt geschieht, und ihr den Eindruck habt, entweder schaue ich weg, ich will das nicht wissen. Und wir sind ja drauf und dran, uns zu belügen. Ich wundere mich ja, wie man in Deutschland am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts, nach zwei Weltkriegen, nach zig Millionen Toten in Europa, nach Auschwitz und all dem Grauen, das wir haben, immer noch ungebrochen an das Gute im Menschen glauben kann. So nach Goethe: der gute Mensch in seinem dunklen Drang ist sich des rechten Weges stets bewusst. Wie kann man das eigentlich glauben? Was spricht in dieser Welt dafür? Wollen wir die Wirklichkeit nicht wahrnehmen, wie sie ist? Wollen wir alles schönreden?
Ich sage Ihnen, ich bin deshalb Christ geworden, unter anderem deshalb Christ geworden, weil ich in der Bibel eine derartig realistische Perspektive für die Welt gesehen habe. Eine Perspektive, die mich nicht länger nötigte, mich selbst zu belügen und belügen zu lassen und die Wirklichkeit schöner zu färben, als sie ist.
Ich verstehe das, dass wir eine Neigung dazu haben, die Dinge harmloser sehen zu wollen, als sie sind, weil wir keine Lösung haben. Man kann sich doch nicht depressiv machen lassen und verrückt machen lassen, man muss doch Grund zur Hoffnung haben.
Das ist das, was mich hier so fasziniert: dass Jesus die Wahrheit, auch die böse Wahrheit der Welt, schonungslos vor unsere Augen stellt und da nicht in Panik gerät, nicht in Angstlähmung vor uns treibt oder verfällt, sondern sagt: Und jetzt habt den Blick darauf, dass überhaupt keine Maus den Faden abbeißt, der von der Auferweckung anfängt, der Durchbruch des Lebens bis zum Kommen des Herrn zu Ende führt, und dass Gott den neuen Himmel und die neue Erde schafft. Die Spur des Lebens ist klar.
Dann heißt es hier mittendrin in diesen Sätzen, in denen er die Linien des Bösen zeichnet, und sagt: Es wird verkündet werden diese Rettungsnachricht, dieses Evangelium von der Herrschaft, also von der Regie des gekreuzigten und auferstandenen Jesus, von der Herrschaft Gottes, die so wohltuend ist, weil es die Macht der Liebe ist und nicht die der Gewalt. Es wird verkündet werden, dieses Evangelium, diese Botschaft von der Herrschaft in der ganzen Welt als eine Zeugenaussage für alle Nationen, und dann wird das Ziel kommen, heißt es dann. Und dann.

