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DARUM die Bibel

Christen, wir müssen reden ...
24.05.2024

Die Bedeutung und der Wert der Bibel für Christen weltweit

In dem Augenblick, in dem du mich gerade hörst, gibt es Menschen in Indien, Usbekistan und Eritrea, die im Gefängnis sitzen. Sie werden bestraft, weil sie eine Bibel verschenkt oder auch nur selbst gelesen haben. Manche wurden sogar getötet, weil sie die Bibel in ihre Sprache übersetzt haben.

Und wie viele geben auch jetzt gerade ihr Leben, damit andere Zugang zu diesem Buch haben können – und es werden immer mehr. Wir als Christenheit müssen uns die Frage stellen: Ist es das wert? Auch bei uns in der westlichen Welt, im Kleinen, in der Schule, in der Familie, bei der Arbeit und im Seniorenheim – ist es das wert, diesen gewissen Blick zu bekommen, wenn man seine Bibel liest oder anderen daraus erzählt? Warum ist uns Christen die Bibel so unglaublich wichtig?

Ich, Markus, bin in einem internationalen, multikulturellen Umfeld aufgewachsen – also mit Afrikanern, Asiaten, Nord- und Südamerikanern. So ungefähr kannst du dir vorstellen, wie damals bei uns die Klassenfotos und Schulfeste aussahen. Auch damals war der Umgang mit Buddhismus und Hinduismus für mich nichts Besonderes. Ebenso war der Anblick von Minaretten beim Einkaufen oder auf dem Weg zur Schule ganz alltäglich.

Der Islam war in meiner Jugendzeit sowieso ein großes Thema. Später war unser direkter Nachbar ein muslimischer Gelehrter, bei dem ich jahrelang ein- und ausgegangen bin. Dieser Hintergrund hat mir später sehr geholfen, das Christentum in seinen Zusammenhängen besser zu verstehen und zu erkennen, warum es so völlig einzigartig und besonders ist.

Ich bete, dass Gott mir mit diesem Hintergrund erlaubt, dir heute zu helfen, etwas klarer zu sehen.

Gründe für die Bedeutung der Bibel

Äussere Gründe

Warum ist die Bibel für Christen so wichtig, dass viele sie täglich lesen und sogar als heilige Schrift bezeichnen? Das hat äußere, geistliche und praktische Gründe.

Äußere Gründe

Erstens: Die biblischen Schriften waren die heiligen Schriften der ersten Christen. Sie wurden über Jahrhunderte hinweg sorgfältig von einer Generation zur nächsten weitergegeben.

Zweitens: Seit es diese Schriften gibt – das war zwar noch nicht ganz am Anfang, aber bald danach – sind sie die höchste Autorität in Glaubens- und Lebensfragen. Schon allein, um gegenüber Nichtchristen sprachfähig zu sein, brauchen wir Christen die Bibel. Wir ordnen uns damit einem verbindlichen Maßstab unter, den andere einsehen und an dem sie uns messen können. Das ist auch die Grundlage für jedes Gespräch mit Andersdenkenden.

Vor kurzem wurde ich von einer großen muslimischen Gemeinde in Deutschland zu einer Diskussion eingeladen. Aus terminlichen Gründen konnte ich nicht teilnehmen, aber aus ihrer Perspektive ist es wichtig: Dadurch, dass wir Christen uns an der Bibel orientieren, wissen auch Andersdenkende transparent und fair, wo wir stehen. In diesen Gesprächen gibt es keine Wundertüten, sondern eine Art von Berechenbarkeit. Diese Berechenbarkeit ist die absolute Grundvoraussetzung für jede Art von Begegnung.

Drittens: Das Neue Testament ist die bei weitem beste Grundlage für das Leben und die Lehren von Jesus.

Viertens: Jesus selbst bezeichnet drei Viertel der Bibel als Gottes Wort. Darauf kommen wir gleich zurück.

Geistliche Gründe

Geistliche Gründe

Damit wir uns in weltanschaulichen Fragen nicht auf Wahrsagerei, Hörensagen oder subjektive Empfindungen verlassen müssen – die bei jedem anders sind und sich im besten Fall mehrmals am Tag ändern –, brauchen wir eine objektive Grundlage. Diese ist notwendig, sobald weltanschauliche Fragen aufkommen. Ohne eine solche Grundlage können wir von Gott nichts wissen.

Zweitens dient die Schrift dazu, geistlich zu wachsen. Im 2. Timotheusbrief heißt es, dass die Schrift uns auf den richtigen Weg bringt und uns zu einem Leben erzieht, das Gott gefällt.

Drittens hilft uns die Schrift, Versuchungen zu widerstehen. Dazu wird gleich noch mehr gesagt, denn das ist ein wichtiger Punkt.

Viertens ermöglicht uns Gottes Wort, in die Anbetung einzutreten. Ich wiederhole: Es geht darum, Gott mit seinen eigenen Worten anzubeten.

Diese praktischen Gründe zeigen, warum es so wichtig ist, sich auf die Schrift zu stützen.

Praktische Gründe

Erstens: Um aus der Bibel zu predigen – womit sollten wir sonst predigen? Die Tagesschau ist kein Predigttext. Über unsere Gefühle, über unsere Tagebucheinträge, über den „kleinen Prinzen“ oder über ein Goethe-Gedicht zu predigen, ist schwierig, wenn wir nicht einmal überzeugende Gründe haben, dass Goethe überhaupt Christ war oder sich jemals bekehrt hätte. Ich glaube nicht.

Zweitens: Um unsere Kinder und unsere Enkel zu erziehen.

Drittens: Um besser evangelisieren zu können. Argumente sind richtig und wichtig, aber Bibelworte können die Seele auf eine ganz andere Art und Weise berühren. Das wirst du gleich noch sehen.

Viertens: Um eine Verbindung mit anderen Christen zu haben – auch aus anderen Ländern und Kontinenten. So entsteht eine gemeinsame Grundlage, die zeitübergreifend und kulturübergreifend gilt.

Fünftens: Um zu wissen, was kommen wird – Stichwort Prophezeiungen, und ja, auch Stichwort Endzeit.

Sechstens: Um in der Verfolgung etwas zu haben. Verfolgte Christen, die keine Bibel besitzen dürfen, sind häufig sehr dankbar für jeden einzelnen Vers, den sie im Gedächtnis haben.

Das ist eine oberflächliche Kurzfassung, wir kratzen hier nur an der Oberfläche. Wir werden uns jetzt noch deutlich tiefer mit historischen, geistlichen und auch ganz praktischen Aspekten beschäftigen – vor allem gegen Ende dieses Beitrags.

Nicht nur ich werde hier zu Wort kommen, das wirst du gleich sehen. Trotzdem bete ich, dass dieser Beitrag dir einen Segen sein wird.

Vorstellung und Einladung

Ich bin Markus, Gründer des überkonfessionellen Bibelfürdienstes. Um Christen in der Nachfolge von Jesus zu stärken, erstellen wir kostenfreie Infomaterialien.

Du kannst aus diesem Video und dem Podcast alles mitnehmen, was dir hilft. Vor allem aber werden dir die Infomaterialien auf unserer Website weiterhelfen. Sie werden täglich von Menschen genutzt, die neu im Glauben sind, aber auch von Tausenden, die Jesus schon seit Jahrzehnten nachfolgen.

All diese Materialien stehen kostenlos für dich bereit. Es wäre schade, wenn du sie nicht nutzt. Möglich gemacht wird das durch freiwillige monatliche Unterstützer aus dem ganzen Land – Menschen wie du und ich.

Wer möchte, dass Videos wie dieses hier in unserem Land weiter verbreitet und nicht verborgen bleiben, sollte jetzt auf die Glocke drücken, die unten rechts unter diesem Video zu finden ist.

Vielen Dank an alle Unterstützer – ob durch das Aktivieren der Glocke, durch Geld oder durch Gebet. Das macht einen echten Unterschied. Dieses Video hier ist für dich.

Die Herausforderung der Bibelkenntnis in der Christenheit

Lassen Sie uns gleich zu Beginn das Kind beim Namen nennen. Im Christentum gibt es etwas, das ziemlich auffällig und für viele Außenstehende ungewöhnlich ist.

In anderen Weltreligionen, wie zum Beispiel im Mormonismus, in vielen hinduistischen Strömungen, vor allem aber im Judentum und im Islam, ist es sehr verbreitet, dass die Anhänger ihre heiligen Schriften gut bis sehr gut kennen und ihr Leben danach ausrichten.

Im islamischen Koran gibt es sogar die Erwartung, dass Muslime den Koran nach Möglichkeit auswendig lernen. So heißt es in Sure 2, al-Bakara, relativ am Anfang des Korans: „Aladina at-ta'inahumul-qitabi yatlu'u-unahu hotila-wittihi ola'ika yuminanun-bihi.“ Frei übersetzt bedeutet das: „Denen, denen Gott das Buch gegeben hat, rezitieren es, wie es rezitiert werden sollte. Sie sind diejenigen, die wirklich daran glauben.“

Häufig ist eine der ersten Kritiken, die von Muslimen kommt – und das wurde mir erst vor wenigen Wochen von einem Muslim direkt ins Gesicht gesagt – die Frage, ob wir als Christen nicht Heuchler seien. Warum? Weil wir nicht einmal unsere eigenen Schriften ernst nehmen.

Sie sagen zum Beispiel: In euren Geboten steht, dass ihr Gottes Namen ehren sollt, und ihr Christen nutzt ihn als Kraftausdruck. In euren Geboten steht, dass Eltern respektiert werden sollen, und ihr erzieht eure Kinder antiautoritär. In euren Geboten steht, dass ihr nicht morden sollt, und eure zweitgrößte Kirche sagt, dass man Kinder abtreiben können soll, bis sie achtundzwanzig Zentimeter groß sind. In euren Geboten steht, dass ihr nicht Ehe brechen sollt, und auf jedem zweiten Pfarrkonvent sitzen Pastoren, die fremdgehen oder Pornos schauen. In euren Geboten steht, dass ihr nicht lügen sollt, und in euren Predigten erzählt ihr Dinge über Jesus, die euren eigenen Schriften und dem Zeugnis seiner Apostel widersprechen.

Und häufig wisst ihr nicht einmal, was eure eigene Bibel über eines der Hauptthemen überhaupt sagt: über das Jüngste Gericht. Das ist eine direkte Kritik an uns Christen.

Der Knackpunkt ist: Darauf läuft es ja hinaus. Haben sie völlig unrecht? Schon im Koran aus dem siebten Jahrhundert steht in Sure 5, al-Ma'ida: „O Leute der Schrift!“ – gemeint sind Juden und Christen – „ihr habt keine Grundlage, bis ihr die Tora und das Evangelium und das befolgt, was euch als Offenbarung von eurem Herrn herabgesandt worden ist.“

Das steht im Koran. Und deswegen finde ich, ist es mehr als nachvollziehbar, wenn Muslime sich fragen: Warum sollen wir eigentlich die Christen ernst nehmen, wenn die Christen nicht einmal ihre eigenen heiligen Schriften ernst nehmen?

Das tut weh, oder? Aber es ist die Wahrheit.

Falls Sie mehr wissen möchten, was im Koran über die Bibel und über Jesus steht und wie wir als Christen das evangelistisch nutzen können, dann drücken Sie gerne die Glocke unten rechts unter diesem Video und schreiben Sie einen Kommentar, dass Sie sich das wünschen.

Die Realität der Bibelkenntnis unter Christen

Aber zurück zu uns Christen: Sind wir wirklich so oberflächlich und schlecht informiert, wie uns Kritiker oft vorwerfen? Nun ja, mal ehrlich – häufig ist das tatsächlich der Fall.

In der Praxis scheitert es oft schon daran, dass wir Christen unsere eigene Bibel gar nicht so gut kennen. Aus meiner Erfahrung kann ich das bestätigen. Wenn ich in Gemeinden eingeladen bin, stelle ich immer wieder fest, dass viele Christen ihre Bibel kaum kennen. Häufig zeigt sich, dass etwa nur ein Drittel der Gottesdienstbesucher die Bibel komplett durchgelesen hat.

Das variiert zwar ein wenig: In Brüdergemeinden ist der Anteil meist höher, in vielen russlanddeutschen Gemeinden ebenfalls. Aber das ist ungefähr der Durchschnitt der letzten Jahre. Zum Vergleich: Ein solcher Wert wäre in den meisten Moscheen undenkbar.

Spannend ist auch, welche biblischen Bücher Christen überhaupt kennen. Vor einigen Jahren gab es dazu eine größere Untersuchung. Dabei stellte man fest: Im Alten Testament sind die Bücher, die am bekanntesten sind, Genesis, die Psalmen, Sprüche und Teile von Jesaja – vor allem wegen der Weihnachtsgeschichte.

Die am wenigsten gelesenen Bücher im Alten Testament sind hingegen der Prophet Joel, der Prophet Nahum, der Prophet Obadja und die beiden Bücher der Chronik. Das ist sehr schade. Ich selbst habe diese Bücher erst vor zwei, drei Wochen gelesen und war überrascht, wie viele tiefe geistliche Schätze darin stecken. Diese Schätze sollte man keinesfalls verpassen.

Auch im Neuen Testament sieht es ähnlich aus. Die meisten Christen kennen vor allem Matthäus – der ja auch gleich vorne steht –, Johannes, Lukas, den Römerbrief, den Epheserbrief (der oft bei Hochzeiten vorgelesen wird) und den ersten Johannesbrief.

Am wenigsten gelesen werden dagegen der Philemonbrief, der zweite Thessalonicherbrief, der zweite Petrusbrief und der Judasbrief. Gerade in diesen Büchern geht es um unsere Zeit vor dem Ende. Dort wird beschrieben, wie aufkommende Irrlehrer erkannt werden können und wie man ihnen begegnet.

Wir Christen wären viel besser auf unsere Zeit vorbereitet, wenn wir gerade diese Bücher lesen, predigen und beherzigen würden.

Wer wissen möchte, wie er diese schwierigen Bücher im Alltag leichter lesen kann, kann sich hier die „Landkarte durch die Bibel“ holen. Tausende Menschen haben mit dieser Hilfe ihre Bibel zum ersten Mal komplett durchgelesen. Die Landkarte ist komplett kostenlos und über den ersten Link unter diesem Video erhältlich.

Mehrere seriöse Untersuchungen der letzten Jahre zeigen außerdem, dass in der westlichen Welt ausgerechnet Christen, die christlich aufgewachsen sind, die Bibel am schlechtesten kennen.

Der Dunning-Kruger-Effekt und seine Bedeutung für Christen

Das hat etwas mit dem Dunning-Kruger-Effekt zu tun. Was ist der Dunning-Kruger-Effekt? Es handelt sich dabei um ein Phänomen aus der Verhaltenspsychologie. Ganz einfach gesagt besagt dieser Effekt, dass Menschen, die viel Kontakt mit einem bestimmten Bereich oder Thema haben, häufig glauben, sie seien auch kompetent darin oder verfügten über umfangreiches Wissen.

Ein Beispiel aus dem Bereich Finanzen: Viele wünschen sich, dass wir darüber sprechen, wie man als Christ und in der Ehe seine Finanzen organisiert. Personen, die regelmäßig Finanzmedien konsumieren, überschätzen oft ihr tatsächliches Verständnis von Finanzen und ihre Fähigkeit, finanzielle Entscheidungen zu treffen.

Ein weiteres Beispiel sind Daytrader – also Menschen, die täglich die Börsenkurse beobachten und versuchen, daraus Profit zu schlagen. Studien zeigen, dass Daytrader in der Regel schlechtere Entscheidungen treffen als Investoren, die die Kurse nur einmal pro Woche oder Monat anschauen. Komisch, oder? Der eine weiß, dass er wenig weiß, und handelt entsprechend. Der andere hat mehr Kontakt mit dem Thema, denkt aber, er wüsste überproportional viel. Deshalb kommt er leichter zu falschen Schlüssen. Manchmal sieht man umso weniger, je näher man dran ist.

Dasselbe legen Studien auch für Menschen nahe, die christlich erzogen sind. Das bedeutet: Menschen, die christlich aufgewachsen sind und ständig von christlichen Inhalten umgeben sind, kennen ihre Bibel häufig weniger gut und lesen sie weniger intensiv als Menschen, die nicht christlich aufgewachsen sind und sich erst später bekehrt haben.

Das soll keine pauschale Aussage sein, sondern lediglich eine Beobachtung. Nur weil man viel von etwas umgeben ist – zum Beispiel christlichen Inhalten – neigt man automatisch dazu zu denken, man kenne sich besser aus, als es tatsächlich der Fall ist. Deshalb sieht man oft weniger die Notwendigkeit, die Bibel tatsächlich jeden Tag zu lesen.

Und dann gibt es noch den Satan. Wer eine Bibel hat, sie aber nicht liest, hat keinen Vorteil gegenüber einem Analphabet.

Die Heilsrelevanz der Bibel und der Glaube ohne Bibel

Lassen wir uns jetzt einen Schritt zurückgehen und der Ehrlichkeit halber einige Dinge zusammenfassen und auch einräumen. Die Bibel hat es in dieser Form nicht immer gegeben, und das müssen wir zugeben. Das darf man auch ehrlich aussprechen.

