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Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist? (8/10)

Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist?, Teil 8/10
07.04.2026
SERIE - Teil 8 / 10Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist?
Wenn du überzeugt bist, richtig zu liegen: Wie gehst du mit Menschen um, die anders denken? Der Maßstab ist nicht, sie zu besiegen, sondern sie zu lieben und für sie zu beten.

Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist?

Wie kann ich mir sicher sein, was richtig und falsch ist?

Von Chris Morphew.

Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt, Nachfolge praktisch: Dein geistlicher Impuls für den Tag.

Mein Name ist Jürgen Fischer, und ich habe Urlaub. Deshalb diese exklusive Lesung.

Wenn Überzeugungen aufeinanderprallen

Kapitel acht

Was soll ich tun, wenn meine Freunde nicht meiner Meinung sind?

Nehmen wir an, du bist davon überzeugt, dass Jesu Festlegung von richtig und falsch der bestmögliche Lebensstil ist. Nehmen wir an, du willst nicht länger nach deinen selbstdefinierten Moralvorstellungen leben, sondern Gottes vollkommene Liebe als die Definition des Guten übernehmen und dein Leben danach ausrichten. Doch wie reagierst du, wenn jemand anderer Meinung ist als du?

Schließlich wird es viele Situationen geben, in denen die Meinung von Menschen, die Jesus nicht folgen, und die von Menschen, die Jesus folgen, stark voneinander abweichen, wenn es um richtig und falsch geht. Das gilt insbesondere dann, wenn es darum geht, wie man richtig und falsch auslebt. Ich meine, du würdest das so auch erwarten, oder?

Die christliche Sichtweise von richtig und falsch beginnt mit dem Glauben, dass es einen Gott der Liebe ohne Anfang und ohne Ende gibt, der uns dafür erschaffen hat, mit ihm und mit anderen Menschen in einer liebevollen Beziehung zu leben. Christen glauben, dass dieser Gott in Jesus auf die Erde kam und uns zeigte, wie man diese Liebe perfekt in die Praxis umsetzt.

Wenn du das alles glaubst, dann besteht die logische Konsequenz darin, den Lehren Jesu zu folgen und sie auf seine Art auszuleben. Wenn du aber nicht daran glaubst, wenn Jesus für dich nur ein netter Lehrer oder was auch immer ist, dann magst du vielleicht ein paar seiner Einsichten gut finden und entsprechend handeln, aber das war's dann auch. Warum auch sollte man mehr von dir erwarten?

Warum Jesu Gebot nicht für alle gleich klingt

Nehmen wir als Beispiel die folgende Ansage von Jesus an seine Jünger: Ich aber sage euch, liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen. So erweist ihr euch als Kinder eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne über Böse und Gute aufgehen und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Matthäus 5,44-45.

Ein Nachfolger Jesu glaubt, dass Gott seine Feinde liebt. Darüber hinaus glaubt er, dass Jesus gestorben ist, um dich zu retten, während du dich ihm gegenüber wie ein Feind verhalten hast. Die einzig logische Folge dieses Glaubens ist also, deine Feinde genauso zu behandeln. Sie zu lieben, für sie zu beten und Gott zu bitten, ihnen gegenüber so großzügig zu sein, wie er es zu dir war.

Wenn du jedoch kein Nachfolger Jesu bist, wenn du nicht glaubst, dass er das getan hat, dann ist es sehr verständlich, wenn du die Aufforderung, seine Feinde zu lieben, für überzogen hältst. Ich meine, du kannst versuchen, deine Feinde zu lieben, und es wäre wirklich schön, wenn du das tätest. Aber ist das wirklich etwas, das jeder tun soll, ob er will oder nicht? Plötzlich scheint das nicht mehr so klar zu sein.

Die Bibel ist voller Weisheiten über richtig und falsch, die vollkommen Sinn ergeben, wenn man das Dahinterstehende glaubt, dass Gott die Menschen dazu gemacht hat, auf bestimmte Weise für bestimmte Zwecke zu leben. Wenn man das nicht glaubt, erscheinen diese Weisheiten hingegen ziemlich verdreht.

