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Gott ist treu

Lukas 1,5-2508.12.2013
430 Jahre Stille – und dann spricht Gott wieder. Ein alter Priester erlebt: Gottes Zusagen platzen nicht, auch wenn du längst nicht mehr damit rechnest.
Die Worte, die Alex uns gerade gelesen hat, stammen aus dem letzten Kapitel des Alten Testaments, aus den letzten zwei Versen. Es war der Predigttext, mit dem Lars Göhl letzte Woche die Predigtreihe für den Advent begonnen hat, die Predigtreihe über den Wegbereiter Jesu.
Wir wollen uns in diesen Wochen ganz besonders mit Johannes dem Täufer auseinandersetzen. Wir wollen ihn besser kennenlernen, wir wollen besser verstehen, was Gott durch ihn getan hat. Der Prophet Maleachi verkündet das Kommen dieses Boten, der vor dem Herrn hergehen soll. So heißt es in Kapitel 3, Vers 1. Maleachi spricht, er ruft die Menschen zur Umkehr auf, und er verkündet diesen Boten, diesen Elia. Und dann: nichts. 430 Jahre ungefähr Stille.
Maleachi hatte seinen Prophetendienst als letzter Prophet des Alten Testaments ungefähr um das Jahr 430 beendet. Und die Menschen warteten und warteten, und alles, was sie von Gott bekamen, war Stille. Es war so, als wenn Gott sich von den Menschen zurückgezogen hätte. Kein Wort mehr, kein Prophet, den er mehr sendet. Und das Leben geht weiter, und das Volk Israel lebt weiter auf dem Weg, den es schon seit vielen Jahrhunderten gegangen ist.
430 Jahre später herrscht in Jerusalem Herodes, ein römischer Vasallenkönig. Er hat den Tempel dort ausschmücken und ausbauen lassen, um die Juden wohlzustimmen. In diesem Tempel in Jerusalem fand weiterhin der Opferdienst statt. Priester verrichteten diese Dienste wie seit jeher, und sie waren inzwischen viele, viele Priester geworden. Das Volk hatte sich ausgebreitet, und so gab es verschiedene Abteilungen, die zu bestimmten Zeiten Dienst hatten. Das heißt, der Großteil der Priester war nicht im Einsatz, nur einzelne Abteilungen durften zu einer bestimmten Zeit den Priesterdienst versehen.
Auch diese Abteilung war noch viel zu groß. Das heißt, es wurde dann gelost, wer von den Priestern einen besonderen Dienst verrichten durfte. Und weil es so viele waren, durfte ein Priester das nur einmal im Leben tun. Ein Tempeldienst war der Höhepunkt einer Priesterkarriere.
Und so kommt es eines Tages dazu, dass eine bestimmte Ordnung, nämlich die Ordnung Abijas, Dienst tut. Dann fällt das Los für die Darbringung eines Räucheropfers auf einen Mann, aber auf einen ganz besonders frommen Priester namens Zacharias. Er und seine ebenfalls aus dem Priestergeschlecht stammende Frau Elisabeth hatten nun etwas in ihrem Leben, das sie bedrückte. Sie hatten keine Kinder, denn Elisabeth war unfruchtbar. Sie war schon recht alt.
So weit, so gut. Es ist eine relativ scheinbar belanglose Geschichte nach 430 Jahren Stille. Alles geht seinen Weg. Und doch ist genau dieser Bericht, ist diese Geschichte der Auftakt zum erneuten Reden Gottes. Und dem wollen wir uns heute zuwenden. Wir kommen zu den ersten Worten, die Gott nach 430 Jahren spricht.
Unser Predigttext heute ist, wie ihr schon sehen könnt, Lukas 1,5-10. In den Versen 5 bis 10 sehen wir diese vorbereitenden Worte. Vers 1 bis 4 ist eine allgemeine Einleitung zu dem Evangeliumsbericht, in Vers 5 geht er richtig los, und da kommen diese Worte, die ich gerade schon nacherzählt habe:
Zu der Zeit des Königs Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester von der Ordnung Abija mit Namen Zacharias, und seine Frau war aus dem Geschlecht Aarons und hieß Elisabeth. Sie waren aber beide fromm vor Gott und lebten in allen Geboten und Satzungen des Herrn untadelig. Und sie hatten kein Kind, denn Elisabeth war unfruchtbar, und beide waren hoch betagt. Und es begab sich, als Zacharias den Priesterdienst vor Gott versah, da seine Ordnung an der Reihe war, dass ihm nach dem Brauch der Priesterschaft das Los traf, das Räucheropfer darzubringen, und er ging in den Tempel des Herrn. Die ganze Menge des Volkes stand draußen und betete zur Stunde des Räucheropfers.
