Serie•Teil 5 / 16(Negative) Gefühle
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einleitung und Hinführung zum Thema
Danke, Wally, für die lieben Worte vorhin.
Ihr glaubt gar nicht, wie gut die Verbindung von Spandau hierher ist. Das unterschätzt man manchmal, vor allem, wenn man den richtigen Regionalexpress bekommt. Für den Fall, dass das nicht klappt, wird es ein bisschen komplexer, das gebe ich zu.
Ich bin gerne hier. Ich bin wirklich gerne bei euch. Ich betrachte das immer wieder als ein Vorrecht. Und vor allem, dass ihr mich ein paar Sachen predigen lasst, wo man vielleicht sagen würde: Naja, das ist jetzt nicht so völlig normal. Zum Beispiel über das Thema Furcht.
Da möchte ich weitermachen in unserer Gefühlereihe, Teil 5: Furcht, Teil 2, konstruktive Furcht. Ich hatte letztes Mal etwas gesagt. Ich hatte letztes Mal gesagt: Nervosität, Sorgen, Furcht, vielleicht auch ab und zu mal eine Panikattacke, völlig normal. Sie sind deshalb normal, weil wir Menschen sind. Und dann hatte ich ganz am Ende der Predigt darauf hingewiesen, dass es in der Bibel immer wieder heißt: Fürchte dich nicht.
Ich hatte irgendwie damit aufgehört zu sagen: Das Gegenmittel zur Furcht ist nicht die Furchtlosigkeit, sondern Gottesfurcht. Also das Überwinden von Furcht, das Mutigsein im Angesicht von Angst, hängt eigentlich an der Frage: Wem vertraue ich? Wen fürchte ich am meisten?
Da möchte ich heute weitermachen mit der Frage: Wie schaffen wir das, dass Gottesfurcht Lebensangst vertreibt? Wie kriegen wir diese konstruktive Furcht?
Ich möchte euch etwas ganz Grundsätzliches am Psalm 55 zeigen. Also schlagt mal mit mir auf. Wer eine Bibel braucht, der bekommt eine. Wir sind hier ganz reich gesegnet. Traut euch, eure eigenen Bibeln mitzubringen. Ich weiß, das ist nicht mehr so modern, aber traut euch trotzdem. Ja, das ist das einzige Buch, in das ihr da noch reinschreiben könnt.
Psalm 55. Da beschreibt uns David nämlich so eine Situation, in der er Angst hat.
Psalm 55, Verse 5 und 6:
Mein Herz bebte in meinem Innern. Psalm 55, Vers 5: Mein Herz bebte in meinem Innern. Also David war durchaus nicht der, der immer cool und relaxed durchs Leben geht und sagt: Ich bin hier der König und der Freund Gottes, und ich habe eh alles auf meiner Seite. Nein, der kennt solche Momente. Mein Herz bebte in meinem Innern, und Todesschrecken haben mich befallen. Also richtig tief drin.
Vers 6: Furcht und Zittern kamen mich an, und Schauder bedeckte mich. Ja, äußerlich Zittern und Schauder, innerlich das Herz, riesengroße Angst. Und David würde in so einer Situation am liebsten weglaufen, völlig normal.
Die Verse 7 bis 9:
Und sprach: Hätte ich doch Flügel wie eine Taube, ich wollte hinfliegen und ruhen. Siehe, weithin entflöhe ich, ich würde nächtigen in der Wüste. Ich wollte eilen, dass ich Zuflucht hätte vor dem heftigen Wind, vor dem Sturm.
Also das ist so sein Gedanke: Am allerliebsten wäre ich jetzt so ein kleiner Vogel, der einfach wegfliegt. Zack, weg. Hm, lass alles hinter mir.
Und das Problem wird noch größer dadurch, wenn wir uns anschauen, vor wem David Angst hat. Wir wissen, es sind böse Menschen.
Verse 10 bis 12 lesen wir davon:
Verwirre, Herr, spalte ihre Zunge, denn Gewalt, Tat und Streit habe ich in der Stadt gesehen. Tag und Nacht machen sie die Runde auf ihren Mauern, und Unheil und Mühsal sind in ihrer Mitte. Verderben ist in ihrer Mitte, und Bedrückung und Betrug weichen nicht von ihrem Marktplatz.
Und dieser Zustand der Bedrückung, der ihm Angst macht, wird noch dadurch schlimmer, dass er sich anschaut, wer eigentlich diese Leute sind. Dann muss er feststellen: Das sind nicht Leute, die ich nicht kenne. Das sind eigentlich alte Freunde, die, ich sage mal, mit ihrem Insiderwissen genau wissen, wie man mir so richtig schaden kann.
Vers 13:
Denn nicht ein Feind höhnt gegen mich, sonst würde ich es ertragen. Nicht mein Hasser hat groß getan gegen mich, sonst würde ich mich vor ihm verbergen. Sondern du, ein Mensch meinesgleichen, mein Freund und mein Vertrauter, die wir die Süße der Gemeinschaft miteinander erlebten. Ins Haus Gottes gingen wir in festlicher Unruhe.
Das ist das, was zu seiner Angst so irgendwie noch mal eins draufsetzt. Da ist jemand, mit dem hatte ich tiefste Gemeinschaft, und der wendet sich jetzt gegen mich.
