25.09.2026
Serie•Teil 4 / 4Der Judasbrief
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Die Tumatage 2026
Der Judasbrief
Die Tumatage zwanzigsechsundzwanzig Der Judasbrief
Ein Einstieg in die Warnung vor dem Gericht
Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt, Nachfolge praktisch – dein geistlicher Impuls für den Tag.
Mein Name ist Jürgen Fischer, und statt Jesu Leben und Lehre gibt es ein paar Gedanken von seinem Halbbruder.
Jetzt kommt es, dass Judas sagt: Wehe ihnen, wehe ihnen! Also, wir haben jetzt eine Warnung. Das sind Gottlose. Dann haben wir diese Idee, dass Gott ein Gott ist, der schon im Alten Testament deutlich macht, dass er bereit ist, Sünde zu richten. Und dann überträgt er das auf die Leute, mit denen sie ganz konkret zu tun haben, und zeigt, was die tun.
Die leben in Ausschweifung. Die machen all das, was man natürlich macht, einfach zu viel. Und jetzt geht es weiter und sagt: Wehe ihnen! Und überall dort, wo wir von einem Wehe sprechen, ist das ein Fluch. Da stelle ich jemanden unter den Fluch Gottes.
Wenn der Herr Jesus sagt: Wehe euch, Pharisäer, dann ist das für die Pharisäer wie so ein letzter Moment, in dem sie merken: Boah, ich stehe unter Gottes Gericht, wenn ich jetzt nicht umkehre, wenn ich jetzt nicht Buße tue, wenn mir diese Warnung nicht ernst ist. Dann gehe ich unter.
Und hier genauso: Wehe ihnen! Warum? Denn sie sind den Weg Kains gegangen und haben sich für Lohn dem Irrtum Biliams völlig hingegeben, und in dem Widerspruch Korachs sind sie umgekommen.
So, drei Dinge, wieder drei Personen aus dem Alten Testament. Merkt ihr, Judas mag diese Dreiergeschichte, das ist sein Ding.
Kains Weg von der Frömmigkeit zur Verhärtung
Also, sie sind den Weg Kains gegangen: Kein Glaube, kein Gehorsam, kein Umdenken.
Ganz am Anfang der Bibel steht der erste Brudermörder, der erste Mord überhaupt. Und was war seine Geschichte? Kain und Abel bringen beide ein Opfer, erinnert ihr euch? Das eine Opfer wird nicht angenommen. Warum? Hebräer 11 wird uns das zeigen, ja? Weil Kain nicht geglaubt hat.
Jetzt kommt Gott und sagt: Ich sehe deinen Unglauben, ich nehme dein Opfer nicht an. Was hätte Kain tun sollen? Na, Buße, logisch, was denn sonst? Was tut er? Er schmollt, will nichts hören. Gott sagt: Die Sünde lauert vor der Tür. Pass auf, wenn du jetzt nicht aufpasst, kommt sie herein und macht alles kaputt. Und Kain hört nicht.
Am Anfang die fromme Show, dann wird er von Gott konfrontiert, er lässt sich nicht zur Buße leiten, und dann entwickelt sich das weiter: Zorn, Mord. Das ist Kain. Das ist dieser Weg von der frommen Show bis zur abstoßenden Gottlosigkeit, die man im Leben sieht. Das ist, was wir gestern im 3. Johannesbrief hatten, wenn ihr euch erinnert: Diotrephes. Da ist am Anfang diese innere Haltung: Ich will etwas Besonderes sein. Und erst am Ende kommt dann die grobe Sünde heraus. Das ist genau das Gleiche bei Kain.
Am Anfang ist es ein bisschen fromme Heuchelei: Ich möchte nicht zurückstecken, ich möchte, dass auch alle glauben, ich bin auch so ein Gottgläubiger. Aber Gott lässt sich halt nicht täuschen. Und am Ende erschlägt er seinen Bruder.
Es fängt immer klein an. Und das ist bei diesen Leuten hier, die in der Gemeinde sind, nichts anderes. Hier sind Leute, die vermeintlich gläubig sind, die eine fromme Show spielen, und im Hintergrund sind sie bereit, jedes Böse zu tun, was ihnen irgendwie nützt. Wozu sie nicht bereit sind, ist, das Böse zu lassen.
Biliam und die Versuchung, Gott und Gewinn zugleich zu wollen
Oder hier: Sie haben sich für Lohn dem Irrtum Biliams völlig hingegeben.
Biliam ist eine tolle Figur aus dem Alten Testament, eine ganz außergewöhnliche Person. Er ist eigentlich ein Verflucher. Man konnte ihn also mieten, das heißt, man konnte sagen: Komm vorbei und verfluche mir irgendein Volk. Genau das hat er auch gemacht. Die Feinde Israels haben ihn angestellt. Sie haben gesagt: Verfluche Israel. Und Biliam kam. Aber dann kam Gott dazwischen und sorgte dafür, dass er Israel nicht verfluchte, sondern segnete.