So war das nichts Besonderes, scheinbar. Doch dann werden wir im Fortgang sehen, dass Gott sich auf ganz besondere Art und Weise offenbart. In der Tat, ich denke, in diesem Text sehen wir, dass sich der treue Gott offenbart, der zu seinem Wort, der zu all seinen Verheißungen steht und der das tut, was nur er tun kann. Wir werden sehen: den treuen Gott, der zu allen seinen Verheißungen steht und das tut, was nur er tun kann.

Der lange Schatten der Stille und der unscheinbare Anfang

Ab Vers elf lesen wir dann von einer besonderen Erscheinung. Da heißt es über Zacharias im Tempel, dass ihm der Engel des Herrn erschien und an der rechten Seite des Räucheraltars stand. Als Zacharias ihn sah, erschrak er, und Furcht überkam ihn.
Ja, kein Wunder. Es war ja nicht so, dass damals in biblischen Zeiten ständig irgendwo Engel auftauchten, nach dem Motto: Ach, mal wieder ein Engel, das ist ja spannend, was hast du zu sagen. 430 Jahre lang war Ruhe. Stellt euch mal vor: 430 Jahre, wie lang das her ist. 430 Jahre zurück – das letzte Mal, da kam ein Prophet, kein Engel, ein Prophet, und hatte zum Volk Gottes gesprochen.
Die Leute waren es nicht gewohnt. Zacharias hatte noch nie einen Engel gesehen. Das war ein Wunder, das Angst einflößt. Zacharias erschrickt zu Recht. Und dann passiert das, womit wohl kaum einer noch gerechnet hatte: Gott spricht wieder zu den Menschen, durch den Engel. Die ersten Worte Gottes seit vierhundertdreißig Jahren.
Und so spricht der Engel: Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört. Und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Johannes geben. Und du wirst Freude und Wonne haben, und viele werden sich über seine Geburt freuen. Denn er wird groß sein vor dem Herrn. Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken, und schon von Mutterleib an wird er erfüllt werden mit dem Heiligen Geist.
Das müssen wir uns vorstellen: Nach 430 Jahren das erste Wort von Gott. Das Erste, was Gott sagt, ist: Lieber Zacharias, ich habe dein Gebet erhört. Eine Gebetserhörung.
Nun, was hat er gebetet? Im ersten Moment möchte man denken: Na ja, wahrscheinlich hat er für einen Sohn gebetet, denn darum scheint es ja dann zu gehen. Aber andererseits: Er war hochbetagt. Als er später gesagt bekommt, dass sie einen Sohn haben werden, sagt er, das kann gar nicht sein. Also glaubt er offensichtlich selber nicht mehr daran.
Und dann müssen wir uns klar machen: Er sitzt ja nicht zuhause und geht seine persönliche Gebetsliste durch. Er ist am Höhepunkt seiner Priesterkarriere angelangt, tritt als Stellvertreter seines Volkes vor Gott in den Tempel und bringt dort ein Räucheropfer dar. Ich weiß nicht, wie das bei euch wäre, aber wenn euch einer einladen würde und sagen würde: Mensch, kannst du heute Abend mal für uns als Gemeinde beten, komm nach vorne, würdest du dann deine persönliche Gebetsliste rausholen und sagen: Hä, ich möchte dann das, vielleicht den Streit mit meinem Kumpel, dass das besser wird, und für die Bekehrung meiner Oma wollte ich auch noch beten? Nein. So gut diese Gebete sind, du würdest natürlich für das beten, was uns gemeinsam angeht.
Und ich gehe davon aus, dass Zacharias als besonders frommer Priester so gebetet hat. Das heißt, dass er das gebetet hat, was normalerweise im Tempel gebetet wurde: Herr, sende uns den Messias, sende uns unseren Erlöser. Wir leben hier in dieser von den Römern besetzten Stadt des Herodes. Herr, befreie uns davon, gib uns unser Reich zurück, gib uns unseren König, auf den wir warten.
Nun, ich will nicht spekulieren, was er nun genau gebetet hat. Auf jeden Fall sagt der Engel ihm: Dein Gebet ist erhört worden. Und ob es das Gebet für einen Messias war oder das Gebet für einen Sohn – letztendlich sagt der Engel: Beides wird geschehen. Denn dein Sohn, den du haben wirst, den deine Frau dir gebären wird, der wird der Wegbereiter sein, dann für den Messias.
