Zum Inhalt

Hebräer 9,1-10

Hebräer 9,1-9,1001.01.2019
Serie•Teil 15 / 25Hebräerbrief
Warum reicht Religiosität nicht aus? Der alte Bund zeigt: Rituale können dein Gewissen nicht wirklich frei machen. Erst wenn Schuld wirklich gelöst ist, wird der Weg zu Gott offen.

Einführung in die Zeit des Übergangs

Ich habe mir überlegt, ob ich entschuldigend am Anfang sage: Nächstes Jahr wird diese Bibelwoche total praktisch, aber dieses Jahr müsst ihr noch ein bisschen ausharren.
Also: Bibelwoche 2018, Hebräerbrief, Kapitel 9, die Verse 1 bis 10. Und ihr werdet merken, heute dreht sich viel ums Alte Testament. Ich habe euch dafür ein paar mehr Bilder mitgebracht, so dass ihr am Ende sagt: Okay, das ist schon ganz schön weit weg. Aber dafür war es bunt, das ist ja auch etwas wert.
Liest man den Hebräerbrief, dann bekommt man den Eindruck, dass Gott im Blick auf das Alte Testament, also auf den alten Bund, ganze Sache macht. Da heißt es in Hebräer 8,13, damit hörten wir auf gestern: Indem er von einem neuen Bund spricht, hat er den ersten für veraltet erklärt. Was aber veraltet und sich überlebt hat, ist dem Verschwinden nahe.
Gott erklärt den Alten Bund durch den Mund des Propheten Jeremia ungefähr sechshundert Jahre vor der Zerstörung des Tempels und der dann auch ganz sichtbaren, tatsächlichen Vernichtung des Alten Bundes zu einem Auslaufmodell. Das ist schon scharf, oder? Einfach mal zu sagen: Und tschüss. Es dauert noch sechshundert Jahre, und trotzdem schon mal ganz klar: Das brauchen wir nicht in alle Ewigkeit.
Frage: Warum wartet Gott so lange? Also, vielleicht verstehen wir noch, warum es gut war, dem neuen Bund einen alten Bund vorzuschalten. Aber überlegt mal, wie lange der alte Bund Bestand hatte. Wisst ihr ungefähr, wann Mose lebte? Also, über den dicken Daumen. Na, nehmen wir 1500, dann sind wir dichter dran. Also 1500 vor Christus, dann wird eben mal dieser Bund eingesetzt, und dann bleibt er 1500 Jahre. Nur um dann nach 900 Jahren zu sagen: Übrigens, ich werde etwas Neues machen. Und dann dauert es nochmal 600 Jahre. Hallo?
Ich kann euch, wenn ihr die Frage stellt, warum macht Gott das so, keine letzte Konsequenz geben. Aber es gibt eine Stelle im Galaterbrief, die wollte ich euch am Anfang doch zeigen: Galater 4,4. Da heißt es dann: Als aber die Fülle der Zeit kam, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau, geboren unter dem Gesetz.
Also: Es gibt den alten Bund, es gibt den neuen Bund. Der neue Bund hat sehr stark etwas damit zu tun, dass der Messias kommt. Und hier steht: Als aber die Fülle der Zeit kam. Der neue Bund wird zu einer Zeit ins Leben gerufen, Fülle der Zeit. Ja, wir würden heute vielleicht sagen: als die Zeit dafür reif war.
Und es ist total spannend, wenn man sich anschaut, wie war die Welt, als das Christentum entstand. Ich weiß jetzt nicht, wer von euch Spaß an Geschichte hat. Ich hoffe natürlich jeder, aber ich weiß, dass dem nicht so ist. Aber wenn man sich mal so überlegt, wann in der Weltgeschichte wäre so ein optimaler Zeitpunkt, zu sagen: Jetzt starte ich mal das, was ich eigentlich lostreten wollte, jetzt wäre der beste Zeitpunkt, dann muss man schon sagen: Die Entstehung des Christentums fällt in eine Zeit, die für die Ausbreitung einer neuen Religion einfach optimal war.
Ich habe mal ein paar Sachen, die mir so spontan eingefallen sind, zusammengestellt. Ich habe dieses riesige Römische Reich, in dem überall, bis vielleicht auf so ein paar Außengrenzen, aber innen drin überall Friede ist. Jetzt wirst du sagen: Ja, ist doch schön. Das ist super wichtig, weil wenn du Frieden hast, kannst du nachdenken. Wenn du im Krieg bist und was weiß ich, dein Mann wurde eingezogen und du musst dich um den Bauernhof kümmern, hast du keine Zeit für dieses ganze religiöse Zeugs. Aber es war Frieden: Pax Romana. Seit Jahrzehnten gab es keinen Krieg mehr.
Dann nicht nur Frieden: Man hat im gesamten Römischen Reich eine gemeinsame Sprache, das Altgriechisch, die auch schon perfekt geeignet war, um philosophische, religiöse Inhalte zu transportieren. Es gab ein gut ausgebautes Netz von Straßen. Es gab Gesetze zum Schutz des Judentums, hinter denen sich auch das Christentum verstecken konnte. Die waren ja ursprünglich so etwas wie eine jüdische Sekte, zumindest hat man sie als solche wahrgenommen. Da konnte man sich gut erst mal dahinter verstecken.
