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Der Ton macht die Musik (4/4)

Predigt Sommerprogramm
06.08.2026
SerieTeil 4 / 4Der Ton macht die Musik
Dein Ton verrät, worauf dein Herz baut: auf Recht haben oder auf Geborgenheit. Wer sich in Christus sicher weiß, redet sanfter, ehrlicher und ohne ständige Verteidigung.
Der Ton macht die Musik. Eine Predigt für die Sommerpause. Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt. Nachfolge praktisch: dein geistlicher Impuls für den Tag.

Der Ton macht die Musik eine Predigt für die Sommerpause Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt, nachfolge praktisch dein geistlicher Impuls für den Tag.

Der vierte Punkt: Sanftmut als Frucht der Geborgenheit in Christus

Mein Name ist Jürgen Fischer, und heute geht es mir um einen freundlichen Ton beim Reden.
Und jetzt wird es zum Schluss noch einmal ganz wichtig: der vierte Punkt. Warum ist er wichtig? Weil es mir nicht nur um Technik geht. Technik bedeutet, neue Gewohnheiten einzuüben, gebahnte Wege in meinem Hirn zu schaffen und einen neuen Charakter zu entwickeln, der Jesus gleich ist. Amen!
Aber der vierte Punkt lautet: Sanftmut wächst aus der Erfahrung, selbst von Christus getragen zu sein.
Bevor Paulus in Kolosser 3 sagt, was an Verhalten gefordert wird, spricht er seine Leser mit den Worten an: „Als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte.“ Und erst nachdem er sie so nennt, als Auserwählte Gottes, Heilige und Geliebte, sagt er: Zieht an Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut und Geduld.
Die Reihenfolge ist wichtig. Nein, die Reihenfolge ist alles.
Ich werde nicht sanft, weil ich mich zwinge, alles zu schlucken. Ich werde sanft, weil ich mir in Christus sicher bin. Ich hoffe, ihr versteht, dass das ein himmelweiter Unterschied ist. Der eine presst Freundlichkeit aus zusammengebissenen Zähnen heraus, bis der Deckel auf seinem Topf, in dem es weiter kocht, irgendwann wieder wegfliegt. Der andere redet freundlich, weil er innerlich nichts mehr zu verteidigen hat.
Wenn wir uns die Frage stellen, wo Härte herkommt, dann kommt Härte häufig daher, dass ich denke: Ich muss in diesem Gespräch um meinen Wert kämpfen. Und dann werde ich schnell scharf. Dann wird auch jedes Gespräch, das ein bisschen konfliktträchtiger ist, wie eine Bewährungsprobe, die ich gewinnen muss.
Aber wenn ich in Jesus ruhe, dann muss ich nicht mehr jedes Gespräch gewinnen. Ich kann sogar Fehler zugeben, die ich gemacht habe. Hammer, oder?
Wenn ich von Barmherzigkeit lebe, jeden Tag, und mich als jemanden sehe, der jeden Tag von Gott geliebt und mit Barmherzigkeit umhüllt wird, dann kann ich mit anderen barmherzig umgehen. Wenn ich jeden Tag meine Sünden bekenne und Vergebung empfange, dann kann ich anderen mit Leichtigkeit vergeben. Dann muss ich niemanden mehr bestrafen.
Ich hoffe, ihr versteht, was ich sagen möchte: Du kannst nur so gnädig mit anderen reden, wie du selber Gnade in deinem Leben erfährst. Wenn du dich nicht als Auserwählter und damit als Heiliger und Geliebter erfährst, wenn du glaubst, ich muss Gott noch irgendetwas beweisen, dann wirst du auch mit anderen unbarmherzig umgehen, so wie du glaubst, dass Gott mit dir umgeht.

Das Evangelium als tiefste Veränderung der Sprache

Und deswegen ist der tiefste Weg heraus aus Beschimpfung, Drohung und Zornausbruch nicht bloß eine neue Gesprächstechnik, nicht bloß ein Satz für das Gelb. Der tiefste Weg ist das Evangelium.
Ich denke daran, wie Jesus mit mir umgegangen ist: dass er einer ist, der einen nicht anschreit, nicht fallen lässt, aber gleichzeitig die Wahrheit sagt. Und dass da rettende Liebe ist. Dass er Sünde nicht verharmlost, aber trotzdem auf den Sünder eingeht und den Sünder sucht. Und er hat das nicht nur irgendwann einmal getan, sondern er tut es noch. Er tut es heute.
Ich bin geliebt und ich darf anders werden. Das ist das, was Gott mit mir macht. Und er gibt mir die Zeit, die ich brauche. Und das Coole ist: Er gibt mir seinen Geist. Und der Clou ist: Ich bin nicht sofort perfekt. Aber ich werde Stück für Stück anders.
Der Geist Gottes will in mir Frucht bringen. Und wenn wir uns die Frucht des Geistes aus Galater 5 anschauen, Dinge wie Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit, dann achtet mal darauf, wie viele dieser Früchte mit unserem Ton zu tun haben. Unser Tonfall findet sich wieder in der Freundlichkeit, in der Langmut, in der Sanftmut und in der Selbstbeherrschung.
Versteht ihr: Das sind nicht Gefühle irgendwo im Verborgenen. Da hört man etwas in der Stimme. Man kann tatsächlich in der Art und Weise, wie du redest, hören, ob du gerade aus deinem Fleisch heraus redest oder aus dem Geist. Versteht ihr, was ich meine?
Du bist in Christus geliebt, du bist angenommen, du bist sicher, der Geist Gottes wohnt in dir. Du musst dir den neuen Ton nicht abpressen. Es ist Gott selbst, der dich prägen will, so dass am Ende Jesus durch dich hindurch klingt.
Der Kernsatz lautet, dass der neue Ton in deinem Leben dort wächst, wo mein Herz tief genug vom Ton Christi geprägt wird.

