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Was ist das Evangelium und wie geben wir es weiter?

04.02.2020
Serie•Teil 1 / 7Regionalkonferenz Schweiz 2020
Warum fühlt sich Gott für so viele weit weg an? Die Antwort beginnt bei der härtesten Diagnose über uns – und bei einem Kreuz, das Schuld nicht wegredet, sondern wirklich trägt.

Einleitung und Ausrichtung auf den Auftrag

Beten wir noch einmal zusammen!
Erzählt unter den Nationen seine Herrlichkeit, unter den Völkern seine Wundertaten, denn groß ist der Herr und sehr zu loben, furchtbar ist er über allen Göttern.
Herr, das ist, was wir glauben und was wir bekennen: wie du bist und wer du bist. Und wir beten, dass du uns jetzt in dieser nächsten Stunde und durch diese ganze Konferenz hindurch das noch viel deutlicher machst, um uns zuzurüsten, davon weiterzuerzählen.
Zu deinem Lob. Amen!
Philosophen haben die Welt zu verstehen versucht, es kommt aber darauf an, sie zu verändern. Zitat Karl Marx.
Ich kann ihm in dieser Sache nur sehr zustimmen. Das ist eine der sehr wenigen Sachen, in denen ich Karl Marx zustimme. Aber es ist nichts Geringeres als das, die Welt zu verändern, was Jesus Christus uns, seinen Jüngern, aufgetragen hat, als er sagte: Ihr werdet meine Zeugen sein. Das ist die Überschrift über dieser Konferenz.
Als er sie gesendet hat in eine Welt, die voll ist von Herausforderungen und Nöten, Herausforderungen und Nöten in unseren Ländern, in unseren Gemeinden, in unseren Familien, in unserem eigenen Leben und in dem Leben derer, mit denen wir es teilen.
Wir sind hier an diesem Wochenende, weil wir glauben, dass es eine einzige endgültige Antwort auf diese Herausforderung gibt, auch im 21. Jahrhundert, nämlich das Evangelium. Und wir glauben das, weil es Gottes Antwort ist.
Das bedeutet: Evangelisation ist nicht einfach nur ein Programmpunkt von vielen in der Gemeinde. Evangelisation ist nicht einfach nur eine Möglichkeit von vielen, ein Thema von vielen. Evangelisation ist, oder muss jedenfalls, eine Priorität sein für unser gemeinsames Leben in genau der Welt, in die Jesus uns sendet als seine Zeugen.
Darum ist es gut, glaube ich, am Anfang dieser Konferenz über einige Grundlagen dieses Auftrags nachzudenken.
Ich will das in drei Punkten mit uns tun. Die ersten beiden Punkte sind eher einleitend: Was ist das Evangelium, und wie geben wir das weiter? Der dritte Punkt ist dann ausführlicher und führt die beiden zusammen: Wie können wir das Evangelium erklären?
Punkt Nummer eins: Was ist das Evangelium?
Evangelium bedeutet die gute Nachricht. Aber diese gute Nachricht wird in der Bibel auf verschiedene Weisen beschrieben. Es ist vielleicht hilfreich, das vor Augen zu haben, wenn wir dieses Wort an diesem Wochenende so häufig hören: Evangelium.

