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Wir versuchen, tiefer in die Bibel einzusteigen. Außerdem überlegen wir, wie du und ich Jesus im modernen Alltag nachfolgen können. Zudem beantworten wir taffe Fragen, die die Gesellschaft uns Christen stellt.
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Die Bedeutung von Busse, Reue und Umkehr in der heutigen Gesellschaft
Eines der am wenigsten gepredigten Themen in Deutschland sind Buße, Reue, Umkehr und alles, was vor Gott beim Jüngsten Gericht Relevanz hat. Was genau die am wenigsten gepredigten Inhalte sind, darauf gehe ich in einem der nächsten Beiträge auf diesem Kanal näher ein. Drücke gern die Glocke unter diesem Video, dann wird dir das auch angezeigt.
Es kommt aber noch schlimmer. Der Duden sagt sogar, dass die Wortgruppe „Buße predigen“ inzwischen veraltet ist. Das liegt daran, dass sie heute nur noch sehr selten genutzt wird.
Sobald du in das DWDS, das digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, reinschaust, kannst du Wortverlaufskurven sehen. Das heißt, du kannst erkennen, wie häufig ein Wort über bestimmte Zeiträume benutzt wurde. Wenn du dort das Wort „Buße“ eingibst, siehst du, dass die Verwendung dieses Wortes seit den 1990er Jahren kontinuierlich abnimmt. Es wird jedes Jahr weniger benutzt.
Beim Wort „Reue“ sieht man einen ähnlichen Trend. Die Nutzung ist stark zurückgegangen und hat sich auf einem sehr niedrigen Niveau eingependelt. Das bedeutet, dass diese beiden Worte in geschriebener Sprache, zum Beispiel in der Literatur, kaum noch verwendet werden.
Das hat mich so verblüfft, dass ich mir angeschaut habe, wie diese beiden Worte nicht nur in geschriebener Sprache, sondern auch im Internet genutzt werden. Und das Ergebnis war eine Vollkatastrophe.
Es gibt ein Tool namens Google Trends. Damit kann man vereinfacht gesagt sehen, welche Begriffe wann und wo gesucht werden. Wenn du dort die Begriffe „Buße“, „Reue“ und „Umkehr“ eingibst, kannst du sehen, dass sie vor allem im Zusammenhang mit Romanen gesucht werden. Zum Beispiel als Romantitel wie „Die Reue von …“ oder „Die Buße des Mörders“.
Außerdem werden diese Begriffe häufig im Zusammenhang mit Kreuzworträtseln gesucht. Viele Leute wollen wissen, ob „Buße“ ein Wort mit vier oder fünf Buchstaben ist.
Und zum Begriff „Umkehr“: Das ist das Beste von allem. Die meisten Leute, die nach „Umkehr“ suchen, tun das, weil sie die Spielregeln der Uno-Umkehrkarte wissen wollen. Sie fragen sich, wie viele Uno-Umkehrkarten sie hintereinander in ihrem Spiel aufeinanderlegen können.
Ich dachte, ich spinne. Und das hat Folgen.
Glaube und Umkehr im biblischen Kontext
Weißt du, in vielen Kirchen wird vielen Leuten einfach nur gesagt: Ihr müsst glauben, ihr müsst glauben. Und das stimmt auch.
Im Römerbrief heißt es zum Beispiel, dass wenn du mit deinem Mund bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, dann wirst du gerettet werden (Römer 10,9). Oder in der Apostelgeschichte steht: Glaubt an den Herrn Jesus Christus, und ihr werdet gerettet werden (Apostelgeschichte 16,31).
So weit, so gut. Aber was häufig nicht erklärt wird, ist, was genau das eigentlich bedeutet. Glauben – ja, glaub an den Herrn Jesus Christus. Aber wie äußert sich das? Wie sieht das aus? Was heißt das in Farbe und 3D? Was bedeutet das, wenn man es Schritt für Schritt durchbuchstabiert? Und da wird es nämlich ganz häufig total diffus und konfus.