Vers 21:
Er hat ausgestreckt seine Hände gegen seine Friedensbeschlüsse, entweiht hat er seinen Bund.
Da dachtest du: Da habe ich jemanden, mit dem bin ich eins geworden, und der wirkt mir jetzt volle Kanne eins rein.
Vers 22:
Glatter als weiche Butter ist sein Mund, und Feindschaft ist in seinem Herz. Geschmeidiger als Öl sind seine Worte, aber sie sind gezogene Schwerter.
Das ist die Realität, dass dir sowas passiert und dass dir plötzlich ein Schauder über den Rücken läuft. Und dann geht es dir nicht anders wie David. Du würdest am liebsten davonlaufen, dich verstecken, Ruhe finden.
Und das ist das, was David auch tut. Nur dass er nicht in die Wüste läuft, nicht einfach wegfliegt, sondern er läuft zu Gott. Und das ist das, was dieser Psalm so deutlich macht: dass wir in die richtige Richtung gehen müssen, wenn die Angst uns packt.
Ihr könnt nichts dagegen machen, dass solche Situationen entstehen. Vielleicht habt ihr Glück und erlebt es in eurem Leben nie, dass Freunde sich gegen euch wenden. Aber vielleicht passiert das, dass der, wo du dachtest, du bist mein Buddy, auf dich kann ich mich hundertprozentig verlassen, irgendwann in deinem Leben zu deinem größten Albtraum wird. Und du denkst: Boah, du weißt so viel von mir. Wenn du möchtest, kannst du alles, wofür mein Leben steht, kaputt machen. Ich kann mich vor dir nicht verstecken.
Und dieser Psalm zeigt, dass, wenn das passiert, er zeigt, in welche Richtung wir gehen müssen, wenn wir uns fürchten. Und zwar nicht weg, einfach in die Wüste, Kopf in den Sand, sondern:
Vers 17 und Vers 18:
Ich aber rufe zu Gott, und der Herr hilft mir. Abends und morgens und mittags klage und stöhne ich, und er hat meine Stimme gehört.
Für David hat Gottesfurcht sehr viel damit zu tun, an wen ich mich wende, wenn ich Angst habe. Seine Feinde, das sagt er in Vers 20, fürchten Gott nicht. Er ist einer, der Gott fürchtet.
Und deshalb: Wenn die Angst kommt, und das ist etwas ganz Grundsätzliches, was wir zutiefst verstehen müssen, wenn die Angst kommt, dann fängt David an, mit Gott zu reden über seine Angst. Und er nutzt die Angst, um intensivere Gespräche mit Gott zu haben, um mehr Zeit mit Gott zu verbringen.
Abends und morgens und mittags klage und stöhne ich, und er hat meine Stimme gehört. Also ich renne nicht einfach davon, sondern ich renne zu Gott.
Und deswegen, so diese erste Frage, mit der ich dich heute konfrontieren möchte, ist die Frage: Traust du dich das? Traust du dich, deine Ängste Gott zu sagen? Oder bist du vielleicht jemand, der in seinem Herzen denkt: Nee, wenn man sowas macht, das ist eigentlich ein Zeichen von Unglauben.
Und da möchte ich dich echt ermutigen heute. Was wir auch schon in den letzten Predigten gemacht haben: ganz, ganz ehrlich mit Gott umzugehen. Wenn du jemand bist, der denkt: Ich kann doch nicht meine Ängste mit Gott besprechen, wenn du das wirklich denkst, dann möchte ich dir jetzt eine Stelle in der Bibel zeigen, wo Jesus genau das getan hat. Wo Jesus Angst hatte, und seine Reaktion war Gebet, weil es die einzig sinnvolle Reaktion ist.
Je mehr Angst du hast, desto mehr musst du diese Angst vor Gott bringen.
Matthäus 26, da lesen wir von Jesus in der vielleicht dunkelsten Stunde seines Lebens, kurz bevor er gefangen genommen wird. Und Jesus geht in diese Gefangennahme nicht wie so ein Brad-Pitt-Achill, ich weiß nicht, ob man den Troja-Film kennt, der so: Haha, hier bin ich, und dann so lächelnd in den Kampf. Sondern er weiß genau, was da auf ihn zukommt.
Matthäus 26, Vers 36:
Dann kommt Jesus mit ihnen an einen Ort, genannt Gethsemane. Und er spricht zu seinen Jüngern: Setzt euch hier, bis ich hingegangen bin und dort gebetet habe. Er nahm den Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus mit und fing an, betrübt und geängstigt zu werden.
Du merkst, wie die Situation kippt. Da ist jemand, der hält noch die Fassung, bis er sagt: So, jetzt sind wir zu Hause, und jetzt bleib mal bei mir. Dann kommt so langsam die Furcht durch. Ich weiß nicht, ob du das kennst, wenn du es nicht mehr schaffst, die Fassung zu bewahren, sondern wenn du merkst, da kriecht die Angst so langsam von innen nach außen, und du kriegst sie nicht mehr gebändigt. Das ist das, was Jesus hier passiert.
Er fing an, betrübt und geängstigt zu werden.
