Zum Inhalt

Hosea – Teil 1

Hosea 1,1-2,122.06.2017
Serie•Teil 1 / 12Spurgeon-Konferenz 2017
Ein Vortrag von Andrew Page auf der Spurgeon-Konferenz 2017. Die Konferenz stand unter dem Thema Hosea: Das Gericht und die Gnade Gottes – Wie man einen alttestamentlichen Propheten verstehen und predigen kann, damit Menschen Gott begegnen.

Organisatorischer Auftakt und Gebet

Ich habe noch einige organisatorische Dinge weiterzugeben, aber das hebe ich mir für einen Zeitblock nach dem ersten Vortrag auf. Denn wir wollen jetzt nicht mit irgendwelchen Verwaltungssachen beginnen, sondern direkt damit loslegen, dass Andrew Page uns den ersten Vortrag zum Propheten Hosea hält.
Jeder von euch sollte so eine Mappe haben. In dieser Mappe gibt es einen Ablaufplan für unsere Konferenz, und dort findet ihr auch die einzelnen Einheiten. Das beginnt also heute mit dem ersten Teil, mit der Einleitung und den ersten beiden Kapiteln.
Ich habe hier einen Stick, den lasse ich jetzt durch die Reihen hindurchgehen. Wer möchte, kann sich den Inhalt dieser Mappe auch von diesem Stick herunterladen und dann die Notizen in seinem Rechner verfolgen und vielleicht dort auch Anmerkungen hineinschreiben.
All die anderen Sachen werde ich dann später erzählen. Jetzt möchte ich noch mit uns beten.
Himmlischer Vater, du bist heilig, und wir sind Sünder. Wir haben es nicht verdient, dass du uns nachgehst, dass du uns suchst, dass du zu uns redest. Und doch hast du, der du so gerecht und heilig bist und der du auch Liebe bist, uns gesucht, bist uns nachgegangen und hast die Menschen immer wieder besucht, indem du ihnen Propheten gesandt hast und letztlich deinen eigenen Sohn Jesus Christus geschickt hast. Er ist für uns gestorben, er ist auferstanden, er hat die Schuld für unsere Sünde bezahlt, er hat uns zu neuem Leben mit auferweckt, und ihm dürfen wir jetzt dienen. Er hat uns gesandt, dein Wort für unser Leben zu erlernen, es zu verstehen, es durchzukauen, und er hat uns auch berufen, dieses Wort zu bezeugen, in der Gemeinde und auch der Welt gegenüber.
Wir freuen uns darauf, dass wir die nächsten Tage die Möglichkeit haben, tiefer in das Buch des Propheten Hosea einzutauchen. Wir danken dir dafür, dass Andrew Page gekommen ist, uns dieses Buch auszulegen, uns mit hineinzunehmen in das, was du dort hineingelegt hast, und uns zu helfen, das besser zu verstehen und auch gut zu verkündigen.
Herr, wir sind auf dich angewiesen, und wir bitten, dass du uns durch deinen Geist hilfst, uns all das aufschließt, was in deinem Wort drinsteckt, und dass du Andrew die richtigen Worte schenkst, um uns zu lehren. Wir bitten auch, dass wir mit veränderten, gestärkten Herzen von dieser Konferenz wieder nach Hause gehen.
Danke, dass du unter uns bist und dass du uns segnen willst. Wir loben dich dafür. Amen.

Vorstellung des Redners

Ja, Endo, dann darf ich dich bitte nach vorne kommen und noch etwas zu dir selbst sagen. Dankeschön!
Vielen Dank, Ron! Hallo! Das war Englisch: Hallo!
Ja, vielen Dank! Ich freue mich sehr, dass ich da sein kann. Das ist für mich ein sehr großes Geschenk. Es war für mich letztes Jahr hier ein sehr positives Erlebnis. Ich war im Voraus nicht sicher, ob das der Fall sein würde, aber es war gewaltig für mich, dass ich hier war. Der Herr hat mich sehr gesegnet, und es ist eine große Ehre für mich, dass ich wieder hier sein kann. Und ich hoffe, dass mein Deutsch im Laufe der kommenden Tage langsam besser wird.