Das Evangelium als Ereignis, Werk und Angebot

Es wird zunächst einmal als ein Ereignis beschrieben. Schlagt gerne mit mir auf 1. Korinther 15 auf.
Paulus schreibt: „Ich tue euch aber das Evangelium kund, das ich euch verkündigt habe.“ Dann definiert er dieses Evangelium in Vers 3: „dass Christus für unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften, dass er begraben wurde und dass er auferweckt worden ist am dritten Tag nach den Schriften und dass er Kephas erschienen ist, dann den Zwölfen, danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, danach Jakobus, dann den Aposteln und zuletzt, kurz gesagt, mir.“
Die gute Nachricht ist eine Nachricht von einem historischen Ereignis, das vor zweitausend Jahren stattgefunden hat und von vielen Menschen beobachtet und bezeugt worden ist. Jesus Christus lebte und wirkte in dieser Welt. Er starb mit Anfang dreißig am Kreuz, er stand nach drei Tagen wieder auf aus seinem Grab, und er begegnete nach seiner Auferstehung vielen Menschen.
Das Evangelium ist ein Ereignis.
Aber die Botschaft des Evangeliums dreht sich nicht einfach nur um dieses historische Ereignis, das stattgefunden hat, sondern auch, als Zweites, um ein Werk. Das Werk, das Jesus vollbracht hat, durch sein Leben, sein Sterben und sein Auferstehen. Verschiedene Abschnitte der Bibel beschreiben uns verschiedene Teile dieses Werkes, zum Beispiel im Galaterbrief, Kapitel 4.
Lesen wir, was dieses Werk von Jesus Christus bewirkt hat: Galater 4,4: „Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau, geboren unter dem Gesetz, damit er die loskaufte, die unter dem Gesetz waren, damit wir die Sohnschaft empfingen. Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen, der da ruft: Aber Vater!“
So ist ein Teil des Werkes, um das es in der Botschaft von Jesus Christus geht, dass er uns zu Gottes Kindern gemacht hat. Und dann gibt es andere Teile, andere Dinge, die Christus bewirkt hat, die an anderen Stellen beschrieben werden. Er hat die Macht des Todes besiegt, sodass wir für immer bei ihm leben können. Er hat dafür gesorgt, dass uns seine Gerechtigkeit angerechnet wird, und so weiter.
Die Bibel zeigt uns viele einzelne Teile von dem Werk, das wir Evangelium nennen.
Daran zeigt sich übrigens auch, dass das Evangelium nicht nur für Evangelisation wichtig ist. Alle Briefe des Neuen Testaments sind davon durchzogen: von Erklärungen, von Erinnerungen, von Beschreibungen dessen, was Jesus Christus für Sünder erwirkt hat. Und es sind Briefe, die an Menschen geschrieben sind, die schon an ihn glauben.
So brauchen wir das Evangelium nicht nur, um zum Glauben zu kommen, sondern wir brauchen es auch, um im Glauben zu leben und zu wachsen, persönlich und als Gemeinde. Aber es ist eben auch eine Botschaft, die Menschen, die noch nicht an Jesus glauben, immer wieder klar und deutlich hören müssen.
Darum erscheint uns das Evangelium im Neuen Testament nicht nur als Ereignis und als Werk, sondern auch als ein Angebot.
 2. Korinther 5,19: „Gott in Christus versöhnte die Welt mit sich selbst, rechnete ihnen ihre Übertretungen nicht zu“ – das ist, was Jesus Christus erwirkt hat – „und hat uns das Wort der Versöhnung“, das heißt die Botschaft des Evangeliums, „in uns gelegt. So sind wir nun Gesandte an Christi statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt. Wir bitten für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott!“
So ruft Gott durch die Botschaft des Evangeliums, durch diejenigen, die sie verkünden, dazu auf: Lasst euch mit mir versöhnen. Das Evangelium ist auch ein Angebot, und ein Angebot, das angenommen werden muss.
Und damit sind wir dann schon beim Thema dieser Konferenz: Evangelisation, das Evangelium weitergeben, das Evangelium anbieten. Aber bevor wir ganz praktisch dort einsteigen, will ich uns noch in einem zweiten Punkt vor Augen halten, wie wir das tun.
Zweitens: Wie geben wir das Evangelium weiter?
Im dritten Punkt gleich werde ich versuchen, die Botschaft des Evangeliums anhand von vier einfachen Punkten zusammenzufassen, als Beispiel dafür, wie man es erklären kann. Aber bevor wir das tun, lasst mich hier drei Dinge herausstellen, die ich nicht damit meine. Drei negative Formulierungen, um Missverständnisse vorzubeugen, wenn es darum geht, das Evangelium in ein paar einfachen Schritten weiterzugeben.

