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Zweite Chance NACH dem Tod?

Das sagt die Bibel
29.11.2024

Persönliche Erfahrungen mit dem Tod und die Frage nach der Bekehrung danach

Kannst du dich nach dem Tod noch bekehren?

Vor wenigen Jahren habe ich mehrere Menschen verloren, die mir sehr viel bedeutet haben – erst kürzlich wieder. Und da fängt es an zu rattern: Was genau passiert nach dem Tod? In dem Jahr, in dem das passiert ist, hat mich diese Frage so intensiv beschäftigt, dass ich den ganzen Sommer darüber nachgedacht habe. Ich habe teilweise mehrere Stunden am Tag und in der Nacht dazu gelesen, getan, gemacht und recherchiert.

Ich will dir sagen, wie es ist. Die Versuchung war damals so, so, so groß, sich Dinge emotional schönzureden. Ich habe das emotional durchbuchstabiert.

Bist du in einer christlichen Familie aufgewachsen? Nein, gar nicht. Ich komme aus einer Familie von Naturwissenschaftlern und Atheisten, Ingenieuren. Soweit ich weiß, bin ich bis heute leider, leider – ich würde es gerne anders sehen – der einzige Christ in unserer Familie. Aber bei meiner Taufe habe ich ein Versprechen gegeben: Ich folge Jesus nach, nicht mir selbst.

Und in aller Ehrlichkeit war mir das so deutlich, weil die Versuchung so groß war, dass ich mir aus Bibelfetzen meine eigene Mischreligion zusammenbaue, nur um meinen eigenen Schmerz zu lindern.

Das war jetzt nur meine Geschichte. Aber was ist, wenn dir das mehrfach passiert – über die Jahre und Jahrzehnte immer wieder – und du immer wieder diese Sorge hast um Nichtgerettete oder um die, bei denen du dir nicht sicher bist? Ich kann mir das nur in Ansätzen vorstellen, wie es dir oder euch vielleicht damit gehen mag und wie komplett zermürbend das sein muss.

In letzter Zeit habe ich mit so vielen gesprochen, die früher klar im Glauben waren, die früher biblisch klar waren, aber die im Lauf der Jahre immer mehr aufgeweicht sind. In einem Gespräch, das ich so schnell nicht vergessen werde, sagte mir eine Frau: „Ich mache mir so viele Gedanken um meine Kinder und um meine Enkel. Es muss einfach Bekehrung nach dem Tod geben, sonst halte ich das nicht aus.“

Wir haben zusammen gebetet, wir haben zusammen geweint. Und falls du das hier siehst: Ich habe dich nicht vergessen.

Die Frage nach der Bekehrung nach dem Tod – Ein religionswissenschaftlicher Blick

Was ist nun mit dieser Frage? Kann man sich nach dem Tod bekehren?

Lass uns etwas rauszoomen und die Vogelperspektive einnehmen. Häufig sieht man aus der Entfernung klarer und besser. Stell dir diese Frage einmal unter einem anderen Vorzeichen vor – als Gedankenexperiment.

Angenommen, du möchtest wissen, was der Islam dazu sagt: Kommen Tiere in den Himmel? Du möchtest also wissen, ob laut dem Islam Tiere in den Himmel kommen.

Nehmen wir an, es gibt dafür zwei Wege. Weg Nummer eins: Du fliegst mit nach Rabat, der Hauptstadt von Marokko. Dort fragst du ein vierjähriges Mädchen, das gerade ihren Hamster beerdigt hat, dessen Haustier gerade gestorben ist. Du fragst sie: „Wie ist das, kommen im Islam Tiere in den Himmel?“ Was wird sie dir wohl antworten?

Weg Nummer zwei: Du befragst die heiligen Schriften der Muslime, also in diesem Fall den Koran und die Hadithe.

Das sind die zwei Wege. Was glaubst du, welcher Weg ist klüger? Welcher ist aussagekräftiger? Du merkst vielleicht schon: Emotionen können ein schlechter Ratgeber sein. Wahrscheinlich ist es klüger, bei den Texten zu bleiben und die Texte an sich zu befragen.

So wollen wir jetzt auch bei der Bibel vorgehen. Das heißt: Was immer die Bibel dazu sagt, ob man sich nach dem Tod bekehren kann, das muss erkennbar sein – auch ohne eine eigene Vorgeschichte und ohne persönliche Befangenheit.

Die Bibel sagt immer wieder ganz klar: Wir Christen sollen unbestechlich sein. Unbestechlich auch dann, wenn es um uns selbst geht, auch dann, wenn es darum geht, vermeintlich Schwächere schützen zu wollen.

Weißt du, ob man sich nach dem Tod bekehren kann und was das Christentum dazu sagt? Das ist keine emotionale Frage. Sondern es ist eine religionswissenschaftliche und religionshistorische Frage.

Die Frage lautet: Ist Bekehrung nach dem Tod wirklich die eindeutige Aussage der frühchristlichen und der neutestamentlichen Schriften? Ist Bekehrung nach dem Tod wirklich eindeutig gedeckt und historisch bestätigt vom Neuen Testament, von den ersten Christen, von den zwölf Aposteln und von Jesus selbst?

Du merkst vielleicht schon: Hier geht es weniger um ein seelsorgerliches Problem. Ein seelsorgerliches Problem kann ich nicht lösen, schon gar nicht aus der Ferne. Ich weiß ja nicht genau, wer du bist, der gerade zuschaut. Aber Gott segne dich.

Was wir aber gemeinsam machen können, in der Zeit, die wir jetzt haben, ist: Wir können uns gemeinsam anschauen, was Jesus und das Neue Testament wirklich dazu sagen.

Was ist die Antwort des biblischen Christentums auf die Frage: Kann man sich nach dem Tod bekehren?

Einführung in das Thema und Überblick über das traditionelle christliche Verständnis

Und damit willkommen beim überkonfessionellen Bibelverdienst! Um Christen in der Nachfolge zu stärken, erstellen wir kostenfreie Infomaterialien. Zieh gern alles aus diesem Video heraus, was du kannst. Vor allem werden dir die Infomaterialien auf dieser Website helfen. Sie begleiten jeden Tag Menschen, die neu im Glauben sind, aber auch Tausende von Menschen, die schon seit Jahrzehnten Jesus nachfolgen.

Alles steht kostenlos für dich bereit. Dafür kannst du den freiwilligen, monatlichen Unterstützern aus dem ganzen Land danken – Menschen wie du und ich. Wer möchte, dass Videos wie dieses in Deutschland, Österreich und der Schweiz weiter ausgespielt und nicht verborgen werden, sollte jetzt auf die Glocke drücken, die unten rechts unter diesem Video ist.

Vielen Dank an alle Unterstützer, ob mit der Glocke, mit Geld oder mit Gebet – so wichtig! Es macht wirklich einen Unterschied, das spüren wir. Dieses Video ist für dich.

Also: Bekehrung nach dem Tod im Christentum – ja oder nein? Bevor man sich in irgendwelchen Details verliert, ist es klug, erst beim großen Ganzen zu bleiben. Das machen wir jetzt auch.

Hier siehst du eine Übersicht, wie die meisten Christen in Deutschland gelernt haben, über die Frage nachzudenken, was eigentlich nach dem Tod passiert. Das ist eine Vereinfachung, aber trotzdem hilfreich.

Im Zentrum steht das Zehngebot. Wir sind hier auf diesem Kanal schon ausführlich darauf eingegangen. Diese zehn Gebote treffen auf den Menschen. Warum? Weil Gott dem Menschen gesagt hat, was gut und was schlecht ist und was er von ihm erwartet.

Zur Erinnerung: Wir leben in Gottes Welt, nicht umgekehrt. Wer macht also die Spielregeln?

Nun stellt sich die Frage: Nach diesen zehn Geboten, also nach diesen konkreten Geboten, die Gott gegeben hat und die Jesus eindeutig bestätigt hat, ist jemand unschuldig oder schuldig? Was heißt schuldig, was heißt unschuldig?

Schuldig heißt, ich habe durch meine eigenen Entscheidungen Leid, Ungerechtigkeit und Unheiligkeit in die Welt gebracht. Das ist das, was Sünde in der Bibel bedeutet.

Die Bedeutung der Zehn Gebote für das Verständnis von Schuld und Sünde

Gott sagt: Du darfst nichts begehren, was deinem Mitmenschen gehört.

Thema Neid: Wie viel habe ich früher gejammert! Ich war so ein richtiger Waschlappen, ein richtiger Jammerlappen. Wie oft habe ich insgeheim anderen Menschen ihr Leben missgönnt – das ist direkt Neid. Zack, Gebot Nummer neun: Du darfst kein falsches Zeugnis geben.

Eine einfache Frage an jeden von uns, auch an dich und mich ganz persönlich: Mehr als zehntausend oder weniger als zehntausend? Wie viele Lügen haben du und ich in unserem Leben erzählt? Wie oft haben wir Gerüchte weitererzählt? Wie häufig habe ich gelästert? Wie oft habe ich andere Dinge, auch Sachen von mir, abschreiben lassen und sie als ihre eigenen ausgegeben?

Oh, Gebot Nummer acht: Du darfst nicht stehlen.

Nehmen wir mal an, du würdest mir das Portemonnaie stehlen. Dann bist du vor dem Gesetz in beiden Fällen ein Dieb – egal, ob zwanzig Euro oder zweihundert Euro drin sind. In beiden Fällen ist es eine Straftat. Das hängt nicht vom Inhalt des Portemonnaies ab, es ist unabhängig vom Wert.

Wie oft haben wir uns schon Sachen angeeignet, die nicht unsere sind? Meine Kumpels und ich damals als Teenager – wir waren Computerfreaks. Wir hätten niemals für einen Film bezahlt, wenn es irgendeine Möglichkeit gab, ihn im Internet gratis zu sehen. Und wir haben etliche Computerspiele gestohlen, indem wir sie illegal heruntergeladen haben.

Gebot Nummer sieben: Die Ehe darfst du nicht brechen.

Weißt du, wenn du und ich einen Verein gründen wollten, der behauptet, dass sexuelle Entscheidungen wie Ehebruch, Sex ohne Ehe oder Pornografie für das Jüngste Gericht keine Konsequenzen hätten – dann sollten wir wissen, dass der historische Jesus und die Apostel aus diesem Verein austreten würden. Das sollte uns zu denken geben.

Gebot Nummer sechs: Du darfst nicht morden.