Bezeichnend ist dann, wie Zacharias seinen Sohn nennen soll. Namen in der Bibel haben normalerweise eine Bedeutung, und wenn Gott selbst die Namen aussucht, dann erst recht. Und Gott sagt: Dein Sohn soll Johannes heißen. Und Johannes bedeutet so viel wie: Gott ist gnädig. Die ersten Worte Gottes an die Menschen, und er sagt: Ich bin gnädig. Ich werde dir einen Sohn schenken. Nenn ihn: Gott ist gnädig.
Kein Wunder, dass das nicht nur etwas sein wird, worüber sich Zacharias und Elisabeth freuen werden, sondern etwas, was viele Menschen begeistern wird. Viele werden sich über seine Geburt freuen, denn er wird groß sein vor dem Herrn.
Und dann sagt der Engel noch einige weitere Dinge, und die klingen erst einmal seltsam. Der Engel sagt: Mit Johannes wirst du keinen Glühwein trinken auf dem Weihnachtsmarkt, denn Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken. Er wird schon vom Mutterleib an erfüllt werden mit Heiligem Geist.
Nun, was hat es mit dieser komischen Aussage auf sich, dass er keinen Wein und kein starkes Getränk trinken wird? Nun, das ist ein Verweis auf eine Anordnung aus dem vierten Buch Mose, wo es in Kapitel sechs heißt: Wenn jemand in besonderer Weise Gott hingegeben leben will, wenn sich jemand ganz Gott weihen will, dann soll er keinen Wein und kein starkes Getränk anrühren. Das war normalerweise etwas, was man für eine bestimmte Zeit tat. Das war zum Beispiel für ein Gelübde. Da lebte man besonders asketisch, man gab sich Gott in besonderer Weise hin.
Aber Johannes sollte sein ganzes Leben so leben: kein Wein und kein starkes Getränk. Johannes war also von Geburt an von Gott ausgesondert, für ein ganz Gott hingegebenes Leben.
Und der zweite Teil dieser Aussage ist natürlich auch ganz außergewöhnlich. Schon vom Mutterleib an soll er erfüllt sein mit Heiligem Geist. Wer sich ein bisschen in der Geschichte der Bibel auskennt, der weiß: Das hat es bis dahin auch noch nicht gegeben, zumindest haben wir keinen Bericht davon. Der Heilige Geist existiert schon im Alten Testament, aber er kommt auf bestimmte Menschen, für bestimmte Zwecke, für eine bestimmte Zeit.
Hier wird ein Sohn angekündigt, der von Geburt an erfüllt sein soll mit dem Heiligen Geist. Das ist Johannes der Täufer. Wir können die Bedeutung dieses Sohnes nicht hoch genug einschätzen. Er ist der in besonderer Weise Gott geweihte, er ist der erste vollkommen geisterfüllte Mensch. Ja, in der Tat, er ist der größte aller Propheten. „Er wird groß sein vor dem Herrn“, verkündet der Engel hier. Und Jesus erklärt dann später, dass er in der Tat wahrhaft groß sein wird. Jesus sagte in Matthäus 11: Wahrlich, ich sage euch, unter allen, die von einer Frau geboren sind, ist keiner aufgetreten, nicht einer, keiner aufgetreten, der größer ist als Johannes der Täufer.
Drei der vier Evangelienberichte berichten von Johannes dem Täufer, von seinen Worten, von seinem Leben, bevor sie sich Jesus zuwenden. Johannes der Täufer ist von immenser Bedeutung in der Bibel.
Aber warum? Warum, was war seine besondere Aufgabe? Und darum geht es dann in den nächsten beiden Versen, in Vers 16 und 17. Da erklärt der Engel: Er wird viele vom Volk Israel zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren. Und er wird vor ihm hergehen, im Geist und in der Kraft Elias, um die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten zu bekehren, dem Herrn ein Volk zuzurichten, das wohl vorbereitet ist.
Ja, hier verbindet der Engel diese Ankündigung über Johannes ganz bewusst und ganz direkt mit den Worten des Propheten Maleachi. Der Prophet Maleachi hatte in Kapitel 3, Vers 1 betont: Es wird ein Bote kommen, der vor dem Herrn hergehen wird, der ihm den Weg bereiten wird. Und dann hatte Maleachi die Menschen aufgerufen und gesagt: Wendet euch Gott zu.
Wir lesen Maleachi 3,7. Diesen Aufruf des Propheten, diesen sehr ernsten Aufruf: Er klagt an, ihr seid von eurer Väterzeit immer abgewichen von meinen Geboten und habt sie nicht gehalten. So bekehrt euch nun zu mir, so will ich mich auch zu euch kehren, spricht der Herr Zebaoth. Ihr aber sprecht: Worin sollen wir uns bekehren? Spricht, dass ein Mensch Gott betrügt, wie er mich betrügt? Ihr aber sprecht: Womit betrügen wir dich? Mit dem Zehnten und der Opfergabe. Darum seid ihr auch verflucht, denn ihr betrügt mich allesamt.
