Einleitung
Jetzt lesen wir aus Apostelgeschichte zwei im Bericht von der ersten
urchristlichen Gemeinde von Jerusalem. Apostelgeschichte zwei von Vers 41
bis Vers 47. Die nun das Wort Gottes annahmen, ein schönes Wort für die
Glaubensentscheidung, Aufruf zur Umkehr, Annehmen, dem Wort Gottes Recht
geben, Ja dazu sagen, ließen sich taufen und an diesem Tag wurden
hinzugefügt etwa 3000 Menschen. Sie blieben aber beständig in der Lehre der
Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. Es kam
aber Furcht über alle Menschen, und es geschahn auch viele Wunder und
Zeichen durch die Apostel. Alle aber, gläubig geworden waren, waren
beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam. Sie verkauften Güter und Habe
und teilten sie aus unter alle, je nachdem, es einer nötig hatte. Und sie
waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hin und
her und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauteren
Herzen, und lobten Gott und fanden Wohlwollen bei dem ganzen Volk. Der Herr
aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.
Wahrscheinlich hat jeder von ihnen das registriert, dass unsere Kirche,
unser Gemeindebezirk in der Dobelstraße liegt, aber wissen Sie eigentlich,
wo der dazugehörige Dobel ist? (Schiller 1775 bis 1782 in Stuttgart, in
dieser Zeit Drama "Die Räuber", 1782 musste Schiller Württemberg verlassen,
nach dem Ort im Wald am Hang des Stuttgarter Talkessels, wo Schiller seinen
Kommilitonen aus "Die Räuber" vorlas, Dobelstraße benannt, heute dort im
Wald Gedenkstein) Also diese wilde Talschlucht? Das gehört noch zu unserem
Bezirk, ganz dahinten, wenn man von der hohen Dotscher herunterkommt, da
ist eine ganz wilde Schlucht, wenn es so gewittert wie heute Nacht, und die
Regengüsse kommen, dann stürzt ganz viel Wasser dort hinten in diese Ecke
unseres Gemeindebezirkes. Und dahinten hat sich ja große deutsche
Geschichte abgespielt. Dort haben sich vor Jahren in Tag einige junge
Burschen versammelt und einer von ihnen hat sein dramatisches Schauspiel
dort unten verlesen. Hinten in dieser Dobel Schlucht, das war Friedrich
Schiller mit seinem Drama die Räuber. Und ich wurde heute Morgen an
Friedrich Schiller erinnert, deshalb, weil er das in so klassischer Weise
beschrieben hat, was Gemeinschaft ist, in seinem Gedicht an die Freude.
Wahrscheinlich können es die meisten von Ihnen jetzt mitsprechen: Wem der
große Wurf gelungen, eines Freundes Freund zu sein, wer ein holdes Weib
errungen, mische seinen Jubel ein, und wer auch nur eine Seele sein nennt
auf dem Erden Grund, und wer es nie gekonnt, der stehle weinend sich aus
diesem Bund. Also, das tollste ist, sagt Schiller, wenn man irgendwo einen
Menschen findet, dem man ganz gehört, dem man blind vertrauen kann. Das war
es auch schon damals eine Sehnsucht. Und heute ist das ja nur noch
schlimmer geworden. Viele von Ihnen, die sehnen sich nach einer echten
Gemeinschaft, und wenn ich so einen Text verlese, dann rühre ich an alle
Ihre Wunden. Sie sagen, ja, ich wollte auch in so einer Gemeinschaft da
sein, wo man sich versteht, und wo man alles miteinander teilt, und wo man
sich freut aneinander, wo man so viele Beziehungen hat, und so miteinander
redet, das ist natürlich. Wir leben heute so dicht aufeinander, ob sie in
der Schlange stehen beim Lidl, oder in der S-Bahn, in der überfüllten sind,
oder im Stau im Auto stehen, Menschen, Menschen, Menschen, aber die haben
kaum ein Gesicht. Die Sie verstehen, die Sie lieb haben, mit denen sie auch
etwas ganz Vertrautes bewegen können. Das ist eine Not, ganz besonders in
unserer Zeit heute: Je mehr unsere Städte immer dichter bevölkert werden,
die Einsamkeit, mit der man nicht mehr fertig wird. Und dann klagen Sie
auch mit Recht und sagen, es ist überall zu kalt, niemand ist da, keiner
hat Zeit für mich, jeder geht an mir vorüber. Wie empfinden das jetzt erst
unsere Kranken, die die Kassette hören? Wir leiden darunter. Niemand guckt
nach mir, ich bin ganz, ganz allein.
