Generierte Mitschrift
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Einleitung und Ausgangspunkt
Es heißt nämlich einmal im Ersten Korintherbrief. Da schreibt Paulus an die Christen in Korinth, in 1. Korinther 16,13: Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark.
Und da, wo das Wort mutig steht, wo Luther hier mit mutig übersetzt, da steht ein Wort, das eigentlich bedeutet: seid mannhaft, seid männlich stark, seid tapfer, so in diese Richtung. Und wir sehen: Das geht an alle Christen. Das gilt auch für Frauen, dass wir also alle in diesem Sinne männlich tapfer, mutig und couragiert sein sollen, um gegen den Strom schwimmen zu können, wie wir vorhin gesungen haben.
Also ist auch für die Schwestern unter uns, für die Frauen, das Thema wichtig, das ich so überschreiben möchte: Der Mann in den Augen Gottes.
Beobachtungen über das heutige Männerbild
Es ist ja ein eigenartiges Phänomen, das man heute beobachten kann: Es gibt kaum noch richtige Männer. Entweder sind es männliche Wesen, die verweichlicht und verweiblicht sind. Ganz starke Tendenzen gibt es heute beim Mann, sich zu verweichlichen oder zu verweiblichen. Immer mehr Männer tragen Schmuck, immer mehr Männer benutzen Parfüm, immer mehr Männer haben Dauerwellen im Haar. Ich hoffe, ich berühre jetzt da keinen von euch, und wenn, ich stehe dazu.
Ich nenne jetzt nur mal so ein paar Dinge, an denen man sieht, dass eine Verweichlichung oder Verweiblichung da so stillschweigend vor sich geht. Manche Stars der Musikwelt machen sich so auf, dass man fast nicht mehr erkennen kann, ob sie Männlein oder Weiblein sind. Ich denke an Michael Jackson und solche Leute, bei denen die Grenzen zwischen Mann und Frau verwischt werden, der sich ja ganz bewusst auch als Zwitterwesen darstellt. Der absolute Superstar der Popszene, der verweichlichte und verweiblichte Mann, ist die eine Richtung heute.
Und die andere Richtung ist genau das andere Extrem: der verrohte Mann, der Brutale, der Grausame, der eisenharte Typ. Bis vor Jahren verkörpert durch Charles Bronson, Spiel mir das Lied vom Tod, eine Kultfigur für eine ganze Generation junger Männer. Charles Bronson. Und heute dargestellt durch Sylvester Stallone, Rambo. Die Rambo-Filme gehen genau weiter in dieser Richtung: der eisenharte Typ, der verrohte Mann, der Brutale, der keine Gefühle zeigt und hat.
Das sind so die Linien, die uns die modernen Medien, die Massenmedien heute aufzwingen wollen. Das sind Tendenzen, die da sind, das müssen wir einfach mal sehen. Und die Prägungskraft der modernen Massenmedien ist ungeheuerlich, wie wir da berieselt werden, manipuliert werden in diese Richtung. Da sehe ich einen Grund, warum diese zwei Richtungen da sind: der verweiblichte Mann und der verrohte Mann.
Und das andere sehe ich darin begründet, dass Erziehung heute weitgehend versagt, der fehlende Vater.
Der Einfluss von Erziehung und fehlender Vaterschaft
Wir haben vor einigen Wochen auch mittwochs darüber nachgedacht: der fehlende Vater. Kinder werden zu einem großen Teil ihrer Heranwachsenszeit von Frauen betreut. Zu Hause ist es die Mutter, die sie betreut, und das ist richtig so. Im Kindergarten sind es fast nur weibliche Erzieherinnen, in den ersten Grundschuljahren fast nur weibliche Lehrerinnen. Kinder werden also ganz stark von weiblichen Personen geprägt. Der Vater fehlt. Er ist ganz im Beruf, geht auf und unter in seiner Karriere, ist fast nicht mehr zu Hause. So erfolgt keine männliche Charakterschulung. Die Jungen und Heranwachsenden haben keine Vorbilder mehr. Sie werden nicht mehr von richtigen Männern umgeben und geprägt. Und so haben wir immer mehr diese Tendenzen: entweder der verweichlichte und verweiblichte Mann oder das andere Extrem. Die vernachlässigten Jungen neigen eher in die Richtung zu Pharao.