Drei Missverständnisse beim Weitergeben der Botschaft

Erstens: Wie geben wir das Evangelium weiter?
Nicht immer auf dieselbe Weise. Es gibt kein festgelegtes Muster in der Bibel, wie das Evangelium zu erklären ist. Es gibt wesentliche Wahrheiten, Kernpunkte, hilfreiche Bibelstellen und Formulierungen. Deswegen ist es ja auch gut, sich zu überlegen und zu lernen, wie man mit der Bibel evangelisieren kann. Aber das heißt nicht, jeder Person, der wir begegnen, im Prinzip immer wieder das Gleiche auf die gleiche Weise zu sagen, nach dem Motto: Ich habe hier vier Punkte für dich, die du unbedingt hören musst.
Ich weiß nicht, wie es in der Schweiz ist, aber in Deutschland, wo wir viele verschiedene Menschen haben, sind diese Menschen alle sehr unterschiedlich. Einige von ihnen unterscheiden sich in ihrem Intellekt, manche in ihrer Persönlichkeit, in ihren Erfahrungen und in ihren Lebenssituationen. Und es ist gut, ihnen entsprechend zu begegnen.
Erinnert euch einmal daran, wie Jesus den Menschen begegnet ist. In Johannes 3 spricht er mit Nikodemus, einem gelehrten Pharisäer. Dieser fragt ihn, was er tun muss, um gerettet zu werden, und Jesus erklärt es ihm theologisch durchaus anspruchsvoll: dass er von neuem geboren werden muss. Denn in Johannes 4 trifft er eine samaritanische Frau am Brunnen, eine ganz einfache Frau in der Blüte ihres völlig verkorksten Lebens, und er redet ganz anders mit ihr, ganz persönlich. Und ich glaube, das ist auch gut so.
Wenn wir das Evangelium weitergeben und wenn wir auch lernen wollen, wie wir das tun können, dann heißt das also nicht, immer auf dieselbe Weise vorzugehen. Bei deinem Nachbarn ist es womöglich wichtig, dieselbe Botschaft etwas anders zu erklären als bei deiner 80-jährigen Tante oder Großtante oder bei deinem Chef oder bei der Ausländerarbeit oder bei einer spontanen Begegnung auf der Straße.
Nummer zwei: Nicht immer alle Punkte auf einmal.
Manchmal ergeben sich Gelegenheiten, in denen wir ganz ausführlich mit jemandem sprechen können und ihm das Evangelium ganz umfassend erklären können. Aber in so persönlichen Beziehungen haben wir häufig nur Gelegenheiten, den einen oder anderen Teil zu erklären. Da schüttet dir jemand sein Herz aus über seine Ehekrise, oder jemand lässt sich aus über das Leid in der Welt, und es ist eine Möglichkeit, kurz anzuknüpfen, um die Auswirkung von Sünde zu erklären, ohne gleich unbedingt den ganzen Heilsplan Gottes abzuspulen. Und dann ist einige Zeit später in dieser Beziehung vielleicht die Möglichkeit da, einen anderen Punkt zu erklären.
Ich glaube, das ist auch ein ganz gutes Prinzip, ganz grundsätzlich für die Predigt am Sonntag. Das Evangelium soll unsere Predigten prägen, und wir werden dann morgen von Matthias das noch einmal ausführlich hören, wie das gehen kann. Aber das bedeutet nicht, dass immer alle Punkte des Evangeliums in eine Predigt hineingepackt werden müssen. Das Gesamtbild des Evangeliums kommt durch das Gesamtbild aller Predigten und übrigens auch der Gottesdienstgestaltung drumherum. Also: nicht unbedingt immer alle Punkte auf einmal.
Dritter Hinweis darauf, wie wir das Evangelium weitergeben: nicht ohne einen glaubwürdigen Lebensstil.
Lasst mich euch drei Stellen zeigen, die mir sehr wichtig sind für dieses Prinzip.
Nummer eins: Psalm 51,15. David wünscht sich in Psalm 51,15 genau das, was wir uns hier mit dieser Konferenz wünschen: Lehren will ich die von dir Abgefallenen. Deine Wege, dass die Sünder zu dir umkehren. Aber diesem Wunsch in Vers 15 geht ein ganzer Bußpsalm voraus, in dem David seine Sünde einsieht und bekennt, mit dem Wunsch, sie nicht mehr zu tun.
Zweite Stelle: Psalm 18,50. Da sagt David: Darum will ich dich preisen unter den Völkern, Herr, und will spielen deinem Namen. Dem geht die Beschreibung eines Lebens in völliger Abhängigkeit von und Hingabe an diesen Gott voraus.
Genauso im Neuen Testament: Wenn Paulus an die Philipper schreibt in Philipper 2,15, dass wir leuchten sollen wie Himmelslichter in der Welt, inmitten einer verdrehten und verkehrten, das heißt gottlosen Gesellschaft, dann setzt er im ersten Teil von Vers 15 voraus, dass wir tadellos und lauter sind, unbescholtene Kinder Gottes.
So seht ihr etwas hier von dem Zusammenhang zwischen unserem Leben und dem Eifer für Evangelisation. Ich meine hier nicht, dass du erst einen bestimmten Grad an Heiligung erreichen musst, bevor du evangelisieren kannst. Aber was ich meine, ist: Wir bringen Sündern die Botschaft, die wir als Sünder am dringendsten selbst brauchen, und zwar jeden Tag. Und wir bringen sie als solche, die selbst gegen Sünde kämpfen, für die Jesus Christus gestorben ist.
Evangelisation ist nicht einfach nur eine Veranstaltung, ein paar Stunden in der Woche am Büchertisch, eine Einladungsaktion, ein Gespräch hier und da, das mit unserem sonstigen Leben nichts zu tun hat. Es ist die Konsequenz eines Lebens, in dem es uns jeden Tag persönlich um Gott selbst geht, dass er uns wichtig ist, dass er bestimmt, wie wir leben, so dass wir uns wünschen, dass andere ihn kennenlernen.
So: Wie geben wir das Evangelium weiter? Nicht unbedingt immer auf dieselbe Weise, nicht unbedingt immer alle Punkte auf einmal und vor allen Dingen nicht ohne einen glaubwürdigen Lebensstil.

