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Kommen Kinder in den Himmel?

Das sagt die Bibel
16.06.2023

Trost für trauernde Eltern

Natürlich kommen kleine Kinder, die vor oder kurz nach ihrer Geburt sterben, zu Gott. Es tut mir sehr leid, falls dir jemand etwas anderes erzählt hat. Für die meisten von uns ist es unvorstellbar, was es bedeutet, ein Kind zu verlieren. Wir können uns das einfach nicht vorstellen.

Aber wenn dann noch jemand kommt und dir einredet, euer Kind wäre im Fegefeuer oder in der Hölle, tut es mir leid, dass euch zu eurem Schmerz auch noch diese Unsicherheit, dieser Zweifel und diese Sorge hinzugefügt werden. Es tut mir wirklich leid.

Ich glaube, manche Menschen tun so etwas, weil sie nicht richtig verstanden haben, was Jesus mit Himmel und Hölle meint, wofür es diese überhaupt gibt und wie Erlösung in der Bibel funktioniert. Mehr dazu findest du im ersten Link gleich unter diesem Video.

Die Frage nach dem Schicksal verstorbener Kinder

Ich weiß nicht, ob es dir jetzt etwas hilft, aber hier sind ein paar biblische Gedanken dazu, warum euer Kind jetzt bei Gott ist.

Dann kam die dritte Frage, die ihr gestellt habt, nämlich: Kommen alle kleinen Kinder, die sterben, automatisch in den Himmel? Die Antwort lautet: Ja, ja, das tun sie. Ich werde das auch begründen.

Wir gehen noch einmal einen Schritt zurück. Was entscheidet denn, woran macht sich fest, ob jemand in den Himmel oder in die Hölle kommt? Die Antwort ist der juristische Status vor Gott, also wie du vor Gott juristisch dastehst.

Ganz einfach: Wer vor Gottes Gesetz schuldig ist und an dem die Unheiligkeit seiner eigenen Taten klebt, der kommt in die Hölle. Wer dagegen frei von Schuld ist, der kann vor Gottes Gericht bestehen – und das wird er auch.

Gottes Gerechtigkeit und die Unmöglichkeit der Vergebung ohne Erlösung

Warum ist das so? Das liegt daran, dass Gott der Gott der Gerechtigkeit ist.

Gott kann Ungerechtigkeit und Unheiligkeit nicht dulden. Selbst wenn er wollte, könnte er es nicht stehen lassen. Das ist einfach unmöglich. Man kann sich das vorstellen wie zwei Pluspole eines Magneten, die man aneinanderhalten will – sie stoßen sich gegenseitig ab.

Vielleicht fragst du dich jetzt: Kann Gott nicht einfach alles vergeben? Nein, das kann er nicht. Sonst hätten wir Golgatha nicht gebraucht. Er kann es einfach nicht.

Es gibt viele Dinge, die Gott nicht kann. Zum Beispiel kann Gott keinen quadratischen Kreis schaffen. Er kann keine spannende BWL-Vorlesung halten. Gott kann nicht sterben. Er kann nicht lügen. Und er kann Unrecht und Unheiligkeit nicht unbeantwortet lassen.

Warum ist das so? Weil er die Gerechtigkeit in Person ist.

Wege zur Vergebung der Sünden

Das heißt, die Frage ist jetzt: Wenn ich Sünden habe, die an mir kleben, wie werde ich meine Sünden los?

Die Antwort lautet: Es gibt zwei Wege. Erstens, indem Jesus sie mir wegnimmt. Zweitens, indem ich wirklich keine Sünden habe.

Deshalb eine Frage: Haben kleine Kinder Sünden?

Die Unschuld kleiner Kinder im biblischen Kontext

Gucken wir doch mal in Gottes Wort hinein. Sagt Gott, dass Kinder sündigen? In der Bibel sieht das ganz anders aus – eher im Gegenteil. Hier sind einige Begründungen dazu.