Wir schauen uns Hosea an, aber Ron hat gesagt, ich soll mich vorher kurz vorstellen. Einige kennen mich schon, aber ich werde mich kurz vorstellen. Es ist schwierig, wenn man 64 Jahre alt ist, sich kurz vorzustellen, weil es so viel Vorgeschichte gibt.
Ich bin Engländer, wie man sieht und hört, und ich bin mit 14 Jahren Christ geworden. Ich bin nicht in einem gläubigen Elternhaus aufgewachsen. Ich habe in der Schule Kontakt zu Christen bekommen und bin dann jeden Sonntagnachmittag zu einer Bibelrunde gegangen. Es waren hundert Burschen, Buben, Jungen dabei, und zwar in verschiedenen Altersgruppen. Dann war ich auch auf Sommerlagern und so weiter. Mit 14 bin ich dann Christ geworden.
Ich bin nach Hause gefahren, sehr begeistert, und habe meinen Eltern gesagt, dass ich Christ geworden bin. Mein Vater hat gesagt, das ist nett. Und meine Mutter hat gesagt: Was meinst du, du bist Christ geworden? Du bist immer Christ gewesen, du bist Engländer. Ich hätte sagen sollen: Ja, vielleicht reden wir einmal darüber, irgendwann einmal. Aber ich habe gleich eine Predigt gehalten und ihnen gesagt, was sie mir nie gesagt hatten und so weiter. Es war nicht sehr geschickt von mir.
Aber ich bin mit 14 Christ geworden, und erstaunlicherweise bin ich noch immer Christ. Ich staune, wie der Herr mich nicht losgelassen hat. Ich habe Französisch und Deutsch studiert und bin dann Lehrer geworden. Ich hatte eine lange Karriere als Lehrer, zwei Jahre lang, ganze zwei Jahre. Dann habe ich Studentenarbeit gemacht, mit der Studentenmission in England. Danach war ich als Assistant Pastor in einer Gemeinde tätig. Dann habe ich Theologie studiert, und dann bin ich nach Österreich gegangen.
Das ist zu lang, gell? Ich war zwanzig Jahre lang in Österreich. Sechs Jahre lang habe ich Studentenarbeit gemacht, mit der Studentenmission in Österreich. Dann war ich neun Jahre lang Pastor einer Baptistengemeinde in Innsbruck, deswegen der starke Tiroler Dialekt. Die letzten fünf Jahre war ich noch immer in der Gemeinde, aber nicht mehr Pastor und nicht mehr im Leitungsteam. Ich habe dann innerhalb Österreichs, aber auch in anderen Ländern in Europa Vorträge gehalten, Schulungen und so weiter. Und dann habe ich angefangen, mehr mit dem Markusevangelium zu arbeiten, und daraus ist das Markustheater geworden.
Ich habe diese Frage sicher letztes Jahr auch gestellt: Wie viele von euch kennen das Markustheater? Sehr gut, das freut mich sehr. Wahnsinn, trotzdem seid ihr da, das ist super. Und ich staune, was der Herr durch das Markustheater macht, in, ich glaube, ungefähr zwanzig Ländern jetzt. Das ist für mich ein großes Wunder.
Aber es ist mir nach wie vor ein großes Anliegen, das Wort Gottes zu lehren, das Wort Gottes zu lehren, das Wort Gottes zu lehren, das Wort Gottes zu lehren, das Wort Gottes zu lehren, das Wort Gottes zu lehren, das Wort Gottes zu lehren, das Wort Gottes zu lehren, das Wort Gottes zu lehren. Und deswegen ist es für mich eine große Freude, dass ich diese Woche hier sein kann.
Ich habe mich vorgestellt. Meine Arbeit ist fertig. Aber jetzt fangen wir an mit dieser ersten Einheit. Ja, ich habe ein paar Bücher geschrieben, Mike, ja, stimmt. Ja, ja, sie sind hinten. Ein Buch habe ich, ja, das sage ich später. Okay, wir fangen an.

