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Habt keine Menschenfurcht – Teil 2

Jesu Leben und Lehre, Teil 508/697
17.01.2025Lukas 12,6-8
SERIE - Teil 508 / 697Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 507: Habt keine Menschenfurcht, Teil 2

Gründe gegen Menschenfurcht und Heuchelei

Warum sollen wir Heuchelei sein lassen und keine Furcht vor Menschen haben?

Erstens, weil alles, was auf der Erde getan wird, eines Tages ans Licht kommt und vor Gericht gebracht wird.

Zweitens, weil es besser ist, Gott zu fürchten, der unsere Ewigkeit in der Hand hält, als Menschen zu fürchten, die uns höchstens den Ruf, den Besitz, die Kinder oder das Leben nehmen können.

Gottes unvergessliche Fürsorge

Kommen wir zu Punkt drei: „Gott wird uns nicht vergessen.“

In Lukas 12,6 heißt es: Werden nicht fünf Sperlinge für zwei Münzen verkauft, und nicht einer von ihnen ist vor Gott vergessen? Diese Aussage ist eine typische Argumentation vom Kleineren zum Größeren. Wenn Gott die fünf Sperlinge, die man für zwei Münzen verkauft, nicht vergisst und ihr Schicksal im Auge behält, wie viel mehr wird er uns nicht vergessen?

Gott ist der Gott, der die Seinen niemals vergisst. Auch wenn die Gläubigen durch schweres Leid, Ablehnung und bis in den Märtyrertod gehen müssen, vergisst er sie nicht und bleibt an ihrer Seite.

Es ist wichtig, dass wir das gut verstehen, denn gerade in schweren Zeiten schleicht sich leicht der Gedanke ein: „Gott hat mich vergessen.“ Dabei muss es nicht einmal eine Großverfolgung sein. Oft reicht schon eine depressive Episode im Herbst, ein Karriereknick, Probleme mit den Kindern, eine schwere Erkrankung oder ein anderer Schicksalsschlag. Dann kommt schnell der Gedanke auf: „Gott hat mich verlassen.“

Doch das stimmt nicht. Wenn Gott die Sperlinge im Blick behält, dann auch dich.

In Jesaja 49,15, einem Kapitel, das auf den Neuen Bund hinweist und mehrfach im Neuen Testament zitiert wird, heißt es: Vergisst etwa eine Frau ihren Säugling, dass sie sich nicht erbarmt über den Sohn ihres Leibes? Sollten selbst diese vergessen, so werde ich dich niemals vergessen.

Hier ist die Gemeinde als Ganzes gemeint, das Volk Gottes. Aber wir dürfen sicher sein, dass Gottes Haltung zur ganzen Gemeinde nicht anders ist als seine Haltung zu den einzelnen Gläubigen. Selbst wenn Mütter ihre kleinen Kinder vergessen sollten – was man sich kaum vorstellen kann – wird Gott uns niemals vergessen.

Gottes genaue Kenntnis und unsere Bedeutung

 Lukas 12,7: "Aber selbst die Haare eures Hauptes sind alle gezählt. Fürchtet euch nicht, ihr seid mehr als viele Sperlinge."

Hier wird die Idee, dass Gott uns nicht vergisst, noch weiter vertieft. Er kennt die Situationen, in denen wir uns befinden, bis hinunter auf die Ebene jedes einzelnen Haares auf unserem Kopf. Man erkennt erneut einen Vergleich vom Kleineren zum Größeren.

Wenn Gott weiß, wie viele Haare ich auf dem Kopf habe, dann kennt er mich wirklich. Er weiß, in welcher Lage ich mich gerade befinde, was mich beunruhigt und wovor ich mich fürchte. Deshalb sagt Jesus hier noch einmal: "Fürchtet euch nicht!"

Warum nicht? Weil ihr mehr seid als viele Sperlinge. Wenn Gott sich schon um fünf Sperlinge kümmert, wie viel mehr sorgt er dann für uns. Wir sind in seinen Augen viel wichtiger.