Ich möchte deswegen heute Morgen nicht groß betonen, dass sich Gott, unser Schöpfer, unser Vater, den Mann anders wünscht. Gott hat ganz andere Gedanken über den Mann. Die Bibel zeigt uns, was wahre Männlichkeit bedeutet. Sie hat nichts mit Muskelkraft zu tun, nichts mit Sexualprotzerei und diesen Dingen, die uns die Medien vorgaukeln wollen. Wahre Männlichkeit zeigt uns die Bibel ganz anders. Das können wir an den Gestalten des Alten Testaments, des Neuen Testaments und vor allen Dingen bei dem vollkommensten aller Männer, bei unserem Herrn Jesus Christus, studieren. Da können wir sehen, wie Gott sich den Mann gedacht hat. Ich möchte heute Morgen ein paar Punkte dazu entfalten.
Geistliche Leiterschaft in Familie, Beruf und Gemeinde
Von der Bibel her gesehen soll der Mann der geistliche Leiter der Familie sein. Das können wir ganz deutlich feststellen. Der Mann soll geistlicher Leiter der Familie sein.
Das sehen wir schon im Alten Testament. Schauen wir auf Noah. Noah war der geistliche Leiter seiner Familie. Es heißt von ihm nach der Sintflut: Noah aber baute dem Herrn einen Altar und opferte Brandopfer auf dem Altar. Noah war es, der diesen geistlichen Dienst tat. Er war es auch, der von Gott den Auftrag empfangen hatte, die Arche zu bauen. Er war es, der seine Familie um sich sammelte und sie in die Arche hineinführte, nicht nur die Tiere. Sieben Menschen gingen mit ihm in die Arche hinein: seine Frau, seine Kinder mit ihren Ehefrauen. Er war es, der nach der Sintflut geistlichen Dienst tat. Er baute den Altar und leitete somit seine ganze Familie an zum geistlichen Dienst des Gebets und des Opfers.
Wir schauen auf Abraham. Immer wieder heißt es in der Abrahamsgeschichte im ersten Mosebuch: Abraham baute dem Herrn einen Altar. Von Lot, seinem Neffen, lesen wir nie, dass er einen Altar baute. Lot war ein Mitläufer, ein Prototyp für einen Mitläufer, für einen fleischlichen Christen. Aber bei Abraham lesen wir immer wieder: Abraham baute dem Herrn einen Altar, nämlich immer dann, wenn er mit dem Herrn etwas erlebt hatte. Dann richtete er einen Altar auf, ein Glaubenszeugnis, geistlicher Dienst. Er war der geistliche Leiter in seiner Familie.
Von Hiob lesen wir in Hiob 1, dass er für alle seine Kinder Brandopfer darbrachte, nämlich immer dann, wenn die Geburtstage gewesen waren und alle zusammen waren, junge Leute, die fröhlich waren, und da waren auch Gefahren da. Dann opferte Hiob Brandopfer für jeden Einzelnen und tat geistlichen priesterlichen Dienst. Er war besorgt um das geistliche Wohl seiner Kinder, seiner Familie. Hiob 1,5, da steht das. Er war der geistliche Leiter seiner Familie.
Josua, von dem es heißt, der bekannte Spruch, der in vielen christlichen Häusern auch hängt: „Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen.“ Er ging voran, er war der geistliche Leiter. Er sagt: „Ich aber und mein Haus, meine Familie, wir wollen dem Herrn dienen.“ Das ist großartig, wenn Männer in der Familie so vorangehen und ihre Familie mitziehen können.
Ich weiß, dass es auch Männer gibt, die darunter leiden, weil ihre Ehefrau oder weil die Kinder sich nicht mitziehen lassen, weil sie nicht den Weg mit dem Herrn gehen. Aber dann kann man auch einen stillen Weg gehen, einen einsamen Weg, aber mit dem Herrn trotzdem voranzugehen als geistlicher Leiter und erst recht dann den Dienst der Fürbitte zu tun für die Familienangehörigen.