Gott schafft Gemeinschaft
Jetzt mein erster Punkt: Gott schafft Gemeinschaft. Es ist ja längst bei
den Kirchen erkannt als eine Notwendigkeit heute: Wir müssen ganz anders
Gemeinschaft anbieten. Da werden Freizeiten aufs Programm gesetzt, werden
gesellige Treffs gemacht, und da wird alles probiert, wie man das ein wenig
beleben kann. Das ist auch schön, dass in unserem Gottesdienst am Eingang
Leute stehen, die einen willkommen heißen, und einen guten Morgen wünschen,
dass man aufeinander zugeht, wir bemühen uns doch. Wie kann man denn
Gemeinschaft machen miteinander? Überall gibt es heute in den
Gemeindehäusern Club Räume, und da sind viele Gelegenheiten zum miteinander
essen, und zum Kaffeetrinken und zum Unternehmungen miteinander machen.
Damals in der ersten Christenheit war das alles nicht da. Nicht, dass das
schlecht wäre. Nur, dass das allein nicht Gemeinschaft bildet. Das ist
wichtig, das gehört dazu, das ist vielleicht ein Ausdruck einer
Gemeinschaft, die man hat, aber man kann nicht Gemeinschaft so erzwingen.
Oder ich beobachte das, dass heute natürlich Programme sind, die auf
Seminaren in vielen Büchern, ich glaube es sind schon einige 100 Bücher, in
den letzten Jahren entstanden, wie man die Gemeinschaft beleben und
erneuern kann in diesem toten Kirchengemeinden, Opas Kirche ist tot, wie
macht man sie wieder lebendig? Da muss man irgendetwas machen, Dampf
reinlassen und wie macht man das, endlose Methoden sind erfunden worden,
endlose Rezepte werden propagiert! Und die damals hatten gar keine Rezepte.
Ich behaupte jetzt mal, ich kann es Ihnen jetzt nicht im langen Breiten
darlegen, ich behaupte das, wenn Sie Lust haben, könnte man es in Ruhe tun,
im neuen Testament gibt es nicht eine Lehre über die Gemeinde. Deshalb
haben wir alle gar nicht recht, die heute eine Engführung einer Methode uns
anbieten die haben nicht recht. Im neuen Testament haben wir die ganz
verschieden gestalteten Gemeinden. Darum gibt es auch so viele
Kirchenformen alle können sich auf das Neue Testament berufen. Eine
wunderbare Vielfalt herrscht in der Organisationsform, es muss bloß
zweckmäßig und gut sein, das Entscheidende ist die Gemeinschaft, nicht die
äußere Form, nicht die äußere Organisation, wie auch immer. Und wie kommt
es denn wirklich zu einer echten tiefen Gemeinschaft? Damals wurde nicht
einmal über Gemeinde geredet. Es gab nicht einmal ein Programm oder eine
Methode, das Wort kommt noch nicht einmal vor. Sondern im Nu, darf ich mal
zu sagen, im Nu waren sie ein Herz und eine Seele. Im Nu. Das macht der
lebendige Gott. Und das macht er auch heute. Wissen Sie das? Das macht er
auch heute, indem er Menschen umwandelt, das waren übrigens nicht
irgendwelche besonders dafür geeigneten Leute, sie kennen doch schon die
Männer aus dem Freundeskreis Jesu, wir wissen sie, das auch in nur
Christengemeinde da manche Willens starke Persönlichkeiten waren, und ab
und zu also rauchte und die aneinander gerieten und es krachte, es war also
gar keine zart beseitigen Leute. Und sie waren auf einmal eine wunderbare
Gemeinschaft, die alles Füreinander taten, warum denn? Sie hatten
miteinander Gemeinschaft in Christus, anders geht es nicht. Es ist ein
Holzweg, wenn heute in unserer evangelischen Kirche über alle möglichen
Trickmethoden und mit neuen Personalstellen unser bei der Gemeinde
geschaffen wird. Wenn es nicht in der Mitte geschieht... Wenn Sie fragen,
wie geht das heute: durch Evangelisieren! Indem man Menschen zeigt, wer
Jesus ist, und da war es doch so passiert an diesem ersten Pfingsttag, dass
die Menschen ihre Schuld erkannt haben und gesagt haben, ja wie werde ich
mit meiner Schuld fertig? Mein Leben war doch falsch gelebt, und da hat der
Petrus gesagt ganz einfach, Jesus vergibt dir deine Schuld, ich darf das
sagen, für dich ist er ans Kreuz gegangen. Und auf einmal hatten die
Menschen ein Interesse, ich muss mehr von Jesus erfahren, darum kamen sie
zusammen. Eine Gemeinde zusammenführen, ist eben nicht der Touch von Mr.
