Serie•Teil 13 / 18Der erste Johannesbrief
Generierte Mitschrift
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Wir sind jetzt noch in Kapitel 3, Vers 7, beziehungsweise in 3, Vers 6.
Die Unterscheidung zwischen bleibender Gemeinschaft und fortgesetzter Sünde
Jeder, der in ihm bleibt oder in ihm verweilt, sündigt nicht. Damit ist der Christ gemeint. Er lebt nicht in einem Sündenleben. Und dann heißt es: Jeder, der sündigt, also jeder Sündigende. Auch hier ist wieder eigentlich jeder gemeint, der in der Sünde lebt. Es geht hier wieder um das Langandauernde oder um das Gewöhnliche, um das Gewohnheitsmäßige, das Fortgesetzte, Fortdauernde Sündigen.
Jeder Sündigende hat ihn nicht gesehen, noch ihn kennengelernt. Daran kann man klar erkennen, wer draußen ist und wer drinnen ist, oder? Wer im Sündenleben lebt, der hat ihn nicht gesehen. Und wenn er noch so viel behauptet, er sei wiedergeboren, er sei Christ und er sei schon so lange in der Versammlung.
Kennzeichen der Gerechtigkeit und der neuen Familie
Kindlein, Vers 7: Kindlein, niemand leite euch in die Irre. Hier wird er wieder recht zärtlich in seiner Anrede. Kindlein, niemand leite euch in die Irre. Wer die Gerechtigkeit tut, ist gerecht. Hier haben wir wieder den, der die Gerechtigkeit tut. Wieder dieses lang andauernde, fortgesetzte Leben, das davon geprägt ist und davon gekennzeichnet ist, dass er die Gerechtigkeit tut, also das Richtige von Gott her gesehen, das Rechte tut. Er ist gerecht, so wie er gerecht ist.
Wer ist er? Gott, Jesus Christus, Gott und der Sohn. Wer die Gerechtigkeit tut, ist gerecht, so wie er gerecht ist. Das heißt, er ist wiedergeboren. Er ist gerecht. Er gehört zu dieser Familie dazu, so wie der Vater, so wie der Sohn Jesus Christus.
Und dann weiter, klein b: Jetzt kommt das nächste Paar, Teufelskinder und Gotteskinder. Das war bis jetzt noch nicht die Rede davon. Zweites Kennzeichen für Kinder Gottes.
Das Werk des Sohnes gegen die Macht des Bösen
Wer die Sünde tut, ist aus dem Teufel. Also: Wer die Sünde tut, fortgesetzt, andauernd, beständig, immer wieder, wer in einem Sündenleben lebt, der ist aus dem Teufel. Denn der Teufel sündigt von Anfang an, er ist die Ursache. Das ist das Material, das Rohmaterial, das ist teuflisch, oder?
Hierzu wurde der Sohn Gottes geoffenbart, damit er die Werke des Teufels auflöse, zerstöre, vernichte. Dazu ist Jesus Christus gekommen, der Sohn Gottes ist geoffenbart worden, um gerade das zu vernichten, damit es so etwas nicht mehr gibt. Das ist ganz praktisch gemeint, in unserem Leben. Er redet nicht allgemein von der Welt, sondern von den Gläubigen. Dazu ist der Herr Jesus gekommen, damit in unserem Leben das Werk des Teufels aufgelöst wird, in Luft aufgelöst, vernichtet wird.
Jeder aus Gott Geborene tut nicht Sünde, tut nicht Sünde, also wiederum im fortgesetzten Sinne. Sünde ist etwas Teuflisches, und Gerechtigkeit ist etwas Göttliches. Es geht um die Familienähnlichkeit. Tut nicht Sünde, weil sein Same in ihm bleibt. Wer ist das Subjekt? Sein, also von wem ist die Rede? Worauf bezieht sich sein Same? Genau, auf den Gott, der vorher genannt wurde. In Vers 9 am Anfang: Jeder aus Gott Geborene tut nicht Sünde, weil sein Same in ihm, in dem Gläubigen, wohnt oder bleibt.
Warum sind also Sünde, Tun und Gerechtigkeit unvereinbar? Warum sind aus Gott geboren sein und sündigen unvereinbar? Weil Gottes Same in dem Wiedergeborenen bleibt. Darin steckt, dass das Gotteskind den Vater liebt, und der Keim des Lebens des Vaters steckt in dem Kind des Vaters, im Gotteskind. Der Keim, hier ist das Bild aus der Pflanzenwelt genommen, der Same: In dem steckt Lebenskraft. Der Same bricht dann auf, er keimt, und dann kommt etwas Neues hervor. Da ist Lebenskraft drin, also aus dem Samen entwickelt sich dann etwas, zuerst die Blüte und dann die Frucht.
Der Geist Gottes ist die Kraft Gottes, ist die Lebenskraft Gottes, oder? Durch den Heiligen Geist sind wir wiedergeboren worden, und da ist ein Keim in uns, göttliche Kraft durch den Geist Gottes in uns. Und diese bleibt in uns, wohnt in uns, der Heilige Geist wohnt ja in uns. Und dieser Lebenskeim soll auch weiterhin in uns bleiben, sonst kann die Frucht ja nicht entstehen. Also liegt die Kraft, nicht sündigen zu müssen, in diesem Samen, in diesem Keim, der letztlich die Lebenskraft in uns ist. Die göttliche Lebenskraft kommt mit der Wiedergeburt in unser Leben hinein.
Deshalb tut er nicht Sünde, oder? Vers 9: Jeder aus Gott Geborene tut nicht Sünde, weil der Same Gottes in ihm wohnt. Der Same ist hier nicht das Wort Gottes, der Same ist hier die Lebenskraft Gottes. Die göttliche Kraft steckt da drin, und das widerspricht sich mit dem anderen Leben. Wenn jemand diese Lebenskraft in sich hat, dann geht es in Richtung Gerechtigkeit, dann wird Frucht daraus entstehen, weil sein Same in ihm bleibt. Und er kann nicht sündigen, hier wiederum im andauernden Sinne zu verstehen. Aus dem Zusammenhang muss man das ganz klar sagen: Es geht wiederum darum, dass er nicht in Sünde leben kann, dass er kein Sündenleben führen kann, weil das mit dem anderen unvereinbar ist, oder?
Er ist ja aus Gott geboren, da ist eine Familienähnlichkeit. Und von der Familienähnlichkeit her gesehen ist es unmöglich, dass er noch ein Sündenleben führt. Wenn du ein schwarzes Ehepaar hast, eine schwarze Mutter und einen schwarzen Vater, dann ist das Kind schwarz, wenn nicht in der Verwandtschaft der Opa ein Weißer ist oder so. Aber sonst wird das Kind schwarz. Schwarzer Vater, schwarze Mutter: Das Kind ist schwarz. Weißer Vater, weiße Mutter: Das Kind ist weiß. Das ist von der Familienähnlichkeit her gar nicht anders möglich.
Es widerspricht sich: Aus einem Knecht der Sünde ist jetzt ein Knecht der Gerechtigkeit geworden. Es geht nicht um die Frage, ob ein Christ in die Sünde stolpern kann oder in die Sünde fallen kann oder von einer Sünde übereilt werden kann. Das hat er schon geklärt, dass das möglich ist. Johannes hat nicht vergessen in Kapitel 3, was er in Kapitel 2 geschrieben hat. Aber es geht um dieses Schwarz-Weiß, also um dieses Darstellen: Wer ist draußen und wer ist drinnen? Und man kann es feststellen an der Familienähnlichkeit.
