Gegenwart
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Serie•Teil 3 / 5LebenPlus
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Editorial: Der Wert des Augenblicks
Seniorenmagazin Leben plus zum Thema Gegenwart
Editorial
Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens. Dieses Zitat hat mir Anfang der Achtzigerjahre einen entscheidenden Anstoß gegeben. Es gab dem heutigen Tag seine volle Bedeutung. Das hat mich fasziniert.
Als ich damals meine berufliche Laufbahn als junger Pastor begann, musste ich lernen, meine Zeit eigenverantwortlich zu planen. So verschlang ich die neuesten Bücher über Zeitmanagement, und es gelang mir zunehmend besser, mit meiner Zeit umzugehen. Doch ein Plan ist nicht alles; es sind die Inhalte, die der Zeit ihr Gewicht geben.
Was wir jetzt tun, wirkt sich auf unsere Zukunft aus. Wie wir uns gegenwärtig entwickeln, so werden wir sein. Und wenn es eine Zeit gibt, über die wir verfügen können, dann ist es die Gegenwart. Sie ist wichtig genug, um ihr intensive Aufmerksamkeit zu schenken.
Mit diesem Magazin wollen wir das tun und laden Sie ein, daraus Ihre eigenen Schlüsse zu ziehen. Nicht nur, um den Tag effektiv zu nutzen, sondern um in ihm das zu gewinnen, was über die Tage hinaus von Bedeutung ist. Dabei ist der ewige Gott zugleich der gegenwärtige Gott. Das macht Mut, in die nächsten Tage zu gehen.
Siegfried Lefering, Chefredakteur
Im Hier und Jetzt ankommen
Gegenwärtig leben ist eine Herausforderung und zugleich eine Chance. Selbstverständlich leben wir in der Gegenwart. Es ist die Zeit, in der das Leben stattfindet. Doch in unserer modernen Zeit kann es schon eine Herausforderung sein, im Hier und Jetzt zu leben. Wie kann es trotzdem gelingen?
Die Gegenwart ist nicht nur eine Zeitangabe. Hirnforscher sind der Frage nachgegangen, wie lange die Gegenwart dauert. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass wir knapp drei Sekunden brauchen, um diese Zeit als Gegenwart wahrzunehmen. Wir erleben die Gegenwart allerdings nicht nur als extrem kurze Zeitspanne. So sprechen wir auch von der gegenwärtigen Zeit und von der gegenwärtigen Welt. Wir merken: Es ist nicht nur die Zeit, die die Gegenwart bestimmt, sondern auch der Ort, an dem wir uns befinden. Es geht um das Leben im Hier und Jetzt.
Das kann im Alter schon einmal herausfordernd sein, vor allem dann, wenn wir geschätzte Orte nicht mehr aufsuchen und gute Zeiten nicht mehr zurückholen können. Auch die schnelllebige und neue Zeit kann uns manchmal überfordern. Und doch ist es nicht auch spannend, gerade in dieser Zeit zu leben und an dem Platz zu sein, wo wir uns gerade befinden? Gegenwärtig sein, hier sein!
„Morgen gehe ich mich besuchen, hoffentlich bin ich daheim.“ Mit diesem Bonmot hat Karl Valentin ein Dilemma aufgezeigt. Wie oft sind wir gar nicht dort, wo wir uns im Moment aufhalten. Wir sind nicht bei der Sache, nicht bei den Menschen, nicht einmal bei uns selbst. Wir sind aber sehr wohl dort präsent, wo wir unsere Umgebung mit unseren Sinnen als angenehm wahrnehmen, wo wir den Duft der Rose genussvoll aufsaugen oder das ins Spiel versunkene Kind beobachten. Vor allem sind wir dort gegenwärtig, wo wir uns willkommen wissen und eine Atmosphäre der Liebe erleben können. Jede Möglichkeit dazu ist eine Einladung, sie zu ergreifen.
Kinder können das. Von ihnen hat David, der König Israels, gelernt: Ich bin ganz still und geborgen, so wie ein Kind bei seiner Mutter, ja wie ein Kind. So ist meine Seele in mir. Einen solchen Schutzraum der Vertrautheit brauchen wir nicht zuletzt deshalb, weil das Alter seine eigenen Fragen mit sich bringt, denen wir uns stellen müssen.
Gegenwärtig leben. Jetzt handeln. Die Gegenwart ist jener flüchtige Moment, der uns gehört.
Zeit als Gelegenheit verstehen
Genau das hatte der Apostel Paulus im Sinn, als er schrieb: „Kauft die Zeit aus.“ Er schrieb auf Griechisch und verwendete für Zeit zwei verschiedene Begriffe, zum einen Kronos für die ablaufende Zeit, die wir mit der Uhr messen können, zum anderen Kairos für die effektive Zeit, mit der sich eine Gelegenheit bietet. Um diese effektive Zeit geht es hier.
Wer nur auf die Uhr schaut, verpasst möglicherweise die Gelegenheit, die es zu nutzen gilt. So misst sich auch das Alter nicht nur nach der abgelaufenen Zeit, sondern bietet Gelegenheiten, die wir jetzt ergreifen können. Wir verabschieden uns nicht vom Leben, wir leben jetzt stattdessen bewusst. Wir nutzen die Muße, um inneren Frieden zu finden. Wir geben weiter, was uns im Laufe der Zeit zugewachsen ist. Wir gestalten jetzt aktiv unsere Beziehungen. Wir nutzen die Zeit ausdrücklich für das, was für uns Sinn ergibt. All das fühlt sich dann sehr lebendig an.
Wie auch immer der Tag sein mag, wir sollten uns hüten vor allem, was uns die Gegenwart rauben will. Dazu gehören die üblichen Verdächtigen wie Neid, Sorgen und Unzufriedenheit, aber auch die Hetze und die Unentschlossenheit. Dagegen ist es die Liebe, die uns gegenwärtig leben lässt. Doch wie ist das möglich in einer Welt und Zeit, die so ist, wie sie ist?
Gottes Nähe als Antwort auf die Gegenwart
Gott als gegenwärtig erleben.
Was gibt uns den Mut, uns den Herausforderungen der Gegenwart zu stellen? Ein Mann namens Mose war schon achtzig Jahre alt, als er mit seiner Lebensaufgabe betraut wurde. Er sollte ein versklavtes Volk in die Freiheit führen. Gott, der ihm diesen Auftrag gab, versicherte ihm: Ich werde mit dir sein.
Darauf konnte Mose sich verlassen, denn Gott allein konnte von sich sagen: Ich bin, der ich bin. So ist Gott gegenwärtig. „Ich werde immer der sein, der ich bin.“ Galt das nur für Mose?
Als der Apostel Paulus den philosophisch interessierten Menschen in Athen den lebendigen Gott nahebringen wollte, sagte er: Keinem von uns ist er fern. Durch ihn leben wir doch, bewegen wir uns und haben wir unser Dasein. So wie wir in jedem Moment von der Luft leben, die uns umgibt, so sind wir auch von Gott abhängig.
Doch Gott wünscht sich mehr. Er möchte, dass wir ihn suchen und finden. Wenn Sie seine Gegenwart suchen, werden Sie erfahren, dass er Sie sucht, um mit Ihnen eine persönliche Beziehung zu beginnen. Und zwar dort, wo Sie gerade sind, nicht irgendwo anders. Und zwar jetzt, in diesem Augenblick, nicht irgendwann. Denn nur dort, wo Sie gegenwärtig sind, sind Sie wirklich.
Sie können jetzt mit ihm ins Gespräch kommen. Er ist ganz bei Ihnen, er ist ganz Ohr. Wie wäre es, wenn Sie ihm am Ende sagen könnten: Große Freude finde ich in deiner Gegenwart und Glück an deiner Seite für immer.
In dieser vertrauten Atmosphäre können Sie nicht nur ganz bei Gott sein. Sie können auch ganz bei sich selbst sein. Jetzt erst recht bewusst gegenwärtig leben.
Rhythmus von Arbeit und Ruhe
Unser Wochenrhythmus
Wir brauchen sowohl Arbeit als auch Ruhe. Sieben Tage haben sich weltweit als Wochenrhythmus durchgesetzt. Um ihn als Rhythmus zu empfinden, braucht es einen Wechsel von Arbeit und Ruhe.
Doch wie gestalten wir das? Nicht zuletzt dann, wenn nach dem Arbeitsleben der Ruhestand kommt.
Gesunder Wechsel
Gesunder Wechsel
Die Woche ist der Rhythmus, an den wir uns gewöhnt haben, sowohl in der Schule als auch im Beruf, im Geschäft und im gesellschaftlichen Leben. Beruf und Freizeit, Arbeitstage und Wochenende sind uns daher seit Jahrzehnten vertraut. Um hier auf eine gute Balance zu achten, hat sich der Begriff Work-Life-Balance durchgesetzt.
Was so vernünftig klingt, suggeriert jedoch die Vorstellung, als würde erst nach der Arbeit das Leben beginnen. Schade, kann und soll doch auch die Arbeit als Teil des Lebens, auch des Rentnerlebens, gesehen und als etwas Positives empfunden werden. Erfüllende Arbeit!
Der Wochenrhythmus ist schon sehr früh in der Menschheitsgeschichte zu finden. So können wir bereits auf den ersten Seiten der Bibel lesen, dass Gott am siebten Tag sein Schöpfungswerk vollendete. An diesem Tag ruhte er aus von all seiner Arbeit, wie er getan hatte. Damit war ein Rhythmus gegeben, den Gott so auch für uns Menschen vorgesehen hat.