Die weltweite Ausbreitung der Botschaft

Das erleben wir. Haben Sie Phantasie? Können Sie sich die Situation damals, im Jahr plus/minus 33, vorstellen? Auf dem Ölberg, zwölf junge Männer plus Jesus, in diesem Gespräch, in dem er sagt: Diese Botschaft von mir als der Schlüsselfigur wird in allen Nationen verkündet.
Die wussten noch nicht, wo Deutschland lag. Die wussten noch nicht einmal, dass die Erde rund war. Die kamen aus Galiläa, die waren sehr provinziell.
Wenn wir heute gucken, was passiert ist: Ich war im Jahr 1988 auf einem christlichen Kongress in Manila, wo wir über weltweite Arbeit gesprochen haben. Da waren 172 Nationen vertreten, Christen aus 172 Nationen, in einem großen Auditorium. Wir erlebten, wie 4.000 Leute niederknieten und das Vaterunser miteinander beteten. Und ich dachte: Das sprengt einem doch alle Vorstellungen. Mehr als damals in der UNO waren da zusammen.
Das hat Jesus damals gesagt. Die wildeste Fantasie hätte nicht glauben können, dass das nur ansatzweise passieren würde. Wir haben es vor Augen, und es geht weiter, es geht weiter. Was Jesus sagt, passiert. Und was wir heute Abend machen, ist nichts anderes: dass das gegen alle Zerstörungsmächte dieser Welt diese eine Nachricht steht, dass Jesus die Schlüsselfigur ist, dass der Gekreuzigte die Liebe Gottes in Person ist und dass er als der Auferstandene der Sieger über die Todesmächte ist. Und dass er deshalb die Mitte unseres Lebens werden möchte. Und dass er deshalb unser Leben hineinnehmen kann in eine Hoffnungstendenz auf einen Zukunftsweg, der nicht kaputtzukriegen ist.
Ich hoffe, ich kann das heute Abend wenigstens im Ansatz vermitteln, was die Bibel uns im Blick auf unsere Welt zeigt: illusionslos, nüchtern, was das angeht, was wir anrichten. Ein bisschen schmerzlich ist es schon. Vielleicht schmerzt es uns auch nicht. Auch manche Träumerei von dem, was wir alles im Grunde, wenn wir uns richtig bemühen, hinkriegen, wird ja durchgestrichen. Wir Menschen schaffen keine neue Welt der Gerechtigkeit. Sie wissen das.
Alle Versprechungen, die im letzten und in diesem Jahrhundert gemacht worden sind, von der Herstellbarkeit einer gerechten Gesellschaft, einer menschlichen Gesellschaft, die wirklich das Ganze im Blick hatten und sagten, wir können das insgesamt in dieser Welt umsetzen, sind in Strömen von Blut und Tränen verendet. Ob diese Angebote rot oder braun waren, war dabei kein Unterschied.
Ich fürchte mich vor den nächsten Angeboten dieser Art. Im Augenblick haben wir ein bisschen Ruhe, aber nach ein paar Jahren wird es garantiert aus der Frustration wieder neue geben, die uns versprechen, dass um die nächste Ecke, wenn sie nur ihre Methode anwenden, wieder die allgemeine Menschlichkeit hinge. Aber zwischendurch brauchen wir ein paar Umerziehungslager, ein paar KZ, ein paar Folterkammern, damit die, die nicht dem Guten folgen wollen, ein bisschen gezwungen werden mitzumachen. Und dabei verrecken wir dann in der Regel.
Da mutet Jesus uns diesen illusionslosen Blick zu, weil das so menschlich ist, ehrlich zu sein, und weil uns das guttut, realistisch zu sein und Hoffnung zu haben, zu gleicher Zeit Hoffnung zu haben. Und dieser Abend und diese Woche und was danach jetzt kommt, ich bin so froh, dass so viel jetzt weitergeht, soll diesen roten Faden weiterknüpfen, weiterspinnen, weiterziehen, an diesem roten Faden des Lebens dranbleiben. Dass, was auch immer in unserem persönlichen Leben und im gesellschaftlichen Leben und im globalen drunter und drüber gehen mag, so dass man oft den Durchblick nicht mehr hat, wir sehen: Die Spur brauche ich, den Kontakt mit dem Sieger. Mit der Schlüsselfigur, aus der das schöpferische Leben kommt, die Hoffnungskraft, die Hoffnungskraft.
Lassen Sie mich doch gerade eine Anmerkung hier machen aus dem, was Jesus sagt.