Vers 38:
Dann spricht er zu ihnen: Meine Seele ist sehr betrübt bis zum Tod. Also auch da, genau wie David: betrübt bis zum Tod. Da hat jemand panische Angst, Todesangst. Bleibt hier und wacht mit mir.
Und er ging ein wenig weiter und fiel auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber. Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst.
Wir erleben hier Jesus, der riesige Angst hat. So große Angst, dass er im wahrsten Sinne des Wortes Blut und Wasser schwitzt. So große Angst, dass er den Allmächtigen, seine Jünger bittet, ihn in diesem Moment nicht alleine zu lassen, bei ihm zu bleiben, mit ihm zu wachen. So große Angst, dass er den Vater im Himmel bittet, den Kelch vorübergehen zu lassen.
Und mit dem Kelch ist kein anderer Kelch gemeint als der, der in Psalm 75, Vers 9 beschrieben wird: der Kelch des Zorns. Gott wusste, oder Jesus wusste, was es ihn kosten würde, diesen Kelch des Zorns zu trinken. Er als der Messias, er als der Sohn Gottes, der auf diese Welt kam für die Sünden der Menschen. Er war dazu berufen, aus diesem Kelch des Zorns an unserer Statt zu trinken, den Zorn Gottes in seiner ganzen Tiefe, in seiner ganzen Ewigkeit und Brutalität auf sich zu nehmen. Er war dazu berufen, an unserer Statt zu leiden, und er hat Angst davor.
Und er bittet Gott: Wenn es irgendeinen Weg gibt, Vater im Himmel, lass diesen Kelch an mir vorübergehen!
Und dann lesen wir, dass er mitten in dieser Angst vor einer Sache noch mehr Angst hat als davor, zu leiden. Und das ist die Angst davor, die sich ausdrückt in diesen Worten: Doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst.
Die größte Angst im Leben Jesu ist nicht das Kreuz, ist nicht das Leiden. Die größte Angst in seinem Leben ist, den Vater im Himmel zu enttäuschen, nicht das zu tun, was der Vater im Himmel für ihn vorgesehen hat. Das ist seine größte Angst. Und das ist das, was ihn in diesem Moment dazu bringt zu sagen: Ich werde weitergehen, obwohl ich echt nicht weiß, wie ich das schaffen soll. Ich werde so lange beten, bis Gott mir in dieser Situation die Kraft gibt, das zu tun, was er will.
Mir ist es wichtig, dass wir das festhalten. Es ist keine Sünde, wenn wir wie David oder wie Jesus selbst unsere Ängste in aller Deutlichkeit vor Gott bringen. Wir dürfen, wir sollen, wir müssen das tun. Aber dabei müssen wir uns gleichzeitig die Frage stellen: Wen fürchte oder was fürchten wir eigentlich? Wohin treibt mich meine Furcht? Treibt sie mich dahin zu glauben, dass ich mich selbst beschützen muss, oder treibt sie mich in die Arme Gottes?
Nochmal: Jesus hatte vor einer Sache richtig Angst, und das ist vor Gott mehr Angst als vor den Schmerzen eines Kreuzestodes. Viele von euch haben schon Bücher darüber gelesen. Es gibt dieses Buch, Die Tatsache der Auferstehung zum Beispiel, wo man so beschrieben bekommt, was das heißt, am Kreuz zu hängen. Und was das heißt, da langsam zu ersticken und dann immer wieder sich aufzurichten, herrisch, und dann wieder in sich zusammenzufallen, stundenlang. Aber mehr Angst als vor diesem Kreuzestod hatte er Angst davor, Gott zu enttäuschen.
Wir sehen das ganz am Anfang seines Dienstes schon. Jesus wird gerade getauft, und dann wird er vom Heiligen Geist in die Wüste geführt, vierzig Tage fasten, und dann kommt der Teufel, der Versucher. Und was sagt er zu ihm? Du hast doch Hunger! Na klar, nach 40 Tagen Fasten ist das jetzt kein Ehr, das hätte ich auch gewusst. Ja, aber was hältst du davon, wenn du aus diesem Stein da unten, der sieht ja schon aus wie so ein Stück Brot, wenn du einfach Brot machst? Du bist doch Gottes Sohn, du kannst das doch. Du hast doch ein Recht darauf, deine natürlichen Grundbedürfnisse zu stillen in dieser Welt, oder?
Und was sagt Jesus? Jesus sagt: Nein, ich werde nur das tun, ich will nach dem leben, was aus Gottes Mund kommt, und solange ich kein grünes Licht von oben habe, werde ich hier nicht einen Stein in Brot verwandeln, egal wie viel Hunger ich habe.
Und wir merken: Der Anfang seines Lebens ist davon gekennzeichnet, dass er ganz radikal sagt: Ich will zuallererst Gott fürchten und seinen Willen tun. Und jetzt springen wir ans Ende seines Lebens, Gethsemane, und wir stellen fest: Diese Haltung ist genau die gleiche geblieben, es hat sich kein Stück geändert. Im Angesicht des Todes ist seine größte Angst, den Willen Gottes zu verpassen und den Vater im Himmel zu enttäuschen.
Es ist gut, wenn wir Gott fürchten.
Psalm 147, Vers 11:
Der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, an denen, die auf seine Gnade harren.
Für Gott ist Gottesfurcht etwas total Schönes. Der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten.