Es gibt einzelne Leute, die hier in Kommentaren manchmal darüber diskutieren, ob es heilsrelevant ist zu glauben, dass die Bibel 66 oder siebzig Bücher hat. Die Antwort lautet: Keins von beidem ist heilsrelevant. Denk kurz mit!

In einem der absoluten Kerntexte des Christentums, im Apostolischen Glaubensbekenntnis, steht ja auch nicht „Ich glaube an die Bibel in diesem oder jenem Umfang“. Dort steht übrigens auch nicht „Ich glaube an die Verbalinspiration und Unfehlbarkeit der Bibel“. Tatsächlich kommt das Wort „Bibel“ dort überhaupt nicht vor. Was hat das zu bedeuten?

Lassen wir uns noch einen Schritt weitergehen. Hängt die Wahrheit des Christentums – jetzt gut aufpassen – von der Bibel ab? Oder könnte man auch Christ sein ohne Bibel? Die Antwort ist: Denk mal mit! Ja, man kann auch Christ sein ohne Bibel.

Hier die Begründung: Stell dir vor, du sitzt in Nordkorea in einem Konzentrationslager. Das ist eine sehr düstere Situation. Dann ist dein Mithäftling da, und dieser Mithäftling erzählt dir das Evangelium. Du kannst nicht lesen und schreiben, er kann es auch nicht. Trotzdem sagt er dir das Evangelium, und du kehrst um, tust Buße, vertraust Jesus dein Leben an und wirst ein Kind Gottes. Du wirst wiedergeboren und empfängst den Heiligen Geist.

In diesem Moment bist du Christ. Dir sind deine Sünden vergeben, und Jesus hat für alles schon bezahlt. Jetzt kommt der Knackpunkt: Dein Mithäftling stirbt am nächsten Tag, und du am Tag darauf. Ihr beide könnt weder lesen noch schreiben, und vielleicht hattet ihr nie eine Bibel in der Hand. Trotzdem habt ihr euch beide auf Grundlage des Evangeliums bekehrt.

Das Evangelium ist nicht abhängig von der Bibel.

Noch einmal weitergedacht: Wenn man das Neue Testament bräuchte, um Christ zu sein, warum gab es dann zehntausende Christen, bevor die erste Zeile des Neuen Testaments jemals verschriftlicht wurde? Willst du mir damit sagen, dass Millionen Menschen sich dadurch bekehrt haben, indem sie den Schriften der Apostel folgten – und die Apostel selbst waren nicht bekehrt? Da stimmt doch mit der Logik etwas nicht.

Tatsächlich ist es so: Christ sein hängt nicht unbedingt an der Bibel.

Versteh mich an dieser Stelle richtig! Ich bin der allererste, der nachts um drei auf der Matte steht, um die Bibel zu verteidigen. Das wissen die meisten hier. Trotzdem: tief durchatmen! Es ist nicht einmal heilsrelevant zu glauben, dass die Bibel das unfehlbare, irrtumsfreie Wort Gottes ist.

Nochmal: Es gibt sehr gute Argumente, genau das zu glauben. Halte gerne daran fest! Aber heilsnotwendig ist es nicht. Du kannst auch ohne diese Überzeugung gerettet werden, und du kannst auch ohne Bibel Christ sein.

Das Christentum funktioniert selbst dann, wenn die Bibel nicht irrtumsfrei und nicht widerspruchsfrei wäre.

Und trotzdem ist die Bibel so wichtig. Damit wollen wir uns heute beschäftigen. Ziel ist es, dir klarere, anschauliche und einprägsame Antworten zu geben, auf die du immer wieder zurückgreifen kannst.

Die Bibel in der frühen Christenheit

Deshalb schauen wir erst einmal, wie die ersten Christen mit der Bibel umgegangen sind. Ein früher Christ war ein Mann namens Justinus. Er schrieb ein Buch, die sogenannte Apologia. In diesem Buch beschreibt er in einem Abschnitt das Gemeindeleben der ersten Christen.

Dort heißt es, dass sie vor dem Essen beteten: „Bei allem, was wir zu uns nehmen, preisen wir den Schöpfer des Alls durch seinen Sohn Jesus Christus und durch den Heiligen Geist.“

Anschließend beschreibt er einen Gottesdienst. Am Tag, den man den Sonntag nennt, also dem ersten Tag der Woche (für uns heute der siebte Tag der Woche), findet eine Versammlung aller statt, die in Städten oder auf dem Land wohnen. Dabei werden entweder die Berichte der Apostel oder die Schriften der Propheten vorgelesen. Noch einmal: Entweder die Berichte der Apostel oder die Schriften der Propheten.

Vielleicht denkst du jetzt: „Okay, also Neues und Altes Testament – ist das irgendwie etwas Besonderes?“ Nun ja, pass mal auf. Das Ganze ist an einen jüdischen Synagogengottesdienst angelehnt. Dort werden ausschließlich heilige Schriften vorgelesen.

Was wir bei Justinus finden, ist, dass zusätzlich zur Tora und den schon anerkannten heiligen Schriften auch die Berichte der Apostel vorgelesen wurden. Das ist eine kleine Sensation, denn das bedeutet, dass diese Schriften genauso behandelt wurden wie heilige Schriften.

Professor Dr. Bruce Metzger von der Elite-Universität Princeton fasst dazu zusammen: Im Synagogengottesdienst am Sabbat war es üblich, Abschnitte aus dem Gesetz und den Propheten zu lesen – ich ergänze: aus dem Alten Testament. So hatte die christliche Gemeinde sehr früh den Brauch übernommen, auch Stellen aus dem Neuen Testament im Gottesdienst vorzulesen.

Wahnsinn! Danach geht der Gottesdienst so weiter, dass man gemeinsam das Abendmahl einnimmt. Anschließend folgt eine Kollekte, also eine freiwillige Spendensammlung für die Gemeindetätigkeit, für Bedürftige und für andere Gemeinden.

Der Knackpunkt in dem Ganzen sind also die Berichte der Apostel. Welche sind das denn? Die vier Evangelien waren von Anfang an verbreitet. Gab es darüber hinaus noch weitere Berichte, die einen ähnlichen Stellenwert hatten und ähnlich heilig behandelt wurden?

Neben den vier Evangelien gab es in der Antike auch Jesus-Erzählungen. Das waren Erzählungen, bei denen die Leute meistens wussten, dass es eben wirklich Geschichten, Romane oder Erzählungen waren. Deshalb wurden sie meistens nicht verbindlich gelesen. Ich gebe dir mal zwei Beispiele, damit du auf den ersten Blick siehst, warum.

Apokryphe Evangelien und ihre Bewertung

Einer dieser frühen, wenn man so will, Romane ist zum Beispiel das Kindheitsevangelium nach Thomas. Dort werden einfach Geschichten erzählt, wie das Leben von Jesus als Kind ausgesehen haben könnte. Wenn man das liest, merkt man gleich, dass es ein bisschen anders ist.

Ich gebe nur mal ein oberflächliches Beispiel, und zwar aus dem Kindheitsevangelium nach Thomas, Abschnitt vier: Danach ging Jesus abermals durch das Dorf. Da stieß ein heranlaufender Junge an seine Schulter. Jesus aber wurde erbittert und sprach zu ihm: „Du sollst auf deinem Weg nicht weitergehen.“ Und sogleich fiel der Junge hin und starb. Einige aber, die sahen, was geschah, sagten: „Woher stammt dieser Junge, dass jedes Wort von ihm gerade fertige Tat ist?“ Da kamen die Eltern des Verstorbenen zu Josef – gemeint ist der Ziehvater von Jesus –, beschimpften ihn und sagten: „Da du so einen Jungen hast, kannst du nicht in unserem Dorf wohnen oder lehre ihn zu segnen und nicht zu fluchen, denn er tötet unsere Kinder.“

Es gibt im Kindheitsevangelium nach Thomas auch andere Erzählungen, zum Beispiel, wie Jesus den Sohn eines Rabbis vertrocknen lässt, noch mehr Kinder tötet und wie der Ziehvater Joseph ihn erst davon abhalten muss, noch mehr Kinder umzubringen. Also ein bisschen wie in einem schlechten Horrorfilm.

Aber jetzt stell dir vor, du hast die vier Evangelien als verlässliche Grundlage. Plötzlich kommt irgendein Typ, der schlägt dir aus heiterem Himmel vor, diesen Bericht, den er in einer ägyptischen Buchhandlung gefunden hat, den du gerade gehört hast, als fünftes Evangelium aufzunehmen. Würdest du als Gemeindeleiter das einfach ohne Probleme durchwinken? Wahrscheinlich nicht.

Es gibt mindestens zwei Probleme, die dir auffallen können – es sind sogar noch mehr, aber mal zwei: Erstens tut Jesus dort ein sogenanntes Strafwunder. Ein Junge stößt ihn an, und Jesus bringt ihn zur Strafe um – zumindest in dieser Erzählung. Entspricht das den Wundern aus den vier verlässlichen Berichten der Evangelien? Nein. Dort gibt es nur ein einziges Strafwunder, das je berichtet wird: Jesus verflucht den Feigenbaum. Und ein Feigenbaum ist wohl kaum mit einem menschlichen Kind gleichzusetzen.

Zweitens finden wir im Johannesevangelium eindeutig beschrieben, dass das erste Wunder, das Jesus je getan hat, auf einer Hochzeit war. Das heißt also: Sobald du die verlässliche Grundlage der vier Evangelien nimmst, die schon längst etabliert, verbreitet und anerkannt war, und das mit dem vergleichst, was andere Leute hundert oder zweihundert Jahre später anschleppen, wirst du zu Recht sehr zögerlich sein, solche Erzählungen wie das Kindheitsevangelium nach Thomas auf ein ähnliches Niveau zu heben wie die vier Evangelien im Neuen Testament.

Es wird sogar noch fantastischer. Ein zweites Beispiel aus dem sogenannten Petrusevangelium – wieder einer dieser Romane aus dem zweiten, möglicherweise dritten Jahrhundert. Dort heißt es in Abschnitt zehn, es geht um die Auferstehung:

„Als die Soldaten das sahen, weckten sie den Hauptmann und die Ältesten auf, die sich ebenfalls an der Wache beteiligten. Und während sie noch berichteten, was sie gesehen hatten, bot sich ihnen ein weiterer erstaunlicher Anblick: Drei Männer traten nebeneinander aus dem Grab – gemeint ist das Jesusgrab. Die äußeren zwei geleiteten den dritten in ihrer Mitte an den Armen. Es soll wahrscheinlich so eine Art Trinität darstellen oder so. Hinter ihnen kam ein Kreuz heraus, also ein Kreuz wird dort beschrieben, das läuft. Und auf einmal reichten die beiden äußeren Männer mit ihren Köpfen bis zum Himmel, doch der, den sie in ihrer Mitte führten, überragte den Himmel. Eine Stimme vom Himmel fragte: ‚Hast du den Toten gepredigt?‘ Und vom Kreuz her kam die gehorsame Antwort: ‚Ja, das habe ich getan.‘“ Ende des Zitats aus dem Petrusevangelium, Abschnitt zehn.

Du merkst schon: Es ist vielleicht mal ganz nett und interessant zu lesen, aber als Tatsachenbeschreibung und Augenzeugenbericht sieht das komplett anders aus.

Falls du mehr zu diesen apokryphen Evangelien hören möchtest, wie dem Thomas-Evangelium, dem Brot-Evangelium, Jakobus und vielen anderen, mache ich gerne einen Beitrag dazu. Da kann man mehr daraus lernen, als man denkt.

Falls du das möchtest, drücke gerne die Glocke unten rechts unter diesem Video und schreibe einen Kommentar, dass du dir das wünschst.

Der Kanon der frühen Christenheit

Wir springen wieder zurück zur tatsächlichen Geschichtsschreibung. Hier sehen wir den Kanon Muratori. Was ist der Kanon Muratori? Ich fasse mich kurz: Es handelt sich um ein Verzeichnis aus dem zweiten Jahrhundert, das sehr ursprünglich ist und ganz nah am Urchristentum dran war.

Dieses Verzeichnis enthält eine Liste von Texten, die im Urchristentum als verbindlich anerkannt wurden. Darin sind alle vier Evangelien enthalten, zusammen mit der Apostelgeschichte, allen Paulusbriefen, dem Judasbrief, der Offenbarung und noch einigen weiteren Schriften.

Noch viel interessanter ist jedoch die Begründung, warum bestimmte Schriften dort aufgelistet sind. Vereinfacht gesagt gibt es drei Kriterien: Erstens müssen die Schriften allgemein akzeptiert sein in den urchristlichen Gemeinden – ein bisschen wie Vincent von Lérins, der später sagte, dass das, was überall und von allen geglaubt wurde, die Grundlagen sind, über die wir hier auf diesem Kanal so viel sprechen.

Zweitens müssen die Schriften sehr ursprünglich sein. Drittens soll der Autor ein Augenzeuge der Geschehnisse sein.

Also noch einmal zusammengefasst: Damit eine Schrift in den Kanon aufgenommen wird, muss sie allgemein akzeptiert sein, sehr ursprünglich sein und vom Autor her ein Augenzeugenbericht sein.

Es gibt tatsächlich mehrere solcher ganz frühen Listen darüber, welche Schriften von Christen als maßgeblich und autoritativ anerkannt wurden. Diese kannst du mit dem Inhaltsverzeichnis deiner Bibel abgleichen. Dabei stellt man positiv überrascht fest, dass zum Beispiel über den zweiten Petrusbrief – und meinetwegen auch über den Jakobusbrief – durchaus diskutiert wird. Diese Diskussion ist einigermaßen nachvollziehbar.

Alle anderen Zweifel daran, ob bestimmte Bücher dazugehören oder nicht, haben jedoch keine historische Grundlage – vor allem nicht, wenn es um die Berichte über das Leben Jesu geht, also um die sogenannten vier Evangelien.

Zusammengefasst gab es nie eine Gemeinde und auch nie eine von Aposteln geleitete Gruppe, die andere Berichte über das Leben Jesu ernst genommen hat als genau die, die wir heute haben – die du und ich haben.

Wenn das nicht gut zu wissen ist, dann weiß ich auch nicht.

Um mehr über die ersten Christen zu erfahren, was sie glaubten und wie sie lebten, drücke die Glocke hier unten rechts unter diesem Video.

Die Selbstbezeichnung der ersten Christen und die Bedeutung von Jesus

So weit zurückblickend in die Geschichte, wollen wir nun wieder in die Gegenwart gehen und eine grundsätzliche Frage stellen: Was heißt es eigentlich, Christ zu sein?

„Christ“ kommt vom griechischen Wort „christianos“. Ursprünglich ist das eine Fremdbeschreibung. Das bedeutet, Christen haben sich am Anfang selbst nicht so genannt, sondern sie wurden von anderen so bezeichnet. Wie haben sich die Christen denn am Anfang selbst genannt? Das ist ganz interessant: Sie nannten sich „die Nachfolger des Weges der Rettung“, also die Nachfolger des Weges.

Warum „der Weg“? Hier eine begründete Vermutung: Jesus sagt, „Ich bin der Weg“. Und die ersten Christen sagen daraufhin: „Jawohl, wir folgen diesem Weg, wir folgen diesem Jesus.“ So haben Außenstehende die zu Christus gehörenden Menschen genannt. Später wurden sie „christianos“ genannt, was so viel heißt wie „die Kleinen des großen Christus“, also die, die zum großen Christus gehören.

Um diesen Jesus geht es ja. Jesus sagt immer wieder: „Folge mir nach.“ Und wir Christen sind diese Nachfolger von Jesus. Was Jesus sagt, ist für uns gültig und verbindlich.

Falls jetzt jemand kommt und behauptet, was Jesus sagt, habe für ihn nicht das letzte Wort – das ist ein freies Land. Aber ab einem gewissen Punkt ist man dann kein Christ mehr. Und ich denke, das ist mehr als fair. Jemand, der sich Christ nennt, aber Jesus Christus widerspricht, da stimmt doch etwas nicht.

Wenn jemand behauptet, er sei Christ, kann er nicht gleichzeitig die Themen, über die Jesus immer und immer wieder so klar spricht, einfach über den Haufen werfen. Das ist so, als würde jemand örtlichen Veganervereinen beitreten und trotzdem täglich seine Rostbratwurst essen – da merkt doch jeder denkende Mensch, da stimmt etwas nicht.

Deshalb ist es auch unser Anspruch als Christen, dass wir uns aus dem Neuen Testament nicht nur die Rosinen rauspicken.

Ein weiteres Beispiel aus der Politik – jetzt tief durchatmen: Angenommen, jemand sagt zu dir: „Ich bin Sozialdemokrat“, nur als Beispiel. Dann würdest du in Deutschland davon ausgehen, dass er sich mit den politischen Zielen und der Weltanschauung der SPD identifiziert. Und das ja mit Recht.

Jetzt kommt derjenige aber und behauptet: „Nee, ich finde nur deren Datenschutzposition toll, mit den anderen 99 Prozent ihres Parteiprogramms kann ich nicht viel anfangen.“ Dann würdest du zu Recht sagen: „Junge, dann tritt einer anderen Partei bei!“ Hier geht es um viel größere Dinge.