Good Morning an der Eingangstüre vom Eingang der Kirche, oder die
Kaffeetasse im Seniorenkreis, das machen wir, weil wir eins sind, sondern
das Wunderbare in der Gemeinschaft, die sie finden müssen, ist das
Teilhaben an Jesus. Das verbindet uns, da ist einer, der geht auch den Weg,
der hat das auch erlebt, wie Jesus in seinem Leben wirkt. Da kann ich mit
einem darüber reden, was mir heute wichtig geworden ist, da ist jemand, der
für mich betet, da trifft man sich und hat an diesem wichtigen Punkt
Gemeinschaft. Da ist einer, der sich auch freut, wenn er einmal stirbt,
heimkehren darf in die ewigen Arme des Vaters. Das ist doch wunderbar, dass
uns dieses zusammenführt. Wenn im Neuen Testament in den Paulus Briefen von
Gemeinschaft die Rede ist, dann redet Paulus nie über irgendwelche äußeren
Symbole der Gemeinschaft, sondern er spricht immer, wir haben Gemeinschaft
miteinander im Vater, seinem Sohn Jesus Christus, und in seinem Geist. Das
ist ja das Wirken des Geistes Gottes, das er uns plötzlich die Augen öffnet
für Jesus. Auffallend ist, dass die kein Wort über den heiligen Geist
reden, aber der Geist Gottes wirkt in einer Stille, indem er uns Jesus so
wichtig macht, dass uns dies verbindet und zusammenführt und wir darin eins
sind. Einen ganz neuen Lebenssinn haben sie gefunden, und darum war es
ihnen auch so wichtig, das Wort miteinander zu leben. Ich hab die Erfahrung
gemacht, man kommt sehr nahe miteinander zusammen, wenn man miteinander
betet. Oder wenn man sich miteinander einmal zusammensetzt, wir wollen über
ein Wort der Bibel nachdenken. Das gibt eine ganz intensive Gemeinschaft.
Die uns ganz eng verbindet, und das war für diese Christen so wichtig, sie
wollten in diesem Wort ganz zusammen sein, im Wort, in der Apostellehre,
sie haben sich gegenseitig unterwiesen und unterrichtet und das war das
Bindeglied in dieser urchristlichen apostolischen Gemeinde der damaligen
Zeit. Und das hat sie so reich gemacht und so zusammengefügt.
Was ist der springende Punkt?
Jetzt mein zweiter Punkt: Was ist der springende Punkt?
Ich möchte noch ein wenig deutlicher machen, zur Gemeinschaft, was ist der
springende Punkt zur Gemeinschaft? Mir fällt es heute immer auf, wenn ich
mit jungen Leuten rede, die jungen Leute haben ja eine ganz andere Sprache.