Wisst ihr noch, letztes Mal haben wir über die Auswirkungen von Angst gesprochen. Ich hatte euch gesagt: Angst macht uns selber schwach und macht die Probleme, die wir haben, zu groß, vielleicht sogar unlösbar. Das stimmt, und ich will das auch nicht durchstreichen. Aber das Schlimmste an Angst ist, das Schlimmste an Furcht ist, dass es unser Bild von Gott verzerrt.
Wenn wir uns fürchten, dann erscheint in dem Moment, wo ich Angst habe, Gott so furchtbar schwach und so klein und so weit weg und so gar nicht fürsorglich. Wenn ich mich fürchte, wenn ich in dem Moment an Gott denke, dann kann es sein, dass ich sogar anfange zu glauben, Gott wäre nicht wirklich stark genug oder eben nicht interessiert genug, um mir zu helfen. Und deswegen lässt er mich in meinem Schlamassel sitzen.
Also Angst schafft es, dass das Böse allmächtig erscheint und Gott machtlos. Aber das ist natürlich Riesenquatsch, das ist euch klar, oder?
Also, wenn du das jemals gedacht hast: Gott ist irgendwie nicht interessiert oder machtlos oder schwach und das Böse ist viel zu groß, vergiss es. Die Psalmen sind voll davon. Lies dir die Psalmen durch, und du wirst feststellen, wie Gott dargestellt wird. Gott ist ein König. Gott ist ein Krieger. Gott ist wie ein Felsen, der nicht wackelt. Gott ist eine Festung, zu der ich mich fliegen kann. Und Psalm 23 kennt nun wahrscheinlich wirklich fast jeder: Der Herr ist mein Hirte.
Das ist mein Gott!
Du musst nie, egal wie sehr du dich fürchtest, dich manipulieren lassen von der Furcht zu glauben, dass Gott zu schwach wäre, nicht interessiert genug wäre, nicht fürsorglich genug wäre. Das stimmt nicht. Wir müssen aufpassen, dass die Angst nicht unseren Blick für Gott verstellt und uns zwingt, vielleicht sogar eine Perspektive aufs Leben einzunehmen, die uns dann davon abhält, gar nicht mehr für Jesus zu leben. Das wäre total falsch.
Also die Frage: Wie gehen wir mit diesen Ängsten um, die in der Lage sind, unser ganzes Leben kaputtzumachen? Letztes Mal war das die dunkle Seite der Angst, wenn ihr euch erinnert. Wie gehen wir damit um?
Das Erste und Wichtigste scheint mir zu sein, wenn ich das einfach mal so in der Bibel sehe: Der erste Ratschlag lautet, fühle deine Angst.
Das ist ein komischer Ratschlag, ich weiß, gerade hier so von der Kanzel: Fühle deine Angst. Ich finde ihn aber total wichtig, weil wenn wir unsere Ängste verstecken, wenn wir uns ihnen nicht stellen, sondern sie so ein bisschen unter den Teppich kehren, dann werden sie uns kaputt machen. Das ist einfach so.
Wenn du Angst hast, mein Tipp: Bitte stell dich deiner Angst. Lauf nicht davon! Da gibt es ganz tolle Methoden, wie man vor seiner Angst davonlaufen kann. Zerstreuung, so ein bisschen mehr arbeiten als nötig, Sport hilft, alles, aber hilft dir nicht wirklich im Blick auf deine Angst. Und genauso wenig hilft es dir, so ein paar hohle Bibelfrasen zu dreschen, irgendwie so einen Bibelfers mantra-mäßig immer wieder aufzusagen. Das wird dir auch nicht wirklich weiterhelfen.
Die Frage, die du dir beantworten musst, ist: Wenn ich mich fürchte, was fürchte ich da eigentlich? Das ist eine gute Frage. Unterschätzt die bitte nicht. Du hast Angst, da schaudert es dich. Was fürchte ich da eigentlich?
Warum ist die Frage so gut? Sie ist deshalb so gut, weil die Antwort wird dir zeigen, wem oder was du dienst. Nochmal: Wenn du sagen kannst, was du fürchtest, weißt du auch, wem oder was du dienst.
Weil letzten Endes lassen sich, und das ist jetzt ein bisschen zu platt und wahrscheinlich gibt es tausend Leute, die sagen: So einfach kann man das nicht machen. Ich mache es trotzdem mal so einfach. Man kann wahrscheinlich alle Ängste in zwei große Schubladen stecken. Auf der einen Schublade steht der Name Gottesfurcht. Und dann gibt es eine andere Schublade, da steht oben drauf Lebensangst.
Lebensangst. Wie entsteht Lebensangst? Lebensangst entsteht, wenn wir, und bitte, das kann alles unbewusst geschehen, da musst du nicht groß drüber nachdenken, das passiert einfach, und vielleicht passiert es gerade, wenn du nicht drüber nachdenkst, Lebensangst entsteht, wenn wir es in unserem Leben darauf anlegen, eine Welt zu schaffen, die uns möglichst viel Genuss, Wertschätzung, Bedeutung, Freude, ja, solche Dinge, wenn ich sage: Davon möchte ich möglichst viel haben, und das, obwohl ich eigentlich weiß, ich lebe auf einem verfluchten Planeten, auf dem Schmerz und Ablehnung und Chaos und Sorgen die Norm sind.
