Serie•Teil 31 / 53Lukas-Evangelium
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Ein neuer Abschnitt im Lukasevangelium
Es geht wirklich weiter im Lukasevangelium, für alle Gäste. Ich bin seit dreieinhalb Jahren dabei, das Lukasevangelium durchzupredigen, werde auch noch etwa ein Jahr brauchen, und wir befinden uns gerade am Anfang eines neuen Blocks.
Man kann sich ein neutestamentliches Evangelium, Matthäus, Markus, Lukas, Johannes, also die ersten vier Bücher im Neuen Testament, wie eine Perlenkette vorstellen. Eine Perle reiht sich an die nächste. So sind Evangelien aufgebaut: wie Perlenketten aus einzelnen Erzähleinheiten, kleinen Geschichten, die hintereinander aufgeschrieben sind. Und bestimmte Geschichten gehören einfach zusammen. Sie bilden einen grossen Block.
Und wir stehen jetzt am Anfang eines neuen grossen Blocks. Ich werde euch jetzt nicht mit Strukturfragen und der Frage, wie man darauf kommt, belasten. Wenn jemand wirklich Interesse daran hat, kann er oder sie zu mir kommen. Ich zeige gerne, was dahinter an Arbeit steckt.
Wir starten in Lukas 13,22. Dort geht es los, und bis Lukas 17,11 haben wir es mit einem grossen neuen Block zu tun. Und wie es oft ist, wenn man sich so einen Block, so ein Thema, in einem Evangelium erschliessen will, schaut man sich die allererste Geschichte an. Worum geht es im ersten Thema? Es ist wie eine Art Overtüre: Da wird ein Thema vorgestellt. Und ihr werdet das gleich sehen.
Es geht in diesem grossen Block, Lukas 13,22 bis Lukas 17,11, um das Thema, was uns in der Zukunft erwartet. Was kommt eigentlich nach dem Tod? Und das, was Jesus da sagt, ist relativ klar. Es ist nicht kompliziert, nur ein bisschen erschreckend. Er sagt: Es gibt eine Ewigkeit, und grob gesprochen gibt es zwei Möglichkeiten. Auf der einen Seite ewige Freude, auf der anderen Seite eine Ewigkeit im Schmerz. Auf der einen Seite eine Ewigkeit bei Gott, auf der anderen Seite eine Ewigkeit ohne Gott. Ein bisschen platt gesagt: Himmel oder Hölle, ewige Zufriedenheit oder ewige Verlorenheit.
Ich möchte vier Predigten lang mit euch über dieses Thema nachdenken. Nicht, weil ich es so gerne predige. Es gehört zu den Themen, die ich am wenigsten gern predige, das will ich ganz ehrlich sagen. Also über Himmel und Hölle zu predigen, da fühle ich mich immer selbst ein bisschen unwohl. Aber auch wenn ich selbst vor dieser Lehre Angst habe, sie kommt mir so intolerant vor.
Wir leben in einer Zeit, in der alles richtig sein soll. Wie du lebst, mach es einfach. Hauptsache, du fühlst dich wohl. Und jetzt kommt Jesus und sagt: Nein. Ich finde das so frech, dieses intolerante Element im Leben von Jesus. Dieses: Es gibt Dinge, die sind tatsächlich alles entscheidend.
Wenn Jesus sich hinstellt und sagt: Ich warne dich, dann warne ich dich vor wenigstens vier Dingen. Die werden uns in den nächsten Predigten beschäftigen.
Die erste Sache: Ich warne dich davor, dass du beziehungslos durchs Leben gehst, vor allem, dass dir die Beziehung zu mir, zu Jesus, fehlt. Jesus warnt uns davor.
Der zweite Punkt: Ich warne dich davor, dass du kein Interesse an diesen zukünftigen Dingen hast. Überleg dir, wenn das so ist, woher das kommt.
Dritter Punkt: Ich warne dich davor, dass du leistungsorientiert durchs Leben gehst, wenn du denkst: Ich kann mir den Himmel erarbeiten, ich habe doch da etwas auf meinem Konto.
Und viertens: Ich warne dich davor, wenn du unbarmherzig durchs Leben gehst, wenn du dir selbst der Nächste bist.