Und da ist verbreitet, dass da plötzlich ein junger Mann sagt, auch so mit
22...23: ich hab eine Beziehung. Ich sage ja, was als Beziehung, das ist
ein Vitamin B, so hat man früher gesagt wenn einer zur oberen
Chefetagenbeziehungen hat, dass da protestiert wird: Nein, nein, er meint
etwas ganz anderes. Er meint eine Frau damit, der junge Mann, der sagt, ich
habe eine Beziehung. Ich frage: Wie lebst du denn diese Beziehung? Ist das
die große Liebe, da sagt er: Ach nööö! Ja, wie spielt sich das denn ab,
wollt ihr mal heiraten? Aach nööö! Ja, die meisten jungen Menschen haben
nur noch Beziehungen, die haben gar keine lebenswerte Bindung mehr,
Beziehungen, das ist ein ganz kühles Wort, wie das Wort Partner. Im
Geschäft da hat man mal eine Zeit lang miteinander zu tun, dass ist
teilweise bei einigen sehr intim, aber die finden die Gemeinschaft, die
sagen, Ach, der Mensch ist auch nicht so, mit dem will ich mich nicht ganz
zusammen binden, nur eine Beziehung ist es, eine flüchtige Beziehung,
vielleicht besteht sie ein paar Jahre, vielleicht wird sie intensiv gelebt,
aber zusammenziehen wollen wir überhaupt nicht, wir bleiben auf Beziehung.
Was für ein Ausdruck der völligen Gemeinschaftsunfähigkeit unserer Zeit!
Warum sind junge Menschen heute so wenig in Gemeinschaft? Je mehr Sie heute
mit jungen Menschen weiter reden, warum die die Beziehung so kühl lassen
wollen, ist einfach, dass sie sagen: Ich möchte ja mein Leben auch für mich
allein noch leben. Und ich will jederzeit frei sein, wieder auszusteigen.
Der Grund, warum man sich nicht binden will, ist die Angst vorm Papier?
Nicht die Angst vor dem Papier, sondern die Angst, ich könnte mich binden.
Und darum sind so viele Menschen heute einsam und allein, weil sie sich gar
nicht mehr binden können, und das Interessante bei dieser Gemeinschaft
damals, bei der Urchristenheit war doch, dass das nicht bloß eine Beziehung
war. Man ging mal hin, wie man ins Kino geht, man ging wieder raus. Sondern
sie haben Jesus kennen gelernt, und wie sie von Jesus gehört haben, da hat
selbst ihr ich zertrümmert. Da war das nicht mehr der stolze Mensch. Die
riefen ja und sagten: Was sollen wir tun? Wir können mit unserem Leben
nicht vor Gott bestehen! Das waren vorher doch sichere Leute. Ich hab
Menschen getroffen, die auf dem Sterbebett noch sagten: Da hört alles auf,
ich bin ganz sicher. Und das ist so wunderbar, wenn Jesus uns zeigt, wenn
er unser Selbstvertrauen an dieser Stelle, wo wir im Irrtum leben,
zertrümmert. Und da haben die Menschen plötzlich entdeckt, ich lebe ja gar
nicht richtig, ich lebe ja falsch! Das stimmt doch gar nicht, dass ich der
sichere Mensch bin, ich brauche Jesus. Er macht allein mein Leben neu.
Darum was ihm so wichtig, auch das Brotbrechen, das haben sie täglich
gefeiert als Abendmahl, sie wollten täglich das wissen, Jesu Blut ist für
mich vergossen, und jetzt lebe ich mit Gott im Frieden. Gott hat meine
Schuld weggeräumt, ich bin versöhnt. Das wünsche ich bei uns allen, dass
wir hier nicht eine Gemeinschaft von Individualisten sind, sondern Leute,
die sagen, das darf jeder wissen, ich bin ein sehr mangelhafter, fehlsamer
Mensch. Wissen Sie das? Und jedes Mal, wenn wir darüber reden, wissen wir,
dass wir keine Stunde unseres Lebens schaffen ohne Vergebung Gottes. Darum
brauchen wir Jesus. Und das verbindet uns. Mögen viele andere davon reden,
dass sie ihr Leben selber meistern können, sie müssen bloß gut sein, und
wollen, und sie leben schon einigermaßen recht, bei ihnen ist nicht
vorzuwerfen, wir nicht. Das macht die Gemeinschaft aus. Und wer Jesus so
kennen gelernt hat, der verliert auch seine Sicherheit, das ist dabei denen
gewesen, mit Hab und Gut, wissen Sie. Da war es gar nicht mehr so wichtig,
was sammle ich mir an Schätzen, wie viel Ehre habe ich, was gelte ich... Da
waren sie plötzlich frei geworden von den Reichtümern dieser Welt. Das wird
man nur, wenn unser Ich zerbrochen ist, unsere stolzes Ich, das ist das
Haupthindernis des Glaubens! Nicht ihr Verstandeszweifel, Ihr stolzes Ich!