Wenn du sagst: Ich möchte aber trotzdem mein kleines Paradies schaffen, dann wird Lebensangst entstehen, weil dann wird deine größte Sorge darin bestehen: Was könnte mir oder meinen Lieben oder meinem kleinen Paradies zustoßen?
Das ist die eine große Schublade. Und wenn du in dieser Schublade drinsteckst, wenn du sagst: Das kenne ich, und da möchte ich raus, dann musst du dir anschauen, was die andere Schublade enthält. Denn diese Lebensangst, die daher rührt, dass ich eigentlich bewahren will, was ich nicht bewahren kann, wird nur dadurch vertrieben, dass eine andere Angst, nämlich Gottesfurcht, in mein Leben hineinkommt und mich dazu motiviert zu einem Lebensstil, der die Lebensangst zu dem macht, was sie ist: einem natürlichen Bestandteil meines Lebens, aber nicht zu meinem Gott.
Mir ist schon klar, dass wenn ich über Gottesfurcht etwas sage, dass dieser Begriff an sich schon nicht mehr in ist, also Gottesfurcht. Ich habe vor kurzem in einer anderen Gemeinde eine Predigt gehalten über 5. Mose 10, und da fängt Gott doch tatsächlich an, 5. Mose 10, Vers 12, da fängt er an, den Israeliten zu sagen: Was hätte ich gern von euch? Man kann ja mal so ein bisschen Wünsch-dir-was, und das macht Gott mit und sagt: Ich habe da fünf Punkte, die wünsche ich mir von dir. Fünf Dinge, die zum Leben mit mir dazugehören, fünf Dinge, die ich in deinem Leben sein möchte. Und das Erste, was Gott sagt: Ich möchte in deinem Leben der größte Albtraum sein.
Denkst du: Ja, hallo?
Ja, denn Gott fängt damit an, bevor er sagt, dass wir auf seinen Wegen gehen sollen, ihn lieben sollen, ihm dienen sollen und ihm gehorsam sein sollen, sagt er das alles. Aber der erste Punkt, 5. Mose 10,12:
Und nun, Israel, was fordert der Herr, dein Gott, von dir, als nur den Herrn, deinen Gott, zu fürchten?
Da kommt’s!
Ich höre schon den Einwand. Ja, Jürgen, damit ist gar nicht Furcht gemeint, sondern nur Ehrfurcht und Respekt. Ja, Gott ist doch mein Vater im Himmel, und Jesus ist mein Freund, und der Heilige Geist mein Tröster. Wie sollte ich da Gott fürchten?
Gute Frage. Ich habe zwei Jahrzehnte dafür gebetet, dass ich das schaffe. Warum? Denn die Bibel sagt, und zwar nicht nur im Alten Testament, sondern eben auch im Neuen Testament, ein Beispiel: 1. Petrus 1,17. Sie sagt, dass wir Gott fürchten sollen. Irgendwie gehört das mit dazu. Wir müssen das andere, dass wir Gott gehorsam sind, dass wir ihm dienen und dass wir ihn lieben und dass er unsere gute Hürde ist, das müssen wir nicht durchstreichen. Aber dieser eine Aspekt Gottesfurcht, den beschreibt 1. Petrus 1,17 mit folgenden Worten, und das ist an gläubige Leute gerichtet:
Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person nach eines jeden Werk richtet, also wenn ich mir vorstelle, dass Gott ein unparteiischer Richter ist, so wandelt die Zeit eurer Fremdlingsschaft, also solange du hier auf der Erde bist, wo du eigentlich gar nicht so richtig hingehörst, in Furcht.
Vergiss das nie, mit wem du es da zu tun hast. Pass auf, dass dein Bild von Gott nicht so ein rührselig-sentimentales Bild ist, das überhaupt nicht zu Gott passt.
Ich glaube, wir müssen neu begreifen in unserer Zeit, dass Gott ein lebendiger Gott ist, dass er Lamm ist, Halleluja, und Löwe. Dass er Retter ist und Richter, dass er ein vergebender Gott ist, ja, ja, aber auch ein rächender Gott.
Und wenn wir, es geht jetzt um Lebensangst, wenn wir Lebensangst überwinden wollen, dann brauchen wir diese existenzielle Begegnung mit einem Gott, der wirklich Gott ist. Einem Gott, der nicht nur eine Rolle in meinem Leben spielt, so nach dem Motto: Okay, ich habe da so ein paar Ziele im Leben, und Gott darf da auch ein bisschen mitspielen. Sondern die existenzielle Begegnung mit einem Gott, der mehr ist als der Servicetechniker, den wir anrufen, wenn die Waschmaschine nicht funktioniert, sondern der Regisseur ist.
Und wenn wir diese existenzielle Begegnung nicht haben, wenn Gott nicht Gott wird, weil wir uns in Wirklichkeit und mit unserem ganzen Leben darum drehen, unser kleines Paradies zu schaffen und nicht sein Reich zu bauen, und als Ausdruck, als Symptom davon uns die Lebensangst beherrscht, dann werden wir nicht begreifen, was es heißt, Gott zu fürchten, und wir werden nicht in letzter Konsequenz Lebensangst überwinden.
