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Freude dich - du hast Hoffnung

1. Petrus 1,3-604.04.2021
Serie•Teil 1 / 3Glaube - Liebe - Hoffnung
Faith - Hope - Love. Christen haben Hoffnung. Was bedeutet das?

Die lebendige Hoffnung aus der Auferstehung

Es geht um diese Aussage in diesem Lied: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“ Das ist eine Aussage, die ja schon im Alten Testament steht und die sehr gut zu dem heutigen Tag passt, an dem wir feiern: Jesus ist auferstanden.
Das ist der Ruf, der heute Morgen überall auf der Welt zu hören ist. Und zwar ist es so, dass Jesus nicht nur in den Träumen der Jünger auferstanden ist, wie die historisch-kritische Theologie das sagen würde, sondern er ist tatsächlich auferstanden. So habt ihr es als Echo ja auch widergespiegelt: Er ist wahrhaftig auferstanden.
Paulus schreibt es auch einmal den Korinthern in seinem berühmten 15. Kapitel. Da sagt er: Christus ist auferstanden, und er ist von den Toten auferweckt worden. Und weil das so ist, deshalb hat der Tod seinen Schrecken verloren. Seitdem Jesus auferstanden ist, hat der Tod nicht mehr das letzte Wort. Als Christen haben wir eine Hoffnung, die weit, weit über dieses Leben hinausgeht.
Von dieser Auferstehungshoffnung redet auch der Jünger, der sich am Anfang sehr schwer damit getan hat, dass Jesus auferstanden sein soll, nämlich Petrus. Er beginnt seinen Brief sogar mit diesen Worten, und diesen Text wollen wir jetzt gemeinsam lesen aus 1. Petrus 1, ab Vers 3. Ich lese dann bis Vers 5.
Da sagt Petrus: Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der nach seiner großen Barmherzigkeit uns wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbteil, das in den Himmeln aufbewahrt ist für euch, die ihr in der Kraft Gottes durch Glauben bewahrt werdet zur Rettung, die bereitsteht, in der letzten Zeit offenbart zu werden.
Also, du merkst: Wenn du diese Verse liest, dann ist das so ein Feuerwerk der Hoffnung, das Petrus hier abbrennt. Und deshalb passt es sehr gut, dass wir heute Morgen feiern: Jesus ist auferstanden. Gleichzeitig erinnern wir uns auch daran, dass man einen Christen nicht nur an Lob, an Liebe, sondern auch an der Hoffnung erkennt.
Freue dich, du hast Hoffnung, heißt deshalb meine dritte Predigt in der Miniserie Woran erkennt man einen Christen? Freue dich, du hast Hoffnung.