Gehen wir davon aus, können wir uns an eine ausgewogene Wochenplanung machen. Da ist zunächst die Arbeit. Gut verteilt lässt sich manches erledigen und bewältigen, was uns bei einer Tagesperspektive als zu groß und zu schwer erscheint. Wir können uns von Fragen wie diesen leiten lassen: Was steht diese Woche an, was habe ich schon vereinbart? Was kann ich mit meinen Kräften und Möglichkeiten tun? Welche Projekte kann ich voranbringen? Welche Beziehung will ich vertiefen? Wen kann ich begleiten und unterstützen? Wie kann ich die Welt ein bisschen besser und schöner machen?
All das kann dazu beitragen, dass wir unsere Arbeit als sinnvoll erleben. Das gilt auch dann, wenn wir nicht wie im Beruf dafür bezahlt werden. Dazu sind wir als kreative Wesen geschaffen, und wir können unsere von Gott geschenkten Fähigkeiten einsetzen. Auf diese Weise kann sich unsere Persönlichkeit entfalten.
Doch dazu braucht es ebenso die Ruhe, gefüllte Ruhe. Für uns bietet sich in der Regel der Sonntag als eine gute Möglichkeit, anwöchentlich zu dieser Ruhe zu finden. Er ist ein arbeitsfreier Tag für alle, die keine notwendige Arbeit verrichten müssen. In der Bibel wird uns berichtet, dass Gott dem Volk Israel vor Jahrtausenden erlaubte, einen solchen Tag in der Woche als Sabbat zu begehen. Sabbat bedeutet so viel wie anhalten und aufhören.
Bis heute brauchen wir solch regelmässiges Aufhören. Auch dann, wenn Aufgaben noch nicht abgeschlossen sind und wieder neue vor uns liegen. Auch um sich bewusst zu machen, dass sich die Erde auch ohne uns weiterdreht und nicht alles von uns abhängt. Wichtig ist, dass sich ein derartiger Ruhetag von den anderen Tagen unterscheidet. An ihm sollten wir nach dem Gewöhnlichen im Alltag dem Besonderen Raum geben. Das heisst, diesen Tag nicht wieder mit Verpflichtungen und aufwändigen Freizeitaktivitäten vollzupacken.
Ruhe bedeutet eben auch, es einfach auszuhalten und zu geniessen, dass nichts passiert. Auch wenn es vielen schwerfällt, gerade darin besteht ein Teil der Entlastung in der Woche. Jesus wies darauf hin, dass solch ein Tag für den Menschen gemacht ist. Damit hat er den Sinn dieses Tages auf den Punkt gebracht: Wir sollen heil werden, wo wir in der Woche Schaden genommen haben. Wir sollen uns dem zuwenden, was zu kurz gekommen ist, und wir sollen zum Frieden finden mit uns selbst und mit Gott.
So können wir innehalten und uns fragen: Was tut mir gut? Was dient der Gemeinschaft mit meiner Familie und meinen Freunden? Und nicht zuletzt: Was vertieft meine Beziehung zu Gott, dem ich mich verdanke?
So bedeutet Ruhe nicht etwa Leere, sondern sie ist vielmehr eine gefüllte Ruhe, in der reifen kann, was sonst nicht wachsen würde. Was für ein Segen doch solche Ruhe ist.
Impulse für den Ruhetag
Fünf Impulse
Wie kann ich den Ruhetag gestalten?
Ich nehme mir Zeit, in gesunder Weise an mich zu denken, mit mir allein zu sein und mir Gutes zu tun. Dabei lasse ich bewusst beiseite, was mich an meine Arbeit erinnert. Ich nutze den Freiraum und die Möglichkeit, einfach nur zu sein.
Ich genieße bewusst die Natur, die Musik, gute Bücher und gepflegte Kultur. Ich treffe mich mit Menschen, die mir guttun und denen ich guttun darf. Dabei achte ich darauf, dass Einfachheit und Gelassenheit, möglichst auch Freude und Heiterkeit, die Begegnung bestimmen.
Ich reflektiere mein gegenwärtiges Leben vor Gott. Wenn ich meine Ruhe nicht bei Gott finde, ist es umsonst, sie woanders zu suchen. Was mich bewegt, bespreche ich im Gebet mit ihm.
Ich nehme die Gelegenheit wahr, einen Gottesdienst zu besuchen, in dem ich Gott begegnen kann. Möglichst in der Gemeinde, die mir durch gute Erfahrungen vertraut ist.
„Die Ruhe ist nicht der letzte Seufzer der Ermattung, sondern ein Offenwerden für neue Anfänge.“ Thomas Schödin
Stille als täglicher Beginn
Zeit der Stille
Ein gelungener Start in den Tag.
Wie gut tut es, nicht in den Tag hineinzuhetzen. Deshalb ist es eine gute Gewohnheit, sich eine Zeit zur Ausrichtung auf den Tag zu nehmen. Viele Christen reservieren sich solch eine stille Zeit zur inneren Einkehr, um sie bewusst in der Gegenwart Gottes zu verbringen.
Hier einige Tipps, die helfen können, eigene Erfahrungen damit zu machen und gute Bedingungen zu schaffen:
Finden Sie für sich die passende Zeit, in der Sie wach sind und konzentriert sein können. Suchen oder schaffen Sie für sich einen angenehmen Ort, an dem Sie allein und ungestört sein können. Legen Sie Ihre Bibel, einen Stift und Papier bereit.
Gewinnbringend gestalten
Achten Sie darauf, zuerst richtig anzukommen. Schließen Sie die Augen und atmen Sie ganz bewusst. Erzählen Sie Gott, was gerade in Ihrem Herzen ist, und danken Sie ihm für diese besondere Zeit.
Lesen Sie einen kurzen Abschnitt in der Bibel mit der Offenheit, sich von Gott durch sein Wort ansprechen zu lassen. Achten Sie darauf: Es geht weniger darum, mehr Wissen anzusammeln, sondern vielmehr darum, sich mehr von Gott prägen zu lassen.
Sprechen Sie mit Gott darüber, was Sie durch den Bibelabschnitt neu verstanden haben. Sie können ihm auch sagen, welche offenen Fragen Sie noch haben. Halten Sie eventuell schriftlich fest, was Sie mit in den Tag nehmen und umsetzen möchten.
Weitere Hinweise
Es hat Vorteile, die stille Zeit am Morgen zu haben und sich so auf den Tag einzustimmen. Jesus liebte das auch. Wichtiger als die Tageszeit ist allerdings die Aufmerksamkeit in solcher Zeit.
Einen ersten Einstieg kann Ihnen das Evangelium nach Markus mit Infos, Erklärungen und Fragen zum Nachdenken bieten. Sie können es hier kostenfrei bestellen: magazin-lebenplus.de
Orte, an denen die Zeit stillzustehen scheint
Wenn die Zeit stehen bleibt – ein Reisebericht
Viele bezeichnen Urlaub als die schönste Zeit des Jahres. Neben der Erholung in der Natur freuen wir uns auf die Auszeit vom Alltäglichen, darauf, einmal etwas Neues zu sehen und zu erleben. Reiseziele haben eine hohe Anziehungskraft, wenn sie uns in vergangene Zeiten zurückversetzen.
Nicht selten sorgen politische Veränderungen, Naturereignisse oder schlechte Lebensbedingungen dafür, dass ganze Städte oder Regionen in ihrer Entwicklung ins Stocken geraten. Umstände, die sich touristisch später als Glücksfall herausstellen können. Auch wenn man solche Phänomene eher in abgelegeneren Weltregionen erwartet, gibt es auch in Europa Orte, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.
Ein Beispiel hierfür finden wir in Nordeuropa: Gotland, die größte Insel in der Ostsee. Außerhalb Schwedens, zu welchem das Eiland politisch gehört, ist Gotland ein wenig bekanntes Reiseziel. Sogar eingefleischte Nordlandfahrer lassen diese Region Skandinaviens meist links liegen. Zu entdecken gibt es hier aber reichlich, und die Inselhauptstadt Visby ist besonders für Mittelalterfans ein echter Schatz.
Der mittelalterliche Ortskern ist von einer praktisch komplett erhaltenen Ringmauer umgeben. Die Stadt hatte vermutlich weniger als dreißigtausend Einwohner, dennoch besaß sie ganze fünfzehn Kirchen, von denen heute allerdings nur noch der Dom aus dem Jahre 1125 intakt ist. Die anderen prägen als pittoreske Ruinen das Stadtbild und sind größtenteils frei zugänglich. Die vom großen Markt abzweigenden Altstadtgassen laden dazu ein, sich in frühere Jahrhunderte zurückversetzen zu lassen. Besonders entlang der Stadtmauer findet man kleine, mit Rosen bewachsene Häuschen, welche betörenden Duft verströmen.
Die Lage inmitten des Mare Balticum sorgt für ein mildes Klima, welches die Insel besonders an den langen Sommertagen für Sonnenhungrige attraktiv macht. Diese geografische Lage war ausschlaggebend für die frühere Bedeutung und den damit verbundenen Reichtum der Insel, damit aber auch für jene Umstände, die Visby und ganz Gotland in einen über Jahrhunderte andauernden Dornröschenschlaf versetzten.