Vier grosse Themen, die Jesus in diesem Block ab Lukas 13,22 anreisst. Und ich glaube, dass wir bis heute auf Menschen treffen, die genau diese Fehler machen. Es ist jetzt nicht so ewig weit weg, als ob man sagen könnte: Damals haben die halt solche Sachen gemacht, aber heute sind wir aufgeklärt, modern, intelligent, heute haben wir den Durchblick. Ich bin da, wenn ich ganz ehrlich bin, skeptisch.
Die enge Tür und die Frage nach der Rettung
Schauen wir uns den Anfang einfach mal an: Lukas 13. Ihr könnt gerne mitlesen. Ihr könnt aber auch, wie immer, warten, bis die grandiose Technik, die wieder dabei ist, das hier an die Wand wirft.
Es fängt an in Lukas 13,23 mit einer äußerst praktischen Frage. Es sprach aber jemand zu ihm: Herr, sind es wenige, die errettet werden? Das ist eine schöne Frage. Wenn man so nach vorne schaut, in die Ewigkeit: Haben wir da viel Platz oder wenig Platz? Müssen wir uns da irgendwie auf eine größere Menge einstellen oder auf eine kleinere Menge? Das ist die Frage, die im Raum steht. Wird es viele geben, die gerettet werden?
Die Antwort in Vers 24 und 25 geht in eine komische, etwas andere Richtung. Da heißt es: Er aber sprach zu ihnen: Ringt danach, durch die enge Pforte einzugehen. Denn viele, sage ich euch, werden eingehen suchen und werden es nicht vermögen.
Wow! Sobald der Hausherr aufgestanden ist und die Tür verschlossen hat – hier geht es um eine Party, wo irgendwann der, der die Party schmeißt, sagt: So, jetzt schließe ich die Haustür ab, wer jetzt noch kommt, der kommt nicht mehr rein, wir sind voll. Sobald der Hausherr aufgestanden ist und die Tür verschlossen hat und ihr anfangt, draußen zu stehen und an die Tür zu klopfen und zu sagen: Herr, tu uns auf!, wird er antworten und zu euch sagen: Ich kenne euch nicht und weiß nicht, woher ihr seid.
Also die Frage lautet: Werden viele gerettet? Und Jesus antwortet nicht direkt, sondern indirekt und sagt: Pass auf, bei der Frage ist gar nicht so sehr entscheidend, viele oder wenige. Wirklich entscheidend ist, ob du dabei bist. Das ist entscheidend. Und wenn du diese Frage bewegst: Bin ich dabei?, dann muss dir eins klar sein: Die Tür zum Reich Gottes wird einmal geschlossen. Die Tür in die Ewigkeit ist nicht ewig offen.
Und es gibt Menschen, gar nicht wenige, es gibt viele, die werden draußen stehen. Und schlimmer noch: Es werden Leute sein, die immer dachten, dass sie drin sind. Und sie werden zu spät merken, dass ihre Erwartung völlig grundlos und falsch war. Dass sie tatsächlich Errettung, Ewigkeit bei Gott, das, worum es eigentlich geht, verpasst haben.
Ich hoffe, dass keiner hier im Raum sitzt, der glaubt, dass diesseits alles wäre. Dass das äußerste Ziel darin besteht, endlich Rentner zu werden oder endlich Opa zu sein, um dann zu sagen: Das ist aber nun die höchste Berufung des Menschen. Nein, ist es nicht.
Die höchste Berufung des Menschen ist auch nicht, einmal eine Weltreise zu machen. Ein Freund von mir hat gerade eine Weltreise angetreten, und ich beneide ihn. Wisst ihr, so Anfang zwanzig, das Leben liegt vor ihm, keinerlei Bindungen, hat ein bisschen gearbeitet, hat genug Geld auf der hohen Kante und macht jetzt eine Weltreise. Ich denke mir: Boah, Mann, wie gerne wäre ich noch mal ... Aber es ist trotzdem nicht das höchste Ziel im Leben.
