Einführung in das Thema der Menschenfurcht und Heuchelei
Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 513: Habt keine Menschenfurcht, Teil 8
Jesus warnt seine Jünger vor Heuchelei und Menschenfurcht. Seine Punkte lauten:
Erstens: Es kommt alles ans Licht.
Zweitens: Wenn man sich schon fürchten will, dann sollte man sich vor Gott fürchten.
Drittens: Gott weiß ganz genau, wie es uns geht. Wir sind ihm alles andere als egal.
Viertens: Der Heuchler läuft Gefahr, seinen Glauben ganz zu verlieren.
Fünftens: Siehe Lukas 12,11-12.
Die Bedeutung der Furcht vor Gott statt vor Menschen
Wenn sie euch aber vor die Synagogen, die Obrigkeiten und die Machthaber führen, so sorgt euch nicht darum, wie oder womit ihr euch verantworten oder was ihr sagen sollt.
Denn der Heilige Geist wird euch in jener Stunde lehren, was ihr sagen sollt.
Ich kann Menschen hinters Licht führen, aber nicht Gott. Ich kann Menschen fürchten, aber es ist Gott, der Macht hat, mich in die Hölle zu werfen. Deshalb ist es besser, ihn zu fürchten.
Manchmal kann ich denken, dass Gott mich vergessen hat und meine Not nicht sieht. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall: Er kennt jedes Haar auf meinem Kopf.
Ich kann versuchen, vor den Menschen eine Show abzuziehen und mich anzupassen. Aber was, wenn ich dabei vor lauter Anpassung meinen Glauben verliere?
Ich kann mir die Frage stellen, was ich sagen soll, wenn sie mich holen und verhören. Wie kann ich mich auf so etwas vorbereiten?
Die einfache Antwort lautet: Du brauchst dich nicht vorzubereiten. Warum nicht?
Denn der Heilige Geist wird euch in jener Stunde lehren, was ihr sagen sollt.
Die Gewissheit der Verfolgung und die Rolle des Heiligen Geistes
Zwei Dinge werden hier betont. Zuerst einmal müssen wir als Jünger Jesu damit rechnen, dass wir verfolgt werden. Dies ist im Sinne von „sobald sie euch aber vor die Synagogen und die Obrigkeiten und die Machthaber führen“ zu verstehen. Für Jesus ist es eine Gewissheit, dass genau das vielen seiner Nachfolger passieren wird. Juden in ihren Synagogen und Heiden als Obrigkeiten und Machthaber werden sie befragen – und zwar, um zu bestrafen.
Die Christusbewegung wird auf massiven Widerstand stoßen. Man kann vielleicht sogar sagen: Immer dann, wenn Menschen sich ganz dem Evangelium und der persönlichen Heiligung verschreiben, wenn sie also ernsthaft zuerst nach dem Reich Gottes und nach Gottes Gerechtigkeit trachten, dürfen sie davon ausgehen, dass sie verfolgt werden.
Eines der für mich markantesten Beispiele für diese These in der Kirchengeschichte ist der Umgang der traditionellen Kirchen mit der Täuferbewegung. Die Täuferbewegung beginnt vor fünfhundert Jahren, am 21. Januar 1525, mit der ersten Glaubenstaufe an Erwachsenen in Zürich. Und es braucht keine vier Jahre, bis auf dem Reichstag zu Speyer die Verfolgung der Täufer im gesamten Heiligen Römischen Reich deutscher Nation beschlossen wird.
Man bezeichnet sie als Ketzer, und für solche Leute hatte man nur den Tod. Wenn wir heute über die Täuferbewegung so wenig wissen, dann liegt das vor allem daran, dass viele dieser pazifistischen Gläubigen – vor allem ihre Anführer – nach ihrer Bekehrung von katholischen und protestantischen Obrigkeiten umgebracht wurden.
Warum erzähle ich das? Damit wir verstehen, dass Verfolgung für echte Nachfolger Jesu, die es ernst meinen mit Bekehrung, Heiligung und einem Leben nach den Lehren Jesu, völlig normal ist. Wenn wir keine Verfolgung erfahren, dann ist das ein Segen. Es kann aber auch Ausdruck von etwas anderem sein: Vielleicht fallen wir einfach nicht genug auf, weil wir uns zu sehr angepasst haben.
Die Zusicherung des Heiligen Geistes in Verfolgungssituationen
Aber zurück zu Lukas 12. Jesus betont zwei Dinge: Erstens, Verfolgung ist normal. Zweitens, sorgt euch nicht darum, wie oder womit ihr euch verantworten sollt oder was ihr sagen sollt. Denn der Heilige Geist wird euch in jener Stunde lehren, was ihr sagen sollt.
Hier sieht man, welche Rolle der Heilige Geist im Leben eines Gläubigen spielt. Statt ihn zu lästern, sollen wir in den allerkritischsten Situationen unseres Lebens durch ihn gelehrt reden.
