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1. Johannes 2, 14-28

1. Johannes 2,14-2802.01.2012
SerieTeil 7 / 18Der erste Johannesbrief
Gerade wer stark ist, gerät in Gefahr: Was du anschaust und begehrst, kann dich steuern. Die Frage ist nicht nur, was dir gefällt – sondern wer dein Denken prägt.

Die Warnung vor der Weltliebe

  1. Arabisch 4: Die Botschaft an die jungen Männer über die Gefahr der Weltliebe.
Also, wir sind jetzt in Kapitel 2, Vers 14 am Ende: Ich habe euch, junge Männer, geschrieben, weil ihr stark seid und das Wort Gottes in euch bleibt und ihr den Bösen überwunden habt.
Wer die Welt nicht liebt und auch nicht, was in der Welt ist, denn wenn jemand die Welt liebt, ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. Denn alles, was in der Welt ist, die Lust des Fleisches, die Lust der Augen und das Großtun dieses Lebens, ist nicht aus dem Vater, sondern aus der Welt. Und die Welt vergeht, oder ist am Vergehen, und ihre Lust. Wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit.
Vor dieser Weltliebe wird nun gewarnt. Interessant ist, dass die jungen Männer gewarnt werden, also gerade die, die in der kraftvollen Stärke des geistlichen Lebens stehen. Gerade sie werden vor Weltliebe gewarnt.
Es ist interessant, dass gerade sie angesprochen werden. Nur die kleinen Kindlein, die sind behütet und beschützt, auf die passt man auf und so weiter, und die brauchen jemanden, der sich um sie kümmert. Aber gerade die, die stark sind, die sind auch gefährdet. Ach ja, wir schaffen das schon, oder? Sind ja stark, oder? Gerade sie sind gefährdet.
Und er spricht hier zum ersten Mal von dieser großen Gefahr und von diesem großen Feind namens Welt. Auf zwei Gebieten sind wir dieser Gefahr ausgesetzt, nämlich auf dem Gebiet der Ethik und auf dem Gebiet der Dogmatik, oder? Auf dem Gebiet des Lebens und auf dem Gebiet der Lehre ist man der Welt ausgesetzt. Denn die Welt hat auch eine gewisse Lebensweise, und die Welt hat auch eine gewisse Lehre. Beides hat sie: in der Lebensweise und in der Lehre.
Deshalb ist es schon wichtig, dass wir auf den Apostel hier genau hören, auch wir, nicht nur die Empfänger dieses Briefes dort.

