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Jesus und das Gebet (Teil 2)

25.06.2018
Serie•Teil 20 / 21Jesus
Beten ist mehr als Pflicht: Es zeigt, worauf du wirklich vertraust. Und es entscheidet mit, ob dein Leben nur funktioniert – oder von innen her Kraft bekommt.

Einleitung: Gebet als Beziehung und Spiegel

Also, Jesus und das Gebet, Teil 2.
Beten ist Reden mit Gott oder, wie ich es persönlich empfinde: Gebet macht aus einer Bekehrung eine Beziehung. Hör dir an, was jemand betet, für wen er betet, wie jemand betet, und du wirfst einen ganz tiefen Blick in sein Herz. Am Gebet wird deutlich, wem wir eigentlich vertrauen. Es wird deutlich, wofür wir leben. Und was ich persönlich ganz spannend finde: Es wird deutlich, woher wir die Kraft für das nehmen, was wir im Leben so tun.
Gebet ist ein Spiegel, ein Spiegel meiner Beziehung zu Gott. Was wir im Gebet nicht sind, das sind wir nicht. Ich sage das noch mal: Was wir im Gebet nicht sind, da, wo wir mit Gott alleine sind, das sind wir nicht. Und zwar egal, wie sehr wir uns anstrengen, nach außen hin ein guter Christ zu sein.
Und weil das so zentral ist, dieser Moment, wo wir Gott begegnen, deswegen werden wahrscheinlich die meisten von euch auch sagen: Ja, ich verstehe, was du sagen willst. Aber Gebet, Gebet ist auch der Teil in meinem Leben, der am allermeisten angefochten ist.
Also, wenn der Teufel an einer Stelle Interesse hat, dann dich vom Beten abzuhalten. Und ich glaube, jeder hier könnte, wenn er in weichen mit Gott unterwegs ist, Geschichten über Geschichten erzählen, wo er beten wollte und irgendwas passiert ist und dazwischengekommen ist und davon abgehalten wurde. Ja, das stimmt: Der Teufel fürchtet nichts mehr als Christen, die beten.
Und deswegen, weil Gebet ja wirklich wichtig ist und wir eine Menge von Jesus an der Stelle lernen können und ich denke auch lernen sollten, deswegen noch mal ein Blick auf dieses Thema.
Und ihr wisst schon, am Anfang gibt es drei Vorbemerkungen, genau. Also, erste Vorbemerkung, und die klingt ganz banal, ich wollte sie trotzdem mal bringen: Wenn wir sagen, beten ist reden mit Gott, dann geht das auf den Text zurück, den wir letztes Mal miteinander betrachtet haben. Da war Lukas 11,2. Die Jünger kommen zu Jesus, bitten ihn darum, dass er ihnen das Beten beibringt, und Jesus sagt: Wenn ihr betet, so sprecht.
Für Jesus ist Beten Reden mit Gott. Es ist wichtig, dass wir das verstehen, denn es gibt viele Formen der Anbetung. Nicht jede Form von Anbetung ist auch Gebet.
Anbetung, vom Wort her: Ich weiß nicht, ob ihr euch überlegt habt, was das Wort Anbetung bedeutet. Anbetung heißt eigentlich, ich falle vor jemandem nieder. Das ist Anbetung, wörtlich übersetzt. Also, Anbetung bedeutet, dass ich Gott ganz respektvoll begegne.
Und ich glaube persönlich, dass es ganz viele unterschiedliche Formen von Anbetung gibt, ganz unterschiedliche Ausdrucksformen, wie ich in der Begegnung mit Gott ihm zeigen kann, was er mir bedeutet. Ich glaube, dass es, ich weiß nicht, was du alles an Anbetungsformen kennst. Wenn wir hier oben unsere 24 Stunden Gebet haben, da gibt es so verschiedene Stationen, und alles hat damit zu tun, dass wir Gott begegnen.
In meinem Leben gibt es, wenn ich über Anbetung nachdenke, da gibt es zum Beispiel das Schweigen, einfach dieses vor Gott mal still werden. Das ist für mich ein Teil von Anbetung. Oder, was ich jetzt nicht so häufig mache, aber wo ich weiß, dass einige von euch stärker sind: wenn man Gott Lieder singt. Es gibt ja sogar das Gebot in der Bibel: Singt dem Herrn ein neues Lied. Das steht ein paarmal drin.
Wenn wir Gott Lieder singen, ist das Teil unserer Anbetung. Das Danken oder das Loben, wenn wir ganz bewusst Gott die Ehre bringen. Ich gehe sogar einen Schritt weiter. Ich behaupte, dass der Genuss, der bewusste Genuss guter Dinge, ein Ausdruck von Anbetung ist. Nämlich da, wo ich meine Hände falte und danke, zum Beispiel für ein gutes Essen, dass ich dann, wenn ich das nehme, an der Stelle Gott die Ehre bringe.