Jesus sagt: Wer schon Aggressionen hegt, der hat Mord begangen in seinem Herzen. Wie ist es bei mir? Thema Aggression im Herzen. Früher habe ich meinem Bruder einen Zahn ausgeschlagen. Und das ist kein Witz.

Gebot Nummer fünf: Ehre deinen Vater und deine Mutter.

Mit all dem, was ich vorher schon getan habe – klar, welche Eltern wären da nicht stolz? Allein mit meinen Sünden bis hierhin habe ich meine Eltern schon entehrt.

Gebot Nummer vier: Denk an den Sabbattag, dass du ihn heiligst.

Das ist ein Sonderthema, das wir in einem separaten Video behandeln. Deshalb gehe ich an dieser Stelle ausnahmsweise mal weiter.

Gebot Nummer drei: Du darfst den Namen des Herrn, deines Gottes, nie leichtfertig nutzen.

Denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen leichtfertig nutzt. In meiner nichtchristlichen Zeit habe ich wahrscheinlich ab und zu gespürt, dass es falsch war. Ich kann mich an ein paar Situationen erinnern, aber trotzdem.

Gebot Nummer zwei: Du darfst dir kein Gottesbild machen.

Ich habe etliche, etliche Gottesbilder und falsche Gottesbilder über die Jahre gehabt. Sogar noch schlimmer: Als liberaler Theologe habe ich damals falsche Gottesbilder gelehrt und verbreitet. Ich habe das sogar noch stark gemacht.

Und Gebot Nummer eins, wo Gott sagt: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Haus der Sklaverei in Ägypten geführt hat.

Es darf für dich keine anderen Götter geben, die über mir stehen würden. Und ich sage dir, wie es ist: Der Gott in meinem Leben heißt häufig Markus Voss. Hauptsache, der ist zufrieden.

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:

Entweder erstens, ich bin nach diesen zehn Geboten wirklich unschuldig – zum Beispiel, weil ich nicht schuldfähig bin, wie Babys vor der Geburt, kleine Kinder oder Menschen mit geistiger Behinderung. Dann gibt es kein Gericht oder irgendeine Strafe, die ich zu fürchten habe. Warum? Weil ich gar nicht schuldfähig oder unschuldig bin. In diesem Fall komme ich ins Paradies.

Oder aber zweitens, nach den zehn Geboten bin ich schuldig. Das heißt, ich habe die zehn Gebote, die heiligen Gesetze, gebrochen. In diesem Fall erhalte ich von Gott meine verdiente Strafe. Gott sagt immer wieder: Verlass dich drauf, wer Unrecht tut, entgeht der Strafe nicht. Oder wo Gott sagt: Auf keinen Fall werde ich die Schuldigen ungestraft lassen. In diesem Fall komme ich in die Hölle.

Die Rolle von Jesus und die Möglichkeit der Begnadigung

Jetzt gibt es sozusagen einen Plan B, eine unverdiente Chance zur Umkehr, die einem kleinen Teil der Menschheit zuteilwird. Das ist der Punkt, an dem Jesus ins Spiel kommt. Hier haben Menschen die Möglichkeit, ihre Sünden zu bereuen. Sie wollen nicht mehr so weitermachen und wünschen sich, dass Jesus die Strafe für ihre Sünden auf sich nimmt. Genau das bietet Jesus am Kreuz an.

Ab diesem Moment klammere ich mich für meine Begegnung mit Gott an Jesus. Wenn die Wiedergeburt geschieht, das heißt, wenn ich Jesus erlaube, aus mir einen neuen Menschen zu machen, erfahre ich Begnadigung. Das bedeutet einen Freispruch, den ich nicht verdient habe und auf den ich keinen Anspruch habe. Trotzdem kann ich so ins Paradies kommen.

Das ist die vereinfachte Darstellung.

Diese Grafik ist sehr wichtig, sie zu verstehen und zu verinnerlichen. Sie ist so zentral, dass wir sie hier in diesem Raum im Aufnahmestudio in Postergröße direkt angebracht haben. Seit Jahresanfang hängt sie mir gegenüber an der Wand, damit ich sie vor und während jeder Aufnahme vor Augen habe und immer das Evangelium präsent ist.

Ich freue mich sehr, dass du sie dir jetzt mitnehmen kannst. Die Grafik in maximaler Auflösung findest du einfach über den ersten Link unter dem Video. Sie ist komplett gratis. Unsere Unterstützer haben das alles für dich bezahlt – dafür danke ich sehr. Der erste Link hier unter dem Video führt dich dorthin.

Das war jetzt erst einmal das Evangelium in einem Schaubild, so wie die meisten Christen es in Deutschland traditionell gelernt haben.

Klassische christliche Vorstellung vom Leben nach dem Tod

Jetzt noch eine zweite Sache: Was werden denn die meisten gelernt haben, wie es nach dem Tod weitergeht? Was ist die klassisch christliche Ansicht dazu?

Hier siehst du in einer Grafik zusammengefasst, wie die klassisch christliche Ansicht aussieht. Wie verläuft eigentlich das Leben, und wie geht es nach dem Tod weiter?

Die klassische christliche Ansicht ist, dass das Leben mit der Empfängnis beginnt, also mit der Verschmelzung von Samenzelle des Vaters und Eizelle der Mutter. Ein neues Leben hat begonnen, und es geht dann erst einmal bis zum natürlichen Tod.

Dann teilen sich die Wege. Den oberen Teil, wo es mit dem Paradies anfängt, überspringe ich jetzt mal, denn dort geht es um ganz konkrete Endzeitvorstellungen. Das ist heute nicht unser Thema. Wir bleiben kurz beim unteren Teil.

Beim unteren Teil ist die klassisch christliche Ansicht, dass die Seele des Menschen danach erst einmal im Hades ist. Dazu kommen wir später noch einmal zurück.

Es wird angenommen, dass es später eine leibliche Auferstehung geben wird. Danach folgt ein weißes Throngericht, bei dem Sünder nach ihren Taten verurteilt werden. Die Sünder werden dann in den Feuersee verurteilt.

Das ist das, was wir ewige Verdammnis nennen, die tatsächlich unendlich ist.

Das sind jetzt Überblicksgrafiken, um das große Ganze im Blick zu haben. Wir könnten jetzt noch viel, viel ins Detail gehen, was genau nach dem Tod passiert.

Falls du dazu ein eigenes Video haben möchtest, das genau erklärt, was nach dem Tod passiert, dann drücke gern die Glocke hier unten rechts unter diesem Video und kommentiere einfach „jenseits“. Dann weiß ich Bescheid und kann dir das gerne und zeitnah nachliefern.

Soweit erst einmal die Grundlage, was die klassische christliche Ansicht ist.

Wenn du jetzt Leute mit einem gescheiten Religionsunterricht auf der Straße anhalten würdest und fragen würdest: „Hey, was glaubt ihr eigentlich, was Christen glauben, wie es nach dem Tod weitergeht?“, dann wäre das in der Regel die Antwort, die du bekommen würdest.

Also soweit erst einmal, damit wir über dasselbe reden.

Die Behauptung der Bekehrung nach dem Tod – Begriffsklärung und Einordnung

Lassen Sie uns nun über die alternative Behauptung der Bekehrung nach dem Tod sprechen. Diese Vorstellung kommt in der klassischen christlichen Sichtweise nicht vor. Schauen wir uns zunächst an, was „Bekehrung nach dem Tod“ eigentlich bedeutet.

Ich möchte Sie bitten, alles, was wir jetzt besprechen, kritisch zu prüfen und nur das Gute zu behalten. Ich werde Sie wie einen emotional stabilen und sachlich interessierten Erwachsenen behandeln. Mein Ziel ist es nicht, Sie zu beeinflussen, sondern das Thema religionswissenschaftlich und religionshistorisch so gut wie möglich zu erläutern.

Denn nur weil Menschen zu einem Thema unterschiedliche Meinungen haben, bedeutet das nicht, dass alle Aussagen gleich gut oder sinnvoll sind. Ob etwas wahr ist oder nicht, hängt von der Stärke und Eindeutigkeit der Begründung ab.

Kommen wir nun zur Bekehrung nach dem Tod. Lassen Sie uns einige Begriffe klären: Die Behauptung, dass man sich nach dem Tod bekehren könne, ist in der Fachliteratur unter verschiedenen Begriffen bekannt. Dazu gehören „Bekehrung nach dem Tod“, „zweite Chance nach dem Tod“, „nachträgliche Möglichkeit zur Annahme des Evangeliums“, „Umkehr nach dem Tod“ oder „postmortale Umkehr“ (vom lateinischen post = nach, mors = Tod). Auch „posthume Bekehrung“ oder „postmortale Bekehrung“ werden dafür verwendet. All diese Begriffe meinen dasselbe: die Behauptung, man könne sich nach dem Tod zum Christentum bekehren.

Wir sollten uns nun klarmachen, womit wir es hier zu tun haben. Diese Behauptung lässt sich in eine einfache, binäre Kategorie einordnen: Entweder man kann sich nach dem Tod bekehren, oder man kann es nicht. Dabei geht es mir nicht um das Wie, also wie das möglich sein könnte, sondern um das Ob – die grundsätzliche Frage.

Entweder ist es so, dass in diesem Leben die Weichen für Zeit und Ewigkeit gestellt werden, oder man kann sich tatsächlich nach dem Tod noch bekehren.

Denken Sie kurz darüber nach, bevor wir in die Details einsteigen. Wenn es wirklich möglich wäre, sich nach dem Tod zu bekehren, dann bedeutet das Folgendes: Alle Christen an allen Orten, die glauben, dass die Weichen im Leben gestellt werden, liegen komplett falsch. Nicht nur ein bisschen, sondern grundlegend falsch.

Das würde bedeuten, dass Christen weltweit – egal ob in Peru, Eritrea, dem Iran, Malaysia oder in ostchinesischen Hauskirchen – alle seit zweitausend Jahren etwas Grundlegendes falsch verstanden haben. Wenn es die Bekehrung nach dem Tod wirklich gäbe, müsste man die gesamte Geschichte des Christentums neu schreiben.

Ich entschuldige mich für die Übertreibung, aber ich möchte Ihnen die Größenordnung verdeutlichen, mit der wir es hier zu tun haben.