Was mit der Welt gemeint ist

Also, die Dinge, die in der Welt sind, die Dinge dieser Welt, meint er hier die Dinge, die von Sünde sprechen. Was in der Welt ist, meint er hier nicht die schönen Schweizer Berge. Die sind auch schön, aber das ist jetzt nicht das Thema. Das ist bei Ihnen nicht das, was in der Welt ist.
Er spricht von der Welt als einem gottfernen System, in dem der Satan regiert. Das Land Ägypten ist im Alten Testament ein Bild dafür, das ägyptische Land, in dem der Pharao regiert. Das war auch ein System, ein geschlossenes System. Es gibt kein Außerhalb. Die Welt ist ein geschlossenes System.
Und der Pharao hat seinen Leuten und den Israeliten gesagt: Das ist eure Welt, bitte schön. Er hat einen Kreis gezogen: Das ist Ägypten, das ist eure Welt, und draußen gibt es nichts. Ist das klar? Und es war ihnen klar. So hat er sie geknechtet, der Pharao. Entschuldigung, ein Bild für den Satan.
Der Herr Jesus nimmt ja dann auch dieses Bild auf: Satan, der Fürst dieser Welt, ist gerichtet, sagte er in Johannes 12. Also, die Welt, was er hier meint, sind diese Dinge in der Welt, die von Sünde sprechen, die mit Sünde zu tun haben. Und man kann nicht gleichzeitig ein Freund dieser Welt sein, dieser Dinge in der Welt, die mit Sünde zu tun haben, und gleichzeitig ein Freund Gottes sein. Jakobus 4,4: Wisst ihr nicht, Freundschaft mit der Welt ist Feindschaft gegen Gott? Ihr Ehebrecherinnen, sagte er. Ehebrecher und Ehebrecherinnen, so geht es nicht. Man ist mit Gott verheiratet, und dann tut man nicht noch, während man verheiratet ist, mit einer anderen buhlen. Das wäre Ehebruch.
Und dann begründet er, warum es gefährlich ist, diese Welt zu lieben: Liebt nicht die Welt noch, was in der Welt ist. Übrigens, vorher hat er von der Bruderliebe geredet, oder? Liebt die Brüder, aber liebt nicht die Welt. Die Warnung wird jetzt begründet in Vers 16: Wenn jemand die Welt liebt, weil alles, was in der Welt ist, ist die Lust des Fleisches, die Lust der Augen, das Großtun dieses Lebens. Der Hochmut wird manchmal übersetzt. Das Wort heißt einfach Großtun, stolzes Tun dieses Lebens, des irdischen Lebens.
Hier ist ein Wort im Griechischen verwendet, das übrigens nicht das normale Wort für Leben ist. Es ist nicht das Großtun irgendeines Lebens, sondern Bios wird verwendet, und davon kommt Biologie. Das betrifft das irdische Leben, also das Großtun des irdischen, dieses hiesigen Lebens. Stolz, der in diesem Leben existiert, das ist gemeint. Das ist nicht aus dem Vater, sondern es ist aus der Welt.
Wenn jemand also die Welt liebt, ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. Die Liebe des Vaters, die vom Vater kommt, und die Liebe zum Vater, beides.

Die drei Angriffspunkte der Versuchung

Ja, also in Vers drei werden hier drei Dinge genannt. Es geht um die Attraktionen der Welt, den Geist dieser Welt und das Denken dieser Welt. Das wird hier in drei Punkten beschrieben: Fleisch, Lust der Augen und hoffärtiges oder stolzes Leben.
Fleisch, das ist also die Lust. Gemeint sind Dinge in unserem Körper und in unserer Umwelt, die das Vergnügen betreffen und die Lust des Fleisches ansprechen. Mit dem Fleisch meint er das Diesseitige, das Aufgehen im diesseitigen Leben. Das Fleisch hat mit den irdischen Dingen zu tun.
Wir haben alle eine fleischliche Natur, kann man sagen, also etwas, womit wir mit dieser Welt in Verbindung treten. Das brauchen wir, das ist auch in Ordnung. Aber darin liegt auch eine Lust, und die darf nicht in die falsche Richtung gelenkt werden. Die Sünde ist nicht der Körper, und auch die Umwelt selbst ist nicht die Sünde, sondern die Sünde ist in uns. Wir haben in uns eine Kraft, und wir haben heute davon gesprochen. Ihr kennt ja die Kraft, die zieht, die Tendenz, die genau in diese Richtung zieht. Deshalb ist es schon eine Gefahr.
Da gibt es verschiedene Dinge, die uns reizen, und verschiedene Situationen, die uns reizen. Mann und Frau sind verschieden gebaut, verschieden gepolt. Sie werden auf verschiedene Arten gereizt, aber beide werden gereizt. Es wird irgendetwas in uns angesprochen, das dann widerhallt.
Der Mann wird über das Auge sehr stark verführt, über das Auge und dann über das Denken, vom Sehen zum Denken. Und dann wächst das Verlangen. Das kann man sogar steuern. Aber wenn man es steuern kann, ist es gut. Wir können es auch in die andere Richtung steuern. Die Frage ist also: Womit, was schaue ich mir an, beziehungsweise womit fülle ich mein Denken?
Bilder, die wir uns anschauen, prägen uns. Wir leben in einer Zeit, die ganz stark vom Bild geprägt ist. Wir leben also in einer Bildzeit. Ja, nicht Bild-Zeitung, ja, das auch, aber das ist die Bild-Zeitung. Was steht da in der Zeitung? Holen Sie sich Ihre Meinung, oder? Holen Sie sich Ihre Meinung, ja, bitteschön. Brauchst du eine Meinung, hol sie dir von der Zeitung.
Bilder prägen uns, sie prägen unser Denken und prägen unsere Meinung. Und der Christ muss hier ganz gezielt sagen: Nein, das mache ich nicht mit. Ich hole mir die Meinung von Gott. Ich lasse mein Denken von Gott her prägen, ich lasse mich von dort her prägen, nicht von der anderen Seite.
Aber die Gefahr ist da, weil es uns so viel beschäftigt und weil es uns so viel begegnet. Bilder sprechen einfach das Gemüt an, sie sprechen die Empfindungen des Menschen an. Über die Worte sprechen sie das Denken des Menschen an.