Deswegen machen wir demnächst hier ein eigenes Video, das genau erklärt, was Glaube in der Bibel eigentlich meint und was Glaube nicht meint. Drück gern die Glocke unter diesem Video, dann wird dir das nämlich auch angezeigt.
Warum ist es überhaupt so wichtig, darüber zu reden – über Buße, Reue, Umkehr und was Glaube heißt? Ganz einfach: Es gibt eine Trennung zwischen Gott und Mensch. Das siehst du schon daran, dass du Gott eben nicht sehen kannst.
Dazu heißt es beim Propheten Jesaja: „Achtung, die Hand des Herrn ist nicht verkürzt, dass er nicht retten kann, und seine Ohren sind nicht schwerhörig, dass er nicht hören kann. Sondern es sind eure Vergehen, die euch von eurem Gott trennen, und eure Sünden, die sein Angesicht vor euch verbergen.“ (Jesaja 59,1-2). Ja, wir schieben Gott weg, so heißt es.
Wir lernen aus der Bibel, dass Gott die Quelle des Lebens ist. Das heißt, wir brauchen Gott, um leben zu können. Unser Lebensatem, unsere Lebendigkeit, die kommt von Gott.
Durch unsere Sünden, durch unser Vergehen, durch unsere Verbrechen gegen die heiligen Gesetze sind wir getrennt – getrennt von der Quelle des Lebens. Und diese Trennung bringt uns um, sie bringt uns den Tod.
Im Neuen Testament, im Epheserbrief, heißt es dazu: Gott, gemeint ist Jesus, hat euch überhaupt erst lebendig gemacht, ihr, die ihr tot wart in euren Vergehen und in euren Sünden (Epheser 2,1-5). Diese Vergehen, diese Sünden bringen uns um, und wir müssen sie loswerden. Wir müssen zurückkommen zur Quelle des Lebens.
Busse als Weg zum Leben und zur Vergebung
Deshalb zwei wichtige biblische Gedanken:
In Apostelgeschichte 11 kannst du lesen, dass eine Reihe von Christen versammelt waren. Dort heißt es: Als sie diese Dinge hörten, wurden sie still, dann beteten sie Gott an und sagten: „Dann ist es also so, dass Gott auch Nichtjuden, Nichtisraeliten die Buße zum Leben gegeben hat.“ Die Buße zum Leben – das bedeutet, Buße führt zum Leben. Das ist sehr entscheidend.
Warum? Weil das Gegenteil von Buße und Umkehr nämlich der Tod ist, dazu gleich mehr.
Später, in der Apostelgeschichte, verabschiedet sich Paulus von den Christen in Asien, bevor er nach Europa geht. Dabei zieht er ein Resümee aus seiner bisherigen Tätigkeit. Er sagt: „Ich habe nichts von euch zurückgehalten, das hilfreich war, sondern ich habe es euch verkündigt und öffentlich gelehrt, und von Haus zu Haus, also auch im Privaten, weitergegeben. Ich habe es bekannt gemacht vor den Israeliten, vor den Juden, und außerdem vor den Griechen.“
Was hat er bekannt gemacht? Er sagt: „Nämlich Buße und Umkehr, Buße und Umkehr zu Gott und Glauben an den Herrn Jesus Christus.“
Das heißt, wenn wir uns heute fragen, was der größte und wirkmächtigste Missionar und Evangelist der Weltgeschichte den Menschen verkündigt hat – und was er sogar selbst als hilfreich bezeichnet –, dann haben wir die Antwort: Einerseits der Glaube an den Herrn Jesus Christus und andererseits Buße und Umkehr zu Gott.
Das sind die zwei Dinge, die Paulus selbst sagt, dass er gepredigt hat.