Man schreibt den 27. Juli 1361. Vor den Toren der Stadt Visby stehen sich zwei Armeen gegenüber. Waldemar Atadag, König von Dänemark, wird vom sagenhaften Reichtum der Insel zu einem Feldzug gegen die Schweden verlockt. Schon lange hatte er ein Auge auf das Eiland geworfen. Gemeinsam mit Lübeck war Visby die bedeutendste Hansestadt in Nordeuropa und damit Drehscheibe des Ostseehandels. Ihr Reichtum war so legendär, dass es Gerüchte gab, die gotländischen Bauern fütterten ihre Schweine aus goldenen Trögen.
Der desaströse Ausgang der Schlacht und die Plünderung der Reichtümer von Stadt und Land versetzten Gotland einen derart verheerenden Schlag, dass man im Wettstreit der Handelsstädte nicht mehr mithalten konnte. Seitdem sind in Visby die Uhren des Fortschritts stehen geblieben. Wie eine Zeitkapsel blieb so dieses mittelalterliche Stadtensemble erhalten.
Die Not früherer Generationen begünstigt die heutigen Einwohner, die das vielfältige Potenzial ihrer Stadt zu nutzen wissen. Verlust und Schmerz können also auf lange Sicht auch neue Möglichkeiten eröffnen, mit denen wir nicht gerechnet haben.
oliver bode
reiselustiger Referent für Öffentlichkeitsarbeit
Biblische Texte zum Nachdenken
Alles hat seine Zeit
Die Bibel zum Mitdenken
Hier können Sie in die faszinierenden Inhalte biblischer Texte eintauchen. Lassen Sie sich inspirieren und entdecken Sie, dass Gottes Wort auch heute noch relevant ist. Nehmen Sie sich die Zeit, über die Fragen im Text nachzudenken und Ihre eigenen Gedanken dazu zu entwickeln.
Prediger 3,1-8
Jedes Ereignis, alles auf der Welt hat seine Zeit: geboren werden und sterben, pflanzen und ausreissen, töten und heilen, niederreissen und aufbauen, weinen und lachen, klagen und tanzen, Steine werfen und Steine sammeln, umarmen und loslassen, suchen und finden, aufbewahren und wegwerfen, zerreissen und zusammennähen, schweigen und reden, lieben und hassen, Krieg und Frieden.
Alles auf der Welt hat seine Zeit.
Welche spontanen Gedanken, Fragen und Gefühle löst diese Aussage in Ihnen aus? Wie leicht fällt es Ihnen, sie auf Ihr Leben anzuwenden? Inwiefern unterscheidet sie sich von Ihrer persönlichen Sicht auf das Leben? Denken Sie oft über vergangene Zeiten oder die Zukunft nach? Welche Themen, Erlebnisse und Gefühle beschäftigen Sie in solchen Momenten besonders?
Prediger 3,9-14
Was also hat der Mensch davon, dass er sich abmüht? Ich habe erkannt, was für eine schwere Last das ist, die Gott den Menschen auferlegt hat. Für alles auf der Welt hat Gott schon vorher die rechte Zeit bestimmt. In das Herz des Menschen hat er den Wunsch gelegt, nach dem zu fragen, was ewig ist. Aber der Mensch kann Gottes Werke nie voll und ganz begreifen. So kam ich zu dem Schluss, dass es für den Menschen nichts Besseres gibt, als fröhlich zu sein und das Leben zu geniessen. Wenn er zu essen und zu trinken hat und sich über die Früchte seiner Arbeit freuen kann, ist das Gottes Geschenk.
Ich begriff, dass Gottes Werk für immer bestehen wird. Niemand kann etwas hinzufügen oder wegnehmen. So hat Gott es eingerichtet, damit die Menschen Ehrfurcht vor ihm haben.
Würden Sie sich manchmal wünschen, mehr im Hier und Jetzt zu leben? Was würde sich dadurch ändern? Wie kann Ihnen der Inhalt dieser sechs Verse dabei helfen? Gott ist Herr über die Zeit. Was fühlen Sie, wenn Sie über diesen Satz nachdenken? Inwiefern könnte dieser Gedanke Ihr tägliches Leben bereichern? Welche Hoffnung oder Freiheit könnte daraus resultieren?
Zum Weiterdenken
Dieser Bibelabschnitt ermutigt dazu, das Leben mit all seinen Phasen anzunehmen und wertzuschätzen. Statt zu resignieren, weil wir den Lauf der Dinge nicht ändern können, laden diese Verse dazu ein, unser Leben vertrauensvoll in Gottes Hände zu legen. Gott ist nicht an die Zeit gebunden, er hat sie erschaffen. Wenn wir die Kontrolle an Gott abgeben, können wir Frieden und Gelassenheit finden. Auch wenn wir nicht immer verstehen, warum bestimmte Dinge geschehen, dürfen wir lernen, auch das an Gott abzugeben.
Und was heisst das für den Ruhestand? Arbeiten hat seine Zeit. Daher können wir uns über all das freuen, was an Frucht aus unserer Arbeit erwachsen ist. Wir dürfen aber auch die neue freie Zeit geniessen, die der Ruhestand mit sich bringt. Dazu gehört zum Beispiel ein gutes Essen, Gemeinschaft mit Freunden, ein neues Hobby oder auch ein Ehrenamt. Gott lädt uns ein, das Gute in unserem Leben zu erkennen und dankbar aus seiner Hand zu nehmen.
Technik, Demenz und der Umgang mit Zeit
Die Uhr im Wandel der Zeit
Erinnern Sie sich noch daran, wie es war, zum ersten Mal eine digitale Uhr in den Händen zu halten? Seit den achtziger Jahren macht das vertraute Ticken von mechanischen Zeigern allmählich leuchtenden Ziffern Platz. Das ist eine von vielen Entwicklungen, die heutige Uhren prägen. Begleiten Sie uns auf einer Reise durch die Zeit, von antiken Sonnenuhren bis zu modernen Präzisionsuhren.
Die Sonnenuhr, circa dreitausend vor Christus
Die ersten Uhren waren einfache Vorrichtungen aus Holz oder Stein, deren Schatten die Tageszeit grob anzeigen konnten. Dabei teilten bereits die alten Ägypter den Tag in zwölf Einheiten ein. Wenn die Sonne jedoch nicht schien, beeinflussten Jahreszeit, Breitengrad und Witterung die Verlässlichkeit dieser Uhren.
Die Wasseruhr, ab circa zweitausend vor Christus
Hier diente der Wasserstand in Gefäßen, in die kontinuierlich Wasser lief, der zeitlichen Orientierung. Verschieden große Gefäße konnten dabei unterschiedliche Zeitintervalle anzeigen. Temperatur, Wasserdruck, Verdunstung und Schmutz beeinflussten jedoch das Ergebnis. Wasseruhren wurden im Laufe vieler Jahrhunderte ständig weiterentwickelt.
Circa fünfhundert nach Christus ermöglichte die Entwicklung des Flaschenzugs und des Zahnrads beispielsweise, Zeitintervalle auf Ziffernblätter zu übertragen. Die Zugabe von Quecksilber ins Wasser glich zudem Temperaturschwankungen aus.
Die mechanische Uhr, ab circa tausend nach Christus
Um Arbeits- und Gebetszeiten möglichst genau einhalten zu können, wurden Uhren vor allem in Klöstern weiterentwickelt. Zum einen wurden nun Sand- und Kerzenuhren verwendet, die im Vergleich zu komplexen Wasseruhren einfacher zu bedienen waren. Zum anderen wurden fortan Gewichte, gespannte Federn und Pendel als Antrieb eingesetzt. Die Anzeige von Minuten und Sekunden wurde allerdings erst im fünfzehnten Jahrhundert üblich.
Ab dem siebzehnten Jahrhundert galten mechanische Taschenuhren als Statussymbol. Elektrisch betriebene Uhren wurden ab achtzehnhundertvierzig in London entwickelt.
Die Quarzuhr, neunzehnhundertneunundsechzig
In Quarzuhren geben kleinste Kristalle absolut präzise den Takt an. Ungefähr zeitgleich kam die erste digitale Uhr auf den Markt. Digital ist daran allerdings lediglich die Zeitanzeige; die Zeitmessung erfolgt bis heute oftmals mithilfe von Quarzkristallen.
Die Atomuhr, neunzehnhundertneunzig
Die erste Atomuhr wurde in den neunzehnhundertvierziger Jahren entwickelt, aber erst seit etwa dreißig Jahren ist sie in jedem deutschen Haushalt täglich im Einsatz. Dafür muss man nicht einmal selbst eine besitzen, denn aufgrund ihrer Präzision gilt die Atomuhr der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig seit neunzehnhundertneunzig als nationale Zeitreferenz. Satelliten, Navigationssysteme und sogar heimische Funkuhren richten sich nach ihr.
Atomuhren messen elektromagnetische Wellen, die unter bestimmten Bedingungen von Atomen absorbiert oder abgestoßen werden.
Digitale Angebote und Orientierung im Alltag
Mehr von Leben plus im Internet
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Demenz und verändertes Zeitempfinden
Papa frühstückt um halb drei. Wie Demenz das Zeitgefühl verändert.
Eine grosse Schwierigkeit beim Krankheitsbild Demenz besteht darin, dass die Fähigkeit nachlässt, sich zeitlich zu orientieren. Das kann für den Betroffenen schmerzhaft und beschämend sein. Aber auch Angehörige, die versuchen, den Alltag zu organisieren, sind oft verwirrt, gestresst und überfordert.