Und letztlich kann ich noch mal einen Schritt zurückgehen und sagen, von der Bibel her, dass mein ganzes Leben ein Leben ist, das ich zur Ehre und letztlich in Anbetung leben soll. Alles, was ihr tut, das darf alles Anbetung sein.
Und diese unterschiedlichen Aspekte sind mir alle gleich wichtig. Ich möchte heute aber nur über einen reden, und das ist der Aspekt, wo es darum geht, dass Beten Reden mit Gott ist. Und dieser erste Punkt ist mir so wichtig, weil ich sagen möchte: Lasst uns nicht einen Aspekt gegen den anderen ausspielen in unserem Leben.

Voraussetzungen für erhörliches Gebet

Erste Vorbemerkung. Zweite Vorbemerkung.
Auch wenn Gott Gott ist und jedes Gebet erhören kann, wenn er das will, und manchmal erhört er Gebete, wo du echt denkst: Ehrlich, Gott? Ja, hätte ich nicht gedacht. Gut, das kann er, er ist Gott. Gott macht, wenn er will, was er will.
Trotzdem gibt es Voraussetzungen für Gebete, auf deren Erhörung eine bestimmte Verheißung liegt. Es gibt so etwas wie erhörliches Gebet, Gebete, wo Gott sagt: Ja, wenn du das so und so machst, dann erhöre ich dein Gebet. Und es sind im Wesentlichen vier Punkte.
Die erste Voraussetzung für ein erhörliches Gebet lautet: Ich muss beten. Ihr schmunzelt, aber es ist vielleicht die wichtigste Voraussetzung. Jakobus sagt in Jakobus 4,2: Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet. Also es reicht nicht aus, dass man sich etwas nur wünscht, es aber nie Gott sagt, oder nur etwas erhofft. Der Schlüssel zur Veränderung im Leben und dazu, dass Gott uns beschenkt, der Schlüssel ist immer Gebet.
Punkt eins.
Punkt zwei: Der Herr Jesus sagt, ich soll im Namen Jesu beten. Wenn ihr etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun, sagte der Herr Jesus, Johannes 14,14.
Im Namen Jesu beten, das hört sich sehr kryptisch an. Was bedeutet das? Es bedeutet nicht, dass man ans Ende eines Gebetes einen Satz anhängt im Sinne von: Das sage ich im Namen Jesu. Das kann man machen, das ist nicht schlimm, aber das ist eigentlich nicht gemeint. Gemeint ist, dass ich an seiner Stelle, in seinem Namen bete.
Also wenn du an meiner Stelle, wenn du in meinem Namen irgendwo hingehst und sagst: Jürgen schickt mich, dann kommt zwar nicht Jürgen, aber irgendwie kommt doch Jürgen durch dich. Und im Namen Jesu beten ist genau das. Ich bete so, als würde Jesus beten. Das heißt, ich überlege mir, was hätte Jesus jetzt in der Situation gebetet. Und wenn ich dann eine gute Idee habe, was Jesus jetzt gebetet hätte, dann bete ich so, wie ich glaube, dass Jesus gebetet hätte. Das ist in seinem Namen, an seiner Stelle beten.
Also nicht irgendwas, worauf ich Lust habe, beten, sondern nachdenken und überlegen, wofür steht Jesus, und dann bete ich genauso.
Also Punkt eins: Ich muss beten. Punkt zwei: im Namen Jesu.
Punkt drei: Und das ist ein Punkt, den kann man von verschiedenen Seiten aus betrachten. Ich bringe mal drei Beispiele.
Gott erhört das Gebet der Gerechten, heißt es in Sprüche 15,29. Oder Psalm 66,18 heißt es: Wenn ich es in meinem Herzen auf Frevel, also auf etwas richtig Böses, abgesehen hätte, so würde der Herr nicht hören. Also Gott erhört das Gebet von gottesfürchtigen Leuten.
Und Johannes der Apostel bringt das schön auf den Punkt. Er sagt: Und was immer wir bitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und das vor ihm Wohlgefällige tun. 1. Johannes 3,22
Das bedeutet jetzt: In dem Maß, wie ich aus meinem Leben Sünde rausschmeiße und auch nicht mit Sünde spiele, sondern einfach sage: Nee, das möchte ich nicht. Ich möchte so einer sein, in dessen Herzen nichts Böses ist, und ich möchte so einer sein, der wirklich Gott gefallen will. In dem Maß sorge ich dafür, dass Gott meine Gebete erhören kann.
Und ein letzter Punkt: Gott erhört, wenn wir glaubend beten. Da heißt es in Matthäus 21,22: Und alles, was immer ihr im Gebet glaubend begehrt, werdet ihr empfangen.