Und das ist wieder so ein Beispiel, bei dem jeder denkende Mensch merkt, dass da etwas nicht stimmt. Bei Jesus ist es genauso: Wenn wir Christen sagen, wir wollen Jesus nachfolgen, dann heißt das auch, dass wir ihm nachfolgen wollen – und nicht nur ein Prozent dessen herauspicken, was wir gerade vorübergehend irgendwie toll finden.

Deshalb die grundsätzliche Frage an dich und an mich: Was heißt es, Jesus zu folgen? Was heißt es, Jesus zu kennen? Mit biblischen Worten gefragt: Kennst du den Herrn?

Erkenntnisquelle über Gott und die Rolle der Bibel

Hinter all dem steht die grundlegende Frage: Woher können oder sollen wir überhaupt irgendetwas über Gott wissen?

Dafür gibt es zwei Möglichkeiten, die ich dir bewusst im Kontrast zeigen möchte. Die meines Erachtens korrekte Antwort dazu gibt Doktor Markus Till. Er sagt: Über Gott gibt es keine andere Erkenntnisquelle. Man kann über Gott nur wissen, was Gott von sich aus offenbart.

Wenn die Bibel nur ein Buch wäre, wie jedes andere aus damaligen Zeiten, dann könnten wir dort auch nur Meinungen finden, vielleicht sogar widersprüchliche Meinungen, aber eben keine Offenbarung und nichts Verlässliches. Wenn die Bibel keine göttliche Offenbarung ist, sondern ein Buch wie jedes andere, dann können wir in der Bibel tatsächlich nur Meinungen über Gott finden.

Doch mit widersprüchlichen Meinungen aus einer längst vergangenen Zeit kann man natürlich nichts Verlässliches über den wahren Gott herausfinden – oder über Jesus oder über die ewigen Fragen, die uns ja eigentlich alle beschäftigen.

Denn über Gott wissen wir nun einmal ausschließlich das, was Gott uns offenbart. Es gibt über Gott keine andere Erkenntnisquelle.

Okay, die Ausgangsfrage lautet: Wie können wir überhaupt irgendetwas über Gott wissen? Markus Tills sehr gute Antwort lautet: Wir können über Gott nur wissen, was Gott von sich aus zeigt. Das sehe ich genauso.

Und das ist im Christentum nur logisch. Gott ist unverfügbar. Wir können nicht über ihn verfügen, wir können nicht auf ihn zugreifen oder aus eigener Kraft Kenntnis von ihm, vom Himmel herab zu uns auf die Erde ziehen – wie das in magischen Handlungen wäre, die von der Bibel verurteilt werden.

Sondern Gott ist nun einmal souverän. Deshalb können wir auch von uns nichts von Gott wissen, sondern nur, was er von sich offenbart.

Das heißt, es ist nicht so, dass wir einfach nur lang genug in uns selbst, in unser Herz oder in unsere persönlichen Vorstellungen reinschauen müssten, und dann wüssten wir, wie Gott ist. Nein, solche inneren Erkenntnisquellen sind laut dem Christentum so nicht möglich.

Sondern es kann nur äußere Erkenntnisquellen geben, wie Offenbarungen, wie die Heilige Schrift oder wie der historische Jesus.

Dazu sagt Pastor Wilhelm Busch: „Abstrakt über Gott zu reden, das hat ja gar keinen Sinn. Gott ist doch völlig unbekannt und verborgen. Er hat sich nur an einer Stelle offenbart, in Jesus.

Und ehe wir weitermachen, müssen wir erst mal wissen: Wer ist Jesus? Ehe Sie diskutieren, müssen Sie erst einmal die Offenbarung Gottes zur Kenntnis nehmen.“ Ende des Zitats. Amen.

Ja, das war die erste Antwort auf die Ausgangsfrage, woher wir etwas von Gott wissen können, nämlich dass Gott es uns schenkt, dass Gott es uns offenbart.

Kritik an der Bibel aus moderner Perspektive und ihre Probleme

Es gibt jedoch auch Menschen, die eine andere Auffassung vertreten, die meines Erachtens ein erhebliches Problempotenzial birgt. Ein Beispiel dafür findest du bei Worthaus. Worthaus ist einer der einflussreichsten Podcasts zu christlichen Inhalten im gesamten deutschsprachigen Raum und erreicht viele Millionen Aufrufe.

In einem zentralen Vortrag spricht der Hauptreferent von Worthaus darüber, ob die Dinge, die Gott in einem der fünf Bücher Mose gesagt hat, tatsächlich Gottes Wort sein können. Er stellt dies dort infrage. Höre jetzt genau zu und achte besonders auf die Argumentation und Begründung, mit der er diese Frage aufwirft.

Man sagt ja, das Dritte Buch Mose sei Gottes Wort. Meint ihr wirklich, dass Gott selbst so frauenfeindliche Gesetze erlassen hat? Stellt ihr euch Gott tatsächlich so vor? Auch wenn es in der Bibel steht, muss man dennoch fragen: Stellt sich Gott wirklich so dar, oder sind das eher Männerfantasien, Priesterfantasien?

Der Worthaus-Referent zieht hier also in Zweifel, ob die Anweisungen und Worte in den fünf Büchern Mose von Gott stammen können. Es könnten vielmehr menschliche Gedanken sein. Das hat meines Erachtens drei entscheidende Probleme, die ich dir hier erläutern möchte.

Zunächst zur Faktenlage: Für uns als Christen ist Jesus die letzte Autorität. Wir können nicht an dem vorbeigehen oder uns über das hinwegsetzen, was Jesus sagt. Wir müssen immer zuerst fragen: Was sagt Jesus zu dieser Sache, was sagt Jesus zu dieser Frage?

Fragen wir uns also auch hier: Was sagt Jesus über die fünf Bücher Mose? Sobald du diese Frage stellst, siehst du, dass Jesus selbst die fünf Bücher Mose als Gottes Gebote bestätigt. Zum Beispiel in den Berichten, in denen Jesus Aussätzige heilt, weist er die Geheilten an, sich dem Priester zu zeigen und genau die Opfer zu bringen, die in Levitikus 14 vorgeschrieben sind. Damit bestätigt Jesus das Buch Levitikus.

Ein weiteres Beispiel: Jesus zitiert und bestätigt Levitikus 19, als er über das höchste Gebot lehrt. Tatsächlich bezieht sich Jesus im Laufe seiner Reden sogar auf alle fünf Bücher Mose und bestätigt alle fünf.

Das zweite Problem bei der Aussage des Worthaus-Hauptreferenten ist noch tiefergehend, und ich hoffe, dir ist das ebenfalls aufgefallen. Der Dreh- und Angelpunkt seiner Behauptung liegt nämlich überhaupt nicht auf einer textlichen oder historischen Faktenebene. Er sagt nicht einmal, die fünf Bücher Mose seien nicht Gottes Wort, weil bestimmte Fakten oder Argumente dagegen sprechen. Das sagt er nicht.

Stattdessen beruht seine Aussage auf einer rein emotionalen und vollkommen subjektiven Ebene. Das heißt, mal logisch durchdacht: Der Worthaus-Referent hat eine Vorstellung davon, wie Gott sein müsste. Diese Vorstellung nimmt er als Maßstab und misst die Bibel daran.

Timothy Keller, der bereits verstorben ist, sagt dazu sinngemäß: Zeitgenössische Menschen neigen dazu, die Bibel auf Dinge zu untersuchen, die sie nicht akzeptieren können. Aber sollten wir Christen nicht eher der Bibel erlauben, uns nach Dingen zu prüfen, die Gott nicht akzeptieren kann?

Also noch einmal zurück: Der Maßstab des Worthaus-Referenten ist seine eigene Vorstellung. Aber was wäre, wenn seine Vorstellung von Gott schlicht falsch ist? Lass uns ehrlich sein, das ist eine reale Möglichkeit. Ich zeige dir auch, warum.

Zum Beispiel sagen manche Menschen, Gott sei ein blau-lilaner junger Mann, der auf einem Bein steht und Flöte spielt. Das ist die hinduistische Gottheit Krishna. Andere wiederum sagen, Gott sei eine großmütterliche Spinne, die sogenannte Nana Anadi, wie in manchen Kulturen der Native Americans in Kanada.

Beides sind reale Beispiele dafür, wie Menschen sich Gott vorstellen. Und ich hoffe, du siehst das: Beides kann nicht gleichzeitig auf dieselbe Weise wahr sein. Mindestens eines dieser Beispiele liegt total daneben, möglicherweise sogar beide.

Deshalb die Frage an jeden von uns: Hast du jemals in deinem Leben deine Meinung geändert? Hattest du jemals eine falsche Vorstellung von etwas? Natürlich. Wie willst du dann sicherstellen, dass deine jetzige Vorstellung richtig ist? Und es gibt acht Milliarden weitere Menschen wie dich. Warum sollte ausgerechnet deine Vorstellung die richtige sein? Und von all dem, was du im Laufe deines Lebens denken wirst, warum gerade die Vorstellung, die du jetzt hast – weder eine frühere noch eine spätere?

Ich hoffe, du erkennst das Problem. Aber jetzt gehen wir noch einen Schritt weiter: Stell dir vor, du lebst in einem der vielen Länder, in denen es verboten ist, Jesus nachzufolgen. Du wirst dafür verhaftet und im Verhör gefragt: Was soll das mit dem Christsein? Warum betest du einen vor zweitausend Jahren getöteten Rabbiner an?

Du antwortest: Wir Christen versuchen, uns an das zu halten, was in der Schrift steht. Der Richter erwidert verständnislos, ähnlich wie der Worthaus-Referent gerade gesagt hat: Stellt ihr euch Gott so vor, auch wenn es in der Bibel steht?

Die Moral von der Geschichte ist: Sobald die Bibel als Grundlage nicht mehr zählt, kann es ganz schnell gefährlich werden.

Das dritte Problem betrifft den Stellenwert von Gefühlen. Sinngemäß: Weil ich eine andere Vorstellung habe oder weil eine Vorstellung bei mir ein schlechtes Gefühl auslöst, kann diese Vorstellung nicht wahr sein?

Ich möchte das nicht zu flapsig behandeln, mir geht es um die Logik. Als ich vor vielen Jahren als Selbständiger meinen allerersten Steuerbescheid bekam, stellte ich mir das ganz anders vor. Und das war garantiert kein gutes Gefühl, als es dann so weit war. Es änderte jedoch nichts daran, dass die Dinge so waren, wie sie waren.

Wir müssen lernen – und das gehört zum Erwachsenwerden dazu –, den emotionalen Effekt einer Aussage zu entkoppeln und ihn vom Wahrheitsgehalt zu unterscheiden. Das heißt: Eine Aussage kann sich gut anfühlen und trotzdem falsch sein. Sie kann sich auch bedrohlich anfühlen und trotzdem wahr sein. Das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.

Ich hoffe, du verstehst das, denn das gehört zu einem reifen Christsein dazu. Emotionen sind nun mal keine Argumente. Deshalb folge nicht nur deinem Herzen, sondern leite es.

Ein Satz wie „Ich stelle mir Gott anders vor“, ähnlich wie im Worthaus-Vortrag, mag ein Tagebucheintrag sein, aber er ist kein Argument und hat am Ende des Tages kein Gewicht.

Das war also die zweite Auffassung: Um zu wissen, wie Gott ist, soll man schauen, welche Vorstellung man in sich trägt. Wir haben jetzt beide Ansätze gegenübergestellt, und meines Erachtens hat die Position von Dr. Markus Till eine weitaus höhere Plausibilität und Überzeugungskraft.

Wir können von Gott nur wissen, was Gott von sich aus zeigt. Es gibt nur äußere Erkenntnisquellen.

Mehr zu Dr. Markus Till und auch zu Worthaus findest du in einer ganzen Menge weiterer Informationen, die hier unter diesem Video verlinkt sind.

Die Bedeutung der Bibel im Gehorsam gegenüber Gott

Warum ist dieses Gerede mit den ganzen Erkenntnisquellen überhaupt wichtig? Weil in der Apostelgeschichte deutlich wird, dass wir Gott mehr gehorchen sollen als den Menschen, mehr als der Mehrheit und mehr als dem Zeitgeist.

Sich gegen den Zeitgeist und gegen die Mehrheit zu stellen – sei es, wenn wir unsere Geschwister in der Verfolgung sehen oder wenn wir selbst im Westen leben – ist schon eine große Herausforderung. Dabei können wir keine weiteren Risiken eingehen. Wir müssen mit Gewissheit wissen, wie Gott ist.

Patrick Nittelfelder bringt es treffend auf den Punkt: „Hüte dich vor Menschen, die dir sagen, sie würden Gottes Stimme hören, aber keine Ahnung von der Schrift haben.“ Er macht deutlich, dass wir Christen sind, kein New-Age-Club, in dem sich jeder meditierend in die Ecke setzt und seine eigenen Gefühle befragt.

Was machen wir Christen stattdessen? In der Apostelgeschichte 17 heißt es, dass die Bereuer täglich die Heiligen Schriften studierten, um zu prüfen, ob das, was der Apostel Paulus lehrte, mit den Aussagen der Schrift übereinstimmte. Das ist ein fantastisches Vorbild.

Ich wünsche uns allen Christen aus den unterschiedlichen Gemeinden, Glaubensrichtungen und Konfessionen, dass wir bei Unklarheiten oder sogar Streitfragen nicht auf den Zeitgeist oder unsere Gefühle schauen – das ist fast schon wie Wahrsagerei in der heutigen Zeit. Auch sollten wir keine uferlosen Mehrheitsabstimmungen machen oder ewige Dialogprozesse führen, um herauszufinden, wer sich in welcher Aussage wiederfindet.

Nein, ich wünsche uns, dass wir einfach in die Bibel schauen. Das ist übrigens auch das Gegenteil davon, sich eine Gemeinde zu suchen, die einem einfach nur nach dem Mund redet.

Leider passiert es in der Praxis häufig nicht, dass wir einfach in die Bibel schauen – auch nicht von Seiten der Kirchen. Ich kann mich gut daran erinnern, als ich als Jugendlicher zum ersten Mal Kirchen besuchte und einfache Fragen stellte, zum Beispiel: Wo steht eigentlich die Trinität in der Bibel? Wo steht das mit dem Sühnetod im Neuen Testament?

Statt einfache Antworten zu bekommen, wurde das häufig auf eine emotionale Ebene heruntergezogen. „Aha, du bist also jemand, dem in seiner psychischen Struktur Gewissheit sehr wichtig ist. Markus, wovor hast du denn solche Angst?“ Ich hatte doch nur eine ganz normale Frage gestellt und wollte eine ganz normale Antwort.

So ähnlich ist es auch heute manchmal, wenn Suchende in unsere Kirchen und Gemeinden kommen und nach Jesus fragen. Häufig bekommen sie viele Emotionen und wenig Inhalt. Ich will die Emotionen nicht immer schlechtreden, denn sie gehören auch zur Wahrheit dazu.

Ich weiß auch von vielen, die hier zuschauen, dass sie sich danach sehnen, dass ihre Kirchen und Gemeinden am Sonntag nicht den Hobbypsychologen oder den Amateurnachrichtenredakteur raushängen lassen, sondern einfach ihren Job machen: ihre Herde leiten, sie mit dem Wort Gottes füttern und Antworten geben.

Das heißt, sachliche Fragen auch sachlich, faktenbasiert, strukturiert und zusammenhängend beantworten und immer wieder das einzig Unveränderliche predigen: Gottes Wort.

Um in Gottes Wort zu wachsen, nimm dir die Landkarte durch die Bibel mit, mit der schon Tausende ihre Bibel durchgelesen und sich darüber gefreut haben. Das ist der erste Link hier unter diesem Video – und sie ist komplett gratis.

Die Einzigartigkeit des historischen Jesus

Es ist doch so: Wir Christen berufen uns auf Jesus – aber nicht auf meinen Jesus, deinen Jesus, seinen Jesus oder ihren Jesus. So etwas wie meinen oder deinen Jesus gibt es überhaupt nicht. Jesus gibt es nicht im Plural. Es gibt den historischen Jesus und sonst nur Phantasien und Tagträume. Deshalb ist es extrem wichtig, dass wir diesen historischen Jesus sehen, ob er uns gefällt oder nicht. Noch einmal: Jesus gibt es nicht im Plural.

Dabei geht es um alles: um Wahrheit, um deine Identität. Wie will ein Christ denn sonst wissen, wofür er steht? Deshalb dürfen wir Christen uns genau dieser Frage stellen: Kennen wir den Herrn? Am Ende des Tages gibt es nur zwei Möglichkeiten, um Gott zu kennen: Entweder A, er erscheint dir – zum Beispiel im Gebet oder an einer Vision – oder B, andere erzählen dir von ihm.

Lass uns das kurz ausbuchstabieren. Möglichkeit A: Dass du eine Erscheinung oder eine Vision von Jesus hast, ist grundsätzlich möglich, aber es passiert nur sehr, sehr wenigen Menschen und meistens nicht bei uns im Westen. Wenn es passiert, brauchst du trotzdem eine externe, eine äußere Bestätigung dafür, dass das wirklich der echte, historische, neutestamentliche Jesus ist, der dir erschienen ist – und nicht eine Einbildung oder sogar ein satanischer Einfluss, der dich am Ende in die Irre führen will.