Was für eine Anklage von Gott! Ein Aufruf zur Bekehrung und eine klare Aussage: keine Bekehrung notwendig. Und 430 Jahre später ist es ja jetzt nicht so, dass Israel gesagt hätte: Oh, wir haben immer darüber nachgedacht, jetzt wenden wir uns alle Gott zu. Und das Volk steht da betend vor Gott, in Streben nach Heiligkeit. Nein, die Menschen sind auch genauso wie 430 Jahre zuvor, und Gott wusste das. Und der Prophet Maleachi hat deshalb eine frohe Botschaft ans Ende seiner Prophetie gestellt.
Gott hatte uns die letzten Worte im Alten Testament gegeben, die uns sagen, dass Gott das tun wird, was die Menschen von sich aus nicht tun. „Ich will euch senden den Propheten Elia, ehe der große und schreckliche Tag des Herrn kommt. Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern, auf dass ich nicht komme und das Erdreich mit dem Bann schlage.“
Und dieser Elia, der hier angekündigt wird, der kommen soll, damit der Vater eben nicht das tun muss, was er zu Recht tun müsste, nämlich das Erdreich mit dem Bann zu schlagen, dieser Elia, der ist jetzt hier verheißt als unmittelbar nun kommend. Das ist der Sohn, den Zacharias und Elisabeth bald in ihrer Hand halten werden.
Am Rande ist zu bemerken, dass das Neue Testament immer wieder Begriffe aus dem Alten Testament nimmt und auch Namen, Personen, und deutlich macht, dass sie ein Typus sind für etwas Größeres. Das heißt, Johannes sagt zu Recht später, als er gefragt wird, wer er ist, dass er nicht Elia ist. Also nur um nicht falsch verstanden zu werden: Es ist nicht so, dass der Elia zurückgekommen ist, eine Reinkarnation und noch einmal geboren wird durch Johannes den Täufer. Nein. Johannes sagt: Das bin ich nicht, ich bin nicht physisch die Person Elia.
Und doch ist er der Elia, denn das erklärt Jesus etwas später, als er gefragt wird: Wer ist denn das eigentlich? Da sagt Jesus selbst, dass er der Elia ist, der da kommen soll. Das heißt: Der Elia, der kommen soll, ja, der ist gekommen. Nicht die physische Person, aber der, der im Geist und in der Kraft Elias kommt, der, von dem Maleachi gesprochen hat, um das zu tun, was nötig ist, damit Menschen Jesus Christus, der dann kommen soll, als ihren Retter und Herrn erkennen.
Ihr Lieben, ich hoffe, wir erkennen, dass dieses kommende Elia Ausdruck von Gottes großer Barmherzigkeit ist, seiner großen Liebe. Ohne das Werk dieses Elias, des Johannes, da hätten die Menschen Jesus Christus nicht als ihren Herrn angenommen. Es wäre niemand bereit gewesen, einen Retter zu empfangen. Es bedurfte dieses Boten, dieses Wegbereiters.
Denn das Problem der Menschen damals wie heute ist, dass das menschliche Herz Bekehrung braucht. Gott hatte einst, nachdem er gesagt hatte, dass das menschliche Herz böse ist von Jugend auf, eine Flut gebracht und nur eine Familie, Noah und seine Familie, durch die Flut gerettet. Aber direkt nach der Flut verkündet Gott: Ich habe zwar gerichtet und gerettet, aber das Grundproblem besteht fort. Direkt nach der Flut wiederholt er diese Aussage und sagt: Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf.
Das heißt, was notwendig ist, damit Menschen sich zu Gott bekehren, ist, dass Gott ihre Herzen verändert. Und das ist der große Auftrag des Elias. Er wird gesandt, weil Menschen Bekehrung brauchen. Er wird gesandt, weil Gott verheißt hatte, dass er sich um dieses Grundproblem der Menschheit kümmern würde.
Gott hatte durch den Propheten Hesekiel gesagt: Eines Tages will ich kommen und will mich der Menschen annehmen. Ich will ihnen ein anderes Herz geben und einen neuen Geist in sie geben und will das steinerne Herz wegnehmen aus ihrem Leibe und ihnen ein fleischernes Herz geben, damit sie in meinen Geboten wandeln und meine Ordnung halten und danach tun, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.