Wer Lebensangst überwinden will, wer ihr entgegentreten möchte, der muss in meinen Augen diese Radikalität verstehen, die sich hinter den Worten Jesu versteckt, wenn er zu seinen Jüngern, wohlgemerkt, Folgendes sagt, und ich lese euch das einfach nur mal vor:
Ich sage aber euch, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und nach diesem nichts weiter zu tun vermögen.
Wow. Also, ich kann dich köpfen, das in einem Video der ganzen Welt zeigen, aber mehr kann man nicht machen. Davor musst du keine wirkliche Angst haben. Das ist noch nicht wirklich brutal. Davor muss man keine Angst haben.
Ich zeige dir mal, sagt Jesus, und er sagt seinen Jüngern, vor wem es sich wirklich lohnt, Angst zu haben. Also wenn du schon eine Panikattacke haben willst, dann zeige ich dir mal einen geeigneten Partner dafür, einen geeigneten Gegner.
Vers 5, Lukas 12:
Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der nach dem Töten Macht hat, in die Hölle zu werfen. Und es ist Gott. Gott!
Es ist der Gott, mit dem wir es zu tun haben. Dieser Gott ist der ultimative Zerstörer, er wirft in die Hölle, er trennt auf alle Ewigkeit die Seele des Gottlosen vom Licht und von jeder Hoffnung. Gott gibt sich auf der einen Seite selbst am Kreuz, aber er nimmt dem, der nicht glauben will, alles. Mehr Liebe als am Kreuz geht nicht. Aber mehr Rache als das, was Gott an seinen Feinden einmal üben wird, geht auch nicht.
Ich möchte dich um etwas bitten, auch wenn es dir vielleicht schwer fällt: Zähme Gott in deinen Gedanken nicht. Es ist gut, wenn wir vor Gott erschaudern. Er ist der Schreckliche, er ist der Unaufhaltsame, er ist der Unparteiische. Vergelter alles Bösen. Wenn Gott zum Gegenschlag ausholt, und er wird das eines Tages tun, dann wird er jedem Sünder die Sünde heimzahlen, und er wird abrechnen. Dann bleibt, und Jesus ist da sonnenklar, am Ende nur Weinen und Zähneklappern.
Und wenn du denkst: Boah, Jürgen, das ist doch so eine alttestamentliche Vorstellung. Ich habe doch im Neuen Testament nur diesen Gott der reinen und der ausschließlichen Liebe. Das, was du hier schilderst, ist doch Altes Testament vom zornigen Gott, Fehlanzeige.
Das ist der Gott, mit dem wir es immer schon zu tun haben. Mir ist das klar. Wir leben in einer Zeit, wo moderne liberale Theologie uns einreden möchte, dass Gott nur Liebe ist, Jesus nie leibhaftig auferstanden ist, es nicht wirklich ein jüngstes Gericht gibt, schon gar keine Hölle. Klar, wir leben in dieser Zeit. Aber lies bitte selber die Bibel, lies sie von vorne bis hinten durch, und lies auch mal die Offenbarung. Wenn du glauben solltest, dass ich jetzt Murks erzählt habe, widerlege mich. Versuch es. Aber versuch Gott nicht in deinen Gedanken klein zu machen.
Gott ist dieser gefährliche Gott. Kennt ihr Narnia? Narnia-Bücher, die Filme kennt man so ein bisschen. Für alle, die Narnia nicht kennen: Es lohnt sich, die Bücher zu lesen. C. S. Lewis, die Chroniken von Narnia, einfach toll. Vor allem Band zwei. Band zwei beschreibt das Evangelium.
Und in Band zwei gehen Kinder nach Narnia in diese andere Welt, wo eine böse Königin herrscht. Und es gibt einen Rettergott in dieser anderen Welt. Ein Löwe, Aslan. Und dann gibt es ein kleines Mädchen, Lucy. Und Lucy ist in dem Teil der Geschichte, den ich euch erzählen möchte, bei den Bibern. Die Biber können sprechen, das ist ein bisschen ungewöhnlich, das weiß ich, aber das ist da so in Narnia, dass die Tiere sprechen können. Und Frau Biber erzählt Lucy, dass der Rettergott ein Löwe ist.
Kleine Lucy bekommt ein bisschen Angst und fragt folgendes Zitat:
Dann ist man also nicht sicher vor ihm?
Sicher, wiederholt der Biber. Ja, hast du denn nicht gehört, was meine Frau gesagt hat? Wer hat denn von sicher geredet? Natürlich ist man nicht sicher vor ihm, aber er ist gut und er ist König.
Verstanden, worum es geht, ja?
Die kleine Lucy: Wenn Gott wirklich so ist, wie er ist, ja, lass das zu, lass das zu. Es geht nicht darum, dass du in deinen Gedanken dir einen Gott strickst, den es nicht gibt, nur damit er ein bisschen sicherer rüberkommt. Das, was uns in der Gegenwart Gottes geschenkt wird, ist die Gewissheit: Er ist gut und er ist König. Aber er ist nie sicher, er ist nie zahm. Er ist ein saugefährlicher Gott, ehrlich, und du möchtest nicht auf der falschen Seite stehen, keinen Moment deines Lebens, wenn er zornig wird.