Definitionen und biblische Begriffe zu Busse, Reue und Umkehr
Okay, was bedeutet das jetzt also: Buße, Reue und Umkehr? Das ist sehr wichtig für dich. Um hier klar zu denken, kannst du dir gern das Bibelfit-Lexikon für die wichtigsten biblischen Begriffe ansehen. Dort findest du die absolut wichtigsten Begriffe im Christentum und in der Bibel einfach und verständlich erklärt – auch für Menschen ohne jedes Vorwissen.
Von all den Materialien, die ich über die Jahre erstellt habe und die du auf der Website kostenlos herunterladen kannst, ist dieses Lexikon eines meiner persönlichen Lieblingstools. Falls du es noch nicht hast, findest du den Link in der Videobeschreibung. Nimm es dir gern kostenlos mit, denn alles, was wir jetzt miteinander besprechen, baut direkt darauf auf.
Zu den Begriffen: Wikipedia sagt sehr treffend, dass Buße die Umorientierung des Menschen ist. Das heißt, der Mensch möchte sich selbst umorientieren. Dieses Tun nennt man Buße tun.
Und was ist Reue? Reue ist ein etwas weiter gefasster Begriff. Reue bedeutet Unzufriedenheit, Bedauern, Schmerz oder auch echte Abscheu über das eigene Tun. Es ist das Bewusstsein von Unrecht verbunden mit dem Vorsatz zur Besserung. Das heißt, wir finden nicht gut, was wir in der Vergangenheit getan haben, und wir wollen die Dinge jetzt besser machen.
Nicht nur: Wir finden es schlecht, machen es aber trotzdem weiter, sondern wir wollen wirklich Lektionen daraus ziehen, daraus lernen und uns bessern.
Überraschenderweise sind viele Menschen, die diese Beiträge sehen und hören, katholisch. Darüber freue ich mich sehr – das hätte ich am Anfang nicht gedacht. Wer katholisch ist, kennt das vielleicht aus dem Tridentinum, den Konzilsdekreten des Konzils von Trient, wo Reue sehr gut definiert ist.
Im Tridentinum heißt es treffend: Reue ist der Schmerz der Seele und Abscheu über begangene Sünde mit dem Vorsatz, künftig nicht mehr zu sündigen.
Was steht dazu in der Bibel? In der Bibel gibt es vor allem den Begriff Metanoeo, der so viel bedeutet wie umdenken oder zum Besseren umdenken. Das heißt, dass uns Dinge von Herzen leidtun – nicht einfach nur ein oberflächliches „Oh, tut mir leid“ –, sondern dass wir wirklich von Herzen bereuen. Wir wollen weit weg von unseren vergangenen Sünden.
Das bedeutet, dass wir uns von unserem eigenen Vergehen und von unserem bisherigen, von Verfehlungen durchsetzten Leben abwenden wollen.
Die hebräischen Begriffe dafür sind entweder „schuf“, was „umkehren“ bedeutet, oder „nacham“, was „bereuen“ heißt.
Du kannst auch in der Bibel nachfragen, was das Gegenteil davon ist. Das Gegenteil findest du im Alten Testament, wo es heißt, dass sie sich weigerten, sich zu bessern. Sie haben ihre Angesichter härter verhärtet als Stein. Sie weigerten sich, zu bereuen und umzukehren.
Das heißt, das Gegenteil von Reue und Umkehr ist, sein Angesicht zu verhärten, keine Einsicht zu zeigen, kein weiches Herz zu haben und nicht bereit zu sein, sich etwas sagen zu lassen.
Für Gott ist das eine ganz, ganz große Sache.
Deshalb lade ich dich ein, mit mir auf eine kurze Reise durch die Bibel zu gehen, denn ich möchte dich auf etwas ganz Bestimmtes vorbereiten.
Die Konsequenzen von Verbergen und Bekennen der Sünde
Es heißt schon in Sprüche 28, dass derjenige, der seine Sünden bedeckt – also sozusagen unter den Teppich kehrt – im Leben nicht vorankommen wird. Wer jedoch seine Sünden bekennt und sich von ihnen abwendet, wird Gnade erfahren.