Und das Spannende ist: Glaube zeigt sich, wenn ich mir anschaue, was Jesus sonst noch dazu sagt, weniger darin, dass ich Gott die Erhörung meines Gebets grundsätzlich zutraue. Das hat auch etwas mit Glauben zu tun. Aber interessanterweise legt Jesus einen ganz anderen Schwerpunkt. Für ihn, und ihr könnt das nachlesen im Gleichnis vom ungerechten Richter, hat Glaube weniger damit zu tun, was ich Gott zutraue, sondern vielmehr damit, ob ich bereit bin, in meinem Gebet nicht zu ermatten. Also auch da, wo sich das Gebet noch nicht gleich in der Erhörung zeigt, weiter zu beten. Das hat für ihn ganz, ganz arg viel mit Glauben zu tun.
Also vier Punkte.

Gottes Antwort und der unsichtbare Kampf

Dritte Vorbemerkung, und das ist die schönste: Wahrscheinlich glaubt ihr mir die gar nicht, könnte ich mir zumindest vorstellen. Vielleicht lest ihr das und sagt: Das kann doch nicht sein.
Meine dritte Vorbemerkung heißt: Gott erhört jedes Gebet. Ist das nicht schön? Also, ich setze jetzt mal Vorbemerkung zwei voraus, okay? Ich habe ja schon gesagt, es gibt so ein paar Voraussetzungen. Aber wenn du die Voraussetzungen erfüllst, also wenn du betest, wenn du an der Stelle jemand bist, der das im Namen Jesu tut, der nicht irgendeinen Stuss betet, sondern wo Jesus auch sagen kann: Yo, hätte ich auch gemacht, wenn du in deinem Leben zu dem stehst, was du betest, einfach gläubiger Christ bist und dass Gott das auch wirklich abnimmt, dann kannst du sagen: Gott erhört jedes Gebet.
Und jetzt wirst du, ich hoffe also nicht, ich hoffe nicht, aber ich nehme an, die meisten denken: Nee, das kann so nicht stimmen. Also manchmal sagst du ja schon komische Sachen, wenn du da hinter der Kanzel stehst. Das geht nicht. Ich habe definitiv schon für Sachen gebetet, die nicht erhört worden sind, und bei denen ich mir ziemlich sicher bin, dass Jesus sie auch gebetet hätte. Ich glaube, jeder von euch hat schon solche Gebete. Warum hat Gott das nicht erhört?
Und ich gebe jetzt einfach mal zu: Es ist vielleicht ein Hauch provokant formuliert, zu sagen, Gott erhört jedes Gebet. Aber eigentlich meine ich das genau so. Gott ist ein Gott, der, wenn wir beten, sich sofort kümmert. Das sagte der Herr Jesus in Lukas 18,8. Er ist wie ein Vater, der sich kümmert, wenn die Kinder etwas brauchen. Stellt euch da hinten Martin mit Klein-Frederik vor. Wenn jetzt Klein-Frederik irgendwas braucht, im Moment braucht er nicht viel oder nichts, was Martin ihm geben könnte. Aber wenn das mal anders wäre und er sitzt dann da noch so zwei Stunden, dann kümmert er sich nicht, dann geht er gar nicht. Und wenn das schon bei menschlichen Vätern so ist, wie viel mehr bei Gott? Gott ist ein Gott, der sich kümmert. Das ist das, was die Bibel sagt. Und ich muss immer das predigen, was die Bibel sagt.
Ich glaube, wir haben beim Gebet eine falsche Vorstellung von Gebet, und mir ist das richtig deutlich geworden in einem Buch. Es steckt im Alten Testament, Daniel 10. Ihr müsst euch Folgendes vorstellen: Daniel hat eine Vision, die versteht er aber nicht. Und jetzt hat Daniel den Wunsch, zu verstehen, was Gott ihm sagen möchte. Also fängt er an zu beten und zu fasten, drei Wochen lang. Und dann kommt ein Engel, der ihm alles erklärt. Und der Engel sagt Folgendes, und ich finde das so fantastisch: Daniel 10,12.
Und er sprach zu mir, was sagen Engel am Anfang immer? Fürchte dich nicht. Also wenn du jemals einem Engel begegnest, ja, die ersten drei Worte werden wahrscheinlich sein: Fürchte dich nicht. Fürchte dich nicht, Daniel, denn, und jetzt kommt es, vom ersten Tag an, als du dein Herz darauf gerichtet hast, Verständnis zu erlangen und dich vor deinem Gott zu demütigen, sind deine Worte erhört worden.
Also überleg mal: Der hat jetzt gerade drei Wochen gebetet und gefastet, und der Engel kommt und sagt: Hey, super schön, der Herr, ich bin jetzt da. Übrigens: Fürchte dich nicht. Und eins muss dir klar sein: Vom ersten Tag an ist dein Gebet erhört worden, und um deiner Worte willen bin ich gekommen.
Merkt ihr? Er betet drei Wochen und fastet drei Wochen, und auf der anderen Seite sagt der Engel: Hey, vom ersten Tag an war alles klar, dein Gebet ist erhört worden. Frage: Warum kommt der Engel dann erst nach drei Wochen? Warum kommt er erst nach drei Wochen Beten und Fasten?