Wenn du von anderen dieselbe Lebensweise wie deine eigene verlangst und das mit „Gott sagt“ oder „die Bibel sagt“ begründest, wird dich das nicht sehr weit bringen. Denn warum sollte das jemanden interessieren, der Gott oder die Bibel als Autorität ablehnt?

Wie man mit Widerstand und Unterschieden umgeht

Als Nachfolger Jesu sollte es uns nicht überraschen, dass wir auf Gegenwehr stossen. Die Frage ist nur, wie wir damit umgehen sollen.

Als Erstes sollten wir uns vor Augen halten, dass unsere Aufgabe nicht darin besteht, unsere Freunde, die Jesus noch nicht folgen, zu verurteilen oder ihnen ein anderes Verhalten aufzuzwingen. In der Bibel gibt es einen Brief, in dem einer der ersten Nachfolger Jesu, Paulus, einer der ersten Gemeinden eine ganze Reihe von Anweisungen für ihren Lebensalltag gibt. Dann hält er jedoch inne, um eines klarzustellen: Den Menschen ausserhalb der Gemeinde sagt er niemals, was sie tun sollen. Das geht ihn nichts an.

Die Aufgabe der Gläubigen ist vielmehr, sich auf das zu konzentrieren, was innerhalb der Gemeinde geschieht. Sie sollen sicherstellen, dass sie so leben, wie Jesus es von ihnen verlangt. Die Beurteilung des Verhaltens von Aussenstehenden fällt in Gottes Ressort. 1. Korinther 5,9-13

Denk einmal über Folgendes nach: Ein Nachfolger Jesu zu werden, bedeutet in erster Linie, dass ich zugebe, dass mein Verhalten nicht in Ordnung ist, dass ich nicht gut genug bin, sondern dass Gott mich in seiner Gnade und Güte unendlich viel besser behandelt, als ich es verdiene. Römer 3,23-24

Wenn ich das glaube, wie um alles in der Welt kann ich dann auf den Gedanken kommen, dass ich das Recht hätte, jemand anderen zu verurteilen?

Inzwischen ist es mir bei jeder Interaktion mit Menschen, die anderer Meinung sind als ich, wichtig geworden, dass ich mir Folgendes vor Augen halte: Selbst wenn ich mit Jesus Recht habe, und ich bin überzeugt, dass ich das habe, bedeutet das nicht, dass ich auch mit allem anderen Recht habe. Wir befinden uns alle noch auf dem Weg zur Weisheit, und wir alle haben noch einen langen Weg vor uns. Das bedeutet, dass wir wahrscheinlich in jedem Gespräch beide etwas voneinander lernen können.

Damit sage ich nicht, dass wir mit unseren Freunden nicht über unseren Glauben sprechen sollen oder darüber, warum wir so leben, wie wir es tun. Die Bibel sagt, dass wir immer bereit sein sollen, jedem, der uns nach unserer Hoffnung fragt, freundlich und respektvoll eine Antwort zu geben. Ich behaupte auch nicht, dass wir unseren Glauben aussen vor lassen sollen, wenn wir unsere Meinung vertreten oder von unseren Freunden um Rat gefragt werden. Wenn wir glauben, dass der Weg Jesu wirklich der beste Weg ist, dann wollen wir unsere Freunde natürlich auch dahin bringen.

Doch unsere grösste Hoffnung und unser grösstes Gebet für unsere Freunde, die Jesus noch nicht kennen, sollte nicht sein, dass sie anfangen, sich mehr wie Christen zu verhalten. Sie sollen Jesus als ihren Retter und König kennenlernen.