Wie geistliche Leiter heranwachsen
Aber wenn wir hier sagen, der Mann soll von Gott her gesehen der geistliche Leiter der Familie sein, dann müssen wir auch fragen: Wie wird man denn ein geistlicher Leiter? Ich kann nicht einfach sagen: So, der Mann ist geistlicher Leiter, Punkt. Wie wird ein Mann geistlicher Leiter?
Geistliche Leiter wachsen weder auf den Bäumen, noch fallen sie vom Himmel. Sie wachsen vielmehr im Umgang mit dem Herrn, unter Bewährung und Zurüstung, heran. Umgang mit dem Herrn heißt: in der engen Lebensverbindung mit Jesus. Morgens Gebet und Stille über dem Wort – das ist das A und O.
Geistlicher Leiter kann ich nur sein, wenn ich ein geistlicher Mensch bin. Und als geistlicher Mensch brauche ich die persönliche Verbindung mit dem Herrn. Die steht und fällt mit der Stille vor dem Herrn, mit dem persönlichen Umgang, indem ich sein Wort lese, intensive Zeit mit dem Wort verbringe und im Gebet mit dem Herrn bin.
Hudson Taylor, der Apostel Chinas, wurde einmal am Ende seines Lebens gefragt: Bruder Taylor, was war für dich das Schwierigste in all den Jahren des Missionsdienstes in China? Ihr müsst wissen, Hudson Taylor hat seine Frau in China verloren. Er hat zwei seiner Kinder dort beerdigen müssen. Ihm wurde mehrmals von Chinesen alles angezündet; da brannte ihm das Hospital ab, das Literaturlager und vieles mehr. Er hat Dienst getan unter unvorstellbaren Entsagungen, Mühen und Leiden.
Dann wurde er gefragt: Was war für dich, Bruder Taylor, das Schwierigste in all den Jahren des Missionsdienstes in China? Wisst ihr, was er geantwortet hat? Das Schwierigste für mich war, in meinem Dasein als Missionar an einem persönlichen fortlaufenden Bibelstudium zu bleiben. Das hat er geantwortet: in einem persönlichen fortlaufenden Bibelstudium zu bleiben.
Er, der die Bibel kannte wie kaum einer, der viel Zeit mit der Bibel verbrachte, der das Wort Gottes und seine Verheißungen aufnehmen konnte wie kaum ein anderer, sagte: Das war für mich das Schwierigste. Fortlaufend dran zu bleiben am Lesen der Bibel, am Arbeiten mit der Bibel, am Forschen in der Bibel – das ist nicht leicht. Da will uns der Feind betrügen, da werden wir immer wieder abgelenkt.
Bitte lasst euch ermutigen, ihr Brüder und ihr Schwestern, dass wir an einem persönlichen fortlaufenden Bibelstudium bleiben und in persönlicher Gebetsverbindung mit dem Herrn, damit uns der Feind da nicht abgraben darf. Dann werden wir geistliche Persönlichkeiten. Und so können wir Brüder geistliche Leiter werden. Es ist das A und O: kein geistlicher Leiter, der hier an der Stelle schludert.
Bewährung als Prüfstein des Lebens
Das ist das eine, das andere ist Bewährung. Wer ein geistlicher Leiter werden will, der muss sich bewähren. Ich erinnere euch an den Satz: Nur was bewährt ist, ist echt in den Augen Gottes.
Bewährung
Im Neuen Testament lesen wir immer wieder von der Bewährung. Und zwar gibt es verschiedene Bewährungsfelder für uns Männer. Zuerst in der Familie. Ich sage immer wieder den Satz: Meine Familie ist meine kleine Gemeinde.
Zuerst in der Familie bewähren. Das ist das Hauptbewährungsfeld. Da kann man helfen lernen, da kann man dienen lernen, da kann man unterstützen lernen, da kann man leiten lernen. Zuerst in der Familie, nicht große Ideen im Kopf haben und daheim ist Land unter, daheim geht es drunter und drüber.
Wenn du zu Hause deiner Frau im Haushalt hilfst, den Kindern bei den Schulaufgaben hilfst, wenn du die biblische Unterweisung deiner Kinder vornimmst, dann kannst du daran denken, auch in der Gemeinde Aufgaben zu übernehmen.