Hoffnung, die über diese Welt hinausgeht

Und wenn Petrus von Hoffnung redet, dann bleiben seine Augen nicht an dieser Welt haften. Er freut sich, so haben wir es hier gelesen, über sein unvergängliches, unbeflecktes und unverwelkliches Erbteil im Himmel. Du merkst also, wie viel Emotion da mitschwingt. Du musst einmal versuchen, diese Worte ganz schnell hintereinander zu sprechen, dann merkst du, wie du ins Stolpern kommst. Er redet von der Hoffnung.
Aber wenn ich ohne Jesus unterwegs bin, dann habe ich diese Hoffnung nicht. Paulus drückt es einmal in Epheser 2,12 aus. Da sagt er rückblickend: Ihr hattet keine Hoffnung. Und warum nicht? Er begründet es und sagt: Ihr wart ohne Gott in der Welt.
Ohne Gott muss sich alles hier nur um ein kleines Leben auf dieser Erde drehen. Und ich muss mir einreden: Nach dem Tod ist alles aus. Der Philosoph Peter Kreeft erzählt die Geschichte eines siebenjährigen Jungen, der etwas sehr Schreckliches erlebt hat. Sein dreijähriger Cousin ist verstorben. Und dieser Siebenjährige fragt jetzt seine Mutter: Ja, wo ist denn dieser Cousin jetzt? Natürlich, das ist das, was ein Kind beschäftigt. Und diese Mutter gibt ihm eine Antwort, die zeigt, wie arm ich bin, wenn ich diese Hoffnung nicht habe.
Kreeft schreibt, die Mutter antwortet: Dein Cousin ist zur Erde zurückgekehrt, von der wir alle kommen. Wenn du im nächsten Frühling siehst, wie die Erde Blumen hervorbringt, kannst du wissen, dass es das Leben deines Cousins ist, das diese Blumen düngt.
Das ist Hoffnung in Anführungsstrichen, wenn ich Jesus nicht kenne. Ich kann mich nicht auf mein Erbteil im Himmel freuen. Ich bleibe immer auf dieser Erde. Aber diese Hoffnung ist kein Trost. Kreeft berichtet dann von diesem Jungen, der wissen wollte: Wo ist mein Cousin? Er hat nach der Antwort der Mutter geschrien: Ich will nicht, dass mein Cousin Dünger ist. Denn darauf wird er ja letztendlich reduziert.
Auch wenn wir den Tod biologisch erklären können, auch wenn wir sagen können, der Tod gehört zum Leben, dann fühlt sich der Tod nicht natürlich an. Auch nicht für einen Christen. Auch nicht, wenn ich einen geliebten Menschen verliere, wenn ich vor ihm stehe, ihn die ganze Zeit gekannt habe und jetzt merke, er antwortet mir nicht mehr. Der Tod. Dann merkt man, wie schrecklich das ist. Dann merkt man: Der Tod gehört so gar nicht in diese Welt, auch wenn ich ihn erklären kann.
Schon Epikur, der griechische Philosoph, hat 300 vor Christus gesagt: Die Menschen fürchten nicht, dass der Tod die völlige Vernichtung ist, sondern dass er es nicht ist. Mit anderen Worten: Die Ungewissheit, ob noch etwas nach dem Tod kommt und was kommt, stresst uns, wenn wir Gott nicht kennen.
Aber wenn du Jesus kennst, dann kannst du dich auf dieses Erbteil freuen, von dem Petrus hier schreibt, ob du es fühlst oder nicht. Du darfst es für dich glauben: Mir ist vergeben. Jesus ist stellvertretend für meine Schuld gestorben. Und weil Jesus das getan hat, deshalb werde ich im Himmel sein. Nicht weil ich so gut bin. Das ist ja mein Problem, dass ich denke, ich sei gut und dass ich gerade an dem Projekt arbeite, noch besser zu werden, bis ich perfekt bin. Ich bin viel zu schlecht für den Himmel. Und genau deshalb brauche ich einen Erlöser, im Sinne des Liedes, das wir gerade aus dem Messias gehört haben.
Nicht die Guten sind im Himmel, sondern die Schlechten, die im Gebet zu Jesus gekommen sind und die aus Überzeugung gesagt haben: Bitte, Herr Jesus, vergib du mir meine Schuld.

