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Seligpreisungen: Frieden stiften

Matthäus 5,9
Matthäus 5,9-5,922.04.2002
Serie•Teil 17 / 37Matthäus-Evangelium
Friedensstifter werden! Doch warum ist das so wichtig? Die Predigt beleuchtet die zentrale Frage, wie der Mensch Frieden mit Gott finden und diesen Frieden auch weitergeben kann. Vier Schlüsselpunkte machen deutlich: Die Not der Gottlosen, der Auftrag Gottes, die Verheißung und das Streben nach wirklichem Glück. Wie kannst du selbst zum Friedensmacher werden und anderen das Evangelium näherbringen?

Ein ungewöhnlicher Zugang zum Frieden

Das war der tückische Verrat. Sie hatten eine Idee, etwas, das für sie besonders wertvoll war, und zwar, einen Feind zum Schlachtfest zu mästen. Das heißt, mit diesem Feind Freundschaft zu schließen, ihn immer wieder einzuladen, ihm etwas Leckeres vorzusetzen, bis der dachte: Boah, ich habe ja einen richtig guten Freund in dem, und immer dicker wurde. Und dann, als der andere sich so völlig sicher fühlte, ihm eins über die Rübe zu geben und ihn aufzuessen. Das war das höchste Ideal, das diese Savis hatten.
Und jetzt kommt zu diesem Stamm ein Missionarsehepaar, Don und Carol Richardson, und sie erzählen ihnen die Geschichte von Jesus. Und die Savi sind von der Geschichte begeistert, nur sind sie nicht begeistert von Jesus, sondern von Judas, weil Judas genau das ist, was so als Inbegriff für Savi-Männlichkeit dasteht: Einer, der seinen besten Freund durch einen Kuss verrät. Klasse, genau das, das war das, was die Savis dachten: Das ist richtig.
Jetzt stellt euch mal die Situation vor: Ihr seid so ein Missionarsehepaar, und ihr habt gerade das Evangelium erklärt. Die andere Seite ist begeistert, nur nicht von Jesus, sondern von Judas. Wie kann ich einem solchen Stamm das Evangelium erklären? Und die beiden haben dann eine Weile nachgedacht, und sie haben eine Lösung gefunden.
Die Lösung bestand in einem Brauch, den die Savis hatten. Denn obwohl sie ausgesprochen kriegerisch waren, hatten sie doch eine Möglichkeit gefunden, dass zwei Stämme miteinander in Frieden leben konnten. Und die Lösung bestand darin, dass ein Kind ausgetauscht wurde. Also ein Kind von einem Stamm kam in den anderen Stamm und durfte dort leben. Man nannte dieses Kind das Friedenskind. Und solange dieses Kind lebte, bestand zwischen beiden Stämmen Friede. Starb es, dann war es mit dem Frieden auch vorbei.
Und was die Richardsons jetzt machen, ist: Sie erklären den Savis das Evangelium, indem sie dieses Beispiel von dem Friedenskind verwenden. Sie sagen, dass der Gott des Himmels auch zornig ist auf die Menschen, weil sie nämlich die Gebote übertreten. Und wir erklären ihnen, dass der Mensch in einem permanenten Kriegszustand mit Gott lebt, ein Zustand, der einmal auf ewig dadurch besiegelt wird, dass der Mensch stirbt. Aber Gott hat uns auch ein Friedenskind auf die Erde geschickt, und dieses Friedenskind ist Jesus. Gott bietet den Menschen, die Jesus in ihr Leben aufnehmen, Frieden an.
Und weil Jesus nie stirbt, deshalb ist dieser Friede ein ewiger Friede, der nie wieder aufhört. Die Savi haben das damals verstanden. Der Stamm hat sich bekehrt, hat dem Kannibalismus und diesem bösen Verhalten Tschüss gesagt und ist dann Verkündiger des Evangeliums geworden.

Frieden als zentrales biblisches Thema

Beschäftigen wir uns damit. Friede ist ein unglaublich zentrales Thema in der Bibel. Vorhin haben wir das gesungen, aus Jesaja 9,6. Dort wird Jesus der Friedefürst genannt. Das heißt: Jesus kommt auf die Erde, um Friede zu bringen.
Er betont es immer wieder, wenn er mit seinen Jüngern spricht, dass er ihnen diesen Frieden geben und hinterlassen möchte. Nach der Auferstehung: Wie tritt Jesus in den Kreis der Jünger hinein, mit welchem Gruß? Friede sei mit euch.
Auch für die Jünger nach der Auferstehung war Friede etwas ganz Zentrales. Man kann es daran merken, wenn ihr die Bibel lest, dass viele Briefe so anfangen: Gnade und Friede. Wenn man sich also etwas gewünscht hat, dann war Friede fast immer dabei. Ich wünsche dir Frieden.
Und wenn Petrus aufbricht, um dem Heiden Cornelius, dem ersten Heiden, dem von den Aposteln das Evangelium verkündigt worden ist, von Jesus zu erzählen, wenn er ihm das Evangelium beschreibt und wenn er versucht, die Botschaft Jesu zusammenzufassen, dann tut er das, indem er sagt, dass Gott Frieden verkündigte durch Jesus. Wörtlich steht da, dass Gott Frieden evangelisierte durch Jesus Christus.
Wir können also, wenn wir wollen, die Botschaft Jesu auf einen einzigen Begriff verdichten: Friede. Das steht im Zentrum. Das ist das, was er als der Friedefürst tatsächlich bringen wollte und auch gebracht hat.
Wir wollen uns heute über Matthäus 5,9 Gedanken machen. Dort heißt es: Glückselig die Friedenstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen. Glückselig die Friedenstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen. Das wird unser Text heute sein.
Und wir wollen dabei vier Unterpunkte betrachten. Zuerst wollen wir uns die Not der Gottlosen vor Augen stellen. Danach betrachten wir den Auftrag: Was heißt es eigentlich, Frieden zu stiften? Dann werden wir einen kurzen Blick auf die Verheißung werfen: denn sie werden Söhne Gottes heißen. Und am Ende möchte ich noch etwas machen, das ich einmal überschreibe mit „I have a dream“. Diesen Traum möchte ich euch nur ganz kurz skizzieren.
Okay, das werden die vier Punkte sein.