Leben im Heute und die Spur der Zukunft

Er sagt, eines der Kennzeichen dieser sich zuspitzenden Zeit wird sein, dass die Menschen total an das Heute gebunden sind. Er sagt, es wird sein wie zu Zeiten Noas, vor der Sintflut: Sie aßen und tranken, das muss man ja schließlich, und sie heirateten und ließen sich heiraten. Es waren also ernsthafte Leute, die ernsthaft lebten, Familien gründeten, eine Existenz aufbauten und arbeiteten.
Das absorbiert einen. Das saugt einen ja seelisch so auf, dass man abends totmüde ins Bett fällt und überhaupt gar keine Kraft mehr hat, irgendwelche weitergehenden Gedanken anzustellen. Das ist ja kein böser Wille. Es geht hier nicht um die hemmungslosen Genießer, die einfach nicht über den Tag wegdenken wollen, sondern das Leben ist so, dass es uns aufsaugt. So, dass man heute ganz und gar erfüllt ist von der Freude und von der Sorge und einfach keine Kraft mehr hat. Man ist nur froh, wenn man einschlafen kann.
Und so sagt Jesus: So wird es sein auch mit dem Kommen. Sie werden total im Jetzt beschäftigt sein, und sie werden an alles denken, nur nicht an das, was Gott die Zukunft macht, und dass Jesus die Schlüsselfigur ist und dass er die Geschichte erfüllt.
Nun werden Sie fragen: Was soll diese Perspektive? Ist das nicht doch alles Spekulation? Und was habe ich da überhaupt? Was hat das für eine Beziehung zu unserem Alltag? Wir müssen morgen in unseren beruflichen Alltag gehen, ich gehe in meinen beruflichen Alltag. Was werden wir machen mit den ganz normalen Alltagsproblemen, die wir so haben, und dieser Perspektive? Ist das etwas für religiöse Träumer, die in irgendwelchen Winkeln sitzen, die Däumchen drehen, die Augen nach innen klappen und höheren Welten nachhängen? Oder soll es gar in Panik treiben, Angst machen? Wenn wir im Verdacht sind, ist man so gut missbrauchbar, nicht?
Was sonst? Zwei Dinge sind wichtig für unseren Alltag hier. Jesus sagt: Himmel und Erde werden vergehen. Wir leben in einer Wirklichkeit der totalen Vergänglichkeit, aber meine Worte werden nicht vergehen. Jesus, der am Ende der Zeit das letzte Wort sprechen wird, als der Richter die Toten aus den Gräbern holen wird, unser aller Leben beurteilen wird, er wird das letzte Wort haben. Der soll heute das Sagen in unserem Leben haben. Das ist vernünftig, das ist zukunftsträchtig.
Himmel und Erde werden vergehen, sagt er. Meine Worte werden nicht vergehen.

Die Schrift als Orientierung im Stimmengewirr

Wozu ich Sie einladen möchte, wozu ich auch gerne mit meinem Leben stehen möchte, ist dies: Lassen Sie unser Ohr diesem Herrn zuwenden und sehen, dass in dem vielfachen Stimmengewirr dieser Zeit eindrucksvolles, auch verrücktes Wetter gesagt wird. Dieser eine Herr hat wirklich das Wort.
Ich kann ja nur Menschliches verstehen, nicht höhere Welten. Gott kann ich nicht verstehen. Ich kann ihn nur verstehen, wenn er so redet, dass ich als Mensch das aufnehmen kann. Und nun ist Gott der Schöpfer und kann sehr viele Dinge gebrauchen. Er kann Ereignisse gebrauchen, er kann Menschen gebrauchen. Plötzlich ist einem etwas in Gedanken klar, man hat den Eindruck: Mensch, das habe ich mir nicht selbst ausgedacht. Das ist so stark, das habe ich mir nicht selber zusammengereimt. Gut, das gibt es alles. Gott ist da frei in den Möglichkeiten, uns auf unserer Ebene sich bemerkbar zu machen.
Aber damit wir wissen, was in der Vielfalt der Stimmen, die von außen und von innen kommen, Gottes Stimme ist, denn das kann man ja nicht aus sich unterscheiden, hat er noch einmal etwas Besonderes getan. Er ist in Jesus Mensch geworden, bis in die letzte Tiefe am Kreuz, um uns auf unserem Niveau zu begegnen, um seine Liebe handgreiflich zu machen. Und er hat noch eins getan: Er hat alles das, was wichtig ist für uns zu wissen über unser Leben und über unser Leben unter der Regie Gottes und was wichtig ist zu wissen für die Hauptlinie dieser Welt, hat er uns in der Bibel schwarz auf weiß gegeben.
Die Bibel ist sozusagen das Dokument der Selbsterschließung Gottes, der Liebesbrief, den Gott uns schreibt, damit wir uns im Stimmengewirr der Zeit orientieren können. Schwarz auf weiß, so wie wir es auch manchmal machen in schwierigen Dingen, wo es darauf ankommt, dass man sich wirklich später auf etwas beziehen kann. Da werden Urkunden geschaffen, da geht man zum Notar. Wenn Häuser gekauft werden, Grundstücke gekauft werden, geheiratet wird, bei all den wichtigen Dingen, da braucht man etwas, worauf man sich dann schriftlich beziehen kann. Und so kommt es mir vor: So ist das eine Urkunde, damit wir uns darauf beziehen können.
Und dann sagt Jesus: Meine Worte werden nicht vergehen. Durch wie viele Jahrhunderte sind Menschen Christus gefolgt, ohne dass sie zum Beispiel die enorme Möglichkeit hatten, selbst eine Bibel besitzen zu dürfen? Das ist noch nicht so sehr lange her, dass solche Bücher so gedruckt werden können und so günstig verkauft werden können, dass jeder nicht nur eine in gut lesbarer Weise mit möglichen Bildern und Erklärungen sogar noch, sondern so etwas haben konnte. Das gab es noch nicht!
Was ist das für eine Chance, uns aus erster Hand zu informieren? Wenn irgendwelche Generationen haben wir nun wirklich keinen Grund, uns herauszureden, wir hätten es nicht gewusst. Jeder von uns hat die Möglichkeit, seinen Kopf zum Denken zu gebrauchen, seine Augen aufzumachen und selber nachzusehen, wo er dran ist, und dann zu seinen Schlüssen zu kommen. Sie können es ja nachher zumachen und sagen: Weg. Aber dann bilden Sie sich doch bitte wenigstens ein Urteil, und zwar ein begründetes und nicht nur vom Hörensagen und nicht nur aus zweiter, dritter Hand.
Ich unterstreiche deshalb von ganzem Herzen die Angebote mit Glaubenskurs und Bibelkurs und selber hinsehen. Tun Sie sich doch das Gute an, ganz egal, was Sie nachher für Folgerungen daraus ziehen. Aber jedenfalls ist es doch eigentlich nicht angemessen, dass man nur aufgrund von oberflächlicher Erkenntnis aus zweiter Hand weitreichende Schlüsse zieht.
Jesus jedenfalls will uns so auf die Spur der Zukunft setzen. Es geht nicht darum, dass wir das Jenseits erträumen und das Diesseits verpassen, sondern es geht darum, dass wir die Spur kennen, die in die Zukunft führt, und dass wir dem Mann das Ohr leihen, seinem Wort die orientierende Bedeutung für unser Leben geben, der das letzte Wort und das entscheidende Wort der Weltgeschichte sprechen wird, so wie er das erste Wort der Schöpfung gesprochen hat und so wie er heute das befreiende Wort mächtig in unser Leben, in unser Gewissen hineinsprechen kann.