In der Familie beginnt es. Die Familie ist die kleine Gemeinde, für uns Männer das Bewährungsfeld Nummer eins.
Bewährung im Beruf und im Alltag
Bewährung in der Berufswelt
Gott möchte uns als seine Kinder zu einem vorbildlichen Einsatz am Arbeitsplatz befähigen. Keine Karrierestreberei, aber auch kein Radfahren.
Ich habe neulich einen kleinen Ausflug in meine Vergangenheit gemacht. Mein ehemaliger Spiess, mein Kompaniefeldwebel, wurde in den Ruhestand versetzt. Er erinnerte sich an mich und sandte mir eine Einladung. Silvia hat mich ziehen lassen, und ich fuhr in die Eifel, in die Nähe von Cochem an der Mosel, in meine alte Kaserne.
Dort waren all die Männer versammelt, mit denen ich damals einige Jahre zusammen in der Luftwaffenausbildungskompanie Zeit verbracht habe. Da wurde ich so konfrontiert mit diesen beinharten Gesellen, mit diesen Leuten, die da Berufssoldaten sind. Es waren schon ein paar echte Kerle dabei gewesen. Aber dann traf ich auch einen wieder. Da fiel mir die Geschichte ein: Dem haben wir mal eine zerbeulte Fahrradfelge über sein Dienstzimmer gehängt, um ihm zu zeigen, was er für ein Radfahrer war. Und dem haben wir da noch ein Schild hingehängt: Vorsicht, vor dem Zimmer des Chefs wird jeden Morgen frisch gebohnert. Vorsicht, Radfahrer!
Also, das war ein Radfahrer, wie er im Bilderbuch stand. Aber weitgebracht hat er es bis heute noch nicht, trotz all seinem Radfahren. Ich traf ihn wieder bei diesem Einsatz dort bei der Verabschiedung.
Keine Karrierestreber, aber auch keine Radfahrer, das will der Herr nicht, sondern treuen Einsatz. Nicht nur sehnsüchtiges Warten auf den Feierabend, sondern: Alles, was er tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen. Kolosser 3.
Das gilt es, im Berufsfeld zu erlernen. Das gilt es, mit dem Herrn wirklich durchzubuchstabieren und da hineinzuwachsen. Da ist noch Platz, auch bei mir, Bewährung in diesem Stück. Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen.
Wir sind nicht nur im Beruf, um Geld zu verdienen. Das ist ein gesegneter Nebeneffekt, dass wir dafür auch noch Geld kriegen. Aber das Erste ist, dass wir uns bewähren im Beruf und Arbeiten tun lernen für den Herrn und nicht für Menschen.
Und ein drittes Bewährungsfeld für uns Männer, dass wir geistliche Leiter werden können, ist die Gemeinde.
Bewährung in der Gemeinde und der Weg kleiner Schritte
Es geht nicht gleich auf die Kanzel. Es gibt heute manchmal Leute, die bekehren sich heute, und morgen stehen sie auf der Kanzel. Das ist nicht gut, sondern erst einmal bewähren.
Ich habe mich neulich mit der Person des Elija beschäftigt, und da fiel mir auf: Bevor Elija Gottes Prophet werden konnte, der vor Volk und König stand, hatte er zuerst einer Witwe und einem Kind zu dienen, der Witwe von Zarpat, deren Sohn starb. Da musste er diesem Kind dienen und es im Auftrag Gottes von den Toten auferwecken. Und als er der Witwe und dem Kind gedient hatte, da berief ihn Gott, und er konnte vor König und vor dem ganzen Volk stehen.
Und ich möchte das auch von mir sagen: Gott hätte mich nicht vor Hunderten oder gar vor Tausenden predigen lassen in der Radioarbeit, wenn ich nicht zuerst bereit gewesen wäre, zwei oder drei Frauen in den Schwarzwalddörfern rund um Liebenzell zu dienen. Wenn ich nicht bereit gewesen wäre, in der Jugendarbeit manchmal mit einem Teenager einen Abend zu verbringen, mehr kam nicht in Beinberg bei Bad Liebenzell. Erst im Kleinen anfangen und sich bewähren und da treu sein, und dann führt der Herr weiter. Nicht immer gleich große Sachen im Kopf haben.