Das Evangelium verständlich erklären

Das bringt mich zu unserem dritten und letzten, aber auch längsten Punkt: Wie erklären wir die Botschaft des Evangeliums?
Ich möchte uns vier Punkte nennen, als ein Beispiel, als eine Möglichkeit, das Evangelium zu erklären. Vier Punkte, die wir als Gemeinde schon seit vielen Jahren in Taufkursen und in Mitgliedschaftskursen benutzen. Ich benutze sie gerne im Rahmen von Predigten, Gesprächen usw. Andere haben das in ähnlicher Weise oder auch in ganz anderer Weise getan.
Hier ein Beispiel: vier Punkte. Ich nenne sie euch vorab: Gott, Sünde, Christus, Glauben.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Evangelium auch mit diesen Punkten von verschiedenen Stellen der Bibel aus zu erklären. Und ich möchte es heute mit euch tun, von einer zentralen Stelle der Bibel aus: Römer 3. Schlagt also gerne Römer 3 auf. Wir werden uns von Römer 3 aus ab und zu mal kurz vorwärts und rückwärts bewegen. Wir fangen gleich mit einer Vorwärtsbewegung an. Wenn wir zum ersten Punkt kommen, um ihn besser zu verstehen, gehen wir zu Römer 11.
 Römer 11 ist ein guter Startpunkt für unseren ersten Punkt als Ausgangspunkt für eine Erklärung des biblischen Evangeliums, nämlich: Gott.
Wenn wir das Evangelium erklären, ist es ein gutes Prinzip, sich vor Augen zu halten: Dann erklären wir zuallererst eine Botschaft über Gott. Gott schuf diese Welt und unser Leben in dieser Welt mit einem übergeordneten Ziel. Vers 36 fasst das Ziel zusammen: Aus ihm und durch ihn und zu ihm hin, oder für ihn, sind alle Dinge. Ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Das übergeordnete Ziel, zu dem Gott diese Welt und dich und mich in dieser Welt geschaffen hat, ist, dass er dadurch verherrlicht wird.
Was bedeutet das, Gott zu verherrlichen, oder, wie andere Übersetzungen das ausdrücken, ihn zu ehren? Es bedeutet einfach gesagt, Gott großartig aussehen zu lassen.
Ich habe eine Zeit meines Lebens in Berlin gewohnt, und es war die kulturell etwas anspruchsvollere Zeit meines Lebens. Jetzt wohne ich in Wetzlar, das ist auch eine schöne Stadt, aber von den kulturellen Gegebenheiten her überschaubar. Insofern ist es schön, auch mal jetzt in Basel zu sein.
In Berlin konnte ich das Wochenende oft im Zentrum verbringen. Dort gibt es die große Museumsinsel, und ich habe besonders das Nationalmuseum geliebt. Im Erdgeschoss, wenn man dort hineinkommt, hängen zwei riesige Bilder von Adolf von Menzel. Ich sah diese Bilder, und sie sind so riesig und enorm detailgenau gemalt. Szenen aus dem 19. Jahrhundert, mindestens so gut gemalt, wie man sie mit dem iPhone fotografieren könnte. Aber im 19. Jahrhundert gab es ja noch kein iPhone.
Dann kommt einer von den Museumswärtern zu mir und fragt mich, nachdem ich da zehn Minuten fassungslos davor stand. Der Grund, warum ich fassungslos davor stand, ist, dass meine Begabung zu malen mittlerweile schon von den ersten beiden meiner Kinder weit übertroffen worden ist. Zur Einschulung müssen die solche Tests machen, und dazu gehört auch, bestimmte Gesichter und solche Dinge zu malen. Ich bin so froh, dass ich diesen Test nicht mehr machen muss.
Dann stehe ich da vor Adolf Menzel und frage mich, wie das überhaupt möglich ist. Da kommt dieser Museumswärter und fragt mich: Wissen Sie, was ich mir da anschaue? Und ich sage: Nicht so wirklich. Dann erklärt er mir das Bild und zeigt mir auf dem Bild die Gesichter von Personen, die es wirklich gab. Sie sind genau so gemalt.
Und ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus und schaute dieses Bild an. Es war ein Ausdruck dieser unfassbaren Begabung von Adolf von Menzel, von der niemand jemals etwas mitbekommen hätte, wenn er nicht diese Bilder gemalt hätte, sodass Menschen heute tausendfach davor stehen können, darüber staunen und ihn dafür loben und denken: Wow, das ist großartig!
Bei Gott ist es im Prinzip so ähnlich, nur noch einmal tausendmal größer. Gott ist unendlich begabt, unendlich schön, unendlich mächtig und bewundernswert. Anders gesagt: herrlich. Und er zeigt das darin, wie er diese Welt gemacht hat.
So hat Gott uns in diese herrliche Welt gesetzt, mit dem einen großen Sinn des Lebens. Wenn du dich immer mal gefragt hast, was der Sinn des Lebens ist: Hier kommt er, zum Mitschreiben. Ihn wahrzunehmen, ihn kennenzulernen und vor lauter Freude und Staunen ihn anzubeten. Das heißt, großartig aussehen zu lassen, ihn zu verherrlichen.
Bloß: Das geht offensichtlich nicht automatisch so. Wir stehen ja nicht jeden Morgen auf und denken an nichts anderes, als jetzt Gott zu verherrlichen. Und das führt uns vom ersten Punkt, Gott, zu unserem zweiten Punkt: Sünde. Und damit zu unserer eigentlichen Stelle in Römer 3 zurück.