Wie können Angehörige gut auf das eingeschränkte Zeitgefühl bei Demenz reagieren?
Unser Verständnis von Zeit ist eine beachtliche Leistung unseres Gehirns. Wir ordnen blitzschnell und unbewusst eine Vielzahl von Faktoren zeitlich ein, sortieren sie nach Dringlichkeit und leiten sinnvolle Handlungen daraus ab. Morgens steht man auf und frühstückt, im Sommer geht man gerne nach draussen. An vergangene Ereignisse erinnert man sich, aber nicht alle beeinflussen den Alltag im Hier und Jetzt.
Bei Demenz geht diese Selbstverständlichkeit verloren. Die Struktur der Zeit wird unklar, und man kann sich nicht mehr auf das eigene Zeitgefühl verlassen. Erst verliert man den Überblick über die Wochentage, später ist auch die Tageszeit nicht mehr zuverlässig erkennbar. Der Tag-Nacht-Rhythmus geht verloren. Betroffene stehen nachts auf, ziehen sich an und beginnen mit Aktivitäten, die normalerweise dem Tag vorbehalten sind.
Bei den meisten Formen von Demenz sind vor allem Verluste im Bereich des Kurzzeitgedächtnisses typisch, während das Langzeitgedächtnis erst später nachlässt. Damit geht in der Regel auch die Fähigkeit verloren, vorhandene Erinnerungen zeitlich einzuordnen. Betroffene können somit meist lebhaft von früher berichten, so, als ob es eben erst passiert wäre. Aktuelles aber können sie sich nicht mehr merken.
Dadurch kann sowohl bei Erkrankten als auch bei Angehörigen schnell der Eindruck entstehen, dass der jeweils andere stur und rechthaberisch sei. Wenn Sie selbst einen demenzkranken Angehörigen betreuen, wissen Sie sicherlich, dass die veränderte Wahrnehmung von Zeit für die Familie besonders belastend sein kann. Es erfordert viel Geduld, immer wieder dieselben Fragen zu beantworten und die Äusserungen des Betroffenen in einen verständlichen zeitlichen Zusammenhang zu bringen. Man ist versucht, an Fähigkeiten zu appellieren, die nicht mehr vorhanden sind.
In späteren Erkrankungsphasen zehren besonders der Schlafmangel und die ständige Unruhe an den Kräften aller Beteiligten. Über alldem schwebt die ständige Sorge, der Erkrankte könnte sich oder anderen versehentlich Schaden zufügen.
Finden Sie die Balance zwischen Struktur und Flexibilität.
Anfangs können die gewohnte Umgebung, bekannte Routinen und ein strukturierter Tagesablauf dem Betroffenen helfen, sich zu orientieren. Wenn bisherige Abläufe für alle Beteiligten aber eher belastend sind, sollten diese flexibel angepasst werden. Anstatt starr daran festzuhalten, ist es besser, auf die aktuellen Bedürfnisse zu reagieren, zum Beispiel mit einer Zwischenmahlzeit, wenn der Betroffene frühzeitig Abendessen möchte.
Versuchen Sie, im Alltag das Schlimmste zu vermeiden, reagieren Sie aber nicht auf jede Unangemessenheit. Warum kann Mutter nicht einmal eine halbe Nacht angezogen in ihrem Schlafzimmer auf den Bus warten? Nach Möglichkeit sollte sie es aber nicht bei Minusgraden im Garten tun.
Bedenken Sie auch, dass bereits verlorengegangene Fähigkeiten nicht wiedererlangt werden können. Häufiges Abfragen von Wochentagen und andere offensichtliche Übungen sind daher eher beschämend als hilfreich.
Sorgen Sie für sich selbst.
Einen Demenzpatienten zu Hause zu pflegen, ist eine fordernde Aufgabe. Gerade der veränderte Tag-Nacht-Rhythmus bringt viele Angehörige an ihre Grenzen. Das darf man sich auch ehrlich eingestehen. Achten Sie daher auf Ihre eigene Gesundheit und Ihr Wohlbefinden. Planen Sie frühzeitig und überlegen Sie, wie Sie die Pflege langfristig organisieren können, ohne sich selbst zu überfordern.
Suchen Sie Unterstützung bei professionellen Fachkräften, Seelsorge, anderen Angehörigen und Selbsthilfegruppen. Möglichkeiten der Tagespflege und die sogenannte Verhinderungspflege können Ihnen Auszeiten verschaffen, um neue Energie zu tanken.
Definieren Sie für sich die Bedeutung von Zeit neu.
Zeit wird auch von gesunden Menschen nicht nur linear gemessen, sondern durchaus subjektiv empfunden. Legen Sie daher den Fokus bewusst auf gemeinsame Qualitätszeit. Dafür braucht es manchmal kleine organisatorische Veränderungen, die dann aber viel bewirken können. Lassen Sie zum Beispiel Essen auf Rädern bringen, um Zeit für einen gemeinsamen Spaziergang zu gewinnen. Oder schwelgen Sie bewusst in gemeinsamen Erinnerungen, indem Sie sich Fotoalben von früher anschauen.
Gerade weil demenzkranke Menschen Zeit nicht mehr linear messen können, wissen sie geschenkte Zeit und ungeteilte Aufmerksamkeit oft besonders zu schätzen.
Betrachten Sie schwere Gedanken als Chance.
Demenz bedeutet für Angehörige auch, hautnah mitzuerleben, wie die kognitiven Fähigkeiten eines geliebten Menschen teilweise innerhalb kürzester Zeit nachlassen. Das ist nicht leicht und oft mit einem regelrechten Gefühlskarussell aus Trauer, Angst, Hilflosigkeit, Wut und Scham verbunden. Diese Erfahrung kann ganz grundsätzliche Fragen auslösen, bis hin zu Gedanken über das eigene Leben und Sterben.
Lassen Sie diese Gedanken zu und setzen Sie sich ehrlich mit ihnen auseinander. Wenn Sie Gott in diese Überlegungen mit einbeziehen möchten, tun Sie dies nicht nur theoretisch. Denken Sie nicht nur über ihn nach, sondern sprechen Sie mit ihm. Stellen Sie ihm Ihre Fragen. Dafür braucht es keine besonderen Worte oder Techniken. Sprechen Sie in Ihren eigenen Worten aus, was Sie bewegt.
Er hört Ihnen gern zu, und er möchte Ihnen Trost und Hoffnung bieten, so wie es in der Bibel in Matthäus 11,28 geschrieben steht: Kommt her, zu mir alle! die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken.
Mehr zum Thema Demenz finden Sie hier: bundesgesundheitsministerium.de//themen//pflege//online-ratgeber-Demenz
Tagesrückblick und geistliche Klärung
Wie war der Tag, den ich heute vor Gott reflektiere? Ein Tagesrückblick ist mehr als eine Tagesschau, bei der Ereignisse festgehalten werden. Es geht darum, darüber nachzudenken, wie wir mit dem Erlebten umgehen wollen.
Was heute wieder im Kommen ist, ist gar nicht so neu. Schon in der Bibel finden wir Hinweise darauf, dass ein Tagesrückblick mit Gott uns helfen kann, den Tag gut abzuschliessen. Drei Fragen können uns dabei helfen:
Wofür bin ich dankbar? Ich will dir täglich aufs Neue danken, will dich loben zu aller Zeit. Im Danken nehmen wir wahr, was gut ist und uns geschenkt wurde, was uns möglich war zu tun oder auch nur, dass wir diesen Tag wieder geschafft haben. Das stärkt uns in der Zuversicht für den nächsten Tag.
Was will ich klären? Lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen, vergebt einer dem anderen. Es muss nicht gleich Zorn sein, es kann auch ein verletzendes Wort oder eine ablehnende Haltung sein. Wie befreiend ist es, dies zu klären, mit sich selbst, vielleicht mit anderen, vor allem aber mit Gott. Wie gut, dass wir vor Gott unser Versagen offen bekennen und ihn um Vergebung bitten können. Er sagt sie uns zu.
Was lerne ich gerade? Jesus sagt: Lernt von mir. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Jeder Tag bietet Gelegenheiten, etwas zu lernen, sei es, etwas Ungewohntes zu wagen oder eine neue Haltung einzunehmen. Das ist spannend und entspannend zugleich.
So legen wir den vergangenen Tag bewusst in Gottes Hände, und dann: gute Nacht, der nächste Tag kann kommen.
Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern, aber du kannst dort beginnen, wo du bist, und das Ende ändern. C. S. Lewis
Einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema finden Sie unter magazin-lebenplus.de// Tagesrückblick
Zeugnis einer Versöhnten
Zehntausend Briefe
Aus Liebe zu Israel
Hanna Margarete Kowalke-Matthee schrieb als Deutsche unzählige Briefe voller Liebe und Hingabe an jüdische Menschen in Israel. In diesem Interview erzählt sie, wie es dazu kam.
Frau Mathe, Sie wurden neunzehnhundertvierzig geboren. In welchen Verhältnissen sind Sie aufgewachsen?
Ich wuchs in Waisenhäusern und Pflegefamilien auf, da meine Mutter nach dem Krieg allein nicht in der Lage war, für mich zu sorgen. Für mich bedeutete das, dass ich nirgendwo so richtig zu Hause war.