Stellen Sie sich Folgendes vor: Ich, Markus, sage, ich möchte es darauf ankommen lassen. Ich möchte mich nach dem Tod bekehren, weil mir das Christentum in diesem Leben zu aufwendig ist. Zehnten geben, drei bis zehn Stunden pro Woche für Gottesdienst, Hauskreis, Bibelstudium und stille Zeit – das ist mir alles zu viel. Die Nachbarn schauen komisch, man bekommt vielleicht bestimmte Jobs nicht, wird beschimpft – das brauche ich nicht.

Ich sage also: „Ich will das alles nicht. Ich will nicht in die Hölle kommen, aber ich bekehre mich einfach nach dem Tod.“ Ich lebe jetzt komplett als Nichtchrist weiter. Angenommen, ich mache das wirklich.

Wenn es die Bekehrung nach dem Tod gäbe, und ich trete aus dem Christentum komplett aus, widerrufe meinen Glauben, dann dürften Sie dagegen keinerlei Einwände haben. Keine Bedenken, keine Probleme.

Ist das so? Wie ist es mit Ihnen selbst? Würden Sie zweihundert Euro darauf verwetten, dass die Bekehrung nach dem Tod die eindeutige Aussage des Neuen Testaments ist? Ich übertreibe: Würden Sie zweitausend Euro darauf setzen? Oder zwanzigtausend Euro? Würden Sie Ihr Leben darauf verwetten?

Denn um diese Größenordnung geht es.

Ich fasse zusammen: Wenn es die Bekehrung nach dem Tod wirklich gäbe, und trotzdem gepredigt wird, dass die Weichen in diesem Leben gestellt werden, wäre das ein emotionales Ärgernis. Es wäre überflüssig und würde Leuten auf die Nerven gehen.

Wenn aber tatsächlich in diesem Leben die Weichen gestellt werden, und es dennoch Leute gibt, die Bekehrung nach dem Tod predigen, dann richtet das einen irreparablen Schaden von katastrophalem Ausmaß an. Denn viele Menschen würden dann in die Hölle gehen, die bis dahin dachten, es sei alles halb so wild.

Bibelstellen, die für Bekehrung nach dem Tod angeführt werden

Lassen Sie uns jetzt ins Detail gehen. Welche Bibelstellen führen denn Leute an, die behaupten, man könne sich angeblich nach dem Tod noch bekehren? Nennen wir diese Bibelstellen einfach einmal.

Das eine Extrem, könnte man sagen, sind Menschen, die die Allversöhnung vertreten. Sie behaupten, dass angeblich absolut alle Menschen aller Zeiten und aller Orte in den Himmel kommen – völlig egal, was sie jemals in diesem Leben getan haben. Ausnahmslos alle. Sie sagen, die Hölle gibt es nicht, und wenn doch, dann ist sie leer.

Welche Bibelstellen führen diese Menschen an? Zum Beispiel Apostelgeschichte 3, wo es heißt, Jesus musste zunächst in den Himmel zurückkehren, bis alles wiederhergestellt ist. Oder Epheser 1, wo Gott alles unter das Haupt von Christus bringen wollte – alles, was im Himmel und auf der Erde existiert. Oder Philipper 2, wo gesagt wird, dass sich im Namen Jesu alle Knie beugen sollen, die im Himmel, auf Erden und unter der Erde sind.

Das waren einige der Bibelstellen, die Leute zum Thema Allversöhnung ins Feld führen.

Welche Bibelstellen nehmen Menschen, um eine Bekehrung nach dem Tod zu rechtfertigen? Diese Behauptung wird beispielsweise mit 1. Timotheus 2 begründet, wo es heißt, Gott wünsche sich, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Oder Apostelgeschichte 17, wo es heißt, Gott habe über die Zeiten der Ungewissheit hinweg gesehen. Dann die Stelle 1. Korinther 15,29, in der von einer Taufe für Tote die Rede ist. Daraufhin wird gesagt: „Na ja, das ist ja ganz klar, also muss man sich ja nach dem Tod bekehren können, wenn man sich nach dem Tod taufen lassen kann.“

Als vorletztes führen sie Stellen an, in denen gesagt wird, Jesus hätte den Toten gepredigt. Das sind drei Verse: 1. Petrus 3,19, wo es heißt, Jesus ging hin und predigte den Geistern im Gefängnis; 1. Petrus 4,6, dort heißt es, dass auch den Toten das Evangelium verkündigt worden sei; und Epheser 4, wo gesagt wird, Jesus sei hinabgefahren in die Tiefen der Erde.

Das sind Bibelstellen, die jetzt dafür angeführt werden.

Die letzte Bibelstelle, die dazu kommt, ist aus der Offenbarung, Kapitel 20, Verse 5 und 6. Dort heißt es: „Die übrigen Toten wurden nicht lebendig, bis die tausend Jahre vollendet waren. Dies ist die erste Auferstehung. Selig und heilig ist, wer teilhat an der ersten Auferstehung; über diese hat der zweite Tod keine Macht.“

Das waren jetzt die häufigsten Stellen, die mir Befürworter dieser Behauptung von Bekehrung nach dem Tod genannt haben. Zur Transparenz: Es kann sein, dass ich in dieser Auflistung zwei Stellen vergessen habe, aber das waren die wichtigsten und die meisten. Auf die anderen gehen wir gleich noch ein.

Dafür möchte ich einmal kurz mit uns beten. Ich würde mich freuen, wenn die Möglichkeit besteht – außer natürlich, man sitzt gerade hinter dem Steuer oder so –, vielleicht ganz kurz mitzubeten oder, wenn man dem Gebet zustimmt, einfach „Amen“ zu sagen.

Vater, ich möchte dich jetzt einfach um Weisheit bitten. Du weißt, dass das ein hochsensibles Thema ist, und ich fühle mich gerade, als ob ich auf einem zugefrorenen See laufe. Ja, Herr, nicht alles, was du schreibst, ist dafür da, dass es uns gefällt. Aber du gibst uns dein Wort, damit wir aufwachen und viele, viele gerettet werden.

Herr, ich möchte dich jetzt einfach um Weisheit bitten. Ich bitte dich, mir zu helfen, das zu sagen, was in deinem Wort steht. Ich bitte dich auch, dass du das, was in Menschenfurcht da ist, mir hilfst, jetzt kurz beiseitezulegen.

Ich bitte um offene Ohren bei den Menschen, die das jetzt hören. Vor allem bitte ich dich, Herr, dass du zur Geltung kommst und dass nur das stehen bleibt, was dir, deinem Wort und deinem Willen wirklich entspricht.

Bitte leite du uns, du bist Herr. Amen.

Wie liest man die Bibel richtig? – Von klaren zu unklaren Stellen

Deshalb ganz grundsätzlich: Wie liest man eigentlich eine Bibel? Es gibt mehrere Tipps dazu, aber einer der wichtigsten lautet: Lese die Bibel von den klaren Stellen zu den unklaren Stellen. Fang also bei den klaren Stellen an.

Zum Beispiel gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Leuten, die behaupten, Jesus wäre angeblich Vegetarier gewesen. Falls überhaupt mal eine Quelle dazu genannt wird, ist das meistens die Bibelstelle in Lukas 9, wo Jesus über sich selbst sagt: Der Menschensohn ist nicht gekommen, um Leben zu vernichten, sondern um Leben zu erhalten.

Zu diesem Vers könnte man textkritisch noch einiges mehr sagen. Vom Inhalt her gilt aber: Wenn das wirklich die einzige Stelle im gesamten Neuen Testament zur Thematik Fleischessen wäre, dann könnte man nachvollziehen, wie jemand darauf kommt, Jesus wäre angeblich Vegetarier.

Doch diese Behauptung wird direkt widerlegt durch klare Aussagen im Neuen Testament. Dort heißt es zum Beispiel, dass Jesus das Passalamm gegessen hat und nach der Auferstehung Fisch gegessen hat. Das bedeutet: Jesus war definitiv kein Vegetarier. Diese Behauptung ist also falsch.

Das heißt, damit du etwas über die Bibel lehren kannst, muss deine Lehre mindestens zwei Kriterien erfüllen:

Erstens: Es muss Bibelstellen geben, die das, was du lehrst, auch aussagen. Je mehr, desto besser. Vor allem aber müssen diese Bibelstellen so klar und eindeutig wie möglich sein.

Zweitens, und das ist sogar noch wichtiger: Es darf keine Bibelstellen geben, vor allem aus dem Neuen Testament und aus den relevanten Passagen, die deiner Lehre widersprechen.

Ich wiederhole also noch einmal: Bevor du etwas lehrst, musst du überprüfen, erstens, ob es Bibelstellen gibt – je mehr, desto besser, und vor allem so klar und eindeutig wie möglich –, die das stützen, was du sagst. Und zweitens, ob deine Lehre wirklich widerspruchsfrei zum Neuen Testament ist. Das ist ganz entscheidend.

Mit diesem Wissen gerüstet wollen wir uns jetzt die Stellen anschauen, die von denen als Argumente angeführt werden, die sagen, man könne sich angeblich nach dem Tod noch bekehren. Und wie gesagt, es heißt ja in 1. Thessalonicher 5, wir sollen alles prüfen. Deshalb genau diese Frage: Halten diese Behauptungen der Prüfung stand?

Analyse der Bibelstellen zur Bekehrung nach dem Tod

Was ist dann mit der Stelle in 1. Korinther 15, wo von einer Taufe für Tote die Rede ist? Bedeutet das nicht, dass man sich für bereits Verstorbene taufen lassen kann und diese dadurch nachträglich gerettet werden?

Diese Herangehensweise hat mindestens drei Probleme.

Erstens: Die Stelle an sich ist nicht eindeutig. Es ist nicht sinnvoll, eine so fundamentale Lehre auf einem einzigen Halbvers aufzubauen, der nicht klar definiert, was genau gemeint ist. Stell dir das mal in einem anderen Kontext vor: Kein Jurist auf diesem Planeten würde eine Rechtsprechung, die über Leben und Tod entscheidet, auf einen einzigen Halbsatz in einem Gesetzeswerk mit über 31.101 Paragraphen stützen. So viele Verse gibt es nämlich in der Bibel. Das wäre komplett widersinnig. Ebenso wäre es unsinnig, eine komplette Lehre über Bekehrung, Rettung, Himmel, Hölle, das Leben nach dem Tod und die Ewigkeit auf einem einzigen Halbvers aufzubauen.