Die Bibel als Lebensbuch

Das ist etwas sehr, sehr Alltägliches. Sehen Sie, die Bibel ist das langweiligste Buch der Welt, wenn sie im Bücherschrank steht. Ich behaupte sogar: Wenn Sie Unterhaltungsliteratur lesen, sind Belletristik, Agatha Christie und der Spiegel leichter lesbar und vielleicht interessanter.
Diese Bibel wird in dem Augenblick zu einem spannenden Buch, in dem Sie sie anwenden. Sie ist ein Lebensbuch, das im Alltag angewandt werden will. Das Problem der Bibel, das sage ich Ihnen ganz offen, ist nicht, dass man sie nicht versteht. Das Problem der Bibel ist, dass man zu viel versteht und dabei weiß, dass, wenn ich es verstanden habe, es danach drängt, dass ich es tue.
Und dann liebt man schon lieber den Satz: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Dann kann ich ungestörter meine bisherigen Kurven leben. Aber wenn es allen klar wird, und lesen Sie, wie Bergt predigt, dann werden Sie sehen, was in Sachen Feindesliebe, was in Sachen Ehrlichkeit, was in Sachen eheliche Beziehungen, was in Sachen Frieden, was in Sachen Umgang mit Besitz, ich frage Arm und Reich, da wird Tacheles geredet in der Bibel. Glasklar wird dort geredet. Da braucht man überhaupt nichts. Da braucht keiner zu sagen: Kann man so und so auslegen. Es ist auf eine peinliche Weise offenbar, was da steht.
Die Frage ist: Will ich es tun? Will ich es tun? Dann wird es heiß. Und dann wird es spannender als ein Krimi, das verspreche ich Ihnen. Bei jedem Krimi, den man anguckt, kann man noch ein Kopfkissen vor das Gesicht tun, wenn es einem zu unheimlich wird. Und im Zweifelsfall weiß man, dass das Blut, das dort geflossen hat, alles Ketchup ist und dass die ermordeten Filmschauspieler nachher alle noch ihre Gagen in Empfang genommen haben.
Aber wenn ich es tue, weiß ich oft nicht, wie es ausgeht. Dann wird es wirklich spannend, denn nie.
Mann, ich erinnere mich an einen, der in einer Gesprächsrunde nach einem ähnlichen Abend wie hier vor einigen Jahren saß, plötzlich das Wort ergriff und dann sagte: Mir ist heute Abend klar geworden, dass Christus die Mitte meines Lebens werden soll. Ich werde einen Brief an meine Bank schreiben müssen, sagte er, und ihr mitteilen, dass die Angaben, aufgrund deren ich das Darlehen für den Bau meines Hauses bekommen habe, gelogen waren.
Da verschweigt man etwas. Es war wie eine Bombe. Der wusste ganz nüchtern: Mit Jesus, wenn schon, dann lasst uns zur Sache gehen. Wer die Wirklichkeit Gottes erkennen will, der muss entscheiden, ob er ihn an sein Leben heranlassen will oder ob er nur religiöse Spiegelfechterei und Freizeitgestaltung betreiben will. Aber wer das Leben erfahren will, der muss heran. Dann lassen Sie die Bibel an Ihr Leben heran. Jesus wird dazu leben.