Und deswegen ist Gottesfurcht so ein Begriff, der uns auf der einen Seite schwer eingeht, weil wir so geprägt sind von der Liebe Gottes, die in unser Leben ausgeschüttet wurde durch den Heiligen Geist, weil wir genau wissen, wir sind Kinder Gottes, wir sind ewig geliebte Söhne und Töchter, wir sind seine Priesterinnen und Priester, wir sind all das. Und gleichzeitig bleibt er der, der er immer schon war.
Wenn Mose ihn fragt: Sag mal, wie heißt du eigentlich? Dann sagt Gott zu ihm, und ich weiß nicht, was Mose erwartet hat. Die Götter seiner Zeit hatten komische Namen, ich weiß nicht: ich bin der Nil, die Morgenröte, irgendwie sowas. Gott sagt: Weißt du, lass all die Ideen stecken. Ich bin. Punkt. Das reicht. Ich bin. Alles andere ist eingebildet. Ich bin. Du triffst auf mich. Auf das Konzept des Lebens, auf den Schöpfer, auf den, der das Recht hat, Leben zu geben und Leben zu nehmen, wie er will.
Das Einzige, was uns in dieser Situation rettet, und da haben wir nichts mit beigetragen, ist: Er ist gut. Ich hoffe, dass ihr darüber jubeln könnt. Wäre Gott nicht gut, könnten wir nichts daran ändern. Aber er ist gut und er ist König. Die zwei Dinge gehören immer zusammen.
Und deswegen: Wer Gott fürchtet, der hat verstanden, dass jede Sünde ein Schritt weg von Gott ist, dass jede Sünde ein Schritt weg vom Leben ist, ein Schritt Richtung Hölle, Richtung absolute Verlorenheit, Richtung Finsternis, und er fürchtet sich vor jedem Schritt, den er weg von Gott tut.
Wer Gott fürchtet, der steht immer mal wieder sprachlos vor dem Kreuz und erschrickt über diesen unaussprechlichen Zorn, den der Vater über den Sohn ausgießt, wenn er den Sohn verurteilt und ewige Liebe in unsagbaren Schmerz verwandelt.
Wer Gott fürchtet, der ist begierig danach, diesem Gott zu gefallen, in seiner Nähe zu leben und ihn zu genießen. Genau so, wie Jesus das ein Leben lang uns vorgemacht hat.
Wer Gott fürchtet, der hat mehr Angst davor, Gott zu enttäuschen, als sein Leben zu verlieren. Es ist jemand, der diesen Schauder kennt, den wir in Psalm 51 von David lesen. Da sagt er: Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und deinen Heiligen Geist nimm nicht von mir.
Und ich will jetzt nicht hier vorne stehen und sagen: Als Christ musst du Angst haben, in die Hölle zu kommen, oder Angst haben, dass Gott dich verwirft, oder Angst haben, dass Gott den Heiligen Geist hier wieder wegnimmt. Will ich alles nicht sagen. Worum es mir geht, ist: In der Gegenwart eines Gottes, den ich wirklich fürchte, bleibt da etwas übrig von diesem heiligen Schauderhaften, wo Gott Gott sein darf und nicht zu einem Spielzeug wird.
Wo Gott nicht der ist, den ich vor meinen Karren spanne, sondern wo Gott in seiner ganzen Herrlichkeit und Majestät und Größe und Kraft mein Denken und Leben beherrscht. An dieser Stelle, in der Gegenwart eines solchen Gottes, treibt mich Lebensangst nicht weg von ihm, sondern in seine Arme. Und ich finde die Kraft für den Mut, den ich brauche zum Leben, nicht in mir, sondern in Gott.
Und ich behaupte: Erst wenn wir diese Gottesfurcht entwickeln, wenn Gott Gott sein darf, werden wir auf eine produktive Weise mit unseren Ängsten umgehen lernen. Entweder wird uns Lebensangst beherrschen, dann werden wir die Kontrolle über unser Leben nicht aufgeben und vielleicht oft genug unsere eigene Hilflosigkeit auch nicht zugeben. Oder wir unterwerfen uns Gott und wir überlassen ihm die Kontrolle, und wir dienen Gott und wir überlassen es ihm, was er aus unserem Leben macht.
Merkt ihr den Unterschied? Wenn die Lebensangst regiert, bist du dein Gott. Du traust es nur nicht, das wirklich zu sagen, aber es ist faktisch so. Oder Gott wird zu deinem Gott und sagt: Herr, du kannst mit meinem Leben machen, was du willst. Ich werde dich mehr fürchten als das, was mir in dieser Welt Angst macht.
Woher weiß ich, dass das so funktioniert, dass Gottesfurcht Lebensangst vertreibt? Ich weiß es, weil Gott uns seinen Geist gegeben hat, und dieser Geist wird im 2. Timotheus 1,7 folgendermaßen beschrieben:
Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht.
Du brauchst keine Angst haben, null Angst, dass diese Welt dich mit ihrer Angst überfordert. Schön, in dir steckt bereits alles an Kraft, was du brauchst, um in jeder Situation siegreich aus der Versuchung hervorzugehen. Toll, oder? Gott gibt dir seinen Geist, der nicht ein Geist der Furchtsamkeit, sondern ein Geist der Kraft ist, damit du im entscheidenden Moment Folgendes machst: dich auf die Seite dieses Geistes Gottes und seiner Führung stellst und sagst: In dieser Kraft, die Gott da reicht, möchte ich meine Lebensangst überwinden.