Dann gab es schnelle Handelsverbindungen, um weite Reisen zu machen. Es gab eine gute Schulbildung. In die Zeit der Entstehung des Christentums fällt die Erfindung des Kodex. Man hatte vorher Schriftrollen, und dann hat man irgendwann gesagt: Also, diese Schriftrollen sind ja ein bisschen unpraktisch. Man könnte doch das, was wir heute als Bücher haben, also einzelne Blätter zusammenbinden. Das ist doch viel praktischer, man muss nicht immer so lange durchrollen, wenn man in die Mitte will. Der Kodex wird Mitte des ersten Jahrhunderts erfunden und sofort von den Christen dann auch benutzt, um ihre heiligen Schriften schön zusammenzutun und weiter zu verbreiten.
Dann gibt es in allen größeren Städten jüdische Synagogen. Startpunkte für Evangelisation. Dann liegt so etwas wie eine religiöse Erwartungshaltung in der Luft, und zwar nicht nur bei den Juden, weil die vielleicht Daniel und seine Prophezeiungen gelesen haben, sondern auch bei den Heiden. Das war so eine ganz spannende Zeit damals. Und außerdem: Der jüdische Monotheismus, der hatte schon eine ganze Reihe Anhänger auch bei den Heiden. Man muss sich das so vorstellen, dass das klassische Heidentum, so die griechischen und römischen Götter, die waren so ein bisschen nicht mehr. Die waren es einfach nicht mehr. Man hat sich nach etwas Neuem ausgestreckt.
Es passte einfach alles. Es war die Fülle der Zeit. Die Zeit war reif für Gottes letzten Schritt, um sein Erlösungswerk endgültig und umfassend in die Tat umzusetzen.
Jetzt würde ich natürlich gerne mich mit euch über dieses Erlösungswerk unterhalten. Das machen wir auch, aber erst morgen. Heute müssen wir nochmal den Blick zurück wagen, an den Anfang: der alte Bund.
 Hebräer 9,1: Es hatte nun zwar auch der erste Bund Satzungen des Dienstes und das irdische Heiligtum.
Also, wir kommen jetzt zu einem Vergleich. Der Schreiber des Hebräerbriefes nimmt das irdische Heiligtum des alten Bundes mit seinen Ordnungen und wird es vergleichen mit dem himmlischen Heiligtum des neuen Bundes. Das kommt dann ab Hebräer 9,11 morgen. Also bitte das, was ihr heute hört, zumindest ein bisschen merken. Ich weiß, es ist nicht super spannend, aber ein bisschen merken, weil wir es als Vergleichspunkt dann für morgen brauchen. Morgen fängt der Text dann mit „aber“ an. Das ist die Kehrseite. Jetzt müssen wir uns die eine Seite erst mal anschauen.
Hier steht: Zum ersten Bund gehörten Satzungen des Dienstes, also Regelungen für den Gottesdienst, und das irdische Heiligtum. Vielleicht habt ihr euch noch im Ohr von gestern: Das Heiligtum ist irdisch in dem Sinn, dass es auf der Welt war und somit materiell. Es wurde von Menschen gebaut. Nicht wie das himmlische Heiligtum von dem Herrn Jesus, sondern es war ein von Menschen gemachtes Abbild, ein Schatten des Originals. Es war nicht die Realität.
Ich habe mir überlegt, wie man diese beiden Heiligtümer miteinander vergleichen kann, das himmlische Heiligtum und das irdische Heiligtum. Ich habe gerade einen Freund, der im Krankenhaus liegt, und da dachte ich mir: Ah, das passt. Das irdische Heiligtum verhält sich zum himmlischen Heiligtum wie die Röntgenaufnahme meiner Lunge zu meiner Lunge. Das ist gesagt, ich meine das schon ein bisschen spät am Abend. Also: Die Röntgenaufnahme ist ein Abbild, ein Schatten. Sie zeigt wesentliche Dinge, die groben Zusammenhänge, aber sie kann nur zweidimensional schwarzweiß einen Moment festhalten. Sie kann nicht beschreiben, wie meine Lunge funktioniert, wie sie dreidimensional, farbig, Minute für Minute dafür sorgt, dass ich atmen kann und nicht ersticke.
Das ist so das himmlische Heiligtum und das irdische. Irgendwo gibt es da eine Verbindung, und wenn wir da hinschauen auf das Röntgenbild, dann sehen wir so die ganz groben Dinge. Wenn ich mir die Stiftshütte anschaue, dann kriege ich ganz grob etwas mit von dem, was im Himmel ist, aber mehr halt auch nicht. Trotzdem: So eine Röntgenaufnahme ist was Feines, und so ein irdisches Heiligtum ist auch was Feines, weil man davon etwas lernen kann.
 Hebräer 9,2: Denn es wurde ein Zelt aufgerichtet, das vordere, in dem sowohl der Leuchter als auch der Tisch und die Schaubrote waren, das Heilige genannt wird.
