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Weherufe gegen Schriftgelehrte und Pharisäer – Teil 8

Jesu Leben und Lehre | Episode 738
Matthäus 23,27-3217.08.2026
SerieTeil 5 / 7Weherufe gegen Schriftgelehrte und Pharisäer
Außen fromm, innen leer? Jesus trifft die harte Frage: Wie viel von deinem Glauben ist nur Fassade – und wo beginnt echte Umkehr?

Einleitung und bisherige Vorwürfe

Gott wird Mensch
Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist
Episode 738
Weherufe gegen Schriftgelehrte und Pharisäer, Teil 8
Weherufe
Jesus hat seinen Gegnern schon vorgeworfen, dass sie das Reich Gottes vor den Menschen verschließen, die hineinkommen wollen; dass sie ihre Anhänger zu Söhnen der Hölle machen; dass sie schwören, um zu lügen; dass sie Küchenkräuter verzehnten, aber das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben vernachlässigen; und dass sie von außen gut aussehen wollen, aber im Herzen voller Raub und Unenthaltsamkeit sind.
Das sind massive Vorwürfe an eine theologische Elite, die nur gerade so viel Interesse an Gott hat, wie es ihr selbst nutzt.

Das Bild der Gräber als Zeichen innerer Unreinheit

Kommen wir zum sechsten Weheruf: Matthäus 23,27.
Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr gleicht übertünchten Gräbern, die von außen zwar schön scheinen, inwendig aber voll von toten Gebeinen und aller Unreinheit sind.
Jesus vergleicht die Schriftgelehrten und Pharisäer mit übertünchten Gräbern. Was war an Gräbern so problematisch? Sie machten unrein.
 4. Mose 19,16
Und jeder, der auf freiem Feld einen mit dem Schwert Erschlagenen oder einen Verstorbenen oder die Knochen eines Menschen oder ein Grab berührt, wird sieben Tage unrein sein.
Wer ein Grab berührte, der wurde für sieben Tage kultisch unrein. Deshalb war es gerade in Festzeiten wichtig, dass man die Gräber markierte. Sie wurden übertüncht, also weiß angestrichen. Das geschah, damit sie nicht von unwissenden Spaziergängern versehentlich berührt wurden.
Auf diese weiß leuchtenden und vielleicht auch ganz nett anzusehenden Gräber, die jeder Pilger in Jerusalem kannte und fürchtete, nimmt Jesus hier Bezug. Sie sind ein Bild für seine Gegner. Und er wird damit in seiner Ausdrucksweise noch schärfer als beim Bild vom Becher, der voller Raub und Unenthaltsamkeit war.
Seine Gegner sind wie frisch gestrichene Gräber. Sie wirken von außen betrachtet schön und ordentlich, aber inwendig sind sie voll von toten Gebeinen und aller Unreinheit. Außen schön, innen nur der Tod und jede Form von Sünde.
So wie die Totengebeine für maximale kultische Unreinheit stehen, so verstärkt die Formulierung „aller Unreinheit“ sogar noch die Beschreibung. Bei den Schriftgelehrten und Pharisäern finden sich nicht nur einzelne Sünden, sondern ein moralischer Zustand, der Gott völlig widerspricht.
Der Herr Jesus vergleicht ihre religiöse Außenwirkung mit der Wahrheit. Ihre Frömmigkeit sieht nach außen hin geordnet und würdevoll aus, aber sie verdeckt eine schreckliche Realität: ihren geistlichen Tod.

Der Gegensatz zwischen äußerem Anschein und innerem Zustand

 Matthäus 23,28: So scheint auch ihr von außen zwar gerecht vor den Menschen, von innen aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit.
Merkt ihr: Vor den Menschen, das ist der Schlüssel. Ihre Gerechtigkeit ist auf menschliche Wahrnehmung hin angelegt. Sie wollen gerecht erscheinen, sie wollen nicht gerecht sein. Ihnen reicht ein guter Eindruck.
Und damit reduzieren die Schriftgelehrten und Pharisäer Gerechtigkeit auf religiöse Korrektheit. Sie wirken gesetzestreu, diszipliniert, fromm, aber Jesus sieht ihr Inneres. Und innen drin ist alles voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit.
Wir müssen uns das gut merken: Die äußere Frömmigkeit muss nicht deckungsgleich mit dem Herzen sein. Man kann eine religiöse Rolle spielen, ein Heuchler sein. Man kann vor Menschen anders erscheinen, als man vor Gott wirklich ist.
Und wie verrückt ist es, wenn Lehrer des Gesetzes in ihrem Innern voller Gesetzlosigkeit sind. Gerade diejenigen, die anderen die Tora erklären wollen, leben selbst nicht nach dem Gesetz.