Wort, Bild und geistliche Disziplin

Und kennt ihr, wie heisst der, Neil Postman, wie heisst dieses berühmte Buch: Wir amüsieren uns zu Tode, kennt ihr das? Ein Sozialkritiker aus Amerika hat in den Achtzigerjahren ein Buch geschrieben, das heute noch aktuell ist. Vor über 30 Jahren hat er das Buch geschrieben, und wenn man es heute liest, braucht man nur statt Fernsehen den Computer einzusetzen, das Internet einzusetzen, und dann trifft es noch viel mehr zu, als was er geschrieben hat.
Er hat gesagt: Unsere Welt ist in Gefahr. Er ist nicht Christ, oder man weiss nicht, ob er Christ ist, aber er bekennt sich nicht zu Christus, also nicht offen jedenfalls. Und er schreibt: Unsere Welt ist in Gefahr, weil wir unsere Kommunikationsmedien vom Wort auf das Bild umgestellt haben. Und jetzt haben wir verlernt zu reden und zu denken. Das Wort ist ein Kommunikationsmittel, das regt das Denken an, und das Bild stimuliert, das regt unsere Feelings, auf Neudeutsch, unsere Gefühle und das Erlebnis und so weiter an. Das wird angeregt, und das Denken wird zurückgedrängt. Und Gott spricht das Denken an.
Wenn Gott will, dass ein Mensch sich bekehrt – das Wort heisst Sinnesänderung, haben wir schon gehabt. Busse heisst Sinnesänderung. Sinn ist der Nuss, ist das Ding, womit wir denken, der Sinn, mit dem wir denken, der Denksinn. Der muss geändert werden. Also wenn Gott will, dass ein Mensch sich bekehrt, spricht er das Denken an, und deshalb verwendet er nicht Bilder, sondern das Wort.
Worte, wir müssen auch aufpassen, dass wir nicht zu stark ... Wir haben ja Bildmedien, oder wir haben diesen Beamer, oder ich werde heute Abend etwas mit dem Beamer zeigen, ja, aber ich werde hauptsächlich nicht Wörter zeigen, nicht Bilder. Wenn wir Wörter zeigen, ist gut, aber wir müssen Acht geben, ja. Denn wenn der Mensch etwas vorgeführt bekommt, dann lehnt er sich zurück, wie im Kino, oder? Ha, so, jetzt, bitteschön, jetzt rieselt auf mich ein, ja. Das ist nicht die Art, wie Gott umgeht.
Wir müssen aufpassen, dass wir als Wortverkündiger nicht die modernen Medien zu stark einsetzen, denn das lenkt uns vom Wort ab. Deshalb ist es viel besser, wenn wir einfach unsere Bibel vor uns haben und da hineinschauen. Der Heilige Geist malt ein Bild von dem Herrn Jesus und von sich selbst, oder von Gott, ein Bild in unserem Inneren. Das ist ein geistliches Bild, und das ist gut. Da wird etwas geprägt, das prägt unser Denken.
Und die Welt macht es ganz anders. Die fährt auf die Gefühle ab der Menschen, und sie hat grossen Erfolg, und die modernen Medien noch mehr. Früher war das alles umständlich, Druckmedien, aber heute, mit dem flachen Bildschirm, ist alles offen für alles. Jeder hat zuhause sogar einen Bildschirm stehen. Heute braucht man nicht mehr raus, und die Welt hat man schon da. Man kann sie sich nur mit einem Mausklick holen und so weiter.
Also die Gefahr ist sehr, sehr gross da, und man muss auch gerade im Umgang mit Computern schon sehr diszipliniert sein als Christ. Gott verwendet das Wort, die Welt verwendet das Bild, und vor allem die Männer sind durch das Bild noch stärker verführbar als die Frauen. Frauen wieder auf andere Weise, Empfindungen, Berührungen und weiss ich was. Aber da klingt etwas in uns mit, oder?
Und der Christ, der weise ist, der wird sich da fernhalten, wo wir merken, dass Versuchung entsteht. Wo wir zur Sünde versucht werden, da sollen wir weglaufen beziehungsweise gar nicht hingehen, uns fernhalten.