An diesem sind offenbar die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels. Jeder, der nicht Gerechtigkeit tut, wiederum jeder nicht Gerechtigkeit Tuende, durativ, also andauernd, fortgesetzt, im fortgesetzten Sinne: Jeder, der nicht Gerechtigkeit tut, ist nicht aus Gott. Und wer nicht seinen Bruder liebt, wirklich, und jeder nicht seinen Bruder Liebende, wieder im fortgesetzten Sinne. Die Gerechtigkeit, das ist der allgemeine Begriff, und jetzt nimmt er die Summe des Gesetzes heraus, oder? Was ist die Summe des Gesetzes, was haben wir gelernt? Was ist die Zusammenfassung des Gesetzes? Die Liebe. Und die Liebe äußert sich durch die Bruderliebe, Liebe zu Gott und Liebe zum Bruder. Jetzt erwähnt er dieses, deshalb fügt er das hier an: Jeder, der nicht Gerechtigkeit tut, ist nicht aus Gott. Und wer nicht den Bruder liebt, da sieht man es dann ganz deutlich, oder? An der Liebe offenbart sich die Gerechtigkeit, also der Stand, ob er gerecht ist oder nicht, offenbart sich ganz klar.
Denn dies ist die Botschaft, die ihr von Anfang an hörtet, dass wir einander lieben sollen, dass wir einander lieben sollen. Auch hier im fortgesetzten Sinne: lieben.
Dann kommt ein negatives Beispiel: Nicht so wie Kain, der aus dem Bösen war. Er erschlug seinen Bruder. Da war keine Bruderliebe, oder? Und warum erschlug er ihn? Weil seine Werke böse waren, die seines Bruders aber gerecht. Kain war vorher schon böse, bevor er den Bruder umgebracht hat. Es war dann nur noch eine weitere Folge der Bosheit, die den Bruder umgebracht hat. Er war vorher schon böse, er war zornig auf Gott, zornig auf seinen Bruder, eifersüchtig auf den Bruder usw. Da war vorher schon Sünde da. Aber dann war das eine innere Sünde, die war noch nicht zur Tat geworden. Dann ist die Sünde zur Tat geworden.
Keiner hat auf den Boden geschaut, oder? Gott hat ihn angesprochen. Keiner schaut wie ein trotziges Kind auf den Boden, oder? Warum senkt sich dein Blick? Wenn du ein reines Gewissen hast, kannst du aufschauen zu mir. Aber er schaut weg. Wenn du das Opfer von meinem Bruder angeschaut hast, aber meins hast du nicht angeschaut, dann schaue ich dich nicht an, wie ein trotziges Kind. Es schaut Gott nicht an. Dann sagt Gott, er soll sich ermahnen lassen. Die Sünde lauert, lauert wie ein Löwe vor der Tür und will ihn packen, die Tatsünde nämlich. Und er lässt sich nichts sagen.
Was ist das Ergebnis? Dann sagt Gott: Also gut, dann darfst du mich jetzt nicht mehr anschauen. Und Gott schickt ihn weg in die Gottferne. Und er lebt die Hölle auf Erden, er lebt ein geplagtes Leben, er ist ständig auf der Flucht. Und er flieht ins Land Not, das Land heißt Flucht, er flieht ins Fluchtland. Also das negative Beispiel von Kain.
Sind hierzu Fragen? Ich möchte nicht zu schnell vorangehen, aber wenn Fragen sind, bitte einfach melden. Ich denke, das kann man schon sagen. Der Same ist ja die Lebenskraft in der Pflanze, von der Pflanze die Kraft steckt in diesem Samen, oder? Und beim Gläubigen ist es auch so, da ist eine Lebenskraft in ihm, und wir wissen aus anderen Stellen, dass das eigentlich der Geist Gottes ist, oder? Der in uns ist. Es ist nicht falsch, wenn man das sagt.
Bruderliebe als Gegenbild zum Hass der Welt
Vers 13 bis 18, also klein c, über Welthass und Bruderliebe, das nächste Paar, das dritte Kennzeichen: Kindergottes sind von der Welt gehasst, aber sie haben Bruderliebe. Ich habe hier meine Gliederung ein bisschen, die Überschriften ein bisschen geändert.
Die Kindergottes sind von der Welt gehasst, aber sie haben Bruderliebe. Also der Hass der Welt, Vers 13: Verwundert euch nicht, meine Brüder, wenn die Welt euch hasst. Wir wissen, dass wir aus dem Tode zum Leben gelangt sind, weil wir die Brüder lieben.
Man soll sich nicht wundern, wenn die Welt jetzt Hass, das heißt keine Liebe, entgegenbringt. Denn das sind zwei Welten: die Welt des Gläubigen und die Welt als System dieser Welt, ein geschlossenes System, das mit Gott nichts zu tun hat. Es sind zwei verschiedene Welten, und sie vertragen sich nicht miteinander.
Wir wissen, dass wir aus dem Tode zum Leben gelangt sind, weil wir die Brüder lieben. Das heißt, ein Christ selbst weiß genau, dass er wiedergeboren ist. Es ist nicht so, dass man sagt: Ja, keine Ahnung, ob ich wiedergeboren bin. Doch, du weißt es, ob du wiedergeboren bist. Und wenn du es nicht weißt, dann ist entweder kein Leben da, du bist nicht wiedergeboren, oder dir fehlt ganz viel Information aus der Bibel. Da müssen wir schauen, dass du klare Unterweisung aus der Bibel bekommst.
Jemand, der aus der Bibel unterwiesen ist, der Gottes Wort liest, und jemand, der den Herrn liebt, oder jemand, der wiedergeboren ist, der weiß, dass er wiedergeboren ist. Also: Wir wissen, dass wir aus dem Tode zum Leben gelangt sind, weil wir die Brüder lieben. Da ist eine Bruderliebe vorhanden. Es zieht einen hin zu den anderen Gläubigen.
Wer den Bruder nicht liebt, auch hier wieder: Das heißt wörtlich der Nichtliebende, der den Bruder nicht Liebende. Es geht hier wieder um eine fortgesetzte Handlung. Es geht hier nicht um einen einzelnen Akt, eine einzelne Tat, sondern um eine fortgesetzte Handlung. Der den Bruder nicht Liebende verweilt im Tode, im geistlichen Tod. Der ist noch gar nicht wiedergeboren, heißt das.
Jeder, der seinen Bruder hasst, wiederum: jeder den Bruder Hassende, jeder seinen Bruder Hassende im fortgesetzten Sinne, ist ein Menschenmörder. Was heißt das? Nun, er ist einfach das Kind des Satans. Der Satan ist der Menschenmörder von Anfang an und der Lügner von Anfang an. Und Liebe ist für das Leben, und Hass ist für den Tod. Hass ist ausgerichtet zum Tode hin, zum Tod des Anderen hin. Zuerst nur in den Gedanken natürlich, nicht in der Tat. Aber bei Kain war es so: Er hasste seinen Bruder, und er war ausgerichtet, um ihn dann umzubringen. Der Gedanke war da. Deshalb ist Hass etwas Gefährliches.