Die Frage nach dem Klang des eigenen Zuhauses

Und so kommen wir zum Schluss. Die Frage lautet: Welcher Ton prägt dein Zuhause? Der Ton macht die Musik. Und sind wir ehrlich: In manchen Häusern, Ehen und Gemeinden spielt man eher die harte Melodie. Vielleicht nicht immer, aber oft genug.
Deshalb möchte ich euch den Tipp mitgeben. Einerseits ein bisschen zu schauen: Warum gehe ich eigentlich an welcher Stelle auf die Palme? Wie fühle ich mich dabei? Wie kann ich die Momente identifizieren, in denen ich von grün in gelb umschlage? Was wäre eine gesunde Strategie, um an der Stelle vom Gewohnten auf einen Trampelpfad abzubiegen und die Situation zu retten?
Und dann die Frage: Weiß ich eigentlich, wie sehr ich geliebt bin? Wir kommen alle von der Frage in Gesprächen: Habe ich Recht? Und die Frage ist gut, denn wenn du nicht Recht hast, brauchst du nicht reden. Aber sie ist nicht die wichtigste Frage. In einem Gespräch geht es nicht nur um die Sache, es geht nicht nur um die Wahrheit, es geht um Wahrheit in Liebe.
Deswegen ist die Frage Habe ich Recht wichtig. Aber es gibt eine tiefere Frage, und die lautet: Wird durch die Art, wie ich rede, etwas vom Evangelium hörbar und erlebbar? Darf der Geist Gottes mich für seine Zwecke gebrauchen? Spiegelt mein Ton die Liebe Jesu wider, die Jesus zu meinem Gesprächspartner hat?
Das ist die viel tiefere und wichtigere Frage. Denn Gott will unser Schreien, Drohen und Beschimpfen nicht. Er will es nicht nur ein bisschen dämpfen, er will es verwandeln. Er möchte es verwandeln in Freundlichkeit und in Sanftmut, in Liebe, in Barmherzigkeit, in klare Worte, die gleichzeitig gnädig und aufbauend sind.

Kleine Schritte der Umkehr im Alltag

Und vielleicht ist heute so ein Moment, ein guter Moment, an dem wir nicht zuerst an die anderen denken, so nach dem Motto: Haha, das müsste mein Mann mal hören, respektive meine Frau oder irgendeine Person hier aus der Gemeinde. Sondern vielleicht ist es gut, wenn wir nach Hause gehen, auf dem Weg nach Hause, und fragen: Herr, wo möchtest du, wo willst du meinen Ton verändern?
Bitte versteht mich gut: Buße oder Umkehr beginnt ganz häufig nicht mit etwas Spektakulärem, sondern mit einem ganz kleinen, unspektakulären Satz wie: „Es tut mir leid. Es tut mir leid, mein Ton war nicht in Ordnung. Ich will es lernen, anders zu reden. Bitte hilf mir, hilf mir, früher zu stoppen. Sei an meiner Seite, ich möchte mehr werden wie Jesus.“
Und das klingt klein, aber täuscht euch nicht: Das mag ein kleiner Schritt sein, wenn ihr ihn heute Nachmittag geht oder das nächste Mal, wenn es dran ist. Vielleicht braucht ihr gar nicht bis heute Nachmittag; manche Ehepaare streiten sich schon auf dem Weg nach Hause, im Auto. Versteht ihr, das kann man vielleicht ganz früh anwenden.
Es ist ein kleiner Schritt, aber es ist ein kleiner Schritt in Richtung geistliche Reife. Und viele kleine Schritte, die sich zu einer Gewohnheit formen, das ist der Trampelpfad. Jetzt kommt der Clou, und das Ende: Aus dieser Gewohnheit, aus vielen kleinen Gewohnheiten, die sich zusammentun, wird ein Jesuscharakter. Und das ist, wo Gott uns hinhaben will. Amen.
Das war’s für heute. Achte diese Woche mal auf deine Art zu reden. Führe vielleicht ein kleines Tagebuch über die Dinge, die dir auffallen. Nimm dir ein paar Veränderungen vor und übe sie ein. Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

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