Die Lage des Menschen ohne Gott

Fangen wir mit dem Ersten an: Die Not des Gottlosen.
Die Bibel lässt keinen Zweifel daran, dass der Mensch ohne Gott ein ganz zentrales Problem hat. Er sehnt sich nach Frieden, wobei es unterschiedliche Arten von Frieden gibt. Es gibt diesen inneren Frieden. Ich denke, der ist allen Menschen irgendwie bewusst. Niemand möchte aufgewühlt und angespannt und friedlos leben. Dann gibt es den Frieden, den wir mit den Menschen in unserer Umgebung haben, mit den Nachbarn, mit den Schulkameraden, mit unserem Chef. Oft genug ist auch das nicht unbedingt der Bereich, wo es am besten läuft. Und drittens gibt es natürlich den politischen Frieden zwischen Völkern.
Wenn wir ehrlich sind: Egal, welche dieser Friedensarten wir anschauen, es klappt so richtig auf dieser Welt nicht. Und das Schlimme daran ist, dass es nicht nur nicht klappt, sondern dass oft genug wir selbst unseren Anteil daran haben, dass es nicht klappt. Kein Mensch muss sich irgendwie anstrengen, böse zu sein und etwas Schlimmes zu sagen. Das geht ganz von allein. Du siehst den anderen, und schon fällt dir eine dusselige Bemerkung ein. Nicht, wie du ihn aufbauen könntest, nicht, wie du ihm helfen könntest, nein, irgendwie so eine blöde Bemerkung, ein Scherz, der auf sein Aussehen geht, ein bisschen was Sticheliges, ein bisschen den anderen ärgern. Das kommt so schnell, das steckt so tief drin, da muss sich niemand anstrengen.
Wenn wir versuchen würden zu beschreiben, wie das Verhältnis des Menschen in seiner Summe zum Thema Frieden ist, dann würden wir wahrscheinlich Gott Recht geben, wenn er das so beschreibt. Er sagt: Den Weg des Friedens haben sie, die Menschen, nicht gekannt. Da schreibt Paulus in Römer 3,17: den Weg des Friedens. Wie man friedlich lebt, miteinander, im inneren Frieden lebend, politischen Frieden, wie das gehen soll, das weiß der Mensch nicht. Das weiß er einfach nicht. Und das hat er die letzten paar tausend Jahre auch nicht gelernt.
Es gibt ein englisches Sprichwort, das gefällt mir: Drei können Frieden halten, wenn zwei fort sind. Das stimmt, oder? Wenn von drei zwei weg sind, dann ist das mit dem Frieden kein Problem.
Mir geht es immer so: Bei Radio Paradiso gibt es die gute Nachricht des Tages. Ich bin immer schon dankbar, also ich höre nicht viel Radio Paradiso, aber bei den Nachrichten kommt man manchmal nicht drum herum, wenn man so fährt. Dann bin ich schon froh, wenn diese gute Nachricht des Tages, die ja vor dem Nachrichtenblock kommt, wenigstens eine halbwegs gute Nachricht ist. Ich möchte mich nicht wegkrümeln, was sie da für einen Blödsinn rausgesucht haben, um irgendetwas Gutes zu sagen.
Denn alles, was nach der guten Nachricht des Tages kommt, im eigentlichen Nachrichtenblock, das lässt sich gut zusammenfassen mit: Krieg, Krieg, Krieg. Kleinerer Krieg: da streiten sich Politiker. Größerer Krieg: da geht irgendwo ein Tanklastzug von der Synagoge hoch. Noch ein bisschen größerer Krieg: da kämpft ein Land gegen ein anderes Land. Und ich könnte jetzt ein paar Stichworte geben, einfach aus der letzten Woche: Krieg, Krieg, Krieg. Das ist das, was unsere Berichterstattung Tag für Tag zeigt.
Und ich denke, man muss, wenn man ein halbwegs aufmerksamer Zeitungsleser ist, einfach sagen: Ja, das stimmt, was Gott sagt. Den Weg des Friedens haben die Menschen tatsächlich nicht gekannt.
Ein Zyniker hat es mal so ausgedrückt: Friede ist jener ruhmreiche Moment in der Geschichte, in dem alle innehalten, um nachzuladen. Friede ist jener ruhmreiche Moment in der Geschichte, in dem alle innehalten, um nachzuladen. Es ist dieser Moment, wo nichts passiert, aber der nicht wirklich Friede ist, sondern nur vorbereitet für den nächsten Schlag.
Und egal, welche Seite des Unfriedens wir uns anschauen, ich will da gar nicht so sehr ins Detail gehen, egal, ob es die Seite des Weltfriedens ist, oder ob es um die Seite des friedlichen Zusammenlebens von Menschen geht, oder um diese Sehnsucht nach innerem Frieden: Immer wieder wird der Mensch, wenn er ehrlich ist, feststellen, da geht etwas schief. Das funktioniert irgendwie nicht.
Und ich möchte sagen, warum das so ist. Es liegt daran, dass all das, was ich jetzt beschrieben habe – politische, zwischenmenschliche Auseinandersetzungen, persönlicher Unfriede – nicht das eigentliche Problem ist, sondern nur Symptome eines ganz anderen Problems. Solange dieses eigentliche andere, dieses größere Problem nicht gelöst ist, solange werden wir auch auf dieser Welt keinen Frieden haben. Keinen wirklichen Frieden zwischen den Völkern, keinen wirklichen Frieden mit unseren Nachbarn und keinen wirklichen Frieden in uns selbst.
Und dieses eigentliche Problem, das im Kern das Problem ist, das jeder Mensch hat und jeder Mensch für sich lösen muss, das ist das Problem, dass seine Beziehung zu Gott gestört ist, dass er ein Rebell ist. Nicht irgendwie neutral. Die meisten Menschen denken ja: Na ja, ich glaube zwar nicht an Gott, aber ich habe auch nichts gegen Gott. Gott ist so etwas Neutrales halt, ja, er steht da und ich stehe hier, und na ja, ab und zu sehen wir uns halt. Und das stimmt nicht.