Und ihr wisst, dass kein Menschenmörder ewiges Leben hat, in ihm bleibend oder weilend, oder es weilt nicht in ihm, das Leben. Also es ist nicht drinnen, heißt es ganz einfach. Ihr wisst, dass kein Menschenmörder ewiges Leben hat. Da ist keines drinnen, da verweilt kein ewiges Leben in ihm, es wohnt nicht in ihm.
Vers 16: An diesem haben wir die Liebe gekannt, dass er seine Seele für uns hinlegte. Jetzt spricht er von Jesus Christus als Beispiel von echter Bruderliebe, oder? Also wenn du wissen willst, was Bruderliebe ist, dann schau dir die Liebe des Herrn Jesus an. Da hast du ein Beispiel von Bruderliebe.
Zuerst war das negative Beispiel von Kain und Abel, also von Kain, der den Bruder erschlagen hat. Hier ist das positive Beispiel von Jesus Christus, der für die Brüder sein Leben hingegeben hat. Das ist genau das Entgegengesetzte von Kain. An diesem haben wir die Liebe erkannt oder kennengelernt, eigentlich: An diesem haben wir die Liebe kennengelernt, da haben wir wirkliche Bruderliebe kennengelernt, oder? Darin, dass er seine Seele, sein Leben, für uns hinlegte, hingelegt hat, er hat das Leben eingesetzt sozusagen.
Und wir, jetzt kommt die Schlussfolgerung, sind es schuldig, die Seele für die Brüder hinzulegen, das heißt, unser Leben für die Brüder hinzulegen. Wir sind schuldig, das ist keine Großtat, wenn wir das tun, das ist Liebe. Liebe äußert sich darin, dass man für den anderen da ist, für den anderen lebt und, wenn es bis zum Sterben geht, für den anderen zu sterben. Das ist nur kurz, das geschieht nur einmal, ganz kurz. Aber für den anderen zu leben, das dauert lange, oder? Für den anderen das Leben hinlegen bedeutet zuerst einmal, für ihn zu leben und, wenn es sein sollte, für ihn zu sterben. Das ist das Wesen der Liebe.
Nun, der Herr Jesus wird das nicht verlangen. Es wird nicht oft der Fall sein, dass ein Christ für den anderen stirbt, aber es kann manchmal tatsächlich so etwas geschehen. Aber das ist das Wesen von Liebe. Echte Liebe ist bereit, sich für den anderen hinzugeben, und das bedeutet nicht nur einfach zu sterben. Das bedeutet, für den anderen da zu sein, sich für den anderen zu interessieren, sich für das Leben des anderen hineinzubegeben, sozusagen. Nicht: Lass mich in Ruhe, sondern im Gegenteil: Ich komme zu dir und ich schaue, wer braucht mich oder wo brauchst du mich. Natürlich muss man dann suchen, was jetzt dran ist. Es gibt ja so viele Brüder, die man lieben soll, und Schwestern. Was ist heute dran? Da muss man Prioritäten setzen, da braucht man die Weisheit vom Herrn. Philipper 1,10 haben wir heute gelesen.
Also wir sind es schuldig, unsere Seele, unser Leben, für die Brüder hinzulegen. Die Brüder sind immer die Schwestern eingeschlossen, ja. Bruderliebe ist eigentlich Geschwisterliebe, aber in unserem Sinne. Im damaligen Sinn hat man so gesprochen: Bruderliebe ist Geschwisterliebe. Also ein ...
Praktische Liebe statt blossen Worten
Vers 17: Aber wer die Güter der Welt hat, die Güter des irdischen Lebens, wer die Güter der Welt hat und sieht, dass sein Bruder Mangel hat oder Bedarf hat, und sein Inneres vor ihm verschließt, wie weilt die Liebe Gottes in ihm? Und wie bleibt die Liebe Gottes in ihm? Das geht nicht.
Wo die Bruderliebe fehlt, wo man sieht: Der bräuchte jetzt Hilfe, und man gibt sie ihm nicht, da verschließt man sich. Dann wird die Liebe Gottes gedämpft, oder? Dann kommt die Liebe Gottes nicht zum Ausdruck. Und wenn Liebe nicht weitergegeben wird, dann stirbt sie ab, oder? Sind dazu Fragen?
Er spricht hier von der Bruderliebe. Die ist natürlich auf den Bruder gerichtet, das ist klar. Natürlich geht die Liebe dann noch weiter. Petrus sagte, in der Bruderliebe sollen wir die allgemeine Liebe darreichen. Er sagt: Reiche in der Bruderliebe die Liebe dar. Das heißt also, der nächste Schritt ist natürlich dann die Liebe zum nächsten Kreis.
Aber er spricht einmal vom ersten Kreis. Wenn die da nicht da ist, dann ist der nächste Kreis schon geschlossen. Dann brauchen wir gar nicht vom nächsten Kreis zu reden. Wenn sie im inneren Kreis nicht da ist, wie soll die Liebe dann weitergehen? Wenn die Liebe innerhalb der Familie nicht da ist, wie soll sie dann bei den Nachbarn da sein? Geistlich auch gesehen: Wenn sie in der geistlichen Familie nicht da ist, wie kann sie dann noch weiter sein?
Aber natürlich ist der Ausfluss der Bruderliebe oder dieser Art von Liebe, dass es dann auch hinausgeht zu den anderen in der Welt, denn die brauchen ja auch Hilfe. Die brauchen einerseits jemanden, der ihnen praktisch hilft, aber andererseits brauchen sie auch Hilfe in Bezug darauf, dass sie gerettet werden. Die Liebe motiviert uns dann, hinauszugehen und darauf zu achten, dass andere Menschen auch diesen Herrn kennenlernen.
Meine Kindlein, lieben wir nicht mit Wort noch mit der Zunge, das heißt nicht mündlich, oder? Sondern in Tat und Wahrheit, also praktisch in der Tat. Das heißt: nicht nur mit Worten. Wir reden nicht nur von der Liebe, sondern wir sollen sie auch tun, ausüben.
Hier könnt ihr übrigens etwas lernen, etwas zum Bibelstudium, so einen kleinen Nebensatz. Er sagt hier: Meine Kindlein, lieben wir nicht mit Wort und mit der Zunge. Eigentlich stimmt das nicht. Wenn man jetzt mit deutscher Genauigkeit den Satz liest, stimmt er nicht, denn wir sollen ja auch mit dem Wort lieben, oder? Was meint er? Sollen wir nicht mit den Worten auch lieben? Doch, aber er meint nicht nur. Das Wörtchen nur fehlt, oder? Aber es gehört eigentlich hinein.
In der Bibel gibt es das öfter. Das sind so Sätze, wo vom logischen Gedankengang her eigentlich ein Wort hingehört, aber das wird vorausgesetzt. Das ist ja klar, dass man nicht nur in Worten, sondern auch in Tat lieben soll. Also nicht nur mit dem Mund. Er meint nicht, was das Reden betrifft, da braucht ihr keine Liebe, da könnt ihr lieblos sein, aber was das Tun betrifft, das sollt ihr lieben. Das meint er nicht, oder? Das ist uns auch klar.
Aber es ist hier wichtig für uns, dass wir sehen: Manchmal wird in der Bibel etwas still vorausgesetzt, nämlich ein Hausverstand, oder? Ja, Hausverstand, ein natürlicher Hausverstand. Der natürliche Hausverstand sagt hier, dass er hier nicht meinen kann, oder vielleicht ist das schlecht ausgedrückt. Den Zusammenhang muss man beachten, dann versteht man ohnehin, dass er nicht meint, wir sollten nicht mit dem Wort lieben. Sondern nicht nur mit dem Wort, nicht nur mit den Lippen, sondern auch mit der Tat.