Gott sagt: Wenn mein Volk – also die Menschen, die zu mir gehören wollen – demütig werden, beten, meine Nähe suchen (im Urtext steht hier „mein Angesicht“) und sich von ihren verschrobenen Wegen abwenden, dann will ich sie hören. Dann will ich ihre Sünden vergeben, und ich werde auch ihr Land heilen.
In den Psalmen heißt es dazu, dass die Opfer, die Gott gefallen, nicht die äußeren Rituale sind, sondern dass wir ihm unseren gebrochenen Geist und unsere Schuldgefühle hinlegen. Weiter heißt es, dass ein gebrochenes und zerknirschtes, busfertiges Herz Dinge sind, die Gott nicht abweisen wird.
Damit ist Ehrlichkeit gemeint – Ehrlichkeit zu uns selbst und vor Gott. Wir sollen aufhören, uns selbst etwas vorzumachen, und auch aufhören, Gott etwas vorzumachen.
Später lesen wir, dass Paulus den Menschen sagte, sie sollten ihre Einstellung ändern, zu Gott umkehren und ein Leben führen, das ihre veränderte Einstellung auch unter Beweis stellt. Dazu später noch mehr.
In der Apostelgeschichte predigt Petrus im Tempel: „Kehrt um, tut Buße, damit eure Sünden ausgelöscht werden, eure Verbrechen gegen die heiligen Gesetze.“ So können die Zeiten der Erneuerung aus der Gegenwart des Herrn kommen.
Damit das geschehen kann und Gott heilsam in unser Leben wirken kann, müssen wir zuerst Buße tun und umkehren.
Gottes Geduld und der Aufruf zur Umkehr
Derselbe Petrus schreibt später an einer sehr wichtigen Stelle in der Bibel, dass der Herr keineswegs faul sei und sein Versprechen nicht einlösen würde, wie manche meinen und behaupten, er sei nachlässig. Nein, ganz im Gegenteil: Er ist geduldig und langmütig uns gegenüber.
„Er will nicht“, heißt es dort, „dass irgendjemand zu Schanden kommt, dass jemand umkommt oder vernichtet wird.“ Was Gott will, steht in der Bibel klar geschrieben: Er möchte, dass alle Buße tun und umkehren. Er will, dass jeder umkehrt.
Diese Botschaft hören wir bereits in einer der ersten Predigten überhaupt im Christentum. Petrus wendet sich an die Menge und sagt: „Tut Buße, kehrt um! Jeder von euch soll sich taufen lassen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden. Und dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.“ Das erste Wort, das dabei immer wieder betont wird, ist Buße tun und umkehren.
Diese Aufforderung wird sogar noch eindringlicher durch Johannes den Täufer. Was sagt er? Wie wird seine Botschaft in den Evangelien zusammengefasst? Sogar säkulare Historiker, die über Johannes den Täufer forschen, bestätigen: Die Kernbotschaft von Johannes dem Täufer lautet immer wieder, kehrt um! Das Königreich der Himmel ist nahe herbeigekommen.
Paulus bringt es in Athen auf den Punkt, wenn er sagt, dass Gott jetzt befiehlt, dass alle Menschen überall umkehren sollen. Keine Ausnahme. Alle Menschen überall sollen Buße tun und umkehren.
Das sollte uns wirklich zu denken geben, denn wenn das das ist, was Gott will – was Petrus sagt, was Paulus sagt und was Johannes der Täufer sagt – wie können wir das dann ignorieren?
Jesu Mahnung zur Umkehr und die Dringlichkeit des Themas
Und was sagt Jesus selbst dazu? Er bringt es noch viel deutlicher auf den Punkt. Er sagt – Achtung, jetzt hören wir genau auf den Wortlaut – er sagt: „Ich sage euch“. Jesus meint damit so etwas wie: „Ich mache euch eine Ansage, ich gebe euch etwas wirklich Wichtiges mit.“ Das solltet ihr auswendig lernen, als Wecker im Handy einstellen oder als Desktop-Hintergrund nutzen.