Und der Engel selber erklärt es ihm dann folgendermaßen. Er sagt, weil in der Welt der Engel und der Dämonen, in der unsichtbaren Welt, ein himmlischer Konflikt tobt, bei dem wir nicht die einzigen Player sind. Und jetzt wird klar: Wenn wir beten, dann greifen wir mit unserem Gebet hinein in eine unsichtbare Welt. Gebet hat immer etwas damit zu tun, dass wir Gebetskämpfer sind.
Und als ich das gelesen habe hier und mir dachte: Wow, was für eine Aussage! Ich sehe ja immer nur mich mit meinem kleinen Problem, und jetzt bete ich für mein Problem und hoffe, dass ich es jetzt tue. Ich hätte ja gar nicht die Idee gehabt, dass vielleicht hinter meinem Wunsch, Klarheit für eine Vision zu kriegen, sich dahinter eine ganze unsichtbare Welt auftut, in die hinein ich quasi mit meinem Gebet wirke.
Und ich habe diesen Text hier gelesen, und seitdem ich diesen Text für mich durchdacht habe, stelle ich mir mich selber beim Gebet immer folgendermaßen vor. Und das verstehen jetzt wieder nicht alle, aber die Herr-der-Ringe-Fans schon. Ich nehme euch mit: Herr der Ringe, Teil 2, Die Schlacht an Helms Klamm. So, wer dem nichts sagt, stellt euch einfach eine Burg vor. Und auf dieser Burg, auf diesem Wall, da steht so eine Elfenarmee. Und da kommen diese Orks, also eigentlich sind es ja Uruk-hai, also die kommen da. Und dann siehst du diese Armee, und ich sehe mich jetzt, wenn ich bete, immer wie einer dieser Elfen da, die mit ihrem Bogen da stehen. Und jedes Gebet, das ich abschicke gegen meine Uruk-hai-Armee, jedes Gebet, das ich spreche, ist wie so ein Pfeil. So: wum.
Und Gott verspricht mir: In dem Moment, wo die Dinge in deinem Leben stimmen, die unter Vorbemerkung zwei gesagt wurden, wenn das stimmt, dann verspreche ich dir: Dein Pfeil trifft. Jedes Gebet wird erhört. Ich kann jetzt meinen Pfeil, ich kann dem noch ein bisschen Durchschlagskraft verleihen. Ich kann fasten, ich kann flehen, ich kann mich mit anderen im Gebet eins machen. Das können wir heute hier machen. Du kannst mit deinen wildesten Anliegen heute hier jemanden suchen und sagen: Ich bete mit dir zusammen nochmal. Weil da eine besondere Verheißung draufliegt in Matthäus 18,19.
Ich kann auch Schlaf verdichten, das haben Steffi und ich heute Morgen ein bisschen praktiziert. Ich kann Gelübde ablegen, kann sagen: Wenn Gott, wenn du mir das gibst, dann lege ich noch was obendrauf. Aber ihr könnt nicht machen, und das müsst ihr jetzt verstehen: Ihr könnt eurem Gebet Durchschlagskraft verleihen, aber ihr könnt nicht machen, dass euer Gebet, auch wenn es erhört wird, das eine ist, das den Konflikt entscheidet. Habt ihr den Unterschied verstanden?
Wir sind Kämpfer in einer Schlacht, in einer kosmischen Schlacht, wenn ich bete. Verspricht Gott mir: Ich werde dein Gebet erhören. In dem Moment, wo du betest, vom ersten Tag an, das kommt an. Aber es ist nicht nur mein Gebet. Das Ding ist viel größer, in dem wir uns drin befinden. Und wann diese geistliche Macht, die der Erhörung deines Gebets, also der erlebten Erhörung, entgegensteht, wann diese Macht niedergerungen ist, das steht oft nicht in unserer Macht.
Und deswegen beten wir manchmal drei Wochen, und dann kommt der Engel. Und manchmal beten wir vielleicht zwei Jahre, und manchmal noch länger. Und irgendwann dürfen wir nicht nur wissen, dass jedes unserer Gebete erhört wird, sondern dann dürfen wir diese Erhörung greifbar erleben und sehen, wie da etwas niedergerungen wurde und wie an einer Stelle ein Stück Gottes Reich entstanden ist.
Also: Drei Vorbemerkungen. Erstens: Beten ist Reden mit Gott. Zweitens: Erhörung wird denen verheißen, die beten, im Namen Jesu beten, Sünde meiden und glauben. Und der dritte Punkt: Gott erhört, wenn man Vorbemerkung zwei voraussetzt, jedes Gebet. Aber jedes Gebet ist, ich sag mal, nur wie ein Pfeil in einer Schlacht. Er trifft, wird erhört, aber das heißt nicht, dass wir die Erhörung selber sofort erleben. Womöglich müssen andere Kräfte erst aus dem Weg geschafft und überwunden werden.