Ich habe eine ganze Liste gemacht. Immer wieder, wenn mir so etwas untergekommen ist, habe ich mir das aufgeschrieben. Da habe ich im Computer eine ganze Liste von sogenannten stillen Voraussetzungen. Die habe ich mir gesammelt, das wollte ich gerne, das war mir eine Hilfe, um das dann auch anderen zu zeigen: Schau, da wird etwas vorausgesetzt. Wenn du den Zusammenhang liest, ist sowieso klar, aber es wird, weil es manche gibt, die reiten auf dem i-Punkt, ja, und sie sind wie die Schriftgelehrten, oder? Die sehen nur den Buchstaben, sehen nicht den Sinn, der dahinter ist.
Gewissheit, Gebet und das ruhige Herz vor Gott
D. Über Anschuldigung und Freimütigkeit: zwei Kennzeichen für uns selbst
Wir haben Freimut im Gebet, und der Heilige Geist wirkt in uns.
Verse 19 bis 24: Über Anschuldigung und Freimütigkeit
An diesem merken wir, dass wir aus der Wahrheit sind. Er spricht hier also von uns selbst, von uns Christen. Wie können wir selbst merken, dass wir aus der Wahrheit sind? Aus der Wahrheit heißt: aus Gott, aus dem Herrn Jesus Christus, aus Gott geboren, Kinder Gottes, nicht aus der Lüge.
An diesem merken wir, dass wir aus der Wahrheit sind, und vor ihm werden wir unsere Herzen überzeugen. Wir werden unsere Herzen überzeugen. Eigentlich heißt es beruhigen, oder? Beruhigend überreden. Das Herz kann ja unruhig sein, das gibt es ja, oder? Man kann irgendwie Zweifel haben, das gibt es. Aus irgendeinem Grund bekommt man Zweifel über sich selbst und fühlt sich irgendwie schuldig, aber nicht wegen einer Sünde. Das Thema ist hier nicht Sünde, das Thema ist unberechtigte Zweifel.
Und er sagt: Wir können jetzt unsere Herzen beruhigen. Dieses Wort überreden kommt auch vor in Matthäus 28,14, nur für die Bibelstudenten unter uns, die das vielleicht interessiert. Dort heißt es: Falls dies dem Statthalter zu Ohren kommt, werden wir ihn überreden und machen, dass ihr sorgenfrei seid. Da geht es um die römischen Wächter, die beim Grab waren und dann nicht wissen, was sie tun sollen, weil das Grab jetzt leer ist und der Stein weg ist usw. Und dann sagt der Hohe Priester: Falls dies dem Statthalter zu Ohren kommt, werden wir ihn überreden. Das heißt: Wir werden ihn beruhigen. Der wird aufgeregt sein: Was, die römische Wache hat versagt? Komm, lieber Pilatus, sei ruhig, wir können ja eine gute Erklärung geben. Beruhigend überreden, genau dieses Wort wird hier verwendet.
Also: An diesem merken wir, dass wir aus der Wahrheit sind, und wir werden unsere Herzen beruhigend überreden, ganz beruhigend machen. Wie werden wir unsere Herzen beruhigend machen? Dieses unruhige Gewissen stillen.
Vers 20: Nämlich: Sollte unser Herz uns anschuldigen, Gott ist größer als unser Herz und kennt alles.
Also, gesetzt den Fall, dass das Gewissen in unserem Innern uns irgendwie verurteilt, zu Unrecht. Ja, du hast viel zu wenig Liebe, du hast nicht geliebt und so weiter, du bist vielleicht gar kein Christ oder so weiter. Hier geht es nicht um das Thema Sünde, sondern um einen Zweifel.
Gott ist größer als unser Herz. Wir wissen um den Gott, der unsere Herzen kennt, der alles kennt. Gott weiß, wie es wirklich um uns steht, auch dann, wenn das Gewissen uns zu Unrecht anklagt. Gott weiß alles in unserem Herzen, was da vor sich geht, und er kennt dieses unser neues Wesen. Er kennt uns besser als wir selbst. Gott kennt unser neues Leben, unser neues Wesen viel besser als wir selbst. Wir kennen nur einzelne Dinge in uns, aber er hat den großen Überblick, und wir dürfen ihm jetzt vertrauen.
Das kann man entweder mit Doppelpunkt übersetzen oder mit „dass“. Das ist ganz schwierig. Das Wort steht im griechischen Text schon so, aber dieses Wort kann auch einleiten, wie wir das auch im Deutschen haben: Er sagte: oder er sagte, dass. Es ist nicht ganz klar. Ich habe es jetzt versucht mit dem Doppelpunkt, weil es mir fast ein bisschen schöner vorkommt oder leichter, wie du sagst.
Nämlich: Sollte unser Herz uns anschuldigen, Gott ist größer als unser Herz und kennt alles. Wir dürfen ihm also vertrauen. Herr, du kennst mich.
Wir haben Vers 21: Geliebte, wenn unser Herz uns nicht anklagt, anschuldigt, haben wir Freimütigkeit zu Gott. Wir haben Zuversicht zu ihm, freudige Zuversicht, kindliches Vertrauen zu ihm, zu Gott. Und was immer wir bitten, bekommen wir von ihm.
Er sagt: Schaut, wir sind Kinder Gottes, und wir haben auch, sollte es dann irgendwie mal so eine Anklage geben, die nicht zu Recht ist, dann dürfen wir uns da auch Gott übergeben und sagen: Aber Herr, du weißt, du kennst mein Herz, und du weißt, wie ich es meine. Das kann es geben, dass so irgendwelche Zweifel auftreten. Man darf sich diesem himmlischen, liebenden Vater überlassen und sagen: Herr, du kennst mich ja, du kennst mich viel besser als ich, und du weißt, wie es um mich steht. Ich vertraue mich dir an, ich will dir weiterhin vertrauen.
Man braucht also nicht ständig eine, wie ich schon gesagt habe, Nabelschau zu betreiben und sich immer einbohren und bohren und bohren, bis man vielleicht doch noch irgendwo eine Sünde findet. Es gibt so überempfindliche Gewissen, ja: Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen, ich habe den Bruder nicht wirklich gegrüßt, ich habe ihm nicht in die Augen geschaut oder der Schwester oder einer anderen Schwester. Das war so, ich habe mich so geschämt.
Sie war so liebenswürdig, sie hat meiner Frau hundert Franken in die Hand gedrückt, einfach als Geschenk, sie wollte uns das einfach geben. Und dann ruft sie am Nachmittag am gleichen Tag an: Ach, ich muss mich entschuldigen, ich habe das einfach so lieblos ihr in die Hand gedrückt. Das war überhaupt ein überempfindliches Gewissen, ja, es war wirklich nicht so. Aber manche haben da so ein Problem, ja, und manche plagen sich selbst. Dann klagt einem das innere Herz, das innere Wesen, oder? Klagt einem an. Der Geist, das Innere des Menschen, klagt einem an, im Gewissen. Das Gewissen ist ja im Inneren, nicht nur das Denken ist im Inneren, im Herzen, sondern auch das Gewissen, bitte.