Er sagt: „Ich sage euch, es gibt Freude in der Gegenwart der Engel Gottes über einen Sünder, der umkehrt.“ Über einen Sünder, der umkehrt. Das heißt, wenn ein Sünder nicht umkehrt, dann gibt es keine Freude. Warum? Weil es keine Rettung gibt. Die Engel freuen sich über einen Sünder, der gerettet wird. Aber ohne diese Umkehr gibt es keine Rettung.
Viele Menschen haben immer so ein nettes Bild von Jesus vor Augen – einen Typen, der einfach nur happy clappy ist, alle liebt, ein Wanderhippie, der sich für den ökologischen Fußabdruck einsetzt oder der einfach nur will, dass alle eine gute Zeit haben. Aber so ist es gar nicht. Jesus hat einige sehr klare und heftige Aussagen gemacht.
Und weißt du, was Jesus sagt? Er sagt das zu Leuten, die schon an Gott glauben. Er sagt: „Ich sage euch, wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle sterben.“ Das sagt er sogar zweimal. Zum zweiten Mal sagt er: „Es sei denn, dass ihr umkehrt, werdet ihr alle umkommen.“
Und hier kommt die Testfrage: Wenn Buße, Reue und Umkehr nicht nötig wären, warum sagt Jesus dann zu seinen Jüngern – es heißt, er sagte ihnen: „So steht es geschrieben, dass es notwendig war für den Christus, dass er leiden musste und dass er am dritten Tag von den Toten auferstehen musste.“ Und jetzt kommt es: „Dass Buße, Reue und die Vergebung der Sünden gepredigt werden sollen in seinem Namen an alle Völker, anfangend bei Jerusalem.“
Das sind eines der letzten Worte von Jesus vor seiner Himmelfahrt: Dass Buße, Reue und Umkehr zur Vergebung der Sünden auf der ganzen Welt gepredigt werden sollen.
Die Priorität von Busse vor dem Glauben
Was sollen wir also predigen? Natürlich sollen wir den Glauben an Jesus Christus verkünden. Doch vorher müssen wir Buße, Reue und Umkehr predigen.
Dies ist nicht nur eines der letzten Worte von Jesus, solange er auf der Erde war, sondern auch sein erstes Wort in der gesamten Bibel. Wenn man zum Beispiel in Matthäus 4 schaut, sieht man, dass eines der ersten Dinge, die Jesus sagt, „Tut Buße“ ist. Immer wieder heißt es dort, dass Jesus begann zu predigen: „Tut Buße, das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen.“
Was meine ich damit? Und das sage ich auch ganz selbstkritisch, auch mir als Prediger: Wenn wir anfangen, Buße, Reue und Umkehr zu vernachlässigen, dann setzen wir uns – ich eingeschlossen – willkürlich über Jesu erste und letzte Worte hinweg. Und das ist ein Problem.
Manche denken jetzt vielleicht: „Okay, das scheint wirklich ein wichtiges Thema auf dem Weg zum Glauben zu sein. Aber warum sagst du uns das, Markus? Wir sind doch schon Christen. Warum ist das für Christen so wichtig zu hören?“
Du weißt warum: Weil viele das noch nicht gehört haben. Buße, Reue und Umkehr sind eines der am wenigsten besprochenen, gelehrten und gepredigten Themen in der Kirche. Es gibt einige, die diesen Beitrag gerade sehen und hören und sich für christlich halten, aber niemals in ihrem Leben diesen Prozess, diesen innerlichen Weg von Buße, Reue und Umkehr durchlaufen haben.