Der Rahmen des Buches und seine Grundthemen

Ich hoffe, dass ihr Seite drei habt bei den Unterlagen, Seite drei, den Titel, den Titel hier für das Buch Hosea. Ich habe das genannt: Das Gericht und die Gnade Gottes.
Und jetzt in diesem ersten Teil, vor dem Abendessen, ist irgendwie eine Einleitung. Dann schauen wir uns Kapitel 1, Vers 1 bis Kapitel 2, Vers 3 an.
Dieses Buch Hosea ist ein wunderbares Buch. In diesem Buch sind drei Themen großgeschrieben. Zunächst einmal die Sünde der Menschen, menschliche Sünde, dann das Gericht Gottes und dann Gottes Gnade. Das sind die drei Hauptthemen, die immer wieder in diesem Buch vorkommen. Wir werden sie immer wieder sehen.
Die Sünde der Menschen, menschliche Sünde: Wir sind Sünder, wir verdienen deswegen das Gericht Gottes, weil Gott heilig ist. Wir haben gerade davon gesungen. Aber das Erstaunliche ist: Gott ist bereit, uns mit offenen Armen zu empfangen. Er liebt es zu vergeben. Versöhnung ist ein Lieblingswort von Gott, und er freut sich, wenn wir zu ihm nach Hause kommen. Er sehnt sich danach.
Deshalb diese drei Themen: menschliche Sünde, Gottes Gericht, Gottes Gnade. Wir werden das ganze Buch miteinander anschauen. Und ich glaube, das ist der erste Abschnitt in diesem Buch. Ich werde morgen Vormittag mehr darüber reden, über den Aufbau des Buches Hosea, wie ich ihn sehe. Aber ich denke, dass es vier große Abschnitte in diesem Buch gibt und dass der erste Abschnitt von Kapitel 1, Vers 1 bis Kapitel 3, Vers 5 geht. Und wir werden diesen ersten Abschnitt heute anschauen: 1 bis 2 vor dem Abendessen und 2 bis 3 nach dem Abendessen.
Also denke ich, dass Kapitel 1, Vers 1 bis Kapitel 3, Vers 5 offensichtlich ein Abschnitt ist. Ich erkläre kurz warum. In Kapitel 1 geht es um Hosea und seine Ehe. Ich lese nur Kapitel 1, Vers 2 vor: Als der Herr durch Hosea zu reden begann, da sprach der Herr zu ihm: Geh, erwirb dir eine hurerische Frau und Hurenkinder. Boah, das ist ein starker Anfang für ein Buch, oder? Aber da geht es um Hosea und um seine Ehe.
Dann ist in Kapitel 2 nichts davon, und dann lesen wir in Kapitel 3 noch einmal davon. Kapitel 3, Vers 1: Der Herr sprach zu mir: Geh nochmals hin und liebe eine Frau. Ich würde sagen, eine bessere Übersetzung lautet: Liebe deine Frau. Es geht wieder um seine Frau, die von ihrem Freund geliebt wird und im Ehebruch lebt.
Das heißt: In Kapitel 1 geht es um Hosea und seine Ehe, und in Kapitel 3 geht es auch um Hosea und seine Ehe. Das ist wie ein Sandwich irgendwie. Das ist ein Abschnitt, denn ab Kapitel 4 hören wir nichts mehr von Hosea und seiner Ehe. Das ist die Einleitung jetzt, die ersten drei Kapitel, die gehören zusammen.
Wir können gern darüber reden. Ich meine nicht, dass das die einzige mögliche Wahrheit ist, das ist meine Meinung. Und wenn ihr nicht mit mir einverstanden seid, ist das total okay. Ich fliege am Sonntag nach Hause.

Die drei Hauptpersonen im Hintergrund

Um den Hintergrund dieses Buches zu verstehen, schauen wir uns die Hauptpersonen an.