Der Mut zur Entscheidung

Himmel und Erde werden vergehen.
Bin ja nun langsam ein alter Sack, und vielleicht wird man deshalb ja so abgebrüht, ich weiß es noch nicht genau. Aber das Geschrei, das ich in Deutschland höre, dass es eine Zumutung sei, heute den modernen Menschen noch die Bibel anzubieten, imponiert mir überhaupt nicht.
Solange nachweisbar ist, dass 50 Astrologen ihre Steuererklärung korrekt unter diesem Namen beim Finanzamt abgeben und in Deutschland ihre Geschäfte machen können und die Menschen ihnen offensichtlich glauben, kritiklos, imponiert mir die angebliche Kritikfähigkeit gegenüber der Bibel in diesem Lande überhaupt nicht. Wir haben in Deutschland mehr Astrologen als evangelische und katholische Pfarrer zusammengenommen. Statt im Stiegel neulich zu lesen: 50. Das ist die eigentliche Religion.
Und jetzt lassen Sie uns über Kritik und Kritikfähigkeit reden. Es sind nicht die dummen Leute, die dorthin gehen, es ist die Intelligenz. Es ist die Intelligenz, die die spiritistischen Zirkel bevölkert. Dann lassen Sie uns über Kritikfähigkeit reden, das ist ein heißes Thema unter uns. Dem würde ich nicht gern ausweichen.
Himmel und Erde werden vergehen. Aber meine Worte werden nicht vergehen. Das ist die Zukunftsspur. Und dann noch eins: Da sagt Jesus im gleichen Kapitel 24, aus dem ich den ganzen Abend hier zitiere und vorlese, im Matthäusevangelium: Wer ist nun der treue und kluge Mitarbeiter, den der Herr über seine Leute gesetzt hat, damit er ihnen zur richtigen Zeit zu essen gibt? Gratulieren kann man dem, den sein Herr, wenn er kommt, das tut.
Er sagt: Was ist eigentlich zukunftsträchtiges Leben? Jesus sagt, wir brauchen Hoffnungsarbeiter. Hoffnungsleute erkennt man nicht daran, dass sie die Augen schwärmerisch verdrehen, sondern dass sie den Mut haben, angesichts der schier überfordernden Probleme halbe Sachen, bruchstückhafte Sachen mit ganzem Herzen zu tun, kleine Schritte zäh zu verfolgen, dicke Bretter zu bohren und nicht in der Panik die Politik des Alles-oder-nichts zu machen, sagt ein Student.
Wenn ich mir das überlege, was ich da so tun soll in der Dritten Welt und mit den ganzen Problemen, da sehe ich, dass ich da nichts bewirken kann. Da habe ich schon gar keine Lust mehr, überhaupt noch irgendetwas zu tun. Man kann eigentlich normalerweise nur etwas anpacken, wenn man einen Erfolg in Sichtweite sieht. Und da die Probleme heute so massiv werden, dass kurzfristige Erfolge immer weniger in Sicht sind und immer mehr Illusionen in dieser Hinsicht geplatzt sind, verlieren immer mehr Leute die Lust.
Deshalb sind die Negos heute wieder so modern, die netten Egoisten. Und deshalb ist plötzlich wieder schick geworden in Deutschland, Egoist zu sein. Da braucht man sich gar nicht zu schämen: Ich für mich, was soll ich anders? Das andere ist Quatsch. Ich habe da doch kein Backende. Was soll's? Nur den Idealismus beheizen, wenn es zu nichts führt. Rette sich, wer kann.