Jetzt hätte ich gern das erste Bild. Ich habe ja gesagt, ich habe ein paar Bilder mitgebracht, drei davon sind farbig. Das ist der Nachbau der Stiftshütte. Und ihr seht schon: Hier außen herum ist ein Zaun, damit man weiß, wo es drinnen und draußen ist. Hier vorne auf der Seite geht es rein, und dann ist hier eigentlich das Zelt, das man vielleicht so enger als die eigentliche Stiftshütte bezeichnet. Das Ganze ist schon die Stiftshütte, aber man denkt dann sehr stark an dieses Zelt hier.
Jetzt mal das nächste Bild, bitte. So, jetzt hier unten wieder das Schema, was wir gerade gesehen haben. Das hier oben ist ein Grundriss. Kriegt ihr das hin? Also, das ist der Zaun hier, das ist hier, da geht es rein, das ist da, das hier ist das Zelt hier. Und wenn man sich das jetzt so anschaut, dann sieht man: Okay, zu der Stiftshütte da gehören so bestimmte Sachen wie hier vorne ein Brandopferaltar, dann so ein bronzenes Becken, so ein Reinigungsbecken. Und dann hier in diesem Zelt: Das war zweigeteilt. Hier vorne das Heilige und hier hinten das Allerheiligste.
Und im Heiligen, wenn man jetzt hier so reinkommt durch den Vorhang, dann ist auf der linken Seite ein Leuchter, auf der rechten Seite ein kleiner Tisch, das sind so zwei Stapel mit Broten, der sogenannte Schaubrottisch. Dann hier hinten ein Räucheropferaltar. Dann kommt wieder ein Vorhang, trennt das Heilige vom Allerheiligsten, und da hinten ist dann im Allerheiligsten die Bundeslade.
So, Hebräer 9,3: Hinter dem zweiten Vorhang aber ein Zelt, das das Allerheiligste genannt wird.
So, das heißt, kann ich doch noch mal zurück meinen Grundriss haben? Sorry. Hier ist das Allerheiligste, und jetzt hier im vorderen Bereich, da ist der Bereich, wo die Priester täglich ihren Pflichten nachgehen. Und dieser hintere Bereich hier, der war das Allerheiligste, war für Gott reserviert. Müsst ihr euch das Allerheiligste ungefähr vorstellen? Einen Würfel so fünf mal fünf mal fünf Meter, das ist es.
Jetzt Hebräer 9,4: Denn zu dem Allerheiligsten wird Folgendes gesagt: dass es einen goldenen Räucheraltar und die überall mit Gold überdeckte Lade des Bundes hatte, in welcher der goldene Krug, der das Manna enthielt, und der Stab Aarons, der gesprosst hatte, und die Tafeln des Bundes waren.
Wir reden über das Allerheiligste. Der Autor sagt: Okay, das Allerheiligste, dieser innere Bereich fünf mal fünf mal fünf Meter, da steht die Bundeslade drin. Er sagt, da gibt es den Räucheraltar, und in der Bundeslade sind drei Sachen: Da sind auf der einen Seite die Tafeln des Bundes, dann der Stab Aarons und ein goldener Krug mit Manna. Das ist das, was er sagt.
So, jetzt gibt es mit dem Vers aber ein paar Probleme. Und ich kann die Probleme nicht ganz lösen, das will ich ganz ehrlich auch sagen. Also hier steht erstens: Ich habe da das Allerheiligste, da ist ein Räucheropferaltar und dann die Lade des Bundes, übrigens auch nur so eine Kiste. Ich weiß nicht, wie groß ihr euch die Bundeslade vorstellt. Also von der Idee her müsst ihr euch eine Kiste vorstellen, so Meter zwanzig mal siebzig mal siebzig, mehr ist das nicht. Die war schick, ich habe auch ein Bild davon da, aber das ist es auch schon.
So, was ist das kleine Problem an dem Text? Das kleine Problem ist, dass hier gesagt wird, dass zum Allerheiligsten der Räucheraltar gehört. Und das kleine Problem ist: Das stimmt nicht. Der Räucheraltar steht eigentlich nicht im Allerheiligsten, sondern er steht davor. Kann ich nochmal meinen Grundriss haben? Hier! Der Räucheraltar ist da, hier ist das Allerheiligste, hier ist der Vorhang zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten, und hier davor steht der Räucheraltar.
Warum wird dieser Räucheraltar, warum wird behauptet, dass das Allerheiligste einen goldenen Räucheraltar hat? Okay, das ist das kleine Problem, und die Lösung ist relativ einfach. Der Räucheraltar steht zwar vor dem Vorhang, aber er gehört funktional zum Allerheiligsten.
Eine Frage: Woher weißt du das? Na ja, steht in der Bibel, 1. Könige 6,22. Da geht es um den Tempel. Der Tempel war genauso aufgebaut wie die Stiftshütte. Da heißt es dann: Das ganze Haus überzog er mit Gold. Das ganze Haus vollständig, auch den ganzen Altar, das ist der Räucheraltar, der zum Hinterraum gehörte, überzog er mit Gold. Hier wird klar gesagt: Der Räucheraltar, der zum Hinterraum gehörte, der steht vorne, aber er gehört funktional nach hinten zum Allerheiligsten.