Drei Hauptpersonen gibt es in diesem Buch. Zunächst einmal der Herr, der heilige und gnädige Gott. 1. Mose 1,1. Dies ist das Wort des Herrn. Er ist der heilige und gnädige Gott, er ist der Schöpfer von Himmel und Erde, und er ist der rettende Gott. Er hat Israel aus Ägypten herausgerettet. Wichtig ist, dass da steht, in Vers 1 zum Beispiel, und immer wieder in diesem Buch, das Wort „Herr“ mit vier Grossbuchstaben. Und das bedeutet: Ursprünglich ist wahrscheinlich der Name Yahweh gemeint. Yahweh ist der persönliche Name Gottes. Das ist der Name des Gottes, der einen Bund mit Israel geschlossen hat, der die Entscheidung getroffen hat, aus seiner Gnade, aus seiner Liebe Israel, das Volk Israel, zu lieben und ihnen Dinge zu versprechen.
Das ist der Herr. Der heilige und gnädige Gott. Und das ist hier sein Wort, noch einmal Kapitel 1, Vers 1: Dies ist das Wort des Herrn. Also das, was wir jetzt vor uns haben, das ist das Wort Gottes. Und ich nehme an, dass wir alle, die da sitzen, auch der Meinung sind, dass es das Wort Gottes ist. Aber ich möchte nicht, dass wir das einfach automatisch hören und denken: Ja, ja, ja, weiss ich schon. Sondern dass wir uns aufmachen für das Wort Gottes, dass der Heilige Geist das Wort Gottes in uns hineinspricht und unser Leben verändert.
Mein Anliegen ist schon, dass wir dieses Buch Hosea kennenlernen und dass wir mehr voneinander lernen, wie wir dieses Buch anderen weitergeben können. Das ist sehr wichtig. Aber mein Anliegen ist auch, dass wir Gott neu begegnen in seinem Wort.
Die zweite Hauptperson ist Israel, das Volk, das geistlichen Ehebruch begeht. Israel begeht geistigen Ehebruch. Gott hat Israel ins verheissene Land gebracht, und dann ist alles irgendwie schiefgegangen. Die Religion der Kanaaniter hat Israel beeindruckt, und besonders ihre Götter, die Baalim. Baal war der Gott der Fruchtbarkeit. Baal hat dein Essen wachsen lassen. Baal hat die Sonne und den Regen geschenkt, Gott hat dir Söhne und Töchter gegeben, und Baal hat das gemacht, indem er Sex mit den Göttinnen gehabt hat. Das war die Religion im Land Kanaan, sehr verbreitet. Und wenn ein Mann Baal anbeten wollte, ist er zum Tempel gegangen und hat mit einer Tempelprostituierten Sex gehabt. So einfach und so erniedrigend war diese Religion. Und so hat man den Segen Baals bekommen.
Das heisst, man kann sagen: Israel hat geistigen Ehebruch begangen, hat die Entscheidung getroffen, Baal nachzufolgen und nicht mehr Yahweh, den Herrn. Aber man kann auch genauso sagen, dass Israel auch die Entscheidung getroffen hat, physischen Ehebruch zu begehen. Das ist eine starke Botschaft. Israel hat sich von dieser Religion beeindrucken lassen. Wir glauben noch an Yahweh, wir glauben noch an Yahweh, aber wir glauben auch an Baal. Yahweh ist uns sehr wichtig, er hat uns aus Ägypten erlöst, aber Yahweh kennt sich nicht in jedem Bereich aus, oder? In der Landwirtschaft oder was das Wetter betrifft oder was Kinderkriegen betrifft, dort ist Baal der Experte. Das heisst, sie haben gesagt: Wir kehren Gott nicht den Rücken. Wir sagen, wir wollen Yahweh auch noch als unseren Gott haben, aber wir nehmen gern Baal hinzu, weil Baal andere Spezialitäten hat. Es ist geistlicher Ehebruch.
Und die waren auch der Meinung damals, die in Israel, dass das funktioniert hat, dass sie Baal so ernst genommen haben und nachgefolgt sind. Wirtschaftlich ist es zu dem Zeitpunkt, als Hosea das alles geschrieben hat, in Israel gut gegangen. Die haben gedacht: Das geht sehr gut mit Yahweh und Baal. Und so hat Israel geistigen und physischen Ehebruch begangen.