Die Bibel sagt ganz klar: Wenn ein Mensch nicht für Gott ist, sich nicht für ihn entschieden hat, dann lebt er als Rebell. Und ein Rebell ist einer, der mit Gott im Krieg, in Auflehnung gegen Gott, lebt. Und ich möchte heute euch etwas vor Augen malen. Könnt ihr euch ein klein bisschen die Gefahr vorstellen, in der ein solcher Mensch lebt?
Stellt euch mal vor, da ist einer, der sagt: Ja, ich werde jetzt Terrorist. Stell dir mal vor, dein Kind kommt nach Hause und sagt: Papa, ich habe einen Beruf gefunden, der mir gefällt. Ich möchte gern Terrorist werden. Oh gut, wie hast du das vor? Na ja, da gibt es so ein Ausbildungslager, da möchte ich hingehen und dann bum bum bum bum lernen, und dann komme ich wieder zurück und dann mache ich hier Anarchie. Dann denkst du dir: Das haben schon mal welche in den Siebzigerjahren probiert, hat nicht geklappt, und die sind entweder gestorben oder ins Gefängnis gewandert. Oh, wird sich das Kind wahrscheinlich sagen, schlechte Zukunftschance. Sind die reich geworden? Noch nicht mal reich.
Und wahrscheinlich würden wir alle unserem Kind davon abraten, Terrorist zu werden. Wir würden nicht sagen: Gute Wahl, mach mal, hat Aussicht auf Erfolg, weil Krieg ist etwas, was es immer geben wird. Ja, und wenn du in Deutschland nichts mehr findest als Söldner irgendwo auf der Welt, das klappt schon. Wir würden sagen: Hey, lass die Finger davon, ja. Wenn du damit anfängst, die ganze Welt wird gegen dich sein. Du wirst ein Gejagter sein. Wenn man dich kriegt, man wird nicht zögern, dich zu erschießen. Man wird dich suchen. Du wirst dich nirgendwo verstecken können. Du hast keinen Vorteil davon.
Und jetzt nimmt diese Geschichte mal eintausend in ihrer Gefährlichkeit. Und das ist der Zustand, in dem ein Mensch lebt, der sagt: Ich will Terrorist sein gegen Gott.
Wenn Gott könnte – nein, andersherum: Wenn Gott wollte, könnte er mit dieser Feindschaft, die die Menschen gegen ihn haben, in einem Moment Schluss machen. Eine der gruseligsten Szenen der Bibel findet sich im Buch Sacharja. Dort wird beschrieben, wie es sein wird, wenn sich aus der ganzen Welt Armeen zusammenziehen, um gegen Jerusalem zu marschieren, und wie dann in einem Moment der Herr Jesus wiederkommt auf die Erde und ein Gericht übt über diese Nationen, über diese Völker, über ihre Heere.
Und wisst ihr, wie das beschrieben wird? Es ist kein: „Jesus zückt das Schwert, und dann gibt es eine lange Fechtszene mit dem Ersten, eine lange Fechtszene mit dem Zweiten, und dann geht das tausend Jahre hin und her und wieder vor und zurück, und irgendwann ist Jesus dann der siegreiche Herr.“ Nein, so wird das nicht sein. In einem Moment werden zigtausend und abertausende von Soldaten bei lebendigem Leib verwesen. Es wird einfach Schnipp machen, und Gott wird seine lebenserhaltende Kraft einfach zurückziehen, und sie werden einfach bei lebendigem Leib verwesen. Es gibt in dem Sinn keinen Kampf.
Wenn Gott seinen Zorn ausgießt über Menschen, dann gibt es keine Rettung. Ich habe mir überlegt: Stellt euch vor, das würde in diesem Moment hier passieren, oder es würde in der U-Bahn passieren. Du sitzt da, und plötzlich siehst du deinem Gegenüber ins Auge, und du merkst, das fällt in sich zusammen, und er schrumpelt, und er fängt an, wirklich vor deinen Augen zu zerfließen, einfach zu verwesen, so von innen heraus zu vermodern. Und du denkst: Hey, was ist hier los? Und ich kann dir sagen, was los ist. Es ist einfach der Zorn Gottes, ein klein bisschen gruseliger dargestellt, als wir ihn vielleicht sonst vor Augen haben.
Und genau dieser Zorn hängt über jedem einzelnen Menschen. Und vielleicht versteht ihr, warum ich, wenn ich mir das vor Augen male, was Gott tun könnte, so begeistert von Gott bin, dass er diese Rebellion zulässt, dass er bis heute geduldig abwartet, geduldig erträgt, dass Menschen ihm ins Gesicht spucken, ihm sagen: Ich will mit dir nichts zu tun haben, sich über ihn lächerlich machen, ihn als eine Märchengeschichte abtun. Und Gott hält still. Warum? Gott wartet, weil er will, dass möglichst viele Menschen den Weg des Friedens betreten, weil damit möglichst viele Menschen das Evangelium des Friedens hören und verstehen und den Herrn des Friedens, das ist Jesus, annehmen und gerettet werden.
Die Not des Gottlosen ist, dass er ohne Gott lebt. Und das ist nicht etwas, was neutral ist, sondern das ist die gefährlichste Situation, in der ein Mensch sich befinden kann. Wenn du auf einem Turm stehst zum Bungee-Jumping und das Ding ist fünfzig Meter tief und du hast ein Seil angebunden, das hundert Meter lang ist, und du springst runter, dann ist das dein sicheres Ende. Aber es ist immer noch besser, ein solches Ende zu wählen, als sich in Auflehnung gegen Gott zu befinden.
Es gibt nichts auf dieser Erde an Gefahr, was vergleichbar damit ist, was diese Menschen leben, die Gott ablehnen, die Gott nicht kennen. Und in so eine Situation hinein, wo Menschen unter akuter Lebensgefahr stehen, spricht Jesus dieses Wort: glückselig die Friedensstifter.
Und ich möchte, dass wir uns gemeinsam ein paar Gedanken machen zu dem Auftrag, der damit verbunden ist. Was heißt es denn, ein Friedensstifter zu sein?