Das höchste Ziel im Leben hat damit zu tun, die Ewigkeit zu gewinnen, nicht auf dieser Erde irgendwo so ein kleines Plus abzugreifen. Und hier gibt es Menschen, die sagen: Ich habe ein Ticket in den Himmel. Also die laufen so durchs Leben und sagen: Ich habe ein Ticket, ich habe ein Ticket, ich habe ein Ticket in den Himmel. Gut, und ich gehe jetzt quasi an die Himmelspforte und sage: Hallo, ich hätte gern mein Ticket eingelöst. Und er steht vor dem Himmel und sagt: Hier, hier ist mein Ticket in den Himmel. Und jetzt kommt also Petrus, schaut sich das Ticket an und was macht er? Macht er mir die Tür auf? Oh nee, versteht der Herr, das ist doch fies. Dankeschön, danke. Ist euch klar geworden? Der hat mein Ticket zerrissen.
Aber das ist genau die Idee: Leute laufen durchs Leben und denken, ich habe mein Ticket. Und sie kommen irgendwann oben an mit ihrem Ticket. Sie klopfen an und sagen: Herr, tu uns auf. Und dann wird es ihnen nichts nützen. Und sie werden anfangen, mit dem Hausherrn, mit Jesus, zu diskutieren. Hier in Vers 26 und 27: Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken, und auf unseren Straßen hast du gelehrt? Er kenne dich doch irgendwie, bist doch einer von uns. Und er wird sagen: Ich sage euch, ich kenne euch nicht, und ich weiß nicht, woher ihr seid. Weicht von mir, ihr Übeltäter.
Menschen kannten Jesus irgendwie auf so einer sozialen Ebene. Sie waren ihm begegnet auf der Straße, sie haben mit ihm gesprochen, sie haben ihn vielleicht mal zum Abendessen eingeladen. Natürlich haben sie sich mal eine Predigt angehört, klar. Und sie dachten so: Dieser höflich interessierte Umgang mit Jesus, der reicht als Ticket ins Himmelreich.
Und jetzt sind sie völlig perplex und denken: Mann, wie kann das denn sein? Warum hat das denn nicht gereicht? Und ich persönlich glaube, es wird vielen Deutschen so gehen, die meinen, weil sie einmal im Jahr an Weihnachten in den Gottesdienst gehen, weil sie irgendwie doch auch noch eine Bibel zu Hause stehen haben, weil in ihrem Leben doch auch noch etwas Christliches ist, das muss doch irgendwie reichen. Aber das tut es nicht.
Ja, was reicht denn dann? Was ist es denn, wenn es das nicht ist? Ganz einfach: Jesus sagt: Ich kenne euch nicht. Das, worauf es ankommt – ich werde das am Ende der Predigt Glaube nennen – das, worauf es ankommt, heißt, Jesus persönlich zu kennen, in einer wirklichen Beziehung mit ihm zu leben, echtes Interesse an ihm zu haben.
Und wo das nicht ist, kann der Herr Jesus nur sagen: Ihr Übeltäter. Ihr seid Lügner. Ihr seid Leute, die sich etwas vormachen. Ihr habt nie Buße getan, ihr habt nie wirklich um Vergebung gebeten, ihr habt sie auch nie erhalten, ihr habt nie ewiges Leben bekommen, ihr seid nie Kinder Gottes geworden, ihr habt den Herrn Jesus nie als Herrn und Retter aufgenommen, ihr seid nie von Neuem geboren worden. In eurem Leben gibt es eine Kontinuität des Bösen, aber keinen Einschnitt, wo Jesus mal ein Vorher und Nachher, ein Alt und Neu in dieses Leben hätte hineinbringen können.
Da stehen Menschen, und sie sind furchtbar überrascht. Aber sie stehen mit ihrer Schuld vor Gott und meinen, dass sie sich durch ein bisschen Argumentation doch noch den Eintritt in die Ewigkeit erarbeiten könnten.