Das Gewissen sagt, was gut und was böse ist. Das Gewissen muss aber richtig gepolt und richtig geprägt werden. Das Gewissen ist ja formbar. Du kannst das Gewissen verhärten, indem du längere Zeit gegen das Gewissen handelst. Dann wird es abgestumpft, wie ein Brandmal, wenn du den Tieren etwas einbrennst. Dann fühlt die Haut nichts mehr an der Stelle, wo es gebrannt ist. Das ist gefühllos. Das Gewissen kann also abstumpfen, indem man gegen das Gewissen handelt, oder durch falsche Lehre kann das Gewissen falsch melden.
Ein Katholik zum Beispiel: Wenn du dem am Freitag, früher war das jedenfalls so, einen Schnitzel zum Essen hinlegst, dann hat der ein schlechtes Gewissen, das zu essen. Am Freitag isst man kein Fleisch, Fisch isst man am Freitag oder sonst etwas anderes, aber kein Fleisch. Für mich war das auch am Anfang ein bisschen gut, das war nicht schlimm bei mir, weil ich nicht so stark geprägt war. Aber manche sind sehr stark geprägt. Das Gewissen ist falsch gepolt, und jetzt darf man nicht gegen sein Gewissen handeln. Man darf nie gegen das Gewissen handeln, oder? Aber wenn man das Gewissen dann wieder richtig polt, ausrichtet, wie den Kompost usw., dann meldet das Gewissen wieder richtig, oder?
Und das Gewissen ist ja auch sehr empfindlich, aber es gibt auch ein überempfindliches Gewissen. Das heißt: Leute machen sich überall ein schlechtes Gewissen, wo sie gar keins machen sollen, weil es von der Schrift her ja gar nicht der Fall ist, gar nicht so sein soll. Und sie fragen sich immer wieder: Ja, habe ich jetzt gesündigt? Eben aus irgendeiner Lappalie heraus.
Also: Das Gewissen ist formbar, und wir müssen natürlich schauen, dass unser Gewissen an der Schrift geformt wird. Zum Beispiel gibt es Christen, die haben sich daran gewöhnt an Schamlosigkeit, an einer gewissen Form von Schamlosigkeit, und denken sich gar nichts mehr dabei. Und andere, die haben sich prägen lassen, denken biblisch in der Hinsicht, und dann meldet das Gewissen beim anderen gar nicht mehr, in dieser Hinsicht, in diesem Punkt nicht.
Ja, also: Geliebte, Vers 21: Wenn unser Herz uns nicht anschuldigt, haben wir Freimütigkeit zu Gott, und was immer wir bitten, bekommen wir von ihm. Also, das ist ein weiterer Punkt. Er spricht ja hier von uns selbst, das Kennzeichen für uns selbst. Das eine ist: Wir haben Freimütigkeit zu Gott im Gebet. Wir dürfen beten, und wir wissen: Wenn wir beten, er hört uns. Was immer wir bitten, bekommen wir von ihm. Christen wissen: Der Vater hört mir zu, und ich bete, und er gibt mir das.
Was wird im Stillen vorausgesetzt? Hier ist auch ein Vers mit stiller Voraussetzung, ist ja klar. Wenn man die Bibel kennt und die anderen Stellen über Gebet, dann weiß man: Hier wird etwas im Stillen vorausgesetzt. Was wird vorausgesetzt? Was immer wir bitten, bekommen wir von ihm, wenn wir in seinem Namen beten.
Was immer wir bitten, bekommen wir von ihm. Das heißt: Jemand sagt, oh, ich wünsche mir einen Hubschrauber, das wäre so mal schön, so ein Hubschrauber über Höningen zu fliegen und so. Herr, mach das morgen da draußen, ein Hubschrauber steht für mich, ich möchte mal gern, das würde mich interessieren. Und der Herr sagt: Nein, in seinem Namen. In seinem Namen heißt: im Namen Jesu. Das heißt: in dem Sinne von Jesus Christus, in seinem Auftrag.
Wenn ich im Namen von jemandem zur Bank gehe mit einer Vollmacht, kann ich zum Bankenbeamten sagen: Im Namen dieser Person möchte ich jetzt das Geld abheben vom Konto. Das habe ich gemacht, ich habe jemandes Konto verwaltet, und da hatte ich eine Vollmacht. Da ging ich hin zur Bank und habe ganz viel Geld abgehoben, und die haben mir das Geld gegeben mit dieser Vollmacht. Das war so eine extra Karte, die ausgestellt war. Und ich bin im Namen dieser anderen Person gekommen und habe das Geld geholt. Das war im Auftrag der Person.
Und wenn wir im Namen Jesu beten, dann heißt das: Dann beten wir so, wie wenn wir von Jesus geschickt worden wären zum Vater. Daher sagt Jesus: Komm, geh zum Vater und bitte um diese Sache. Brauchst du Geduld? Gut, ich schicke dich zum Vater, bitte um Geduld. Das dürfen wir beten, da dürfen wir auch wissen, dass wir das bekommen. Das ist in seinem Sinne.
Brauchst du einen Hubschrauber? Ja, wenn du einen brauchst, wenn du wirklich einen brauchst, wenn du ein Missionar bist und tatsächlich die einzige Möglichkeit ist, kann der Herr schon einen Hubschrauber für dich bereithaben. Aber das ist eben die Frage: Ist es jetzt wirklich im Namen Jesu oder nicht? Aber das wird hier vorausgesetzt. Johannes muss nicht alles sagen: Was immer wir bitten, bekommen wir von ihm, wenn wir in seinem Willen beten, in seinem Namen beten. Aber was Johannes hier nur sagen will: Johannes redet ja schwarz-weiß. Die Gläubigen, die Ungläubigen beten, denken sie ja, betet auch so wie die Gläubigen, und bei ihnen ist es nicht der Fall. Aber wir, wir haben eine Beziehung zum Vater, der liebt uns und der hört unsere Bitten, das ist gemeint.
Wahrlich, was der Herr Jesus in Johannes 16 gesagt hat: Wahrlich, was immer ihr den Vater in meinem Namen bittet, wird er euch geben. Johannes 16,23.
Weil wir solche sind, die seine Gebote halten und tun, was vor ihm wohlgefällig ist. Deshalb: „Weil wir Gläubige sind“, heißt das? Nein, weil wir Wiedergeborene sind, weil wir aus Gott geboren sind, heißt das. Die Gottgeborenen sind solche Leute, die seine Gebote halten und tun, was vor ihm wohlgefällig ist. Es geht immer noch um dasselbe Thema: Wer ist Christ und wer ist nicht Christ? Die, die die Gebote halten, wir sind Christen. Nicht durch das Gebotehalten wird man Christ, das haben wir schon in Kapitel 2 geklärt, sondern wenn man Christ ist, hält man seine Gebote.
Ja, Gott hört auf unsere Gebete, weil wir seine Kinder sind, die er gern hat, die er liebt, und die geliebten Kinder, die tun gern, was der Vater von ihnen möchte. Die möchten gern dem Vater Wohlgefallen. Wenn Kinder natürlich aufwachsen und geliebt sind von den Eltern, dann haben die kleinen Kinder wirklich einen Wunsch: Sie möchten den Eltern gefallen, mit ein paar Ausnahmen, wo sie Trotzphasen haben, aber die kommen da auch darüber hinweg. Aber normalerweise wollen sie den Eltern gefallen.
Und sobald wir beten, werden unsere Gebete erhört, weil wir seine Kinder sind.