Hoffnungsarbeit im Alltag

Was wir aber brauchen, sind Hoffnungsleute, Hoffnungsarbeiter, so wie Jesus hier sagt: Menschen, die für die geliebten Menschen Gottes zur richtigen Zeit die Lebensmittel bereithalten. Alles, was Menschen zum Leben brauchen.
Manchmal ist es Brot, manchmal sind es Gespräche, manchmal ist es Zeit, manchmal ist es irgendeine praktische Hilfe, manchmal ist es der Hinweis auf die Quelle des Lebens, die Jesus heißt. Was es auch immer sein muss, es ist das, was zum Leben nötig ist.
Hoffnung heißt, dass man begreift: Kein Mensch geht über diese Erde, den Gott nicht liebt. Und wir sind auf diesem Globus, damit wir aus der Kraft Gottes, aus der Kraft der Liebe Gottes, zur Hilfe für die Menschen und zur Ehre Gottes leben. Und damit wir sagen: Wo sind meine Gaben? Die will ich einsetzen.
Ich muss nicht alle Probleme lösen. Ich kann nicht alle Probleme lösen. Und ich lasse mich nicht lähmen dadurch, dass man alles von mir erwartet, was ich nicht kann. Ich muss das tun, wozu Gott mich geschaffen hat. Herr, was willst du, dass ich tun soll? Was sind meine Gaben und meine Grenzen, und was ist meine Platzanweisung? Wo stellst du mich hin: im beruflichen Feld, im familiären Feld, in meiner Generation?
Wo kann ich eine Hilfe geben? Durch Fürbitte, durch Gespräch, durch eine tatkräftige Hilfe, durch finanzielles Mitwirken, durch Organisatorisches, durch Denkerisches, durch Planerisches, wie auch immer, wo ihre Stärken sitzen. Wir brauchen Leute in allen Berufen. Und wir brauchen Leute, die ihre Gaben entwickeln und ihnen das Beste geben, die begriffen haben, dass man um der Menschen willen, die in Not sind, und um des heiligen Gottes willen und seiner Liebe das Allerbeste geben kann.
Oder meinen Sie, es wäre nur wichtig und richtig, irgendwo im Vorstand von Daniel Bellitz das Äußerste zu geben? Oder eine Firma aufzubauen mit einer riesigen Rendite? Meinen Sie, nur der Egoismus und der Ehrgeiz könnten noch Gaben freisetzen, könnten noch Leute herausfordern? Meinen Sie, wir könnten die Probleme der Welt mit Faulpelzen lösen, mit Leuten, die nach 38,5 Stunden ihren Hammer fallen lassen?
Es ist Schwerarbeit der Liebe in dieser Welt. Die Intelligentesten sind gefordert. Die sagen: Ich bin bereit. Ich bin bereit, in dieser Welt das Beste zu geben und nicht meine Karriere als den Götzen meines Lebens anzubieten.
Gott wird uns nicht zu kurz kommen lassen. Da gibt es viel, worüber wir uns freuen können und was wir genießen dürfen. Er schenkt auch Reichtum an seinem Segen, aber er macht uns zu Aushaltern und sagt: Ich gab dir das, dass du dich in Dankbarkeit daran freust und in Verantwortung für andere damit lebst.
Hoffnungsarbeiter sind gefragt. Deshalb reden wir heute Abend von dieser Perspektive, nicht um irgendeine religiöse Nische zu bedienen, um ein paar Schwärmer oder Spekulierer zu befriedigen mit irgendeinem religiösen Gedankengut über die Zukunft, sondern weil es heute um die Überlebensfragen geht.