Abgrenzung vom Ort der Versuchung

Das heisst aber nicht, dass wir sagen: Ein Christ darf nicht, oder? Wir sind nicht regelorientiert, aber wir sollen lernen, den jungen Leuten ein Verständnis mitzugeben.
Es heisst nicht, dass ein Christ nicht in den Nightclub gehen darf, in die Disco und so weiter. Es heisst vielmehr, dass er verstehen muss: Das ist gar nicht die Welt, zu der er gehört, und das ist nicht die Welt, von der er geprägt werden soll.
Wir gehen ja auch nicht an den FKK-Strand, nicht als Regel, weil wir nicht dürfen, sondern weil wir wissen: Das ist überhaupt nicht unsere Welt. Das ist völlig jenseits von uns, nicht unser Platz. Dort wird gesündigt, oder? Da gehöre ich nicht hin. Das hat nichts mit Mönchtum zu tun.
Aber dort, wo die Sünde so offensichtlich wird, so stark wird, hat Abraham nicht Sodom evangelisiert, oder? Wieso nicht? Wieso hat man nicht Traktate in Sodom verteilt? Das war so weit weg, so verführerisch. Das war nicht sein Platz. Er hat das anders gemacht.
Das heisst nicht, dass wir Mönche sind und ins Kloster gehen. Wir gehen natürlich schon zu den Menschen hin, aber nicht gerade dorthin, wo wir selbst zur Sünde verführt werden, oder? Und es wird immer schlimmer. Bei gewissen Sachen gehören wir nicht hin.