Und jetzt kommt dieser Elia. Und er tut genau das. Er ist der Wegbereiter, der die Menschen auf einzigartige Weise vorbereitet, damit sie Jesus Christus als ihren Retter erkennen. Er ist es, der, wie es in Vers 17 heißt, kommt, damit Gott sich selbst ein Volk zurichtet, das wohl vorbereitet ist. Johannes tut diese vorbereitende Arbeit.
Ihr Lieben, ich hoffe, ihr erkennt, dass Johannes viel mehr ist als eine Randfigur, als der, der vor Jesus irgendwie auch noch herging. Der hat ja Jesus damals getauft, für was auch immer das gut war, so hat man halt den Johannes, den Täufer, aber jetzt ist es eigentlich ja gar nicht so wichtig. Das ist eben nicht der Fall. Johannes der Täufer war von fundamentaler Wichtigkeit. Deswegen hat uns Gott durch die Propheten des Alten Testaments angekündigt, dass er einen Wegbereiter, einen Boten senden wird, der eben das tut: die Herzen der Menschen zu bekehren, ein Volk sich zuzubereiten.
Und so predigt dann Johannes Bußpredigten, die erst einmal seltsam klingen. Aber was tut er damit? Er zeigt den Menschen den Zustand ihres Herzens. Und die Konsequenz ist, dass viele, nicht alle, aber doch einige, durch diese Predigten verändert werden. Stolze Menschen erkennen ihre Schuld und kommen zu diesem Elia, zu Johannes. Sie hören seine Bußpredigten, und sie tun Buße.
Und so sind sie vorbereitet für den, der dann kommt und diese Botschaft des Johannes ergänzt um diese wunderbaren Worte: Tut Buße und glaubt an das Evangelium. Nachdem Johannes vorangegangen ist und den Weg bereitet hat, sind einige Menschen bereit, Jesus Christus zu empfangen.
Er ist der eine, der die Bußrede nie hören musste, weil er keine Umkehr nötig hatte. Jesus Christus war der eine, der keine Bekehrung brauchte, weil er immer mit Gott gelebt hat, in allen Dingen gotttreu war. Er, der eine vollkommen Gerechte, ging dann ans Kreuz. Er hat sich aufgeopfert. Genau dafür war er gekommen, um sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.
Er kam, weil wir Menschen ihn brauchten. Er kam, um Schuld auf sich zu nehmen, damit die Menschen, die ihre Schuld erkannt hatten und sich von ihrer Schuld abwenden, nun wissen wohin: zu Jesus, dem, der das Schuldproblem löst, wie es gerade gebetet wurde von Johann, der die Schuld auf sich nimmt.
Und ich möchte dich fragen: Hast du diese Botschaft gehört? Hast du erkannt, dass du Buße tun musst, dass du nicht von dir aus gut genug für Gott bist? Hast du erkannt, dass du einen Retter brauchst? Dieser Retter ist gekommen in Jesus Christus, und du darfst dich ihm zuwenden. Du musst dafür nichts tun, du musst ihm einfach dein Herz geben, du musst ihm vertrauen, du musst ihn der Herr über dein Leben sein lassen. Das hast du so nötig wie jeder andere Mensch in der Weltgeschichte. Jeder hatte es nötig.
Und damit wir diese wichtige Wahrheit nicht übersehen, macht unser Text uns das ganz deutlich. Es ist ja interessant, wie es dann weitergeht. Der Blick geht zurück auf Zacharias, auf den Zacharias, der uns in Vers 6 vorgestellt wurde als ein Mann, der in besonderer Weise fromm war, der in allen Geboten und Satzungen des Herrn untadelig lebte. Viel besser geht es nicht, oder? Und doch braucht Zacharias Bekehrung. Denn er hat ein ungläubiges Herz.
Das sehen wir direkt im Fortgang, ab Vers 18. Da spricht er zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen? Denn ich bin alt und meine Frau ist betagt. Das klingt vielleicht noch ein bisschen harmlos, aber auf gut Deutsch sagt der dem Engel: Schau, netter Versuch, Blödsinn. Er glaubt es nicht. Er hat den Mut, dem Engel zu sagen: Nee, sorry, falsch!
Der Engel lässt keinen Zweifel daran, denn Gott macht uns hier ganz deutlich, dass genau das los ist. Der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt, mit dir zu reden und dir dies zu verkündigen. Und siehe, du wirst stumm werden und nicht reden können bis zu dem Tag, an dem dies geschehen wird, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die erfüllt werden sollen zu ihrer Zeit.
Und das Volk wartete auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb. Als er aber herauskam, konnte er nicht mit ihnen reden, und sie merkten, dass er eine Erscheinung gehabt hatte im Tempel. Und er winkte ihnen und blieb stumm.