Das bringt uns direkt zu Möglichkeit B: Andere erzählen dir von ihm. Das wirft unmittelbar die Frage auf: Wem kannst du dabei am meisten vertrauen? Wer hat hier nicht auf einer Beziehungsebene oder emotional, sondern tatsächlich faktenbasiert und überprüfbar die größte Glaubwürdigkeit? Über Jesus sprechen mehr als genug Leute. Jesus ist die wichtigste Person der Weltgeschichte. International wurden mehr Bücher über Jesus geschrieben als über jeden anderen Menschen der Weltgeschichte – mit Abstand.

Der Wunsch nach neuen christlichen Liedern war über Jahrhunderte maßgeblich dafür verantwortlich, dass Christen Dutzende Musikformen und Instrumente entwickelt haben, die wir heute für selbstverständlich halten. Jesus und das Christentum waren historisch Haupttriebfedern für Klöster, Universitäten, das kostenlose Schulsystem, den Buchdruck und die Alphabetisierung. Die meisten Menschen, die weltweit lesen und schreiben können, haben das zu einem großen Teil Anhängern und dem Einfluss von Jesus zu verdanken.

Jesus wird mittlerweile ehrenvoll anerkannt in hinduistischen Strömungen, im Buddhismus, im Islam – schiitisch und sunnitisch –, im Bahaismus und in der New Age-Bewegung. Fast jeder Mensch auf der Welt ist in der einen oder anderen Form von Jesus beeinflusst. Selbst die internationale Zeitzählung beruht auf ihm. Jesus hat die Welt heute geprägt wie keine andere historische Person.

Und wenn ich „historisch“ sage, meine ich genau das: historisch. Falls du das noch nie gehört hast, mach dir mal Folgendes klar: Das große Staatslexikon schreibt in der siebten Auflage, dass „Jesus eine historische Gestalt ist, wird heute von keinem seriösen Historiker mehr bestritten“. Die Theologische Realencyklopädie, das größte deutschsprachige Buchprojekt zu Religionswissenschaften in unserem Jahrhundert, fasst dazu zusammen: „Die These, also die Behauptung, Jesus habe nie gelebt, ist unhaltbar.“ Das ist ein starkes Wort.

Ich glaube, die meisten Menschen unterschätzen völlig, wie viel wir überhaupt über Jesus wissen. Wer sich mit Jesus historisch auseinandersetzt – wie ich vor Jahren noch als Nichtchrist –, der wird völlig verblüfft sein, was wir inzwischen alles von Jesus wissen. Zum Vergleich: Du müsstest ungefähr 4.420 Seiten an wissenschaftlichen Standardwerken lesen, nur um auf den aktuellen Forschungsstand zur geschichtlichen Erforschung Jesu zu kommen. So umfangreich ist das, was Historiker inzwischen an Material zu Jesus bewegen.

Es ist atemberaubend, was wir inzwischen alles über Jesus wissen. Wir wissen, dass er am 7. April des Jahres 30 in der Jerusalemer Oststadt gestorben ist. Wir wissen mit großer Wahrscheinlichkeit, dass Jesus im März des Jahres 4 vor Christus geboren wurde (mehr dazu findest du unter diesem Video). Wir wissen, dass Jesus mindestens zwei Schwestern und mindestens vier Brüder hatte, dass sein Ziehvater Joseph wahrscheinlich früh gestorben ist und dass er einen Onkel namens Klopas hatte. Wahrscheinlich hieß seine Tante Salome.

Aus den Quellen wissen wir, dass Jesus kurzes, gekräuseltes Haar hatte, einen kurzen Bart, dunklere Haut, circa 1,64 bis 1,68 Meter groß war, zwischen 50 und 60 Kilogramm wog, Schuhgröße circa 39 hatte und braune Augen. Vielen Menschen heute ist wahrscheinlich gar nicht klar, wie viel wir inzwischen über Jesus wissen.

Die Frage ist: Woher? Und ich sage es dir: Nicht aus subjektiven Eingebungen, sondern durch seriöse Geschichtsforschung. Das habe ich auf diesem Kanal schon mal erklärt. Sobald du unvoreingenommen an die Sache rangehst, siehst du, dass uns inzwischen drei verschiedene Gruppen von Informationsquellen zu Jesus aus der gleichen geschichtlichen Zeitperiode vorliegen.

Mal ein Vergleich: Wir sprechen von einer solchen Datenfülle, von der selbst die meisten römischen Kaiser nur träumen könnten. Zum Beispiel gibt es über Kaiser Silbernaccus so wenige Quellen, dass wir vor 100 Jahren nicht einmal wussten, ob er überhaupt gelebt hat. Er wird weder von seinen Feinden und Gegnern erwähnt, noch haben seine Freunde und Anhänger Texte zu ihm hinterlassen. Bei Caesar Sponsanius ist bis heute nicht geklärt, ob es ihn überhaupt gab.

Bei Jesus dagegen haben wir bis jetzt über 51 verschiedene – nicht die gleichen, sondern verschiedene – zeitgenössische historische Quellen von Nichtchristen gesichert, aus denen du über Jesus lernen kannst. Und noch einmal: Das sind Berichte von Nichtchristen und Gegnern von Jesus, die mit Sicherheit kein Interesse daran haben, ihn schönzureden. Aus diesen Berichten kannst du Dinge über Jesus lernen.

Um mehr dazu zu wissen, drück gerne die Glocke unten rechts unter diesem Video und schreib einen Kommentar, dass dich das interessiert. Dann klamüsere ich das liebend gern mal mit dir auseinander. Damit du mal ein Gefühl für die Größenordnung bekommst: Wenn du jeden dieser Gegner von Jesus der Reihe nach vor Gericht aufstellen würdest und für nur 30 Minuten vorstellen und als Zeugen anhören würdest, ohne Rückfragen, dann wärst du fast eine halbe Arbeitswoche von morgens bis abends nur damit beschäftigt, anzuhören, was antike Zeitzeugen über Jesus sagen. Und das sind nur die Leute, die keine Sympathisanten von Jesus waren. Merk dir das kurz, du brauchst es gleich am Ende dieses Beitrags.

Nebenbei: In dieser Aufzählung findest du jüdische Rabbiner, heidnische Chronisten, griechische Mediziner, römische Verwaltungsbeamte und sogar Kaiser, die über Jesus sprechen. Ein anderes Beispiel ist Plinius der Jüngere, der dem römischen Hof damals schon berichtet hat, dass die Christen Jesus als Gott verehren. Auch er ist eine dieser Quellen. So viel übrigens zu der Verschwörungstheorie, dass die Zwei-Naturen-Lehre und die Trinität angeblich erst im 4. Jahrhundert nach Christus vom Konzil von Nicaea erfunden worden wären. Das wird mit dem Pliniusbrief automatisch widerlegt.

Übrigens ist auch das Gerücht widerlegt, dass das Konzil von Nicaea in seinen Beschlüssen die biblischen Bücher festgelegt hätte. Warum? Weil wir inzwischen die vollständigen Protokolle davon haben, und das kommt darin mit keinem Wort vor.

Gruppe zwei, von der wir Informationsquellen zum historischen Jesus haben: Was glaubst du, wie viele Tage bis Wochen wir mit der Anhörung beschäftigt sind, sobald wir zusätzlich zu den nichtchristlichen Berichten auch noch die christlichen Zeugen über Jesus, also die christlichen Quellen außerhalb der Bibel, mit heranziehen? So viel historisches Material gibt es über Jesus – wow!

Übrigens ist auch, dass dieses Material von Sympathisanten von Jesus stammt, erst mal kein entscheidendes Gegenargument gegen deren Glaubwürdigkeit. Hier eine persönliche Frage an dich: Wenn du Jesus damals begegnet wärst, wenn du damals dabei gewesen wärst in den 20er Jahren in Judäa, Galiläa, Israel, was hättest du über Jesus aufgeschrieben? Wenn du all das miterlebt hättest – all die Wunder, all die Heilungen, all die Reden, wenn du Jesus von Angesicht zu Angesicht gegenübergestanden wärst und vielleicht sogar die Auferstehung miterlebt hättest – denkst du nicht, dass du auch auf die Idee gekommen wärst, sein Jünger zu werden und ihm nachzufolgen?

Ist dann damit automatisch alles falsch, was du mit deinen eigenen Augen gesehen hast? Ist denn automatisch falsch, was jemand sagt, nur weil er bei bestimmten Dingen selbst dabei war? Nein, in der Logik nennt man das ein Nonsequitur – das ist nicht logisch.

Es gibt immer wieder Leute, die wollen die neutestamentlichen Augenzeugenberichte diskreditieren, indem sie behaupten, diese seien nur von befangenem Leuten geschrieben worden, die bei den Geschehnissen dabei waren. Die Frage ist: Ist das ein sinnvolles historisches Kriterium? Was ist denn dann mit antiken Chronisten wie Thukydides oder Polybios? Die beiden schreiben über Ereignisse, an denen sie teilweise selbst beteiligt waren, und werden von heutigen Historikern als einige der zuverlässigsten Quellen der Antike überhaupt behandelt – auch hinsichtlich der Ereignisse, an denen sie beteiligt waren.

Ähnlich ist es mit der Auferstehung: Die Apostel haben nicht die Auferstehung geschaffen, sondern weil Jesus auferstanden ist, mussten die Apostel davon reden und schreiben. Ein anderes Beispiel aus unserer heutigen Zeit sind Shoah-Überlebende, also Überlebende des Holocaust. Sie verbinden ihre Berichte häufig mit Warnungen, dass Menschen so etwas nie wieder tun dürfen. Häufig haben sie ihre Familien verloren und die stärkst mögliche Motivation für ihre Berichte. Das heißt aber nicht, dass ihre Berichte falsch sind oder dass sie keine verlässlichen Augenzeugen mehr sind, oder?

Gruppe drei ist eine ganz besondere Untergruppe von Gruppe zwei, nämlich die Augenzeugenberichte, die du heute im Neuen Testament findest. Jetzt könnte es passieren, dass jemand zu dir kommt und sagt: „Warte mal, Augenzeugenberichte im Neuen Testament, das ist doch ein Steinzeit-Märchenbuch“ und so weiter. Ich muss ehrlich zugeben, ich kann das ein Stück weit gut verstehen. Bevor ich damals zum ersten Mal das Neue Testament durchgelesen hatte, dachte ich das auch – dass die Bibel ein Märchenbuch sei. Aber dann habe ich gemerkt: Mensch, ich habe ja gar keine Ahnung vom Neuen Testament. Ich rede ja wie der Blinde von der Farbe.

Denn dann fällt dir zum Beispiel auf: Es gibt tatsächlich eine ganze Reihe historischer Personen, bei denen heutige nichtchristliche Forscher direkt auf die Berichte im Neuen Testament zurückgreifen, um zu schauen, was damals wirklich passiert ist. Ein paar Beispiele: Joseph von Arimathia ist mit sieben verschiedenen Angaben im Neuen Testament erwähnt, König Agrippa II. von Galiläa elfmal – das heißt, es gibt elf verschiedene Informationsquellen zu ihm. Porcius Festus, Statthalter von Judäa, ist dreizehnmal erwähnt, Herodes Antipas fünfundzwanzigmal, Judas Iskariot dreiunddreißigmal, Pontius Pilatus achtundfünfzigmal, Johannes der Täufer 107-mal, Paulus 156-mal. Ja, ich breche an der Stelle mal ab, es könnte den ganzen Tag so weitergehen.

Der Punkt ist: Bei all diesen Personen greifen internationale Teams von Geschichtswissenschaftlern dankbar auf das Neue Testament zurück, um mit den Informationen daraus die Lebenswege dieser Personen zu rekonstruieren. Und das ist völlig sachgemäß, niemand regt sich darüber auf, es ist einfach kein Thema.

Das ist der springende Punkt: Du kannst das Neue Testament archäologischen und geschichtswissenschaftlichen Prüfungen unterziehen, um zu ermitteln, ob die Kernaussagen glaubwürdig sind oder nicht.

Was sagen nichtchristliche atheistische Historiker aus geschichtswissenschaftlicher Sicht über das Neue Testament? Zum Beispiel im Großen Brockhaus, einem der größten deutschsprachigen Nachschlagewerke unserer Zeit, heißt es: „Die wichtigsten Quellen für das Leben und die Lehre von Jesus sind die in griechischer Sprache verfassten Evangelien des Neuen Testaments.“ Das heißt also: Wenn du etwas über Jesus wissen willst, sind die besten Quellen, die beste Spur, die es überhaupt gibt, die Evangelien, die du im Neuen Testament findest.

Etwas anderes steht dazu in der Encyclopædia Britannica, dem wahrscheinlich größten Nachschlagewerk der Welt (lassen wir Wikipedia mal beiseite). Dort heißt es im Artikel „Jesus“: „Es ist unwahrscheinlich, dass Quellen außerhalb des Neuen Testaments dem Porträt des historischen Jesus viel hinzufügen können, weil die dort berichteten Informationen schon so detailliert und so profund sind. Überlieferungen aus späteren, im Neuen Testament nicht enthaltenen Quellen sind meist völlig verschieden von den belegten Aussagen der neutestamentlichen Evangelien.“ Also ein bisschen sperrig, aber auch da noch einmal eindeutig: Das Neue Testament mit den vier Evangelien ist die Creme de la Creme der historischen Quellen für Jesus.

Auch der Brockhaus sagt dazu – und das ist eines der höchsten Komplimente, die ein Historiker überhaupt geben kann: „Aus den historisch eruierbaren Daten der Zeitgeschichte Jesu und aus den innerbiblischen Verweisen lassen sich Fixpunkte und sogar eine ungefähre Chronologie von Jesu Leben erschließen.“ Ja, also nochmal: Ein höheres Kompliment kann ein Historiker eigentlich nicht geben. Das bedeutet, die neutestamentlichen Evangelien sind als Quellen so gut geeignet, dass wir damit sogar das Leben Jesu rekonstruieren können – wow!

Die Encyclopædia of Religion sagt dazu in der zweiten Ausgabe, und das gleiche sagt übrigens auch der neue Pauly in der Encyclopædia der Antike, dem absoluten Standardwerk für Geschichtswissenschaftler schlechthin: „Die mit Abstand wichtigsten und zuverlässigsten Quellen zu Jesus finden wir im Neuen Testament.“

Ich könnte noch lange so weitermachen, aber in der Geschichtswissenschaft ist das ein klarer Fall: Die Schriften, die du im heutigen Neuen Testament findest, sind historisch zuverlässig – und zwar so zuverlässig, dass wir daraus ganz sachlich und zuverlässig entscheidende Informationen über Jesus entnehmen dürfen.

Weil sich bestätigt hat, dass die vier Evangelien so erstklassige Quellen sind, haben Christen die vier Evangelien ganz besonders bewahrt. Vereinfacht gesagt: Die Berichte stimmen nicht automatisch, weil sie im Neuen Testament stehen, sondern es ist genau umgekehrt – gerade weil sie stimmen, haben die ersten Christen diese Berichte in ihre besonderen Schriftsammlungen aufgenommen. Diese sind dann unser heutiges Neues Testament geworden.

Wir reden also von zuverlässigen Berichten. Und nichts weniger ist auch der Anspruch der neutestamentlichen Autoren selbst. Johannes schreibt zum Beispiel: „Wir sagen euch weiter, was wir selbst gesehen und gehört haben.“ In der Apostelgeschichte 4 heißt es: „Wir können nicht anders, als über das zu sprechen, was wir selbst gesehen und gehört haben.“ Und in Lukas 24 sagt Jesus: „Ihr seid Zeugen dieser Dinge.“ Im Altgriechischen steht dort das juristische Wort für Augenzeuge – also jemand, der vor Gericht auftreten kann, soll und muss und dort die Wahrheit sagen muss. Also ihr seid juristisch belangbare Zeugen für diese Dinge.

Ich will dir das zusprechen: Für jeden deutschsprachigen Christen, der seinen Glauben lebt, gibt es über 120 Christen, die wegen ihres Glaubens intensiv verfolgt werden. Stell dir das einfach mal vor: Vielleicht hast du in deiner Gemeinde junge Menschen, Ehepaare, Singles, Senioren, Familien, Kinder. Sagen wir mal, du hattest letztes Wochenende einen Gottesdienst mit vielleicht 100 Leuten – nur als Beispiel. Zur gleichen Zeit gibt es 12.000 Menschen wie dich, die in sehr hohem bis extremem Maß verfolgt werden.

Also nicht nur verfolgt, sondern in einem sehr hohen bis extremen Maß, weil sie das Gleiche glauben wie du, weil sie das Gleiche leben wie du. Und damit wir uns richtig verstehen: Wir reden von einem sehr hohen bis extremen Maß – nicht nur davon, dass Leute in ihrem Job Diskriminierung erfahren oder ihnen bestimmte staatliche Leistungen wie Schule oder medizinische Versorgung verweigert werden oder sie unter polizeilicher Beobachtung und Schikane stehen, ähnlich wie in der DDR. Und das war schon schlimm genug und hat damals schon Biografien und Familien zerstört, wie einige hier am eigenen Leib wissen. Falls du möchtest, schreib gerne deine Geschichte in die Kommentare, ich freue mich, sie zu lesen.