In der Zwischenzeit ist es nicht meine Aufgabe, die Menschen um mich herum, die Jesus noch nicht kennen, zu verurteilen oder zu verändern. Es ist meine Aufgabe, sie zu lieben und ihnen zu dienen. Ich soll sie willkommen heissen, sie freundlich behandeln, ihnen die grossartige Nachricht von der Hoffnung, die ich in Jesus habe, weitergeben und vor allem für sie beten, damit auch sie die Liebe, die Gnade und die Güte Jesu kennenlernen.

Wenn Meinungsverschiedenheiten bleiben

Wenn das geschehen ist, können wir anfangen, „Gott sagt“ oder „die Bibel sagt“ als Grundlage für gemeinsame Entscheidungen heranzuziehen. Doch bis dahin müssen wir die Tatsache anerkennen und akzeptieren, dass wir uns in vielen Fragen nicht einig sind, weil wir sie von sehr unterschiedlichen Ausgangspunkten aus angehen.

Nun gut, aber habe ich nicht schon erklärt, dass die Devise „agree to disagree“ nicht immer funktioniert? Wie gehst du als Nachfolger Jesu damit um, wenn du auf die Welt blickst und beobachtest, wie einzelne Menschen, die Gesellschaft oder sogar die Regierung Dinge als „richtig“ bezeichnen, von denen du überzeugt bist, dass Jesus sie als „falsch“ bezeichnet?

Nun, eine Möglichkeit wäre, verbittert zu werden und andere zu verurteilen. Doch wie eben gesagt, denke ich, dass man mit einer solchen Haltung am Ziel vorbeischießt und wahrscheinlich auch nichts erreichen wird. Eine andere Möglichkeit besteht darin, sich für Veränderungen einzusetzen und gegen das zu protestieren, was du für falsch hältst. Du kannst an die Regierenden schreiben und wählen gehen, wenn du alt genug bist.

All das ist wichtig, solange wir uns daran erinnern, dass unsere Aufgabe als Nachfolger Jesu nicht darin besteht, für unsere eigenen Rechte einzutreten, sondern nach Möglichkeiten zu suchen, andere zu segnen und für sie zu sorgen. 1. Korinther 10,24; Philipper 2,4; Galater 6,10.

Es ist richtig, wenn dir die Ungerechtigkeit, die Grausamkeit und die Zerrissenheit in der Welt Kopfschmerzen bereiten oder dich sogar wütend machen. Auch Jesus ist darüber sehr traurig. Doch wir müssen aufpassen, dass unser Zorn nicht dazu führt, dass die Welt noch mehr kaputt geht. Epheser 4,26.

Stattdessen ruft Gott uns auf, Wege zu finden, um uns für Gerechtigkeit und Barmherzigkeit einzusetzen. Micha 6,8. Außerdem sollen wir für diejenigen einstehen, die das nicht für sich selbst können. Sprüche 31,8-9.

Ein bekannter Prediger riet einmal, dass man für einen Menschen das tun solle, was man gern für alle Menschen tun möchte. Du kannst nicht die Probleme der ganzen Welt lösen, aber du kannst einem Menschen bei seinen Problemen helfen. Du kannst freundlich zu jemandem sein, der einen Freund braucht. Du kannst eine Patenschaft für ein Kind übernehmen, das in Armut lebt. Du kannst nach Möglichkeiten suchen, um bedürftigen Menschen in deiner Nachbarschaft zu helfen.

Die größere Perspektive behalten

Vor allem aber bedeutet Jesu Nachfolge, nie zu vergessen, wer das Sagen hat. Welche Menschen auch immer in deinem Umfeld das Sagen haben, egal wie gut oder schlecht sie sind: Es gibt einen König im Himmel, der unendlich stärker, weiser, liebevoller und mächtiger ist als alle anderen. Im gesamten Universum gibt es keine Macht, die sich seinen guten Plänen zur Rettung seiner Kinder und zur Wiederherstellung seiner zerbrochenen Welt widersetzen könnte. Römer 8,38-39.