Zweitens: Es ist inkonsistent. Wenn dieser Vers wirklich bedeuten würde, dass man sich für bereits verstorbene Angehörige taufen lassen kann und diese dadurch nachträglich gerettet werden, stellt sich die Frage: Warum lassen sich dann nicht Menschen rückwirkend für alle ihre Verwandten und sogar für alle anderen taufen? Wenn es möglich wäre, durch einen Akt des Untertauchens oder Übergießens Menschen aus der Hölle zu retten, wäre es doch moralische Pflicht, sich für alle taufen zu lassen, deren Namen man kennt. Das tun aber gerade diejenigen nicht, die behaupten, man könne sich nach dem Tod bekehren. Daraus ergibt sich bereits ein innerer Widerspruch.

Drittens: Die Stelle bedeutet mit großer Wahrscheinlichkeit nicht, dass Taufe für Tote die Toten rettet. Warum das so ist, wäre ein eigenes Thema, aber bitte lies es selbst nach. Taufe hat in der Bibel keinen Anteil an der Rettung. Die entsprechenden Bibelstellen sind hier eingeblendet. Wir werden später noch ein eigenes Video zum Thema Taufe machen. Drücke gerne die Glocke unten rechts unter diesem Video und schreibe „Taufe“, dann wird dir das angezeigt. Je mehr Leute das schreiben, desto besser kann ich priorisieren.

Kurz gesagt: Taufe ist sehr wünschenswert und etwas wirklich Gutes. Sie ist auch von Jesus befohlen, aber Taufe an sich ist nicht heilsrelevant.

Was ist mit den drei Halbversen, in denen steht, dass Jesus den Toten gepredigt hat? Auch hier gilt das gleiche Problem wie zuvor: Sein Leben auf drei Halbverse zu stützen, ist nicht ratsam. Jesus hat den Toten gepredigt – das kann vieles bedeuten. Eine Reihe von Möglichkeiten ist hier eingeblendet. Daraus eine Lehre abzuleiten, dass Menschen sich nach dem Tod bekehren können, ist nicht eindeutig.

Außerdem steht im Text die Vergangenheitsform: Jesus hat gepredigt. Es heißt nicht, dass er dauerhaft und ewig jedem Neuankömmling im Totenreich predigt. Grammatikalisch ist eindeutig, dass es eine einmalige Sache in der Heilsgeschichte war. Es ist nicht etwas, das sich kontinuierlich wiederholt oder das jeder nach dem Tod erlebt.

Dann die Stelle in Apostelgeschichte 17, wo es heißt, Gott habe über die Zeiten der Unwissenheit hinweg gesehen. Bedeutet das, dass Gott darüber hinweg sieht, wenn jemand das Evangelium nicht kennt? Bedeutet das, dass es einen anderen Weg gibt?

Schau dir die Stelle genauer an: Sie sagt direkt danach, dass Gott jetzt nicht mehr über die Unwissenheit hinweg sieht. Es folgt die Aufforderung an alle Menschen überall, umzukehren. Das ist die Zeit, die für uns relevant ist. Jetzt kommt die direkte Aufforderung zu Reue, Buße, Umkehr, Lebensveränderung und Nachfolge von Jesus. Deshalb schließt diese Stelle die Idee eines anderen Weges aus.

Zur Bibelstelle 1. Timotheus 2, wo es heißt, Gott wünsche, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen: Spricht das nicht für Allversöhnung, wenn Gott das wünscht?

Dagegen sprechen zwei Argumente. Zum einen steht im altgriechischen Grundtext das Wort „thello“. Dieses bedeutet meistens „wünschen“, nicht „etwas umsetzen“ oder „erzwingen“. Du kannst selbst Wortanalysen zu „thello“ anstellen und sehen, wie es in der Bibel und in der altgriechischen Alltagssprache verwendet wird.

Zum anderen gibt es im selben Brief, 1. Timotheus 2, bereits Stellen, die die Allversöhnung widerlegen.

Beginnen wir mit der vermeintlichen Allversöhnung. Hier habe ich eine Rückfrage: Wir gehen oft davon aus, dass alle Menschen in den Himmel wollen. Aber ist das wirklich so? Vielleicht hast du andere Erfahrungen gemacht. Ich erinnere mich an eine Begegnung am Berliner Hauptbahnhof mit einer Gruppe junger Satanisten. Einer von ihnen hatte ein umgedrehtes Kreuz auf der Wange tätowiert. Was ist das für eine Botschaft, wenn jemand so vor Jesus beim Jüngsten Gericht steht?

Ein anderer Satanist aus einem anderen Land hatte sich ein Kreuz unter die Fußsohle tätowieren lassen, um täglich immer wieder auf das Kreuz Christi zu treten. Ich könnte noch mehr Beispiele nennen. Wenn du darüber nachdenkst und Lebenserfahrung hast, wirst du wahrscheinlich ähnliche Beobachtungen machen: Nicht alle Menschen wollen in der Gegenwart Gottes leben oder in den Himmel.

Man kann die Frage auch umdrehen und fragen: Was müsste jemand tun, um in die Hölle zu kommen? Diese Frage lohnt sich, sie schriftlich zu beantworten. Gerne kannst du deine Antworten in die Kommentare schreiben, dann kann ich darauf reagieren.

Schauen wir, was Jesus selbst in der Bergpredigt sagt: Nicht jeder, der zu mir sagt: „Herr, Herr“, wird ins Himmelreich kommen. Am Tag des Gerichts werden viele zu ihm sagen: „Herr, Herr, in deinem Namen haben wir prophetische Weisungen verkündet, böse Geister ausgetrieben und viele Wunder getan.“ Dennoch wird Jesus sagen: „Ich kenne euch nicht. Ihr habt es versäumt, nach Gottes Willen zu leben. Geht weg von mir!“

Wenn schon die Leute, die „Herr, Herr“ sagen, nicht alle sicher ins Himmelreich kommen, wie sieht es dann mit denen aus, die niemals daran denken, Jesus als Herrn ihres Lebens anzuerkennen und danach zu leben? Das klingt nicht nach Allversöhnung.

Was ist mit der markanten Passage in Lukas 13? Dort heißt es: Jesus zog durch Städte und Dörfer und sprach zu den Menschen. Auf dem Weg nach Jerusalem fragte ihn ein Mann: „Herr, stimmt es, dass nur wenige Menschen gerettet werden?“ Jesus antwortete: „Setzt alles daran, durch das enge Tor zu kommen, denn viele versuchen es, aber nur wenigen wird es gelingen.“

Nur wenigen wird es gelingen, in das Himmelreich zu kommen – nicht meine Worte, sondern die von Jesus. Schon das widerlegt die Allversöhnung.

Schau dir auch Matthäus 25 an. Jesus sagt dort beim Gericht zu den Menschen auf seiner linken Seite: „Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel vorbereitet ist.“ Wenn es Allversöhnung gäbe, warum sagt Jesus das dann? Das ergibt keinen Sinn.

Auch in der Bergpredigt, Matthäus Kapitel 7, sagt Jesus: „Weit ist das Tor und breit der Weg, der zur Verdammnis führt, und viele werden ihn gehen.“ Das sind Jesu Worte, nicht meine.

Ich könnte noch mehr Beispiele nennen, aber kurz gesagt: All diese Stellen passen nicht zu der Behauptung von Allversöhnung. Jesus redet nachweislich mehr über die Hölle als über den Himmel. Er spricht in 117 verschiedenen Stellen über das Jüngste Gericht.

Wenn das Jüngste Gericht keine Rolle spielen würde, warum bereitet Jesus seine Hörer dann so intensiv darauf vor? Wenn es keine Hölle gäbe und niemand verdammt würde, warum warnt Jesus dann 81 Mal davor?

Erklär mir das bitte. Jeder, der sich ehrlich mit diesen Texten auseinandersetzt, sieht, dass das nicht zusammenpasst.

Schließlich die Stelle in Offenbarung 20: „Die übrigen Toten wurden nicht lebendig, bis die tausend Jahre vollendet waren. Dies ist die erste Auferstehung. Selig und heilig ist, wer teilhat an der ersten Auferstehung; über diese hat der zweite Tod keine Macht.“

Hier werden zwei Gruppen beschrieben: Gruppe eins – die der ersten Auferstehung, die selig sind und über die der zweite Tod keine Macht hat. Das sind die Wiedergeborenen.

Gruppe zwei sind die übrigen Toten, über die der zweite Tod sehr wohl Macht hat. Was ist der zweite Tod? Offenbarung 20 sagt, das ist der Feuersee.

Wann wird von der Auferstehung der zweiten Gruppe gesprochen? In Offenbarung 20, vor dem Weißen Thron, direkt nach der Gerichtsverhandlung, geht es zum Feuersee, also eindeutig um die Hölle.

Das bedeutet: Gruppe eins sind die Seligen, die auferstanden sind und der Hölle entkommen. Gruppe zwei sind diejenigen, die auferstehen, um in den Feuersee zu gehen.

Ich hoffe, du siehst: Das passt nicht zu der Vorstellung, dass man sich nach dem Tod noch bekehren könnte. Im Gegenteil, Offenbarung 20 bestätigt klar die Bibelstellen, die von der Auferstehung zum Leben und der Auferstehung zum Gericht sprechen.

Daraus eine Lehre zu konstruieren, dass Menschen sich nach dem Tod bekehren können, passt nicht.

Zwischenfazit zur biblischen Grundlage der Bekehrung nach dem Tod

Das heißt Zwischenfazit: Die Bibelstellen, die oft dafür ins Feld geführt werden, dass man sich angeblich nach dem Tod noch bekehren könnte, sprechen nicht dafür, dass dies aus der Bibel plausibel herleitbar ist. In der Bibel ist das so nicht zu finden, und schon gar nicht mit diesen Stellen.

Wir müssen klar bedenken, dass es hier um Größenordnung und Verhältnismäßigkeit geht. Damit diese Argumentation von einer Bekehrung nach dem Tod funktioniert, müsstest du von insgesamt 31 Bibelversen etwa fünf mehrdeutige Verse herauspicken, um darauf eine komplette Weltanschauung aufzubauen. Selbst wenn es doppelt so viele Verse wären, sieht man grafisch dargestellt, wie das Ganze aussieht.

Und noch einmal zur Erinnerung: Kein Jurist auf diesem Planeten würde so vorgehen, dass er die Beurteilung einer Leben-und-Tod-Frage von Funden aus höchstens 0,03 Prozent der Texte abhängig macht – wenn es hochkommt. Diese Texte sind zum einen ziemlich mehrdeutig und zum anderen bleiben schon beim zweiten Hinsehen keine einzigen mehr übrig.