Und das wissen wir dann oft nicht, weil wenn es bei dir mal drei Wochen oder ein Jahr dauert, kommt eben kein Engel mit, der sagt: Fürchte dich nicht, ich erkläre dir mal, was das Problem war. Das haben wir halt oft nicht. Okay, gut.

Das Gebet Jesu als Vorbild

Letztes Mal habe ich euch gesagt, es fehlen noch drei Punkte. Wir hatten letztes Jahr mal nur einen Punkt, und der eine Punkt hieß: Das Gebet Jesu hat Struktur. Wir haben uns dann mit dem Vaterunser beschäftigt.
Heute kommen drei weitere Punkte zum Thema: Wie hat Jesus eigentlich gebetet?
Der erste Punkt lautet: Jesus betet alle Zeit. Anhaltendes Gebet ist in der Bibel eine Sache, die immer wieder betont wird. Es gibt von Paulus dieses Gebot aus dem ersten Thessalonicherbrief: Betet unablässig. Habt ihr das mal gelesen? 1. Thessalonicher 5,17. Sitzend betet unablässig. Du fragst dich: Hm, wie mache ich denn das? Ja, unablässig, das klingt ja irgendwie nach Tag und Nacht. Das klingt ja eigentlich so, als soll ich auch dann beten, wenn ich eigentlich etwas anderes zu tun habe.
Und ich habe mir die Frage gestellt: Betet unablässig, wenn das so da drinsteht. Vom Hauptmann Cornelius wird gesagt, dass er alle Zeit zu Gott betete. In Lukas 18 gibt es ein Gleichnis, dass wir alle Zeit beten und nicht nachlassen sollen. Wie findet sich dieses alle Zeit beten eigentlich bei dem Herrn Jesus?
Versteht ihr, wenn man so eine Frage hat: Wie geht sowas? Mein Tipp: anschauen, wie Jesus es gemacht hat, soweit wir das wissen. Und da ist es jetzt spannend. Ich habe das mal für mich nur mit einem Blick ins Lukasevangelium gemacht. Ich habe mir die Frage gestellt: Wo und wann betet Jesus? Und ich gebe euch mal, und das ist jetzt nur das Lukasevangelium, einen ganz kurzen Überblick, damit ihr nur versteht, wie sehr das Leben Jesu in den unterschiedlichen Situationen seines Lebens tatsächlich vom Gebet geprägt ist.
Also, das fängt schon ganz am Anfang seiner Wirkungsgeschichte an: Lukas 3,21. Er wird getauft, er betet, und prompt geht der Himmel auf. Spannend. Lukas 5,16: Seine Popularität nimmt zu, und was macht Jesus? Er sucht die Einsamkeit im Gebet. Und wir merken: Gebet befähigt Jesus für seinen Dienst.
Oder Lukas 6,12: Da beruft er die Apostel. Er fragt sich, wen soll ich quasi zu meinem engsten Stab machen. Er verbringt eine ganze Nacht im Gebet und bereitet durch Gebet wichtige Entscheidungen vor. Allein dieser eine Punkt: Wenn wir den ernst nehmen würden, du machst keine Entscheidung mehr, die wirklich wichtig ist, ohne mal eine Nacht im Gebet zu verbringen. Stellt euch das vor, wenn für eure Firma vorgestellt wird, was das für eine Idee wäre.
Oder Lukas 9,18: Bevor der Herr Jesus den Jüngern eine wichtige Frage stellt, bereitet er dieses Lehrgespräch im Gebet vor. Oder im gleichen Kapitel, 28,29: Das ist unmittelbar vor der Verklärung. Verklärung heißt: Jesus geht auf einen Berg und fängt plötzlich an zu scheinen, zu strahlen. Und diese Begegnung, die er mit Gott hat und wo er nur ganz wenige Jünger mitnimmt, die wird vorbereitet durch Gebet.
Oder Lukas 11,1, was wir letztes Mal hatten: Kurz bevor die Jünger ihn bitten: Lehre uns beten, was macht Jesus? Er betet. Das hat Vorbildfunktion für andere Leute.
Oder Lukas 22,32, was mich sehr berührt: Da tut er Fürbitte für Petrus. Das heißt: Ich habe für dich gebetet. Was hat er denn gebetet? Dass sein Glaube nicht aufhöre. Das heißt, du siehst jemanden, der in eine ganz schwierige Zeit hineingeht, und du begleitest ihn, damit er in der Verleugnung nicht zerbricht. Hammer!
 Lukas 22,40-44: Gethsemane. Gebet ist dafür verantwortlich, dass der Herr Jesus den Willen Gottes für sein Leben akzeptiert. Und es geht hier darum, dass er stirbt. Versteht ihr? Es geht nicht darum, eine Kleinigkeit. Es geht darum: Ich muss bereit sein zu sterben. Wie mache ich das? Ich bereite mich im Gebet vor.
Und das Schönste dann am Ende vielleicht: Lukas 23,34: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Er betet für die Menschen, für die Soldaten, die ihn am Kreuz bewachen.