Vers 23: Und dies ist sein Gebot, dass wir an den Namen seines Sohnes, Jesus Christus, glauben.
Jetzt fügt er das noch an, weil er gerade vom Gebotehalten spricht. Schau, was ist das wichtigste Gebot? Dass wir glauben an den Namen seines Sohnes, Jesus, nämlich den Namen Jesu Christi. Dass wir glauben dürfen, ist ein Geschenk, aber nachdem wir glauben dürfen, dann sollen wir glauben.
Ein paar von uns haben gebetet: Herr, danke, dass wir glauben dürfen. Das ist richtig. Das Geschenk des Glaubens ist, dass wir glauben dürfen. Aber dann müssen wir auch glauben. Wisst ihr, was ich meine? Der Glaube an sich ist ein Gebot. Dass du glauben darfst, ist ein Geschenk. Seht ihr den Unterschied? Der Herr Jesus hat alles vorbereitet, und jetzt dürfen wir glauben, dass der Herr Jesus alles vorbereitet hat, dass die Tür offen ist, dass wir kommen dürfen. Es ist das Geschenk, dass wir jetzt glauben, das ist ein Gebot.
Jesus sagt: Bitte, jetzt glaubt an das Evangelium, glaubt an mich, glaubt auch an Gott, glaubt an mich. Also der Glaube als solcher ist einerseits, was die Basis betrifft, die Jesus geschaffen hat, ein Geschenk. Aber mein persönliches Vertrauen, das wird mir nicht geschenkt, das wird mir gefordert, verlangt, das verlangt Gott von uns. Ja, verlangen ist vielleicht hart ausgedrückt, aber er sagt: Er will das, er möchte, dass wir ihm vertrauen. Er sagt: Vertrau mir.
Es ist nicht so, dass wir beten sollen: Herr, mach bitte, dass ich dir vertraue. Nicht so. Aber wir dürfen beten: Herr, hilf mir in meinem zaghaften Vertrauen, stärke mein Vertrauen, indem ich mehr richtige Informationen bekomme, indem ich lerne, mich auf das zu verlassen, was du gesagt hast. Das kann man schon so beten, dass der Herr unseren Glauben stärkt und vermehrt. Das haben die Jünger ja auch gebetet. Aber dass man sagt: Herr, gib mir den Glauben überhaupt, das finden wir nicht in der Bibel. Da sagt Gott: Ja, das musst jetzt schon du machen. Das kann ich dir nicht wegnehmen, diese Handlung, dass du mir jetzt vertraust. Da bist jetzt du dran, bitte schön, das musst jetzt du machen.
Der Glaube ist der Schlüssel für eine Beziehung. Das ist in der Ehe so, oder? Da sind zwei Leute, und jetzt lernen sie sich kennen. Und der eine überlegt sich: Ja, mir scheint, die ist vertrauenswürdig, die ist zuverlässig. Und sie überlegt sich vielleicht auch und denkt: Ja, dem könnte ich mich anvertrauen. Und dann entsteht eine Beziehung, weil die beiden sich entscheiden, einander zu vertrauen. Und dann versprechen sie sich etwas gegenseitig, und mit diesem Versprechen glauben sie an das Versprechen des anderen, und jetzt entsteht die Beziehung. Der Schlüssel für die Beziehung ist Vertrauen. Wenn das Vertrauen schwinden würde, das wäre sehr, sehr kritisch für die Beziehung, oder? Deshalb ist es wichtig, dass die Ehepaare einander vertrauen, weiterhin vertrauen.
Also: Das Vertrauen ist der Schlüssel für eine Beziehung. Und im Geistlichen ist es auch so: Das Glauben ist der Schlüssel für die Beziehung mit Gott. Durch den Glauben komme ich hinein in die Beziehung. Nachdem ich in der Beziehung drinnen bin, dann gilt es zu lieben. In der Ehe ist das so, und in der geistlichen Beziehung zu Gott ist es auch so. Nachdem ich jetzt die Beziehung habe, lerne ich jetzt und darf ich jetzt diesen Gott lieben. Er liebt mich, und ich liebe ihn. Der Inhalt der Beziehung ist die Liebe, der Schlüssel der Beziehung ist der Glaube, der Inhalt dieser Beziehung ist die Liebe. Das Ziel ist die Hoffnung, das, was auf uns dann zukommt.
Jetzt haben wir wieder Glaube, Liebe, Hoffnung. Das Größte ist die Liebe, weil die Liebe bleibt, oder? Die Hoffnung, die wird erfüllt, dann ist sie keine Hoffnung mehr. Und der Glaube, na ja, der ist dann auch nicht mehr nötig, wenn ich ihn sehe. Jetzt ist ja das Problem, dass ich ihn nicht sehe, oder? Wenn ich dann ins Schauen, ins Sichtbare trete, dann natürlich habe ich dann noch Vertrauen, aber in einem anderen Sinne, oder? Ich sehe ihn, sehe dann alles. Jetzt sehen wir nicht, deshalb ist Glauben so wichtig, oder?
Gut, es sind jetzt Fragen. Ein Vers noch, Vers 23: Und dies ist sein Gebot: Nein, zwei Verse. Und dies ist sein Gebot, dass wir an den Namen seines Sohnes, Jesus Christus, glauben und einander lieben, so wie er uns Gebot gab oder geboten hat.
Das ist der Inhalt des Gebots: Glauben und Lieben. Zuerst, dass die Beziehung entsteht, muss ich glauben. Und einander lieben, das ist der Ausfluss der Liebe Gottes. Die Liebe zu Gott ist dann die Bruderliebe, dass wir einander lieben, so wie er uns geboten hat. Und wer seine Gebote hält, bleibt in ihm und er in ihm.
Jetzt kehrt er wieder zurück zum Thema Bleiben in ihm, oder? Das war ja das Thema, das wir immer wieder hatten. Jetzt kommt er wieder zurück, sagt: Schaut, wer seine Gebote hält, auch wiederum hier: der seine Gebote haltende fortwährend weilt in ihm und er in ihm, weilt und verbleibt in ihm, in Gott, in seinem Sohn, und er, Gott und der Sohn, in ihm, in uns, in jedem einzelnen von uns.
Also: Wer seine Gebote hält, bleibt in ihm und er in ihm. Und an diesem merken wir, dass er in uns weilt, wohnt, bleibt, aus dem Geist, den er uns gab.
Das Wirken des Geistes in uns ist für uns ein Kennzeichen der Wiedergeburt. An dem merken wir, dass Jesus Christus in uns ist und dass wir in ihm sind. Das ist die Lebensgemeinschaft. Wir sind in Christus, Christus ist in uns. Wir sind wiedergeboren. Für jeden Wiedergeborenen gilt das: Ich bin in Christus und Christus ist in mir. Und wie erkenne ich jetzt das? Durch den Geist, den Heiligen Geist, den er mir gegeben hat. An dem erkenne ich das.
Was macht der Geist? Der kann mir zum Beispiel auf Sünden aufmerksam machen, der deckt gewisse Dinge in meinem Leben auf, er weckt in mir das Verlangen nach Gott und seinem Wort, ihn besser kennenzulernen. Er gibt mir Kraft, befähigt mich, gibt mir Gnadengaben, dass ich irgendwie dienen kann. Er rüstet mich aus. Der Geist wirkt in mir. Der Heilige Geist befähigt mich, er belehrt mich aus dem Wort, ich lerne etwas.