Noch etwas, was Israel betrifft: Im Jahre neununddreissig sind zwei Königreiche entstanden. Ich möchte euch einen Plan zeigen von Israel. Hier ist ein Plan von Israel, das ist das Land Israel. Ist das zu kompliziert für euch? Gut, sehr gut. Im Jahre neununddreissig ist eine Trennung gekommen, so dass es dann aus dem einen Reich zwei Reiche geworden sind. Und die zwei Reiche waren: zwei Stämme im Süden und zehn Stämme im Norden.
Das südliche Reich mit zwei Stämmen hat man dann Juda genannt. Es war auch der Name von einem der zwei Stämme im Süden. Und das nördliche Reich mit zehn Stämmen hat man Israel genannt, was für mich zumindest ein bisschen verwirrend ist. Das ganze vorher war Israel, und jetzt ist das Nordreich mit zehn Stämmen Israel. Ja, aber wir verstehen das, das ist der Plan: Zehn Stämme im Norden, das ist Israel; zwei Stämme im Süden, das ist Juda.
Jetzt Vers 1 noch einmal, Kapitel 1, Vers 1: Dies ist das Wort des Herrn, das an Hosea, den Sohn Beris, erging in den Tagen Usias, Jothams, Ahas und Hiskias, der Könige von Juda, und in den Tagen Jerobäams, des Sohnes von Joas, des Königs von Israel. Es gab andere Könige auch in Israel, im Nordreich, während Hosea prophezeit hat. Wahrscheinlich gab es sechs Könige in Israel, im Nordreich, während Hosea gepredigt hat. Aber hier, schauen wir uns das an, ganz kurz: in den Tagen Jerobäams, des Sohnes von Joas, des Königs von Israel.
Wahrscheinlich will Gott durch Hosea Folgendes sagen: Ich werde das Nordreich zerstören, ich werde Israel zerstören, Israel, das geistigen Ehebruch begeht. Diese Prophezeiung ist hauptsächlich an Israel, an das Nordreich, gerichtet, aber auch teilweise an das Südreich, Juda.
Das war die zweite Hauptperson: Israel, das Volk, das geistigen Ehebruch begeht. Und die dritte Hauptperson ist Hosea selbst und die Botschaft in seiner Ehe. Das Wort des Herrn, Vers 2, nein, Kapitel 1, Vers 1: Dies ist das Wort des Herrn, das an Hosea, den Sohn Beris, erging. Das Wort des Herrn geschieht zu Hosea. Hosea lebt im Nordreich, in Israel, und er kriegt eine Botschaft für das Volk Gottes, hauptsächlich, wie ich schon gesagt habe, für Israel, aber auch für Juda. Dreissig Jahre lang wird er predigen.
Herzlich willkommen, wir sind auf Seite drei bei den Unterlagen. Und Hosea hat zwei Probleme: seine Botschaft und seine Ehe. Vers 2: Als der Herr durch Hosea zu reden begann, da sprach der Herr zu ihm: Geh, erwirb dir eine hurerische Frau und Hurenkinder, denn das Land ist dem Herrn untreu geworden und hat sich der Hurerei hingegeben.
Wenn wir das jetzt zum ersten Mal lesen würden, wäre das ein gewaltiger Schock, oder? Die Schocks der Bibel schockieren uns oft nicht, weil wir sie schon erwarten. Aber das ist schockierend, was da steht. Und wir sehen, wenn wir das näher anschauen, bald, aber in Vers 2 schauen wir die beiden Dinge da: die Ehe von Hosea ist da und auch eine Botschaft ist da, die mit dieser Ehe verbunden ist. Das sind die drei Hauptpersonen: Yahweh, Israel, Hosea; der Herr, das Volk, der Prophet.