Wenn man das so liest, wirkt das nach außen eigentlich ganz nett. Biliam tut ja scheinbar das, was Gott will. Er segnet das Volk. Aber wenn man zwischen den Zeilen liest, merkt man, dass bei Biliam nicht alles ganz rund war. Das merkt man vor allem dort, wo Biliam dann loszieht, um eben seinen Verflucherjob zu machen. Da wird deutlich: In seinem Herzen sind mindestens zwei Motive. Er möchte Gott gefallen, klar. Wer legt sich schon mit Gott an? Das wäre ja niemand so blöd. Er möchte Gott gefallen, aber er will auch das Geld von seinen Auftraggebern. Er will beides. Ich möchte so viel Gott wie möglich und so viel Geld wie möglich. Ich möchte beides.
Und man sieht es dann an einer Stelle: Da zieht er tatsächlich los, und du denkst, hey, ist ja alles in Ordnung. Eben noch hat Gott gesagt, du darfst nur tun, was ich dir sage, und Biliam sagt: Ja, ja. Und plötzlich tritt der Engel des Herrn ihm in den Weg und sagt: Ich bring dich um. Und du denkst: Was ist denn hier los? Der ist doch eigentlich ganz nett, der will doch tun, was Gott sagt.
Aber nachdem die Geschichte mit dem Engel des Herrn vorbei ist, lesen wir 4. Mose 22. Dort lesen wir in Vers 34: Und Biliam sagte zu dem Engel des Herrn: Ich habe gesündigt, denn ich habe nicht erkannt, dass du mir auf dem Weg entgegentratest; und nun, wenn es böse ist in deinen Augen, dann will ich umkehren.
Also, wir dachten, er will doch das tun, was Gott will. Aber du merkst: Da stimmt irgendetwas nicht. Er tut dann auch das, was Gott will, also er verflucht das Volk Israel nicht, sondern segnet es. Aber ein bisschen später wird dann Biliam zusammen mit den Königen von Midian umgebracht. Und du fragst dich: Warum wird der umgebracht?
Die Antwort findet sich in 4. Mose 22, Vers 35. Das war der Auftrag, den er bekommt, und der Engel des Herrn sprach zu Biliam: Geh mit den Männern, aber nur das, was ich dir sagen werde, sollst du reden. Und Biliam zog mit den Obersten des Balak. Also der Auftrag war: Du sollst nur sagen, was ich dir sage. Das tut er aber nicht. Er macht mehr. Er will ja das Wohlwollen Gottes und das Geld der Feinde. Das heißt, er gibt tatsächlich den Feinden noch einen Tipp mit.
In 4. Mose 31,16 liest man das. Wie kann man Israel zerstören? Und von Biliam kommt der Tipp: Siehe, die Frauen sind ja auf den Rat Biliams den Söhnen Israel ein Anlass geworden, in der Sache mit dem Peor eine Untreue gegen den Herrn zu begehen, so dass die Plage über die Gemeinde des Herrn kam.
Also Biliam kann die Israeliten nicht verfluchen, aber er gibt den Midianitern den Tipp, ihre jungen Frauen zu benutzen, um die Israeliten zum Götzendienst zu verführen. Deswegen heißt es in Offenbarung 2,14: Ich habe ein weniges gegen dich, dass du solche dort hast, welche die Lehre Biliams festhalten, der den Balak lehrte, einen Fallstrick vor die Söhne Israel zu legen, so dass sie Götzenopfer aßen und Unzucht trieben.
Das ist Biliam, so eine ganz schräge Gestalt, wo du sagst: Ja, was willst du denn? Du willst irgendwie mit Gott, und irgendwie willst du es dir mit Gott auch nicht ganz verderben. Aber auf der anderen Seite geht es dir eigentlich noch viel mehr ums Geld.
Und in dieser Spannung stehen die Leute, die hier in der Gemeinde sind: auf der einen Seite ein bisschen fromm wirken und auf der anderen Seite Habsucht. Habsucht, die irgendwann sich Bahn bricht und dazu führt, dass sie anderen zur Gefahr werden.
Korachs Aufstand und die Unzufriedenheit mit Gottes Gabe
Und genau das Gleiche im letzten Beispiel vor der Pause. Und in dem Widerspruch Korachs sind sie umgekommen.