Jetzt könnte man sich vielleicht fragen, ob es nicht ungerecht ist, dass man sich nach dem Tod nicht mehr bekehren kann. Aber lass uns rein logisch darüber nachdenken und überlegen: Was heißt denn gerecht?

Ein Gedankenexperiment: Wäre es gerecht, wenn Gott Adam und Eva ankündigt, dass sie die Frucht nicht essen dürfen, sonst müssten sie sterben – und sie essen sie trotzdem und sterben? Wäre das ungerecht? Nein.

Wäre es ungerecht, wenn Gott Kain von Kain und Abel warnt: „Kain, gib deinen Aggressionen keinen Raum“, und Kain wird trotzdem zum Mörder und muss dafür sterben? Nein, das wäre nicht ungerecht.

Wäre es ungerecht, wie bei Sodom und Gomorra, wo alle Einwohner der Stadt sündig sind, und in der ganzen Stadt nicht einmal zehn Rechtschaffene zu finden sind, dass Gott die Stadt richtet? Nein.

Angenommen, Gott würde sagen, dass Vergewaltigungen ein schwerer Verstoß gegen seine heiligen Gebote sind – was er tut – und angenommen, er würde unter eintausend Vergewaltigern eintausend von ihnen in die Hölle verurteilen: Wäre das ungerecht? Nein, das ist nicht ungerecht.

Angenommen, Gott würde von eintausend Mördern 999 in die Hölle verurteilen, wäre das ungerecht gegenüber den 999, die schuldig sind? Nein, es wäre nicht ungerecht.

Ich hoffe, du siehst, worauf wir hinauswollen. Ich fasse es mal zusammen: In unserer narzisstischen westlichen Anspruchsgesellschaft fällt uns das besonders schwer zu akzeptieren. Gott schuldet uns den Himmel nicht. Wir haben als Sünder keinen Anspruch darauf, in den Himmel zu kommen.

Gott schuldet den Himmel nicht den Sündern. Gott schuldet den Himmel auch nicht schlechten Menschen, die mit ihren eigenen Entscheidungen wiederholt gegen die heiligen Gesetze verstoßen.

Zur Erinnerung: Wir leben in Gottes Welt, nicht umgekehrt. Wer macht hier also die Regeln? Nicht wir.

Aussagen der apostolischen Väter zur Bekehrung nach dem Tod

Lassen Sie uns nun klären, was Jesus und die zwölf Apostel darüber sagen: Kann man sich nach dem Tod noch bekehren – ja oder nein? Beginnen wir mit den sogenannten apostolischen Vätern.

Der Begriff „apostolische Väter“ bezeichnet Schriften von den Mitarbeitern der Apostel. Ich hätte vielleicht einen anderen Begriff gewählt, doch das ist nicht entscheidend. Die apostolischen Väter sind Mitschriften von Mitarbeitern der Apostel, also zum Beispiel Notizen, Briefe und Ähnliches von Personen, die die zwölf Apostel kannten, jahrelang unter ihnen gearbeitet haben und von ihnen gelernt haben. Beispiele dafür sind Polykarp oder Papias, die Mitarbeiter des Apostels Johannes waren, bevor sie – wie etwa Clemens – die Gemeinden der Apostel übernahmen.

Ich könnte jetzt ausführlich auf die Frage eingehen, wer die apostolischen Väter eigentlich sind und wie es um die Urheberschaft ihrer Schriften steht. Eines ist jedoch klar: Die apostolischen Väter bieten ein einzigartiges Fenster in die frühe Christenheit. Dort sehen wir direkt, was die ersten Christen glaubten und wie sie lebten.

Wie hilft uns das weiter? Es wäre doch ziemlich merkwürdig, wenn diese Mitarbeiter der Apostel übereinstimmend Dinge verbreiten würden, die komplett im Widerspruch zu dem stehen, was ihre Chefs, die zwölf Apostel, lehrten. Das wäre wirklich seltsam. Und wenn die Apostel übereinstimmend etwas lehren, woher haben sie das wohl? Natürlich von Jesus.

Sollten Sie Interesse an einem eigenen Video zu den apostolischen Vätern und den tiefen Schätzen, die wir darin finden können, haben, dann drücken Sie die Glocke unten rechts unter diesem Video und schreiben Sie in die Kommentare „apostolische Väter“. So weiß ich, wie ich das priorisieren kann.

Was sagen also die apostolischen Väter dazu? Hier drei kurze Beispiele:

Sie sagen zum Beispiel: „Wenn wir ihm, also Jesus, wohlgefällig sind in dieser Welt, dann werden wir auch die zukünftige Welt erlangen, wie es uns versprochen ist, von den Toten erweckt zu werden. Ebenso hat er versprochen, dass wir, wenn wir würdig wandeln, auch mit ihm herrschen werden, falls wir den Glauben haben.“

Auch hier ist ganz klar: Entscheidend ist, was man in diesem Leben tut, wie man sich verhält und vor allem der Glaube. Folgst du Jesus nach? Ist Jesus der Herr deines Lebens – ja oder nein? Hältst du dich für das Jüngste Gericht an Jesus stellvertretenden Tod fest – ja oder nein?

Eine zweite Stelle spricht von den Freigesprochenen, also von denen, die ins ewige Leben eingehen werden. Dort heißt es: „Sie dienen dem Herrn die übrigen Tage ihres Lebens mit reinem Herzen.“ Wie soll ich aber dem Herrn mein ganzes Leben lang dienen, wenn ich mich erst nach dem Tod bekehre? Das passt nicht zusammen.

Auch eine sehr eindeutige Stelle findet sich im zweiten Clemensbrief. Dort heißt es: „So wollen auch wir, solange wir in dieser Welt sind, das, was wir im Fleisch Böses getan haben, aus ganzem Herzen bereuen, damit wir vom Herrn gerettet werden, solange wir noch Zeit zur Umkehr haben. Denn wenn wir diese Welt verlassen haben und sterben, kann es im Jenseits kein Bekenntnis und keine Umkehr mehr geben.“

Klarer geht es nicht.

Hinzu kommt, dass in den apostolischen Vätern sehr stark nahegelegt wird – und das gibt zu denken –, dass jemand, der gerettet ist, bis zu seinem irdischen Tod mit Gott lebt.

Das führt uns direkt zum Thema Heilsgewissheit. Dieses Thema will ich hier nicht vertiefen, aber falls Interesse an einem eigenen Video zur Heilsgewissheit besteht und daran, woran man erkennt, ob man gerettet ist oder nicht, drücken Sie gerne die Glocke unten rechts unter diesem Video und schreiben Sie „Heilsgewissheit“ in die Kommentare. Dann weiß ich Bescheid.

Die biblische Antwort auf die Frage der Bekehrung nach dem Tod

Und damit sind wir bei der Kernfrage. Mal angenommen, es gäbe wirklich eine eindeutige biblische Antwort auf die Frage, ob man sich nach dem Tod bekehren kann. Und mal angenommen, wir könnten diese Antwort schwarz auf weiß sehen. Ich frage dich einfach: Wie ist es? Würden du und ich diese Antwort annehmen? Würden wir uns dem unterstellen, was wir in der Bibel finden?

Und ich sage das mit voller Selbstkritik: Ich habe dir am Anfang meine Geschichte erzählt, ich predige mir selbst. Lass uns reinschauen, was die Bibel sagt. Denk daran, es geht jetzt nicht um Emotionen, es geht nicht darum, wer sich wie wo was wünscht. Es ist eine religionswissenschaftliche Frage, eine religionshistorische Frage: Was sagt der Text?

Falls es dir hilft, damit du ein bisschen klarer sehen kannst, stell dir vor, du würdest die Texte, die wir jetzt durchgehen, in der hinduistischen Bhagavadgita oder im muslimischen Koran lesen. Zu welchen Schlüssen würdest du kommen, was diese Religion darüber lehrt, ob man sich nach dem Tod bekehren kann oder nicht?

Das heißt, du merkst schon, ich will jetzt nicht versuchen, irgendeine Bestechlichkeit, Menschenfurcht oder Falschheit hineinzubringen, als ob alle Leute, die das hören, therapiebedürftig oder hypersensibel sind. Ich werde dich jetzt wie einen emotional stabilen und an der Sache interessierten Erwachsenen behandeln.

Lasst uns in die Bibel schauen. Da heißt es zum Beispiel direkt: Wen sollen wir warnen? Sollen wir Juden vor dem Jüngsten Gericht warnen? Sollen wir Christen warnen? Sollen wir unsere Verwandten warnen? Sollen wir jeden Menschen warnen? Die Antwort ist: Wir sollen alle warnen, dass Gott sie zur Rechenschaft ziehen wird. Passt das dazu, dass man sich nach dem Tod bekehren kann?

An der nächsten Stelle heißt es: Wir alle müssen vor dem Richterstuhl des Christus erscheinen, und dann wird jeder den Lohn für das bekommen, was er in seinem Leben getan hat. Das heißt also, das, was in diesem Leben passiert, vor dem Tod, ist entscheidend für das, was vor dem Richterstuhl passiert – in diesem Leben, nicht danach, sondern in diesem Leben.

Schau auch rein, was die Bibel über die Verdammnis sagt: Ob die Hölle ewig ist, ob es nicht vielleicht doch ein Entkommen von der Hölle geben kann oder ob die Hölle irgendwann aufhört, wie es manche Leute lehren. Schau selbst in Daniel 12, wo es heißt: Viele von denen, die im Staub der Erde schlafen – das ist eine biblische Umschreibung für den Tod – viele von ihnen werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die anderen zur ewigen Schmach und Schande.

Jetzt die Frage: Wenn diese Schmach und Schande, also das Negative, das dann kommt, angeblich nicht ewig wäre, und dort das gleiche Wort steht wie beim ewigen Leben, dann wäre das ewige Leben auch nicht ewig. Also entweder ist beides ewig oder beides nicht.

So oder so siehst du, nach der Auferstehung gibt es keine zweite Chance, das ist ganz klar. Matthäus 25 sagt, Jesus: „Dann werde ich zu denen zur Linken sagen: Geht hinweg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist“ – ewiges Feuer!

Johannes der Täufer sagt, die Spreu aber wird er, der Christus, Jesus, verbrennen mit unauslöschlichem Feuer – Feuer, das nicht auslöschbar ist, Feuer, das nicht verlischt. Jesus selbst sagt, es ist besser, halb blind in das Reich Gottes einzugehen, als zwei Augen zu haben und in die Hölle geworfen zu werden, wo der Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.