Wir sprechen hier von noch mehr: Dass sogar Bibeln beschlagnahmt werden, dass Menschen von ihren Familien verstoßen werden, dass Kinder ihren christlichen Eltern weggenommen werden, dass Gewalt angedroht wird, Kirchen niedergebrannt, Christen misshandelt oder gegen ihren Willen verheiratet werden. Wir reden davon, dass ihre Familien vergewaltigt werden, um Pastoren, Lehrer und Gottesdienstbesucher zu brechen. Wir reden davon, dass es tatsächlich eigene Geheimpolizeiabteilungen gibt, die Christen jagen, in Gefängnisse werfen, verstümmeln und auf jede erdenkliche Weise foltern und töten – und das weltweit in genozidartigen Ausmaßen. Warum? Weil sie, genau wie du und ich, Jesus nachfolgen. Sie glauben das Gleiche wie du. Deswegen passiert es.

Mir macht das auch keinen Spaß, aber wir müssen der Realität ins Auge sehen. In dieser Minute sitzen in Usbekistan und Eritrea Menschen in Gefängnissen – und nicht wie bei uns mit Heizung, Fitnessstudio, Bibliothek und Flachbildfernseher, sondern in bitterkalten, nassen, schimmligen Kellern oder eingesperrt in Schiffscontainern mit kaum Atemluft – als Strafe dafür, dass sie eine Bibel verschenkt oder auch nur ihre eigene Bibel gelesen haben, weil das verboten ist.

Und wie viele Tausende Christen gehen jetzt gerade in dieser Woche, heute, wo du mich hörst, das Risiko ein, dass ihnen genau das und noch Schlimmeres passiert, um anderen Menschen eine Bibel zu bringen, damit andere auch Jesus kennenlernen können. Falls du einer von ihnen bist und mich jetzt gerade hören kannst, falls du ein Christ oder eine Christin bist, der oder die wegen ihres Glaubens Schlimmes erlebt hat, und falls du uns jetzt zuhörst, dann möchte ich, dass du weißt: Du bist einer von uns, wir gehören zu dir. Wir haben dich nicht vergessen, und wir beten jeden Tag für dich und euch.

Wir beten für eure Ehen und für eure Kinder, wir beten für eure Pastoren, wir beten für Heilung von Scham, Angst und Verletzung jeder Art. Wir beten für die, die über euch entscheiden, die Machthaber, die Richter, die Polizei. Wir beten, dass ihr genug Bibeln habt, wir beten, dass ihr Gelegenheiten habt, von Jesus zu erzählen, und wir beten für eure Treffen, dass sie gesegnet, bewahrt und fruchtbar sind.

Für alle anderen von uns: Mach dir das klar! Menschen wurden getötet für das Verbrechen, die Bibel in deine Sprache zu übersetzen. Menschen haben ihr Leben gegeben, damit deine Gemeinden Zugang zu Bibeln haben. Lass uns deren Opfer ehren, lass uns das nutzen, was wir empfangen haben. Lass uns gleich praktisch werden und das tiefer legen.

Dazu ein kurzer Vergleich, weil das vielen hier in der westlichen Welt nicht klar ist: In manchen islamischen Ländern gibt es sogar 80 Meter große Bauwerke, die den Koran stolz darstellen, wie zum Beispiel die Bababat Maka in Saudi-Arabien. Aber hier in unserem christlichen Deutschland sind Begriffe wie „Bibelstellenstapler“ geradezu eine Beleidigung geworden. Einige hier haben berichtet, dass sie sogar in manchen Kirchen komisch angeschaut werden, sobald sie die Bibel vor sich hertragen.

Und zu solchen Kirchen, die Jesus zwar im Namen, aber nicht im Herzen tragen, heißt es in der Heiligen Schrift: „Was sprichst du ständig von meinen Weisungen, sagt Gott, und berufst dich auf meinen Bund? Du lässt dir ja nichts von mir sagen, jede Mahnung schlägst du in den Wind.“ Oder im hebräischen Grundtext: Malcha lissa per Chukai, wat hischa willithi ale picha, wa atas ha-neetha musar, wat ha-schlech devari acharecha.

Dazu eine wahre Begebenheit: Letztes Wochenende waren meine Frau und ich zu Gast bei einem Missionarsehepaar. Sie erzählten von all den Dingen, die sie über die Jahre erlebt haben – von Wundern, Bewahrungen, gottgeführten Erfolgen und Segen, bei denen man beim Zuhören fast Tränen in den Augen hat.

Aber sie sprachen auch ehrlich über Herausforderungen, zum Beispiel, dass sie ihre kleinen Töchter in manchen Gegenden keine zwei Minuten aus den Augen lassen konnten, weil sie sonst hätten vergewaltigt werden können, oder was ihre Kinder in jungen Jahren an menschlichen Abgründen mit angesehen haben. Inzwischen geht es der ganzen Familie sehr gut, aber das sind echte Opfer, die gebracht wurden, um Gemeinden zu gründen und Menschen die Bibel zu bringen.

Das Missionarsehepaar war bis letzte Woche in Europa zu Besuch und teilweise sprachlos darüber, wie lau hier die Christen sind. Die Frau sagte: „Wie kann es sein, dass so viele sich hier als Christen sehen wollen, aber ihre Bibel nicht ernst nehmen und nicht einmal kennen? Merken die Leute denn nicht, wie inauthentisch das ist?“ So eine jahrzehntelange Missionarin.

Es ist wirklich ein Kontrast, was hier in Europa, in Deutschland, Österreich und der Schweiz passiert. Im Rest der Welt sieht das nämlich ganz anders aus. Hier mal ein paar konkrete, nachprüfbare Zahlen: Während du bei uns komisch angesehen wirst, sobald du vor dem Essen betest oder im Bus deine Bibel liest oder ausgelacht wirst, sobald du in Schule und Studium davon erzählst, sieht es im Rest der Welt ganz anders aus.

Nach dem Browsersuchverhalten zu urteilen, ist weltweit das internationale Interesse an der Bibel auf einem absoluten Höhepunkt. Laut den United Bible Societies haben 97 % der Weltbevölkerung schon Bibeltexte in ihrer eigenen Muttersprache – nicht immer die ganze Bibel, aber Bibeltexte, meistens die wichtigsten Stellen aus dem Neuen Testament. 97 % – das ist eine noch nie dagewesene Menschheitsleistung.

Es ist sehr gut möglich, dass bis 2038 eine Großzahl der verbleibenden Bibelübersetzungen fertiggestellt und verbreitet werden. Was heißt das für dich und mich? Die nächsten 15 Jahre werden entscheidend sein, um den Rest der Menschheit mit Gottes Wort zu erreichen. Dafür brauchen wir alle dein Gebet.

Alles ist genau so, wie Jesus es vorhergesagt hat. Jesus sagt: Die Botschaft vom Reich Gottes wird in der ganzen Welt verkündet werden, damit alle Völker sie hören, und dann erst kommt das Ende. Das sind Jesu Worte, nicht meine.

Aber was machen wir im Westen? In anderen Ländern zerstört man die Zeugen des Evangeliums. Und wir hier im Westen zerstören das Zeugnis. Wir in Europa mit unserer lauen Nachfolge und unserer liberalen Theologie zerschneiden geradezu die Bibel. Zu einem kleinen Teil habe ich früher selbst dazu beigetragen.

Es gibt einen sehr wertvollen Text, den die Christenheit schon seit vielen Hundert Jahren hat: das sogenannte apostolische Glaubensbekenntnis. Falls du es nicht kennst, empfehle ich dir, es auswendig zu lernen – da sind ganz tiefe Schätze drin.

Damals haben wir überlegt: Wie können wir ein Christentum bauen, das den Menschen von heute anspricht? Wir dachten, das apostolische Glaubensbekenntnis wird den Leuten nicht gefallen, also werden wir es umdeuten oder weglassen.

Das Erste, was wir wegnahmen, war der Glaube daran, dass Gott wirklich auf der Erde eingreift – das ist immer irgendwie komisch. Da fehlen schon mal ein paar Sätze. Zweitens strichen wir Gottes Zorn, Sühneopfer und so weiter, weil die Menschen von heute einen lieben Gott wollen. Wir gaben ihnen einen lieben Gott.

Dann entfernten wir alles, was mit Gerechtigkeit und dem jüngsten Gericht zu tun hat. Schließlich nahmen wir auch das Übernatürliche weg – Teufel, Dämonen, Engel, unsichtbare Welt, böse Mächte, Segen und so weiter. Das Glaubensbekenntnis sah dann so aus: „Ich glaube an Jesus, geboren von Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, ich glaube an Gemeinschaft, Amen.“ Und über das Amen können wir auch noch diskutieren.

Wir zerschneiden mit unserer liberalen Theologie die Bibel – und verfolgte Christen würden manchmal alles dafür geben, selbst unsere zerschnittenen Bibeln zu haben.

Jesus sagt dazu: „Werdet wie die Kinder.“ Viele Eltern und Großeltern kennen das: Kinder sagen, was sie denken, und vor allem denken sie, was sie sagen. So sollte es auch in unseren Predigten und der Verkündigung sein. Leute müssen uns beim Wort nehmen können. Klartext, ja. Nicht das eine sagen, das andere meinen, sondern klare Worte in Liebe sprechen.

Lass uns wieder in der Geschichte zurückschauen. Erinnerst du dich noch an die Listen, welche Schriften genau die ersten Christen benutzt haben und als ihre heiligen Schriften behandelt haben? Ich fasse es zusammen, bevor wir geistlicher werden.

Es gibt drei Bereiche:

  1. Das Neue Testament: die ursprüngliche christliche Lehre, die Praxis der Urchristen und der allerersten Gemeinden. Darin findest du die Berichte von denen, die mit Jesus gesprochen haben.

  2. Die vier Evangelien haben einen besonderen Stellenwert. Sie sind die zuverlässigsten Berichte zu Jesus. Es gab nie von Augenzeugen geleitete Gruppen oder Gemeinden, die andere Berichte über das Leben Jesu so ernst genommen haben wie die vier Evangelien.

  3. Das Alte Testament: Wofür brauchen wir es heute als Christen? Aus mindestens drei Gründen: Erstens ist es sehr hilfreich, um Zusammenhänge und die Heilsgeschichte zu verstehen. Zweitens sagen Jesus und die Apostel, dass das Alte Testament wichtig ist. Drittens war das Alte Testament die Heilige Schrift der allerersten Christen, so konnten sie überprüfen, ob Jesus die Prophezeiungen erfüllt hat und tatsächlich der versprochene Messias ist.

Falls dich das mehr interessiert, welche Prophezeiungen Jesus erfüllt hat und warum er der versprochene Messias ist, drück die Glocke unten rechts unter diesem Video und schreib einen Kommentar, dann mache ich einen eigenen Beitrag dazu.

All das nennt man in der Bibel den sogenannten Kanon. Kanon kommt vom Altgriechischen und bedeutet „Richtschnur“. Vielleicht kennst du die Redewendung „unter aller Kanone“ – das heißt, etwas entspricht nicht den Maßstäben oder der Richtschnur.

Zusammengefasst: Alle neutestamentlichen Bücher – mit leichter Ausnahme des Hebräerbriefs – erfüllen genau drei Kriterien:

  1. Es sind die Schriften, auf die die ersten Gemeinden gebaut und nach denen sie sich gerichtet haben.

  2. Die Schriften sind von Augenzeugen Jesu geschrieben. Zur Transparenz: Die Apostelgeschichte mit dem Lukasevangelium hat hier eine Sonderstellung. Obwohl Lukas selbst kein Augenzeuge war, sind die Berichte authentisch, weil Lukas Augenzeugen interviewte und Wegbegleiter von Paulus war.

  3. Die Schriften behandeln geistliche Themen. Wenn man beispielsweise Petrus’ Einkaufszettel fände, wäre das irrelevant für Heilsgeschichte und Rettung.

Deshalb haben sich genau diese Schriften in den ersten Gemeinden stark verbreitet und wurden von Person zu Person und Gemeinde zu Gemeinde weitergereicht. Die Autoren waren bekannt, und man konnte sie und ihre Wegbegleiter fragen, ob sie das wirklich gesagt oder geschrieben haben.

Augenscheinlich ist das genau das, was immer wieder passiert ist und was diese Schriften so klar bestätigt hat, während andere Schriften, wie das Petrusevangelium oder das Kindheitsevangelium von Thomas, nicht bestätigt wurden.

Gut, jetzt hast du eine ungefähre Vorstellung, warum welche Bücher in der Bibel gelandet sind.

Machen wir einen kurzen Test: Karl Barth, ein Theologe des 20. Jahrhunderts, schrieb einmal: „Was wissen wir denn, ob im Sand Ägyptens nicht noch Dinge auf uns warten?“ Vielleicht findet man noch einen zusätzlichen Paulusbrief und müsste ihn dann ins Neue Testament aufnehmen, oder?

Im 20. Jahrhundert gab es tatsächlich Leute, die ernsthaft überlegten, ob man Texte von Martin Luther King in die Bibel aufnehmen sollte. Frage: Sollte man das? Ist der Kanon abgeschlossen oder kann es sein, dass noch Bücher dazukommen – wie das Buch Mormon, das die Mormonen behaupten?

Die Antwort: Nein, da kann nichts mehr dazu kommen. Warum? Weil diese Texte genau die Schriften sind, auf die die ersten Gemeinden gebaut und nach denen sie sich gerichtet haben. Diese Listen sind abgeschlossen. Ich kann nicht im Nachhinein sagen: „Aha, die ersten Christen haben sich nach dem Buch Mormon gerichtet“ – das wurde erst fast 2000 Jahre später geschrieben.

Selbst wenn wir heute einen Text finden würden, der von einem Apostel wäre: Er würde das entscheidende Kriterium fehlen, dass er in den frühen Gemeinden im Umlauf war und nach dem sich Christen richteten. Die Listen sind logisch abgeschlossen und werden nicht fortgeschrieben.

Wenn andere Leute also Angst haben wegen Kanongeschichten oder ob man bestimmten Texten trauen kann – tief durchatmen, schau dir die historische Faktenlage an, und du kannst entspannt sein und schlafen wie ein Baby.

Manche sagen: „Okay, das Neue Testament ist klar, aber was ist mit dem Alten Testament? Hat das nun 39 Bücher oder über 40? Was ist mit den Apokryphen?“ Auch das lässt sich klar beantworten, würde aber den Rahmen sprengen. Falls du das wünschst, drück die Glocke unten rechts und schreib einen Kommentar, dann mache ich ein eigenes Video dazu.

Deshalb zurück zum Neuen Testament: Sind die Berichte über Jesus wirklich so ursprünglich, dass sie zuverlässig sein können? Machen wir einen kurzen Vergleich: Jesus und das Christentum mit anderen großen Glaubensrichtungen und Religionsgründern.

Konfuzius, Begründer des chinesischen Konfuzianismus: Die frühesten historischen Quellen tauchen circa 50 bis 100 Jahre nach seinem Tod auf. Das ist ungefähr so, als würdest du heute über die Erfindung der Mikrowelle oder die Kuba-Krise schreiben.

Der Islam, Mohammed: Im Koran gibt es nur minimale historische Informationen über Mohammed. Mohammed selbst kommt weniger als zehnmal vor. Die meisten Angaben über sein Leben stammen aus Biografien von Anhängern, die frühestens 120 Jahre nach seinem Tod geschrieben wurden. Das ist vom Zeitabstand her ungefähr so, als ob du heute über den Wilden Westen oder die Erfindung der Glühbirne schreiben würdest.

Der Buddhismus: Buddha, bürgerlich Siddhartha Gautama, liegt im günstigsten Fall 60 Jahre zwischen Tod und ersten historisch zuverlässigen Quellen. Allerdings könnten es auch über 400 Jahre sein, fast achtmal so viel. Forscher sind sich bis heute nicht einmal sicher, in welchem Jahrhundert Buddha überhaupt gelebt hat.

Beim Neuen Testament wissen wir genau: Jesus starb am frühen Nachmittag des 7. April 30 in der Jerusalemer Oststadt, keine 60 Kilometer von der Mittelmeerküste entfernt.

Wie nah sind die Augenzeugenberichte an den Geschehnissen? Spätestens ab 62 n. Chr. schreibt Lukas die Berichte über die ersten Jerusalemer Christen und die Ausbreitung des Christentums (Apostelgeschichte). In den frühen 50er Jahren, spätestens 53, fängt Paulus an, die meisten seiner Briefe zu schicken. 53 stammt der erste Brief an die Korinther. Spätestens 52 sammelt Lukas die Zeugenaussagen, die ins Lukasevangelium münden. Ungefähr in den 40er Jahren – anderthalb Jahrzehnte nach Jesus – schreibt Markus, ein Mitarbeiter Petrus’, die Augenzeugenberichte von Petrus auf.

In den frühen 30er Jahren bis 35 sind die Auferstehungsberichte schon so weit verbreitet, dass sie in den ersten Hymnen erwähnt werden, die wir heute noch gefunden haben. Das heißt, wenige Monate bis Wochen nach Jesus Leben, Tod und Auferstehung. Im Vergleich: Buddha liegt mehrere Jahrhunderte zurück, und wir wissen nicht einmal, wann er geboren wurde.

Die Texte sind also sehr früh niedergeschrieben und sind hautnah an Jesus dran.