Umkehr, Vergebung und neues Leben

Und sie haben ihm dann auch die Schuld konkret bekannt, vor allem, dass ich mein Leben ohne ihn gelebt habe und dass Gott in meinem Leben keine Rolle gespielt hat, obwohl er doch mein Schöpfer ist. Deshalb gehört mein Leben doch ihm.
Und wenn ich zu Gott umkehre, dann gehört dazu natürlich auch, dass ich mit Gott über meine sündigen Taten spreche, über meine Lüge, über meinen Neid, meine Unreinheit, meine Habsucht und was mich sonst noch bei Gott belastet. Dazu kann auch gehören, meine Schuld mit Menschen wieder in Ordnung zu bringen.
Wenn du nie umgekehrt bist zu Gott, wenn du diese Hoffnung nicht hast, von der Petrus redet, dann lade ich dich ein, das zu tun. Dabei kann es sehr hilfreich sein, dass man auf einen Christen zugeht und dass man gemeinsam mit ihm mit Gott spricht, gemeinsam betet, dass Gott mir vergibt. Das ist die Grundlage dafür, dass ich diese Hoffnung bekomme, von der wir hier bei Petrus gelesen haben.
Petrus sagt: Ich habe diese Auferstehungshoffnung, weil Jesus auferstanden ist. Durch die Auferstehung wurde klar: Der Tod konnte Jesus nicht festhalten. Der Tod musste den Herrn Jesus loslassen. Die Auferstehung des Herrn Jesus hat deutlich gemacht: Jesus ist tatsächlich sündlos. Hätte er eine einzige Sünde getan, hätte der Tod ihn festhalten können.
Jede Sünde ist wie eine Schlinge um meinen Hals. Sie kann mich festhalten. Die Tatsache, dass Jesus auferstanden ist, zeigt mir: Jesus hatte keine Schlinge um seinen Hals. Es gab niemanden, der ihn im Tod festhalten konnte. Und weil Jesus sündlos ist, deswegen kann er für mich Sünder der Erlöser sein. Weil er keine eigene Schuld tragen muss, kann er meine Schuld tragen. Und deshalb kann er mir auch ein neues Leben schenken, nachdem er mir vergeben hat.
Petrus nennt es hier „wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung“. Das heißt: Ich bekomme ein neues Leben von Gott. Ich werde sein Kind, ich gehöre zu seiner Familie, ich gehöre also zu seiner Gemeinde. All das gehört zum Hoffnungspaket, über das du dich heute Morgen freuen darfst.
Und seit dem fünften Jahrhundert haben die Christen diese Hoffnung, die Gott uns gibt, wenn wir zu ihm gehören, in einem Bekenntnis zusammengefasst, im Apostolikum. Dort steht auszugsweise, dass der Jesus am dritten Tag auferstanden ist von den Toten, aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dort wird er kommen, zu richten die Lebendigen und die Toten. Es wird dort weiter bezeugt: Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.
Ich habe das, was mit Hoffnung zu tun hat, einfach mal gelb markiert, damit wir sehen: Wow, da steckt so viel Hoffnung drin, das, was Jesus mir erworben hat. Das, was Petrus mit wiedergeboren in seinem Text beschreibt, gehört hier gedanklich zu dem Ausdruck Vergebung der Sünden, auch wenn es vielleicht nicht identisch ist. Aber das ist die gedankliche Schiene. Und das ist der Inhalt unserer Hoffnung, das ist die Gewissheit: Meine Sünden sind mir vergeben.
Wir werden nachher noch ein Lied hören, das diese Sicherheit ausdrücken wird: Meine Sünden sind mir vergeben, der Jesus tritt für mich ein. Mit den Worten: Im Himmel dort vor Gottes Thron tritt jemand anders für mich ein, der hohe Priester, Gottes Sohn, er kann allein mein Mittler sein. Mein Name steht in seiner Hand, er betet für mich immerfort, er gibt dem Geist als Unterpfand. Nichts kann mich Gott.
Und damit ist in poetischen Worten ausgedrückt, was in 1. Johannes 2 steht: Wenn jemand sündigt, auch als Christ, auch auf seinem Weg mit Jesus, dann haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten. Wir sehen es hier: Im Apostolikum wird es bezeugt mit dem Satz „Er sitzt zur Rechten Gottes“.
Auch wenn ich als Christ immer wieder versage, ich darf zu Jesus im Gebet kommen und ihn um Vergebung bitten und diese Vergebung auch erleben. Er ist mein Fürsprecher bei Gott. Und deshalb ist der Herr Jesus meine Hoffnung. So beginnt Paulus wörtlich den ersten Timotheusbrief: Jesus Christus ist meine Hoffnung, so schreibt er es dort.
Und dieser Jesus, das ist auch der wiederkommende Herr. Als Christ gehe ich doch auf die Auferstehung zu, auch daran erinnert mich dieses apostolische Glaubensbekenntnis. Und gerade in der gegenwärtigen Situation, in der die Gesundheit manchmal auch bei Christen deutlich wichtiger wird als die Hoffnung auf den Himmel, muss ich mir das immer wieder sagen lassen: Ich werde zu einem Leben mit Jesus auferstehen.
Auferstehen werden alle, das sagt die Bibel sehr klar. Aber manche stehen zum Gericht auf, und die anderen stehen auf, um ewig verdammt zu werden. Aber mich bekommt der Tod nicht, weil ich zu dem gehöre, der von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt und der mich erlöst hat, und so wie es in dem eben zitierten Lied heißt, der mich in seine Hand geschrieben hat.