Man merkt das besonders am großen Versöhnungstag. Großer Versöhnungstag ist der eine Tag, wo der Hohepriester mit dem Blut eines Stieres ins Allerheiligste eintreten darf. Und wenn er das das erste Mal tut, dann geht er durch diesen Vorhang ins Allerheiligste, dort steht die Bundeslade, das ist erst mal diese Kiste, und oben drauf ist dann so ein Deckel, und er soll dort Blut von diesem Stier hinspritzen. Aber bevor er das darf, muss er sich glühende Kohlen nehmen vom Räucheropferaltar und im Allerheiligsten erst mal räuchern. Da heißt es dann in 3. Mose 16,13: Damit die Wolke des Räucherwerks die Deckplatte, also die Platte auf der Bundeslade, die auf der Bundeslade ist, bedeckt und er nicht stirbt.
Da merkt man, wie wichtig der Räucheropferaltar ist. Wenn er das nicht von da mitnimmt, die Kohlen, und erst mal ein Räucheropfer bringt, dann darf der überhaupt nicht ins Allerheiligste hinein. So eng sind die beiden miteinander verwoben.
Und noch ein zweites Beispiel, 2. Mose 30,10 bitte. Bei der Sühnung von Sünden, immer noch großer Versöhnungstag, auch da spielt der Räucheraltar eine besondere Rolle. Da heißt es: Und Aaron soll einmal im Jahr an seinen Hörnern Sühnung vollziehen mit dem Blut des Sündopfers der Versöhnung. Einmal im Jahr soll er Sühnung an ihm vollziehen für all eure Generationen; hochheilig ist er dem Herrn.
Da merkt man: Dieser Räucheraltar, der steht vor dem Allerheiligsten, aber ist ganz, ganz eng mit dieser Idee verbunden, dass ich Gott begegnen kann. Er schafft quasi die Voraussetzungen dafür, dass ich ins Allerheiligste hineintrete, ohne zu sterben, und gleichzeitig: Da, wo die Sühnung für Sünden geschieht, da steht er im Zentrum.
So, das war das kleine Problem mit dem Text. Das größere Problem ist, dass eigentlich in der Bundeslade innendrin nur die Gesetzestafeln, die Tafeln des Bundes, aufbewahrt wurden. In 1. Könige 8,9 heißt es: Nichts war in der Lade, als nur die beiden steinernen Tafeln, die Mose am Horeb dort hineingelegt hatte, als der Herr mit den Söhnen Israel einen Bund schloss, als sie aus dem Land Ägypten zogen.
Wenn man sich fragt: Na ja, gab es denn wenigstens die anderen Sachen, diesen Krug mit Manna und diesen Stab Aarons, der geblüht hatte? Das hat damit zu tun, dass es mal einen Aufstand gab. Ein Korah möchte da in der Gemeinde einfach mehr Mitspracherecht, und um die Frage zu klären, wer ist die Nummer eins, welches Recht hat Aaron, gibt es dann so einen Contest. Jeder kriegt einen Stab. Und der eine Stab, der anfängt zu blühen, also tote Stäbe, der war es dann, und der Stab Aarons blüht. Damit ist völlig klar: Korah und seine Anhängerschaft hat nichts zu melden, und dieser blühende Stab wird dann aufgehoben. Aber es gibt beides.
Eigentlich wird beides nicht in die Bundeslade gepackt, sondern vor die Bundeslade und nicht in die Bundeslade. Das Gleiche gilt für den Stab Aarons. Und jetzt könnt ihr sagen: Ist das jetzt nicht ein bisschen spitzfindig, ob jetzt davor oder da drinnen? Wenn ihr damit leben könnt, ist das gut. Ich bin der Typ, der nicht damit leben kann. Mich interessiert das dann einfach.
Wie kann das sein, dass in der Bibel steht, in der Bundeslade liegen die Gesetzestafeln, und jetzt der Hebräerbriefschreiber sagt: Nein, nein, nein, in der Bundeslade, das sind die Gesetzestafeln plus der Krug mit Manna plus der blühende Stab. Problem: Ich weiß es nicht. Mein Leid.
Was ich euch sagen kann: Der Schreiber des Hebräerbriefes steht mit seiner Meinung nicht alleine da. Es scheint zur Zeit des Neuen Testaments unter den Rabbinern durchaus die Meinung gegeben zu haben, dass der Krug mit Manna und der Stab Aarons irgendwie und irgendwann in der Bundeslade aufbewahrt wurden. Also da gibt es andere Zugänge, wo man sagen kann: Ja, da gehen die Leute davon aus, dass da mehr drin war. Aber mehr kann ich euch leider nicht sagen, dass ihr es mal gehört habt.
Was ich euch sagen kann: Vers 5. Wir sind ja bei dem Allerheiligsten, wir sind bei der Bundeslade, dass die Bundeslade selber einen Deckel hatte. Und jetzt brauche ich mal das Bild für meine Bundeslade, jetzt schauen wir mal ins Allerheiligste, was da steht. Und da steht die Bundeslade. Also das ist jetzt keiner weiß, ob sie wirklich genau so aussah, aber so von der Idee her, dass man mal gesehen hat: Aha, das ist ein Kasten. Und der Kasten hat hier einen Deckel, und auf dem Deckel sind so Engelfiguren.