Oswald Chambers sagt, dass es ein großer Fehler ist, wenn man zuerst schon meint, zu großen Dingen berufen zu sein. Sondern Gott hat uns dazu berufen, dass wir in kleinen Dingen treu sind, dass wir nicht immer das Außergewöhnliche wollen.
Ich weiß von Anton Schulte. Da hat er mal erzählt in einem Kreis, dass er als junger Evangelist eine Evangelisation gehalten hat in einer Kirche. Und da kamen am ersten Abend einige Leute, und er predigte ihnen und evangelisierte. Dann sagte er so im Überschwang, irgendwie kam das so über ihn: Leute, morgen Mittag um vierzehn Uhr halte ich euch hier eine Bibelstunde, ladet alle ein, morgen Mittag um vierzehn Uhr.
Anton Schulte kam aus der Sakristei, und dann saßen am nächsten Nachmittag um vierzehn Uhr zwei Frauen da. Und dann war seine Enttäuschung im Gesicht geschrieben. Er hatte gedacht, da ist die Kirche halb voll, und dann saßen zwei Frauen da. Und dann ist er in die Sakristei gegangen und ist auf die Knie. Dann hat ihm Gott gezeigt: Anton, wenn du jetzt nicht bereit bist, diesen zwei Frauen zu predigen, wenn du die jetzt heimschickst und sagst: Leute, kommt morgen wieder, dann kommen vielleicht mehr, dann werde ich dich nicht mehr gebrauchen können als meinen Boten.
Und dann ist er hinausgegangen und hat diesen zwei Frauen gepredigt, als wenn die Kirche voll wäre. Und dann hat Gott seinen Dienst gesegnet. Er sagte später als alter Evangelist mit viel Erfahrung: Gott hätte ihn nie vor Tausenden predigen lassen, wenn er damals in dieser entscheidenden Situation in Wuppertal in der Kirche nicht bereit gewesen wäre, den Zweien zu dienen.
Und das sind einfach solche Bewährungsproben, die Gott uns stellt, wo er einfach will, dass wir uns im Kleinen bewähren, im Kleinen treu sind, und dann geht es weiter. Dann hat er vielleicht andere Aufgaben, auch vor mehr Leuten. Es kommt gar nicht auf die Zahlen an, Qualität vor Quantität.
Verantwortung der jüngeren Männer und das Tragen von Lasten
Den jüngeren Männern unter uns möchte ich heute Morgen sagen: Habt nicht nur die Mädchen im Kopf. Gott hat dem ersten Mann im Paradies zuerst einen Auftrag gegeben und danach die richtige Ehefrau.
Fragt zuerst danach: Herr, was hast du für einen Auftrag für mich in meinem Leben? Was hast du für einen geistlichen Auftrag? Und dann wird Gott auch die richtige Ehefrau dazugeben.
Es ist wichtig, gerade auch für jüngere Männer und auch für Männer, die im Glauben jung sind, Lasten tragen zu lernen. Das gehört mit zur Bewährung und zum Heranwachsen zu einem geistlichen Leiter.
Die Bibel sagt, es ist ein köstliches Ding für einen Mann, wenn er sein Joch in der Jugend trägt. Das ist etwas, was wir oft heute in der Erziehung vergessen: dass wir unseren Kindern keine altersgemäßen Lasten mehr auferlegen, dass wir sie nicht lehren, das Joch zu tragen, dass wir ihnen alles abnehmen. Und hinterher wundern wir uns, wenn sie mit dem Leben nicht zurechtkommen, wenn die Lasten kommen.
Denkt an dieses biblische Prinzip: Es ist ein köstliches Ding für einen Mann, wenn er das Joch in der Jugend trägt.
Gerade Jungen, Heranwachsende und junge Männer müssen lernen, das Joch zu tragen, Lasten zu tragen. Sonst können sie sich nicht bewähren und keine geistlichen Leiter werden.
Lerne, Lasten zu tragen, und du wirst starke Schultern bekommen. Und die wirst du brauchen: in der Ehe, in der Familie, im Berufsleben und in der Gemeinde.