Ohne Buße, Reue und Umkehr wird es sehr schwierig, zu einer Heilsgewissheit zu gelangen. Von all dem, was wir bisher von Jesus gehört haben, ist das entscheidend. Jesus würde sagen: Ihr schwebt in großer Gefahr.
Die historische Perspektive auf Umkehr anhand von Ninive
Genauer betrachtet gehen wir in diesem Jahr auf das biblische Jenseits ein. Ich werde dir Schritt für Schritt einfach und verständlich zeigen, was genau es mit Himmel, Hölle und dem Jüngsten Gericht auf sich hat.
Drücke gern die Glocke unter diesem Video, damit du keine weiteren Inhalte verpasst.
Jesus selbst sagt dazu: Die Menschen von Ninive, das war damals eine der ganz großen Städte des assyrischen Großreiches. Die Assyrer verübten im ersten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung zahlreiche Gräueltaten, Kriegsverbrechen, Folter und Ähnliches. Jemand hat einmal gesagt, die Assyrer seien die Nazis der damaligen Zeit gewesen. Ob ich dem zustimme, weiß ich nicht, aber ganz falsch ist diese Einschätzung sicher nicht.
Jedenfalls sagt Jesus: Die Menschen von Ninive werden aufstehen und diese Generation, zu der Jesus gerade spricht, verurteilen. Warum? Weil die Männer von Ninive Buße taten und umkehrten, als der Prophet Jona bei ihnen predigte.
Dann sagt Jesus weiter: Hier steht jemand, der größer und wichtiger ist als Jona.
Die Pointe dabei ist, dass selbst Assyrer, wenn sie nur umkehren und Buße tun, moralisch eine Autorität über Menschen haben, die nicht diesen schlechten Ruf der Assyrer tragen – und das sicherlich mit Recht –, aber keine Buße tun und nicht umkehren.
Das heißt: Egal wie groß oder klein die Sünde ist, es gibt immer die Chance zu Buße, Reue und Umkehr, wenn wir sie nur ergreifen.
Gemeinschaft mit Gott und das Eingeständnis der Sünde
Später im ersten Johannesbrief heißt es: Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit Jesus, mit Gott haben, aber in der Finsternis wandeln – das heißt, unser Lebensweg ist noch geprägt von Vergehen, Verbrechen und Sünde – dann lügen wir und leben nicht die Wahrheit. Wenn wir nicht zugeben, dass wir gesündigt haben, bedeutet das weiter, dass sein Wort nicht in uns ist.
Genau das meint Buße, Reue, Umkehr: das Zugeben vor sich selbst und vor Gott. Jawohl, es ist so: Ich habe gesündigt, und ich will nicht weitersündigen. Das ist grundlegend.
Schau mal, was im Hebräerbrief steht. Der Autor schreibt: „Lasst uns die Lektionen vom Anfang unseres Lebens mit Christus hinter uns lassen.“ Ja, die Lektionen vom Anfang wollen wir hinter uns lassen und im Glauben erwachsen werden.
Dann erklärt er noch einmal, was diese Lektionen des Anfangs sind: „Wir müssen euch doch nicht immer wieder erklären, wie wichtig es ist, sich von toten religiösen Werken abzuwenden und an Gott zu glauben.“ Es geht darum, sich von Dingen abzuwenden, die nicht lebensbringend sind, und sich dem lebendigen Gott zuzuwenden.
Dazu passt, was du immer wieder in der Offenbarung lesen kannst. Wir haben uns auf diesem Kanal schon ausführlicher mit der Offenbarung und den sieben Sendschreiben beschäftigt. Drücke gerne die Glocke unter diesem Video, dann wird dir das auch angezeigt.
Wenn du im Urtext nachsiehst, erkennst du, dass vier der sieben Sendschreiben als allerersten Schritt zur Grundeinordnung und Grundorientierung im Leben und Glauben sagen: „Tu Buße, kehre um!“ Es beginnt also mit Buße, Reue und Umkehr.