Also Kapitel 9, Vers 5: Oben über ihr aber die Cherubim der Herrlichkeit. Ja, das sind die Cherubim. Es gibt Engel, dann gibt es Cherubim und Seraphim, das sind einfach so Engelnamen, große mächtige Engel. Die hat man hier oben drauf gemacht, zwei Stück. Jetzt kannst du wieder. Oben über ihr aber die Cherubim der Herrlichkeit, die den Versöhnungsdeckel überschatteten, von welchen Dingen jetzt im Einzelnen nicht zu reden ist.
Jetzt habt ihr so ein bisschen eine Vorstellung, wie das aussieht. Ihr wisst, das ist ein Zelt, ihr wisst, das ist ein Vorraum, da gibt es ein Allerheiligstes, das sind Vorhänge, das sind alle möglichen Gegenstände, innen drin ist die Bundeslade mit diesen Engeln.
Die Priester also, ich muss erst mal Vers 6 und 7 vorlesen: Da aber dies so eingerichtet ist, gehen zwar in das vordere Zelt die Priester alle Zeit hinein und verrichten die Dienste; in das zweite aber, das ist das Allerheiligste, nur einmal im Jahr allein der Hohepriester, nicht ohne Blut, das er darbringt für sich selbst und für die Verirrungen des Volkes.
Vorne im Heiligen gehen täglich die Priester ihren Pflichten nach. Was ist das denn, was die da machen? Also wenn man reinkommt und nach links schaut, ist da ein siebenarmiger Leuchter. Und der wird jeden Morgen und jeden Abend hergerichtet, sprich: Da wird dafür gesorgt, dass der brennt. Da muss Öl nachgegossen werden, muss der Docht beschnitten werden, das macht man morgens und abends.
Dann wird dazu ein Räucheropfer dargebracht, das heißt, man schaut nicht nach links, man geht geradeaus durch, hat den Räucheropferaltar und bringt jeden Tag ein Räucheropfer. Dann wird einmal in der Woche auf der rechten Seite, da sind die Schaubrote, werden diese Schaubrote gewechselt. Sie sind ja auch irgendwann mal richtig trocken, dann kann man die wieder wegnehmen, dann gibt es wieder neue.
Und dann außerdem, das spielt dann nicht in der Stiftshütte, sondern außen in diesem Bereich, der abgezäunt ist, da wird jeden Morgen und jeden Abend ein einjähriges Lamm als Opfer dargebracht und noch ein bisschen was dazu. Das ist das, was die Priester jeden Tag zu tun haben. Da haben wir noch jeden Morgen was zu tun, jeden Abend was zu tun und überall so ein bisschen und sind immer jeden Tag auch in dem vorderen Teil der Stiftshütte, im Heiligen. Da gehen sie jeden Tag hinein.
In das Allerheiligste darf nur der Hohepriester gehen, und zwar auch nur einmal im Jahr, am großen Versöhnungstag. Und dabei ist ganz grundsätzlich das Betreten des Allerheiligsten ohne Blut nicht möglich. Wenn ihr euch den großen Versöhnungstag anschaut, dann ist das so: Es wird ein Stier geschlachtet, und zuerst mal geht der Hohepriester mit dem Blut eines Stiers ins Allerheiligste. Da ist auch noch diese Aktion mit dem Räucheropfer, so dass das dann so alles ein bisschen eingenebelt wird. Und dann sprengt er siebenmal das Blut des Stieres auf den Versöhnungsdeckel, also da, wo er eben die Engel gesehen hat. Er geht da rein, macht das Räucheropfer und dann nimmt er das Blut von dem Stier und sprengt es siebenmal auf diesen Deckel drauf.
Dann wiederholt er das mit dem Blut eines Ziegenbocks. Warum muss er zwei Opfer bringen? Na ja, das Blut des Stiers ist zur Sühnung für seine eigenen Sünden und für die seiner Familie. Also bevor er überhaupt etwas für das Volk machen darf, muss er erst einmal für sich ein Opfer bringen. Er ist nämlich nicht sündlos, dieser Hohepriester. Er muss sich quasi erst einmal reinigen. Und dann kommt er ein zweites Mal und bringt das Blut des Ziegenbocks zur Sühnung in das Allerheiligste, und das ist dann Sühnung für das Heiligtum und Sühnung für das Volk.
Das ist großer Versöhnungstag. Wenn man ein bisschen weiter schaut, dann geht er wieder raus, dann hat er draußen noch einen Ziegenbock stehen, weil es gab zwei. Dann bekennt er noch mal die Sünde des Volkes über diesem zweiten Sündenbock. Da kommt übrigens das Wort her, dass es einen Sündenbock gibt. Und dieses arme Vieh wird dann in die Wüste geschickt, so dass man auf der einen Seite merkt: Im Allerheiligsten passiert etwas mit Blut, und dann ganz sinnbildlich die auf dem Tier bekannte Sünde wird weg, verschwindet aus dem Lager. Und jeder weiß: Aha, mit dem, was im Allerheiligsten passiert ist, mit diesem Opfer und dem Blut, das hat damit zu tun, dass die Sünde aus dem Lager gejagt wird.