Und weil das so ist, weil du diesen Geist der Kraft in dir trägst und auch dann, wenn du schon hundertmal versagt hast und denkst, davon habe ich aber nicht viel mitgekriegt, er ist trotzdem da, weil das so da ist, möchte ich am Ende schließen mit vier kleinen Punkten zum Mitnehmen.
Was tue ich mit meiner Angst?
Punkt eins: Wenn du Angst hast, bitte gib es zu. Das war dieser Punkt hier, bitte gib es einfach zu. Versteck deine Angst nicht. Du wirst nicht damit klarkommen, wenn du sie vergibst, gib sie zu. Vielleicht musst du mit jemand anderem mal drüber reden und sagen: Hey, da gibt es einen Punkt in meinem Leben, boah, gib zu. Erster Punkt.
Zweitens, was wir in Psalm 55 von David gelernt haben: Bring deine Ängste Gott, ringe mit ihm. Du darfst mit Gott ringen, du musst nicht alle richtigen fertigen Antworten haben auf dein Leben. Gott ist da, weil wir ihn brauchen. Nicht weil wir so unabhängig sind. Wir brauchen ihn. Geh zu Gott, ring mit ihm, sag ihm, wovor du Angst hast, sag ihm, was die Angst in dir anrichtet, sag dir, wie es um deinen Glauben in diesem Moment steht, wie es um deine Hoffnung in dem Moment steht, wie es um deine Liebe in dem Moment steht. Aber geh mit Gott ins Gespräch. Genau wie David: mehr Angst, mehr Gespräch mit Gott. Ganz einfach. Intensivere Gebete, mehr Fasten, von mir aus Gelübde, zusammenbeten, heulen. Ja, voll rein! Je größer die Angst, umso voll dagegen gehen. Das war der zweite Punkt.
Der dritte Punkt: Konfrontiere deine Angst mit Gott. Also denk nach, weil die Angst will dein Bild von Gott verzerren, will dir einreden, er ist nicht fürsorglich, er ist schwach, er ist nicht an dir interessiert. Konfrontiere deine Angst mit Gott, denk an seine Größe, denk an seine Herrlichkeit. Denk an seine Majestät, denk an seine Macht. Schnapp dir deine Bibel und schau dir Stellen an, wo Gott seine Größe und seine Herrlichkeit darstellt. Ich bin sonst nicht der Biografietyp, also null, aber manchmal ist es einfach witzig, Biografien zu lesen und zu sehen, was hat Gott im Leben von anderen Menschen gewirkt. Gib dir sowas und zeig dir selber: Hey, meine Angst will mir den Blick für Gott verstellen, völliger Blödsinn, Gott ist gut, er ist gut und er ist König.
Und der vierte Punkt: Und wenn du das wieder glauben kannst, wenn das in deinem Herzen, und dann braucht es nur so eine kleine Flamme, wenn du wieder denkst: Ja, jetzt habe ich es wieder gepackt, und Hoffnung fängt ja manchmal ganz klein an, dann wage betend den ersten Schritt. Bitte Gott, dass er dich erfüllt mit diesem heiligen Erschrecken vor seiner Herrlichkeit und mit dem Wunsch, ihm zu gefallen, und dann geh den nächsten kleinen Schritt, was auch immer das sein mag.
Vielleicht hast du ein schwieriges Gespräch, vor dem du dich fürchtest, dann gehst du diesen Schritt. Vielleicht musst du etwas tun, schon lange tun, vor dem du dich fürchtest. Was ist der nächste Schritt? Geh einfach den nächsten Schritt im Vertrauen auf diesen Gott, den du mehr fürchtest als das, was da an Angst vor dir steht.
Ich möchte dir noch einmal einen Vers vorlesen, den wir schon hatten, der als Zuspruch über diesem ganzen Thema stehen kann, aus Jesaja. Nimm den bitte am Ende mit.
Was ich mir wünsche, ist, dass du in deinem Leben der Angst keine Macht gibst, weil du um die Macht Gottes in deinem Leben weißt. Und da heißt es in Jesaja 41,10, und nimm diesen Zuspruch bitte mit in die nächste Woche, wenn du diesen ersten Schritt wagst in den Bereich der Angst hinein:
Jesaja 41,10:
Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Habe keine Angst, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ja, ich helfe dir, ja, ich halte dich mit der Rechten meiner Gerechtigkeit.
Gottesfurcht bringt uns in die Gegenwart Gottes, und in der Gegenwart Gottes erleben wir genau diesen Zuspruch. Nur in der Gegenwart Gottes wird Gott zu mir sagen: Jürgen, ich weiß, wie du dich fühlst, ich weiß, dass du vor dem nächsten Schritt Angst hast, aber und ich lese euch den Vers noch einmal: Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Habe keine Angst, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ja, ich helfe dir, ja, ich halte dich mit der Rechten meiner Gerechtigkeit.
Wo Gottesfurcht gelebt und Gott Gott wird, an der Stelle gilt dieser Vers. Und ich wünsche es euch von Herzen, dass ihr das erleben dürft in eurem Leben. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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