Zum Inhalt

Was den Menschen verunreinigt – Teil 6

Jesu Leben und Lehre, Teil 356/693
22.12.2023Markus 7,21-22
SERIE - Teil 356 / 693Jesu Leben und Lehre

Einführung in das Thema Ausschweifung

Gott wird Mensch
Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 355
Was den Menschen verunreinigt – Teil 6

Wir waren bei der Sündenliste Jesu stehen geblieben, genauer gesagt beim heute weniger bekannten Begriff Ausschweifung. Dieser Begriff ist vielschichtig und beschreibt zunächst ein Verhalten, das als übermäßig, ausschweifend oder schamlos angesehen wird.

Es handelt sich also um einen Lebensstil, der mit Unmäßigkeit, Zügellosigkeit und auch mit der Überschreitung sozialer oder moralischer Grenzen verbunden ist. So wie Jesus alle Arten von Sünden sieht, betrachtet er auch die Ausschweifung. Für ihn zählen nicht nur offensichtlich schlechte Taten.

Jesus sieht tiefer, bis in unser Herz. Er interessiert sich für die ersten Gedanken, die anschließend zu Worten und Taten werden. Versteht ihr, was ich meine?

Natürlich kann ich sagen: Ein Christ soll sich nicht betrinken, nicht kiffen, nicht nächtelang Party feiern oder exzessiv Computerspiele spielen. Er ist kein Komaglotzer, braucht nicht ständig neue Schuhe und auch kein zeitaufwendiges Hobby.

Er scrollt auch nicht stundenlang durch soziale Medien und ist nicht ständig auf der Suche nach dem nächsten Sonderangebot oder den neuesten technischen Gadgets.

Die innere Dimension der Ausschweifung

Das alles ist Ausschweifung in Vollendung, die Tatsünde. Aber Jesus ist deshalb so besonders, weil er sich damit nicht zufrieden gibt. Er schaut tiefer. Er fragt sich, wo die Tatsünden herkommen. Ihn interessiert der Gedanke, der dahintersteckt und sich dann in verbaler Begeisterung sowie in konkreten bösen Handlungen zeigt.

Lasst uns erkennen: Wann wird etwas zu weit gehen? Weil wir bösen Impulsen folgen. Diese Impulse können uns dazu bringen, immer noch mehr Weihnachtsdeko zu kaufen, obwohl wir schon drei Kartons im Keller haben. Sie können uns verleiten, ein Auto mit viel zu viel PS zu kaufen, das wir in der Stadt gar nicht brauchen. Sie lassen uns denken, dass eine einfache Fertigpizza nicht mehr ausreicht. Oder sie bringen uns dazu, noch eine Folge einer Serie anzusehen, obwohl wir eigentlich müde sind und schlafen gehen sollten.

Bitte versteht das gut: Es geht darum, den Gedanken zu erkennen, der sich dort zeigt, wo sich gesunder Genuss verselbstständigt und zu einer dominierenden Macht wird, die mir dann nicht mehr gut tut. Wenn mein selbstbestimmtes Leben für Gott von einem sündigen „Man gönnt sich ja sonst nichts“ überlagert wird. Wenn ich nicht mehr zuerst nach Gottes Reich und nach seiner Gerechtigkeit strebe, sondern nach dem angenehmen Leben, in dem ich mit meinen Wünschen alleine den Ton angebe.

So viel noch zum Thema Ausschweifung.

Fortsetzung der Sündenliste: Neid, Hochmut und Torheit

Aber nun zurück zur Sündenliste. Es fehlen uns noch drei Begriffe: Neid, Hochmut und Torheit. Fangen wir mit Neid an.

Im Text steht eigentlich „böses Auge“. Damit ist schon fast alles Wichtige über den Neider gesagt. Ein Neider sieht, dass ein anderer Mensch etwas hat, und gönnt es ihm nicht, weil er die Sache gern für sich hätte. Neid führt dazu, dass ich mich nicht mit dem anderen freuen kann. Ja, die Freude des anderen versetzt mir einen Stich. Ich will für mich, was der andere hat; ich gönne ihm seinen Vorteil nicht.

Ganz klar fängt Neid mit Gedanken an. Mann, so ein schönes Auto hätte ich auch gerne. Warum kann der sich das leisten, aber ich nicht? Es muss echt toll sein, so ein schönes Auto zu fahren. Und was mit Autos funktioniert, gilt auch für Ehemänner, das Aussehen, das Einkommen oder die Wohnung.

Neid fängt immer mit einem Gedanken an. Und was kommt dann? Genau das ist die Frage. Was kommt dann? Ich habe nämlich die Wahl. Entweder denke ich den neidischen Gedanken weiter, träume davon, wie schön es wäre, dies oder jenes zu besitzen, ärgere mich darüber, dass ich es nicht habe, finde, dass entweder das Schicksal oder Gott mich ungerecht behandelt usw. Eben das böse Auge.