Das ist der große Versöhnungstag. Er fragt euch vielleicht: Warum ist das wichtig? Und jetzt kommt wieder genau das, was wir bei Melchisedek schon kennengelernt haben: typologisches Denken. Es findet jetzt eine gedankliche Übertragung statt.
Vers 8: Das passiert alles im Alten Testament. Jetzt kommt der Autor und sagt: Damit zeigt der Heilige Geist an, dass der Weg zum Heiligtum, hier ist gemeint zum Allerheiligsten, zu Gott, dass der Weg zum Heiligtum noch nicht offenbart ist, solange das vordere Zelt noch Bestand hat.
Also mit der Trennung von Heiligem und Allerheiligstem, in das nur der Hohepriester einmal im Jahr mit Blut hineingehen dürfte, vermittelt uns der Heilige Geist eine Botschaft. Wie lautet die Botschaft? Na ja, ich merke: Die normalen Priester, ich sage mal die Laien sowieso, sind vom Betreten des Allerheiligsten ausgeschlossen. Und weil das so ist, weil es diesen vorderen Bereich gibt, wo die zwar rein dürfen, aber sie dürfen nicht nach hinten, dadurch wird deutlich aus der Trennung, dass der Weg ins Allerheiligste, der Weg zu Gott blockiert ist. Und der Hohepriester, der einmal am großen Versöhnungstag da reingeht, der ist halt die Ausnahme, die die Regel bestätigt.
Solange das vordere Zelt besteht, das heißt in seiner Funktion von den Priestern genutzt wurde, konnte das gemeine Volk das Allerheiligste nicht mal sehen. Ist euch das aufgefallen? Ich möchte nochmal meinen Grundriss. Vielen Dank. Hier, das ist das vordere Zelt. Solange das da ist, kannst du den Vorhang nicht mal sehen. Wenn du kein Priester bist, wenn du ein ganz normaler Israelit bist, der sagt: Ich gehe da jetzt mal rein, ja, du dürftest als Israelit natürlich hier rein. Du dürftest durch den ersten Vorhang den Vorhof betreten, da dürftest du rein. Aber du hast nichts gesehen, du hast nicht einmal den Vorhang zum Allerheiligsten sehen können. Und zwar so lange, weil hier vorne noch ein Zelt ist. Und da waren Leute drin beschäftigt und hatten nichts damit zu tun.
Und jetzt kommt der Heilige Geist und macht uns klar: Aha, solange das so ist, hier heißt es im Text: Damit zeigt der Heilige Geist an, dass der Weg zum Heiligtum noch nicht offenbart ist. Also der Weg zu Gott liegt für den normalen Israeliten sprichwörtlich im Dunkeln.
Jetzt kann man sagen: Ja, aber er war in einem gewissen Sinn schattenhaft vorgezeichnet. Erinnert ihr euch an die Röntgenaufnahme? Eine Röntgenaufnahme zeigt mir schon irgendwas von meiner Lunge. Jetzt brauche ich das nächste Bild. So ist das hier auch. Natürlich kann ich jetzt, und ich überfordere euch jetzt ein bisschen, aber das ist nicht schlimm, ich kann natürlich Folgendes machen: Ich kann all die Gegenstände, die so in der Stiftshütte sind, ich kann die nehmen und kann sagen: Zeigen mir die etwas über den Weg zu Gott?
Also kann ich was aus der Stiftshütte und den Gegenständen lernen? Ja, logisch. Ich habe da einen Brandopferaltar und natürlich, dass da Opfer gebracht werden, das zeigt mir: Aha, wenn ich zu Gott kommen will, weil der Weg geht hier vorne durch den Eingang rein und dann geht es hier rüber zur Bundeslade, wenn ich zu Gott kommen will, brauche ich anscheinend als Allererstes mal ein Opfer. Als Nächstes kommt ein Wasserbecken, das hat mit Reinigung zu tun. Anscheinend ist das Zweite, was dann passieren muss, dass ich irgendwie rein werden muss. Ich muss mich quasi waschen.
Wenn du im neuen Bund unterwegs bist, dann weißt du: Das ist das Kreuz, das ist die Erneuerung des Heiligen Geistes. Und dann trittst du ein in das Heiligtum und da hast du auf der einen Seite Licht oder Erleuchtung, manch einer würde vielleicht auch sagen Heiliger Geist. Hm, maybe, ja. Auf der anderen Seite hast du den Schaubrottisch, da sagen immer Leute, da muss man was essen. Ja, und gute alte Brüder-Tradition: Das ist das Wort Gottes. Und ich denke auch, dass das wahr ist, da muss man nämlich drauf rumkauen. Das sind Dinge, die ich, wenn ich mit Gott Gemeinschaft habe, die eine Rolle spielen. Und der Räucheraltar, Offenbarung 8, ja, steht für die Gebete der Heiligen, das ist sogar relativ dicht dran.
Das heißt, ich merke: Wenn ich mir das so anschaue, wenn ich zu Gott kommen will, dann brauche ich irgendwie jemanden, der für meine Sünde bezahlt. Ich muss erneuert werden oder gereinigt werden. Ich habe in der Begegnung mit Gott sein Wort, den Heiligen Geist, die Gebete. Da ist schon irgendwas, wenn wir so aus dem Neuen Testament zurück drauf schauen.