Warnung vor falschen Propheten und falschem Frieden
Und vielleicht hast du schon einmal gelesen, dass Gott im Alten Testament die falschen Propheten anklagt. Diese falschen Propheten verführen sein Volk. Sie sagen: "Frieden, alles ist gut." Doch in Wirklichkeit ist nichts gut, und es gibt keinen Frieden.
Meine persönliche Sorge ist, dass genau das heute wieder passiert. Es gibt viele Menschen, die von Kanzeln und in Predigten den Leuten sagen wollen, alles sei gut, alles sei super, überall herrsche Frieden in den Seelen und so weiter. Sie behaupten, die Menschen seien mit Gott versöhnt – doch das sind sie nicht.
Dazu möchte ich noch etwas sehr Hartes sagen: Es gibt ein großes Missverständnis, dass es im Christentum angeblich nur darum gehe, etwas zu glauben. Nach dem Motto: Glaubt daran, dass es Gott gibt, glaubt daran, dass es Jesus gibt, und dann ist alles gut. Entschuldige, dass ich das so hart sage, aber das ist totaler Unsinn.
Weißt du, jeder säkulare Historiker auf diesem Planeten glaubt daran, dass Jesus als historische Persönlichkeit wirklich gelebt hat. Trotzdem sind einige von ihnen Atheisten, wollen mit Gott nichts zu tun haben und werden beim Jüngsten Gericht chancenlos dastehen, weil sie immer noch in ihren Sünden sind.
Weißt du, Judas, der Verräter, glaubte offensichtlich auch, dass es Jesus gibt. Jesus sagt über Judas, dass es besser gewesen wäre, er wäre nie geboren worden. Pilatus glaubte, dass es Jesus gibt. Die Römer, die Jesus gefoltert haben, glaubten daran, dass es Jesus gibt und dass es Gott gibt.
Die meisten Menschen, zu denen Johannes der Täufer, die Jünger, die Apostel und auch Jesus selbst gesprochen haben, waren gläubige Israeliten, gläubige Juden. Für sie war es gar keine Frage, dass es Gott gibt. Trotzdem sagt Jesus genau zu ihnen, die schon an Gott glauben: "Wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle umkommen."
Genau das vermisse ich leider in vielen heutigen Verkündigungen: diese Klarheit, diese Eindeutigkeit. Wir müssen die Dinge ansprechen und aussprechen, die Jesus angesprochen und ausgesprochen hat.
Schon allein die Frage, dass viele Leute gar nicht wirklich beantworten können, wann sie sich denn bekehrt haben, wann sie umgekehrt sind, wie sie Christen geworden sind und was in ihrem Leben als Christen jetzt deutlich und signifikant anders ist als vorher – das sind Fragen, die heute in der liberalen Theologie und in dem, was häufig gepredigt wird, oft unbeantwortet bleiben.
Welche anderen Fragen heute auch nicht beantwortet werden, dazu gehen wir demnächst in einem eigenen Video ein. Drücke gerne die Glocke unter diesem Kanal, dann zeige ich dir ein paar Testfragen für liberale Theologen. So kannst du gleich erkennen, dass es oft nur leeres Wohlfühlgeschwurbel ist – ich sage das jetzt ganz hart – und dass leider keine ernsthafte biblische Theologie dahintersteckt.
Die Dringlichkeit der Busse für junge Christen
Worauf ich hinaus will, ist Folgendes: Mehr als jeder dritte Mensch, der diesen Beitrag hier sieht oder hört, ist jung im Glauben. Das heißt, sie sind seit zwei Jahren, einem halben Jahr oder sogar noch kürzer im Christsein dabei.
Deshalb richte ich das nicht nur an dich, sondern auch an alle anderen, die jetzt hier zuhören und zuschauen. Falls du denkst, dass du einfach so weiterleben kannst wie vorher als Nichtchrist, dann liegst du auf biblischer Grundlage falsch. Das ist das, was Jesus sagt.