Das grosse Fest und die Überraschung der Letzten
Und dann wird das Bild weitergeführt, dieses Bild von der Party. Stellt euch einen Bankettsaal vor, so richtig nicht nur die Orangerie, sondern etwas größer. Wer kennt The Beauty and the Beast? Kennt ihr diese Tanzszene aus The Beauty and the Beast, diesem Zeichentrickfilm, diesen wunderschönen, riesigen Spiegelsaal, in dem die Kamera von oben darauf schaut und so weiter? Wir stellen uns so etwas vor, randgefüllt mit Gästen. Musik, Licht, es ist einfach wunderschön. Da geht das rauschendste Fest ab, das du dir jemals vorstellen kannst. Du stehst draußen und lugst gerade noch so durch die Tür, und du siehst so: Boah, was geht da innen drin ab? Und du siehst die Gäste, wie sie ankommen, wie aus allen Zeiten und aus allen Ecken der Erde Gäste in diesen Bankettsaal strömen, um mit Gott zu feiern.
Vers 28 bis 30: Wer wird das Weinen und das Zähneknirschen sein, wenn ihr Abraham und Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sehen werdet, euch aber draußen hinausgeworfen? Klar, die gehören dazu: Abraham, Isaak, Jakob, die gehören da rein. Aber es geht weiter: Und sie werden kommen von Osten und Westen und von Norden und Süden. Von überall her auf der Erde. Und zu Tisch liegen im Reich Gottes. Und siehe, es sind Letzte, die Erste sein werden, und es sind Erste, die Letzte sein werden.
Boah, stellt euch das vor. Wie schlimm muss das sein, wenn du Jesus so nah warst, wenn du ihn leiblich gesehen hast, wenn du mit ihm gegessen hast und doch ihn verpasst hast, wenn du es verpasst hast, ihn persönlich kennenzulernen. Stell dir das einfach einen kurzen Moment lang vor. Und dann erlebst du, wie aus anderen Epochen und Kulturen Menschen genau das geschafft haben, was du verpasst hast. Stell dir das einfach mal vor.
Die Letzten werden Erste sein. Ich habe mir überlegt: Was sind denn Letzte? Das sind die, bei denen man es am wenigsten erwarten würde. Da hast du diese Ex-Kannibalen aus Papua-Neuguinea, die sitzen da drin. Da hast du den Zuhälter aus Harlem, der sitzt da drin. Da gibt es sogar einen Bäcker aus Schwante, der sitzt da drin. Die sitzen da. Menschen, von denen man es einfach am wenigsten erwarten würde, die werden wie Erste sein, wie Heilige, wie Apostel, wie Propheten. Sie werden, wenn es darum geht, das Reich Gottes in aller Ewigkeit zu genießen, auf derselben Stufe stehen.
Und die Ersten, die damals dabei waren, die alle Chancen hatten, wo wir heute sagen würden: Mann, nur einmal Jesus sehen, nur einmal eine Predigt live, mir würde schon ein MP3-Mitschnitt reichen, ja, die hatten das. Sie werden Hinausgeworfene sein, Ausgeladene, Verlierer. Da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein.
Und ich kann das nicht anders predigen, als an der Stelle zu fragen: Wie sieht es bei dir aus? Wie ist das in deinem Leben? Bist du sicher, dass du ein Ticket hast, das gültig ist? Ist dein Ticket gültig, wenn du einmal vor Jesus stehen wirst? Worauf baust du deine persönliche Sicherheit?
Jesus sagt: Ringt danach, durch die enge Pforte einzugehen. Das bedeutet, es passiert nicht einfach so. Ringen ist anstrengend. Es sich Dinge überlegen, reflektieren, wirklich sicher sein: Wenn ich in der Ewigkeit vor Gott stehe, bin ich dabei.
Und ich will euch ehrlich sagen: So etwas erschrickt mich immer wieder, diese Frage. Vor allem die Tatsache, dass es so viele gibt. Der Herr Jesus wird Recht behalten. So viele gibt es, die durch ein Leben gehen und sich täuschen und meinen, ich bin am Ende dabei, und sie werden es nicht sein. Und deswegen müssen wir, auch wenn uns das wehtut, uns diese Aufgabe immer wieder stellen, anderen Leuten das auch zu sagen. Wir müssen ihnen auch sagen: Du, es gibt ein Zu-spät. Es gibt ein Du hast es nicht geschafft. Es gibt ein Du wirst nicht reingelassen. Das gibt es. Das ist eine Realität. Das ist nichts für drei, vier Exoten irgendwo auf der Welt, sondern es werden viele sein, die davorstehen, und Jesus wird sagen: Nein, ich kenne dich nicht. Ich weiß nicht, wie du auf den Gedanken kommst, dass du hier rein darfst, aber ich kenne dich nicht.