Warum habe ich euch das so im Überblick nur gebracht? Ich will nicht auf die einzelnen Stellen eingehen. Schaut euch die Stellen selber an. Mir geht es darum, dass wir eines festhalten: Gebet ist für Jesus mehr als ein Ritual. Es ist eine Gewohnheit. Es ist ein fester Bestandteil seines Lebens. Er sucht beständig und immer wieder das Angesicht Gottes, egal ob da jemand zuschaut, was ich ja schon ganz schräg finde. Er hat so ein Bedürfnis zu beten, dass er sich einfach ein Stück zurückzieht, dass Gemeinschaft ihm nicht mehr so wichtig ist, weil er die Gemeinschaft mit Gott braucht.
Er sucht beständig und immer wieder das Angesicht Gottes, egal ob jemand zuschaut oder nicht. Wenn viel los ist, auch mal nachts oder früh morgens, ist das ein ganz natürlicher, existenzieller Bestandteil seiner Gottesbeziehung. Und das ist gemeint, wenn die Bibel davon spricht, dass wir alle Zeit beten sollen.
Jesus betet alle Zeit. Sein ganzer Dienst ist von Gebet geprägt und wird aus Gebet heraus getragen. Erst das Gebet, dann der Rest. Erst die Begegnung mit Gott, dann die Begegnung mit den Menschen. Und das egal, ob er auf einer Welle der Popularität schwimmt, so Jesus-Christ-Superstar-mäßig, oder kurz vor der Kreuzigung, wenn seine engsten Vertrauten ihn verraten. Sein Leben ist ganz, ganz stark ein Leben der Abhängigkeit, und das heißt für ihn das Gebet.
Was ändert sich in unserem Leben, wenn Jesus in uns Gestalt gewinnt? Ich glaube, eine Sache, die sich sofort ändert, ist, dass wir beten. Jesus hat gebetet, vielleicht mehr, als wir uns das vorstellen können. Er hat diese Nähe zum Vater gebraucht, er hat sie gesucht, er hat sie mehr gesucht als Schlaf, er hat sie mehr gesucht als das Zusammensein mit Menschen. Es hat eine unglaublich hohe Priorität.
Und ich bin davon überzeugt, dass da, wo Jesus im Leben eines Menschen sichtbar wird, wo er tatsächlich sein Leben durch mich hindurch leben darf, wo ich zurücktrete und sage: Herr, wirke du, Herr, werde du sichtbar, an der Stelle wird sich das zeigen im Gebet. Es gibt keine Christusebenbildlichkeit ohne Gebet. Und ich glaube, wenn wir an irgendeiner Stelle sagen: Ich möchte Jesus mehr imitieren, ich möchte mehr sein wie Jesus, es schadet wahrscheinlich nicht, beim Gebet anzufangen.
Und seht es jetzt nicht als Keule von vorne. Ich habe ein bisschen Bammel, wenn ich das so predige, weil das bei Jesus so offensichtlich ist. Nimm dir doch erst mal einfach die Zeit, mit ihm darüber zu reden, ob das wirklich so ist und was er dir an der Stelle sagen möchte.

Leidenschaft und Klarheit im Gebet

Ein dritter Punkt: Der entwickelt sich fast ein Stückchen aus dem zweiten heraus. Jesus betet leidenschaftlich.
Hat er das vorhin gesagt, man kann beten und beten? Man kann beten mit der Leidenschaft, mit der man nachts bei Minusgraden mit dem Hund Gassi geht. Oder man kann beten mit der Leidenschaft und der Hingabe eines Liebhabers, weil man verstanden hat, dass nichts im Leben mehr Erfolg und Veränderung verspricht als Gebet.
Ich glaube persönlich, dass die Verheißungen, die auf Gebet liegen, nicht mehr zu toppen sind. Es gibt noch Verheißungen, die auf Bibellesen liegen, die sind auch noch ziemlich stark. Aber Gebet ist schon der Hammer.
Wenn wir aus einer geheiligten Beziehung mit Gott im Namen Jesu beten, dann liegt auf dem Gebet die Verheißung, dass er unser Gebet erhört. Solange unser Leben nicht von Sünde geprägt ist und wir nicht Unsinn beten, solange dürfen wir wissen, dass Gott uns erhört.
Ich habe das vorhin schon gesagt: dass wir beten und beten. Es gibt Gebet mit Durchschlagskraft und ohne. Auf ein paar Weisen kann man zeigen, dass mir die Anliegen, die ich habe, wirklich wichtig sind. Und ich möchte es noch einmal benennen, weil wir so selten darüber nachdenken, glaube ich.