Judasbrief Vers 7 sagt, sie erleiden die Strafe eines ewigen Feuers, Judasbrief Vers 12, das Dunkel der Finsternis wird in Ewigkeit aufbewahrt. Offenbarung 14 sagt, der Rauch ihrer Qual steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit, und die, die das Tier und sein Bild anbeten, haben keine Ruhe Tag und Nacht. Offenbarung 20 heißt es, die Verdammten erleiden Qualen Tag und Nacht von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Du kannst jetzt lange diskutieren über das Wort „ewig“ und Begriffe wie Olam und Ionios und alles, was dahintersteht. Aber selbst wenn du das rausnimmst aus der Diskussion, dann siehst du, glaube ich, schon an all dem, wie das Ganze umschrieben wird: Der Wurm stirbt nicht, das Feuer erlischt nicht und so weiter. Es ist ziemlich klar, dass das nicht etwas ist, was irgendwann aufhört.

Schau selbst wieder ganz eindeutig in Hebräer 9, wo es heißt: „Wie es dem Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach kommt das Gericht.“ Also noch einmal: Die Menschen sterben, und danach kommt das Gericht. Diese Stelle verdeutlicht, dass nach dem Tod das Gericht kommt und nicht eine Bekehrung oder eine Möglichkeit zur Bekehrung. Das steht dort nicht.

Was sagt Jesus selbst zu dieser Frage? Ganz grundsätzlich sagt Jesus immer wieder: Folge mir nach. Wir Christen sind Nachfolger von Jesus. Was Jesus sagt, ist für uns gültig und bindend. Wenn jetzt jemand kommt und behauptet, das, was Jesus sagt, sei für ihn nicht gültig oder bindend, hat für ihn nicht das letzte Wort, dann ist das ein freies Land. Aber ab einem gewissen Punkt muss derjenige aufhören, sich als Christ zu bezeichnen.

Dazu möchte ich eine Erfahrung weitergeben: Wir Christen wollen nicht, dass unsere Emotionen mit uns durchgehen. Ein Beispiel: Letzten Monat habe ich mit einem jungen Christen gesprochen, nennen wir ihn Philipp. Er hatte vor kurzem beim Lesen der Evangelien einen Moment, in dem er fast erschrocken ist.

Warum? Weil der echte Jesus der Evangelien nicht unbedingt so ist wie der aus der Kinderbibel. Der echte Jesus spricht über Hölle, über Verdammnis und dass wir umkehren müssen. Da dachte Philipp mit der Bibel in der Hand: „Nein, das hat er nicht gesagt. Das kann gar nicht sein, das hat er nicht gesagt.“

Genau dann ist der Moment der Entscheidung. In diesem Moment gibt es zwei Wege: Du kannst den Weg der Postevangelikalen und der liberalen Gemeinden gehen und sagen: „Nein, so kann Gott nicht sein“, nach dem Motto: „Was nicht passt, wird passend gemacht.“ Dann musst du Jesus den Mund verbieten. Dann müssen wir die Schrift zensieren und mit jedem neuen Testament die passende Bastelschere ausliefern. Dann schneiden wir wie König Joachim eine Stelle nach der anderen aus der Bibel raus und werfen sie ins Feuer.

Das ist der erste Weg, den viele Kirchen und Gemeinden in unserem Land gehen. Für unsere Gemeinden wird das nicht anders enden als für König Joachim.

Der zweite Weg ist, dass wir zusammen den Weg von Josua, Joschafat und Esra gehen und Gottes Worte stehen lassen. Dafür hat sich Philipp auch entschieden. Er hat reflektiert, sinngemäß: „Okay, Gottes Wort hier ist anders, als ich dachte. Aber ich stelle mich nicht darüber, sondern darunter. Ich maße mir nicht an zu denken, dass Jesus alles so sehen wird wie ich. Ich sehe ein, nicht ich bin das Zentrum des Universums, sondern Gott, und der kann auch ganz anders sein als ich.“

So hat Philipp es gemacht, und ich könnte von Dutzenden weiteren erzählen, deren Leben durch diese Entscheidung positiv umgekrempelt und extrem bereichert wurde.

Deshalb wollen wir lernen, unsere Emotionen im Zaum zu halten. Entweder ist das Christentum wirklich wahr oder nicht. Entweder ist Jesus wirklich auferstanden oder nicht. Entweder hat Jesus diese Dinge gesagt oder nicht. Aber beides hat nichts damit zu tun, ob es mir oder dir gefällt. Beides hat nichts mit unseren Emotionen zu tun. So viel Demut und Selbstreflexion sollte jeder von uns mitbringen.

Was sagt Jesus? Jesus sagt in Lukas 13 – nur eine kleine Randnotiz: Mich würde wirklich mal interessieren, wie häufig oder wie selten dieses so wichtige Kapitel in Lukas 13 in unseren Gemeinden und Kirchen gepredigt wird. Ich glaube, es täte uns gut, es häufiger durchzulesen.

Jesus sagt darin: Setzt alles daran, durch das enge Tor in Gottes Reich zu kommen, denn viele versuchen es, aber nur wenigen wird es gelingen. Dann sagt er weiter: „Hat der Hausherr erst einmal das Tor verschlossen, werdet ihr draußen stehen, so viel ihr auch klopft und bettelt: Herr, mach uns doch auf – es ist umsonst.“

Das heißt, du siehst daraus wirklich klar: Es gibt einen finalen Punkt. Dann ist das Tor verschlossen, dann gibt es kein Reinkommen mehr. Das müssen wir festhalten, dürfen wir nicht ignorieren oder einfach darüber hinweggehen oder das glattbügeln. Das funktioniert so nicht.

Jesus sagt in Johannes 5, einem ebenso wichtigen Kapitel: „Ich versichere euch, wer auf meine Botschaft hört und dem glaubt, der mich gesandt hat – also wer nur durch Jesus stellvertretende Sühne tot, wer sich daran festklammert, der hat das ewige Leben. Auf ihn kommt keine Verurteilung mehr zu. Er hat den Schritt vom Tod ins Leben schon hinter sich.“

Im griechischen Grundtext steht an dieser Stelle „Metabebeken ek tethanatu estenzoan“, das heißt, du kannst es auch übersetzen mit: Derjenige ist vom Tod zum Leben übergegangen. Dadurch, dass ich Jesus die Autorität über mein Leben gebe, dass Jesus mein Herr ist und bleibt, gehe ich vom Tod zum Leben über.

Ich hoffe, du kannst mir folgen. Ich versuche wirklich langsam zu erklären, weil es sehr deutlich ist. Rettung ist etwas, das in diesem Leben passiert, in diesem Leben.

Umgekehrt heißt es in Johannes 8: Jesus sagt, wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, der euch von euren Sünden erlösen kann, dann werdet ihr an euren Sünden sterben.

Überlegt mal: Falls man sich angeblich nach dem Tod bekehren könnte, macht diese Aussage von Jesus überhaupt keinen Sinn, oder? Oder umgekehrt: Vielleicht macht die Aussage von Jesus Sinn, aber eine Bekehrung nach dem Tod nicht.

Wenn man sich nach dem Tod bekehren könnte, könnte ja jeder sagen: „Na ja, ich kann ja auch später glauben, ich kann mich ja auch später bekehren.“ Aber diese Aussagen von Jesus, die schieben dieser Behauptung von Bekehrung nach dem Tod eindeutig einen Riegel vor. Da macht Jesus nicht mit.

An einer nächsten Stelle sagt Jesus wieder eindeutig in Johannes 5: Diejenigen, die gesündigt haben, werden auferstehen zum Gericht. Sie werden auferstehen zum Gericht. Das heißt, sie stehen nicht auf, um dann von einem netten Galiläer gefragt zu werden: „Übrigens, hättest du vielleicht Lust, Christ zu werden? Und wenn nicht, nicht schlimm, ich frage dich morgen nochmal.“ Das steht da nicht.

Nein, sie stehen auf, um gerichtet zu werden. Nach dem Tod kommt das Gericht.

Oder Lukas 12, das Gleiche vom reichen Kornbauern, wo Jesus sagt: „Du Narr, in dieser Nacht“ – und das ist der Zeitpunkt seines Todes – „wird man dein Leben von dir fordern.“ Alles, was er vorher gemacht hat, war dann umsonst. Das heißt, der Zeitpunkt des Todes ist der Zeitpunkt, ab dem abgerechnet wird.

Und schließlich eine ganz große Sache: Das Gleichnis, das Jesus erzählt von Lazarus und dem Namenlosen in Lukas 16. Hier haben wir eine Besonderheit: In keinem anderen von Jesus’ siebenunddreißig Gleichnissen haben die Personen Namen. Das ist das einzige Gleichnis, in dem das so ist. Das könnte sogar ein Hinweis darauf sein, dass Jesus hier nicht nur lehrt, sondern vielleicht sogar eine reale Begebenheit aus dem Jenseits erzählt.

Hören wir rein: Ein reicher Mann kleidete sich immer mit der allerfeinsten purpurfarbenen Kleidung und den feinsten Leingewändern. Dabei ließ er es sich so richtig gut gehen und lebte in Saus und Braus. Gleichzeitig lebte direkt vor seiner Haustür ein armer Mann namens Lazarus. Sein Körper war völlig mit Geschwüren übersät. Lazarus hoffte immer darauf, sich satt essen zu können an den Essensresten, die vom Tisch des reichen Mannes herunterfielen.

Ich ergänze: Man denkt, was genau macht denn der Reiche jetzt? Bezahlt er ihm die medizinische Versorgung? Nimmt er ihn irgendwie in sein Gebäude mit ein? Engagiert er einen Koch, der sich um ihn kümmert? Holt er Ärzte? Scheinbar gar nichts, obwohl er direkt vor seiner Nase liegt.

Dann heißt es weiter: Jesus sagt, stattdessen kamen sogar noch die Hunde und leckten an Lazarus’ Wunden. Schließlich starb der Arme und wurde von den Engeln Gottes in den väterlichen Schoß Abrahams getragen.

Dann starb auch der Reiche und wurde beerdigt. Als der Reiche in der Unterwelt war, wo er große Qualen litt, blickte er nach oben und sah von weitem Abraham, der Lazarus in seine Arme geschlossen hatte.