Wenn menschliche Leiter oder die Gesellschaft nach Gottes Willen handeln, die Welt lieben und die Menschen segnen, die Armen mit Nahrung versorgen, die Kranken heilen und den Unterdrückten Gerechtigkeit verschaffen, dann ist das wunderbar und großartig, und wir sollten das feiern. Aber wenn menschliche Leiter oder die Gesellschaft sich Gottes Festlegung von richtig und falsch entgegenstellen, kann das seine Pläne nicht durchkreuzen. Er nimmt die bösen Pläne der Menschen und verwendet sie für das Gute. 1. Mose 50,20.

Das bedeutet nicht, dass böse Taten nicht böse wären oder dass wir nicht verhindern sollten, wann und wo immer wir können. Es bedeutet aber, dass das Böse niemals siegen wird. Wir erkennen das am Kreuz, wo der größte Akt der menschlichen Bosheit, die Ermordung Jesu, zum Mittel wurde, durch das Gott die Macht des Bösen besiegte. Wir können darauf vertrauen, dass Gott auch heute noch auf diese Weise wirkt, selbst wenn das Leben manchmal so leidvoll ist, dass das schwer erkennbar ist. Römer 8,28.

Ich denke, das hat für uns mehrere Konsequenzen. Erstens bedeutet es, dass es uns nicht stressen muss, wenn Leute eine andere Meinung haben als wir, egal ob es sich um einzelne Personen oder um unsere Gesellschaft im Allgemeinen handelt. Und zweitens bedeutet es, dass wir etwas viel Besseres zu tun haben, als uns darüber zu streiten oder aufzuregen, was in der Welt nicht stimmt, nämlich unsere Hoffnungen, Ängste und Anliegen vor Gott zu bringen. Wir sollten für unsere Politiker und ihre Mitarbeiter beten, und zwar im Vertrauen darauf, dass Gott die Oberhand behält. 1. Timotheus 2,1-4, Römer 13,1-5.

Was wirklich zählt

Es hat lange gedauert, bis ich Folgendes begriffen habe, doch ich bin überzeugt, dass es stimmt: Wenn ich nur diskutiere, um aus dem Gespräch als Sieger hervorzugehen, habe ich bereits verloren. Wenn es mir mehr darum geht, zu beweisen, dass ich Recht habe, als darum, mein Gegenüber zu lieben, dann habe ich im Wichtigsten versagt.

Denn Menschen sind viel wichtiger als irgendwelche Debatten. Das bedeutet nicht, dass die Wahrheit keine Rolle spielt, natürlich tut sie das. Und ich bin überzeugt, dass Jesus Recht hatte, als er sagte, er selbst sei die Wahrheit. Johannes 14,6

Aber wie einer der biblischen Autoren es ausdrückt: Und wenn ich alle Geheimnisse wüsste, wenn ich jede Erkenntnis besäße und einen Glauben hätte, der Berge versetzt, aber keine Liebe hätte, wäre ich nichts. 1. Korinther 13,2

Als Nachfolger Jesu ist es nicht meine Hauptaufgabe, der Welt zu zeigen, wie Recht ich habe. Es geht darum, die Person, die mir gegenübersteht, zu lieben. Es geht darum, jeden Tag in dem stillen und demütigen Vertrauen zu leben, dass der Weg Jesu wirklich der beste Weg für mich ist. Es geht darum, immer mehr zu lernen, auf Gottes unerschütterliche Liebe zu vertrauen. Und es geht darum, mit der Hilfe des Heiligen Geistes so zu leben, dass ich allen um mich herum Gottes Liebe zeige.

Während ich so lebe, bin ich überzeugt, dass derselbe gütige, geduldige und großzügige Gott, der mich zu sich gezogen hat, durch mein Leben und meine Gebete das Gleiche für andere tun wird.

Das war's für heute. Bitte bete für evangelistische Verteileinsätze, die rund um Ostern geschehen, dass Menschen berührt werden und verstehen, warum sie Jesus brauchen.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

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