Herr Zacharias hat ein ungläubiges Herz. Zacharias braucht Bekehrung, dieser fromme Mann, weil er ungläubig war, weil er Worte des Unglaubens geäußert hatte. Und da sagt der Engel ihm: Pass mal auf, das sind deine letzten Worte des Unglaubens, die ich von dir gehört habe. Stumm, stumm, bis dein Glaube hergestellt sein wird, weil du erleben wirst, dass ich ein Gott bin, der treu ist, der tut, was er verheißt, dem nichts unmöglich ist.
Und dann zeigt uns Gott seine Treue. Er zeigt uns seine große Treue, indem er sich eben nicht abbringen lässt. Der Unglaube des Zacharias ist für Gott kein Grund, nicht das zu tun, was er verkündet hat.
Und es begab sich, als die Zeit seines Dienstes um war, da ging er heim in sein Haus. Tür zu, nächste Szene: Nach diesen Tagen wurde seine Frau Elisabeth schwanger und hielt sich fünf Monate verborgen und sprach: So hat der Herr mir getan in den Tagen, als er mich angesehen hat, um meine Schmach unter den Menschen von mir zu nehmen.
Das Unmögliche passiert. Gott ist treu, Gott tut, was er verheißt. Die Untreue des Zacharias, der Unglaube des Zacharias hält Gott nicht davon ab, das zu tun, was er sich vorgenommen hat.
Vertraust du darauf, dass Gott treu ist? Treu! Die ganze Bibel zeugt davon. Die ganze Bibel zeugt von einem treuen Gott und von untreuen Menschen und einem Gott, der sich nicht davon abbringen lässt, trotzdem treu zu bleiben.
Die Bibel beginnt mit Menschen, die Gott segnet, beschenkt, die er ins Paradies steckt, und er gibt ihnen nur ein Verbot: Von dem einen Baum dürft ihr nicht essen. Und diese Menschen sind was? Untreu, denn sie hören nicht auf Gott, sondern sie tun, was ihnen selbst gerade richtig erscheint. Gott straft sie, wie er es verkündet hat, aber in seiner großen Gnade gibt er ihnen eine Verheißung. Es wird eines Tages ein Nachkomme der Frau kommen, der wird den Kopf der Schlange des Versuchers zertreten. Eines Tages wird ein Retter kommen. Es gibt Hoffnung.
Und so ist Gott treu, und er sendet eine Verheißung an Abraham. Keinen besonderen Mann, aber diesem Abraham, später Abraham, sendet er das Wort und sagt: Abraham, dir und deiner Frau, hochbetagt, will ich ein Kind schenken. In der Tat, aus dir soll ein ganzes Geschlecht entstehen. Ein großes Volk, und dieses Volk will ich in ein gelobtes Land führen, und ich will euch reich segnen, und ich will euer Herr sein, und ihr sollt Gebote von mir haben und einen König von mir haben, und ihr sollt für mich und mit mir leben.
Und Abraham und Sarah überlegen und sagen: Nette Idee von Gott, aber guckt uns mal an, wir sind alt, das geht ja nicht. Also Plan B. Helfen wir Gott mal ein bisschen nach. Er konnte das nicht so richtig, er hat das nicht so richtig gecheckt, wie das ist bei uns Menschen. Mit 90 kann man keine Kinder erzeugen, aber hier ist ja die Magd, und dann machen wir das halt mit der Magd, und dann haben wir Ismael. Da ist der Sohn, alles gut gelaufen.
Die Menschen sind untreu, sie glauben Gott nicht, aber Gott ist treu. Und Sarah wird schwanger, und sie bekommt den Sohn Isaak. Und dann wächst das Volk, und da ist ein Riesenvolk. Es ist noch in der Gefangenschaft, in der Sklaverei in Ägypten, aber Gott ist treu und hat gesagt, er wird sein Volk herausführen, er wird es in ein gelobtes Land bringen, und genau das ist es, was Gott tut. Und so führt er sie aus Ägypten durch große Wunder heraus.
Aber die Israeliten, die aus Ägypten herausgeführt wurden, sind untreu. Sie zweifeln an Gott. Ach, das kann ja nicht sein, der meint es bestimmt nicht gut mit uns, und überhaupt, vielleicht gibt es ihn gar nicht wirklich, machen wir uns mal ein goldenes Kalb. Und dann klagen sie und meckern sie, und sie sind untreu und untreu und untreu. Aber Gott ist treu. Er führt Israel in das gelobte Land.
Und im gelobten Land angekommen lesen wir dann im Buch Richter, dass sie ein ums andere Mal tun, was dem Herrn nicht gefällt. Sie halten sich nicht an die guten Gebote Gottes, aber Gott ist treu. Er sendet einen Richter nach dem anderen, um sein Volk zu befreien aus der Hand der Feinde.
