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Vom Sterben des Menschensohnes – Teil 8

Jesu Leben und Lehre | Episode 752
Johannes 12,31-3414.10.2026
Serie•Teil 8 / 9Vom Sterben des Menschensohnes
Am Kreuz verliert das Böse seine Macht – und doch bleibt deine Antwort offen. Jesus zieht Menschen aus allen Lagern zu sich: durch Liebe, nicht durch Zwang.

Einleitung und thematische Zuspitzung

Gott wird Mensch
Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 752: Vom Sterben des Menschensohnes, Teil 8
Kommen wir noch einmal zu der Frage, wie der Vater seinen Namen durch den Sohn verherrlicht. Drei Aspekte sind dabei wichtig: Die Welt wird gerichtet, der Teufel entmachtet und die Rettung für alle errungen.
In der letzten Episode haben wir uns mit der Frage auseinandergesetzt, warum der Teufel den Himmel verlassen musste. Antwort: Weil Jesus ihn besiegt und seinem Tun als Verkläger der Brüder ein Ende gesetzt hat.
Deshalb kann Paulus auch fragen: Römer 8,33-34
Wer will gegen Gottes Auserwählte Anklage erheben? Gott ist es, der rechtfertigt. Wer will verdammen? Christus Jesus ist es, der gestorben ist, ja noch mehr, der auferweckt worden ist, der auch zur Rechten Gottes ist, der sich auch für uns verwendet.
Wir sind gerechtfertigt. Und sollte es noch jemanden geben, der uns anklagen oder verdammen will, dann sitzt zur Rechten Gottes einer, der für uns gestorben, auferstanden und in den Himmel aufgefahren ist.
Christus Jesus ist dort beim Vater, um sich für uns zu verwenden.

Die begrenzte Macht des Gegners und die bleibende Gefahr

Trotzdem noch einmal der Hinweis: Der Satan ist für uns nicht ungefährlich. Er hat den Himmel verlassen, um auf der Erde sein Unwesen zu treiben. Seine Macht mag beschnitten sein, aber wir müssen uns vor seiner Täuschung, seiner Versuchung und seiner Einschüchterung in Acht nehmen.
Er ist listig und wird unser Fleisch, die Gesellschaft und das Okkulte nutzen, um uns auf jedwede Weise zu schaden. Die Welt liegt in dem Bösen, und wir leben, obwohl wir aus Gott sind, noch mittendrin.

Das Kreuz als Gericht und universaler Ruf

Aber gehen wir weiter. Johannes 12,31-32: Jetzt ist das Gericht dieser Welt; jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden. Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen.
Jetzt also der dritte Punkt: Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. Im nächsten Vers erklärt Johannes, dass Jesus damit die Art seines Todes meint. Johannes 12,33: Dies aber sagte er, um anzudeuten, welches Todes er sterben sollte.
Von der Erde erhöht werden heißt also, am Kreuz aufgehängt werden. Wenn Jesus am Kreuz hängt, wird er alle zu sich ziehen. „Alle“ meint hier nicht jeden einzelnen Menschen ohne Ausnahme im Sinn einer garantierten Errettung. Im direkten Zusammenhang waren Griechen gekommen, die mit Jesus sprechen wollten. Deshalb meint „alle“ hier wahrscheinlich so viel wie: Menschen aus allen Gruppen, also nicht nur Juden, sondern auch Heiden.
Jesus beschreibt hier einmal mehr die universale Reichweite des Kreuzes. Der Messias ist eben nicht nur der Messias der Juden. Schon Abraham wird verheißen, dass sein Same, sprich Nachkomme, also Jesus, zum Segen für alle Völker werden würde.

Die Verheißung für Juden und Heiden

Noch klarer bei Jesaja, Kapitel 49, Verse 5 und 6:
Und nun spricht der Herr, der mich von Mutterleib an für sich zum Knecht gebildet hat, um Jakob zu ihm zurückzubringen und damit Israel zu ihm gesammelt werde. Und ich bin geehrt in den Augen des Herrn, und mein Gott ist meine Stärke geworden.
Ja, er spricht: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten Israels zurückzubringen. So mache ich dich auch zum Licht der Nationen, damit meine Rettung reicht bis an die Enden der Erde.
Und Simeon prophezeit über den kleinen Jesus in Lukas 2,30-32:
Denn meine Augen haben dein Heil gesehen, das du bereitet hast im Angesicht aller Völker, ein Licht zur Offenbarung für die Nationen und zur Herrlichkeit deines Volkes Israel.
Gott will jeden, Heiden und Juden.