Aber wenn du jetzt im Alten Testament unterwegs bist, ganz ehrlich: Ich mache keinem Israeliten den Vorwurf, dass er das alles nicht gesehen hat. Das ist schattenhaft. Irgendwie wird die Begegnung mit Gott vorgezeichnet. Aber wie ein Mensch völlig mit Gott ins Reine kommen kann, also wie es jetzt wirklich geht, das liegt im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln. Das kann man nicht verstehen, solange das vordere Zelt noch Bestand hat, solange es diese Trennung noch gibt, solange es die Priester mit ihrer Funktion, mit diesem Docht anschneiden, Öl nachkippen, Räucheropfer bringen, Brot nachlegen, Lämmer opfern, solange es das noch gibt und ich das sehe und darauf mein Augenmerk richte, solange werde ich einfach nicht verstehen, wie ich wirklich zu Gott kommen kann. Der Weg zu Gott ist dann nicht frei in diesem System.

Die verborgene Botschaft des Heiligtums

Vers 9: Dieses ist ein Gleichnis für die gegenwärtige Zeit. Gemeint ist, was der Heilige Geist über die Bedeutung des Aufbaus der Stiftshütte offenbart. Nachdem sowohl Gaben als auch Schlachtopfer dargebracht werden, können sie den nicht vollkommen machen, der den Gottesdienst ausübt, und zwar im Gewissen.
Ich lese den Satz noch einmal, weil er wirklich schwer ist: Dieses ist ein Gleichnis für die gegenwärtige Zeit, nachdem sowohl Gaben als auch Schlachtopfer dargebracht werden, die im Gewissen den nicht vollkommen machen können, der den Gottesdienst ausübt.
Das, was der Heilige Geist über die Bedeutung des Aufbaus der Stiftshütte offenbart, lässt sich gut als ein Bild auf die gegenwärtige Zeit übertragen, also auf das erste Jahrhundert nach Christus. Aber natürlich gilt das auch heute noch. Wie in der Stiftshütte der Weg zu Gott versperrt ist, dadurch, dass es dieses vordere Zelt gibt, so können auch zur Zeit, als der Brief geschrieben wurde, also heute, und ich habe euch das schon gesagt, der Tempel steht noch da, und es werden noch Opfer gebracht, so können auch heute die Gaben und die Schlachtopfer, die gebracht werden, diesen Weg nicht bereiten.
Die Trennung zwischen dem Allerheiligsten und dem Heiligen ist ein Bild dafür, dass das gesamte kultische System des Alten Testaments nicht ausreicht, um das Gewissen eines Menschen von seinen Sünden zu reinigen. Schön schwer, oder? Das ist schon echt nicht leicht. Aber jetzt wird es wieder ein bisschen leichter.
Wir bleiben noch bei diesem Gedanken, der in diesem Nebensatz ausgedrückt wird: die im Gewissen den nicht vollkommen machen können, der den Gottesdienst ausübt. Das Gewissen eines Juden unter dem Alten Bund war im Blick auf Gott nie völlig rein. Also hatte er eigentlich immer ein schlechtes Gewissen.
Jetzt muss ich das ein klein wenig einschränken. Ich muss Folgendes sagen: Im Blick sind hier meines Erachtens nicht Menschen, die ein verhärtetes Herz haben und denen das Übertreten von Geboten nichts ausmacht, die in ihrem Gewissen ohnehin nichts mehr spüren. Im Blick sind Menschen, die es mit Gott ernst meinen. Und genau deshalb wollen sie Gott gefallen. Weil sie seine Gebote kennen und halten wollen, weil sie das auch mit den Opfern ernst meinen, weil sie wirklich ihre Schuld vor Gott spüren und auch selbst ein feines Gewissen haben, weil das Menschen sind, die eine gesunde Vorstellung von der Heiligkeit Gottes haben.
Deshalb reicht ihnen das, was sie im alten Bund erleben, nicht aus. Ihr Gewissen ist nicht vollkommen gemacht. Und ich meine jetzt nicht den Gewissensbiss, den haben wir im neuen Bund auch noch, sondern ich meine das Gewissen als mein Wissen um mein Verhältnis zu Gott. Das Gewissen war, wenn es um diese moralischen Belange ging, für einen Juden nie rein.
Und Jahr für Jahr am großen Versöhnungstag wird ihm das auch gezeigt. Der große Versöhnungstag ist wieder da, und der Hohe Priester geht wieder in den Tempel, und wieder wird dieser Sündenbock weggejagt. Ja, was sagt mir das denn? Das sagt mir: Wieder ist ein Jahr vorbei, in dem mein Verhältnis zu Gott im Blick auf die Sünde eigentlich schiefgelaufen ist, weil ich dieses Opfer brauche. Es ist immer noch nicht fertig.
Jedes Jahr aufs Neue wird Sünde zum Thema. Jedes Jahr aufs Neue werde ich am großen Versöhnungstag, gerade wenn ich es sehr ernst meine und eigentlich nicht sündigen will, daran erinnert, dass Sünde durch die Regularien des Alten Testaments, durch die Regularien des Alten Bundes, nicht umfassend gesühnt war. Dass ich immer noch irgendwie von Gott getrennt war. Ich stehe immer noch draußen. Ich darf immer noch nicht in den Raum hinein, und ich kann darauf warten, dass nächstes Jahr das Thema Sünde wieder angesprochen wird, immer noch nicht gelöst ist, denn es braucht wieder nächstes Jahr ein neues Opfer.