Der Blick auf das Ziel und die Kraft für heute

Natürlich gehe ich auch als Christ nicht leichtfertig mit meiner Gesundheit um. Ich bin sehr dankbar, dass wir Ärzte haben, und ich bin auch sehr dankbar, dass es eine Krankenkasse gibt, die diese Ärzte bezahlt, sodass ich dorthin gehen und mich behandeln lassen kann.
Aber ich glaube, es ist vielleicht wichtig, sich an so einem Tag wie heute neu bewusst zu machen: Gesundheit ist nicht das Wichtigste. Alle medizinische Hilfe wird den Tod nur hinauszögern können, aber nicht verhindern.
Mir hat eine Aussage von Johannes Gerloff sehr gefallen. Er bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: Ich bin mir darüber im Klaren, dass mir alles Mühen von Ärzten und Wissenschaftlern kein Heil bringen kann. Es bleibt immer ein Experimentieren, an dessen Ende immer ein Leichnam liegen wird. Experten können uns den Weg ins Grab nicht ersparen. Sie können ihn im besten Fall ein wenig verlängern und vielleicht angenehmer gestalten.
Aufgrund meiner Prägung durch die Bibel bin ich überzeugt: Wir gehen alle ausnahmslos mit Volldampf der Auferstehung entgegen. Ich habe gedacht: Johannes, das hast du gut ausgedrückt, wirklich auf den Punkt gebracht. Die Auferstehung aus den Toten, das ist unsere Hoffnung als Christen. Und deswegen müssen wir, so schrecklich der Tod ist, nicht wie gelähmt auf den Tod starren. Wir dürfen auf das schauen, was danach kommt.
Ganz klar: Der Prozess des Sterbens kann auch für uns als Christen sehr schwer sein. Das ist nicht einfach. Aber die Freude über das, was danach kommt, hilft mir, auch diesen schweren Prozess durchzustehen. Sie hilft mir vielleicht auch jetzt, die eine oder andere schwere Situation in meinem Leben auszuhalten.
Stell dir vor, da gibt es eine Anne und eine Frida, die schreiben beide ihr Abi. Beide sind nicht die Leuchten in der Schule, deswegen ist das Abi von beiden auch nicht berauschend. Interessanterweise haben sie die gleichen Noten, sie stecken in der gleichen Situation. Und doch gibt es einen Unterschied zwischen den beiden.
Anne hat eine Zusage von ihrer Wunschfirma: Du kannst nach deinem Abi bei uns dual studieren, wir wollen dich! Frida hat noch keine Zusagen. Sie hat auf ihrem Schreibtisch ein paar Absagen liegen, und auch das, was im Moment so in der Schwebe ist, klingt nicht verheißungsvoll.
Was meinst du, sind Anne und Frida ähnlich deprimiert über ihr Abi, da sie doch die gleichen Abinoten haben? Ich denke, viele von euch würden sagen: Na ja, da gibt es viele Faktoren, das kann ich natürlich nicht so sicher sagen. Das ist immer so, wie Rechtsanwälte reden. Das ist gut, aber vielleicht würde der eine oder andere sich doch dazu hinreißen lassen zu sagen: Na ja, ich würde mal vermuten, dass Anne etwas weniger deprimiert ist über ihr Abi, weil sie nämlich eine konkrete Zukunftshoffnung hat.
Es sind also zwei Menschen in einer sehr ähnlichen Situation, aber wahrscheinlich gehen sie sehr verschieden mit diesen Schwierigkeiten um, weil ihre Zukunftserwartung so unterschiedlich ist. Was ich von der Zukunft erwarte, hat eine enorme Auswirkung auf meine Gegenwart heute.