Der Auftrag, Frieden weiterzugeben

Der Auftrag Gottes: Frieden stiften.
Ich habe dazu zwei Unterpunkte.
Der erste Unterpunkt beschäftigt sich mit der Frage: Wer ist eigentlich tauglich für den Job? Wer kann eigentlich ein Friedensstifter sein? Die Antwort ist relativ leicht: Frieden stiften kann nur der, der selbst Frieden mit Gott hat.
 Römer 5,1, wir haben das auf der Folie: Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.
Diese Stelle beschreibt, wie man Frieden mit Gott bekommt. Man bekommt Frieden mit Gott, indem man glaubt, das heißt ganz und gar auf Jesus vertraut, und indem man dann von Gott gerecht gemacht wird, denn das ist der Begriff der Rechtfertigung. Und weil wir gerecht gemacht worden sind, weil Gott unsere Sünden weggenommen hat aufgrund unseres Glaubens, genau deshalb können wir sagen: Wir haben Frieden mit Gott.
Es gibt keine andere Grundlage, um zu diesem Frieden zu kommen. Am Kreuz hört die Feindschaft auf. Warum? Weil Jesus am Kreuz den Zorn Gottes, der über deinem Leben stand, getragen hat. Paulus kann deshalb in Epheser 2,14 Jesus auch bezeichnen als den, der unser Friede ist. Er, Jesus, ist unser Friede.
Dass wir Frieden mit Gott haben, liegt nur daran, dass Jesus für uns gestorben ist. Es gibt keinen anderen Grund. Und dieser Friede, der am Anfang steht, das ist der Friede, der auch im Zentrum steht. Das ist der wichtigste Friede, den ein Mensch braucht: Friede mit Gott.
Und jeder, der diesen Frieden hat, der bekommt mit dem Frieden zusammen gleich so eine Art Doppelpack. Er bekommt den Frieden, und er bekommt einen Auftrag. Nämlich den Auftrag: Du, jetzt hast du doch Frieden, was hältst du denn davon, wenn du das weitergibst?
Das ist wie bei Tupperware. Kennt ihr diese Tupperware-Partys? Man hat so eine Tupperware-Schüssel und denkt sich: Boah, ist die stark. Und dann kommt irgendwann die Tupperware-Vertreterin und sagt: Du, können wir nicht mal bei dir eine Tupperware-Party machen, damit du diese tollen Eindrücke von der Tupperware-Schüssel auch an andere weitergeben kannst?
Und so ist das bei dem Frieden. Wir bekommen den Frieden, und Gott sagt: Du, jetzt hast du diesen Frieden bekommen, jetzt mach dich auf und gib diesen Frieden weiter an andere Menschen.
Und deswegen lautet der zweite Punkt dazu: Wer Frieden mit Gott hat, der soll auch zum Friedenstifter werden.
Wir könnten den Begriff Friedensstifter sein in zwei großen Feldern betrachten. Einmal kann man Frieden stiften zwischen Menschen und Gott, das würden wir nennen Evangelisation, und darum soll es heute auch hauptsächlich gehen. Man könnte aber auch sagen: Frieden stiften ist doch nicht darauf beschränkt Mensch-Gott. Das ist doch genauso wichtig heutzutage Mensch-Mensch. Ich kenne so viele, die sich nicht vertragen. Da müsste man hingehen, mit denen müsste man reden.
Und das ist richtig, dieses Thema Frieden stiften Mensch-Mensch. Ich nenne das mal zwischenmenschliche Konfliktbewältigung. Das wird noch ein Thema der Bergpredigt sein, allerdings erst in Matthäus 5,23-24. Da werden wir das betrachten.
Und ich habe euch auf dem Zettel ein Buch empfohlen, für alle die, die nicht mehr warten können. Das heißt: Sei ein Friedenstifter. In diesem Buch findet ihr eine recht gute Zusammenstellung der biblischen Prinzipien zum Thema Konfliktbewältigung. Aber das ist nur für die, die nicht mehr warten können.
Heute soll es mir um den Punkt Evangelisation gehen. Wenn Jesus sagt: Sei ein Friedenstifter, dann geht es ihm um den wichtigsten Frieden, den Gott einem Menschen anzubieten hat. Und das ist der Friede Mensch-Gott. Und da nimmt Gott uns mit hinein. Da vertraut uns Gott eine Mission an, und zwar die Mission, Friedensmacher zu sein.
Wörtlich ist dieses Wort „Sei ein Friedenstifter“ eigentlich: Sei ein Friedensmacher. Friedensmacher werde ich dadurch, dass ich zu einem Menschen hingehe und ihm sage: Schau mal, Gott bietet dir Frieden an.
Ja, aber ich weiß gar nicht, worum das mich betrifft. Das erkläre ich dir, worum es dich betrifft. Ich weiß gar nicht, was ich damit anfangen soll. Ich erkläre dir wieder, was du damit anfangen sollst. Ach, brauche ich das wirklich? Ja, du brauchst es. Bringt das was? Ja, ich zeige es dir aus meinem Leben. Wie hast du das denn gemacht? Ich erkläre dir alles.
Und wir führen einen Menschen Stück für Stück an den Punkt, wo er versteht: Boah, Gott will mit mir Frieden machen? Jesus ist für mich gestorben? Er will mir meine Schuld vergeben? Ich kann mit ihm leben? Ist das ehrlich so? Ja, alles ehrlich so. Bis ein Mensch sagt: Den Frieden will ich auch haben.