Wir können normales Gebet intensivieren durch Flehen. Wenn wir Gebet plus unsere inneren Emotionen zulassen, legen wir uns wirklich als ganze Menschen in ein Gebet hinein. Wir können wachen. Ich kann auf Schlaf verzichten. Ich kann sagen, ich opfere diesem Gebetsanliegen eine Stunde Schlaf. Ich kann fasten, das ist Verzicht auf Essen. Ich ersetze eine Mahlzeit durch ein Gebet. Ich kann ein Gelübde geben, das heißt, ich verspreche Gott: Wenn du das tust, werde ich an der Stelle das tun, ich werde dir das schenken. Ich kann ausharren, das heißt, ich kann eine Sache so lange vor Gott bringen, bis er hört.
Und es ist jetzt nicht die Zeit, ausführlicher auf jeden dieser Punkte einzugehen. Aber ich kann euch sagen: Leidenschaftliches Gebet findet sich bei Jesus. Er ist nicht teilnahmslos, mit den Gedanken schon halb bei etwas anderem, während er noch betet. Kennt ihr das, dass man so etwas tut und dann ist sein Gedanke schon woanders? Man hat das manchmal, wenn man sich mit jemandem unterhält, stellt ihm eine Frage, und du merkst: Der redet zwar noch und antwortet noch, aber der ist schon weg.
Und so ähnlich kann man auch beten. Man kann so vor sich hin plappernd beten und mit den Gedanken schon den Einkauf planen oder, was weiß ich, schon mal das erste Meeting in der Firma oder was auch immer. Man ist noch formal beim Beten, und irgendwie redet man auch noch mit Gott, aber im Hinterkopf laufen schon alle Koprozessoren an, um den Tag zu bewältigen.
So war Jesus nicht. Er weiß, was auf dem Spiel steht. Für ihn ist Beten wirklich eine Sache von Leben und Tod. Von Sieg und Niederlage. Bei Petrus geht es darum, dass jemand in einer Versuchung bestehen kann oder dass er in einer Versuchung zerbricht. Jesus betet ja nicht für Petrus, weil das keine Gefahr ist, sondern er weiß genau: Ich möchte, dass da einer überlebt.
Gebet ist Kampf. Gebet ist Leidenschaft. Im Hebräerbrief heißt es dazu, und das ist die Stelle, die mich vielleicht am meisten berührt: Hebräer 5,7. Da wird über Jesus gesagt: Der hat in den Tagen seines Fleisches, also hier auf der Erde, sowohl Bitten als auch Flehen mit starkem Geschrei und Tränen.
Boah, hast du schon mal geschrien im Gebet? Hast du wirklich geschrien? Nicht nur so ein bisschen lauter gesprochen, geschrien? Hast du die Stimme versagen lassen, weil du quasi den Himmel anschreien möchtest, nur für den Fall, dass irgendeiner nicht zuhört? Hast du schon mal richtig geheult? So lange geheult, bis nichts mehr kommt, als einfach leer geheult? Einfach, weil du so betroffen warst darüber und so eine Angst hattest. Das ist einfach so dieses Boah, wo quasi alles, wo dein Innerstes sich mit deinem Gebet eins macht.
Der hat in den Tagen seines Fleisches sowohl Bitten als auch Flehen mit starkem Geschrei und Tränen dem dargebracht, der ihn aus dem Tod retten kann, und ist um seiner Gottesfurcht willen erhört worden.
Das ist Jesus. Jesus kennt das. Jesus ist früh morgens aufgestanden, um zu beten, hat in Gethsemane stundenlang um Kraft gerungen, er wusste, dass man Dämonen nur austreiben kann, wenn man fastet. Und als Christ stehe ich auf der Seite Jesu, und ich stehe in demselben Kampf mit dem Teufel und seinen Dämonen, gut gegen Böse, und ich bin mittendrin.
Es geht wirklich im Gebet darum, den Bösen zu wehren, Seelen zu retten. Es geht wirklich darum, dass wir das Evangelium dorthin bringen, wo es noch nicht ist. Es geht wirklich darum, dass wir Herzen für Gott entflammen. Und wenn du wissen willst, was deine Waffe dafür ist, es ist Gebet. Es war bei Jesus Gebet, es ist bei uns Gebet.
Und wenn du wissen möchtest, warum so wenig in unserem Land passiert, und es ist ja, wenn man sich einfach nur statistisch anschaut, was gerade geistlich in Deutschland abgeht, es ist irgendwie total unterirdisch. Aber wenn du dir anschaust, wie viel gebetet wird, dann weißt du, woher es kommt. Bei Jesus war das irgendwie ganz anders.
Und deswegen, weil wir dazu berufen sind, Kämpfer Christi zu sein, deswegen lasst uns beten, lasst uns leidenschaftlich beten, lasst das irgendwo in unser Leben mit einfließen.
Und ein letzter Punkt, den finde ich persönlich sehr schön: Jesus betet mit einem klaren Ziel. Johannes 17, das sogenannte hohe priesterliche Gebet, ist es unglaublich schön zu sehen, mit welcher Vehemenz und mit welcher Klarheit Jesus für seine Jünger betet. Er weiß, was seine Jünger brauchen, sogar die Christen, die durch das Zeugnis seiner engsten Jünger erst noch zum Glauben kommen. Er weiß, was wir als Christen brauchen.