Die innere Dynamik von Begehren und Stolz

Also jetzt wieder zurück: Augenlust, also Fleischeslust, Augenlust. Jemand hat gesagt, Sicht und Sucht hängen zusammen. Sicht und Sucht. Es beginnt mit der Sicht und endet in der Sucht. Ja, das stimmt, das deutsche Wort hängt zusammen: Sie sehen und suchen. Sicht und Sucht.
Und die Augen sind die Tür zur Fleischlust. Die Augen sind die Tür, wo die Fleischlust dann angesprochen wird. Augenlust kann auch damit zu tun haben, dass man etwas ansieht, um etwas haben zu wollen. Fleischeslust: dass man etwas genießen möchte, etwas haben, etwas genießen.
Und dann das Dritte ist hochmütiges Leben oder der Stolz des irdischen Lebens. Das spricht also von einer Einstellung, von einer Denkweise, einer Weltanschauung, wo das eigene Leben im Mittelpunkt steht. Das liegt hinter all dem Ganzen, das ist der Hintergrund, oder? Aus dem entsteht die Augenlust und aus der Augenlust die Fleischeslust.
Also das ist eine Denkweise, eine Weltanschauung, in der das eigene Leben im Mittelpunkt steht. Die Welt denkt nur so: Es geht letztlich um das eigene Ich. Viele, viele Sünden haben einfach mit einem gewissen Stolz und Egoismus zu tun. Johannes deckt hier die Taktik des Feindes auf. Er will uns zeigen, dass alle Versuchungen auf uns zukommen, auf diesen drei Kanälen: Fleischeslust, Augenlust und Hochmut, der Stolz des Lebens.
Wir haben ja ein gutes Verlangen in uns, ein dreifältiges Verlangen. Wir haben das Verlangen, etwas zu genießen, wir haben das Verlangen, etwas zu haben, und wir haben das Verlangen, etwas zu sein. Wobei das Verlangen, etwas zu sein, das Wichtigste ist, das Eigentliche, oder? Und damit ich etwas bin, möchte ich dann etwas haben und möchte ich etwas genießen, oder?
Und das ist grundsätzlich naturgegeben, das heißt schöpfungsmäßig in uns gelegt. Und an sich ist das Verlangen nicht schlecht. Verlangen selbst ist nicht sündig. Aber durch den Sündenfall ist unser Verlangen in die falsche Richtung gepolt. Es zieht uns mit dem Verlangen in die falsche Richtung, und es ist pervertiert, ins Extreme hinausgezogen. Das heißt, wir haben ein extremes Verlangen, und wir wissen nicht, wo Ende ist. Wir wissen nicht, wo die Grenze ist.
Also beides: Die Richtung ist die eine Gefahr, und dann das Extreme. Das ist also ein pervertiertes Verlangen. Und der Feind verwendet genau diese drei Kanäle, um uns zur Sünde zu verführen. Deshalb ist es schon wichtig, dass man sich hierüber auch Gedanken macht, dass man sich im Klaren ist: Aha, ich habe diese drei Triebe oder drei Verlangen, und jetzt muss ich das in die Zucht Gottes stellen. Dass ich das genieße, was Gott will, dass ich genieße. Dass ich das habe, was Gott mir schenkt und mir von Gott nehme und nicht selber nehme. Und dass ich das bin, was ich von Gott her bin.
Wir sind wir, wir sind etwas Wichtiges. Aber es ist wichtig, dass wir uns klar sind: Von Gott her muss es gesteuert sein. Also sollen wir uns Gott anvertrauen, dass er für uns entscheidet, was wir genießen und was wir haben und was wir sein sollen. Und er gibt uns schon sehr viel sogar.
Der Herr Jesus wurde auf den drei Gebieten versucht, oder? Zuerst genießen, dann haben und dann sein, oder? Genießen: Mach aus den Steinen Brot. Haben: Siehst du alle Berge und Länder und Königreiche der Welt, alles gehört dir, wenn du mich anbetest. Haben. Und das Sein: Du bist wer, stütz dich runter von der Zinne des Tempels, dann sollen die anderen sehen, was du kannst usw.
Und das war für den Herrn Jesus eine Versuchung, weil er das tun hätte können. Sonst wäre es ja keine Versuchung gewesen für ihn. Und Adam und Eva wurden versucht auf diesem Gebiet, also Eva im Speziellen jetzt. Sie sah, dass es gut war, von dem Baum zu essen, und dass es eine Lust war. Also das gute Essen: Genuss, Fleisch, oder? Fleisch ist Lust, eine Lust für die Augen, eine Augenweide, Augenlust. Weil er klug machte, so sein wie Gott, das ist das Dritte.
Immer diese drei begegnen uns öfters in der Bibel. Es ist wichtig, dass wir das wissen, damit wir uns besonders davor hüten. Wir wollen ja etwas sein, wir wollen nicht sterben, wir wollen existieren. Ich bin wer, und der hat mich gekränkt, das stört uns natürlich. Aber da muss ich jetzt lernen zu sehen: Gott gibt mir alles, was ich haben soll, was ich genießen soll, was ich bin. Er ist meine Existenz. Der Herr ist mein Hirte, mir fehlt nichts, ich habe keinen Mangel.