Und dann sendet er ihnen einen König. Erst wollen sie einen König wie die anderen Völker und hören nicht auf Gott. Aber Gott ist treu, und er sendet ihnen letztendlich David, den, den das Volk nicht anerkennt, aber den Gott aussucht als König. Und er tut alles so, wie er es verheißt. Und doch zeigt sich, dass selbst dieser König David untreu ist und Salomo untreu ist, und Gott bleibt treu. Und er sendet Prophet um Prophet, um dem Volk zu sagen: Ich werde tun, was ich verheißt habe. Ich werde euch eines Tages zu meinem Volk machen. Ich werde euch in einen Ort bringen, der paradiesischer sein wird als das Paradies selbst. Ich will euch segnen, und ich werde euch einen König geben, der perfekt sein wird und der für alle Zeit herrschen wird.
Das Volk glaubt Gott nicht und wird wieder untreu, aber Gott bleibt treu. Und dann sendet er als Letzten der Propheten Maleachi, und Maleachi verkündet: Ich werde euch diesen Elia senden. Und Gott ist treu, und er tut, was er verheißt, und Elia kommt, und er bereitet den Weg für diesen ewigen, guten, perfekten König, der sich sein Volk sammelt. Und der Elia geht ihm voran, damit Gott sich ein Volk zurichtet.
Die Bibel bezeugt die Treue Gottes. Das Kommen des Johannes ist Ausdruck der Treue Gottes, seiner großen Gnade und Barmherzigkeit, seiner großen Geduld, seiner großen Retterliebe. Gott ist treu, auf ihn ist Verlass.
Darf ich dich fragen, ob du das erkannt hast, ob du das glaubst? Vertraust du darauf, dass Gott dein Gebet erhört? Zacharias und Elisabeth, die haben wahrscheinlich viele, viele Jahre für einen Sohn gebetet. Das Volk Israel hat viele Jahrhunderte gebetet: Sende uns den Messias. Und Gott hat es getan, aber eben nicht dann, wann sie es wollten, und nicht immer so, wie das Volk sich das vorgestellt hat.
Und so ist das heute noch: Gott ist ein liebender Vater. Gott weiß besser, was seine Kinder brauchen, als seine Kinder selbst. Als Vater von zwei Kindern weiß ich genau, wovon ich rede. Wenn meine Kinder immer kriegen würden, was sie wollen, das wäre nicht gut für sie. Ich habe meine Kinder lieb, und deswegen gebe ich ihnen nicht immer das, was sie wollen, und ich gebe ihnen nicht immer dann das, was sie wollen, wenn sie es wollen. Aber ich gebe ihnen, was gut für sie ist.
Und Gott ist so viel treuer als jeder Vater hier auf Erden. Vertraust du darauf, dass Gott deine Gebete hört und dass Gott Freude daran hat, deine Gebete zu beantworten, so dass es wirklich gut für dich ist? Vertraust du den großen Verheißungen Gottes? Vertraust du Gott gerade in schweren Zeiten? Vertraust du seiner Verheißung, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind? Vertraust du in schweren Zeiten darauf, dass dieser Zeit Leiden nach Gottes Verheißung nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll? Vertraust du auf die große Verheißung, dass der Herr wirklich wiederkommen wird, dass es eine Zeit geben wird, in der das Reich für alle sichtbar aufgerichtet sein wird, in der wir nur noch Segen erleben werden, in der Gott selbst uns alle Tränen abwischen wird und es kein Tod noch Leid noch Geschrei noch Schmerz geben wird, sondern nur noch Herrlichkeit, und das für alle Ewigkeit?
Vertraust du darauf, dass Gott treu ist? Der Advent ist eine gute Zeit, um sich ganz neu auf das Kommen und das Wiederkommen des Herrn zu besinnen. Vor gut zweitausend Jahren ist er schon einmal gekommen, und entsprechend seiner Verheißung wird er bald wiederkommen.
Ich möchte uns einladen: Lasst uns diese Zeit nutzen, lasst uns diese Zeit gerade hier im Advent nutzen, um noch einmal ganz neu auf Gottes Verheißung zu hören, auf Acht zu haben. Lasst uns neu bedenken, dass Gott treu ist. Lasst uns Buße tun, wo wir kleingläubig geworden sind. Wo wir von Gottes Weg abgewichen sind.
Wenn wir hier heute sitzen und Kinder Gottes sind, dann hat Gott schon das fundamentalste Problem gelöst. Er hat uns nämlich unsere steinernen Herzen schon genommen, er hat uns schon fleischerne Herzen gegeben. Wir sorgen dafür, dass die immer mal wieder schmutzig werden, aber Gott kann sie reinigen. Wir dürfen ihn darum bitten.