Schauen wir uns jetzt diesen ersten Abschnitt an. Also wir fangen zumindest damit an. Wir schauen uns jetzt Kapitel 1, Vers 1 bis Kapitel 2, Vers 3 an. Ich habe dieses erste Kapitel und diese ersten drei Verse das Gleichnis genannt, aber ich muss erklären, was ich damit meine. Ich meine nicht mit dem Wort Gleichnis, dass das nur ein Bild wäre. Ich meine nicht damit, dass das nicht passiert ist mit Hosea und seiner Ehe. Ich glaube, dass das alles historisch ist. Ich glaube, dass Hosea wirklich diese Frau geheiratet hat und wirklich diese Kinder bekommen hat. Das glaube ich.
Ich meine mit Gleichnis nicht, dass es nicht passiert ist. Ich meine mit Gleichnis einfach, dass es ein Bild ist. Ein Bild ist es, es ist historisch, aber ein Bild für Gottes Beziehung zu Israel. Seine Erfahrung, Hoseas Erfahrung mit seiner Frau, ist ein Bild für Gottes Erfahrung mit Israel. Deswegen habe ich das Gleichnis genannt. Okay, schauen wir uns das Gleichnis an.
Wie geht es Hosea in Vers 2? Ich lese das noch einmal vor, weil es so wichtig ist natürlich: Als der Herr durch Hosea zu reden begann, da sprach der Herr zu ihm: Geh, erwirb dir eine hurerische Frau und Hurenkinder, denn das Land ist dem Herrn untreu geworden und hat sich der Hurerei hingegeben.
Das ist die schlimmste stille Zeit, die Hosea je erlebt hat, oder? Stell dir vor, kannst du dir vorstellen, wie er sich fühlt? Es wird ihm ganz klar, dass Gott ihm das sagt, dass er genau das sagen soll. Er soll heiraten, das ist nicht das Schlimme. Er soll eine Frau heiraten, und sie wird uneheliche Kinder haben, sie wird ihm untreu sein. Stellen wir uns vor, wie er sich fühlt. Aber Hosea gehorcht Gott, Vers 3: Er ging hin und nahm Gomer, die Tochter Dibleims, zur Frau. Erstaunlich, oder?
Und das Ende von Vers 2 macht klar, dass das Ganze ein Bild ist für Gott und Israel. Das heisst, die Basis wird ganz klar dargelegt, damit wir verstehen, um was es hier geht. Gomer kriegt drei Kinder. Das erste ist ein Junge. Diese drei bis fünf, Vers 3: Er ging hin und nahm Gomer, die Tochter Dibleims, zur Frau, und sie wurde schwanger und gebar ihm einen Sohn. Der Herr aber sprach zu ihm: Gib ihm den Namen Jezreel, denn in kurzem werde ich das in Jezreel vergossene Blut am Haus Jehus rächen und dem Königtum des Hauses Israel ein Ende machen. Und es wird geschehen an jenem Tag, da will ich den Bogen Israels zerbrechen in der Talebene von Jezreel.
Jezreel war ein Ort von grosser Gewalt. Man kann das nachlesen, wenn man will: 2. Könige 9–10. Ein Ort, wo die Führer in Israel damals sich auf Gewalt verlassen haben und nicht auf den Herrn. Sie haben gesagt: Wir schaffen das, wir vertrauen uns, wir verlassen uns auf uns und nicht auf Gott, nicht auf Yahweh. Und deswegen das Ende von Vers 4: Ich werde das in Jezreel vergossene Blut am Haus Jehus rächen und dem Königtum des Hauses Israel ein Ende machen. Mit anderen Worten: Eine Gerichtsbotschaft ist hier. Mit diesem ersten Kind, Jezreel.
Das zweite Kind ist ein Mädchen, Vers 6: Und als sie wiederum schwanger wurde und eine Tochter gebar, da sprach er zu ihm: Nenne sie Lo-Ruhama, denn ich werde mich über das Haus Israel künftig nicht mehr erbarmen, dass ich ihnen vergeben würde. Lo-Ruhama bedeutet nicht geliebt. Das ist ein erstaunlicher Name für ein Kind, oder? Das Kind soll nicht geliebt heissen, Lo-Ruhama.