Und deswegen die Frage an euch: Kennst du Jesus? Hast du diese persönliche Beziehung? Glaubst du, du kommst in den Himmel, weil du im Gottesdienst sitzt oder weil du getauft bist oder weil du vielleicht in der Bibel liest? Oder weißt du, dass du in den Himmel kommst, dass du in der Ewigkeit bei Gott sein wirst, weil eine Beziehung, die hier auf der Erde angefangen hat mit Jesus, fortgesetzt wird in der Ewigkeit? Weil es ein Übergang ist, wo ich einem Freund einfach nur näher komme, wo es nicht wirklich ein Bruch ist, wo der Tod einfach nur einen Vorhang beiseiteschiebt und ich in ganzer Klarheit sehen kann, was ich heute schon sehe, verschwommen. Wo es ein Durchgang ist zu einer größeren Nähe mit dem Herrn, dem ich sowieso schon ein Leben lang folge. Wie sieht das bei dir aus?
Jerusalem, Ablehnung und das Werben Gottes
Warum verwirft Jesus Menschen? Wo liegt da eigentlich das Problem? Die nächste Episode im Leben Jesu zeigt uns das.
In Vers 31 heißt es: In derselben Stunde kamen einige Pharisäer herbei und sagten zu ihm: Geh hinaus und zieh fort, denn Herodes will dich töten.
Es scheint so, als hätte Herodes Angst vor Jesus bekommen. Vielleicht fürchtet er einen Aufstand. Er möchte ihn umbringen. Herodes ist so ein Kandidat, der definitiv kein Interesse an himmlischen Banketten und himmlischen Spiegelwellen hat. Ihm geht es um Machterhalt und ein bisschen Feiern.
Ich denke, viele von euch kennen die Geschichte mit Johannes dem Täufer. Da findet so eine Feier statt, und am Ende verliert einer seinen Kopf. Das ist Johannes der Täufer. Der geht also mit Kopf rein und ohne raus. So ist seine Lebenseinstellung: Heute und hier möchte ich Spaß haben, und ich möchte, dass mir keiner irgendwie ans Bein pinkelt. Und wenn das doch einer macht, mache ich ihn einen Kopf kürzer. Das ist Herodes.
Und der hört von Jesus, merkt, das könnte kritisch werden, und hat anscheinend vor, auch Jesus umzubringen.
Vers 32: Und er sprach zu ihnen: Jesus geht hin und sagt diesem Fuchs: Siehe, ich treibe Dämonen aus und vollbringe Heilungen heute und morgen, und am dritten Tag werde ich vollendet.
Das bedeutet so viel wie: Ich habe meinen Kurs. Ich zeige durch mein Leben, wie Gott ist. Ich zeige seine Barmherzigkeit. Ich liebe Menschen. Und die Drohungen von Herodes werden mich kein Stück einschüchtern. Das kann sowieso nicht klappen, weil was möchte er machen? Er möchte mich umbringen. Ich hatte eh vor zu sterben.
Vers 33: Doch ich muss heute und morgen und am folgenden Tag wandern, denn es geht nicht an, dass ein Prophet außerhalb Jerusalems umkomme.
Jesus weiß ganz genau, worum es geht. Jesus ist kein idealistischer Visionär, der sagt: Ich werde hier die Revolution der Liebe anführen. Und irgendwie klappt das nicht so richtig, und am Ende geht er doch drauf. Nein, Jesus geht ganz klar. Er sagt: Jerusalem ist dafür bekannt, dass es seine Propheten tötet, und ich werde nicht als Opfer von so einer kleinen politischen Gaunerei sterben.
Es wird nicht so ein unbedeutender Provinzfürst wie Herodes sein, der mich um die Ecke bringt, sondern ich werde in Jerusalem sterben, und mein Tod wird von allergrößter Bedeutung sein.
Vers 34: Jerusalem, Jerusalem, das da tötet die Propheten und steinigt die zu ihm Gesandten! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen wie eine Henne ihre Brut unter die Flügel, und ihr habt nicht gewollt.