Jetzt zur zweiten Frage: Woher wissen wir, was ursprünglich niedergeschrieben wurde? Dazu gibt es zwei Methoden:

Beim Alten Testament nimmt man das ursprünglichste vollständige Manuskript als Grundlage. Die textwissenschaftliche Standardausgabe ist die Biblia Hebraica. Sie geht so vor, dass sie das beste vollständige Manuskript als Grundlage nimmt. Abweichungen von anderen Manuskripten werden transparent unten aufgeschlüsselt, mit umfangreichem Register. Die ursprüngliche Fassung steht im Fließtext, der sogenannte Apparat unten zeigt Alternativen. Jeder Leser kann so beurteilen, was die ursprüngliche Fassung ist. Das ist Wissenschaft auf hohem Niveau.

Beim Neuen Testament ist es noch interessanter: Man will so weit wie möglich an die Geschehnisse zurückgehen und nutzt deshalb noch ursprünglichere Fragmentfunde. Forscher, zum Beispiel am Institut für neutestamentliche Textforschung der Universität Münster, stellen nach bestem Wissen den ursprünglichen Text aus sämtlichen Manuskripten oben dar, listen aber unten alle relevanten Abweichungen minutiös auf, damit jeder Leser die Alternativen sehen und beurteilen kann.

Für diese wissenschaftliche Jahrhundertleistung wurden die Forscher mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet – das bekommt man nicht geschenkt.

Der Dreh- und Angelpunkt ist, wie ursprünglich die Manuskripte sind und wie viele andere Manuskripte zum Abgleich vorliegen. Je mehr alte Manuskripte aus derselben Zeitperiode, desto höher das Gewicht im Vergleich zu einer einzigen Abschrift, die 1500 Jahre später gemacht wurde.

Hier ein paar nichtreligiöse Beispiele: Bei Flavius Josephus haben wir ungefähr 120 Manuskripte, bei Platons Werken etwa 250, bei Julius Caesar 251, bei Homer (Ilias) sogar 1800 Manuskripte. Damit ist es ein Kinderspiel, den ursprünglichen Text zu ermitteln.

Beim Neuen Testament haben wir inzwischen über 5.828 verschiedene Manuskripte – wow, einfach wow! Das ist ein Geschenk des Himmels. Mit dieser gigantischen Fülle ist es leicht, mithilfe von Computeralgorithmen den exakten ursprünglichen Grundtext buchstabengenau zu ermitteln.

Wer das verstanden hat, wie Textkritik und Archäologie funktionieren, muss sich keine Gedanken mehr machen, ob die Bibel verfälscht ist.

Der europaweit renommierte Bibelwissenschaftler Dr. Christoph Rösel, Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, sagt dazu: „Für Texte diesen Alters sind die biblischen Texte wirklich außergewöhnlich gut überliefert, und das wird kein Wissenschaftler bestreiten.“

Diese Frage der Überlieferung wurde im letzten Jahrhundert endgültig beigelegt, als 1947 die Schriftrollen vom Toten Meer gefunden wurden. Diese Manuskripte stammen aus der Zeit von Jesus und sind viel ursprünglicher als alles, was vorher gefunden wurde. Damit konnten wir abgleichen, ob sich der Bibeltext im Laufe der Jahrhunderte verändert hat oder gleich geblieben ist.

Man verglich die Rolle von Jesaja aus Qumran mit mittelalterlichen Manuskripten und fand eine Übereinstimmung von 97,98 % der Buchstaben. Die wenigen Abweichungen waren meist Rechtschreibfragen, etwa wie man „Schifffahrt“ schreibt.

Prof. Dr. Ernst Würthwein, ein international anerkannter Spezialist für antike Manuskripte, sagt: „Die Jesajarolle aus Qumran weist nicht wesentlich größere Abweichungen vom masoretischen Text auf als die spätmittelalterliche Tradition.“

Das ist eine Sensation! Die Bibel ist von der Zeit Jesu an über eintausend Jahre unverändert bewahrt und weitergegeben worden.

Spätestens bei diesen Funden war die Frage endgültig geklärt: Die Heiligen Schriften sind überragend gut überliefert.

Rein historisch zählt das Neue Testament zu den bestbelegten historischen Dokumenten der Menschheitsgeschichte. An praktisch allen Stellen können wir exakt ermitteln, welche Buchstaben ursprünglich niedergeschrieben wurden.

Dr. Roger Liebi fasst zusammen: „Wir haben heute noch denselben neutestamentlichen Bibeltext wie zu der Zeit, als er abgefasst wurde.“

Du hast also in deiner Bibel wirklich eins zu eins in der Hand, was die Augenzeugen damals diktiert und selbst aufgeschrieben haben.

Soweit also zu den Schriften, die wir heute das Neue Testament nennen. Da kannst du einen dicken grünen Haken setzen. Lies es, lies das Neue Testament, lies die Bibel. Nimm dir gerne gratis die Landkarte „Durch die Bibel“ mit, die Tausenden vor dir geholfen hat, die Bibel zu kennen und zu lieben. Der Link ist direkt unter dem Video.

Okay, das war insgesamt zum Neuen Testament und warum wir Christen das Neue Testament lesen und hochhalten, auch wenn es uns etwas kostet.

Jetzt aber die Frage zum Alten Testament: Warum lesen wir überhaupt das Alte Testament? Zusammengefasst: Weil das Neue Testament das Alte Testament anerkennt. Das Neue Testament zitiert das Alte Testament und erkennt es an. Das heißt, das Neue Testament gibt dem Alten Testament seine Autorität.

Mal ein politisches Beispiel: Wenn ich die Verfassung des deutschen Staates anerkenne, erkenne ich automatisch an, dass es den Bundespräsidenten und den Bundeskanzler gibt, weil das in der Verfassung steht.

Sobald ich das Neue Testament anerkenne, erkenne ich automatisch 34 der 39 alttestamentlichen Schriften an, weil sie dort zitiert sind.

Was ist mit den anderen fünf? Mal abgesehen davon, dass sie keine heilsrelevanten Dinge enthalten, stehen sie auf denselben Schriftrollen und Sammlungen wie die anerkannten Schriften. Es ist nur ein Zufall, dass sie nicht wörtlich genannt sind. Wäre das Neue Testament länger gewesen, wären sie mit Sicherheit auch genannt worden. Das ist nur eine Formsache.

Du hast jetzt gelernt, dass das Neue Testament die alttestamentlichen Heiligen Schriften anerkennt.

Aber was genau heißt das in der Praxis? Was sagt Jesus über diese Heiligen Schriften? Was sagt Jesus über die Bibel, die bis dahin schon fertig war?

Das ist eine sehr gute Frage. Lass uns reinhören: Jesus sagt: „Gott, dein Wort ist Wahrheit.“ Jesus sagt: „Das Wort Gottes kann nicht gebrochen werden.“ Gottes Wort kann nicht gebrochen werden, Gottes Herz kann gebrochen werden, aber sein Wort nicht.

Jesus sagt, das Alte Testament ist das Wort Gottes. Er bestätigt ausdrücklich die Zehn Gebote. Es ist schade, dass viele heutige Kirchen die Zehn Gebote unter den Teppich kehren und nicht mehr auswendig lehren.

Im Buch Josua heißt es: „Über die Weisungen dieses Buches sollst du immer reden und Tag und Nacht darüber nachsinnen, damit du darauf achtest, genau so zu handeln, wie darin geschrieben steht.“

Im Psalm 1 heißt es: „Wohl dem, der Gefallen hat an den Weisungen des Herrn und bei Tag und Nacht über seine Weisung nachdenkt.“

Nur als Randnotiz: Auch du kommst in der Bibel vor. Jesus sagt: „Ich bete nicht nur für die Apostel, sondern auch für diejenigen, die durch ihre Worte an mich glauben werden.“ Das bist du und ich.

Jesus sagt zu den Jüngern: „Wenn ihr fastet…“ Damit setzt er voraus, dass sie fasten. Er sagt: „Wenn ihr betet…“ Er geht automatisch davon aus, dass wir beten. Und immer wieder sagt Jesus: „Habt ihr nicht gelesen?“ – er erwartet, dass wir die Bibel lesen und bibelfit sind.

Jesus erwartet von seinen Jüngern, dass sie Gottes Wort lesen und behalten. Er sagt, wir sollen Mose und die Propheten kennen und ernst nehmen.

Wenn du das im Hinterkopf hast, kannst du dir an zwei Fingern abzählen, was Jesus über die heutigen Heiligen Schriften sagen würde.

Frage an dich und mich: Wie oft haben wir unsere Bibel schon durchgelesen? Sind wir wirklich in Gottes Worten zuhause?

Auf den Punkt gebracht: Weil Jesus sagt, wir sollen uns an die Heiligen Schriften halten, halten wir uns daran. Wir Christen halten uns nicht an Jesus, weil die Bibel das sagt – das ist ein großer Irrtum – sondern wir halten uns an die Bibel, weil Jesus das sagt.

So heißt es zum Beispiel in der Glaubensbasis der Evangelischen Allianz: „Die Bibel, bestehend aus den Schriften des Alten und Neuen Testaments, ist die Offenbarung des dreieinen Gottes. Sie ist höchste Autorität in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung.“

Klar sollte das für Christen sein. Deutschlands größte Freikirche hat das ganz vorne in ihrem Bekenntnis verankert: „Das Neue Testament kann durch keine nachfolgende christliche Verkündigung und Lehre ergänzt und überboten werden.“ Amen!

Weil Jesus sagt, wir sollen uns an die Heiligen Schriften halten, halten wir uns daran. Wir Christen halten uns nicht an Jesus, weil die Bibel das sagt, sondern weil Jesus das sagt.

Im Römerbrief heißt es: „Der Glaube kommt aus dem Hören der Botschaft, die Botschaft aber gründet in dem Auftrag, den Christus uns gegeben hat.“ Es geht immer um das, was Jesus sagt.

Pastor Wilhelm Busch sagt: „Jesus ist Gottes letztes Wort. Und wenn Sie den nicht aufnehmen, dann hat Ihnen Gott nichts mehr zu sagen.“ Verstehen wir das?

Das war jetzt viel Theologie. Deshalb eine anschauliche Begebenheit, die mir vor anderthalb Jahren einiges klargemacht hat.

Ich hatte die Ehre, für eine Podiumsdiskussion an der Universität Dresden eingeladen zu sein. Dort diskutierte ich mit einem bekannten atheistischen Philosophie-Dozenten. Nach der Diskussion kam etwas, womit niemand gerechnet hätte.

Ich habe im Nachgang versucht, das unserem Hauskreis zu erklären und war fast die Hälfte der Zeit damit beschäftigt, Vorurteile aufzuräumen und Fehlvorstellungen zu beseitigen.

Ich war erstaunt, wie viele Menschen – auch studierte Akademiker, die vermeintliche Elite unseres Landes – zwar Jesus irgendwie cool fanden, aber keinen Plan hatten, wofür Jesus steht. Sie hatten keine Ahnung, was in der Bibel steht, also keinen Schimmer. Das würde bei „Wer wird Millionär?“ nicht mal für die 100-Euro-Frage reichen.

Manche könnten das Christentum nicht vom Islam oder Pantheismus unterscheiden, wenn ihr Leben davon abhänge – und das tut es.

Versteh mich richtig: Im Bildungssystem läuft vieles schief. Aber wer sollte an erster Stelle stehen, unsere Gesellschaft über Jesus aufzuklären? Wir Christen können unsere Aufgabe nicht einem bröckelnden atheistischen Schulsystem überlassen.

Stell dir das unter anderem Vorzeichen vor, am Beispiel des Islam: Was machen Muslime? Sie stehen nicht nur meckernd an der Seitenlinie, sondern starten YouTube- und TikTok-Kanäle, missionieren in Einkaufspassagen, gehen an Schulen, gründen Moscheen und investieren viel Zeit, Kreativität und Geld, um Deutsche zu Muslimen zu machen und Christen abzuziehen.

Frage an uns Christen: Wenn wir wirklich überzeugt sind, dass unser Glaube der richtige ist, müssten wir dann nicht umso mehr darin investieren, den Menschen das Christentum zu erklären und Menschen für Jesus zu gewinnen?

Klartext: Wenn wir als Christenheit in den letzten Jahren unseren Job gut gemacht hätten, säßen in einem vollen Hörsaal nicht Hunderte junger Menschen ahnungslos vor mir, die mit Mitte 20 erstmalig das Evangelium hören.

Wir müssen nicht auf das bröckelnde Schulsystem oder andere Religionen zeigen, die junge Leute aus unseren Gemeinden wegmissionieren. Das ist zu einem großen Teil unsere Schuld – unser eigenes Versagen.

Deshalb fängt es damit an, dass wir Christen wissen, was Jesus sagt. Damit fängt alles an. Ohne Jesus Christus haben wir nichts zu sagen.

Das Gute ist: Wir wissen, was Jesus sagt.

Ich werde dir jetzt etwas Kostbares zeigen und dir etwas mitgeben: Zitat von Ralf Mühe vom Bibellesebund: „Wer nach Gottes Willen fragt, sollte ergebnisoffen bleiben.“

Grundsätzlich zur Botschaft der Bibel: In der Bibel gibt es mehrfach die scharfe Warnung, wir sollen der Bibel nichts hinzufügen und nichts wegnehmen.

Das Hinzufügen ist uns Christen häufig klar – wir nehmen nicht etwa das Buch Mormon neben die Bibel und sagen, das sei ein weiteres Testament.

Aber das Wegnehmen, dass wir nichts aus der Bibel wegnehmen sollen, haben wir noch nicht genug auf dem Schirm. Irrlehre entsteht dort, wo Entscheidendes weggelassen wird.

Genau das passiert in der liberalen Theologie. Ich war damals liberaler Theologe und habe eine Sache nach der anderen aus der Bibel weggestrichen. Ich bin nicht stolz darauf.

Wir wollten die frommen Formeln und das fromme Drumherum beibehalten, aber den Kern anders machen. Nur die gesellschaftskonformen Teile sollten bleiben. Wir wollten keinen Gott, der Ansprüche an unser Leben stellt.

Wir wollten uns als Christen fühlen, aber keinen Unterschied zu Nichtchristen machen. Das war ein Etikettenschwindel.

Wir haben den Leuten damals etwas als Christentum verkauft, das den Kernaussagen widersprach. Es war wie ein Placebo.

Das kommt heraus, wenn du aus Einzelteilen des Christentums eine neue Weltanschauung schaffen willst, die keinen Anstoß erregen darf, aber trotzdem Christentum heißt.

Was wir damals nicht verstanden haben: Als Jesus sich mit Sündern umgab – hat er sich verändert oder die Sünde?

Was lehrt uns das heute?

Dazu ein Beispiel: Wenn du jemanden fragst, wer Barack Obama ist, und er antwortet nicht, dass er der erste afroamerikanische Präsident der USA ist oder Friedensnobelpreisträger, sondern nur, dass er Linkshänder ist, gern Tennis spielt und zwei Töchter und zwei Hunde hat – das ist zwar nicht falsch, hilft dir aber nicht, ihn aus einer Gruppe von 1000 Gleichaltrigen herauszupicken.

Das ist nicht, was Obama im Kern ausmacht. Es werden erhebliche entscheidende Dinge weggelassen.

Noch ein Beispiel: Mindestens dreimal steht in der Bibel: „Es gibt keinen Gott.“ Trotzdem ist das nicht die Aussage der Bibel. Im Kern geht es um etwas anderes, das ausführlicher dargelegt wird.

Schwenk zur heutigen Kirchenlandschaft: Auf YouTube schrieb jemand vor Kurzem: „Markus, du entsetzlicher Mensch, wie kannst du behaupten, Jesus hätte Fleisch gegessen?“ Dann wurde ich wüst beschimpft.

Die Person sagte, Jesus sei Vegetarier, weil in der Bibel steht, Jesus war für das Leben (Lukas 9). Sie fragte, ob ich denn Lukas nicht lesen könne.

Strukturell: Die Person sagt, Jesus müsse Vegetarier sein, weil in der Bibel etwas steht. Also muss man alles herausfinden, was die Bibel zu dieser Frage sagt.

Wir schauen nach: Jesus hat das Passalamm gegessen und Fische gegessen. Jesus kann also kein Vegetarier sein.

Ein anderes Beispiel: In einer Gemeinde wurde diskutiert, ob man an den Satan glauben will.

Das ist die falsche Frage. Die richtige Frage ist: Sind wir Christen? Wollen wir uns an das halten, was Jesus und das Neue Testament sagen?

Auf dieser Grundlage: Sollte dann die Existenz des Satans dazugehören?

Die falsche Frage ist: „Was wollen wir glauben?“ Die richtige: „Was sollten wir glauben?“

Ähnlich bei Themen wie Allversöhnung, „Liebe ist Liebe“, Hauptsache soziales Engagement, Basisdemokratie in der Gemeinde oder politischen Ausrichtungen.

Praxistipp: Frag immer zurück: „Woher nimmst du das?“ Oft kommt: „Das steht doch in der Bibel“ oder „Jesus sagt das.“

Dann kannst du fragen: „Wenn in der Bibel etwas anderes stünde, würdest du dann anders handeln?“

Das ist der Moment der Wahrheit. Darum geht es.

