Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 462: Die Heilung des Blindgeborenen, Teil 4
Die Herausforderung, Gott aus dem Leben auszuschließen
Was muss ich tun, damit Gott nicht in mein Leben hineinreden kann? Dieser Frage gehen wir nach, weil die Pharisäer genau das versuchen. Gott schickt ihnen in der Person eines sehend gewordenen Blinden einen ganz klaren Hinweis auf den Messias. Sie hätten erkennen können, dass Jesus der Messias ist, aber sie wollen nicht.
Wie kann ich Gott in meinem Leben zum Schweigen bringen? Hier sind sieben Tipps.
Tipp eins: Fällt erst ein Urteil und fang dann an zu denken.
Tipp zwei: Zweifle immer erst einmal alles an, egal, was du schon an Fakten hast.
Tipp drei: Benutze Machtmittel und bring Menschen zum Schweigen.
Tipp vier: Übe mehr oder weniger subtilen Druck aus. Wenn dir die Argumentation einer Person nicht passt, dann sag nichts zur Sache, aber mach die Person schlecht. Das nennt man Argumentum ad hominem.
Soweit die ersten fünf Tipps. Lesen wir weiter, denn jetzt werden die Pharisäer zu Agnostikern.
Zweifel und Ignoranz als Schutzmechanismen
Johannes Kapitel 9, Vers 29: „Wir wissen, dass Gott zu Mose geredet hat, von diesem aber wissen wir nicht, woher er ist.“ Was für ein Argument! Und noch dazu eines, das nicht stimmt.
Natürlich wissen sie, woher Jesus stammt. Hatten sie ihn nicht genau deshalb schon abgelehnt, weil er aus Galiläa kam? Was wollen die Pharisäer mit diesem Satz sagen: „Wir wissen, dass Gott zu Mose geredet hat, von diesem aber wissen wir nicht, woher er ist“? Was wollen sie damit ausdrücken?
Es ist Tipp Nummer sechs: Behaupte einfach, dass du die Sache, um die es geht – in ihrem Fall die Person Jesu und sein Anspruch darauf, der Messias zu sein – nicht beurteilen kannst. Mach einen auf unwissend, so im Sinn: Ich bleibe bei dem, was ich kenne und verstehe. Das, was du da sagst, keine Ahnung, was ich davon halten soll.
Hinter diesem Argument steckt natürlich wieder Ignoranz. Einfach die Augen zumachen – das ist so einfach. Und es ist total interessant, wie oft man auf dieses Argument stößt. Aber...
Ausschluss als letztes Mittel
Kommen wir zu Tipp Nummer sieben: Exkommunikation. Wenn nichts mehr hilft, muss man das Wort Gottes eben ausschließen. Weg damit!
In Johannes 9,30-34 antwortete der Mensch und sprach zu ihnen: „Hierbei ist es doch erstaunlich, dass ihr nicht wisst, woher er ist, und er hat doch meine Augen geöffnet. Wir wissen, dass Gott Sünder nicht hört, sondern wenn jemand gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den hört er. Von Anbeginn an hat man nicht gehört, dass jemand die Augen eines Blindgeborenen geöffnet habe. Wenn dieser nicht von Gott wäre, so könnte er nichts tun.“
Sie antworteten und sprachen zu ihm: „Du bist ganz in Sünden geboren und du lehrst uns.“ Und sie warfen ihn hinaus.
Die verblüffende Argumentation des ehemals Blinden
Was für eine wunderbare Argumentation, und wie recht der ehemals Blinde hat! Es ist wirklich erstaunlich, dass die religiöse Führung nicht weiß, woher Jesus stammt. Wäre es nicht naheliegend, dass sie sich intensiv mit einem Rabbi beschäftigen, der den Blinden die Augen öffnet?
Wäre das nicht ihr Job, herauszufinden, ob Jesus der Messias ist? Es ist wirklich erstaunlich, wie wenig sie über Jesus wissen.
Dann folgt das schlagende Argument: „Wir wissen, dass Gott Sünder nicht hört, sondern wenn jemand gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den hört er. Von Anbeginn hat man nicht gehört, dass jemand die Augen eines Blindgeborenen geöffnet habe. Wenn dieser nicht von Gott wäre, so könnte er nichts tun.“
Und da kann man nur sagen: Amen.