Sie ist vielleicht nicht Hoseas Tochter. Wenn man das Ende von Vers 3 anschaut, sieht man, was Jezreel betrifft, was das erste Kind betrifft: Gomer gebar ihm einen Sohn. Es kann sein, dass dieses erste Kind tatsächlich auch Hoseas Sohn war. Sie gebar ihm einen Sohn. Aber wenn du Vers 6 anschaust: Als sie wiederum schwanger wurde und eine Tochter gebar, nicht und ihm eine Tochter gebar, sie gebar eine Tochter. Und das ist zumindest ziemlich klar, weil man Vers 2 schon gelesen hat, dass dieses Kind nicht Hoseas Kind ist.
Und was für ein Name! Stellen wir uns vor, in der Früh: Nicht geliebt, komm zum Frühstück! Boah, ich weiss nicht, wie das in der Praxis war, aber die Botschaft ist klar, oder? Weil es hier auch ein Bild ist für Israel. Das ist Gericht wegen der Sünde Israels. Und Vers 6 macht die Bedeutung klar, das Ende von Vers 6: Nenne sie Lo-Ruhama, denn ich werde mich über das Haus Israel künftig nicht mehr erbarmen, dass ich ihnen vergeben würde.
Stellen wir uns vor, wie Hosea sich fühlt, wenn er das hört, oder? Wie einsam, wie, ich weiss es nicht, verzweifelt er gefühlt hat, wie traurig, wie fertig er sich gefühlt hat. Es sind viele Emotionen in diesem Buch Hosea. Aber für Juda gibt es mehr Hoffnung, Vers 7: Dagegen will ich mich über das Haus Juda, das ist das Südreich, erbarmen, und sie retten durch den Herrn, ihren Gott. Doch nicht durch Bogen, Schwert und Kampf will ich sie retten, nicht durch Rosse noch Reiter.
Und das dritte Kind ist ein Junge, wieder. Und er ist auch nicht Hoseas Kind, die Verse 8 und 9: Als sie nun Lo-Ruhama entwöhnt hatte, wurde sie wieder schwanger und gebar einen Sohn, nicht gebar ihm einen Sohn, sie gebar einen Sohn. Da sprach er, das ist Gott, nenne ihn Lo-Ami, denn ihr seid nicht mein Volk, und ich bin nicht der Eure, ich bin nicht euer Gott. Lo-Ami bedeutet nicht mein Volk, und die Bedeutung ist klar, denke ich: Das Gericht Gottes kommt. Und genau das ist passiert im Jahr 722. Assyrien hat Israel erobert, das Nordreich. Im Jahr 722 hat Assyrien, nicht Syrien, Assyrien hat Israel erobert. Und das ist das Gericht Gottes. Wir werden mehr davon erfahren im Laufe des Buches.
Es ist uns bekannt, denke ich: Um alttestamentliche Prophetie zu lesen, brauchen wir oft ein Fernrohr. Und jetzt kommen wir zu Kapitel 2, zu den ersten drei Versen von Kapitel 2. Was meine ich mit diesem Fernrohr? Man sieht oft eine Erfüllung. Herzlich willkommen. Man sieht eine Erfüllung, und die Erfüllung ist echt da. Aber wenn man das Fernrohr dreht, dann sieht man weiter in die Zukunft, und dann sieht man eine weitere Erfüllung. Ist das klar? Also man sieht eine Erfüllung, und dann, wenn man das Fernrohr dreht, sieht man eine weitere Erfüllung.
Das gibt es auch hier. Wir sind auf Seite drei bei den Unterlagen. Herzlich willkommen! Wahnsinn! Und das ist das, was hier passiert in den ersten drei Versen von Kapitel 2. Es gibt Hoffnung. Vers 1: Doch wird die Zahl der Kinder Israels werden wie der Sand am Meer, den man nicht messen noch zählen kann. Und es soll geschehen, an dem Ort, wo zu ihnen gesagt wurde: Ihr seid nicht mein Volk, da sollen sie Söhne des lebendigen Gottes genannt werden.