Dieser Prozess, diese Mission hat Gott uns anvertraut. Und die zentrale Stelle in der Bibel, die das beschreibt, findet sich im zweiten Korintherbrief, 2. Korinther 5,18-20. Dort heißt es, und der Vers 19 ist ausgelassen:
Alles aber von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat, so sind wir nun Gesandte an Christi statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt; wir bitten für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott.
Alles aber von Gott. In den Versen davor geht es um die verändernde Kraft Gottes, die in dem Gläubigen einen ganz neuen Menschen schafft. Und jetzt kommt die Frage: Ja, was mache ich mit diesem neuen Menschen? Und Paulus sagt: Dieser neue Mensch, der komplett von Gott geschaffen wurde, der, wie es hier heißt, versöhnt wurde durch Christus – übrigens: Versöhnung kommt nicht von Sohnschaft, sondern es kommt von Sühne oder von Sühnen. Also Versöhnung heißt nicht, zum Sohn machen, was ja auch nicht schlecht wäre im biblischen Zusammenhang, sondern Versöhnung heißt, mit einem anderen Frieden schließen.
Alles aber von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Christus, oder anders: der mit uns Frieden geschlossen hat durch Christus. Und was ist die Aufgabe eines erneuerten Menschen? Und uns den Dienst der Versöhnung, den Dienst des Friedenstiftens, gegeben hat.
Und Paulus sagt jetzt: Gut, wenn das so ist, wenn Gott uns diesen Auftrag in die Hände gibt, so sind wir nun Gesandte an Christi statt oder Diplomaten an Christi statt. Wir sind diejenigen, die Gott auf dieser Erde repräsentieren.
Wenn du in ein Land fahren willst, das ein bisschen weiter weg ist, dann brauchst du ein Visum. Und wo bekommst du das Visum? Na klar, bei meiner Dönerbude nebenan? Falsch, da gibt es das nicht, weil die Dönerbude nicht der Repräsentant dieses Landes in Deutschland ist. Du musst zur Botschaft. Und die Botschaft kennt sich aus, und die Botschaft kennt die Regeln, sie kann dir alles erklären.
Und genauso sind wir hier auf der Erde, damit wir den Menschen alles erklären können. Wir können ihnen den Weg zeigen für ein Visum in den Himmel. Und es ist eine dringliche Aufgabe: indem Gott gleichsam durch uns ermahnt, wir bitten für Christus.
Dieses Wort, was hier für bitten steht, ist ein ganz intensives Wort. Man könnte es übersetzen mit: Wir flehen für Christus, wir betteln für Christus, wir machen alles, was geht, damit Menschen irgendwie auf uns hören. Und unsere Botschaft heißt: Lasst euch versöhnen mit Gott.
Könnt ihr euch das vorstellen? Wir haben einen Gott, der sagt: Ich würde alles tun, um Menschen zu erreichen. Und ich habe mein diplomatisches Korps auf der Erde gelassen, und sie sollen alles tun, damit Menschen erreicht werden. Sie sollen Einsatz bringen, Fingerspitzengefühl zeigen, Hingabe, sollen einen evangelistischen Lebensstil entwickeln.
Und Paulus, der uns darin bestimmt ein Vorbild ist, beschreibt seinen Lebensstil so: Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise einige rette.
Wahnsinn, he? Da hat einer verstanden: Gott hat mich ausgezeichnet, hat mich in eine Position gesetzt, ihn auf dieser Erde zu vertreten, und jetzt ist mir alles egal. Ich will diesen Job zu Ende bringen. Ich will Menschen erreichen.
Und ich sage mal: Noch ist auch Zeit. Am 10. April musste der Schweizer Botschafter Berlin wegen einer angeblichen Sexaffäre verlassen. Es hieß vonseiten der Schweizer Regierung dazu, er könne unter den gegebenen Umständen seine Mission in Berlin nicht mehr wirkungsvoll erfüllen. Und ich glaube, wir verstehen das.
Was wird man einmal über unseren Dienst als Gottesdiplomaten sagen, wenn wir vor unserem Auftraggeber stehen? Würde er dann sagen: Recht so, du guter und treuer Knecht? Oder muss Jesus einmal über unser Leben Gericht halten? Muss er uns die Ausreden, den Ungehorsam, die Faulheit, all die Dinge, von denen wir ja schon lange wissen, noch mal vor Augen halten? Und wir müssen dann nicken und sagen: Stimmt, wir hätten eigentlich mehr rausholen können aus diesem Leben.
Ja, wir haben gewusst, dass wir eigentlich einen Auftrag haben, aber ehrlich gesagt, wir haben ihn verdrängt, wir haben andere Dinge vorgezogen, wir haben uns ablenken lassen. Und vielleicht wird dann manch einer bedröppelt dastehen und sagen: Stimmt, das habe ich eigentlich die ganze Zeit gewusst, und ich habe trotzdem so weitergelebt. Es hat mich in meinem Herzen auch gar nicht getroffen, dass meine Nachbarn gestorben sind, dass meine Freunde und Schulkameraden nie etwas von Gott gehört haben.
Die Entscheidung liegt bei uns, ob wir diesen Auftrag, den wir haben, annehmen und ob wir zu Friedensmachern werden. Ich denke, es lohnt sich, Friedensmacher zu sein. Ich will noch zwei Begründungen liefern.