Dass ich sage, ich möchte mich selber verwirklichen. Man hält das fest vor
Gott und sagt: Nein, ich lass das Wort Gottes nicht in mein Leben rein,
obwohl man genau weiß, das ist doch schon so oft an die Wurzel getroffen
hat. Und erst wenn ich da den Herrn Jesus kennen lerne, wenn ich merke:
Ach, was ist Geld und Gut, das ist doch nicht das, was mein Leben ausmacht,
sondern wenn Jesus bei mir ist, wenn er mit mir geht in meinen Berufsalltag
hinein, wenn ich ihn bei mir habe, in der Nacht, in meinen Ängsten, in
meinen Sorgen, da bin ich doch geborgen. Das war der springende Punkt der
Gemeinschaft, und dass er diese Christen zusammengeführt, und dass er sie
freigemacht hat von ihrer Habgier, und deshalb hatten sie auch nicht
dauernd an ihr Ich denken müssen. Paulus ist es ja auch so, bis hinein in
unsere Frömmigkeit, das wir auch suchen, was krieg ich, was bringt Gott
mir, so wird gesagt. Das möchte ich wohl wissen, das möchte ich heute
wissen, wem darf ich heute eine Glaubensstärkung mitgeben, vielleicht auf
dem Weg nach daheim vom Gottesdienst. Wo kann ich bloß jemand hören, jemand
seine Sorgen anvertraut, wenn ich sage, ich will für dich beten. Da waren
sie plötzlich füreinander da. Und waren freigeworden von ihrem Ich. Durch
eine radikale Bekehrung, zu Jesus hin.
Dazu sind wir eingeladen
Jetzt noch ein letzter Punkt: Dazu sind wir eingeladen.
Dazu sind wir eingeladen. Vor ein paar Tagen hat mir es jemand erzählt von
einer jungen Frau, die hier im Gottesdienst war, und sagt, da geht sie
nicht mehr hin, in die Hofackerkirche, das ist so kalt. Das habe ich noch
gar nicht gewusst, heute es ist doch heiß oder? Aber da hat sie gesagt: das
ist so kalt. Da hat sie gemeint, an Beziehungen. Man kann das ja oft
treffen, dass Christen durch das Land reisen, und wie die Brautschau die
beste Gemeinde suchen, wer ist die Schönste im ganzen Lande, wo ist eine
Gemeinde, die gerade für mich richtig ist? Wissen Sie, dass Sie sich
versündigen? Wir dürfen uns kritisieren, nicht dass wir da zimperlich
werden, aber Sie müssen wissen, ich habe die Erfahrung gemacht, überall, wo
sich Jesusgläubige Leute versammeln, ist Gemeinde Jesu. Und da möchte ich
nicht den Stab drüber brechen. Ich habe mich wohl gefühlt in
Stundenversammlungen, wo ein paar alte Leute da waren. Weil ich Jesus dort
gefunden habe, er schämt sich nicht, ihr Bruder zu heißen. Und da wollte
ich bloß dabei sein. Und ich war so froh, als meine Frau gesagt, ich singe
heute den Kanon Wo zwei oder drei versammelt sind". Es geht doch nicht
darum, dass ein paar hundert da sein müssen! Es ist doch bloß wichtig, dass
ich, wo ich bin, Gemeinschaft habe. Und ich wünsche es allen unseren
Kranken, die über die Kassette mithören, dass sie einen oder zwei haben,
die diese Woche zu ihnen kommen, mit denen sie Gemeinschaft in Jesus haben,
Gebete die Gemeinschaft. Da müssen Sie sich öffnen dazu. Dass Sie überhaupt
teilhaben an der Gemeinschaft, so viele, wie da überall nur suchen, wo ist
denn da, die merken kommt gar nicht, das darf ich doch tun, indem mich in
einen Kreis hinein gehe, indem ich einen anderen bitte, dass er meine Last
mitträgt. Wenn man sich heute umschaut und umhört, was alles getan wird, um
Gemeinde zu beleben, da kriegt man einen Ekel davor. Ich habe jetzt eine