Als Jünger Jesu brauchen wir uns nicht zu sorgen, wenn wir von der Obrigkeit über unseren Glauben befragt werden. Wenn es darum geht, vor staatlichen Gerichten den Glauben zu verteidigen, wird der Heilige Geist selbst dafür sorgen, dass wir genau wissen, welche Argumente wir vorbringen und was wir sagen sollen. Und es wird in jener Stunde geschehen.
Wenn es so weit ist, dürfen wir ganz sicher darauf vertrauen, dass der Heilige Geist da ist, um uns zu unterstützen. Gott kennt die Haare auf unserem Kopf, wir sind ihm mehr wert als die Spatzen.
Und jetzt sehen wir, was das praktisch heißt: Wenn es hart auf hart kommt, schreitet der Heilige Geist ein und gibt uns die Worte, mit denen wir uns auf übernatürliche Weise vor unseren Feinden verteidigen können.
Beispiel aus der Apostelgeschichte: Petrus und Johannes vor den Obrigkeiten
Wenn man so will, wird Gott selbst aktiv, wenn es darum geht, den Feinden zu zeigen, dass sie es mit Gott zu tun haben. In solchen Momenten gibt er Argumente und Worte, die so klug sind, dass unsere Gegner erkennen, mit wem sie es zu tun haben. Diese Worte kommen nicht aus uns selbst.
Genau das sehen wir auch in der Apostelgeschichte. Schauen wir uns ein Beispiel an, in dem Petrus und Johannes vor den Männern stehen, die einige Wochen zuvor das Komplott gegen den Herrn Jesus geschmiedet hatten.
Alles beginnt damit, dass die beiden Apostel verhaftet werden. Dann lesen wir in der Apostelgeschichte 4,5-13:
Es geschah aber am folgenden Tag, dass sich ihre Obersten, Ältesten und Schriftgelehrten in Jerusalem versammelten. Hannas, der Hohepriester, Kaiphas, Johannes, Alexander und viele aus dem hohepriesterlichen Geschlecht waren dabei. Nachdem sie Petrus und Johannes in die Mitte gestellt hatten, fragten sie sie: „In welcher Kraft oder in welchem Namen habt ihr dies getan?“
Da sprach Petrus, erfüllt mit dem Heiligen Geist, zu ihnen: „Oberste des Volkes und Älteste! Wenn wir heute über die Wohltat an einem kranken Menschen verhört werden, durch die dieser geheilt worden ist, so soll euch allen und dem ganzen Volk Israel kund sein: Im Namen Jesu Christi, des Nazureers, den ihr gekreuzigt habt, den Gott auferweckt hat aus den Toten – in diesem Namen steht dieser gesund vor euch.
Das ist der Stein, der von euch, den Bauleuten, verachtet wurde, der zum Eckstein geworden ist. Und es ist in keinem anderen das Heil; denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, durch den wir gerettet werden müssen.“
Als sie aber die Freimütigkeit von Petrus und Johannes sahen und bemerkten, dass es ungelehrte und ungebildete Leute waren, wunderten sie sich. Sie erkannten, dass sie mit Jesus gewesen waren.
Die Wirkung des Heiligen Geistes auf die Verteidigung der Jünger
Hier sehen wir, was passiert, wenn der Heilige Geist die angeklagten Christen lehrt, was sie sagen sollen. Die Ankläger sind völlig überrascht, und ich verstehe das gut. Sie sind die Gebildeten, die hohen Herren der Gesellschaft, die es gewohnt sind, allein durch ihre Stellung normale Israeliten einzuschüchtern.
Vor allem natürlich dann, wenn diese gerade eine Nacht im Gefängnis verbracht haben und nicht wissen, wohin diese Befragung führen kann. Doch dann passiert das Unerwartete: Petrus, erfüllt vom Heiligen Geist, spricht mit solcher Freimütigkeit, dass sich alle wundern.
Freimütigkeit ist dabei eine Mischung aus Mut, Offenheit und Redegewandtheit. Hier steht also jemand, der nicht nur keine Angst hat, sondern auch noch extrem geschickt mit passenden biblischen Bezügen argumentiert. Und das, obwohl er in den Augen der Zuhörer ungelehrt und ungebildet ist.
Johannes und Petrus waren einfache Fischer, alles andere als ausgebildete Rhetoriker oder Theologen. Wie kommt das? Ganz einfach: Es ist ein Beispiel für das, was Jesus gesagt hat. Der Heilige Geist wird euch in jener Stunde lehren, was ihr sagen sollt.
Abschluss und Ausblick
Was könntest du jetzt tun? Lies in Apostelgeschichte 7 die Verteidigungsrede des Stephanus und sieh, wie ein einfacher Diakon seine Sache vor Theologen vertritt.
Das war's für heute. Wenn dir die Arbeit von Frogwerts gefällt, erzähle einer Person davon.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