Die Zusage für die, die Frieden schaffen

Die erste ist, dass wir einen kurzen Blick werfen auf die Verheißung, die dahinter steht: Glückselig sind die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen oder Söhne Gottes genannt werden.
Wenn Jesus davon spricht, dass er der Sohn Gottes ist, dann will er damit zum Ausdruck bringen, dass er und der Vater eins sind, dass sie das gleiche Wesen und den gleichen Charakter haben.
Und wenn wir uns als leidenschaftliche Friedensmacher herausstellen, wenn du mit uns nicht zusammen sein kannst, ohne dass du irgendwann auf deine persönliche Beziehung zu Jesus angesprochen wirst, ohne dass du merkst: Der brennt wirklich, der meint das ernst mit seinem Christsein, und der möchte wissen, wo ich stehe, und der sagt mir ehrlich, was er von meinem Leben hält.
So wie Jesus auf dieser Erde war und ehrlich gesagt hat, was er von dem Leben seiner Zeitgenossen gehalten hat, dann werden die Menschen merken, dass wir nicht ganz normal sind. Dann werden sie merken: Bei euch ist was anderes. Irgendwie seid ihr nicht wie die anderen, ihr seid so ein Stück wie Jesus. Ihr habt ja eigentlich von dem, was ihr tut, die Prioritäten Gottes. Na ja, ihr seid ja fast Söhne Gottes. Das werden andere Leute merken.
Und wenn wir die Seligpreisung Nummer sechs, das ungeteilte Herz, richtig verstanden haben, worum ging es denn dabei? Es ging darum, dass Gottes Anliegen und Gottes Prioritäten und seine Ziele zu unseren Anliegen, zu unseren Prioritäten und zu unseren Zielen werden.
Und wenn wir das tun, dann müssen wir uns die Frage stellen: Was will Gott? Und er sagt: Gott, weißt du, ich bin ein Gott des Friedens, und ich würde mich darüber freuen, wenn du in deiner Umgebung den Frieden, den ich den Menschen angeboten habe, wenn du den da hineinbringen könntest, genau an dem Fleck, wo du bist: an der Uni, im Berufsleben, an deinem Arbeitsplatz, zu Hause, in der Nachbarschaft, im Sportverein, wo auch immer du auf Menschen triffst. Da würde ich gerne richtig meinen Frieden platzieren, wie so eine Bombe. Kennt ihr diese Cruise Missile?
Und so sind wir: Wir kommen in diese Welt hinein, an irgendeiner Stelle sind wir da. Wir sind da, mit dem Wissen um das Evangelium, mit einer persönlichen Beziehung zu Gott, mit der Möglichkeit, das zu kommunizieren. Und ha, ein Rudel Ungläubiger um uns herum, super, oder? Kein anderer ist in dem Moment da, nur wir.
Und Menschen dürfen merken, zu wem wir gehören, und das ist eine Auszeichnung.