Und wenn ich mir die Frage stelle: Ist das zwischen Gott und mir alles in Ordnung?, muss ich als empfindsamer gläubiger Israelit sagen: Nein, das Thema Sünde ist einfach nicht geklärt. Es ist nicht erledigt. Ich kann nicht vor Gott stehen und sagen: Alles paletti!
Vers 10: Es sind nur, und das S meint jetzt das gesamte kultische System, neben Speisen und Getränken und verschiedenen Waschungen Satzungen des Fleisches, die bis zur Zeit einer richtigen Ordnung auferlegt sind.
Es sind nur Satzungen des Fleisches. Das Alte Testament, die Opfer, inklusive Speisopfer, Trankopfer, diese rituellen Waschungen, die es gab, sind Satzungen des Fleisches. Und jetzt erinnert euch noch an den allerersten Vers. Genau genommen müsste man sagen: Es sind Satzungen des Dienstes, Hebräer 9,1, und Satzungen des Fleisches.
Sie sind Satzungen des Fleisches, weil sie äußerlich sind. Sie betreffen den Körper, das, was sich anfassen lässt. Aber sie sind auch Satzungen des Dienstes, das heißt, von Gott eingesetzt. Sie waren kein Versehen. Und sie sind doch, obwohl von Gott eingesetzt, nicht das Maß und Ende aller Dinge, sondern für eine bestimmte Zeit, für eine Zeit des Übergangs, bis zu der richtigen Ordnung.
Sie haben Bestand und offenbaren etwas von Gottes moralischem Denken. Sie liefern uns Bilder für unsere Errettung, aber sie können selbst niemanden retten. Das ist der alte Bund. Das ist das, wo wir sagen: Wow, irgendwie schön, wenn man sich das so vorstellt, wie viel Mühe da drinsteckt.
Ich weiß nicht, wie oft ihr die Anweisungen im Alten Testament gelesen habt. Wenn man sich da so durchliest, wie mühsam das war, wie bis ins kleinste Detail manches beschrieben wird, das ist echt aufwendig. Und dann einfach mal so zu sagen: Okay, aber so großartig das auch sein mag, es bringt eigentlich nichts auf den Punkt.
Und deswegen, das machen wir dann morgen. Es geht in Hebräer 9,11 dann ganz anders weiter. Das startet mit Christus. Also auf der einen Seite ein Bund, der gewollt war, der aber niemanden retten konnte. Bitte vergesst das nie. Manchmal denkt man, im Alten Testament wurden die Leute dadurch gerettet, dass sie Tieropfer gebracht haben und sich an die Gebote gehalten haben, und im Neuen Testament ist es dann aus Gnade. Falsch!
Gerettet wird immer aus Gnade, durch Glauben. Es ist immer das Gleiche, egal wo wir in der Bibel reinschauen. Und falls euch diese Bibelwoche nicht völlig abschreckt und ihr nächstes Jahr wiederkommt, nehmen wir uns das ganze Kapitel elf vor, wo ein Glaubensheld nach dem anderen kommt. Glaubensheld, ja? Die sind alle gerettet, alle aus Gnade.
Also im Alten Testament wird niemand dadurch gerettet, dass er die Rituale erfüllt, Tieropfer bringt oder was auch immer tut. Im Alten Testament wird gerettet durch Glauben, aus Gnade. Und dann, wenn ich gerettet bin und weil ich Gott gefallen will, dann bringe ich diese ganzen Opfer. Hey ja, natürlich, so wie wir heute, weil wir gerettet sind, uns einer Gemeinde anschließen, am Abendmahl teilnehmen und uns einbringen. Das ist doch logisch. Das tue ich als Geretteter, und so habe ich im Alten Testament als Geretteter all diese Dinge getan. Aber Dinge selbst können mich nicht retten. Und das ist das Problem.
Wenn ich denke, der alte Bund kann retten, dann lande ich da, wo die Pharisäer liegen. Dann versuche ich mich anzustrengen und denke, wenn ich mit genügend Selbstgerechtigkeit an den Start gehe, dann werde ich es doch irgendwann schaffen. Und genau das ist es, was der alte Bund nicht will: Dir einen Weg in den Himmel bereiten. Er will eigentlich nur eines: Er will dich restlos frustrieren, dass du es nicht schaffen kannst. Und er will dir ein paar Ideen mitgeben, an denen du dich entlanghangeln kannst, damit du so ein paar Grundsätze verstehst, damit du gedanklich vorbereitet bist auf Christus.
Weil das ist der große Gegensatz: Auf der einen Seite der alte Bund, irgendwie für eine Zeit passend. Auf der anderen Seite der Christus als Hoher Priester der zukünftigen Dinge, der in das himmlische Heiligtum hineingeht, nicht mit Tierblut, sondern mit seinem eigenen Blut, und eine ewige Erlösung erwirbt. Genau das schauen wir uns morgen Abend an. Punkt.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.