Die Vergänglichkeit der Welt und die bleibende Perspektive

Ja, weiter, wir müssen weiter. In Vers 17 kommt die Motivation: Wer den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit. Die Welt vergeht, oder?
Vers 17: Schau, dass du das durchschaust, dass du verstehst: Diese Welt ist nicht die letzte aller Welten. Im Gegenteil, sie vergeht. Das war ja das Problem von Pharao, oder? Pharao hat den Israeliten gesagt: Es gibt kein Außen, es gibt kein Außen. Ägypten ist euer Land.
Und dann kommt einer von außen, der Yahweh begegnet ist. Er bringt den Namen Yahwehs nach Israel und sagt: Yahweh hat mich gesandt. Und dann weist er sich aus durch ein paar Wunder, Schlange und so, mit der Hand. Er kommt von außen.
Was macht er, was bringt er? Er sagt: Es gibt eine Welt da draußen für euch Israeliten, ein herrliches, verheißendes Land, Gottes Verheißungen. Da draußen ist es. Er kommt von außen, kommt mit Wundern bezeugt und dann mit dem Blut des Lammes, des geschlachteten Passahlamms, führt er dann das Volk hinaus. Er vermittelt ihnen eine Schau von dem da draußen, dann führt er sie heraus.
Der Herr Jesus, genau der, oder? Wir sind in dieser Welt, und der Satan sagt uns: Es gibt nur diese Welt. Dann kommt der Herr Jesus, und er kommt mit dem Namen des Vaters. Und der Herr Jesus sagt: Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan, ich habe ihnen das Wesen des Vaters gezeigt, sagt der Herr Jesus in Johannes 17. Und ich bin jetzt gekommen, sagt er zu den Jüngern, und jetzt gehe ich wieder.
Ich bin von meinem Vater ausgegangen und bin in diese Welt gekommen, und jetzt gehe ich aus dieser Welt zu meinem Vater. In der Welt habt ihr Bedrängnis, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.
Da denkt man sich ja: Was heißt das? Jesus hat die Welt überwunden, der hat es gut, aber ich bin noch in der Welt, und was soll ich jetzt machen? Johannes wird uns sagen, was der Sieg ist, der diese Welt überwunden hat. Der Glaube, dass es eine Welt da draußen gibt, aus der der Herr Jesus gekommen ist und in die er wiedergegangen ist, das ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Der Glaube an den Sohn Gottes von außen und an eine Welt, die er uns vorgestellt hat und in die er uns führt, in die er uns mitnimmt. Deshalb hat er sein Blut vergossen.
Also Johannes wird davon später dann noch sprechen. Aber hier sagt er erst einmal nur: Diese Welt vergeht mit ihrer Lust. Wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit, der bleibt.