Ich wünsche uns Christen, dass wir mit einer offenen Bibel diskutieren und immer wieder zurückfragen: „Was steht in der Bibel? Was sagt Jesus genau?“

Machen wir das praktisch: Jesus steht im Zentrum. Die vier Evangelien haben zusammen 3.779 Verse. Davon sind 1.957 wörtliche Aussprüche Jesu.

Die Frage: Über welche Themen spricht Jesus?

In 1,2 % der Verse spricht Jesus über Heuchler (Leute, die A sagen und B tun). In weiteren 1,2 % spricht er über Wahrheit.

1,3 % sind Weherufe, also fast Drohungen. 1,4 % sprechen über Licht und Segen.

1,7 % über Ehe, Sexualität und Mann-Frau-Dynamiken.

1,8 % über Liebe. Das ist interessant, denn wenn Leute sagen, Jesus habe nur von Liebe gesprochen, stimmt das in 2,5 % der Fälle. Aber was ist mit den anderen 97,5 %?

In 2,7 % spricht Jesus über seine eigene Passion, Geld und Materielles, Glaubenspraxis (wie man Nachfolge lebt) in 3,2 %, die unsichtbare Welt knapp 4 %, genauso viel Gebote.

Nachfolge fast 6 %, Prophetie 9,9 % (fast jeder zehnte Satz).

Soteriologie und Eschatologie (was man tun muss, um gerettet zu werden, wie das Jüngste Gericht und die Endzeit ablaufen) machen ungefähr ein Viertel aus – jeder vierte Satz.

Der Rest handelt von Gottes Wesen: Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Ich will diesen Punkt herausgreifen: Wenn Leute sagen, Jesus habe nur von Liebe gesprochen, dann muss man sagen: Unser Zeitgeist hat eine komische Vorstellung von Liebe – als ob Liebe keine Entscheidung wäre, nichts kosten darf und hauptsächlich ein Gefühl.

Johannes Hartl sagt: „Jemandem die Wahrheit zu sagen, auch Wahrheiten, die er vielleicht nicht hören will, ist eine Form von Liebe. Denn: Liebe minus Wahrheit ist bloße Sentimentalität.“

Sobald das Neue Testament von Gottes Liebe spricht, zeigt es auf das Kreuz: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben hat.“

Die Liebe Gottes zeigt sich darin, dass er Mensch geworden ist und sich geopfert hat.

Das Kreuz ist der Brennpunkt von Gottes Liebe zur Welt.

Spannend ist auch, was in all den Themen, über die Jesus spricht, nicht vorkommt: Umwelt, Politik, Gefühle, „Du sollst an Gott glauben“ – das kommt nicht vor.

Provokativ: Im Buch Apostelgeschichte findest du kein Beispiel, wo Jünger auf einen verlorenen Sünder zugehen und sagen: „Werde Christ! Das macht dich glücklich“ oder „Gott liebt dich, fühl dich angenommen“ oder „Du sollst an Gott glauben.“

Das wird heute oft falsch verstanden.

Es ist nicht der Schock, dass es einen lebenden Gott gibt, der Gericht halten wird. Der wahre Schock ist, dass der unbestechliche Richter des Universums, dessen Augen überall sind, der zu heilig ist, um Böse stehen zu lassen, dich trotzdem persönlich liebt.

Das Christentum ist nicht dazu da, einen Beliebtheitswettbewerb zu gewinnen oder dich glücklich zu machen.

C. S. Lewis sagt: „Ich bin nicht ins Christentum gegangen, um mich glücklich zu machen. Ich wusste immer, dass eine Flasche Portwein das tun würde. Wenn Sie eine Religion suchen, in der Sie sich wirklich wohlfühlen, empfehle ich Ihnen sicher nicht das Christentum.“

Schau in die heutige Kirchenlandschaft: Viele Glaubenskrisen entstehen, weil Menschen Erwartungen an Gott stellen, die Gott nie versprochen hat.

Nirgends im Neuen Testament verspricht Jesus, dass Christen im Diesseits immer erfüllt und glücklich sein werden.

Das ist wichtig: Nirgendwo wird versprochen, dass Christen im Diesseits immer erfüllt und glücklich sind.

Deshalb eine kritische Frage an Predigten, Jugendstunden und Evangelisationsansätze: Wenn Glück und Erfüllung im Diesseits nicht garantiert sind, warum bewerben wir Christen Jesus oft genau so?

Dann wundern wir uns, warum Leute frustriert abwenden, wenn Jesus nicht das ersehnte 24/7-Dauerglück bietet.

Das ist emotionales Clickbait. Wir machen falsche Versprechungen und ködern mit sachfremden Erwartungen. Kein Wunder, dass sie enttäuscht werden und sich abwenden.

Jesus ist nicht hauptsächlich gekommen, um dich von deinen emotionalen Problemen, Eheproblemen oder finanziellen Problemen zu retten. Er kann das, tut es auch, aber hauptsächlich ist er gekommen, damit du von deinen Sünden und deren Konsequenzen am Tag des Jüngsten Gerichts gerettet wirst.

Ohne diese Rettung ist am Ende alles nichts.

Als ich in der Ausbildung zum evangelischen Pfarrer war, lernten wir: Hauptsache, die Leute fühlen sich nicht schlecht und nicht schuldig.

Jetzt die Rückfrage: Was, wenn wir tatsächlich schuldig sind?

Wenn wir das verschweigen und Jesus als Lifestyle oder Placebo verkaufen, predigen wir ein anderes Evangelium.

Und wann ist das jemals gut gegangen?

Denk daran: Wenn ein Engel vom Himmel käme und brächte euch ein anderes Evangelium… Du weißt, wie der Vers weitergeht.

Klartext: Das Christentum verspricht drei Dinge:

  1. Bedrängnis und Verfolgung (darüber haben wir schon gesprochen).

Wenn der Satan dein Zeugnis nicht zersetzen kann, wird er versuchen, dich zu zermürben.

  1. Versuchung: Sobald du Christ wirst, hast du eine Zielscheibe auf dem Rücken, weil Satan dich zurückgewinnen will. Jeder hat ein anderes Einfallstor.

Bei mir war es intellektuelle Stimulation, Hochmut, Überlegenheitsgefühl, Unabhängigkeit, Selbstbestimmung – am Ende mein großes Einfallstor war Stolz.

Falls du mehr über Satan und seine Strategien wissen willst, drück die Glocke unten rechts und schreib, dass du das möchtest.

  1. Ewiges Leben.

Die Frage ist: Ist uns das alles wert genug, um unsere Sünden loszulassen?

Es ist eine große Versuchung, zu sagen: „Werd Christ, dann lösen sich all deine Probleme.“ Das ist nicht biblisch und nicht wahr.

Häufig haben Christen neue Probleme, die sie vorher nicht hatten. Der Unterschied ist: Das größte Problem ist gelöst – unsere Verbrechen und ihre Konsequenzen am Tag des Jüngsten Gerichts sind abgegolten.

Mal ganz logisch: Kann es etwas Wertvolleres geben?

Damit sind wir beim Kernthema des Christentums und dem relevantesten Thema, über das Jesus gesprochen hat: das Leben nach dem Tod und wie du vor dem kommenden Jüngsten Gericht gerettet wirst.

Das sind nicht meine Worte, das sagt Jesus.

Dieser Punkt ist das Herzstück von Jesu Botschaft. Jedes vierte Wort aus Jesu Mund geht genau darum: Umkehr, sich vom alten Leben abwenden, Jesus die Autorität geben und sich an seinen stellvertretenden Tod für den Tag des Jüngsten Gerichts festklammern.

Das ist so zentral!

Wir kommen von Minus eins und müssen überlegen, wie wir zu Gott kommen. Wir treten nicht als neutrale Subjekte vor das Gericht, sondern als Schuldige.

Deshalb ist es so wichtig, das zu sagen und über Sünde zu sprechen.

Denk an Stoss für uns Christen: Wenn du wirklich ein guter Mensch wärst, wofür bist du dann Christ geworden?

Deshalb: Jesus S-O-S – Save Our Souls – rette unsere Seelen. Das ist die Hauptsache im Christentum.

Gott hat unseren Notruf gehört. Die Antwort auf S-O-S ist J-E-S-U-S.

Deshalb: Umkehr!

Wenn ich wiedergeboren bin, wenn ich wirklich eine neue Schöpfung bin, fange ich an, die Dinge zu lieben, die Gott liebt, und die Dinge zu hassen, die Gott hasst. Warum? Weil ich die Welt immer mehr durch Gottes Augen sehe.

Willst du mehr darüber wissen? Drück die Glocke und schreib, dass du das möchtest.

Es treibt mich um, dass je nach Untersuchungen nur einer von vier Deutschen an ein Leben nach dem Tod glaubt.

Haltet das mal vor Augen: 48 % der Katholiken und 55 % der Protestanten glauben nicht an ein Leben nach dem Tod.

Was willst du dazu sagen?

Drei von drei Mitgliedern der Trinität sehen das anders.

Es ist fast, als ob manche Kirchen so tun, als wäre das Jüngste Gericht abgesagt, und man überlegt: „Und nun, womit schlagen wir die Zeit tot?“

Das Problem ist: Gott hat das nie gesagt.

Gott hat gesagt, er hat das Jüngste Gericht noch nicht hart anbrechen lassen, damit sich vorher noch mehr Menschen bekehren und retten können.

Wenn das Jüngste Gericht nicht bedrohlich wäre, warum müsste jemand gerettet werden?

Und wenn das Jüngste Gericht keine Rolle spielte, warum warnt Jesus dann nicht fünfmal, zehnmal, zwanzigmal, vierzigmal, sondern 117-mal davor?

Das Jüngste Gericht steht nach wie vor auf Gottes Agenda.

In den letzten Wochen haben meine Frau und ich einen Menschen beim Sterben begleitet. Er ruhe in Frieden.

Seelenheil ist oft das Letzte, was Leute bewegt – bis es das Einzige ist, was sie bewegt.

Mach dir das klar: Du wirst das Diesseits nicht überleben. Es ist Zeit, dir Gedanken zu machen – zu einem Plan B.

Im Alten Testament hat Gott versprochen, den Tod zu besiegen, und im Neuen Testament erzählt er, wie er es gemacht hat.

Deshalb lies das Neue Testament, lies deine Bibel ohne Abstriche.

Wie liest du die Bibel? Wie sieht dein tägliches Bibelstudium aus?

Wir haben dazu ein eigenes Video mit Vorschlägen, Ideen und Tipps, wie du es angehen kannst. Das ist unter diesem Video verlinkt.

Ich setze das voraus. Falls du das noch nicht gesehen hast, hol es nach.

Ich wünsche uns, dass wir in Deutschland, Österreich und der Schweiz immer mehr bibelfitte Christen werden.

Corrie ten Boom sagt: „Wenn ein Christ die Gemeinschaft mit anderen Christen scheut, lächelt der Teufel. Aber wenn ein Christ aufhört, in seiner Bibel zu lesen, lacht der Teufel.“

Deshalb eine persönliche Meinung, die anders gesehen werden darf: Wenn ich für den Rest meines Lebens nur eines tun dürfte – Bibel lesen oder beten – würde ich Bibel lesen wählen.

Beides ist wichtig, und wir müssen Gebet mehr priorisieren.

Wir haben den Bibelfit-Gebetsdienst gegründet, weil Gemeinschaft, die nicht zusammen betet, geistlich versprengt und leichter Ziele für die Mächte des Bösen ist.

Corrie ten Boom sagt: „Der Feind hält es für äußerst wichtig, unser Gebetsleben durch Kleinglauben und Zeitmangel zu zerstören.“

Zur Ausgangsfrage: Wenn ich nur eins machen könnte, Bibel lesen oder beten, ist Bibel lesen meiner Meinung nach wichtiger.

Warum? Erstens ist es wichtiger, dass Jesus mit mir redet, als ich mit ihm. Die Jünger saßen zu Jesu Füßen und lernten von ihm, statt ständig auf ihn einzureden.

Zweitens: Wenn ich nicht die Offenbarung Gottes in seinem Wort habe, weiß ich nicht, zu welchem Gott ich bete und wie er ist.

Dafür brauche ich Offenbarung von außen, also die Bibel.

Ob du mir an diesem Punkt zustimmst oder nicht: Am Ende deines Lebens wirst du nicht sagen: „Hätte ich mal weniger Zeit mit Bibelstudium verbracht oder weniger Zeit im innigen Gebet.“

Zwei der besten Strategien des Teufels, um dich von deinem Schöpfer abzubringen, sind: Sünde in deinem Leben und Ablenkung durch Beschäftigung, Zerstreuung und Unterhaltung, so dass Gott keine Priorität hat.

Wir brauchen bessere stille Zeit – nicht nur viel hilft viel, sondern auch bessere Qualität.

Dafür müssen wir uns Zeit nehmen.

Jesus sagt: „Passt auf, dass eure Herzen sich nicht verstricken in Vielfresserei und Besäufnissen, aber auch nicht in alltäglichen Sorgen, sonst werdet ihr vom Tag des Gerichts unvorbereitet überrascht werden wie von einer Falle, die plötzlich zuschnappt.“

Die Rede ist von alltäglichen Sorgen. Es ist möglich, zu sehr mit Alltagsproblemen beschäftigt zu sein, sodass wir für das Jüngste Gericht nicht bereit sind.

Zum Faktor Zeit: Meine Frau sagte neulich etwas Kluges. Es gibt verschiedene tägliche Aktivitäten und Routinetätigkeiten, die wir jeden Tag machen.

Auf einem Spektrum von „Natürlich mache ich es jeden Tag“ bis „Komplett optional“ – wo ordnest du Zähneputzen ein? Wahrscheinlich ziemlich weit rechts.

Wo ordnest du Essen und Trinken ein? Wahrscheinlich noch weiter rechts.

Wo steht bei dir das Anziehen? Für Frauen Schminken, für Männer Rasieren? Wo steht Bibellesen?

Ich lade dich ein, dir so einen Strahl aufzumalen und deine Routinetätigkeiten einzuzeichnen – auch das Bibellesen – und das für dich zu reflektieren.

Hintergrund: „Für Prioritäten räumt man immer Zeit ein.“

Die meisten von uns würden nicht aus dem Haus gehen, ohne sich anzuziehen, und nicht ins Bett gehen, ohne Zähne zu putzen.

Als Personalchef habe ich nie erlebt, dass jemand nackt zum Vorstellungsgespräch kam, weil er keine Zeit hatte, sich anzuziehen.

Wir nehmen uns Zeit für das Anziehen, warum nicht für die Bibel?

Es geht.

Deshalb eine Ermutigung: Stell dir vor, du liest nur eine halbe Stunde am Tag Bibel – morgens 15 Minuten, abends 15. Das sind über 180 Stunden im Jahr.

Überlege, was für einen geistlichen Schatz du nach 180 Stunden in Gottes Wort haben könntest.

Ich will dir Mut machen.

Mal mit Zahlen: Die meisten Bibelausgaben weltweit haben 1.189 Kapitel (ohne Apokryphen). Davon 260 im Neuen Testament, 929 im Alten.

Für jedes Kapitel im Neuen Testament gibt es ca. 3,6 Kapitel im Alten Testament.

Vorschlag für Menschen mit wenig Zeit (z.B. mit Säuglingen oder pflegebedürftigen Angehörigen): Lies jeden Tag ein Kapitel im Neuen Testament und, wenn möglich, vier Kapitel im Alten Testament – zum Beispiel morgens ein halbes Kapitel im Neuen und zwei im Alten, abends noch mal.

Selbst wenn du ein Kapitel weniger liest, kommst du in einem Jahr spielend durch die Bibel.

1.189 Kapitel durch 4 Kapitel pro Tag sind 300 Tage.

Das heißt, selbst mit einem Kapitel weniger hast du genug Puffer, um das Neue Testament ein zweites Mal am Stück zu lesen.

Handynutzer scrollen im Durchschnitt 13,2 Meter am Tag auf ihrem Smartphone – jede Woche fast die Höhe des Frankfurter Messeturms.

Ein durchschnittliches Bibelkapitel hat nur 26 Verse – deutlich kürzer als die meisten Nachrichtenartikel.

Wer Zeit hat, Nachrichten zu lesen, hat erst recht Zeit, die Bibel zu lesen.

Bei 2,5 Kapiteln morgens und abends sind das 65 Verse – da lohnt sich das Hinsetzen kaum.

Wir reden nicht von Bibelstudium mit fünftausend Stiften und Studienbibeln, sondern einfach nur lesen, Strecke machen, Gottes Wort aufnehmen.

Wenn du etwas nicht verstehst, einfach weiterlesen.

Vergleich: Die meisten Menschen in Deutschland verbringen über fünf Stunden pro Woche mit Fernsehen, über vier Stunden mit Musik hören, über drei Stunden mit Nachrichten.

Allein die Existenz von Fernsehzeitungen, Tagesschau, TikTok, Instagram und YouTube zeigt: Wir hätten genug Zeit, die Bibel zu lesen, wenn es uns wichtig genug wäre.

Ein durchschnittlicher Deutscher verbringt 1:35 Stunden am Tag mit Essen und Essenszubereitung.

Wenn wir so viel Zeit und Sorgfalt in Bibelstudium investieren würden wie in Frühstück, wären wir geistlich besser genährt.