Der Zusammenhang von Familie und Gemeinde
Wir fragten: Wie wird man ein geistlicher Leiter in der Familie? Ich fasse noch einmal zusammen: Persönlicher Umgang mit dem Herrn ist das A und O, ebenso die Bewährung in allen Lebensbereichen – in der Familie, im Beruf und in der Gemeinde.
Warum betonen wir heute Morgen so stark die geistliche Verantwortung des Mannes in der Familie? Ich glaube, zum einen, weil auf diesem Gebiet eine unwahrscheinliche Not herrscht. Es gibt heute Männer, die Abteilungen in der Firma leiten, manche leiten ganze Betriebe, aber sie können daheim ihre vier- oder fünfköpfige Familie nicht leiten, ihr nicht vorstehen. Daheim funktioniert es nicht, und das darf nicht sein. Wir sind zuerst in der Familie berufen, geistliche Leiter zu sein.
Zum anderen betone ich das deswegen so, weil ein tiefer Zusammenhang zwischen Familie und Gemeinde besteht. Ich sage noch einmal: Meine Familie ist meine kleine Gemeinde. Das Neue Testament bestätigt diese Sicht.
Ich möchte euch bitten, mit mir den ersten Timotheusbrief aufzuschlagen, 1. Timotheus 3,4-5, in unseren Lutherbibeln Seite 249. Dort schreibt der Apostel Paulus von den Bischöfen, nicht gut ausgedrückt, eigentlich von den Aufsehern, von den geistlichen Leitern der Gemeinde, von den Ältesten. Das Wort „Aufseher“ steht hier im Griechischen.
Wer so einen Dienst begehrt, der begehrt eine hohe Aufgabe. Dann nennt Paulus zuerst einige charakterliche Qualifikationen: Ein Aufseher soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau, nüchtern, maßvoll, würdig, gastfrei, geschickt im Lehren, kein Säufer, nicht gewalttätig, sondern gütig, nicht streitsüchtig, nicht geldgierig. Und jetzt kommt ein ganz wichtiger Satz: einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und gehorsame Kinder hat in aller Ehrbarkeit. Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie soll er für die Gemeinde sorgen?
Da sehen wir den unmittelbaren Zusammenhang zwischen Bewährung in der Familie, dem eigenen Haus, und der Gemeinde. Wie soll er sonst in der Gemeinde eine Leitungsaufgabe übernehmen können? Wir sehen, wie das zusammengeknüpft ist.
Ich sage noch einmal: Es gibt Brüder, die sehr darunter leiden, dass die Ehefrau oder erwachsene Kinder nicht den Weg gehen. Das ist hier unberührt. Das meine ich nicht, dass so ein Bruder nicht auch in der Gemeinde vorstehen kann. Wenn es wirklich die erwachsenen Glieder seiner Familie absolut nicht wollen, dem Herrn nachzufolgen, vielleicht auch gerade dann, wenn der Bruder erst später zum Glauben kam, aber grundsätzlich gilt diese Regel: Wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie kann er dann die Gemeinde Gottes versorgen?
Und auf dem nächsten Blatt, in Kapitel 5, Vers 8, wird es noch ein wenig weitergeführt: 1. Timotheus 5,8. Wenn aber jemand die Seinen, besonders die Hausgenossen, nicht versorgt, hat er den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Heide. Wir sehen wieder: zuerst die Bewährung zu Hause. Er soll die Seinen, die Hausgenossen, die Familienangehörigen versorgen, und zwar materiell, emotional und auch geistlich. Er soll der geistliche Leiter sein, der Hauspriester, der, der zu Hause vorsteht.
Darum betonen wir so zuerst die Familie, dann die Gemeinde.
Zurüstung, Multiplikation und geistliche Leiterschaft
Wie wird man ein geistlicher Leiter in der Gemeinde? Lasst mich das zum Schluss noch ansprechen.
Persönlicher Umgang mit dem Herrn, Bewährung in Familie und Beruf, charakterliche Qualifikation und dann kommt noch etwas sehr Wichtiges dazu für die Brüder, die auch in der Gemeinde vorangehen wollen: eine intensive persönliche Zurüstung.