Die letzte Stunde und das Auftreten der Gegner Christi

Ja, 1. Johannes 2,18-27, die Botschaft an die kleinen Kinder. Da haben wir jetzt die Gefahr des Abfalls und die Mittel zur Bewahrung davor. Jetzt kommt diese Botschaft an diese kleinen Kinder, die gewarnt werden, nicht auf die Verführer zu hören.
Vers 18 und 19: Kleine Kinder, es ist die letzte Stunde. Es ist letzte Stunde, ohne Artikel, das kann man im Deutschen gar nicht so stehen lassen, das ist fast undeutsch, oder? Es ist letzte Stunde, aber es ist genau das, was Johannes sagt. Wir haben jetzt, wir leben in der letzten Stunde. Die Zeit, in der wir leben, ist letzte Stunde-Zeit, ja, das meint er. Es ist, wir würden sagen, es ist fünf vor zwölf, oder? Ja, fünf vor zwölf, oder?
Demgemäß, wie ihr gehört habt, dass der Antichristus kommt, so sind jetzt viele Antichristusse geworden. Daran merken wir, dass es die letzte Stunde ist. Also die Christen haben ja schon durch die Unterweisung gehört, dass der Antichristus kommt. Eines Tages kommt der Antichristus, das wird eine Person sein, die gegen Christus ist. Anti heißt gegen. Gegen Christus ist. Eines Tages in der Zukunft wird diese Person kommen.
Aber jetzt sagt er: So sind jetzt, so wie ihr das gehört habt, dass er kommen wird, der Antichristus in Person eines Tages, so sind jetzt schon viele Antichristusse geworden, also entstanden, hervorgegangen, aufgetreten, heißt das. Daran merken wir, dass es die letzte Stunde ist. Jetzt gibt es also viele Antichristusse. Später erfahren wir, dass das diese Menschen sind, die den Geist des Antichristus haben. Denn der Antichristus persönlich, der kommt ja erst. Aber der Geist des Antichristus, der ist schon da. Der Geist, in dem der Antichrist eines Tages auftreten wird, dieser Geist ist jetzt schon am Werk. Paulus spricht auch davon: Die Bosheit, das Geheimnis der Bosheit, ist schon am Wirken. Es ist jetzt schon am Werk. Der Geist ist schon da, der Antichristusgeist.
Also die vielen Antichristen sind ein Zeichen der Zeit, die hier aufgestanden sind. Antichristusse sind ein Zeichen der Zeit, die aufgestanden sind. Ich scheue mich, das Wort Antichrist zu sagen, denn es ist nicht ein Antichrist. Es ist ein Antichristus. Schon ein Unterschied, oder? Ich bin ein Christ, oder? Ein Antichrist ist einer, der gegen einen Christen ist. Aber der Antichristus ist nicht nur gegen die Christen. Der Antichristus ist gegen den Christus. Deshalb ist er nicht ein Antichrist, sondern er ist ein Antichristus. Und das griechische Wort sagt nicht Antichrist, das griechische Wort sagt Antichristus. Schon ein Unterschied. Deshalb scheue ich mich, dieses Wort Antichrist zu verwenden. Er ist ein Antichristus. Im Englischen geht es: ein Antichrist, denn Christus heißt ja Christ, da ist es klar. Aber im Deutschen geht das nicht.
Also, die vielen Antichristusse sind christusfeindlich und christenfeindlich. Von uns gingen sie aus, sie waren jedoch nicht von uns. Denn wären sie von uns gewesen, also von den Aposteln, von den Gläubigen, wären sie gewiss bei uns geblieben. Es geschah jedoch, damit offenbar gemacht würde, dass sie nicht alle von uns sind.
Also, sie sind nicht von den Gläubigen, sie sind nicht von den Aposteln, sie sind nicht von da ausgegangen. Sie sind Wölfe, die die Herde zerstreuen. Sie sind gegen die Christen, sie sind nicht bei ihnen geblieben, sie sind nicht in der Gemeinschaft geblieben. Das hat ihnen nichts gegeben, das ist nicht ihr Wesen und ihr Lebenselement. Das hat dann eine Trennung gebracht, eine gute Trennung. Entweder sind sie abgefallen oder sind sie nie Christen gewesen. Jedenfalls hat das eine Trennung mit sich gebracht, eine gute Trennung. Abgefallene sollen sich trennen, sollen weggehen.
Und jetzt gibt der Apostel in Vers 20 bis 27 ihnen Hilfen, wie sie bewahrt werden können, diese Kindchen, diese kleinen Kinder. Einige Hilfen zur Bewahrung. Die habe ich hier aufgeführt.

Die erste Hilfe: die Salbung durch den Heiligen

Also, Vers 20 ist die erste Hilfe: Und ihr habt eine Salbung von dem Heiligen und wisst alles. Das heißt: Ihr seid gesalbt worden.
Wann sind die Christen gesalbt worden? An anderen Stellen der Bibel erfahren wir in 2. Korinther 1, dass man, wenn man zum Glauben kommt, mit dem Heiligen Geist gesalbt wird. Das ist natürlich ein Bildwort. Es ist ein Ausdruck, der aus dem Alten Testament übernommen wurde. Die Salbung bedeutet das Vermitteln des Geistes.
Der Geist ist eine Kraft, er ist auch eine Person, aber er ist auch ein Geist der Kraft. Und er vermittelt den Gläubigen Kraft. Wir werden mit dem Heiligen Geist gesalbt.
Die Stelle in 2. Korinther 1, ich glaube, es ist Vers 21, lautet: Der, der uns zusammen mit euch in Christus festigt und uns salbte, ist Gott. Der uns auch versiegelte und das Angeld des Geistes in unsere Herzen gab.
Also: Der, der uns zusammen mit euch in Christus festigt und uns salbte, das ist Gott. Gott hat uns gesalbt und hat uns in Jesus Christus gefestigt. Die Salbung bedeutet also Kraftausrüstung, Ausrüstung mit Kraft. Christen sind mit Kraft ausgerüstet.
Kennt jemand von euch Oswald Smith, das Buch Ausrüstung mit Kraft? Kennt das jemand? Nicht? Braucht ihr nicht lesen.