Gottes Erwähltheit der Gerechten im Gebet
Wen erhört Gott: den Sünder oder den Gerechten? Die Bibel ist hierzu recht klar.
Psalm 34,16 sagt: „Die Augen des Herrn sind gerichtet auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien.“
In Psalm 145,19 heißt es: „Er erfüllt das Verlangen derer, die ihn fürchten; ihr Schreien hört er, und er hilft ihnen.“
Auch in Sprüche 15,29 steht: „Fern ist der Herr von den Gottlosen, aber das Gebet der Gerechten hört er.“
Gott erhört also das Gebet der Gerechten. Wenn Gott also das Gebet dieses Rabbis aus Nazaret auf spektakuläre Weise erhört, was sagt das über ihn aus? Und...
Die Einzigartigkeit des Wunders als Beweis für Jesus
Noch etwas ist hier besonders hervorzuheben: die Qualität des Wunders. Von Anbeginn an hat man nicht gehört, dass jemand die Augen eines Blindgeborenen geöffnet habe. Und das stimmt.
Im Alten Testament gibt es keinen Bericht über die Heilung eines Blinden. Im Neuen Testament hingegen lesen wir von sieben Fällen, in denen Jesus einen Blinden sehend macht. Dieses Wunder weist Jesus besonders als verheißungsvollen Kandidaten für die Position des Messias aus.
In Johannes 9, die Verse 32 und 33 heißt es: Von Anbeginn an hat man nicht gehört, dass jemand die Augen eines Blindgeborenen geöffnet habe. Wenn dieser nicht von Gott wäre, so könnte er nichts tun.
Das ist ganz einfache und ganz logische Theologie. Jesus tut absolut außergewöhnliche Wunder, also muss er von Gott sein. Wie sonst wäre er dazu in der Lage?
Die Reaktion der Pharisäer und ihre Ablehnung
Tja, jetzt stecken die Pharisäer in der Klemme. Eigentlich müssten sie dem jetzt zustimmen. Aber sie wollen nicht auf Gott hören und Jesus nicht als Messias anerkennen. Also, was tun?
Tipp Nummer sieben: Exkommunikation. Sie werfen den Störenfried und damit das Wort Gottes hinaus.
Johannes 9,34: Sie antworteten und sprachen zu ihm: „Du bist ganz in Sünden geboren, und du lehrst uns!“ Dann warfen sie ihn hinaus.
Die Bedeutung der Ausgrenzung und ein Vorbild im Glauben
Erinnern wir uns daran, was die Jünger am Anfang des Kapitels gefragt hatten: „Rabbi, wer hat gesündigt? Diese oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?“ Für den typischen Juden war klar, dass ein blind geborenes Kind auf Sünde hinwies.
Genau das machen sich die Pharisäer jetzt zunutze: „Du bist ganz in Sünden geboren.“ Sie erkennen damit natürlich an, dass er wirklich blind war – was sollten sie auch anderes tun? Trotzdem wollen sie nicht hören: „Wie kannst du, Sünder, es wagen, uns Theologen zu belehren?“
Die Antwort ist wieder ganz einfach: Er kann es, weil er die Wahrheit sagt. Er tut es, weil sich Gott durch ihn offenbart. Und da bleibt nur noch eines – sie warfen ihn hinaus.
Man könnte hier daran denken, dass er nur aus dem Raum geworfen wurde. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Pharisäer an diesem ehemals Blinden ein Exempel statuieren und ihn wirklich aus der religiösen Gemeinschaft ausschließen. Das war ja, wovor seine Eltern Angst hatten. Sie wussten, dass jeder, der Jesus als den Christus bekennt, aus der Synagoge ausgeschlossen werden würde.
Genau das hatte der ehemals Blinde getan. Er hatte sich auf die Seite der Wahrheit und auf die Seite Jesu gestellt. Damit ist er ein Vorbild für all jene geworden, die vor dieselbe Wahl gestellt werden.
Ermutigung zum Glauben und Abschluss
Was könntest du jetzt tun? Freue dich an Christen, die bereit sind, sich wegen ihres Glaubens ausgrenzen zu lassen. Sie sind unsere Vorbilder.
Das war's für heute. Ein guter Tipp für die heutige Zeit: Achte auf Ruhezeiten. Sechs Tage Arbeit sind in Ordnung, aber ein Tag Pause tut ebenfalls sehr gut.
Der Herr segne dich. Erlebe seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