Überall, wo das Wort Gottes verkündigt wird, wo ich selber lese, erinnert er mich an das Wort Gottes, was ich schon gelesen habe. Er wirkt in mir. Oft wacht man am Morgen auf und denkt an ein Bibelwort zum Beispiel. Der Heilige Geist hat dich daran erinnert. Er fördert unsere Gemeinschaft mit Gott, er drängt uns zum Beten, er schubst uns an: Komm, geh ins Gebet. Er drängt uns zum Beten, Römer 8.
Er fördert die Gemeinschaft mit den Mitgläubigen, also er vereint die Gläubigen im Geist, er schafft Einheit. Er hilft uns beim Zeugnis, wenn wir das Wort Gottes weitergeben, wenn wir Christus bekennen, Johannes 15 steht das. Er fördert die Gemeinschaft, er regiert uns, er formt uns, er prägt uns. Er prägt in uns das Bild Jesu Christi, dass Christus in uns Gestalt gewinnt, das ist vom Heiligen Geist, 2. Korinther 3,18.
Er gibt uns die Richtung unseres Lebens an, er hilft uns in unserem Denken, dass unser Denken richtig in die richtige Richtung geht. Beim Denken hilft er, das steht in Epheser 4 und Epheser 5 und Philipper 1, da gibt es eine ganze Reihe von Bibelstellen. Er prägt unser Gewissen, dass das Gewissen richtig gepolt ist und dass es richtig meldet. Er wirkt Frucht, er wirkt die Frucht des Geistes in unserem Leben. Er macht uns aufmerksam, er zieht uns zu einem verantwortungsvollen Handeln, Römer 8,13-15, dass wir lernen, uns selbst zu beherrschen usw., dass wir lernen, richtig zu handeln.
Er leitet uns, wenn wir reden, wenn wir predigen, er unterstützt uns im Gebet und er verwendet sich für uns vor Gott, Römer 8,25 und so weiter. Es gibt ein sehr, sehr schönes Studium, wenn man mal in der Bibel studiert, was der Heilige Geist alles tut für uns und mit uns.
Und also an dem Heiligen Geist merken wir, dass wir wiedergeboren sind, dass wir in ihm sind und dass er in uns ist, dass wir in ihm bleiben und er in uns bleibt und wohnt. Das ist eigentlich die Zusammenfassung, oder? Der bezeugt unserem Geist, und genau dadurch, durch diese vielen Dinge, die er tut in unserem Leben, macht uns das klar, dass wir Kinder Gottes sind. Römer 8,14 ist eigentlich die Zusammenfassung, auch das, was hier Johannes sagt. Es wäre die Parallelstelle zu dem, was Johannes hier sagt. Dann merken wir, dass wir Kinder Gottes sind, dass er in uns bleibt und wir in ihm. Römer 8,14, das muss ich mir notieren, das wäre hier wirklich eine gute Parallelstelle.
Sind jetzt dazu noch Fragen? Ein paar Minuten können wir noch Fragen führen.
Ich habe eine Frage zu einem Wort, nämlich in Vers 16 ist gesagt: An diesem haben wir die Liebe erkannt, dass er seine Seele hingab. Also das Wort Seele, also schlachtübersetzt Leben, ist Seele, bedeutet das mehr als nur Leben?
Ich habe das gestern mal kurz angerissen. Seele heißt im Griechischen Psyche und ist ein sehr breites Wort. Es wird einerseits verwendet für Seele, wie wir das Wort Seele verwenden, aber auch andererseits für Leben oder auch für Person sogar. Also ein sehr breites Wort. Hier ist es natürlich im Sinne von Leben, aber ich habe es bewusst mit Seele übersetzt, weil wir noch ein anderes Wort für Leben haben im Griechischen, oder? Das ist Zoe, der Zoo kommt davon, oder? Zoo, ja, das Leben, das ewige Leben ist der ewige Zoo. Das ist das wahre Leben, das wirkliche Leben, ja, hat eigentlich mit Tieren gar nichts zu tun, überhaupt nichts zu tun. Ich weiß nicht, wieso man gerade bei dem Zoo, wenn man auf den Zoo kommt, aber in der Bibel ist es das wahre Leben, das Leben Gottes, ja, das Zoe. Und die Psyche ist das Leben hier, unser psychisches und irdisches Leben. Es gibt nur ein drittes Wort, das ist Bios, Biologie, oder? Das ist auch die Natur, das Naturleben, das Irdische. Aber Seele ist jetzt das Menschenleben gemeint. Er hat sein Menschenleben für uns hingelegt, ja, und wir sollen unser Menschenleben hinlegen für die anderen.
Ja, bitte, Alex.
Ich habe noch eine Frage. Jesus ist ja gestorben von Sündern, wo er gerade geschieden hat und gestorben ist. Wann ist die Seele? Wo er dann auch gestorben ist? In welcher Zeitraum?
Also, der Herr Jesus ist in den, ähm, ist, ähm, das Innere des Herrn Jesus, der Geist des Herrn Jesus Christus, ging im Moment des Todes zum Vater: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist, oder? Und er gab den Geist auf, er heißt eigentlich, er übergab den Geist. Seinen Geist, Jesus hat seinen Geist übergeben, das kann ja nur er. Wenn wir sterben, können wir das nicht machen, aber er macht das, ja, er hat seinen Geist übergeben, dem Vater. Dann ging er zum, dann war sein Geist beim Vater, ja. Aber dieser Zustand der Trennung von Leib und Geist, das war ja eine Trennung von Leib und Geist. In der Zeit, sagt die Schrift, war er im Hades. Hades ist der Totenbereich, auf Hebräisch heißt das Scheol, auf Griechisch Hades, das ist das Gleiche. Und dieser Zustand dauerte drei Tage. Nach den drei Tagen wurden dann wieder der Geist und der Leib vereint. Dann war er mit einem verherrlichten Leib, mit verwandeltem Leib, das ist der gleiche Leib, aber aus dem Tod auferstanden und dann verwandelt, oder? Und mit diesem Leib ist er dann den Jüngern erschienen, und mit diesem Leib blieb er immer, mit diesem Leib ist er in den Himmel aufgefahren. Diesen Leib hat er nicht abgelegt, den hat er immer noch. Das ist eine andere Art von Leib, es ist nicht ein ganz gleicher Leib, aber man konnte ihn trotzdem einfach anfassen.
Aber in der Zwischenzeit, die Zeit der Trennung von Geist und Leib, in der Zeit war seine Persönlichkeit, seine Seele, wie die Schrift es so sagt, seine Seele war im Todesbereich, der Todesbereich, wir würden sagen im Jenseits. Der Scheol oder Hades ist ja so ein Begriff, wie wir den Begriff Jenseits verwenden, oder? Das war im Alten Testament auch so. Wenn Menschen sterben, was sagen sie? Ja, jetzt gehe ich ins Scheol, oder? Ins Jenseits. Und im Jenseits gibt es aber zwei Möglichkeiten: entweder bei Gott oder nicht bei Gott.
Der Herr Jesus, als er im Jenseits war, war natürlich bei Gott, ist ja klar. Der reiche Mann und der Lazarus, beide gingen ins Jenseits, oder? Aber der eine tut seine Augen auf in der Qual, und der andere findet sich zu Tisch beim Abraham, lehnt an seiner Brust, der Lazarus, oder? Aber das eine ist Herrlichkeit, oder? Das andere ist eine Vorhölle, sozusagen Vorgeschmack der Hölle.