Wie Christus Menschen zieht

Und wenn wir uns fragen, wie Gott zieht, dann geschieht das nicht durch politische Macht, nicht durch religiösen Zwang oder äußeren Pomp. Jesus zieht als derjenige, der am Kreuz hängt und seine bedingungslose Liebe offenbart. Es ist seine Art und seine Ausstrahlung, mit der er Menschen zieht.
Petrus kann später formulieren: 2. Petrus 1,3. Da seine göttliche Kraft uns alles zum Leben und zur Gottesfurcht geschenkt hat, durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat, durch seine eigene Herrlichkeit und Tugend. Jesus beruft uns, er lädt uns ein, durch seine eigene Herrlichkeit und Tugend. Er ist der Besondere, der Andersartige, der Selbstlose. Er ist der, der für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Und mit dieser Liebe, die sich am Kreuz zeigt, will er jeden gewinnen.
Aber wenn er davon spricht, dass er alle zieht, dann bleibt die menschliche Verantwortung trotzdem ganz real bestehen. Menschen können das Licht lieben oder sie können es hassen. Sie können zu Gott kommen oder es sein lassen. Sie können glauben oder ihr Herz verhärten. Der Vers ist keine Belegstelle für Allversöhnung. Merken wir uns das gut.
Das Kreuz ist nicht nur Gericht über die Welt und Sieg über den Satan, es ist zugleich Ausgangspunkt für Gottes groß angelegte Rettungsaktion. Vom Kreuz her sammelt der Messias Juden und Heiden um sich selbst.

Die Spannung zwischen Schrift und Kreuzestod

 Johannes 12,34
Die Volksmenge antwortete ihm nun: Wir haben aus dem Gesetz gehört, dass der Christus in Ewigkeit bleibt. Und wie sagst du, dass der Sohn des Menschen erhöht werden muss? Wer ist dieser, der Sohn des Menschen?
Ganz ehrlich, ich hätte den Umstehenden so viel geistliches Verständnis gar nicht zugetraut. Sie verstehen, dass etwas nicht stimmt. Sie verstehen auch, dass mit dem Erhöhtwerden die Kreuzigung gemeint ist.
Natürlich haben wir keine Ahnung, wie viel von dem Gespräch Jesu Johannes weggelassen hat. Und trotzdem ist der Einwand verblüffend durchdacht.
Aus dem Gesetz, und gemeint ist hier nicht nur die Tora, sondern das ganze Alte Testament, geht eindeutig hervor, dass der Christus in Ewigkeit bleibt. Er wird den Thron Davids besteigen und ewig herrschen. Nach Psalm 110,4 ist er Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks. Und Daniel spricht explizit von der ewigen Herrschaft, die der Menschensohn aus der Hand des Alten an Tagen erhält.
Der Einwand ist also nicht dumm. Er beruht auf echten messianischen Verheißungen. Durch das, was Jesus sagt, entsteht eine Spannung. Die Schrift sagt: Der Messias bleibt. Jesus sagt: Ich werde erhöht werden, also sterben. Das heißt nicht bleiben.
Gleichzeitig nennt Jesus sich in Johannes 12,23 „Sohn des Menschen“, und wie wir uns in der nächsten Episode etwas genauer anschauen werden, ist das eine Bezeichnung für den Messias. Wie kann es also sein, dass der Messias in Ewigkeit bleibt und als Sohn des Menschen erhöht werden muss? Wie passt das zusammen? Oder wer ist dieser, der Sohn des Menschen?

Schlusswort und geistlicher Impuls

Was könntest du jetzt tun? Bete heute dafür, dass sich das Potenzial des Kreuzes unter Juden und Heiden auf der ganzen Welt entfaltet und viele Menschen zum Glauben kommen.
Das war’s für heute. Lerne das Fasten, beschäftige dich mit dem Thema und beginne damit, regelmäßig für wichtige Anliegen zu fasten.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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