In einer meiner Pflegefamilien war der Vater früher in der SS. Es wurden abfällige Witze über Juden gemacht, und die Mutter unterstützte sogar die schreckliche Idee der Endlösung. Für mich war das sehr belastend, und ich schämte mich für das, was Deutsche dem jüdischen Volk angetan haben. Ich dachte, dass es Gott nicht geben kann, wenn er zulässt, dass dieses Volk so leiden musste. Hatte er es nicht zu seinem Volk erklärt?
Sie haben ein autobiographisches Buch geschrieben. Darin erzählen Sie, dass ein Kinobesuch zu einem Schlüsselerlebnis für Sie wurde. Was hat es damit auf sich?
1960 kam der Film Exodus in die Kinos. Er erzählt die Geschichte jüdischer Flüchtlinge, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus Europa nach Palästina auswanderten, um dort ein eigenes Land zu gründen. Der Film zeigt ihre mutige Reise, ihren Kampf gegen Widerstände und die wundersame Gründung des Staates Israel.
Wenn meine Mutter mich früher besuchte, las sie mir oft aus der Bibel vor. Im Kino erinnerte ich mich an eine Stelle, in der angekündigt wurde, dass das Volk Israel von überall her in sein Land zurückkehren wird. Jetzt verstand ich, dass Gott dieses Versprechen an sein Volk wahrgemacht hatte. Vielleicht gab es ihn also doch.
Ich hatte noch viele Fragen und Zweifel und wollte mehr über Gott wissen. Meine Mitbewohnerin war gläubig, sie gab mir ein Neues Testament und nahm mich zu christlichen Veranstaltungen mit. Ich lernte verstehen, dass Jesus Christus, der Sohn Gottes, Mensch geworden ist, um die Juden und alle Menschen mit Gott zu versöhnen.
In den darauffolgenden Jahren wurde ihre Begeisterung für Israel immer größer. Sie haben sogar Hebräisch gelernt und sind 1979 zum ersten Mal nach Israel gereist. Wie kam es dazu?
Zum einen empfand ich eine tiefe Verbindung zu diesem Land, verstand aber nicht warum. Vor meiner Abfahrt bat ich Gott, mir diese Frage zu beantworten. In Israel besuchte ich ein Altenheim und sang Lieder, die ich selbst geschrieben hatte. Eine Frau erzählte mir dann, dass ich selbst jüdische Vorfahren hatte, die in ihrer Gegend dafür bekannt waren, in den Synagogen Musik zu machen. Das hat mich tief berührt.
Zum anderen wollte ich den Juden in Israel von Jesus Christus erzählen. Sie warten bis heute auf ihren Messias. Durch das Lesen der Bibel habe ich verstanden, dass Jesus derjenige ist, auf den sie warten. Es hat mich tief bewegt, dass viele Juden das nicht wissen.
Woran machen Sie diese Erkenntnis fest?
Im Alten Testament der Bibel gibt es viele Vorhersagen, die später durch Jesus Christus in Erfüllung gegangen sind. Vieles von dem, was zum Beispiel in Psalm 22 beschrieben wird, hat sich während der Kreuzigung Jesu genau so zugetragen, so etwa der Schrei in Vers 2: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? In Vers 28 steht außerdem, dass auch andere Völker zu Gott umkehren werden. Heutzutage glauben Menschen auf der ganzen Welt daran, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist.
Der Prophet Jesaja beschreibt sogar, dass das Volk Israel seinen Messias zunächst nicht erkennen wird. Doch gerade der Tod Jesu ist für sie bedeutungsvoll: Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen, wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen, die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden.
In den letzten fünfunddreißig Jahren haben Sie circa zehntausend Briefe an Menschen in Israel geschrieben. Wie haben Sie reagiert?
Manche fanden es unverschämt, dass ausgerechnet ich als Deutsche diesen Brief schreibe. Andere haben sich nach einiger Zeit bedankt, weil sie inneren Frieden gefunden haben. Mit ungefähr tausend Menschen hatte ich regelmäßig Kontakt.
Eine Empfängerin rief mich eines Tages verzweifelt an, weil ihr Mann in den Libanonkrieg geschickt wurde. Er sollte mit einem Wagen an die Front fahren, der keinerlei Schutz bot. Wir beteten dafür. Der Wagen wurde tatsächlich bombardiert, ihr Mann aber überlebte unverletzt.
Wenn Sie den Lesern dieses Magazins einen Brief schreiben würden, was würde darin stehen?
Ich möchte ermutigen, nach Gott zu suchen, denn viele andere haben ihn bereits gefunden und es nicht bereut. Auch wenn man den Lebensmut verliert, kann man sich an Gott wenden. Er ist immer da, um uns zu hören und zu trösten.
Ich bin davon überzeugt, dass Gott sich zu erkennen gibt, wenn wir ehrlich nach ihm suchen. Bei mir war es die Liebe zum Volk Israel, durch die ich Gott kennenlernen durfte. Bei jemand anderem kann es etwas ganz anderes sein, aber genau darin liegt das Wunderbare: Gott zeigt sich jedem von uns so, dass wir ihn verstehen können.
Auf der Suche nach Gott sind Zweifel und Fragen ganz normal. Aber ich rate jedem, nicht aufzugeben, geduldig zu bleiben und auszuprobieren, im Gebet mit Gott zu sprechen. Es ist eine Reise, auf der man mit tiefer Freude und Erfüllung beschenkt wird.
Brotbacken als Bild für Geduld und Reife
Brot backen mit langer Teigführung – die Sauerteigalternative für Anfänger
Brotbacken ist gerade für Anfänger und Gelegenheitsbäcker herausfordernd. Begriffe wie Vorteig und Brühstück wirken kompliziert, und das Backen mit Sauerteig erfordert Übung, damit der Sauerteig nicht an Triebkraft verliert oder schlecht wird.
Das Backen mit Hefe ist daher eine beliebte Alternative. Angesetzt wie ein normaler Hefeteig fehlt dem Brot dann allerdings das typisch säuerliche Aroma, und es trocknet schneller aus.
Die sogenannte lange Teigführung ist ein guter Kompromiss. Dabei wird dem Teig nur wenig Hefe zugegeben, jedoch lässt man ihn an einem kühlen Ort über mehrere Stunden hinweg langsam reifen. Auch ohne verwendeten Sauerteig wird das Brot bekömmlich, aromatisch und bleibt tagelang frisch.
Hafer-Dinkelbrot
Zutaten
150 Gramm Haferflocken, 250 Gramm helles Dinkelmehl Typ 630 oder 1050, 250 Gramm Dinkelvollkornmehl, 5 Gramm Trockenhefe, zwei Teelöffel Salz, circa 500 Milliliter warmes Wasser
Zubereitung
Haferflocken über Nacht in zweihundert Milliliter Wasser einweichen. Aus Mehl, Salz, eingeweichten Haferflocken und Hefe einen Teig kneten. Dabei nach und nach circa dreihundert Milliliter Wasser zugeben. Der Teig sollte klebrig und feucht sein, aber nicht wässrig.
Den Teig zehn bis fünfzehn Minuten abgedeckt ruhen lassen, dann für vierundzwanzig bis sechsunddreißig Stunden in den Kühlschrank stellen. Je länger die Ruhezeit, desto intensiver der Geschmack.
Den Teig in einer gefetteten Kastenform für dreißig Minuten ruhen lassen, dann bei zweihundertzwanzig Grad Ober- und Unterhitze für zirka fünfzig Minuten backen. Vor dem Anschneiden vollständig auskühlen lassen.
Geheimtipp
Mit einem Gärkorb und einem gusseisernen Topf entsteht eine Kruste wie vom Bäcker. Dazu den gereiften Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem runden Leib formen und für fünfundvierzig Minuten im bemehlten Gärkorb ruhen lassen. Den Teig in den im Ofen vorgeheizten Topf stülpen und für dreißig Minuten zunächst mit Deckel und am Ende fünfzehn Minuten ohne Deckel backen.
Kuriose Geschichten aus der Vergangenheit
Verrückte Vergangenheit
Das amüsante Rätsel zu historischen Skurrilitäten.
Interesse an einer amüsanten Reise in die Vergangenheit? Dieses Rätsel dreht sich um skurrile historische Ereignisse, die selbst erfahrene Geschichtskenner zum Schmunzeln bringen. Ordnen Sie die Berichte über findige Politiker, kuriose Erfindungen und eigenartige Gesetze in die richtige Reihenfolge. Tragen Sie dazu den jeweiligen Buchstaben des Ereignisses an der richtigen Stelle ein. Können Sie alle Kuriositäten korrekt zuordnen?
Circa 1787: Der Franzose Parmentier lässt Kartoffelfelder tagsüber demonstrativ bewachen, um der hungernden Bevölkerung die Kartoffel schmackhaft zu machen.
1896: Der Italiener Rivarocci bastelt aus einem Fahrradschlauch das erste moderne Blutdruckmessgerät. Auf ihn geht die Abkürzung Rr für Blutdruck zurück.
1879: Fünf von neun Teilnehmern eines Schweizer Radrennens geben auf, nachdem ihnen in der Pause ein mehrgängiges Menü serviert wurde.
König Ludwig I. von Bayern beschließt, dass sein Land zukünftig mit „y“ geschrieben wird, weil er mit der griechischen Sprache sympathisiert.
1934: England stellt das Seeungeheuer Loch Ness unter Naturschutz, für den Fall, dass es tatsächlich existiert.
1936: Bei den Olympischen Spielen fällt auf, dass Liechtenstein und Haiti die gleiche Fahne haben.