Was sagt Gott grundsätzlich über Schuldfähigkeit und Alter? Es gibt mehrere Stellen in der Bibel, die sich damit beschäftigen. Ich nenne nur ein paar Beispiele, zum Beispiel Johannes 8, wo es um Jesus und die Ehebrecherin geht. Jesus sagt dort: „Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“ Danach passiert etwas Spannendes: „Dann zog sich einer nach dem anderen zurück, die Ältesten zuerst.“

Das macht total Sinn. Je älter man ist, desto wahrscheinlicher hat man mehr Sünden im Leben. Das ist total logisch, denn die Ältesten wussten, dass sie mehr Sünden haben.

Das passt übrigens direkt zu Jesaja 7, wo es heißt, dass ein Kind erst später lernt, Gut und Böse zu unterscheiden. Wann genau das ist, ist eine andere Frage. Nach meinem Kenntnisstand der Entwicklungspsychologie geschieht das bei jedem Kind im Alter zwischen drei und sieben Jahren, wenn es halbwegs gesund aufwächst. Das ist bei jedem Kind unterschiedlich ausgeprägt.

Das können wir von außen nicht genau beurteilen, und das müssen wir auch nicht. Das beurteilt Gott – Gott sei Dank.

Die Bedeutung der Unterscheidungsfähigkeit für die Schuldfrage

Und was sagt Gott dazu? Er sagt: Eure kleinen Kinder können noch nicht zwischen Gut und Böse unterscheiden. Wer nicht zwischen Gut und Böse unterscheiden kann und nicht weiß, was er tut, dem werden seine Taten nicht vorgehalten – weder vor einem irdischen Gericht noch vor dem Heiligen Richter.

Deshalb, Achtung, hier eine sehr bekannte Stelle: Jesus sagt in Lukas 23, Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Dieses „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ bedeutet, dass Unwissenheit ein Grund sein kann, warum Sünden nicht angerechnet werden sollen. Das ist die Bedeutung dessen.

Schuldunfähigkeit und göttliche Gerechtigkeit

Diejenigen, die ohne ihre eigene Schuld nicht zurechnungsfähig sind – ich kann ja auch schuldig und trotzdem nicht zurechnungsfähig sein – aber wenn ich ohne meine eigene Schuld unzurechnungsfähig bin, was ist dann mit uns, als wir noch Kinder waren, vor unserer Geburt oder nach unserer Geburt? Was ist mit Menschen, die lebenslange geistige Einschränkungen haben?

Ganz einfach: Wer nicht schuldfähig ist, den wird kein gerechter Richter dieser Welt für seine Taten zur Rechenschaft ziehen. Umso weniger wird es der Richter tun, der die Gerechtigkeit in Person ist.

Gott hat keinen Grund, schuldunfähige Kinder zu verurteilen. Mit welcher Logik sollte er das auch tun? Das sagt ja Jesus selbst. Er sagt: „Lasst die Kinder zu mir kommen.“ Diesen Satz haben wir alle schon unzählige Male gehört. Aber danach heißt es weiter: Solchen Kindern, die noch nicht unterscheiden können, gehört das Reich Gottes.

Persönliche Worte des Trostes

Ich möchte dazu noch kurz etwas Persönliches sagen. Ich weiß, dass es hier im Raum Menschen gibt, die kleine Kinder verloren haben. Einige vor ihrer Geburt, andere nach der Geburt. Diese Erfahrung habe ich nicht gemacht.

Ich weiß nicht, was du durchgemacht hast, und ich kann den Schmerz, den du erlebt hast, nicht annähernd einschätzen. Aber weißt du, wer das kann? Gott kann das. Gott hat auch ein Kind verloren, nämlich als Jesus gestorben ist. Gott weiß, wie sich das anfühlt. Er weiß, was du durchgemacht hast.

Ich bin nicht jemand, der anderen Leuten nach dem Mund redet oder nur sagt, was sie hören wollen. Deshalb kannst du mir glauben, was ich dir jetzt sage: Dein Kleinkind, das gestorben ist, ist bei Gott. Dein Kind ist im Paradies.

Deinem Kind geht es jetzt bestens, viel, viel besser als dir und mir gerade. Du brauchst dir um dein Kind wirklich überhaupt keine Sorgen zu machen – null, gar keine. Sorge dich lieber darum, dass du auch dorthin kommst, wo dein Kind ist, und dass du so viele Menschen wie möglich mitnimmst.