Gemeinde gehört, da streichelt man sich die Wangen, um mehr Gemeinsamkeit
zu haben. Pfui Teufel, nicht? Wo man allen möglichen Firlefanz macht, wo
man in den Reihen schunkelt Kommandos, damit man Gemeinschaft hat, das will
ich gar nicht. Ich möchte ein Mensch sei mit meinen Gaben, ich will mich
gar nicht mit jedem verbinden, ich bin nicht beim Sauffest. In der Gemeinde
wird die Individualität geachtet, und da bleibt auch die Würde eines
Menschen erhalten, das ist nicht ein verbackener Brei. Aber das gibt es,
dass einer dem anderen seine Lasten überträgt, das ist die lebendige
Gemeinde. Und ich freue mich, was da geschieht, und so viele, die das
Geheimnis entdeckt haben, gemerkt haben, schließlich eine Gemeinde, das
liegt in mir. Ob ich das ergreife. Man kann manchen Menschen gar lang
hinterdrein laufen, denen alles versuchen, sie betreuen, und die finden
trotzdem nicht in die Gemeinde hinein, weil sie nicht merken, ich muss mich
öffnen, ich muss jetzt auf jemand zu gehen, er und ich muss merken, dass
ich ein von Jesus angenommener bin, und dass sie mit meinen Gaben der
Gemeinschaft dienen darf. Dass das, was ich erkenne, auch als
Glaubenserkenntnisse den anderen eine Hilfe ist. Ich muss gar nicht
Theologie studieren, sondern so wie ich bin, gehöre ich in die Gemeinschaft
des Gottesvolkes hinein, und wir sind alle weltweit aus allen Gruppen und
Konfessionen und Gemeinden alle, die Jesusliebe haben, die ihn als Herrn
anerkennen, die auf seinen Namen getauft sind, alle eins darin. Und da habe
ich mich wohl gefühlt in der Freien evangelischen Gemeinde, ich vergesse
nicht die Gottesdienste in der Heilsarmee, wo ich unter der Kanzel saß, und
reich gestärkt wurde. Da sind die äußeren Formen nicht wichtig, wie
Liturgie, ob das die englische anglikanische Liturgie ist, oder ob das
Baptistenordnungen in Russland oder Rumänien waren, wo Jesus zu mir
gesprochen hat durch die Frau, durch den Mann, die ich da getroffen habe,
wo zwei oder drei zusammen waren. Und ich freue mich, dass es lebendige
Gemeinde gibt, und dass ich dazu gehören darf. Und dass ich jedes Mal voll
Erwartung hingehen darf, was hat mir Gott heute bereit, und was darf ich
weitergeben an andere, wo darf ich dienen mit meinen Gaben, ich werde
gebraucht. Sie hatten Teil am Gebet, das gehört auch dazu, in den Häusern
hin und her. Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, das ist gar nicht ein
Brauch, den die Pfarrer sonst auch machen, dass wir bei Besuchern nachher
noch miteinander beten, Ach wir schließen das zusammen, bei den Anlässen
des Geburtstags oder wo wir uns treffen, auch in der Familie so schön. Dass
man miteinander das Wort teilt, wenn Sie nach einem Mittagessen aneinander
sich ergötzen, dass man das Wort miteinander austeilt, und sich stärkt und
Gemeinde hat, das fällt schon in Familien an, die Gemeinschaft. Es geht
weiter in den Gruppen in den Begegnungen bei Besuchern, und da geht es gar
nicht darum, wie viel sich jetzt in dieser Denomination, in dieser
Kirchenorganisation treffen, und wie das organisiert ist, das hängt ja
überhaupt nicht an den hauptberuflichen Profis, sondern das hängt bloß an
der Gemeinde, die das entdeckt, dass Jesus heute uns Gemeinschaft schenkt.
Ich möchte Sie bitten dass Sie diese Gemeinschaft ergreifen, ganz ergreifen
und sich reich beschenken lassen. Amen.