Alexander zeigt uns da gerade einmal eine Grafik auf der Folie. Das, was hier steht, haben zwei amerikanische Brüder, Gene Gibson und Fred Colvin, zusammen erarbeitet. Geistliche Leiterschaft hat folgenden Weg:
Es beginnt links oben mit Evangelisation. Jemand kommt zum Glauben an den Herrn, er bekehrt sich, er wird errettet, er nimmt den Herrn Jesus an, er ist ein Neubekehrter. Dann sollte mit ihm eine Arbeit geschehen, die wir Nacharbeit nennen. In dieser Nacharbeit soll er befestigt werden. Er soll hineingeführt werden in die wichtigsten Lehren der Bibel. Er soll gegründet werden im Wort Gottes. Er muss wissen, was die Bibel sagt über Gott, über Jesus Christus, über die Gemeinde, über die Gewissheit des Heils und über all diese Dinge, über Gaben.
Befestigung, Nacharbeit nennen wir das, mit dem Ziel, dass dieser Neubekehrte ein Jünger wird, ein Jünger Jesu Christi. Mit Jüngern soll Zurüstung geschehen, Mann zu Mann, dass da einer, der schon gereifter ist, so einen Jünger zu sich nimmt und mit ihm arbeitet. Das Ziel ist, dass aus ihm ein Mitarbeiter wird, nach Matthäus 9: Bittet den Herrn, dass er Arbeiter in seine Ernte sendet. Arbeiter, Mitarbeiter, die Aufgaben übernehmen in der Gemeinde, praktische und geistliche. Sie fangen in der Kinderarbeit, Sonntagsschularbeit an, bewähren sich dort, wachsen weiter mit den Gaben, die Gott ihnen gegeben hat.
Das Ziel sind Mitarbeiter. Und Mitarbeiter, die sich bewähren, brauchen intensive persönliche Zurüstung, damit sie geistliche Leiter werden können. Nur ganz wenige werden im autodidaktischen Verfahren geistliche Leiter, nur wenige. Die meisten brauchen intensive persönliche Zurüstung, und das ist gut so, das will Gott.
Ich will, wenn Gott will, ein anderes Mal zeigen, wie unser Herr Jesus Christus genau nach diesem Prinzip gearbeitet hat. Das können wir im Neuen Testament erkennen. Er hat genau das praktiziert, was hier jetzt auf dieser Folie zu sehen ist.
Das Ziel ist geistlicher Leiter, und ein geistlicher Leiter ist dann ausgebildet, zugerüstet, wenn er fähig ist, diesen ganzen Vorgang zu wiederholen. Das heißt, dass er Menschen für Christus gewinnen kann, Neubekehrte in der Nacharbeit führen kann, zurüsten kann, Mann zu Mann, und wieder andere zu geistlichen Leitern zurüsten kann.
Seht ihr, das sind die Prinzipien des Neuen Testaments. So geschieht Multiplikation, so hat sich Gott das gedacht: nicht einer, der alles macht, sondern Leute, die zugerüstet werden zu geistlichen Leitern.
Danke, Alexander!
Schlussgedanken und Ermutigung
Und da haben wir noch viel Land einzunehmen. Da können wir wachsen. Da sind viele, viele Gebiete, in die sich wirklich Brüder unter uns, aber auch Schwestern, hineinnehmen lassen können.
Vieles von dem, was da zu sehen war, gilt auch für die Schwestern. Und da möchte ich euch heute Morgen mit dieser Botschaft einfach Mut machen, ganz besonders den Brüdern unter uns, dass sie sich willig und auch mutig hineinnehmen lassen in diese Zurüstungsarbeit, in dieses Wachsen und in diese Bewährungen, damit Gott aus uns allen, aus uns Brüdern, geistliche Leiter machen kann.
Wir wollen da also einige Zeit später noch einmal mit einer Fortsetzung weitermachen. Für heute schließen wir dieses Thema Mann ab. Für die Frau haben wir zwei Sonntage gebraucht, bei uns Männern reicht erst einmal ein Sonntag.
Geistliche Leidenschaft, das ist das Ziel Gottes mit uns Männern.
Danke!