Glück finden im Dienst an anderen

Aber es gibt noch etwas Zweites. Und das Zweite, das buche ich unter dem Oberbegriff: „I have a dream“. Eigentlich habe ich den Traum, dass wir glücklich werden. Denn es geht ja die ganze Zeit, ihr könnt es ausmachen, um die Frage: Wie sieht der Weg zum Glück aus?
Und Jesus sagt: Möchtest du glücklich werden? Ich gebe dir acht Schritte. Und der, den wir gerade betrachten, der heißt: glückselig oder überglücklich sind die Friedenstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen. Das heißt: Der Weg des Glücks, wenn wir ihn wirklich gehen wollen, wenn wir so glücklich werden wollen, wie es nur irgendwie geht, wenn wir tiefstes und reinstes Glück erfahren wollen, führt uns zu Menschen, die Gott nicht kennen.
Und ich bin mir sicher, jetzt lehnen sich einige langsam entspannt zurück und sagen: Wissen wir alle schon. Nichts Neues unter der Sonne. Jürgen, danke, mal wieder von vorne ein Aufruf gehört zum Evangelisieren. Okay, hatten wir lange nicht mehr. Passte auch zum Thema, war jetzt nicht grob daneben, aber wirklich, zum Großen und Ganzen wussten wir alle schon.
Er möchte trotzdem noch eine Frage stellen. Ich möchte die Frage stellen: Wenn der Weg zum Glück über Menschen führt, die Gott nicht kennen, sind wir wirklich bereit, unser Glück auf diesem Weg zu finden? Oder noch ein bisschen allgemeiner: Wir kommen ja ans Ende der Seligpreisungen. Wo suchen wir unser Glück? Wie richten wir uns in dieser Welt ein, um glücklich zu sein? Was macht für uns Glück aus? Sind das wirklich die Dinge, die Jesus aufzählt?
Wenn du jetzt aufschreiben müsstest, zum Beispiel: Was macht mich am glücklichsten? Wodurch suche ich das Glück in dieser Welt? Was würden wir hinschreiben? Ist es das, was Jesus hier sagt? Oder würden andere vielleicht sagen: Na ja, das größte Glück in meinem Leben, ach, das ist so ein Stückchen Freizeit. Das Stückchen Freizeit, das ich verteidige gegen alle, wo mir keiner reinreden darf, das ist das größte Glück in meinem Leben. Oder einer würde sagen: Das größte Glück in meinem Leben, ah, das ist eine Beziehung. Und ich halte an dieser Beziehung fest, selbst wenn ich etwas tun muss, was gegen Gott ist. Und andere würden sagen: Du, ich habe einen Traum in meinem Leben, da möchte ich hin, und nichts bringt mich davon ab.
Es ist das, was wir sagen würden, wenn wir über Glück reden. Und ich habe die Sorge, dass wir zwar nicken bei den Seligpreisungen und sagen: Ja, ja, das ist schon richtig, was der Herr Jesus da sagt. Und es ist auch nicht falsch, was Jürgen predigt. Aber wenn wir unser Leben dagegenhalten, dass wir womöglich einen ganz anderen Weg zum Glück gehen und dass wir eine ganz andere Vorstellung von Glück haben.
Der Psalmist schreibt über die Frage: „Was ist dein Glück?“ Er schreibt: „Du bist mein Herr, es gibt kein Glück für mich außer dir.“ Können wir das auch sagen? Oder sagen wir: Es gibt eine ganze Menge verschiedener Sachen, die mich glücklich machen, und eine davon ist Jesus. Ist das unsere Antwort? Sind wir bereit, den Weg zum Glück so zu gehen, wie Jesus ihn vorgezeichnet hat?
Seligpreisung Nr. 1: Arbeiten wir daran, dass die Realität unserer Verlorenheit uns immer vor Augen steht? Ist es das, was wir tatsächlich nie vergessen wollen, dass wir verlorene Menschen sind, arm im Geist und Gott brauchen wie nichts anderes auf dieser Welt?
Seligpreisung Nummer 2: Sind wir wirklich noch traurig über unsere Sünde, und arbeiten wir daran, dass wir die Dramatik der Sünde nie vergessen, dass sie uns immer noch runterzieht und dass wir sagen: Die können wir bloß?
Seligpreisung Nummer 3: Arbeiten wir daran, dass wir die Bereitschaft zum Gehorsam entwickeln, dass das mehr und stärker wird, dass wir uns leichter und intensiver von Gott prägen lassen?
Seligpreisung Nummer 4: Hunger nach Gerechtigkeit. Arbeiten wir daran, Gottes Gerechtigkeit in unserem Leben praktisch umzusetzen, Tag für Tag, in kleinen Dingen, die gerecht sind, in kleinen gerechten Schritten. Ist das unser Glück?
Barmherzigkeit. Arbeiten wir daran, barmherziger zu sein, die Not des Anderen mehr zu erkennen und ihn darin zu unterstützen. Finden wir darin unser Glück? Und ihr merkt schon: Nein, das ist ja wieder natürlich. Du kannst doch nicht sagen, das höchste Glück ist, einem anderen beim Umzug zu helfen, weil das barmherzig ist.
Genau das sagt Jesus. Und da, wo wir uns zurücklehnen und da, wo Volker mir sagt: Ey, Jürgen, das war so erbärmlich, so viele Leute haben mir zugesagt, beim Renovieren zu helfen, und es sind nur ganz wenige gekommen, alle hatten eine Ausrede, da sage ich: Oh, anscheinend ist das Thema doch wichtiger, als wir vielleicht meinen.
Ungeteiltes Herz: Arbeiten wir daran, unser Herz täglich auf Gott auszurichten? Ist das wirklich unser Ziel? Und dann machen wir uns in unserem Leben nicht eine ganze Menge vor, dass wir ein Glück suchen, aber auf eine andere Weise als die, die Jesus uns vor Augen hält.