Die menschliche Verfehlung und ihre Folgen

 Römer 3,23 fasst unser Grundproblem als Menschen sehr prägnant zusammen: Alle Menschen haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes.
So merkt ihr hier den Bezug zu Römer 11,36. Dort ist das Ziel: Gott sei die Herrlichkeit. Hier ist die Diagnose: Wir haben das verfehlt.
Wenn wir das Evangelium erklären und Gott in seiner Herrlichkeit zuallererst darstellen, und wenn wir den Sinn unseres Lebens darin sehen, ihn zu verherrlichen, dann haben wir auch die besten Voraussetzungen, um zu erklären, was Sünde ist. Sünde wird hier beschrieben als das Nichterlangen der Herrlichkeit Gottes.
Was bedeutet es, die Herrlichkeit Gottes nicht zu erlangen? Einen Teil der Antwort finden wir am Anfang des Römerbriefs. Gehen wir also zurück zu Kapitel 1. Dort wird es in Vers 20 folgendermaßen ausgedrückt:
 Römer 1,20: Sein, das heißt Gottes unsichtbares Wesen, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, wird seit der Erschaffung der Welt in dem Gemachten wahrgenommen und geschaut, damit sie, die Menschen, ohne Entschuldigung seien, weil sie Gott kannten, ihn aber nicht als Gott verherrlichten.
Wir werden geboren, lernen zu denken und bemerken: Wow, diese Welt steckt voller toller Dinge. Wolken, Wasserfälle, Sonnenuntergänge. Wenn wir in der Schweiz leben, sogar Berge, größere Berge, Popcorn, Pizza Hawaii, niedliche kleine Chihuahuas, niedliche kleine Babys, niedliche kleine Smartphones. Und wir merken ganz automatisch: Das kommt nicht von uns selbst.
Anstatt zu sagen: Wow, der, der das alles gemacht hat, ist einfach großartig. Gott, du bist herrlich!, sagen wir etwas anderes. In Vers 25 von Kapitel 1, im zweiten Teil dieses Verses, heißt es:
Sie bringen dem Geschöpf Verehrung und Dienst dar statt dem Schöpfer.
Wir sagen also: Ich mag all diese Dinge, all die Dinge, die Gott gemacht hat, aber Gott selbst, das ist mir egal.
Das ist ungefähr so, wie wenn ich zu meiner Frau nicht sagen würde: Ich mag das Essen, das du kochst, ich mag deinen Körper, ich mag die Art, wie du unseren Haushalt organisierst, aber du selbst bist mir eigentlich egal. Und genau das ist es, was Menschen auf diesem Planeten millionenfach gegenüber Gott ausdrücken, Tag für Tag. Gott selbst ist mir egal, nicht so wichtig. Das ist das, was die Bibel Sünde nennt.
Hier ist das Problem: Es ist eine Sache, das mit irgendjemandem zu machen. Es ist durchaus möglich, dass du nach dieser Konferenz zu mir kommst und sagst: Hey, die Bibelstellen, die du vorgelesen hast, waren hilfreich, aber du selber bist mir jetzt nicht so wichtig. Das ist verständlich, denn ich bin nicht so wichtig. Es ist wahrscheinlich nicht der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, aber es ist in Ordnung.
Aber zu behaupten, Gott ist nicht so wichtig, Gott ist nicht wirklich von Bedeutung, das ist Majestätsbeleidigung. Wenn du einen Polizisten beleidigst oder den Bundespräsidenten beleidigst, dann wiegt das mehr, als wenn du deinen Nachbarn beleidigst, weil der Ernst der Beleidigung mit der Würde des Beleidigten zunimmt. Und es gibt keine größere Würde in diesem Universum als die Würde Gottes.
Darum gibt es auch nichts Schlimmeres und nichts Unverschämteres, was ein Mensch tun kann, als aufzublicken über die riesigen Ozeane und die gigantischen Bergketten und in die unendlichen Galaxien hinein und dann zu sagen: Ganz nett, Gott, aber du bist mir trotzdem egal. Ich liebe dieses Leben, aber ich weiß besser, wie ich in dieser Welt glücklich werde.
Der Gott der Bibel ist so herrlich, dass es Sünde ist, ihn nicht wertzuschätzen, das heißt, ihn nicht zu verherrlichen. Und das, was Sünde so schlimm macht, ist nicht nur das, was sie zwischen uns Menschen bewirkt, so schlimm das schon ist. Was Sünde so schlimm macht, ist, dass sie sich gegen Gott richtet.
 Römer 3,23 erklärt uns: Jeder von uns hat diese sündige Gewohnheit, diese sündige Haltung in sich. Sie alle haben so gesündigt, und das hat Konsequenzen. Die Konsequenz daraus finden wir wieder in Römer 1,18, denn es wird offenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen.
Die Konsequenz im Rest dieses Kapitels ist, dass er sie hingibt in ihrer Sünde. Und das führt letztlich zu dem, was in Römer 6,23 steht:
Der Lohn, den die Sünde zahlt, ist der Tod.
Wenn hier über den Tod gesprochen wird, dann nicht nur, um uns zu sagen, dass die Konsequenz der Sünde ist, dass wir nicht mehr weiterleben dürfen, hier in diesem Leben, wo Gottes Liebe und Güte uns am Leben hält, ob wir es jetzt wahrnehmen und glauben oder nicht. Es will uns mehr sagen als das, nämlich dass wir unter Gottes Zorn stehen und stehen werden für immer.
Das ist eine unendlich schreckliche Konsequenz, aber eine angemessene für die Auflehnung gegen die unendliche Würde Gottes, des Schöpfers. Wir merken hier: Wenn der Herrscher dieses Universums zornig auf mich ist, dann habe ich ein ziemliches Problem.
Was können wir tun? Die tragische Antwort der Bibel ist: Nichts. Wir könnten überhaupt gar nichts tun. Unser Problem mit Gott ist eines, das wir nicht lösen können. Denn da ist eine Schuld im Raum, und zwar einseitig, und Gott ist zu Recht zornig auf uns, solange diese Schuld im Raum steht.
Das heißt, wir können nicht einfach sagen: Okay, danke für diesen kurzen biblischen Überblick, von heute an ändere ich meine Haltung gegenüber Gott. Die einzige Hoffnung, die wir haben, ist, dass Gott seine Haltung gegenüber uns ändert. Nicht wir können etwas tun, er muss etwas tun.

