Serie•Teil 146 / 366Solid Joys
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Ein unerwarteter Anfang
Fünfundzwanzigster Mai
Gottes Plan mit unseren Umwegen
Und was immer ihr tut, in Wort oder Werk, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott dem Vater durch ihn. Kolosser 3,17.
Hast du dich schon einmal gefragt, was Gott eigentlich tut, während du an der falschen Stelle nach etwas suchst, das dir abhandengekommen ist und was du dringend brauchst? Er weiß genau, wo es ist, und lässt dich dennoch an der falschen Stelle suchen.
Mir ging es beispielsweise so, als ich nach einem bestimmten Zitat für die Neuauflage meines Buches Sehnsucht nach Gott suchte. Ich war mir sicher, dass ich es bei Richard Wurmbrand gelesen hatte. Ich dachte, es käme aus seinem Andachtsbuch Erreichbare Höhen. Ich hatte quasi vor Augen, wo das Zitat auf der rechten Seite stehen müsste, doch ich konnte es nicht finden.
Wenn die Suche selbst zur Botschaft wird
Während ich danach suchte, blieb ich allerdings bei seiner Andacht für den dreißigsten November hängen. Was ich dort las, war so fesselnd, dass ich mir dachte: Jetzt weiß ich, warum mich Gott an der vermeintlich falschen Stelle hat suchen lassen.
Hier war eine Geschichte, die perfekt veranschaulichte, dass nichts, was wir im Namen Jesu tun, verschwendet ist. Nichts, nicht einmal an der falschen Stelle nach einem Zitat zu suchen.
Hier ist, was ich las:
Etwa zwanzig Jahre lang wurde in einer Anstalt ein Mädchen namens Käthe gepflegt. Es war von Geburt an geistig behindert und hatte nie ein Wort sprechen gelernt. Stumpf vegetierte Käthe dahin. Abwechselnd starrte sie bewegungslos stundenlang vor sich hin oder befand sich stundenlang in zappelnder Bewegung. Sie aß und trank, sie schlief, stieß auch einmal einen Schrei aus. Andere Lebensregungen hatten wir an ihr in den langen Jahren nie wahrgenommen. An allem, was in ihrer Umgebung vor sich ging, schien sie nicht den geringsten Anteil zu nehmen.
Auch körperlich ging es dem Mädchen immer elender. Ein Bein musste ihr abgenommen werden, und das Siechtum wurde immer stärker. Schon längst wünschten wir, dass Gott sie zu sich nehmen würde.
Das Lied am Sterbebett
Da rief mich eines Morgens unser Doktor an und bat mich, mit ihm gleich einmal zur Käthe zu gehen, die im Sterben lag.
Als wir in ihr Zimmer traten, trauten wir unseren Augen und Ohren nicht: Die von Geburt an geistig behinderte Käthe, die nie ein Wort gesprochen hatte, sang sich selbst die Sterbelieder. Vor allen Dingen sang sie immer wieder: „Wo findet die Seele die Heimat, die Ruh?“
Etwa eine halbe Stunde lang sang sie mit verklärtem Gesicht und ging dann sanft und still heim.
Kann irgendetwas, was im Namen Christi getan wird, je verschwendet sein? Meine frustrierte, vergebliche Suche nach dem, was ich zu brauchen meinte, war nicht verschwendet. Diesem schwerbehinderten Kind vorzusingen war nicht verschwendet. Und dein qualvoller, ungeplanter Umweg ist keine Verschwendung, nicht wenn du für Gottes unerwartetes Wirken offen bist und alles in seinem Namen tust.