Passen wir bloß auf, dass wir mit dem zufrieden sind, was wir haben. Dieses Leben ist nicht fair. Es ist noch nicht einmal unser eigentliches Leben. Es ist nur ein anvertrautes Leben, in dem wir uns bewähren müssen. An der Stelle und mit den Möglichkeiten, die Gott uns zugedacht hat.

Deshalb sollten wir Paulus folgen, wenn er schreibt: „Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, so wollen wir uns daran genügen lassen“ (1. Timotheus 6,8).

Der größte Schatz unseres Herzens, und noch dazu einer, den uns niemand wegnehmen kann, das ist nicht unser Auto, nicht unsere Gesundheit, nicht unser Ehepartner oder unser Besitz. Der größte Schatz unseres Lebens ist Gott selbst. Wenn wir ihn haben, dann haben wir genug. Dann brauchen wir nicht neidisch zu sein, weil wir alles haben, was diesseits der Ewigkeit irgendwie von Wert ist.

Die zerstörerische Kraft des Hochmuts

Nächster Punkt: Hochmut. Der Hochmütige hält sich für das Zentrum der Welt. Er meint, alles besser zu wissen und schaut von oben auf die vermeintliche Dummheit aller Menschen herab.

Die Bibel ist im Blick auf Hochmut absolut eindeutig: Hochmut ist böse und zerstört das Leben. Vor allem führt Hochmut dazu, dass Gott mir widersteht, sich also gegen mich stellt. Es ist definitiv niemals gut, Gott gegen sich zu haben.

Deshalb lohnt es sich sehr, darüber nachzudenken, wo Dinge, die Gott mir geschenkt hat – wie Aussehen, Erfolg, Intellekt, ein vernünftiges Elternhaus oder Wohlstand – mich dazu verführen, zu hoch von mir selbst zu denken und mich für etwas Besonderes zu halten.

Und was tue ich dann? Was tue ich, wenn ich mich besser fühle als andere? Wenn ich merke, dass hochmütige Gedanken in mir auftauchen, handle ich auf zwei Arten: Erstens danke ich Gott regelmäßig und umfassend für all das, was er mir gegeben hat. Zweitens denke ich darüber nach, wie ich andere Menschen loben, ermutigen und ihnen Wert zusprechen kann.

Beim Hochmut ist es nämlich so: Er verschwindet, wenn ich mich als einen Beschenkten erkenne. Er verschwindet auch, wenn ich die Nächste und den Nächsten als Wunder wahrnehme und sie auch so behandle.

Dort, wo ich in Demut und Ausliebe die Bedürfnisse anderer zu meinen eigenen mache, hat Hochmut keine Chance.

Torheit als Sünde und Herausforderung

Kommen wir zur letzten Sünde: Torheit. Man könnte sie auch mit Gedankenlosigkeit, Leichtsinnigkeit, Unvernunft oder Dummheit übersetzen. Ich finde es übrigens absolut klasse, dass Jesus hier die Dummheit in seinen Katalog von Sünden mit aufnimmt. Dummheit ist Sünde.

Achtung: Unwissenheit ist keine Sünde, aber Unwissenheit, die sich nicht nach Weisheit ausstreckt, die sich nicht mit Gottes Wort auseinandersetzt und die nicht lernen will – der es reicht, einfach den eigenen Ideen, dem Zeitgeist oder dem Gefühl zu folgen – so eine Form von Unwissenheit ist tatsächlich Sünde.

Unwissenheit wird dort zur Sünde, wo aus dem Einfältigen ein Narr wird, aus dem, der noch nicht weiß, einer, der nicht wissen will. Deshalb dürfen wir damit rechnen, dass sich in unsere Herzen absolute Quatschgedanken einschleichen. Dass wir verrückte Ideen haben, also solche, die wirklich durchgeknallt sind und nicht nur kreativ. Dass es in unserem Denken eine gefährliche Offenheit für das gibt, was man in der Psychologie die überwertigen Ideen nennt, oder für Verschwörungstheorien oder für schräge Überzeugungen.

Das ist alles leider völlig normal, weil wir Menschen sind. Deshalb sollten wir auch die dummen, leichtsinnigen und eigensinnigen Gedanken erkennen und ablegen. Auf keinen Fall dürfen wir sie weiterdenken. Sie tun uns nicht gut und führen zu bösen Worten und bösen Taten, die uns in Gottes Augen nur verunreinigen.

Abschluss und Ausblick

Was könntest du jetzt tun? Überlege, ob sich Neid, Hochmut oder Dummheit in dein Leben eingeschlichen haben.

Wie viel Zeit investierst du, um klug zu werden?

Das war es für heute. Bete für das kommende Jahr, dass durch dich und deine Gemeinde viele Menschen das Evangelium hören und sich einige von ihnen bekehren.

Der Herr segne dich. Erlebe seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.