Die Sklaven im siebzehnten Jahrhundert in den Südstaaten der USA hatten eine äußerst schwierige Gegenwart. Sie waren Sklaven, rechtlose Sklaven. Aber gerade deshalb reden sie in ihren Liedern, in ihren Spirituals, so viel von der Zukunft, die sie bei Gott haben. Manche ihrer Lieder kennen wir noch heute, wie „Go Tell It on the Mountain“ oder „When the Saints Go Marching In“, wenn die Heiligen einmal dort sein werden.
Sie haben sich mit diesen Liedern immer wieder an das Ziel erinnert, zu dem sie eigentlich unterwegs sind. Und sie haben sich mit diesen Liedern die Hoffnung in ihr Herz gesungen. Das ist übrigens sehr ähnlich, stelle ich fest, bei unseren russlanddeutschen Geschwistern, die ja auch durch schwierige Zeiten gegangen sind und deren Liedgut sich ebenfalls ganz stark auf die Ewigkeit ausrichtet. Da weiß ich: Ja, zu diesem Ziel bin ich unterwegs.
Wir sollten uns als Christen nicht von der Gegenwart lähmen lassen, sondern wir sollten uns vom Ziel motivieren lassen, gerade wenn wir an die Auferstehung unseres Herrn denken. So hat es ein amerikanischer Evangelist getan, der seinen eigenen Nachruf schrieb. Das ist ja auch speziell: Ich schreibe meinen eigenen Nachruf. Und er hat dann geschrieben: Eines Tages werden Sie in der Zeitung lesen, dass D. L. Moody aus East Northfield tot ist. Glauben Sie kein Wort. In dem Moment werde ich lebendiger sein als jetzt.
Timothy Keller hat mal gesagt: Alles, was der Tod den Christen noch antun kann, ist, ihr Leben unendlich besser zu machen. Ich fand das sehr gut auf den Punkt gebracht. Das ist doch wahr. Warum haben wir das so wenig vor Augen? Wir gehen auf die Auferstehung zu. Wir werden unserem Herrn begegnen, wir sind bald zuhause. Dann bekommen wir ein unvergängliches, unbeflecktes und unverwelkliches Erbteil.
Warum beschäftigt uns das Vorletzte so sehr, und warum prägt uns das Letzte so wenig? Die Bibel sagt doch, wir sind auf dieser Erde nur Durchreisende. Wenn wir aber beginnen, unsere Hoffnung auf diese Erde auszurichten und es uns hier häuslich einzurichten, dann kann es sehr schnell passieren, dass wir den Himmel aus dem Blick verlieren.
Der Apostel Johannes sagt einmal: Jeder, der diese Hoffnung auf ihn, also auf Jesus, hat, ihn im Himmel zu treffen, der reinigt sich selbst, wie er auch rein ist. Also, wenn ich mich damit beschäftige, Jesus zu treffen, ihm zu begegnen, dann bereite ich mich auf ihn vor. Dann möchte ich von ihm ja nicht überrascht werden, so nach dem Motto: Oh Herr, das ist mir jetzt aber echt peinlich, dass ich dich jetzt treffen muss, wo ich doch so sehr mit mir selber beschäftigt bin oder sogar Dinge tue, die du hasst.
Wenn ich mich damit beschäftige, dass Jesus kommt, entweder für alle sichtbar oder wenn ich sterbe und zu ihm gehe, dann wird mir das helfen, in meinem Leben keine Taten oder Gedanken zu dulden, die ich vor dem Herrn Jesus verstecken muss. Und da lasse ich in diese dunklen Lebensecken doch Gottes Licht hineinstrahlen, indem ich diese Taten und diese Gedanken Gott bekenne, die ihm nicht gefallen können, und sie in seiner Kraft dann auch sein lasse.
Welche Rolle spielt die Auferstehung und der Himmel noch in meinem Alltag? Freue ich mich darauf oder denke ich kaum noch daran?