Christus als Gottes Antwort auf Schuld und Gericht

Und genau das führt uns zu unserem dritten Unterpunkt hier: von Gott über Sünde zu Christus. Und damit wieder zurück zu Römer 3, Vers 24:
Alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade. Durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist.
Das Evangelium ist die gute Nachricht davon, dass Gott tatsächlich etwas getan hat. Vor zweitausend Jahren, in dem wichtigsten Ereignis der Geschichte der Menschheit. Und fast jeder Mensch auf diesem Planeten wird tagtäglich daran erinnert, wenn er sich das Datum ansieht: einunddreißigster Januar zweitausendundzwanzig Jahre nach was? Jesus Christus.
Gott kommt in dieser Person als Mensch zur Welt und erlebt ein vollkommen sündloses Leben, durch das Gott großartig aussieht, so wie wir es hätten leben sollen. Und Gott lässt ihn leiden und sterben als Strafe für Sünden. Welche Sünden, wenn er selbst doch keine begangen hat? Für Sünden von Menschen wie uns.
Es wird deutlich in Vers 25 und 26, die wir hier heute nur in Auszügen betrachten können: Ihn, Jesus Christus, hat Gott hingestellt als einen Sühneort zum Erweis seiner Gerechtigkeit. Warum hat Gott seinen geliebten Sohn am Kreuz für Sünder sterben lassen? Um zu zeigen, um zu beweisen: Ich bin vollkommen gerecht.
Eine Menge von Sünden sind auf dieser Welt geschehen, wo Menschen Gott nicht verherrlicht haben. Und Gott hat geduldig zugesehen, aber es lässt ihn ungerecht aussehen, wenn er Sünden nicht bestraft. Es sieht so aus, als täte er nicht das, was eigentlich richtig ist, also unrichtig, ungerecht.
Angenommen, an diesem Wochenende würden die führenden Köpfe des sogenannten Islamischen Staates oder dem Rest, was davon noch übrig ist, in einem Einsatz gefangen genommen werden. Und dann werden sie nächste Woche vor Gericht gestellt. Und dann werden in einem Prozess all ihre Gräueltaten aufgerollt und diskutiert: all die Hinrichtungen, all die Vergewaltigungen, all die Misshandlungen, die sie begangen haben. Und die Welt schaut zu bei diesen Nürnberger Prozessen des einundzwanzigsten Jahrhunderts.
Und am Ende dieses Prozesses steht der Richter da, und die angeklagten führenden Köpfe dieser Terrororganisation sitzen vor ihm und vor den Kameras dieser Welt. Und er fragt sie: Habt ihr noch irgendetwas zu sagen? Und dann steht einer von ihnen als stellvertretender Sprecher auf und sagt: Tut uns leid. Und der Richter antwortet: Okay, ihr könnt gehen, macht es halt nicht wieder.
Was stimmt am nächsten Tag in der Zeitung? Das ist ungerecht. Dein Job als Richter ist, für Recht zu sorgen. Und das, was wir wahrnehmen, wenn wir in diese Welt schauen, das, was die Menschen um uns herum wahrnehmen und empfinden, wenn sie in diese Welt schauen, das, was wir wahrnehmen, wenn wir uns das ganze Alte Testament anschauen, das ist das, was diese beiden Verse hier diskutieren: Gott ist ungerecht, er richtet Sünde nicht, wird so sagen, Vers 25, auf die lange Bank geschoben.
Aber es ist nicht angemessen, wenn der Gott des Universums einfach sagt: Passt schon, meine Heiligkeit, meine Weisheit, meine Gerechtigkeit, meine Herrlichkeit, all das, wodurch ihr überhaupt am Leben seid und gehalten seid, ist nicht so wichtig. Gott ist der Inbegriff, er ist die Definition von allem, was gut und was gerecht ist. Und der Wert von diesem Wesen Gottes wird dadurch deutlich, dass er Sünde nicht ungestraft lässt.
Aber zugleich wird die Liebe Gottes dadurch deutlich, dass er alles dafür getan hat, damit er Sünder wie dich und mich nicht bestrafen muss, sondern, Vers 24, durch seine Gnade von ihrer verdienten Strafe erlösen kann.
Jetzt, was ist das, was er dafür getan hat? Vers 25 noch einmal: Er hat Jesus Christus, seinen Sohn, öffentlich vor den Augen der Welt hingestellt als Sühneort. Das heißt, an Jesus am Kreuz hat Gott seiner Gerechtigkeit Genüge getan und hat Sünde gesühnt.
Wie hat er das getan? Was ist dort damals vor zweitausend Jahren am Kreuz geschehen? Es ist wichtig, dass uns das klar ist. Erinnert ihr euch daran, was Gottes gerechte Reaktion auf Sünde ist? 1. Mose 18.