Gott kennt sein Volk. Er weiß um diese Unwilligkeit. Ich weiß nicht, ob ihr so Tierfilme schaut. Man nehme eine Henne, man nehme Küken, man erschrecke die Küken – was macht das Küken? Es versteckt sich unter der Henne. Das ist das Bild hier.
Ich lebe nicht auf dem Bauernhof, okay, ich kenne sowas nur aus Filmen. Aber ich weiß: Wenn man da so, egal was du da für Federvieh nimmst, du kannst auch so eine Ente nehmen, die watschelt da vor sich hin und hinter ihr die ganzen Kleinen. Sobald die Angst haben, wieder zu Mama, drunter. Das ist das Bild, das Jesus hier verwendet.
Ich habe die ganze Zeit euch sammeln wollen wie eine Henne. Ich habe euch angeboten, dass, wenn ihr Angst bekommt, ihr zu mir kommen könnt. Ich möchte euer Schutz sein, eure Sicherheit, ich möchte eure Versicherung sein für dieses Leben und fürs nächste. Das möchte ich sein. Ich wünsche mir nichts mehr, als dass ihr mich anerkennt als den, der euch Sicherheit gibt, dass ihr aufhört, euch selber Sicherheit schaffen zu wollen, dass ihr aufhört, euer eigener Gott zu sein, dass ihr aufhört, Götzendiener zu sein. Das wünsche ich mir.
Das ist das, was Jesus hier sagt. Gott ist ein werbender Gott, und er ist immer und immer wieder abgewiesen worden. Das geht so weit, Vers 35: Siehe, euer Haus wird euch überlassen.
Da muss man jetzt sehr genau lesen. Das Haus ist der Tempel in Jerusalem. Und eigentlich müsste Jesus hier formulieren: Es ist mein Haus, mein Tempel, ich komme nach Jerusalem in das Meine. Aber Jesus sagt: Es ist euer Haus.
Jesus kommt nicht mit Krieg und Macht nach Jerusalem und sagt: Ich werde diese rebellische Priesterschaft nehmen und aus dem Tempel treiben. Das tut er nicht. Sondern er lässt sich hinauswerfen, er lässt sich an ein Kreuz schlagen, er lässt es zu, für einen Moment, dass aus seinem Haus euer Haus geworden ist, dass die Menschen scheinbar triumphieren, dass sie ihren freien Willen benutzen dürfen, um den Retter abzulehnen.
Und wenn das ihre Haltung ist, wenn es Menschen sind, die das erlebt haben, dass immer und immer wieder Gott um ihr Herz wirbt, und das ist das, was jeder Mensch genießen kann, was jeder Mensch erleben kann, dann sehen wir, warum Gott das Recht hat, irgendwann zu sagen: Nein, jetzt ist Schluss.
Das Recht ist nicht, weil Gott sagt: Ich habe einfach keinen Bock mehr auf euch. Sondern Gott sagt: Ich habe immer und immer wieder um euch gerungen. Ich kenne euer Herz, und ich weiß, ihr wollt nicht. Du möchtest nicht, und ich werde es dir nicht aufzwingen. Wenn du in deinem Herzen eine Entscheidung gegen mich triffst, werde ich irgendwann zurücktreten und sagen: Okay. Dann eben nicht.
Auf der einen Seite das Werben Gottes und die Bereitschaft, dorthin zu gehen, wo die Ablehnung am größten ist, nach Jerusalem, und dort für die Sünden der Menschen zu sterben, damit der Weg offen wird, damit es überhaupt so etwas wie Glauben und Beziehung gibt, so wie wir es in dem Video gesehen haben, wo das Kreuz zu der Brücke wird: auf der einen Seite der Mensch in seiner Schuld und auf der anderen Seite Gott in seiner Herrlichkeit. Und dann kommt diese Brücke durch das Kreuz, und der Mensch kann da drüber laufen und kann sich in die Arme Gottes werfen. Das ist die eine Seite.
Aber wenn du sagst: Nein, das möchte ich nicht. Ich möchte mit diesem Gott nichts zu tun haben. Ich möchte in meiner Schuld sterben. Ich habe kein Interesse an einer Ewigkeit bei Gott. Und du darfst das formulieren, du bist Mensch, du hast diese Würde. Dann wird Gott aufhören, um dich zu werben.