Diese Sache am Anfang von Vers 1, wie Sand am Meer werden die Söhne Israels sein, das war die Verheissung an Abraham, 1. Mose 22,17. Das wird erfüllt werden, sagt Israel. Juda und ein Überrest von Israel, nicht ganz Israel, aber Juda und ein Überrest von Israel werden zu einem Volk werden. Vers 2: Dann werden die Söhne Judas und die Söhne Israels sich einmütig versammeln und über sich ein einziges Oberhaupt setzen und werden aus dem Land heraufziehen, denn der Tag von Jezreel wird gross sein.
Was bedeutet das Ende von Vers 2? Der Tag von Jezreel wird gross sein. Das werden wir am Ende von Kapitel 2 erfahren. Also deswegen werde ich auch nach dem Abendessen zurückkommen, weil ich das gern herausfinden will. Und schau Vers 3 an: Nennt eure Brüder Mein Volk und eure Schwestern Begnadigte.
Seht ihr, es gibt viel Gericht, oder, in Kapitel 1? Aber schaut die ersten drei Verse von Kapitel 2 an, und man sieht, dass auch Gnade da ist, dass Gott noch was vor hat mit Israel, zumindest mit einem Überrest von Israel. Das ist das Gleichnis. Hosea hat eine ehebrecherische Frau, ihr Name ist Gomer. Gott hat eine ehebrecherische Frau, ihr Name ist Israel, und das Gericht Gottes kommt. Es ist ein starker Anfang.
Ich würde gerne jetzt weiter reden und Kapitel 2 und Kapitel 3 anschauen, aber das werden wir erst nach dem Abendessen machen. Aber man sieht ganz am Anfang von diesem Buch, wie ernst Gott die Sünde nimmt. Wir spielen mit Sünden, wir nehmen die Sünde manchmal gar nicht ernst. Aber Gott sagt, das ist wie Ehebruch. Ihr kehrt mir den Rücken. Das sagte er hier, was Israel betrifft, und das ist auch eine Warnung an uns.
Aber auch bevor ich jetzt Schluss mache und mich hinsetze, möchte ich nur noch einmal sagen: Ja, jetzt geht es hier um Gericht, aber es ist auch Gnade da. Kapitel 2, Vers 1-3. Es ist Gnade da. Gott hat noch etwas vor. Gott schreibt Leute nicht ab, und er wird Israel, auch Israel, seine Gnade noch erweisen und zeigen.
Wow, ich möchte kurz beten, beten wir miteinander. Nehmen wir eine ganz kurze Zeit der Stille, wo jeder mit dem Herrn reden kann, in der Stille. Vielleicht hat uns der Anfang von diesem Buch schon schockiert und vielleicht hat es uns wirklich zum Nachdenken gebracht, wie ernst Gott Sünde nimmt und wie man Sünde als geistigen Ehebruch sehen kann. Beten wir in der Stille im Herzen, und dann werde ich kurz abschliessen.
Vater, wir danken dir so sehr, dass das, was wir jetzt vor uns haben, dein Wort ist. Danke, dass der Heilige Geist, der Hosea inspiriert hat, dieses Buch zu schreiben, auch in uns lebt, weil wir auf Jesus, deinen Sohn, vertrauen. Und, Vater, wir bitten dich, dass wir lernen werden, während wir dieses Buch miteinander anschauen, dass Sünde ernst zu nehmen ist, dass Umkehr notwendig ist, aber dass du Gnade anbietest.
Wir beten dich an. Und wir danken dir auch, Herr, dass wir wissen, für uns als Christen, wie diese grosse Gnade ausschaut. Danke, dass du deinen Sohn gesendet hast in unsere Welt. Danke, Herr Jesus, dass du für uns, für unsere Sünde, zum Kreuz gegangen bist und dass du unsere Strafe auf dich genommen hast. Und danke, dass du auferstanden bist, Herr Jesus, wir beten dich an.
Und, Vater, weil das jetzt dein Wort ist, bitten wir dich noch einmal am Anfang unserer Zeit zusammen, dass wir dir während dieser Tage neu begegnen werden. Schenk es, dass unsere Liebe zu dir wächst, und dass wir neu die Entscheidung treffen: Ich will dem Herrn dienen, ich will Jesus nachfolgen.
Und wir beten im Namen Jesu. Amen.