Und Gott tut heute noch das, was er damals durch Johannes getan hat. Er bekehrt Menschenherzen. Deswegen kann ich heute hier so Gottes Wort predigen im Vertrauen darauf, dass Gott auch meine Worte gebrauchen kann, um Menschenherzen komplett zu verändern. Nicht weil ich mir irgendwas ganz Besonderes für mich einbilde, sondern weil ich weiß, dass es heute Johannes den Täufer nicht mehr braucht.
Johannes der Täufer war ein von Geburt an Gott geweihter und voll des Heiligen Geistes agierender Wegbereiter des Herrn. Aber heute, nach Pfingsten, sind wir alle Menschen, die, wenn sie nicht nur von einer Frau geboren worden sind, sondern auch durch den Geist Gottes, dann sind wir alle heute erfüllt mit dem Geist Gottes. Und wir alle sind berufen, so wie Johannes unser ganzes Leben Gott hingegeben zu leben. Wir sollen das tun, was Johannes der Täufer getan hat.
Und so predige ich im Vertrauen darauf, dass Gott auch heute noch wirkt und sein Wort gebraucht, seine Verkündigung gebraucht, so wie die von Johannes, um Menschen zu verändern. Und ich vertraue darauf, dass er das nicht nur durch mich tut, sondern durch jeden, der Gottes Wort weitersagt. Wir sind alle dazu aufgerufen, das Werk des Johannes fortzusetzen.
Diese Adventszeit ist eine hervorragende Zeit dafür. Menschen sind ein bisschen mehr bereit, auch mal über geistliche Dinge nachzudenken, auch mal darüber nachzudenken, was es eigentlich mit Advent auf sich hat und mit dieser Krippe und all diesen netten Dingen. Lasst uns diese Chance nutzen und den Menschen sagen: Schau, du brauchst Umkehr, du brauchst dieses niedliche Kind in der Krippe. Das brauchst du, weil dein Herz nicht am rechten Fleck ist, weil wir alle Veränderung brauchen, Bekehrung brauchen, und er ist gekommen, um alle deine Schuld auf sich zu nehmen. Deswegen ist das Kind nicht in der Krippe geblieben, sondern ans Kreuz gegangen.
Gott ist treu. Er hat uns verheißen, dass er auch heute noch Wegbereiter schickt, weil noch Gnadenzeit ist, bis der Herr wiederkommt. Die Frage für uns ist: Sind wir treu? Sind wir Wegbereiter Gottes?

Dank, Bitte und Sendung in die Adventszeit

Lieber himmlischer Vater, wir wollen dir dafür danken, dass du treu bist. Wir wissen darum, dass wir keine reinen Herzen haben. Wir wissen auch darum, dass dein Wort recht hat, wenn es uns anklagt. Und deshalb preisen wir dich, weil du uns freisprichst.
Wir danken dir, dass du Johannes gesandt hast, um dem Herrn ein Volk zuzubereiten. Wir danken dir, dass du uns Menschen gesandt hast, die uns dein Wort verkündigt haben, die uns zur Umkehr, zur Buße aufgerufen haben. Und wir danken dir, dass du gekommen bist, damit wir nicht in unserer Schuld bleiben müssen. Denn du hast aller Gerechtigkeit für uns Genüge getan. Du hast all unsere Schuld auf dich genommen und dafür die schreckliche Strafe am Kreuz für uns erduldet. Herr, wir preisen dich dafür.
Herr, wir wollen dich bitten: Mach du uns treu. Hilf uns, so zu leben, wie du es sagst. Hilf uns, deine Wegbereiter zu sein. Herr, gib uns dieses Vertrauen, dass du ein mächtiger Gott bist, der so, wie er damals durch Johannes den Täufer gewirkt hat, auch heute noch wirkt durch Menschen, die dein Wort treu weitersagen.
Herr, so bitte ich dich, dass diese Weihnachtszeit eine Zeit wird, in der wir zu Wegbereitern werden, auf dass viele Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen und Jesus Christus annehmen, anerkennen als ihren Retter und Herrn. Tu das zu deiner Ehre und zum Wohle der Menschen. Amen.
Lasst uns gemeinsam die Treue Gottes besingen. Wir singen zum Abschluss dieses Gottesdienstes, nachdem wir dann gleich das Abendmahl feiern wollen, das Lied: „Treu, du bleibst an meiner Seite“. Wir stehen dazu auf.
„Gott ist treu und er bleibt uns treu.“