Bis 1948 muss bei Geburten im britischen Königshaus der Innenminister anwesend sein.
1915: Der Physiker Albert Einstein lehnt das Angebot ab, Staatspräsident von Israel zu werden.
1950: Der Elefant Tuffi fällt aus der Wuppertaler Schwebebahn und überlebt nahezu unverletzt.
Bis 1950 ist deutschen Lehrerinnen es gesetzlich verboten zu heiraten.
1904: Sackhüpfen ist offizielle olympische Disziplin.
1960: Der siebzehnjährige Robert G. Heft konzipiert die aktuelle amerikanische Flagge im Rahmen eines Schulprojektes.
2004: Eine EU-Richtlinie zwingt Mecklenburg-Vorpommern dazu, ein Landesseilbahngesetz zu erlassen, ohne auch nur eine einzige Seilbahn zu haben.
Die Lösung finden Sie hier.
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Ein Lied über Geborgenheit in Gottes Hand
Meine Zeit steht in deinen Händen. Was Peter Strauch zu seinem Lied inspirierte
Meine Zeit steht in deinen Händen,
nun kann ich ruhig sein in dir.
Du gibst Geborgenheit,
du kannst alles wenden.
Gib mir ein festes Herz,
mach es fest in dir.
Sorgen quälen und werden mir zu groß.
Mutlos frag ich: Was wird morgen sein?
Doch du liebst mich, du lässt mich nicht los.
Vater, du wirst bei mir sein.
Hast und Eile, Zeitnot und Betrieb
nehmen mich gefangen, jagen mich.
Herr, ich rufe: Komm und mach mich frei.
Führe du mich Schritt für Schritt.
Es gibt Tage, die scheinen ohne Sinn.
Hilflos seh ich, wie die Zeit verrinnt.
Stunden, Tage, Jahre gehen hin,
und ich frag, wo sie geblieben sind.
Meine Zeit steht in deinen Händen.
Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.
Du gibst Geborgenheit,
du kannst alles wenden.
„Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.“
Text und Melodie von Peter Strauch
Wie dieses Lied entstand
Es war am 31. Dezember 1980. Wie üblich traf sich unsere Gemeinde zu einem Jahresschlussgottesdienst. Ich hatte ein schweres Jahr mit großen Herausforderungen vor mir und dachte voller Sorgen daran.
Nun gehört es zur Tradition dieses Gottesdienstes, dass gegen Ende kleine Körbe mit Bibelsprüchen durch die Reihen gehen. Jeder darf sich eine Karte nehmen. Auf meiner Karte stand ein Vers aus Psalm 31: Meine Zeit steht in deinen Händen.
Der König David von Israel, circa 1000 vor Christus, hat dieses Lied geschrieben. Es ist ein Gebet. Und es war genau der richtige Vers für mich. Was immer dieses neue Jahr bringen würde: Die Zeit, die jetzt vor mir liegt, steht in Gottes Hand. Und ich wusste: Dieser Gott liebt mich und meint es unendlich gut mit mir.
Dass er darüber hinaus auch mich selbst in seine Hände nehmen würde, das wünschte ich mir und sagte es ihm auch. Das alles gab mir eine erstaunliche Gelassenheit.
In den Tagen danach wurde ein neues Lied daraus, und wiederum einige Tage später sang ich es mit jungen Leuten in einem Ferienbibelkurs. Das alles liegt inzwischen Jahrzehnte zurück, aber immer noch wird dieses Lied gesungen. Mittlerweile steht es in über fünfzig evangelischen und katholischen Liederbüchern.
Viele Lieder habe ich seitdem geschrieben, aber keines ist so weit verbreitet wie dieses. Weshalb das so ist? Ich weiß es nicht. Vielleicht, weil es so gut tut, keinem blinden Schicksal ausgeliefert zu sein, sondern in den Händen Gottes zu sein, von dem die Bibel sagt, dass er uns Menschen unfassbar liebt.
Inzwischen bin ich 80 Jahre alt und bete immer noch, nicht nur am Jahresende:
Danke, lieber Gott, dass du mich und meine Zeit in deinen Händen hältst.
Peter Strauch war von 1999 bis 2008 Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden. Von 2000 bis 2006 war er erster Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz.
Ein Hörbeispiel finden Sie hier.
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Morgengrauen und Neubeginn
Morgendämmerung
Ein Text von Miriam Vedder
Drei Uhr fünfundvierzig. An einem frühen Junimorgen schäle ich mich aus dem Bett, mache mich bereit, nehme meinen Rucksack zur Hand und gehe aus dem Haus.
Der Hügel gegenüber ist mein Ziel. Ich steige hinauf. Im Osten zeigt der Himmel eine zarte Rötung. Es ist gerade hell genug, um den Weg unter den Füßen zu sehen. Die Vögel zwitschern schon; sie waren noch früher wach als ich.
Oben angekommen, setze ich mich auf das Gras und genieße die Stille, die Einsamkeit, die Zeit. Es ist gerade erst halb fünf, die Stadt schläft noch.
Ich bin frei von allen Erwartungen, muss nicht produktiv sein, nichts tun oder bewirken. Ich kann einfach sein, genießen, bewundern, die ganze Schönheit aufnehmen, meines Schöpfers Werk.
Ich wende den Kopf und sehe den Halbmond, ihr reflektiertes Sonnenlicht, das meinen Augen noch verborgen ist. Es ist faszinierend, sich hier umzusehen.
Vor drei Jahren tobte ein Waldbrand über den ganzen Hügel. Nur Schutt und Asche und verkohlte Baumstümpfe blieben zurück. Jetzt bedecken blühende Sträucher und Blumen jeden Zentimeter, ein Farbenmeer aus Grün, Gold und Lila. Insekten schwirren umher. Zwischen zwei Büschen hat eine Spinne ihr kunstvolles Netz gestaltet.
Der Himmel wird immer heller, ausgehend von einem einzelnen Fleck am Horizont, der sich von Rot zu Orange zu Gelb wandelt. Jetzt geht die Sonne auf, der Tag beginnt.
Ein Beitrag von Miriam Vedder.
Ewigkeit und die Frage nach erfülltem Leben
Ewigkeit: mehr als das Maximum an Zeit
In den letzten 130 Jahren ist die durchschnittliche Lebenserwartung im deutschsprachigen Raum um rund 20 Jahre gestiegen. Dieser Trend spielt einem alten Menschheitstraum in die Hände: dem Wunsch nach Unsterblichkeit. Doch ist es überhaupt erstrebenswert, ewig zu leben?
Die Vorstellung, unsterblich zu sein, fasziniert und inspiriert Künstler und Wissenschaftler seit jeher gleichermaßen. In zahlreichen Büchern, Erzählungen und Filmen wurde dieser Gedanke bereits aufgegriffen. Kluge Köpfe aller Disziplinen haben sich darüber Gedanken gemacht. Ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis der Mensch ewig leben kann?
Aber nicht nur die Frage der Machbarkeit ist relevant. Angenommen, ewiges Leben wäre tatsächlich möglich: Würden wir es überhaupt wollen? Ein längeres Leben ist nicht unbedingt ein glücklicheres.
Der französische Arzt Alexis Carrel hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch seine Forschung zum Thema Organtransplantation wesentlich dazu beigetragen, dass Menschen heute länger leben als früher. Trotzdem gelangte er ausgerechnet eher zu dem Schluss, es komme nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben.
Als Arzt hat Carrel wohl oft genug erlebt, dass medizinische Maßnahmen manchmal keine Lebensqualität mehr bringen, sondern in erster Linie nur Leid verlängern. Ist es also überhaupt wünschenswert, die Lebenserwartung immer weiter steigern zu wollen?
Der Tod ist nicht zwangsläufig die Lösung. Es braucht also noch eine weitere Zutat, damit ewiges Leben wünschenswert wird: die Befreiung von Angst, Schuld, Versagen, Bitterkeit, Krankheit, Einsamkeit und letztlich allem, was uns Menschen schwer zu schaffen macht. Mit anderen Worten: Erlösung.
Zugegeben, dieser Begriff klingt etwas fromm. Allerdings wird er nicht nur in christlichen Kreisen verwendet. So kommen Trauernde am Grab eines geliebten Menschen manchmal zu dem Schluss, dass der Tod eine Erlösung für den Verstorbenen gewesen sei. Wenn das Leben ohnehin nur noch von Leid geprägt ist und keine Aussicht auf Besserung besteht, scheint der Tod manchmal die bessere Alternative zu sein.
„Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“, so sagt man. Doch kann der Tod wirklich die Lösung sein, wenn uns eigentlich der Wunsch nach einem möglichst langen und erfüllten Leben antreibt?
Das Sterben eines Einzelnen ist der Schlüssel. Echte Erlösung kann es also nur geben, wenn beides zusammenkommt: unbegrenzte Lebenszeit und maximale Lebensqualität. Wie schön wäre es, wenn unsere Zeit nicht ablaufen würde und wir nicht jeden Moment auskosten müssten, solange es noch geht. Unbeschreiblich, wenn wir nicht länger mit Krankheit, Hass, Verlust und Einsamkeit fertig werden müssten.
In der Bibel ist die Hoffnung auf ein sorgenfreies, ewiges Leben weder ein fiktives Gedankenspiel noch ein utopischer Menschheitstraum. Sie ist Teil der überwältigenden Botschaft, die sich durch die Bibel zieht: Gott schenkt uns Erlösung. Durch seinen Sohn Jesus Christus machte er möglich, was wir selbst niemals schaffen könnten. Jesus wurde Mensch und starb am Kreuz, damit Gott ihn zu neuem Leben erwecken konnte. Jesus war der Erste, der den Tod überwand. Doch nicht nur das: Er kann uns daran Anteil geben.
„Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben.“ „Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen.“
Was für ein Versprechen! Wenn wir unser Vertrauen auf Jesus Christus setzen, schenkt er uns ein neues Leben. Dann ist der Tod nicht mehr das Ende, sondern der Übergang in eine neue Welt, die jede Vorstellung von Erlösung übertrifft.
Die Bibel gibt zwar nur einen kleinen Einblick in das, was jeden erwartet, der zu Christus gehört, aber was sie preisgibt, ist schon jetzt atemberaubend: ein erfülltes ewiges Leben in der Gemeinschaft mit Gott und seinem Sohn Jesus Christus, Leben in einer Welt, die kein Leid mehr kennt, sondern nur noch von Freude, Überfluss und göttlichem Frieden geprägt ist.
Dieses neue Leben in Christus hat aber nicht nur Auswirkungen auf die Zukunft. Paulus beschreibt in seinen Briefen im Neuen Testament, dass Jesus schon jetzt für uns da ist. Er verändert unser Denken und Handeln zum Positiven. Er gibt unserem jetzigen Leben Sinn, auch wenn wir Leid erleben. Und die feste Zuversicht auf endgültige Erlösung bietet heute schon Trost.
„Ich weiß, dass ich mein Leben in Gottes Hand legen kann. Ich weiß, dass er ein guter Gott ist, dass er einen Plan für mich hat und dass es nach dem Tod für mich eh weitergeht. Wovor sollte ich dann noch Angst haben?“
Ein Zitat von Philipp Mickenbecker. Er lebte von 1997 bis 2021. Philipp Mickenbecker war auf YouTube als verrückter Tüftler bekannt und starb mit nur 23 Jahren an Krebs. Dieses Zitat stammt aus einem Interview, das er kurz vor seinem Tod gab. Hier finden Sie das Interview in voller Länge: magazin-lebenplus.de/querstrich-mickenbecker
Eintagsleben und bleibende Bedeutung
heute hier, morgen fort
Das wundersame Leben einer Eintagsfliege
Matej Salka
Ostungarn, 12. August 2012
Meine Frau und ich sind an der ungarisch-ukrainischen Grenze unterwegs. Am Ufer der Theis gönnen wir uns ein kühles Bad.
Tauchstation
Kaum sonst irgendwo wird intensiver herausgeschlüpft als hier. Millionen von Larven der größten europäischen Eintagsfliegenart, der Theis-Eintagsfliege, erleben hier nahezu zeitgleich eine Verwandlung von der wasserlebenden zur flugfähigen Form. Sie schlüpfen auf dem Flussgrund aus ihren Eiern und ernähren sich dort als Larven von Pflanzenmaterial. Während sie heranwachsen, häuten sie sich bis zu fünfundzwanzig Mal, bis sie nach drei Jahren bereit sind für den entscheidenden Tag.
Massenemergenz
Irgendwie ist klar, dass es heute so weit ist. Überall tauchen die männlichen Larven aus der Tiefe auf. An der Oberfläche angekommen, platzt ihre Haut, und es entsteigt ein großes Fluginsekt, das innerhalb von Sekunden davonfliegt. Die Bäume sind bedeckt von Hunderttausenden, die sich dort ein letztes Mal häuten. Der Körper, der nun übrig bleibt, ist nur noch ein Rudiment. Der ganze Verdauungsapparat ist stillgelegt, verschlossen und mit Luft aufgepumpt. Es hat nur noch etwa eine Stunde zu leben und nur noch eine Aufgabe zu erfüllen: Hochzeit.
Wenig später tauchen auch die Weibchen auf. Sie erledigen die letzte Häutung gleich an der Wasseroberfläche. Jetzt fliegen die Männchen gemeinsam los und bilden einen gigantischen Hochzeitsschwarm. Die Weibchen fliegen mitten hinein und werden in der Luft ergriffen und begattet. Anschließend gehen die Männchen mit leerer Batterie in den Sinkflug und stürzen tot in den Fluss.
Letzte Angelegenheit
Der Körper der Weibchen ist nun fast vollständig mit befruchteten Eiern ausgefüllt. Sie fliegen den Fluss entgegen der Strömungsrichtung bis zu zehn Kilometer hinauf, so weit, dass die siebentausend bis neuntausend Eier, die sie nun auf der Wasseroberfläche ablegen und die langsam auf den Grund sinken, in dem Bereich stranden, in dem schon sie selbst ihre Jugend verbrachten. So schließt sich der Kreis. Und dann brechen auch die prächtigen, gelbbraun gestreiften, äußerlich unversehrten weiblichen Tiere nach ihrem kurzen Dasein erschöpft zusammen.
Er lebt.
Das Leben der Eintagsfliegen erscheint grausam kurz. Abgesehen von ihrem Larvenstadium dauert ihr Fliegenleben maximal vier Stunden. Da haben wir es doch besser. Nach neun Monaten Vorstadium bleiben uns im Durchschnitt etwa achtzig Jahre Zeit für ein erfülltes Leben. Ob diese Lebensspanne „lang“ zu nennen ist, mag allerdings Ansichtssache sein. Je älter wir werden, desto kürzer erscheint sie uns in unseren eigenen Augen. Auf den Grabsteinen erscheint sie als ein kurzer Strich zwischen zwei Jahreszahlen, und in Gottes Augen ist sie nur ein Dampf, ein Hauch und ein vorüberrauschender Schatten. Dennoch schenkt uns Gott seine ganze Aufmerksamkeit und gibt jedem von uns die Möglichkeit, in diesem Leben Dinge zu tun, die eine Ewigkeit lang Bestand haben.
Der Mensch, wie Gras sind seine Tage, wie die Blume des Feldes, so blüht er. Denn fährt ein Wind darüber, so ist sie nicht mehr, und ihr Ort kennt sie nicht mehr. Ihr wisst nicht, wie es morgen um euer Leben stehen wird, denn ihr seid ein Dampf, der eine kleine Zeit sichtbar ist und dann verschwindet. 1. Petrus 1,24; Jakobus 4,14
Alexander vom Stein ist Biologe und leitet in Portugal das Freizeitgelände Park Discovery mit Bibel- und Schöpfungsmuseum. Er schrieb mehrere Bücher, so sein neuestes Federführer: Die Vögel des Himmels.
Hätte ich doch nur, wofür ihnen ihre Zeit nicht zu schade sein sollte. Eine australische Pflegekraft hat jahrelang Sterbende betreut und für sich festgehalten, was diese rückblickend am meisten bereuen. Grund genug, rechtzeitig darüber nachzudenken.
Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen
Unter diesem Titel hat Bronnie Ware aufgeschrieben, was sie immer wieder hörte. Was können wir jetzt tun, um es am Ende nicht bereuen zu müssen, und welchen Unterschied kann es machen, wenn wir Gott mit einbeziehen?
Zu viel Rücksicht auf die Erwartungen anderer
Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben, nicht das Leben, das andere von mir erwarteten. Oft ist es unser Wunsch, beliebt zu sein, der dazu führt, dass wir am Leben vorbeileben. Dabei ist unser Leben einzigartig. Wir sind mit bestimmten Gaben und Fähigkeiten ausgestattet. Wir sind auch in einen bestimmten Kontext gestellt, um einen Beitrag zu leisten, den sonst niemand einbringen kann. Finden Sie die Freiräume, die Ihnen auch im Alter noch möglich sind. Und warum nicht einfach Gott fragen, was das für Sie bedeuten könnte?
Zu sehr auf Arbeit und Leistung konzentriert
Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet. Viel Geld und eine Karriere, die Ansehen verspricht, können dazu führen, dass die Arbeit zum allesbestimmenden Element wird. Doch was Gewinn verspricht, kann sich am Ende als Verlust erweisen. Bedenken Sie rechtzeitig, was bleibt, wenn die Arbeit wegfällt. Denn was hilft es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sich selbst verliert oder schädigt?
Zu wenig liebevolle Sätze
Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken. Wir denken vielleicht, dass unsere Nächsten schon wissen, wie wir zu ihnen stehen und was wir für sie empfinden. Doch dem ist nicht unbedingt so. Bringen Sie den Mut auf, Ihre Gedanken und Gefühle klar zu kommunizieren. Sie werden erstaunt sein, welchen Unterschied das macht. Sie kommen sich einander näher, und das dauerhaft.
Zu wenig Zeit für Beziehungen
Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten. Wie wichtig Freundschaften, vor allem in der Nähe, sind, wird uns oft erst bewusst, wenn Beziehungen im Beruf, im gesellschaftlichen Umfeld oder durch einen Umzug wegfallen. Pflegen Sie Ihre Freundschaften, um sich gegenseitig zu unterstützen, zu helfen und zu ermutigen. Auch eine christliche Gemeinde kann diese Beziehungen in einer besonderen Weise bieten.
Zu viele Sorgen
Ich wünschte mir, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein. Leicht schleichen sich Sorgen ein, die so bestimmend werden, dass wir die positiven Seiten des Lebens nicht mehr sehen. Zudem haben sich viele Sorgen als unbegründet erwiesen. Um ihr Glück nicht nur von einzelnen Erlebnissen abhängig zu machen, brauchen sie die Gewissheit, sich gut aufgehoben zu fühlen. Dieses Aufgehobensein haben Menschen immer wieder in der Nähe Gottes erfahren.