Das ist auch eine der schönsten Sachen an Fastentagen: Man hat mehr Zeit, weil man nicht ständig mit Essen beschäftigt ist.

Welche Bibelausgabe ist die beste? Wir haben einen Vergleich erstellt, welche Bibelübersetzung zu welchem Typ passt. Du kannst ihn gratis mitnehmen über den Link unter dem Video.

Kurzfassung: Die beste Bibelausgabe ist die, die du täglich liest.

Was passiert, wenn du anfängst, die Bibel zu lesen? Es gibt Studien dazu.

Eine davon: Menschen, die mindestens viermal pro Woche allein ihre Bibel studieren (also ohne Druck von außen), berichten:

  • 29 % weniger Einsamkeitsgefühle

  • 32 % weniger Wutprobleme

  • 39 % weniger Bitterkeit in Beziehungen

  • 57 % weniger Anzeichen von Alkoholismus

  • 60 % weniger davon, geistig auf der Stelle zu treten

  • 61 % weniger Pornokonsum (wichtiges Thema, falls du mehr dazu wissen willst, drück die Glocke und schreib einen Kommentar)

  • 68 % weniger Sex ohne Ehe

Vor allem haben sie einen deutlich gesteigerten Antrieb, vom Christentum und Jesus weiterzuerzählen.

Ein weiser Bibellehrer sagte mir: „Sündigen hält dich davon ab, täglich die Bibel zu lesen, und täglich die Bibel lesen hält dich vom Sündigen ab.“

Das stimmt wirklich.

Leute ohne eigene stille Zeit, in der sie aus eigenem Antrieb Bibel lesen, befinden sich automatisch in einer höheren Risikogruppe für Dekonstruktion.

Das heißt nicht, dass sie dekonstruieren müssen, aber das Risiko ist höher.

Dekonstruktion ist ein Prozess, bei dem jemand, der sich als Christ sieht, bestimmte religionspsychologische Schritte durchläuft und am Ende die Frage „Bist du Christ?“ nicht mehr eindeutig mit Ja beantworten kann.

Falls du möchtest, dass wir einen eigenen Beitrag dazu machen, wie dieser Prozess abläuft und wie man ihn verhindern kann, drück die Glocke und schreib einen Kommentar.

Damit sind wir beim finalen Teil: Anwendung und Antwort auf Kritiker.

Über die Bibel kursieren viele falsche und einflussreiche Aussagen, die trotzdem falsch sind. Das wird in den nächsten Jahren zunehmen.

Deshalb möchte ich dich mit Gottes Hilfe stärken.

Schau, was einer der meistgehörten Podcasts in Deutschland sagt: Markus Lanz und Richard David Precht.

Precht behauptet dort, Jesus sei keine gesicherte historische Person. Man wisse kaum etwas über Jesus. Jesus sei historisch schlecht belegt oder gar nicht verbrieft.

Er sagt wörtlich: Jesus ist nicht sicher historisch verbrieft. Die Figur Barabbas sei genauso schlecht belegt wie Jesus.

Das ist von vorne bis hinten fachlich falsch.

Erstens: Wegen der Fülle von über 51 verschiedenen historischen Quellen von Nichtchristen (siehe Einblendung), darunter mehrere Briefe, ist die Behauptung, Jesus sei schlecht belegt, ein großer Fehler.

Zum Vergleich: Über Barabbas gibt es genau vier Quellen – keine solche Quellenfülle wie bei Jesus.

Zweitens: Wir haben drei verschiedene Informationsquellen zu Jesus: Augenzeugenberichte, christliche Quellen und nichtchristliche Quellen.

Insgesamt gibt es über 100 verschiedene historische Quellen, darunter Dutzende historische Briefe.

Falls du mehr über die Jesus-Barabbas-Parallele wissen willst, drück die Glocke und schreib einen Kommentar.

Im Podcast behauptet Precht auch, Paulus sei der Begründer des Christentums. Er hätte die Geschichte eines Wanderpredigers genommen und daraus das Christentum geschmiedet.

Das klingt, als würde Precht behaupten, das Christentum gehe nicht auf Jesus, sondern auf Paulus zurück – eine Behauptung, die Kritiker früher oft vorbrachten.

Auch diese Behauptung ist widerlegbar.

Paulus war als jüdischer Kommissar vom Hohen Rat beauftragt, die Ausbreitung des Christentums mit allen Mitteln zu verhindern. Er verfolgte Christen länderübergreifend, war an Hinrichtungen beteiligt.

Das heißt: Es gab Jahre vor Paulus länderübergreifend Christen, schon als Paulus noch Verfolger war.

Wenn das Christentum erst auf Paulus zurückginge, wie Precht behauptet, müssten die ersten Christen erst Jahrzehnte nach Paulus’ Bekehrung existiert haben.

Frage: Welche Christen hätten Paulus damals aufgenommen? Mit welchen Christen hätte er sich in der Jerusalemer Urgemeinde getroffen? Welche Christen verfolgte er?

Das passt logisch nicht.

Diese Behauptung ist endgültig widerlegt, weil wir klare Informationen über die Christen haben, die vor Paulus’ Bekehrung lebten und verfolgt wurden.

Paulus wusste genau, was Christen glaubten, weil er sie verhörte.

Wir haben Zeugnisse, die dem Neuen Testament vorausgehen – zum Beispiel das christliche Bekenntnis, das Paulus als Kommissar von Christen überliefert bekam und das lange verbreitet war, bevor Paulus es im 1. Korintherbrief zitiert.

Dieses Bekenntnis stammt von wenigen Monaten, vielleicht Wochen nach Jesu Tod und Auferstehung.

Im Original lautet es (griechisch): „Christos ab etherne, hyperton hamation haemon katatas graphas, kaihoti etathe, kaihoti egergertai tertrite hemera katatas graphas, kaihoti ofte kepha etatois doreka.“

Deutsch: „Der versprochene Messias ist für unsere Sünden gestorben, wie die Schriften es vorausgesagt haben. Er wurde begraben und ist am dritten Tag auferstanden, wie die Schriften es vorausgesagt haben. Er ist Kephas erschienen (Simon Petrus) und danach den zwölf Aposteln.“

Führende internationale Forscher sagen dazu:

  • Dr. Eugen Walter (vor 50 Jahren): „Als Paulus zu missionieren begann, gab es in der Kirche bereits einen Bestand an fest geprägten Formulierungen. Diese mündliche Überlieferung lange vor der Niederschrift der Evangelien gehört zu den wichtigsten Erkenntnissen der gegenwärtigen Bibelwissenschaft.“

  • Prof. Dr. Eckhart Schnabel: „Paulus hat das, was er den Korinthern überliefert, selbst von den Jesus-Bekennenden angenommen, die er verfolgt hat.“

  • Prof. Dr. Marlies Güllner (Uni Salzburg) und Prof. Dr. Helmut Merklein (NRW Akademie): „In seltenem Konsens wird angenommen, dass Paulus hier eine Tradition zitiert, die er selbst vorgefunden hat.“

  • Prof. Dr. Andreas Lindemann (Göttinger Akademie): „Paulus zitiert eine ihm überlieferte Formel. Das kann nicht bezweifelt werden.“

  • Dr. Franz Josef Ortkemper (Stuttgarter Bibelwerk): „Dieser Text enthält das älteste uns bekannte christliche Glaubensbekenntnis.“

  • Prof. Eduard Meyer (Ehrendoktor der Universitäten Oxford und Harvard): „Dieses Zeugnis ist das älteste Dokument der Christenheit überhaupt.“

Wir sind hier weit vor dem Neuen Testament und vor Paulus’ Bekehrung.

Das heißt: Diese Zeugnisse waren im ersten Jahr nach Jesu Tod und Auferstehung verbreitet.

Viertens: Paulus konnte das Christentum mit seinen wesentlichen Glaubensinhalten nicht erfunden haben, weil alles Wesentliche schon vor seiner Bekehrung verbreitet war.

Diese Behauptung von Precht ist damit von vorne bis hinten falsch.

Stell dir einen Studenten an einer staatlichen Universität vor, der mit solchen Behauptungen auffährt – der würde nicht durchkommen und Notenpunkte verlieren.

Falls du möchtest, dass wir den Podcast von Lanz und Precht genauer anschauen, drück die Glocke und schreib einen Kommentar.

Deshalb ist es so wichtig, dass du dich mit Wahrheiten füllst.

Schau, was Jesus getan hat, als er in der Wüste vom Satan versucht wurde:

Jesus wurde vom Geist ins Bergland der Wüste geführt, um vom Teufel versucht zu werden. 40 Tage und Nächte aß er nichts. Als der Hunger ihn quälte, sagte der Versucher: „Wenn du Gottes Sohn bist, befiehl, dass diese Steine zu Brot werden.“ Jesus antwortete: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.“

Der Teufel führte ihn in die heilige Stadt, stellte ihn auf den höchsten Tempelvorsprung und sagte: „Wenn du Gottes Sohn bist, stürze dich hinunter. Es steht geschrieben: ‚Gott schickt seine Engel aus, um dich zu beschützen.‘“ Jesus antwortete: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht herausfordern.“

Der Teufel führte ihn auf einen hohen Berg, zeigte ihm alle Königreiche der Welt und sagte: „Alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.“ Jesus sagte: „Weg mit dir, Satan! Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.“

Der Teufel ließ von Jesus ab, und Engel kamen und versorgten ihn.

Versuchung ist immer vorübergehend. Jakobus sagt: „Widersteht dem Teufel, und er wird von euch fliehen.“

Füll dich mit Wahrheiten! Jesus war mit göttlichen Wahrheiten aus der Heiligen Schrift gefüllt.

Jesus antwortete mit Bibelstellen, weil er wusste, dass sie gültig waren.

Schau, was Worthaus sagt: In einem Vortrag fordert ein Referent, Christen sollen aufhören, Bibelstellen zu zitieren, weil sie keinen Wert mehr hätten.

Er sagt: „Wer will denn hier Bibelstellen zitieren? Hört auf, konservative Irrtümer in die moderne Gesellschaft zu setzen!“

Er meint, Bibelstellen hätten heute keinen Wert mehr.

Für uns Christen ist Jesus die letzte Autorität. Wir können nicht an dem vorbeigehen, was Jesus sagt.

Jesus zitiert ständig Bibelstellen, besonders aus Deuteronomium, das 1.430 Jahre vor ihm geschrieben wurde.

Er sagt nicht: „Wer will heute Bibelstellen zitieren?“ oder „Die haben heute keinen Wert.“

Jesus zitiert reihenweise Bibelstellen.

Warum? Weil er sie im Herzen hatte.

Er fragt immer wieder: „Habt ihr nicht gelesen?“

Er geht davon aus, dass wir die Bibel lesen.

Deshalb sagt Jesus in Lukas 11: „Selig sind, die Gottes Worte hören und bewahren.“

Die Apostel und die ersten Christen hatten eine große Kultur des Auswendiglernens.

Das trägt verfolgte Christen bis heute.

 Psalm 119 sagt: „Dein Wort habe ich in meinem Herzen verwahrt.“

Das haben auch die ersten Christen immer wieder gesagt, wenn es Probleme, Konflikte, Anfechtungen und Verfolgung gab.

Jesus sagt: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden bleiben.“

Hier ein paar passende Psalmen zum Auswendiglernen:

  • Psalm 1

    : „Wohl dem, der Gefallen hat an den Weisungen des Herrn und bei Tag und Nacht über seine Weisungen nachdenkt.“

  • Psalm 119

    : „Dein Wort habe ich in meinem Herzen verwahrt, damit ich nicht sündige.“

  • Psalm 86

    : „Lehre mich deinen Weg, ich werde in deiner Wahrheit leben.“

Jesus sagt: „Wenn sie nicht auf Mose und die Propheten hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.“

Einer ist von den Toten auferstanden, und Leute, die das nicht glaubten, glaubten auch das nicht.

Jesus in Matthäus 28: „Haltet alles, was ich euch befohlen habe.“

Jesus sagt: „Wer meine Worte hält und sich nach ihnen richtet, ist wie ein weiser Mann, der sein Haus auf Felsen baut. Regen, Fluten und Wind stürmen, aber das Haus bleibt bestehen.“

 Kolosser 3: „Lasst die Worte Christi reichlich unter euch wohnen – nicht nur zu Gast, sondern dauerhaft und reichlich.“

Jesus in Lukas: „Selig sind, die Gottes Worte hören und bewahren.“

Jesus in Johannes 17: „Vater, dein Wort ist Wahrheit.“

Jesus in Johannes 10: „Gottes Wort kann nicht gebrochen werden.“

 Psalm 119: „Dein Wort habe ich in meinem Herzen verwahrt.“

Ein Worthaus-Hauptreferent behauptet in einem Vortrag, der stellvertretende Sühnetod Jesu sei ein vormoderner, archaischer Vergeltungsgott, nicht mehr zeitgemäß, und die Straftheorie stamme von Anselm von Canterbury oder den Reformatoren.

Das ist meines Erachtens sonnenklare neutestamentliche Lehre.

Wo findest du im Neuen Testament, dass Jesus stellvertretend für dich und mich stirbt?

Hier einige Beispiele:

  • Beim Abendmahl (Matthäus, Markus, Lukas, 1. Korinther): „Das ist mein Blut, das für euch vergossen wird.“

  • Johannes 10

    : „Ich bin der gute Hirte. Ich gebe mein Leben für die Schafe.“

  • Römerbrief: „Wir werden gerecht aus seiner Gnade durch Erlösung durch Jesus Christus, der zur Sühne in seinem Blut hingestellt wurde.“

  • Römerbrief: „Gott hat seine Liebe bewiesen, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren. Durch sein Blut sind wir gerechtfertigt und werden vor dem kommenden Zorn gerettet.“

    1. Johannesbrief: „Jesus Christus ist Fürsprecher für unsere Sünden. Gott hat seinen Sohn als Sühnopfer gesandt.“

Das ist die Kernaussage des Neuen Testaments.

Zusammenfassend: Es ist nicht so, dass der stellvertretende Sühnetod auf Anselm oder die Reformatoren zurückgeht, sondern diese Lehre findet sich schon weit über 1000 Jahre vorher glasklar im Neuen Testament.

In Teilen der westlichen Welt gibt es erst seit weniger als 100 Jahren eine andere Straftheorie.

Wir dürfen uns nicht über die Heilige Schrift erheben und verurteilen, was Jesus sagt.

Über 318 Millionen Christen leiden jetzt Schreckliches, weil sie Jesus nachfolgen und glauben, was im Neuen Testament steht, anstatt den Erwartungen ihrer Umgebung zu entsprechen.

Wenn wir Westeuropäer verfolgten Christen sagen, ihr Glaube sei nicht mehr zeitgemäß, ist das blanker Hohn.

Der Worthaus-Referent ist einer der einflussreichsten Theologen Deutschlands und Mitglied im Kammernetzwerk der Evangelischen Kirche Deutschlands.

Charles Spurgeon sagt dazu: „Diejenigen, die das Evangelium verbessern wollen, haben meist wenig mit Bekehrungen zu tun.“

Mein finaler Appell an dich: Behalte das große Ganze vor Augen.

Im Alten Testament hat Gott versprochen, den Tod zu zerstören, und im Neuen Testament zeigt er, wie er es gemacht hat.

Die Christenheit ist Gottes Weg, einer sterbenden Welt das Evangelium zu bringen.

Begnadigte Sünder, die wollen, dass andere in den Himmel kommen – das sind wir Christen.

Gemeinde ist kein Freizeitverein, kein Stammtisch, keine Beschäftigungstherapie und kein Selbstzweck.

Solange wir nicht ehrlich und effektiv das Evangelium von der Begnadigung schuldiger Sünder weitererzählen, verfehlen wir unsere Existenzberechtigung als Gemeinde Jesu Christi.

Wir brauchen mehr Fokus und Konzentration.

Bitte schreib in die Kommentare: „Schaut das Video bis zum Ende, es lohnt sich.“ Damit ermutigst du andere, diese wichtigen Inhalte zu hören.

Danke, dass du bis hierhin geschaut und gehört hast.

Zum Schluss vier praktische Tipps zum Bibellesen:

  1. Häufig sind wir Christen die einzige Bibel, die Menschen lesen. Miss dich nicht an anderen, sondern an dem, was in der Bibel steht.

  2. Manche Bibelstellen sind deskriptiv (beschreibend), andere normativ (vorschreibend). Zum Beispiel: König Salomo hatte mehrere Frauen – das ist eine Beschreibung, keine Vorschrift. Lerne, das zu unterscheiden.

  3. Es gibt unterschiedliche Auslegungen zu Bibelstellen, etwa zur Endzeit oder zum Alter der Erde. Unterschiedliche Positionen bedeuten nicht, dass keine wahr ist. Wenn du etwas nicht verstehst, heißt das nicht, dass es nie verständlich ist oder die Bibel falsch ist.

  4. Wie verstehst du einen komplizierten Bibelvers besser? Indem du erst das Kapitel besser verstehst. Wie verstehst du das Kapitel besser? Indem du das Buch besser verstehst. Wie verstehst du das Buch besser? Indem du die gesamte Bibel besser verstehst.

Lies sie viel, häufig und ganz.

Wir wollen Gott um seinen Segen bitten.