Und wir können uns fragen: Warum geht Jesus, wenn er das weiß, dass es in Jerusalem so ausgeht, trotzdem dahin? Warum bringt er das zu Ende? Gerade im Blick auf das Volk Israel.
Vers 35: Ich sage euch aber, ihr werdet mich nicht sehen, bis es geschieht, dass ihr sprecht: Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn.
Auch im Blick auf Israel, auch wenn das an dieser Stelle alles so negativ klingt, ihr werdet mich ablehnen, ja, ihr werdet draußen sein und so weiter, auch im Blick auf Israel weiß der Herr Jesus, dass es eines Tages einen Moment der Buße gibt. Eines Tages wird dieses Volk dastehen und sagen: Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn. Und sie werden ihn als ihren Messias erkennen.
Das liegt noch in der Zukunft, aber es wird kommen. Und deswegen lohnt es sich für Jesus, an dieser Stelle zu investieren. Jesus kommt wieder. Jesus bietet Rettung an.
Ein Blick auf Gottes Herz im Alltag
Lasst uns zum Schluss noch eine kleine Episode anschauen. Wie spürte sich das denn an? Wie fühlt sich das an, wenn Jesus mitten unter den Menschen lebt? Nächste kleine Episode, nur sechs Verse. Ich lese sie einmal vor.
Was sind das für Menschen, die sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken, und du hast uns nicht beachtet? Warum sind wir jetzt hier draußen?
Eine Geschichte: Und es geschah, als er am Sabbat in das Haus eines der Obersten der Pharisäer kam, um zu essen, dass sie auf ihn lauerten. Und siehe, ein wassersüchtiger Mensch – das ist also jemand, der eine übermäßige Wasseransammlung in seinem Körper hat – war vor ihm. Und Jesus begann und sprach zu den Gesetzesgelehrten und Pharisäern und sagte: Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen? Sie aber schwiegen. Und er fasste ihn an und heilte ihn und entließ ihn. Und er sprach zu ihnen: Wer unter euch, dessen Sohn oder Ochse in einen Brunnen fällt, zieht ihn nicht sogleich heraus am Tag des Sabbats? Und sie konnten ihm darauf nicht antworten.
Schöne kleine Geschichte. Du bist eingeladen bei einem Pharisäer und denkst dir: Endlich mal eine Auszeit, endlich mal ein bisschen Ruhe, was Gutes essen und so. Nein, darum geht es überhaupt nicht. Plötzlich, du kommst da rein, steht vor dir ein kranker, ein wassersüchtiger Mann. Und die Tatsache, dass Jesus ihn, nachdem er ihn heilt, wegschickt, zeigt, dass er eigentlich nicht zu den geladenen Gästen gehörte. Ihr habt das gesehen, ja, das steht mittendrin in Vers 1 am Ende: Und sie lauerten auf ihm.
Es war eine Situation, die ganz bewusst gestellt war. Sie wurde konstruiert. Man hat diesen Mann vor ihm platziert, um zu sehen, was er macht, denn wir haben ja Sabbat. Und die Regel, die die Pharisäer und die Gesetzesgelehrten aufgestellt hatten, war: Am Sabbat darf man nicht heilen. Was machst du, Jesus, wenn ich dir so jemanden vorsetze und du siehst seine Not? Wie gehst du mit der Not eines Menschen um, die so offensichtlich ist? Was ist dir wirklich wichtig, Jesus?
Und Jesus stellt eine Frage. Er sagt: Ist denn das Heilen am Sabbat erlaubt? Was sagen die Leute? Eisiges Schweigen. Jeder weiß es. Du könntest in dem Moment eine Stecknadel fallen hören. Ist es erlaubt? Schweigen. Okay, er heilt den Mann.
Und noch eine Frage: Was wäre, wenn das nicht dieser Mensch wäre, sondern wenn das dein Sohn oder dein Ochse wäre, der in einen Brunnen gefallen ist? Würdest du den rausziehen? Ja, dann nimmt er das Bild von dem Wasser. Wenn jemand, der dir am Herzen liegt oder der dir finanziell wichtig ist, wenn der am Absaufen wäre, würdest du den retten? Was ist die Antwort? Schweigen.