Gericht, Trost und die Gewissheit des Zieles

Im Apostolikum steht zum Thema Hoffnung auch: Von dort wird er kommen, zu richten die Lebendigen und die Toten. Noch einmal, weil es so ernst ist: Die Auferstehung ist auch eine Auferstehung zum Gericht. Hier wird getrennt werden zwischen denen, die gerettet sind, und denen, die verloren gehen, zwischen denen, die eine Ewigkeit mit Gott verbringen dürfen, und denen, die für ewig in der Hölle sein müssen.
Bei der Auferstehung wird Gott alles Unrecht richten, und er wird auch die Gerechtigkeit wiederherstellen. Ich muss also nicht daran glauben, dass es eines Tages in dieser Welt irgendwie besser wird und die Menschen besser werden. Die Bibel sagt: Nein, das wird nicht geschehen. Aber Gott wird Gerechtigkeit schaffen, er wird alles Übel in Ordnung bringen.
Wer von Gottes Gericht nichts wissen will, der sagt damit, dass das Unrecht der Diktatoren dieser Welt, die selbst dann friedlich im Bett gestorben sind, nie mehr zur Sprache gebracht wird. Und das stimmt nicht. Die Bibel sagt sehr deutlich, dass es zur Sprache gebracht werden wird, dass jedes Unrecht bestraft werden wird. Und wenn ich dann nicht weiß: Meine Strafe liegt auf dem Herrn Jesus, dann wird mich die Strafe selbst treffen.
Aber wenn ich andererseits Unrecht erlebt habe, dann macht mich dieser Gedanke auch ruhig. Auch wenn ich das vielleicht auf dieser Erde nicht mehr erlebe, dass Gott auch mein Unrecht zur Sprache bringen wird, wird Gott auch mein Unrecht zu Recht bringen. Und deshalb muss ich nicht wie ein Löwe kämpfen und jede Menge Kraft investieren, um zu meinem Recht zu kommen. Das wird der Herr machen.
Das ist meine Hoffnung, die mir hilft, auf dieser Erde etwas stressfreier zu leben und mich auf mein Erbteil zu konzentrieren, von dem der Petrus hier redet. Weil Jesus auferstanden ist, deshalb kann ich mich auf den Himmel freuen. Und ich habe eine Hoffnung, die nicht von dieser Welt ist. Ich habe eine Hoffnung, Leute, die mir nicht durch den Tod genommen werden kann. Eine Hoffnung, die weit über das Grab hinausgeht.
Im Gegenteil: Der Tod ist eine Drehtür, um vom Glauben zum Schauen zu kommen. Dann wird das ewige Leben, das ich jetzt schon durch meine Beziehung zum Herrn Jesus habe, sichtbar werden. Und es wird dann unvergänglich sein. Über dieses Leben wird man dann auch sagen können, es ist nicht nur unvergänglich, sondern unbefleckt und unverwelklich. So wie es hier von diesem Erbteil heißt.
Freust du dich darauf, dem Mann in die Augen schauen zu dürfen, dessen Auferstehung du heute feierst? Dem Mann in die Augen zu schauen, der sagen kann: Ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit, und ich habe die Schlüssel des Todes und des Hades. Mit anderen Worten: Ich habe den Tod besiegt. Und deshalb brauchst du seit Ostern keine Angst mehr zu haben vor dem, was nach dem Sterben kommt.
Wenn Jesus kommt, dann werde ich ihn sehen, und dann beginnt eine Zeit der Freude, wie ich sie auf dieser Erde nie erlebt habe. Und diese Freude wird dann nicht nur eine kleine Zeit sein, sondern sie wird ewig sein. Kein Wunder, dass der Petrus hier nach Worten ringt, wenn er sagt: Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der nach seiner großen Barmherzigkeit uns wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten.
Weil ich zu Jesus gehöre, habe ich einen Anteil am Himmel, und das motiviert mich. Ich vertröste mich nicht mit dem Himmel, sondern ich werde aus dem Himmel getröstet, wie Peter Hahne das einmal so gut formuliert hat. Und das, was ich an 1. Petrus 1 besonders finde, ist, dass Petrus auch betont: In der Kraft Gottes werde ich durch den Glauben von Gott selbst bewahrt, damit ich am Ziel ankomme. Ist das nicht großartig?
Im Himmel werden nicht nur die Kämpfer und Siegertypen sein, sondern vor allen Dingen die, die sich an Jesus festgehalten haben. Ich weiß, es ist schon einmal zitiert worden, das Zitat von Luther hier, aber das passte so gut, ich konnte es mir nicht verkneifen, es hier doch noch einmal zu zitieren. Er sagt: Wie Judas an den Baum mich hängen, das tue ich nicht. Ich hänge mich an den Hals oder Fuß Christi wie die Sünderin. Ob ich auch noch schlechter bin als diese, ich halte meinen Herrn fest.
Und dann spricht er zum Vater: Dieses Anhängsel muss auch durch. Es hat zwar nichts gehalten und alle deine Gebote übertreten, Vater, aber es hängt sich an mich. Was will’s? Ich starb für ihn, lass ihn durchschlüpfen. Das soll mein Glaube sein.
Das ist keine Entschuldigung für jemanden, der sagt: Ach ja, ich kann leben, wie ich will, meine Sünde ist ja nicht so schlimm. Aber das ist die Hoffnung für den, der unter seiner Sünde leidet. Hier redet nicht jemand, der leichtfertig mit seiner Sünde umgeht, sondern jemand, der weiß: Weil der Auferstandene den Tod besiegt hat, wird der Tod mich nicht halten können, weil ich mich selbst am Auferstandenen festhalte.
Ich wünsche uns, dass die Auferstehung des Herrn Jesus für uns nicht nur eine historische Tatsache ist, sondern unser Leben mit Hoffnung erfüllt. Als Christ gilt auch dir die Zusicherung: Freu dich, du kannst hoffen. Und lass dich immer wieder von dieser Hoffnung auf das Ziel hin anstecken, dein Erbe anzutreten, von dem Petrus hier redet, aber vor allen Dingen dort Jesus als den Auferstandenen zu treffen und ihn wie die Jünger damals tatsächlich zu sehen. Amen.