Die Ehrung der Vergangenheit als verdeckte Ablehnung der Gegenwart

 Matthäus 23,29: Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler, denn ihr baut die Gräber der Propheten und schmückt die Grabmäler der Gerechten.
Der siebte Weheruf Jesu wechselt das Thema. Er wechselt von innerer Unreinheit zur falschen Verehrung der Vergangenheit. Die Schriftgelehrten und Pharisäer bauen und schmücken die Grabmäler der Propheten und Gerechten. Das wirkt fromm, respektvoll und geschichtsbewusst. Aber das ist es nicht. Es ist nur eine weitere Form von Heuchelei.
Warum Heuchelei? Ganz einfach: weil sie die toten Propheten ehren, aber das lebendige Wort Gottes zu ihrer Zeit verwerfen. Die Propheten waren zu Lebzeiten alles andere als angenehm. Sie klagten Sünde, Götzendienst und falsche Sicherheit an. Die Schriftgelehrten und Pharisäer schmücken also die Gräber derer, deren Botschaft sie selbst überhaupt nicht hören wollen.

Selbsttäuschung und die Fortsetzung der Schuld der Väter

 Matthäus 23,30 und sagt: „Wären wir in den Tagen unserer Väter gewesen, so würden wir uns nicht an dem Blut der Propheten schuldig gemacht haben.“
Mit Worten distanzieren sich Jesu Gegner von der Schuld ihrer Vorfahren. Sie sagen im Grunde: Hätten wir damals gelebt, hätten wir es besser gemacht. Wir hätten die Propheten nicht umgebracht. Wir hätten sie als Boten Gottes erkannt und geehrt.
Jesus erkennt die Selbsttäuschung. Das ist das Problem: Sie täuschen sich selbst. Sie halten sich für Menschen, die auf der richtigen Seite der Geschichte gestanden hätten. Und das ist natürlich absoluter Unsinn. In Wirklichkeit haben sie den größten Propheten des alten Bundes, nämlich Johannes den Täufer, verworfen und planen gerade, Jesus, den Sohn Gottes, umzubringen. Absolute Selbsttäuschung.
Wie einfach ist es, vergangene Sünde zu verurteilen und gegenwärtiges Unrecht nicht wahrzunehmen. Man kann die toten Propheten ehren und den lebendigen Christus ablehnen. Man kann die früheren Verfolger der Boten Gottes kritisieren und selbst zum Verfolger des Messias werden.
Das ist so verrückt: Sie erkennen historische Schuld, aber nicht die eigene geistliche Blindheit. Eigentlich wollen die Schriftgelehrten und Pharisäer sich von ihren Vorvätern distanzieren, aber sie formulieren: „Unsere Väter“ und offenbaren damit in Jesu Augen ihre geistliche Verbindung zu ihnen.

Die Vollendung des Maßes der Schuld

 Matthäus 23,31 So gebt ihr euch selbst Zeugnis, dass ihr Söhne derer seid, welche die Propheten ermordet haben. Der Begriff Söhne meint hier nicht biologische Abstammung, sondern es geht um moralische Ähnlichkeit.
Und es kommt noch schlimmer: Matthäus 23,32 Und ihr macht nur das Maß eurer Väter voll. Sie führen zu Ende, was ihre Väter, die Prophetenmörder, angefangen haben.
Das hier ist eine Warnung. Wenn sie auf ihrem Weg bleiben und keine Buße tun, werden sie vollenden, was ihre Väter angefangen haben. Die töteten nur Propheten, sie werden den Messias töten und seine Boten verfolgen.
Was könntest du jetzt tun? Denke darüber nach, wie das Gräberschmücken heute aussehen könnte. Finde ein paar relevante Beispiele.
Das war's für heute. Von Frogwords gibt es eine App. Wenn du sie noch nicht hast, lade sie dir doch herunter.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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