Jesus betont, wie wichtig es ist, Buße zu tun. Was heißt Buße? Buße bedeutet, dass ich zugebe, dass ich falsch gehandelt habe, und mich freiwillig dem stelle. Es ist wie eine freiwillige Selbstanzeige, bei der ich selbst zur Polizeistation gehe und sage: „Hey, ich bin es, ich habe Steuern hinterzogen.“ Wenn das passiert und das Vertrauen auf Jesus da ist, dann kann vergeben werden.
Wir könnten jetzt einen großen theologischen Diskurs eröffnen. Wir könnten über Werkerechtigkeit sprechen, die das Neue Testament zu Recht verurteilt. Wir könnten auch über Gesetzlichkeit sprechen, die ebenfalls verurteilt wird. Aber nur so viel: Der Kirchenvater Tertullian schreibt dazu mit Blick auf das Urteil Gottes, dass Gott dich in dem Maß schonen wird, in dem du dich selbst beim Urteilen und Einschätzen deiner Taten nicht schonst.
Nochmal: Bitte werde jetzt nicht hysterisch, sondern versteh mich richtig. Das ist nicht gemeint wie im Hochmittelalter, als es Bußbrüderschaften gab oder Flagellanten durch die Dörfer zogen und sich gegenseitig und selbst auspeitschten, in der Hoffnung, dadurch weniger Zeit im Fegefeuer verbringen zu müssen. Nein, das ist komplett unbiblisch.
Die Grundhaltung ist entscheidend. Die erste von Martin Luthers 95 Thesen lautet: Dominus et Magister Noster Jesus Christus dicendo penitentiam agete etc. omnim vitam fidelium penitentiam esse voluit. Auf Deutsch: Da, wo unser Herr und Meister Jesus Christus sagt, tut Buße, kehrt um, da will er, dass das ganze Leben der Gläubigen Buße ist. Es soll eine Grundhaltung sein von „Ich kehre mich ab von dem, was ich vorher gemacht habe, und ich wende mich Gott zu, der Quelle des Lebens. Ich wende mich Jesus Christus zu.“
Deshalb ist deine Bekehrung so wichtig. Deshalb ist auch eine bewusste Taufe so bedeutend. Christsein, gelebtes Christsein, ist kein Zubrot, keine Beilage und kein Sahnehäubchen auf der Torte eines sonst schon perfekten Lebens. Christsein ist kein Statussymbol, kein Etikett, keine weitere Trophäe und keine zusätzliche Auszeichnung unter vielen.
Es ist keine Ergänzung zu dem, was du sowieso schon machst. Christsein ist kein nettes Addendum, kein kosmetisch oberflächlicher Zusatz zu einem „Weiter so“ für den Rest deines Lebens. Nein, das ist es nicht.
Wenn jemand immer noch genauso weiterlebt wie vorher als Nichtchrist, dann stimmt etwas nicht. Echtes, wahrhaftiges, ehrliches und gelebtes Christsein und die Nachfolge zum lebendigen Gott berühren dich im Kern und erschüttern dich im Mark.
Paulus beschreibt diesen Schritt, diese Prioritätensetzung sogar als eine neue Schöpfung. Er schreibt: Sobald jemand in Christus ist, ist er eine neue Schöpfung. Altes ist vergangen, Neues ist geworden. Jesus bezeichnet das sogar als Wiedergeburt.
Und das kostet. Es hat seinen Preis – und nicht zu knapp. Jesus sagt: Christsein hat Konsequenzen. Es ist kein Weiterso.
Die gute Nachricht ist: Es ist noch nicht zu spät. Wir können das immer noch beheben. Die Bibel sagt dazu: Wenn wir behaupten, wir hätten keine Sünde, dann täuschen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Aber wenn wir unsere Sünden bekennen, dann ist er treu und gerecht, dass er uns unsere Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit (1. Johannes 1,8-9).