Gottes Zorn, Gottes heiliger und gerechter Zorn über Sünde, die ihn nicht gerecht, nicht herrlich, nicht wichtig aussehen lässt, wurde gestillt, indem Jesus Christus sie auf sich nimmt, so wie ein Blitzableiter sie auf sich ableitet, sodass er nicht mich trifft.
 Römer 3, Vers 25 ist eine sehr, sehr gewichtige Aussage. Vielleicht denken jetzt viele von euch: Ja, weiß ich doch, kenne ich doch. Lass uns mal kurz innehalten, wenn es darum geht, zu verstehen und zu erklären, was dort am Kreuz geschah.
Hast du dich jemals gefragt, warum Jesus vor seinem Tod im Garten Gethsemane voller Furcht zitternd am Boden liegt und fleht und weint: Bitte nicht, bitte nicht! Und einige Kapitel später in der Apostelgeschichte Stephanus, sein Nachfolger, fest und zuversichtlich in den Himmel schaute, als er hingerichtet wird?
Hast du dich jemals gefragt, warum Jesus am Kreuz ruft: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Und Hunderte, Tausende Märtyrer in den Jahrhunderten nach ihm in den römischen Arenen, auf den Scheiterhaufen der Reformation, in den Konzentrationslagern von Nordkorea mutig, mit offenen Augen sich haben hinrichten lassen, singend, lobpreisend in den Tod gegangen sind?
Hast du dich jemals gefragt, was der Unterschied ist zwischen dem Tod von Jesus Christus und dem Tod all der Märtyrer nach ihm? Warum waren sie so heldenhaft und sieht Jesus aus wie ein Feigling? Weil Jesus etwas zu fürchten hatte, was keiner sonst zu fürchten hat: den Zorn Gottes.
Wenn er sagt, als er da am Boden liegt: Bitte, Vater, nimm diesen Kelch von mir, dann weil er vor Augen hat, dass die Propheten im Alten Testament den Kelch oft als Symbol von Gottes Zorn und Gericht über Sünde verwenden.
Schau, die körperlichen Leiden von Jesus am Kreuz sind nicht das Besondere. Viele andere haben Ähnliches erlitten nach ihm, vielleicht sogar körperlich Schlimmeres. Sie sind nicht die eigentliche Strafe. Egal wie viele Filme das so darzustellen versuchen, sie sind nur der äußerlich wahrnehmbare Ausdruck dieser Strafe.
Gott bestraft Menschen nicht für ihre Sünde, indem er sie körperlich leiden und sterben lässt, sondern indem er seiner Geduld ein Ende setzt und sich von ihnen abwendet und sie spüren lässt, dass er, der Herrscher dieses Universums, zornig auf sie ist.
Das schrecklichste Ereignis, was sich je auf diesem Planeten zugetragen hat, war, als Gott, der Inbegriff von Liebe und Schönheit, seinen Sohn, sein von Ewigkeiten Geliebtes, seinen Zorn hat spüren lassen.
Wenn mein Vater mich schlagen würde, was er nicht tut, dann wäre das schmerzhaft. Aber es wäre so viel schmerzhafter, wenn er mich verlassen würde, wenn er mich spüren lassen würde: Ich liebe dich nicht mehr. Ich empfinde sogar Abscheu, wenn ich an dich denke und wenn ich dich sehe.
Wie viel tausendmal schlimmer für Jesus, der die vollkommene Liebesbeziehung zu seinem Vater genossen hat, nicht nur ein paar Jahrzehnte, sondern für eine Ewigkeit, um dann im Garten Gethsemane befürchten zu müssen, dass sein Vater ihn nicht nur schlägt, sondern dass er ihn zornig abstößt.
Darum liegt er dort am Boden und sagt: Vater, geschlagen werden ist okay. Bespuckt werden ist okay. Gefoltert werden ist okay. Getötet werden ist okay. Aber bitte, bitte, lass mich nicht deinen Zorn ertragen müssen, wenn es irgendeinen anderen Weg gibt. Bitte, bitte, lass diesen Kelch deines Zorns an mir vorübergehen. Lass mich nicht der Sühneort sein, an dem du deinen heiligen Zorn auslassen musst, um Gerechtigkeit walten zu lassen.
Hier liegt das Gewicht von Römer 3, Vers 24: Sie werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die schmerzhaft schreckliche Erlösung, die Jesus Christus durch Sühne erwirkt.
Hier liegt das Gewicht der frohen Botschaft des Evangeliums. Hier liegt der ultimative Grund dafür, dass wir den Gott der Bibel einen liebenden Gott nennen. Der großartigste Ausdruck davon, wie herrlich Gott ist: Wo wird er sichtbar in dieser Welt? Am Kreuz von Golgatha, wo Gottes Sohn als Stellvertreter für Sünder stirbt.
Darum gibt es seit Golgatha auch keine großartigere, angemessenere, würdigere, bessere Art, Gott zu verherrlichen, als ihn anzubeten für seine Erlösung in Jesus Christus.