Und dann kommt ein Vers, und ich will bei dem Vers jetzt, ich will den Vers selber euch nicht auslegen, ich will einfach nur die Haltung dahinter euch zeigen. Jesus betet zu seinem Vater, und er sagt in Johannes 17,24: Vater, ich will!
Als ich das so das erste Mal gelesen habe, dachte ich mir: Wie frech ist das denn? Ich will! Nicht im Sinne von: Könntest du vielleicht? Oder: Ich hätte da eine Idee, und wenn es dir nicht zu viel wird, dann ... sondern: Ich will, dass die, welche du mir gegeben hast, auch bei mir sein, wo ich bin, damit sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt.
Wie gesagt, der Inhalt ist mir jetzt egal, es geht mir nur um den Anfang. Er hat ein ganz wichtiges Gebetsanliegen, und er sagt: Ich will.
Jesus weiß, was er will, was er sich für seine Jünger wünscht. Er hat sich vorher hingesetzt, hat überlegt: Was wünsche ich mir? Und dann formuliert er: Ich will. Und ich frage mich: Traust du dich, so zu formulieren? Ich will. Hast du so etwas, so ein Ich will?
Also ich habe mir das vor einigen Jahren angewöhnt. Ich habe vor einigen Jahren entschieden, eine längere Liste zu machen von Gebetsanliegen für meine Geschwister hier in der Gemeinde. Ich will etwas für euch. Für jeden einzelnen von euch will ich ganz viel. Das ist eine lange Liste geworden von Dingen, die ich mir für meine Geschwister wünsche.
Und wenn ich Gott bitte, dann sage ich: Vater, ich will das. Ich will es wirklich. Es sind jetzt keine Blödsinnsanliegen, es sind oft Charakteranliegen, und es sind Dinge, dass Dinge gelingen. Aber ich stelle mich vor Gott und sage: Ich will das!
Warum? Weil es mein Vorrecht ist. Ich darf so vehement und klar beten, wie Jesus das getan hat. Und an dieser Front, wo wir uns das trauen, da entscheidet sich Leben. Da entscheidet sich mein Leben. Da entscheidet sich die Entwicklung meiner Familie. Da entscheidet sich die Zukunft dieser Gemeinde.
Wenn diese Gemeinde blüht, und ich wünsche mir das, und dafür bete ich, dafür faste ich, dafür harre ich aus und stehe ich zu unmöglichen Zeiten auf, um zu beten, wenn diese Gemeinde blüht, wird sie es genau aus einem Grund tun: Weil Gott unsere Gebete erhört. Es wird nicht unsere Vision sein, es wird nicht die Qualität unserer Musik sein, es wird noch nicht einmal die Qualität unseres Putztages sein, es wird nicht das gute Essen beim Grillen sein, nicht die coole Taufe, die wir nächste Woche haben.
Wenn diese Gemeinde hier blüht, und ich bete, dass Gott es tut, weil reihenweise im Moment Gemeinden den Bach runtergehen, dann wird sie aus einer einzigen Sache heraus blühen: weil du gebetet hast und weil ich gebetet habe, weil wir vor Gottes Thron stehen und sagen: Wenn hier alles kaputtgeht und eine Gemeinde nach der anderen dichtmacht, wir nicht.
Heute Morgen hat mich ein junges Mädchen gefragt: Jürgen, woher kommt das, dass in immer mehr Gemeinden so liberale Theologie kommt, die Leute glauben irgendwie gar nicht mehr an die Bibel, und was so Ethik angeht, gerade so Mann-Frau-Ethik, das wird überhaupt nicht mehr ernst genommen, und Allversöhnung kommt noch und nöcher?
Und ich sage: Ja, das ist das, was gerade passiert. Und wenn du möchtest, dass uns das nicht passiert, dass wir in dieser riesigen Welle nicht einfach mit weggeschwemmt werden, dann hast du eine einzige Möglichkeit: Falte deine Hände, bete!
Das, was du dir für diese Gemeinde wünschst, wirst du kriegen. Ist das nicht schön? Du kriegst es, genau so, wie du betest. Was am Ende herauskommt, ist genau das, was wir erbeten haben. Wir kriegen genau das, wofür wir beten. Und wir kriegen das nicht, wofür wir nicht beten. Und ich finde das so fantastisch, dass wir diese Chance haben.
Und deswegen: Jesus, wenn ich mir sein Gebetsleben anschaue, sein Gebetsleben hat Struktur, Kontinuität, Leidenschaft und einen klaren Fokus. Und lasst uns an der Stelle das einfach ganz genau so machen. Und wir werden am Ende als Sieger vom Platz gehen. In all unserer Schwachheit, in all unserer Angeschlagenheit, in all unserer Kaputtheit, in all unserer Halbheit werden wir gewinnen. Warum? Weil er versprochen hat, die Gebete zu hören. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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