Zweimal können die Leute ihm nicht antworten, und trotzdem bringt sie das nicht zum Umdenken oder zur Buße. Und das Drama dieser Situation ist folgendes: Da sind Leute, die wollen Gott ehren. Sie wollen den Sabbat heiligen. Sie wollen, dass da irgendwie das richtig zugeht, und sie tun genau das Gegenteil. Es sind Leute, die durch Glaubensstränge und durch Selbstverleugnung meinen, Gott einen besonderen Gefallen zu tun, so dass sie das als Beleg für eine Extraheiligkeit ansehen. Aber für diesen Kranken empfinden sie keinerlei Mitleid.
Sie denken, dass es darum geht, Verdienste zu sammeln, aber sie tun es nicht. Sie glauben, dass, wenn sie den Sabbat so halten, wie sie sich das vorstellen, sie dann so ein Ticket in den Himmel haben: Ich habe doch alles richtig gemacht, ich habe doch am Sabbat niemanden geheilt. Klar, ihre eigene Regel würde es durchaus erlauben, ihr eigenes Kind aus dem Brunnen zu ziehen oder den Ochsen. Aber einen fremden Menschen, der ihnen keinerlei finanziellen Nachteil bringt und zu dem sie keine persönliche Beziehung haben, der kann ruhig draufgehen, der kostet sie nichts.
Und jetzt kommt in so einer Situation Jesus hinein. Merkt ihr diese Werteunterschiede? Hauptsache, ich halte den Sabbat. Und Jesus sagt: Nein, so ist Gott nicht. Wenn du Gott kennst, wenn du wirklich eine Beziehung zu Gott hast, dann weißt du, dass diese beiden Dinge gegeneinander gehalten werden. Und ich bin dafür, dass man den Sabbat heiligt, einen Ruhetag hat und solche Sachen. Aber hey, es gibt Dinge, die viel wichtiger sind.
Wenn Gott auf der Bühne erscheint, dann muss niemand warten, der Not hat. Am Kreuz wird deutlich, wie weit Gott bereit ist zu gehen, wenn es um Rettung geht. Da kann ihn kein Sabbat, da kann ihn absolut nichts aufhalten.
Und wenn wir am Anfang dieses Bankett im Himmel haben, diese große Feier, die Gott ausrichtet, dann ist sie nichts anderes als ein Ausdruck von dem Charakter Gottes. Gott – und ich hoffe, wir vergessen das einfach nicht – Gott steht für Freude, Gott steht für Genuss, Gott steht für Rettung, Gott steht für Liebe, und von mir aus kannst du sagen: Gott steht für Feiern. Das bin ich voll dafür.
Weil die meisten Bilder, die Gott für den Himmel gebraucht hat, etwas mit Feiern zu tun haben, mit Freude, mit zusammen Spaß haben. Das ist Gott. Und das Reich Gottes ist kein theologischer Diskutierverein, wo man einfach dadurch, dass man regelmäßig an den Veranstaltungen teilnimmt, ein Recht auf ewige Mitgliedschaft bekommt. Das Reich Gottes ist eine Frage der Gemeinschaft, in Ewigkeit bei Gott.
Dort wird der sein, der sich hier auf dieser Erde schon auf Gott einlässt, zu dem Jesus sagen kann: Ich kenne dich. Dem es nicht um Regeln und um Religion geht, sondern der sich berühren lässt von Jesus und geheilt wird, genau wie der Wassersüchtige.
Wisst ihr, es gibt ein Ticket in den Himmel, und damit möchte ich schließen. Und dieses Ticket heißt Glauben. Von mir aus nennst du es Vertrauen, von mir aus sagst du Beziehung zu Jesus. Es ist der Moment, wo du sagst: Ich fange an, eine von tiefem Vertrauen geprägte Freundschaft mit dem Sohn Gottes zu leben, eine Beziehung, die heute beginnt und dann noch Bestand hat, wenn die Tür zum Reich Gottes einmal geschlossen wird.
Und ich wünsche euch allen, jedem einzelnen, dass ihr mit ganz fester Überzeugung sagen könnt: Das habe ich, das bin ich.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.
Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.