Ein persönlicher Schluss und ein neuer Traum

Zum Schluss eine Erfahrung. Ich war zehn Jahre gläubig, bevor es mir der Herr geschenkt hat, das erste Mal einen Menschen zum Herrn zu führen. Es ist nicht unbedingt gut, dass das so war, aber es war so. Es hat lange gedauert.
Ich weiß heute noch: Ich habe mich mit Reni heimlich treffen müssen, weil ihr Mann dagegen war, dass wir uns treffen. Sie musste dann bei ihrer Tochter babysitten, und ich bin da auch hingekommen. Dann haben wir uns über das Evangelium unterhalten. Es dauerte ein bisschen, und eines Abends war sie so weit. Sie sagte: „Jürgen, es ist so weit.“ Wir haben uns hingekniet, und sie hat leise gebetet. Und man hat richtig gemerkt, danach hat sie ihr ganzes Leben dem Herrn Jesus gegeben, mit all den Aufs und Abs, mit all dem, was schiefgelaufen ist, mit all den Ängsten und Nöten.
Danach strahlten ihre Augen, und du hast gemerkt: Diese alte Frau, sie war damals Mitte sechzig, ist wirklich umgekehrt zu ihrem Herrn. Und ich kann euch sagen: Ich bin nach Hause gefahren, ich musste mein Lenkrad festhalten. Ich habe innerlich so gejubelt, ich war so begeistert davon, dass Gott mir das geschenkt hat.
Geistlich sind wir alle Würmer und Nobody, und Gott benutzt uns, um in einem anderen Menschen ewiges Leben zu zeugen, in aller Schwachheit. Und Gott macht es. Ich war so happy, ich war so völlig durch den Wind, dass ich mir dachte: Ja, das ist wirkliches Glück. Das ist viel besser als das, was es sonst irgendwo gibt.
Und deswegen ist mein Wunsch, wenn ich sage: I have a dream, dann ist dies, dass ich sage: Ich habe den Traum, dass jeder, der hier sitzt, für sich sagen kann: Ja, Jesus ist mein Herr. Dass jeder, der hier sitzt, in den nächsten zwölf Monaten dieses Gefühl haben darf, einen Menschen zum Herrn zu führen.
Und jetzt werden innerlich, ohne dass er es äußerlich tut, wahrscheinlich die meisten den Kopf schütteln und sagen: Jürgen, das ist so abwegig, wie wenn du mir sagst, ich soll in zwölf Monaten zum Mond fliegen. Warum ist das so? Weil die meisten unter uns doch schon jahrelang es nicht mehr erlebt haben, vielleicht es noch nie in ihrem Leben erlebt haben.
Wenn ihr mich fragt, die Situation ist: Das ist jetzt ein Spruch von Ansgar. Sie ist krank. Das kann doch nicht sein. Auf der einen Seite steht Jesus und sagt: Seid Friedenstifter. Und auf der anderen Seite stehen die Berliner Christen, die sagen: Ja, ja, eigentlich hat er schon Recht, Friedenstifter sein wäre schon wichtig. Aber seien wir doch ehrlich, das klappt heute nicht mehr, oder? Ist es nicht so?
Wir haben uns doch alle eingerichtet auf dieses Versagen, in dem wir leben. Wir haben uns doch damit abgefunden, dass wir ewig schon keinen mehr zum Herrn geführt haben. Es ist doch gar kein echtes Anliegen mehr für die meisten. Oder doch?
Es ist vielleicht so, dass wenn wir so etwas hören, sei ein Friedenstifter, doch noch eine Seite zum Klingen kommt, die uns sagt: Stimmt, eigentlich müsste man mal alles daransetzen. Man müsste mal zwölf Monate investieren, einmal in seinem Leben zwölf Monate, wo man sagt: In diesen zwölf Monaten setze ich mal alles daran. Ich nutze einfach mal jede Gelegenheit, die sich mir bietet. Ich springe einfach mal über meinen Schatten. Ich versuche einfach mal, jetzt den Schritt zu gehen, der schon lange vielleicht dran wäre.
Wie wäre es, wenn wir beweisen würden, dass heutzutage das Evangelium noch genauso wirksam ist wie im ersten Jahrhundert? Wie wäre es, wenn uns nichts davon abbringen könnte, ein Friedenstifter zu sein? Wie wäre es, wenn wir, egal was es kostet, alles daransetzen würden, so vielen Menschen wie möglich das Evangelium zu bringen, selbst wenn es unseren Ruf kostet, unser Geld, unsere Zeit, die Zeit davor, vor dem Fernseher zu verbringen, unseren Urlaub oder sonst irgendetwas? Einfach mal ein Jahr einen Test, stellt euch das vor. Was wäre es, wenn wir das tun würden?
Ich denke, es wäre ein Leben, das sich lohnt. Und warum? Ich denke, es wäre das Leben wie so.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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