Damit haben wir drei Punkte, die uns helfen, wenn wir von Heuchelei oder Menschenfurcht versucht werden:

Punkt eins: Alles kommt ans Licht.
Punkt zwei: Gott hält meine Ewigkeit in seiner Hand.
Punkt drei: Gott vergisst mich nicht.

Die Aufforderung zur Ernsthaftigkeit im Glaubensbekenntnis

Der nächste Punkt hat es jetzt in sich – und zwar aus einem einfachen Grund: Jesus spricht hier zu seinen Jüngern. Die Volksmenge steht zwar drum herum, doch gemeint sind die Jünger. Sie sollen sich vor der Heuchelei der Pharisäer in Acht nehmen.

Punkt vier ist herausfordernd, weil es Jesus meines Erachtens nicht darum geht, Angst zu schüren. Vielmehr möchte er die Ernsthaftigkeit unserer Lebensentscheidungen hervorheben. Wenn diese Ernsthaftigkeit von uns dadurch wahrgenommen wird, dass wir zurecht Furcht vor den Konsequenzen bekommen, dann ist das völlig in Ordnung.

Es ist beim schnellen Fahren genauso. Die Angst entsteht mit der Gewissheit, dass mich, wenn ich noch schneller fahre, auch der Airbag nicht mehr rettet.

Das öffentliche Bekenntnis zu Jesus

Also schauen wir uns den Text an: Lukas 12,8-10.

Ich sage euch aber: Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennen wird, zu dem wird sich auch der Sohn des Menschen vor den Engeln Gottes bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet hat, der wird vor den Engeln Gottes verleugnet werden. Und jeder, der ein Wort gegen den Sohn des Menschen sagt, dem wird vergeben werden. Dem aber, der gegen den Heiligen Geist lästert, wird nicht vergeben werden.

Fangen wir vorne an. Zuerst wird hier deutlich, worauf der Fokus der ganzen Unterhaltung des Herrn Jesus mit seinen Jüngern liegt. Es geht um die Frage, ob ich mich vor anderen Menschen zu Jesus bekenne.

Auch an dieser Stelle wird klar, dass Jesus zu seinen Jüngern spricht. Denn nur sie haben überhaupt das Recht – aber eben auch die Pflicht –, sich zu Jesus zu bekennen. Bekennen bedeutet, Dinge zu sagen wie: „Jesus ist mein Herr, ich bin sein Jünger, ich tue, was er sagt, ich folge ihm.“

Ein Bekenntnis findet vor allem dort statt, wo mich jemand nach meinem Verhältnis zum Herrn Jesus fragt. Natürlich soll mein Christusbekenntnis eigentlich ein Lebensstil sein. Man sollte mich nicht erst fragen müssen, ob ich Christ bin. Mein Umgang mit Zeit, Geld, Prioritäten oder Sünde sollte das für alle klar machen, die mich kennen.

Aber hier geht es eben um ein Bekenntnis vor den Menschen. Es geht um Worte, die ich spreche, Worte, mit denen ich mich ganz klar auf die Seite Jesu stelle – und damit natürlich auch gegen den Zeitgeist oder gegen meine Furcht vor den Menschen.

Der Jünger, der seinen Glauben nur für sich behält und sich nicht öffentlich zu Jesus bekennt, ist ein Heuchler. Er spielt den Heiden einen Heiden vor, obwohl er doch Jesus nachfolgt.

In diesem Zusammenhang ist für mich interessant, dass der Weg eines Christen nach seiner Bekehrung mit genau so einem Bekenntnis beginnt – nämlich mit seiner Taufe. Ich bekenne durch das, was ich in meiner Taufe sage und tue, zu wem ich gehöre.

Das Bekenntnis als Auftrag und Ermutigung

Ich vermute, dass Paulus genau darauf anspielt, wenn er Timotheus auffordert: „Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen worden bist, und bekenne das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen“ (1. Timotheus 6,12).

Das gute Bekenntnis zu bekennen – das ist unser Auftrag als Christen. Wir sollen allen erzählen, wem wir folgen, was es für uns bedeutet, Christ zu sein, und warum Jesus für uns der Größte ist, dem wir gern dienen und gehorchen.

Denke darüber nach, wann du dich das letzte Mal ganz öffentlich zu Jesus bekannt hast.

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Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

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