Berufung zur Verantwortung

Und weit in einer Zeit, in der die Belastungen groß und größer werden und natürlicherweise unsere Belastbarkeit abnimmt, werden die Frustrationstoleranzen in unserem Leben geringer.
In dieser Zeit sind Hoffnungsarbeiter gesucht: Leute, die angezündet sind von der Liebe des auferstandenen Jesus und seiner Kraft, die sich auch gegen den Strom einer Mehrheitsmeinung ethisch orientieren wollen und können. An dem Wort des auferstandenen Jesus Christus, an der Bibel. Die nicht feige den feuchten Finger in den Wind halten und fragen, wo weht heute der Wind her. Die nicht die statistische Moral befragen, wie viel Prozent machen denn schon dies und das, sondern die fragen: Herr, was willst du? Herr, was willst du? Und hier bin ich, gebrauche das Bruchstück meines Lebens.
Dann sollen sie erfahren, dass, wer das lebt, in der Nachfolge des Jesus lebt, in der Gemeinschaft mit dem Auferstandenen lebt, erleben wird, dass nichts für die Katze ist. Paulus schreibt einmal im 15. Kapitel des 1. Korintherbriefs: Nehmt immer mehr zu in der Arbeit des Herrn, weil ihr ja wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.
Was ist das für ein Leben! Dass ich die Bruchstücke meines Lebens tun kann, im Alltag all dieses Puzzle, wo man manchmal den großen Zusammenhang gar nicht so richtig überschaut, das in Treue tun kann und wissen kann: Gott setzt den Akzent der Ewigkeit und Gültigkeit drauf. Er hat das Ziel im Blick. Er garantiert das Ziel der neuen Welt. Das muss ich nicht tun. Und dadurch gewinnt mein bruchstückhaftes Leben unverlierbare Gültigkeit.
Es macht Spaß zu leben.
Darf man dieses Motto in einer Welt, in der gelitten wird, geheult wird und gefoltert wird, eigentlich ernsthaft sagen? Oder ist das eigentlich nur möglich, indem man verantwortungslos ausblendet, was an Not in dieser Welt passiert? Wenn wir das tun, dann ist das zynisch.
Ich spüre, dass, wenn Christus unser Leben gebraucht, wir beides miteinander verbinden können: eine Festfreude über Gottes Barmherzigkeit und Liebe, ein Staunen über die Würde des Menschen, die jeder Mensch trägt, weil Gott ihn liebt, so wie Christus für ihn gestorben ist. Nicht nur, dass Gott ihn geschaffen hat, sondern dass Jesus für ihn gestorben ist.
Der kaputteste Mensch hat den Strahlenkranz der Würde Gottes um sich. Welch eine positive Weltsicht ist plötzlich möglich, ohne dass man die bösen Realitäten schönfärbt und ausblendet.
So kann man leben. Ich lade Sie herzlich dazu ein.