Und als der Herr Jesus starb, war er natürlich auf der Seite, wo der Abraham war, wo der Lazarus war. Der Verbrecher am Kreuz war auch dabei: Heute wirst du mit mir im Paradies sein, oder? Das ist ein anderer Ausdruck für diesen Wonnezustand, Wonneort sozusagen, nach dem Tod für die Gläubigen. Dort war Jesus auch.
Die Summe der Gebote ist, sagt Römer 13, die Liebe, oder? Das erste Gebot ist die Summe der zehn Gebote. Das erste Gebot ist die Liebe: Du sollst Gott lieben.
Dass man Gott fürchtet und seine Gebote, das hängt zusammen, denke ich. Du kannst nicht Gott fürchten und Gott lieben trennen. Der Ausdruck für die Gläubigen ist: Sie sind die, die Gott fürchten, und die, die Gott lieben. Du kannst es nicht trennen. Die Beziehung zu Gott ist eine Beziehung der Liebe, aber diese Liebe drückt sich aus in Gottesfurcht. Wie soll ich sagen? Bei uns sind das zwei Gegensätze, oder? Furcht und Liebe. Aber ich rede jetzt nicht von der Angst, oder? Später, wie in Kapitel 4, wird Johannes noch von der Angst sprechen. Aber das ist jetzt nicht unser Thema. Wir reden jetzt nicht von der Angst, wir reden von der Gottesfurcht. Gottesfurcht drückt sich aus in Gottesliebe.
Wenn jemand gottesfürchtig ist, dann liebt er Gott. Christen sind die, die Gott fürchten, gleich die, die Gott lieben. Also, ich kann es nicht trennen, aber es wird jetzt in dem Gebot nicht ein Gebot erwähnt: Du sollst Gott fürchten, sondern das Ganze ist Gottesfurcht. Wenn man sich daran hält, wenn man auf Gott hört, wenn man sich nach Gott ausrichtet, dann ist das Gottesfurcht. Wer Gott wirklich liebt, ist gottesfürchtig, es geht gar nicht anders. Und wer Gott wirklich fürchtet, richtig fürchtet, im richtigen Sinne gottesfürchtig ist, der wird das erste Gebot halten, das heißt Gott lieben.
Und Eltern ehren und Eltern lieben, das geht Hand in Hand, das kann man nicht trennen. Wenn du die Eltern liebst, dann ehrst du sie, und wenn du Eltern ehrst, dann liebst du sie auch.
Übrigens ist mir aufgefallen, wir sprechen ja von zehn Geboten, oder? In 2. Mose 20, die Bibel nennt dies nie die zehn Gebote, habt ihr das gewusst? Es steht nie die zehn Gebote, wie heißt es in der Bibel? Die zehn Worte. Es sind nämlich nicht zehn Gebote, es sind neun Verbote und ein Gebot, oder? Neunmal: du sollst nicht, sollst nicht, du sollst nicht, einmal: du sollst. Und interessant: Wo steht du sollst? Vater und Mutter ehren. Sonst heißt es immer negativ: Du sollst keine anderen Götter haben, oder? Du sollst ...
Ja gut, beim Sabbattag heißt es, du sollst nicht, wie heißt das, du sollst nicht, das muss ich jetzt lesen. Ich möchte gerade mich vergewissern. Gedenke des Sabbattages, ihn zu heiligen. Sechs Tage sollst du arbeiten und also ein Werk tun, aber der siebente Tag usw. Du sollst nicht ein Werk tun, Vers 10, 2. Mose 20,10. Es ging mir darum, ich habe das im hebräischen Text versucht, und dieses lo heißt nicht. Im Hebräischen heißt es nicht lo, ja, und dieses nicht. Im deutschen Text steht es nicht, aber im hebräischen Text steht das sehr deutlich hier in 2. Mose 20,10: Der siebte Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Deinem Gott, du sollst keinerlei Werk tun, heißt es bei uns, oder? Aber im Hebräischen steht es nicht so. Im Hebräischen heißt es: Du sollst nicht tun irgendein Werk. Das ist dann schon ein Unterschied, oder? Du sollst nicht, du sollst nicht, du sollst nicht, du sollst nicht. Und hier auch: Du sollst nicht irgendein Werk tun.
Aber das Einzige, wo kein Nicht vorkommt, ist das fünfte Gebot: Du sollst Vater und Mutter ehren. Und interessant, das ist umgekehrt wie in Eden, im Garten Eden. Im Garten Eden gab es neun Gebote und ein Verbot. Lies doch mal durch, was Gott zum Menschen sagt, was er alles tun soll und was er nicht tun soll. Das gibt er ihm neunmal, sagt er, was er tun soll, und zum Schluss und einmal heißt es: Du sollst nicht von dem Baum essen. Das einzige Verbot. Und im Gesetz ist dann umgekehrt: neun Verbote und ein Gebot.
Und das Elterngebot steht auch an ganz besonderer Stelle im Dekalog, also in den zehn Geboten steht das Elterngebot an fünfter Stelle, und manche meinen, die zwei Gesetzestafeln sind so aufgeteilt, zuerst vier und dann sechs. Ich glaube das nicht. Ich glaube das nicht. Ich glaube, dass sie fünf plus fünf sind, abgesehen davon, dass fünf die Zahl der Verantwortung ist, sowieso, und zweimal die fünf die doppelte Verantwortung. Aber abgesehen davon auch die Form: In 5. Mose 5 und in 2. Mose 20 werden die zehn Gebote erwähnt, und ich habe mir mal die Form angeschaut, wie das hier genannt wird, und im Hebräischen steht manchmal ein und, und irgendwo steht kein und davor, ja, das ist interessant. Und es ist so, dass man sieht, die ersten fünf gehören zusammen und dann die anderen fünf. Es ist wirklich fünf plus fünf.
Und dann würde das bedeuten, also auf der einen Tafel, da ist das Elterngebot noch dabei. Die anderen vier Gebote betreffen ja alle Gott, oder? Du sollst keinen anderen Gott haben. Denn du sollst dir kein Bildnis machen, sollst den Namen Gottes nicht missbrauchen, kein Bildnis machen, den Tag des Herrn heiligen, und du sollst die Eltern ehren. Und das passt irgendwie nicht, denken sich manche, sondern die vier betreffen jetzt die Beziehung zu Gott und die anderen sechs betreffen die Beziehung zu den Menschen, aber nicht ganz, denn das Elterngebot betrifft eigentlich auch die Beziehung zu Gott, denn für das Kind sind die Eltern Gott.
Und wenn das Kind nicht lernt, die Eltern zu ehren, wie soll das Kind je lernen, Gott zu ehren? In einem gewissen Sinne vertreten die Eltern Gott für das Kind. Deshalb will ja Gott, dass das Kind lernt, die Autorität der Eltern anzuerkennen. Erst später lernt es die Autorität Gottes anzuerkennen. Und so sieht man hier, dass das Eltern-Ehren-Gebot eine ganz wichtige Stellung in den zehn Geboten hat.
Das war nur so ein bisschen Ausflug jetzt, aber es sind schon sehr interessante Dinge, wenn man sich darüber Gedanken macht.
Ja, dann war jetzt noch eine Frage da hinten, war noch jemand, oder war das geklärt schon?
Keine Frage. Dann wollen wir hier schließen. Wir können wieder Gebetsgemeinschaft machen, denke ich, oder?