Da rief der Reiche: „Abraham, Vater, hab Mitleid mit mir und schicke Lazarus, er soll nur seine Fingerspitze in Wasser tauchen und damit meine Zunge benetzen, denn ich leide sehr in diesem Feuer.“

Aber Abraham antwortete: „Kind, erinnerst du dich daran, wie du so viel Gutes in deinem Leben erfahren hast und Lazarus genauso viel Schlechtes? Nun wird er hier getröstet, während du leidest. Und außerdem klafft zwischen uns und euch eine gewaltige Kluft. Selbst die, die von hier zu euch hinübergehen wollen, können das nicht, und genauso wenig kann einer von dort hierher zu uns gelangen.“

Wir könnten diese Perikope, diesen Textabschnitt, jetzt noch stundenlang ausweiten. Aber jeder, der hier mit offenem Visier draufschaut, sieht: Diese Einführung einer Hintertür von Bekehrung nach dem Tod führt Jesu Aussagen völlig ad absurdum.

Es gibt keinerlei Hinweise auf irgendeine Gelegenheit oder sogar eine Möglichkeit, sich nach dem Tod zu bekehren.

Zitat: „Es liegt zwischen uns und euch ein so tiefer Abgrund, dass niemand von uns zu euch hinüberkönnen kann, selbst wenn er es wollte, und auch von euch kann niemand zu uns herüberkommen.“

Ich buchstabiere es noch einmal: Jesus sagt damit eindeutig, der Zustand eines Menschen nach seinem Tod ist endgültig, permanent und nicht änderbar.

Nach dem Tod wartet nicht Christus auf den Sünder, um ihm das Evangelium zu predigen und ihn zum x-ten Mal zu fragen, ob er nicht vielleicht doch den Himmel geschenkt bekommen möchte. Nein, es warten Qualen und die klare Aussage, dass es keinen Ausweg gibt.

Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

Zwischenfazit

Wenn es angeblich eine Bekehrung nach dem Tod gäbe, wie erklären wir dann all diese Stellen im Neuen Testament und noch viele weitere? Sollen wir Christen wirklich unser eigenes Taufversprechen brechen und einfach so tun, als ob all das überhaupt nicht existiert? Sollen wir tatsächlich so handeln, als hätte Jesus all das nie gesagt?

Diese Behauptung von einer Bekehrung nach dem Tod ist wie ein Puzzleteil, das einfach nicht passt. Sie passt nicht zu den Kriterien für das Jüngste Gericht. Immer wieder heißt es beim Jüngsten Gericht, dass die Menschen nach ihren Taten gerichtet werden – und zwar nach den Taten in diesem Leben. Deshalb sind die Taten in diesem Leben nicht mehr änderbar.

Deshalb wollen wir gar nicht erst in das Gericht kommen. Wir brauchen einen Ausweg, eine unverdiente Chance zur Umkehr. Wir müssen unsere Sünden bereuen, nicht mehr so weitermachen und wollen, dass Jesus die Strafe für unsere Sünden auf sich nimmt. Wir müssen uns ab jetzt für unsere Begegnung mit Gott an Jesus festklammern, damit er uns unsere Sünden nicht anrechnet. Damit er nicht anrechnet, wie wir durch unsere Entscheidungen, Leid, Ungerechtigkeit und Unheiligkeit in die Welt gebracht werden.

Deswegen brauchen wir Begnadigung, die wir nicht verdient haben und auf die wir keinen Anspruch haben.

Lade diese Übersicht gerne in voller Auflösung herunter. Ich habe sie dir hier unten verlinkt – der erste Link unter dem Video ist komplett gratis. Nimm sie dir bitte mit, präg sie dir ein, häng sie dir auf und verteile sie weiter. Erster Link unter dem Video, komplett gratis.

Diese Behauptungen von einer Bekehrung nach dem Tod passen überhaupt nicht zu klaren Bibelstellen. Sie widersprechen allem, was bisher genannt wurde. Sie passen nicht zu klaren Bibelstellen, die genau aufzeigen, wie schlimm die Hölle ist. Jesus sagt zum Beispiel in Markus 9, wenn deine Hand dich verführt, dann hau sie ab. Es ist besser, verstümmelt in das Leben einzugehen, als mit zwei Händen in die Hölle zu fahren – in das unauslöschliche Feuer, wo der Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.

Es gibt klare Bibelstellen, die sagen: „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht.“ Das heißt, lasst euch erreichen. Klare Bibelstellen in 2. Korinther, wo es heißt: „Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils.“ Klare Bibelstellen in Jesaja 55, wo es heißt: „Sucht den Herrn, jetzt ist er noch zu finden, ruft ihn, jetzt ist er noch nahe.“

Diese Behauptung von einer angeblichen Bekehrung nach dem Tod passt auch nicht zu dem, was Jesus lehrt. Schau einfach selbst, worüber er im Großen und Ganzen spricht. Manchmal habe ich das Gefühl, wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Schau selbst nach!

Die vier Evangelien haben 3.797 Verse, und in 1.957 davon spricht Jesus persönlich. Das zweithäufigste Thema, über das Jesus spricht, ist, was nach dem Tod passiert, was in der kommenden Endzeit geschieht und dass du und ich unsere Sünden loswerden müssen, bevor wir gerichtet werden.

Jesus hat uns einen Missionsbefehl gegeben, keine Missionsempfehlung.

Und schließlich: Wenn Bekehrung nach dem Tod wirklich das ist, was in der Bibel steht – denkt daran, objektiv und binär –, also wenn es so ist und nicht anders, wenn das wirklich die Aussage des biblischen neutestamentlichen Christentums ist, warum steht dann nirgendwo in der Bibel etwas Eindeutiges darüber? Nirgendwo.

Lasst uns das gegenüberstellen und selbst urteilen:

  • Passt das Zeugnis der apostolischen Väter, also der Mitarbeiter der Apostel, besser dazu, dass in diesem Leben die Weichen gestellt werden, oder dass man sich angeblich nach dem Tod bekehren kann?
  • Passt die Gesamtschau von allem, was die Apostel predigen, besser dazu, dass in diesem Leben die Weichen gestellt werden, oder dass man sich nach dem Tod bekehren kann?
  • Passt die Gesamtschau von allem, was der historische Jesus sagt, besser dazu, dass in diesem Leben die Weichen gestellt werden, oder dass man sich nach dem Tod bekehren kann?
  • Passen die klaren Aussagen in der Offenbarung besser dazu, dass in diesem Leben die Weichen gestellt werden, oder dass man sich angeblich nach dem Tod bekehren kann?
  • Passen die klaren Aussagen im Hebräerbrief besser dazu, dass jetzt wirklich die Weichen gestellt werden, oder dass man später noch irgendetwas machen kann?
  • Passen die klaren Aussagen in den neutestamentlichen Schriften insgesamt besser dazu?

Diese Behauptung von einer angeblichen Möglichkeit der Bekehrung nach dem Tod passt überhaupt nicht zum großen Ganzen, zur Gesamtschau dessen, was Jesus und die Apostel eindringlich lehren.

Ja, worüber predigen die Apostel? Schau selbst hinein und zähle die Verse nach! In der Apostelgeschichte predigen sie über das kommende Jüngste Gericht. Sie predigen darüber, dass uns unbedingt unsere Sünden vergeben werden müssen. Sie predigen die absolute Notwendigkeit von Reue und Umkehr – zähle es selbst nach!

Und bedenke die Tatsache, dass es von 31.102 Bibelversen keinen einzigen gibt, der ausdrücklich sagt: „Bekehr dich ruhig nach dem Tod.“

Wozu passt all das besser – dass in diesem Leben die Weichen gestellt werden, oder dass man sich angeblich nach dem Tod bekehren kann? Urteile selbst.

Und denk zurück an den Anfang mit dem marokkanischen Mädchen. Wir reden hier nicht unbedingt darüber, was du dir emotional wünschst. Wir haben es mit einer religionswissenschaftlichen und religionshistorischen Frage zu tun:

Ist Bekehrung nach dem Tod wirklich die beste Wiedergabe und Zusammenfassung des biblischen Christentums?
Ist das wirklich die beste Wiedergabe dessen, was im Neuen Testament steht?
Ist das wirklich die klarste und widerspruchsfreiste Zusammenfassung des biblischen Befunds?
Ist das wirklich das, was Christen vom ersten Jahrhundert an geglaubt haben?
Ist das wirklich das, was die zwölf Apostel gelehrt haben?
Ist das wirklich das, was Jesus verkündet hat?

Ich glaube, du kennst zwei Gedanken und eine Ermutigung zum Schluss.

Zwei Gedanken und eine Ermutigung zum Schluss

Es geht um Wahrheit. Weißt du, wenn wir nur dem folgen wollen, was sich besser anfühlt – mal ganz ehrlich –, und ich sage das nicht, um provokativ zu sein, sondern um dich zum Nachdenken anzuregen: Wenn wir nur dem folgen wollen, was sich besser anfühlt, warum treten wir dann nicht gleich aus dem Christentum aus und kehren Jesus den Rücken?

Warum werden wir nicht Mormonen? Warum nicht Zeugen Jehovas, die übrigens genau dasselbe behaupten, nämlich dass man sich angeblich nach dem Tod noch bekehren könnte? Warum werden wir nicht Muslime? Warum nicht Hindus? Warum wenden wir uns nicht dem nordischen Heidentum zu? Warum springen wir nicht kopfüber in den Okkultismus hinein? Warum eigentlich nicht sogar in den Satanismus? Wieso?

Ja, du merkst schon, meine Stimme fängt jetzt an zu versagen, und ich glaube, du siehst auch daran, dass ich in diesem Video vielleicht nicht ganz so locker und fröhlich war wie in anderen Videos. Das kostet mich etwas, dieses Video. Und der Weg hierhin ist auch für mich mit Tränen gepflastert, so ist es. Soweit ich weiß, bin ich bis heute leider – der dürfte gerne mitgebetet werden – leider der einzige Christ in unserer Familie.

Aber nur weil etwas weh tut, kann ich mich nicht von der Wahrheit abwenden. Es wird dadurch nicht besser, es wird eher schlechter. Warum wird es schlechter? Weil ich glaube, uns ist häufig gar nicht klar, was wir damit anrichten. Diese Behauptung von Bekehrung nach dem Tod führt ein komplett andersartiges Modell ein. Ein Modell, das sich klar von Jesu Aussagen abwendet und das Neue Testament über Bord wirft.

Weißt du, wir im Westen betrachten Theologie häufig als eine nervige Nebensache oder als ein Mittel zum Zweck für unsere Gemeindegruppentherapie oder als ein harmloses Gedankenexperiment. Aber häufig ist uns im Westen nicht klar, was wir damit anrichten, wenn wir durch die modernen Medien und durch die Reichweite und auch den Wohlstand, den wir im Westen vergleichsweise noch haben, unsere liberale und postevangelikale Theologie in die Welt hinausschicken.

