Zum Inhalt

Die Frage nach der Vollmacht – Teil 3

Jesu Leben und Lehre, Teil 693/697
13.03.2026Lukas 20,6-8
SERIE - Teil 693 / 697Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist
Episode 693: Die Frage nach der Vollmacht, Teil 3

Die Herausforderung der Frage nach Jesu Vollmacht

Wir waren bei der Gesandtschaft des Hohen Rats stehen geblieben, die von Jesus wissen will, in welcher Vollmacht er so auftritt und handelt, wie er es gerade tut. Jesus antwortet nicht direkt auf ihre Frage, sondern stellt eine Gegenfrage.

In Markus 11,29-30 heißt es: Jesus aber sprach zu ihnen: „Ich will euch ein Wort fragen, antwortet mir, und ich werde euch sagen, in welcher Vollmacht ich diese Dinge tue. War die Taufe des Johannes vom Himmel oder war sie von Menschen? Antwortet mir.“

Wir haben bereits gesehen, warum diese Frage die Gegner Jesu vor unlösbare Schwierigkeiten stellt. Sie haben nun zwei Optionen, wie sie antworten können.

Die erste Option: Die Taufe des Johannes als göttliche Vollmacht anerkennen

Option eins: Die Taufe des Johannes war vom Himmel.

Das können sie sagen, und wie wir noch sehen werden, haben die meisten Juden genau das auch geglaubt. Nur die Pharisäer, Schriftgelehrten und Ältesten wissen, was passiert, wenn sie das sagen. Jesus könnte dann nämlich so etwas antworten: „Wenn das so ist, wenn Johannes ein Prophet Gottes war und seine Taufe zur Vergebung der Sünden Gottes Idee war, warum glaubt ihr ihm dann nicht?“

Wenn Johannes im Auftrag Gottes unterwegs war, dann hört doch auf all die Dinge, die er über mich gesagt hat. Und wenn ihr seinem Zeugnis über mich Glauben schenkt, dann wisst ihr doch, in welcher Vollmacht ich all diese Dinge tue. Dann wisst ihr doch, dass ich der Sohn Gottes bin, der Messias, auf den alle warten. Dass ich vom Himmel gekommen bin, um mit Heiligem Geist zu taufen. Was fragt ihr dann noch? Erinnert ihr euch nicht an die Worte Johannes’?

Und dann könnte Jesus einfach Johannes zitieren, zum Beispiel aus Johannes 1,29: Am folgenden Tag sieht Johannes den Jesus zu sich kommen und spricht: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt. Dieser ist es, von dem ich sagte: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir ist, denn er war eher als ich.“

Oder aus Johannes 3,36: „Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.“

Merkt ihr, Option eins kam für die Gegner Jesu nicht in Frage.

Die zweite Option: Die Taufe des Johannes als menschlich ablehnen

Option zwei war aber auch nicht hilfreich, allerdings aus einem ganz anderen Grund.

 Matthäus 21,26: „Wenn wir aber sagen, von Menschen, so haben wir die Volksmenge zu fürchten; denn alle halten Johannes für einen Propheten.“ Es geht ihnen nicht wirklich um die Wahrheit. Die Tatsache, dass sie diese Option überhaupt erwägen, zeigt, dass sie Johannes nicht für einen Propheten halten.

Wenn wir wissen wollen, wie sie über ihn dachten, dann klingt das so in Matthäus 11,18: „Denn Johannes ist gekommen, der weder aß noch trank, und sie sagen, er hat einen Dämon.“ Das war das Narrativ über Johannes. Er ist besessen. Er ist so komisch drauf, weil er okkult belastet und eben ein bisschen verrückt ist.

Irgendjemand muss diese Gerüchte gestreut haben. Ich tippe mal auf dieselben Leute, die auch über Jesus lästern, dass er ein Fresser und Weinsäufer sei, ein Freund der Zöllner und Sünder.

Wenn wir uns anschauen, wer genau damit ein Problem hat, dass Jesus sich mit Zöllnern und Sündern abgibt, dann sind das die Pharisäer und Schriftgelehrten. Die mögen weder Jesus noch Johannes den Täufer. Und sie tun alles, um beide Rabbis schlecht dastehen zu lassen.