Glaube, Sendung und Schluss

So, das lässt uns mit einer letzten entscheidenden Frage zurück: Wie wird diese allgemeine Wahrheit über Gott und Sünde und Jesus Christus zu meiner persönlichen Realität oder zu der persönlichen Realität der Person, der ich davon erzähle? Wie wird dieser Teil der Weltgeschichte zum Teil meiner Lebensgeschichte?
Das führt uns von Gott über Sünde über Christus zum vierten Punkt: Glauben. Jesus wird zum Erlöser durch den Glauben an sein Blut, Vers 26, dass Gott gerecht sei und den rechtfertige, der des Glaubens an Jesus ist.
Nun bedeutet Glauben nicht, etwas Bestimmtes zu tun. Es bedeutet, das anzunehmen, was Jesus getan hat. Es bedeutet, der Botschaft des Evangeliums zu vertrauen, so wie wir es im ersten Punkt gesehen haben. Zu glauben, darauf zu vertrauen: Dieses Ereignis ist wahr, dieses Werk ist tatsächlich vollbracht, dieses Angebot gilt mir, er hat es für mich getan.
Ja, wir sind davon überzeugt, dass dieser Glaube etwas ist, was Gott in uns bewirken muss. Durch seinen Geist ist er eine Gabe Gottes. Aber, Geschwister, es ist dennoch gleichzeitig unsere Aufgabe, das Evangelium anzubieten und zu diesem Glauben aufzurufen. Es ist unsere Berufung, mit Leidenschaft für diesen Glauben zu werben. Darum zu ringen, sich immer wieder neu zu fragen: Wie können wir in unserer Zeit, in unserer Situation, an unserem Ort, wo wir leben, wo wir als Gemeinde zusammenwirken, diese Botschaft des Evangeliums von Gott, von Sünde, von Jesus Christus so biblisch wie möglich, so verständlich wie möglich, so deutlich wie möglich, so persönlich wie möglich, so ansprechend wie möglich erklären, verkündigen und dazu aufrufen, daran zu glauben, sodass Menschen zu ihrer eigentlichen Bestimmung ihres Lebens finden: zu Gott?
Ich glaube, Karl Marx hatte Recht, als er daran erinnerte: Es kommt nicht darauf an, die Welt zu verstehen, sondern die Welt zu verändern. In der Botschaft des Evangeliums haben wir, was wir dafür brauchen, in diese Welt zu gehen, in der Kraft dessen, der uns gesandt hat, mit den Worten: Ihr werdet meine Zeugen sein.
Vater im Himmel, hilf uns, diese Botschaft immer wieder neu und immer wieder mehr aufzunehmen und zu bestaunen und davon durchdrängt zu sein und mit dieser Botschaft deine Zeugen zu werden. Amen.