Korach, wieder Altes Testament. Ein Anführer einer Levitenrebellion. Da ist jemand mit seiner Stellung nicht zufrieden und sagt: Ich möchte mehr haben. 4. Mose 16,9-10 heißt es: Ist es euch zu wenig, dass der Gott Israels euch aus der Gemeinde Israel ausgesondert hat? Da kommt Mose und spricht zu den Korachitern und zu seiner ganzen Rebellionstruppe, um euch zu sich nahen zu lassen, damit ihr den Dienst an der Wohnung des Herrn ausübt? Es sind ja Leviten, und vor der Gemeinde steht, um ihr zu dienen, dass er dich und alle deine Brüder, die Söhne Levis, mit dir hat herzunahen lassen, und ihr trachtet auch noch nach dem Priesteramt.
Also da ist jemand nicht zufrieden mit dem, was er hat. Gott gibt ihm eine Berufung, und keine kleine, und es reicht nicht. Es muss noch mehr sein. Ich bin nicht zufrieden mit dem, was Gott mir gibt.
Wodurch zeichnen sich die Leute aus? Kein Biliam, Korach. Es sind Leute, die bereit sind, eine fromme Show zu spielen, aber wenn es darauf ankommt, jeden ins Verderben zu reißen. Es sind Leute, die auf zwei Seiten hinken. Ich will ein bisschen Gott, aber ich will noch viel mehr die Knete haben.
Und das Dritte ist: Wenn Gott mir eine Berufung gibt, bin ich nicht damit zufrieden. Ich bin bereit, mich gegen Gott aufzulehnen. Ich bin eigentlich mit meinem Schicksal immer unzufrieden, und wir werden das am Ende sehen. Es sind Leute, die murren, weil Gott ihnen etwas zumutet, und sie sagen: Das will ich nicht.
Fragen für die persönliche Prüfung
Und deswegen die Frage an euch für die Pause: Wo findet sich das bei euch wieder? Wie viel fromme Show ist in deinem Leben? Also, wenn du zu Hause bist: Wie viel bleibt von deinem frommen Outfit zu Hause noch übrig, wenn keiner zuschaut?
Das ist übrigens John Owen, ja. Das ist die Frage, die er gestellt hat: Wenn du allein mit Gott bist, wer bist du dann? Bist du allein mit Gott der, der endlich aufblüht, weil du sagst: Endlich bin ich diese ganze Bagage los, jetzt habe ich endlich Zeit allein mit meinem Geliebten? Oder ist allein nicht viel los, und dein ganzes geistliches Leben findet eigentlich nur als fromme Show im Gemeindekontext statt?
Betest du mehr allein oder mit den Geschwistern? Eine ganz wichtige Frage: Wo bist du intensiver begeistert vom Wort Gottes? Am Sonntag im Gottesdienst oder wenn du selbst studierst? Wo machst du dir mehr Gedanken um das Reich Gottes, seine Gerechtigkeit und gute Werke? Wenn du irgendwo in einer Dienstgruppe bist und nicht anders kannst, oder wenn du zu Hause sitzt und dir überlegst, wie kann ich mein Leben einnorden auf meine Berufung?
Das ist, Keim, die fromme Show.
Die andere Frage: Wofür lebe ich? Und es muss nicht Geld sein. Biliam ist einfach nur ein Beispiel dafür. Es kann auch Anerkennung sein, das kann Karriere sein, das kann Genuss sein, es kann sein, dass ich etwas erleben will. Wofür lebst du, und wo bist du bereit, Kompromisse einzugehen? Wo bist du so, dass das so viel Gott ist wie: Ja, ich will ja schon in den Himmel, aber so ganz will ich dann auch nicht in den Himmel, sondern eigentlich will ich auch noch so das andere? Wo gibt es diese innere Zerrissenheit von Biliam in deinem Leben?
Und das Dritte: Na ja, wo bist du unzufrieden mit deinem Leben? Wo machst du Gott innerlich Vorwürfe und sagst dir: Warum mutet Gott mir das zu? Das ist doch nicht fair. Da muss doch mehr drin sein. Gott muss mir doch mehr geben, wenn er ein guter Gott sein will.
Merk dir: Es sind drei ganz wichtige Fragen, die ganz tief reingehen. Und das Schöne ist: Kein Prediger dieser Welt kann diese Frage für dich beantworten. Das ist das Schöne. Man muss überlegen, wie sehr steckt da so ein kleiner Keim in mir drin, der eine fromme Show spielt? Wie viel ist da so ein kleiner Biliam, dem es um etwas ganz anderes geht, als darum, Gottes Willen zu tun? Und wie sehr ist da in mir eine Unzufriedenheit, die ich vielleicht noch mit niemandem geteilt habe, aber die Stück für Stück meine Freude am Herrn und meine Liebe zu der Berufung, die ich habe, erodiert?
Das sind die Fragen, mit denen ich euch gerne ins Kaffeetrinken entlassen möchte. Das war’s für heute. Nimm dir Zeit in Ruhe, über den Judasbrief nachzudenken. Wo spricht er in dein Leben hinein?
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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