Die Ablehnung der religiösen Elite gegenüber Johannes und Jesus

Ich greife einen Vers vor, der das ganze Ausmaß des Problems auf den Punkt bringt. Matthäus 21,32: „Denn Johannes kam zu euch im Weg der Gerechtigkeit, und ihr glaubtet ihm nicht; die Zöllner aber und die Huren glaubten ihm. Euch aber, als ihr es saht, bereutetet ihr es auch nicht, so dass ihr ihm geglaubt hättet.“

Ihr glaubtet ihm nicht. Die religiöse Elite kann mit dem größten der alttestamentlichen Propheten nichts anfangen. Sie kann den Wegbereiter des Messias genauso wenig ertragen wie den Messias selbst. Sie glauben nicht an ihn. Sie halten ihn für einen leicht verrückten Rabbi, in dem ein Dämon sein Unwesen treibt. Aber das können sie natürlich niemandem sagen, der fromme Schein muss unbedingt gewahrt werden.

Was würde die Volksmenge mit ihnen machen, wenn sie wüsste, was sie über Johannes den Täufer denken? Lukas 20,6: „Wenn wir aber sagen, von Menschen, so wird das ganze Volk uns steinigen; denn es ist überzeugt, dass Johannes ein Prophet ist.“

Das Volk glaubt, dass Johannes ein Prophet ist, die religiöse Elite glaubt es nicht. Die Pharisäer, Schriftgelehrten und Ältesten wissen, dass man besser nicht mit den religiösen Gefühlen von Orientalen spielt. Da kann ganz schnell jemand auf die Idee kommen, den Provokateur zu steinigen.

Die Flucht in die Unwissenheit und ihre Konsequenzen

Option zwei ist also ebenfalls eine Sackgasse. Was tun? Das Ergebnis ihrer Beratung ist die Flucht in die Unwissenheit. Weder Option eins noch Option zwei.

 Lukas 20,7: Und sie antworteten, sie wüssten nicht, woher. Sie wissen es nicht? Merkt ihr, wie absurd das klingt?

Johannes war ein Phänomen. Eine theologische Naturgewalt, wie man sie seit Jahrhunderten nicht mehr erlebt hatte – ein Elia-Typ. Er ließ als Reformprediger einen moralischen Ruck durch das Volk gehen, nahm kein Blatt vor den Mund, brachte wahrscheinlich Tausende dazu, sich im Jordan taufen zu lassen, konfrontierte einen König mit seiner Sünde und wurde dafür geköpft.

Und sie wissen nicht, ob die Taufe des Johannes von Menschen oder von Gott war? Sie wissen nicht, ob das Ganze nur ein Schwindel oder erfüllte Prophetie war? Wäre genau das nicht Ihr Job gewesen?

Wir merken: Das Ganze hier ist natürlich nur eine Ausrede. Sie wollen sich einfach nicht entscheiden, denn egal, welche Option sie wählen, der Schuss geht immer nach hinten los.

 Markus 11,33: Und sie antworteten und sagten zu Jesus: Wir wissen es nicht. Und Jesus spricht zu ihnen: So sage auch ich euch nicht, in welcher Vollmacht ich diese Dinge tue.

Sie sind nicht ehrlich. Und damit verlieren sie das Recht auf eine ehrliche Antwort. Jesus weigert sich, ihnen zu sagen, in welcher Vollmacht er die Dinge tut, über die sie sich aufregen.

 Lukas 20,8: Und Jesus sprach zu ihnen: So sage auch ich euch nicht, in welcher Vollmacht ich dies tue.

Die Weisheit des Schweigens in schwierigen Situationen

Merken wir uns das gut: Wir müssen nicht jede Frage beantworten. Vor allem dann, wenn der Fragesteller unlautere Motive hat, kann es sehr sinnvoll sein, einfach nichts zu sagen.

Was könntest du jetzt tun? Überlege, ob es in deinem geistlichen Leben Bereiche gibt, in denen du eine wichtige Entscheidung vor dir herschiebst, weil du Angst vor dem Urteil anderer Menschen hast.

Das war's für heute. Wenn du eine Lieblingsfolge hast, kannst du sie gern an Freunde weiterleiten. Der Herr segne dich, schenke dir seine Gnade und lasse dich in seinem Frieden leben. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.