Erst diesen Monat oder letzten, also vor wenigen Wochen, habe ich mit einem afrikanischen Missionar gesprochen, der unter Lebensgefahr versucht, Menschen von Jesus zu erzählen. Er sagte: Eure liberale Theologie aus dem Westen ist der Todesstoß für alles, was wir hier machen. Und er hat völlig Recht.

Also mal ganz logisch, denk ein letztes Mal logisch mit – wir haben es fast geschafft für heute: Wenn es Bekehrung nach dem Tod wirklich gäbe, für alle Leute, die Jesus nicht kannten und von Jesus noch nie etwas gehört haben, wenn das wirklich so wäre, dann wäre es ja fürchterlich, diesen Menschen das Evangelium zu erzählen. Denn dann hätte jeder, der sich nicht bekehrt, damit einen Platz in der Hölle garantiert.

Und weil sich ja mehr Leute nicht bekehren als bekehren, wäre der Missionsbefehl verheerend. Da wäre es ja am besten, wenn so wenig Leute wie irgend möglich zu Lebzeiten von Jesus hören, damit alle nach dem Tod Jesus annehmen können – was immer das heißen soll.

Hör dazu mal rein, was Pastor Matthias Lohmann von der FWG München-Mitte völlig zu Recht zu diesem Denkansatz sagt: Die Bibel macht eigentlich immer wieder deutlich, dass mit dem Tod die Möglichkeit zur Umkehr dahin ist. Deswegen ist es so dringend, dass wir den Ruf zur Umkehr hören und glauben. Deshalb ist es auch so dringend, dass wir das Evangelium in alle Welt bringen.

Der Missionsbefehl ist ja nur deshalb bedeutend, wenn wir sagen können: Es ist eigentlich egal, ob wir zu den Verlorenen gehen, zu den unerreichten Völkern. Lasst doch einfach die sterben, und dann kann Christus ihnen das Evangelium predigen. Der kann das sowieso viel besser als wir. Dann werden sie das vielleicht viel eher glauben und gerettet werden.

Das ist nicht das, was die Bibel lehrt. Die Bibel macht deutlich: Nein, wir haben einen dringenden Auftrag. Geht hin zu allen Völkern und macht Jünger! Wir sind gesandt. Vielen Dank, Matthias!

Das heißt, du siehst, das Christentum macht das Leben nicht immer leichter. Aber wir folgen Jesus nicht nach, damit er unser Leben leichter macht – womöglich noch im Diesseits –, sondern wir folgen Jesus nach, weil es wahr ist. Weil er wirklich der Mensch gewordene Gott ist.

Wir sagen mit der Barmer Theologischen Erklärung von 1934: Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt ist, ist das eine Wort Gottes, dem wir zu hören, denen wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben. Und wir verwerfen die falsche Lehre, als könne die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Wort Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.

In meinen Worten: Nein, es ist nicht egal, was du glaubst. Es ist nicht egal, wie du lebst. Es ist nicht egal, wem oder was du nachfolgst. Und es ist ganz sicher nicht egal, wer oder was der Herr deines Lebens ist. Das hat Auswirkungen für Zeit und Ewigkeit.

Wir Christen wollen den echten Jesus anbeten und nicht unser goldenes Kalb, das wir uns zurechtzimmern und mit dem wir uns irgendwie wohlfühlen.

In diesen Jahren bekommen wir im Westen zum ersten Mal zu spüren, was eigentlich die Folgen sind von unserem Lebensstil der letzten Jahrzehnte. Was auch die Folgen sind von den Millionen Kindern, die wir vor der Geburt getötet haben. Und wir bekommen die Folgen unseres demokratischen Wandels zu spüren.

Das heißt unter anderem, dass wir bei uns im Westen sehr, sehr viele Stellen von Pastoren und Pfarrstellen haben, die nachbesetzt werden müssen.

An dieser Stelle will ich etwas dazu sagen: Was ist die Aufgabe eines Pastors, eines ältesten Gemeindeleiters, wie auch immer es bei dir oder bei euch heißt? Was ist die Aufgabe?

Schau selbst rein: Titus 1. Dort heißt es, sie müssen in der Lage sein, den Gläubigen gesunde Lehre zu geben und die Gegner zu widerlegen. Das heißt, sie müssen in der Lage sein zu sagen: So ist es laut Bibel, und so ist es laut Bibel nicht.

Deswegen ist es auch deine und meine Aufgabe, dass wir bei Einstellungen und Bewerbungsgesprächen den Kandidaten die Frage stellen: Welche Irrlehren lehnst du ab? Gegen welche Irrlehren bist du bereit, dich öffentlich zu stellen? Lehnst du diese unbiblische Irrlehre von Bekehrung nach dem Tod ab? Bist du bereit, dich öffentlich gegen sie zu stellen?

Mein persönlicher starker Verdacht ist, dass diese Irrlehre von Bekehrung nach dem Tod eine von vielen sein wird, mit denen wir in den nächsten Jahren ganz besonders viel zu kämpfen haben. Und deswegen dieses Video.

Schlusswort.

Schlusswort: Die Dringlichkeit der Bekehrung im Leben

Bekehre dich jetzt.

Ich habe dir am Anfang von Menschen erzählt, die mir sehr, sehr viel bedeuten und die gestorben sind. Natürlich habe ich mit ihnen geredet, für sie gebetet und versucht, sie zu erreichen. Über Monate und Jahre habe ich mit ihnen gesprochen, jedes Argument und jeden Einwand beantwortet.

Ich erinnere mich an einen Verwandten von mir. Er hatte alle Bücher, alle DVDs und alles Apologetische. Doch diese Einsicht habe ich lange vor mir hergeschoben: Er wollte nicht. Er wollte sich nicht unter Gott beugen, Jesus nicht um Vergebung seiner Sünden bitten und ihm nicht nachfolgen. Es hatte nichts damit zu tun, dass ihn die Argumente nicht überzeugt hätten oder dass er bessere Argumente gehabt hätte – überhaupt nicht. Er wollte einfach nicht. Und dann ist er gestorben.

Früher dachte ich etwas kindlich, dass viel hilft viel, und dass viel Zeit viel hilft. Ich dachte, mehr Zeit würde helfen. Aber das ist häufig nicht so. Wenn Menschen sich jetzt nicht bekehren, dann wollen sie sich später oft auch nicht bekehren. Nicht immer, es gibt Ausnahmen – Gott sei Dank, viele Ausnahmen. Wir beten darum und sollten oft dankbar sein. Aber Zeit löst das Problem häufig nicht, wenn Zeit nicht das Problem ist, das meine ich damit.

Jesus sagt dazu: Wenn sie Mose und den Propheten, also den Schriften, nicht glauben, dann werden sie auch nicht glauben, wenn jemand von den Toten aufersteht. Und einer ist von den Toten auferstanden – Jesus. Das können wir sogar beweisen, sagt Pastor Willem Busch.

Er sagt: „Das Schiff unseres Lebens fährt auf dem dunklen Strom der Ewigkeit Gott entgegen. Auf diesem Schiff können sie nichts mitnehmen, nur ihre Schuld. So fährt man vor Gott schauerlich.“

Das bringt uns zurück zu dieser Jenseitsübersicht, die du dir hier herunterladen kannst – im ersten Link unter diesem Video. Für uns Sünder gibt es nur zwei Arten zu sterben: Entweder erstens, wir sterben in Vergebung freigesprochen, ohne dass wir es verdient haben, oder wir sterben an unseren Sünden. In beiden Fällen stehen wir danach vor Gott.

Jetzt geht es dir vielleicht wie mir zum Schluss, und du fragst dich: Was mache ich jetzt mit meiner Sorge? Nutze sie. Ich sage dir: Wenn du dir keine Sorgen machst und keine Sorgen um das ewige Schicksal von anderen Menschen hättest, dann fangen wir an, uns Sorgen um dein ewiges Schicksal zu machen.

Dass du dir Sorgen machst, ist etwas Gesundes. Es zeichnet dich als einen emotional halbwegs gesunden Menschen aus. Auch im Christentum ist das etwas Gesundes.

Zum Schluss will ich dir nur sagen: Über 165 Menschen sterben jeden Tag, viele davon jung. Und dieser Mythos, dass man sich angeblich nach dem Tod noch bekehren könnte – dazu nur vielleicht ein letztes Wort der Einsicht.

Mal ganz ehrlich: Man kann sich oft nicht einmal vor dem Tod bekehren. Es ist nicht so wie in schlechten Hollywoodfilmen, wo jemand die Augen schließt und plötzlich ist alles vorbei – bis eben war er noch voll zurechnungsfähig und topfit, und von einer Minute auf die andere ist er tot.

Jeder, der schon einmal jemanden beim Sterben gesehen hat, weiß: In den meisten Fällen stimmt das nicht. Sterben ist ein Prozess, der sich über Wochen und Monate, teilweise über Jahre hinziehen kann. Dabei baut man körperlich immer mehr ab und auch geistig, was die Schuldfähigkeit einschränkt. Man kann nicht mehr genau Entscheidungen treffen und so weiter.

Das heißt, mit zunehmendem Alter kommen immer mehr Einschränkungen. Es wird schwieriger, jemandem das Evangelium zu vermitteln. Also nicht warten, schieb es nicht auf.

Über das Phänomen der Verstockung, wenn jemand immer und immer wieder Nein zu Gott sagt, sodass Gott irgendwann sagt: „Weißt du was? Wenn nicht mein Wille geschehen soll, dann soll dein Wille geschehen“, davon haben wir noch gar nicht gesprochen.

Ich will dir zum Schluss nur sagen: Das ist mein Appell an dich. Es macht keinen Sinn, es aufzuschieben. Schieb es nicht auf. Rede jetzt mit Leuten über Jesus. Und falls Jesus noch nicht der Herr deines Lebens ist und bleibt, dann folge diesem Weg.

Worum geht es denn im Christentum? Es geht nicht nur darum – entschuldige meine unrasierte Sprache – dass wir einfach unseren Hintern retten. Es geht darum, dass wir mit unserem Leben und unserer Anbetung dem einzig Wahren die Ehre geben, dem die Ehre gebührt.

Deshalb pflege dich an, bitte an Christi statt, gib Gott die Ehre und bekehre dich jetzt.