Die offene Tür des Glaubens

Ich hoffe, dass ich heute Abend nicht etwas schöngefärbt habe und dass ich nicht unter dem Niveau des Realismus geblieben bin, das Jesus hier zeichnet. Er zumutet uns etwas, aber er zeigt uns auch etwas.
Wie leidenschaftlich Jesus uns einlädt! Er wartet darauf. „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an.“ Vor der Tür des Lebens – ein schönes Bild des Lebenshauses – klopft er an. Der allmächtige Gott kommt nicht mit der Brechstange, tritt die Tür nicht ein und bricht sie nicht ab. Warten Sie nicht darauf: Die Liebe kann nicht vergewaltigen.
Manche warten darauf, dass Gott sie manipuliert, hintenherum, durch die Brust ins Auge, dass er sie irgendwie zwingt. Das wird er nicht tun. Er klopft an. Er klopft an. Das ist dieses Zaghafte, Vorsichtige. Er bittet darum, dass wir die Tür öffnen. Dass wir wirklich sagen: Ja, Herr, ich öffne dir mein Leben. Komm rein, sieh dir an, was alles falsch gelaufen ist, dieses Durcheinander. Ich bitte dich: Vergib mir, reinige den Laden, mach’s neu. Und jetzt lasse ich dich rein, wirklich in all die Räume, nicht nur in den Flur, nicht nur ins Wohnzimmer, nicht nur ins Besuchszimmer, sondern in die Küche, in den Keller, ins Schlafzimmer, in die Rumpelkammer, in alles Unaufgeräumte. Ich lasse dich rein. Gestalte mein Leben und mach mich zu einem Hoffnungsarbeiter. Ich stehe dir zur Verfügung.
Es könnte ja sein, dass Sie heute Abend sagen: Ich will das so gerne, aber ich möchte jetzt nicht einfach nur mit dem Entschluss von hier weggehen. Man weiß ja, was aus Entschlüssen so wird: Sie sind dann schneller wieder weg, als man sie gefasst hat. Deshalb laden wir ja immer zu Gesprächen ein. Denn wenn man Zeugen findet, sich austauscht und verrät, was bei einem vorgegangen ist, und sagt: Ich möchte das, dann wird das schon konkreter für den Alltag, wenn andere Mitwisser werden.
Auch heute Abend möchte ich wieder dieses Angebot machen. Wir haben da drüben in dem Raum gegenüber, im Foyer hier gleich an der Treppe, den Raum der Stille. Und ich möchte diejenigen unter Ihnen, die sagen: Ich möchte wirklich diese Einladung annehmen und einen Kontakt mit Christus machen, einen ersten Schritt gehen und anfangen, mit ihm zu leben, bitten: Kommen Sie doch einfach dorthin.
Wir haben, glaube ich, heute Abend so viele Stühle gebraucht, dass die alle da draußen sind. Sie kommen wieder rein. Da steht ein Kreis. Wir würden Ihnen gerne eine Gebetskarte geben, das Gebet in der Stille dort bedenken und dann, wenn Sie es wollen, gemeinsam laut miteinander beten, als ein erstes Kontaktgespräch, in dem wir sagen: Ich danke dir, Jesus, für deine Zuwendung zu mir. Und ich komme jetzt und stehe dir zur Verfügung und möchte von heute an neu und zum ersten Mal dir folgen.
Das ist der Beginn Ihres Weges. Es ist nicht der große Knall, wo von einem Augenblick auf den anderen alles ganz anders ist. Das ist der erste Schritt. Aber es hat noch niemand den zweiten getan, bevor er den ersten getan hat. Deshalb mache ich Mut.
Ich beobachte auch, dass es viele Menschen gibt in Deutschland, die sich durchaus in der sympathisierenden Szene des christlichen Glaubens aufhalten, bei denen es aber nie dazu gekommen ist, dass sie klare Verhältnisse zwischen Jesus und sich geschaffen haben. Will ich ihm nun folgen? Ist er der Chef im Ring meines Lebens, oder war das nur so eine Sache? Das hat dann Konsequenzen für viele praktische Fragen im Alltag und schafft da klare Verhältnisse.
Ich mache Ihnen sehr Mut. Es geht um die Zukunft Ihres Lebens, um die Mitwirkung an einer Hoffnungsarbeit, die so dringend nötig ist in unserer Gesellschaft, ich vermute auch in Bernhausen. Deshalb lade ich Sie herzlich ein.

Schlussgebet

Bevor jetzt der Chor singt, würde ich gerne zum Abschluss mit Ihnen ein kurzes Gebet sprechen. Lassen Sie uns dazu aufstehen.
Du bist der Erste und der Letzte. Du bist der auferstandene Herr. Wir haben an diesem Abend über manches nachgedacht und geredet. Herr, jetzt ist uns vor Augen: Wir brauchen Dich, und Du selbst musst reden. Rede in unser Leben hinein, sprich klare Worte, schaffe Ordnung, Heilung und Neuorientierung. Vor allem zünde das Feuer der Hoffnung auch dort an, wo nur noch die Asche der Resignation übrig geblieben ist.
Ich bitte Dich für die unter uns, in deren Innerem jetzt ein Ringen vor sich geht, ob sie Dir folgen sollen oder nicht. Sprich Du Dein: Fürchte dich nicht. Und: Friede sei mit dir.
Amen.