Für mich aber ist Gottes Nähe beglückend, mein Vertrauen setze ich auf den Herrn. Psalm 73,28
Späte Erkenntnis
Bronnie Ware stellt fest, es ist vor allem die späte Einsicht, die ihre Patienten unglücklich macht. Es fällt auf, dass es bei den fünf Punkten darum geht, das eigene Leben gut führen zu können und die Beziehungen zu pflegen, die einem am wichtigsten sind. Wenn sich das am Ende als das Wertvollste erweisen soll, muss es ihnen jetzt wichtig sein. Wenn sie merken, dass sie auf dem verkehrten Weg sind, müssen sie eben umkehren. C. S. Lewis meinte dazu: In diesem Fall ist derjenige, der als Erster umkehrt und zurückgeht, der fortschrittlichste.
Würde, Alter und Gottes Zuspruch
Menschenwürde hat kein Verfallsdatum. Die Würde des Menschen ist unantastbar. So beginnt nicht nur der erste Artikel des deutschen Grundgesetzes, sondern auch die Charta der Grundrechte der Europäischen Union. Daraus ergibt sich die Verpflichtung, sie zu achten und zu schützen.
Was bedeutet das für den alten Menschen? Und wie erleben wir uns als Älterwerdende?
Spürbare Einschnitte
Schon früh kann Verunsicherung aufkommen. Wer braucht mich noch? Wer schätzt noch, was ich tue und wer ich bin? Das spüren wir etwa dann, wenn Kinder aus dem Haus gehen, die Berufsarbeit beendet wird oder die gesellschaftliche Anerkennung wegfällt. Das stellt sich auch dann ein, wenn sicher Geglaubtes nicht mehr möglich ist, die Kraft nachlässt und die Unsicherheit zunimmt. Und erst recht dann, wenn wir auf andere angewiesen sind.
Es schmerzt, sich das eingestehen zu müssen. Und was ist, wenn ich zu einem Pflegefall werde? Plötzlich bin nicht mehr ich es, der etwas einbringt. Stattdessen muss ich mich darauf einlassen, dass andere für mich sorgen. Es war immer ein gutes Gefühl, gebraucht und dafür geschätzt zu werden. Doch was ist, wenn das wegfällt?
Dankbare Wertschätzung
Wie fatal ist es, wenn heute vielfach der Wert des Menschen aus seiner Nützlichkeit abgeleitet wird? Thomas Schödin bringt es auf den Punkt: Wenn man nur zählt, solange man Dinge tut, die zählen, ist man natürlich verloren, sobald die Kräfte schwinden.
Ich muss mich immer wieder selbst daran erinnern, wie unglaublich es ist, dass es zu unserem Menschsein gehört, von Gott schon geliebt zu sein, bevor wir etwas Vernünftiges getan haben. Was auf ein Neugeborenes zutrifft, gilt nicht weniger für den alten Menschen, wenn er wie das Baby völlig auf andere angewiesen ist. Dabei sollte doch alten Menschen in gleicher Weise die Wertschätzung entgegengebracht werden, die man empfindet, wenn man sich über das Wunder eines Kindes freut.
Zugesprochene Würde
Solche Würdigung gezeigt und zugesprochen zu bekommen, ist unermesslich wertvoll und tut so gut. Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Person eines Alten ehren, und du sollst dich fürchten vor deinem Gott, heißt es in der Bibel. Der Hinweis auf Gott zeigt, dass die Würde nicht nur in der Vergangenheit und in der Leistung des Alten zu suchen ist. Sie ist in der Gegenwart zu finden, weil auch der alte Mensch immer noch ein Original und die Handarbeit Gottes ist.
Gewollt und geliebt
Sogar dann, wenn Menschen uns übersehen und nicht würdigen, dürfen wir uns geschätzt wissen, weil Gott uns zu seinem Ebenbild geschaffen hat und uns liebt. Seine Liebe lässt uns neu sehen. Gott liebt uns nicht, weil wir so wertvoll sind, sondern wir sind so wertvoll, weil Gott uns liebt. Dies zu wissen, lässt uns wertvoll leben, auch wenn vieles nicht mehr geht, wir keine Leistung erbringen können und einfach nur da sind.
Verlass mich nicht!
Gerade dann brauchen wir die Nähe Gottes und die Gewissheit, dass er bei uns ist. So findet sich diese Bitte in der Bibel: Jetzt, wo ich alt bin, lass mich nicht fallen, jetzt, wo meine Kräfte abnehmen, lass mich nicht im Stich.
Es ist diese Abhängigkeit, die wir nicht nur spüren, sondern zugleich auch als Glück empfinden dürfen. Die Nähe und der Zuspruch Gottes wird zu einem festen Anker im Alter. Gott sichert uns zu: Ich bleibe euch treu bis ihr alt seid, ich trage euch bis ihr graue Haare habt, das habe ich getan und werde es weiter tun. Ich bin es, der euch trägt und rettet.
So können wir erleben, dass wir, auch wenn unsere äußeren Kräfte aufgezehrt werden, innerlich Tag für Tag neue Kraft bekommen. Das lässt sich nur durch Gottes Kraft erklären. Das macht Mut.
Einen weiterführenden Artikel zum Thema mit chronischer Krankheit leben finden Sie unter magazin-lebenplus.de/leben-mit-chronischer-krankheit.
Entscheidende Augenblicke der Begegnung
Entscheidende Momente
Es gibt Momente, die so herausragend und einmalig sind, dass sie regelrecht dazu auffordern, genutzt zu werden. Solch einen Moment witterte ein Zollbeamter, von dem wir noch heute wissen, obwohl es schon zweitausend Jahre her ist. Er hat es nämlich in die Schrift eines Arztes namens Lukas geschafft. In der Bibel können wir seine Beobachtung nachlesen.
Die Geschichte eines entscheidenden Momentes
Jesus kam nach Jericho und ging durch die Stadt. Dort lebte ein Mann, der Zacchaeus hieß. Er war der oberste Zolleinnehmer und sehr reich. Er wollte unbedingt sehen, wer dieser Jesus war, aber er konnte es nicht, denn er war klein. Und die Volksmenge versperrte ihm die Sicht.
Deshalb lief er voraus und kletterte auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus sehen zu können, denn dort musste er vorbeikommen. Als Jesus an die Stelle kam, blickte er hoch und sagte zu ihm: Zacchaeus, steig schnell herab, ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.
Sofort stieg Zacchaeus vom Baum herab. Voller Freude nahm er Jesus bei sich auf. Als die Leute das sahen, ärgerten sie sich und sagten zueinander: Bei einem Sünder ist er eingekehrt.
Aber Zacchaeus stand auf und sagte zum Herrn: Herr, die Hälfte von meinem Besitz werde ich den Armen geben, und wem ich zu viel abgenommen habe, dem werde ich es vierfach zurückzahlen.
Da sagte Jesus zu ihm: Heute bist du gerettet worden, zusammen mit allen, die in deinem Haus leben, denn auch du bist ein Nachkomme Abrahams. Der Menschensohn ist gekommen, um die Verlorenen zu suchen und zu retten.
Zacchaeus kollaborierte als jüdischer Bürger mit den Römern und erleichterte seine Landsleute durch überzogene Zolleinnahmen. Bei allem Reichtum und den Annehmlichkeiten, die er sich leisten konnte, war er wirklich zufrieden? Was immer ihn auch antrieb, als sich ihm die Gelegenheit bot, Jesus persönlich kennenzulernen, unternahm er alles, um ihn zu sehen.
Doch was für eine Überraschung! Jesus sieht ihn und wendet sich ihm zu. Ausgerechnet ihn sieht er, der von allen anderen verachtet und gemieden wurde. Jesus trat in sein Leben, und das änderte alles.
Solch eine Erfahrung können auch Sie machen, sogar heute.
Der Wunsch, Jesus kennenzulernen
Auch wenn Jesus nicht mehr wie damals auf dieser Erde unter uns ist, bleibt er doch zugänglich. Sollten Sie den Wunsch haben, Jesus kennenzulernen, dann dürfen Sie davon ausgehen, dass Jesus selbst diesen Wunsch in Ihnen geweckt hat. Es gibt keine bessere Gelegenheit, als in diesem Moment Ihrem Herzen zu folgen und das Angebot von Jesus anzunehmen.
Ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.
Sie dürfen sicher sein: Jesus wünscht sich so sehr, in Ihr Leben zu treten, es kann Ihnen nichts Besseres passieren.
Die günstige Zeit nutzen
Seit Jesu Auftreten in dieser Welt steht die Zeit unter einem positiven Vorzeichen. Sein Tod hat diese Wendung hervorgebracht. Am Kreuz ist Jesus für uns eingetreten, um uns von unserer Schuld zu befreien. Damit wollte er uns aus unserer Verlorenheit herausholen.
Der Menschensohn ist gekommen, um die Verlorenen zu suchen und zu retten.
Sie leben jetzt in der günstigen Zeit, um auf dieses Angebot einzugehen.
Seht doch, jetzt ist die rechte Zeit, seht doch, jetzt ist der Tag der Rettung.
Den entscheidenden Moment wahrnehmen
Wenn Gott zu Ihnen spricht, stehen Sie vor der Entscheidung, ob Sie ihm Glauben schenken wollen oder nicht. Sie allein können diese Entscheidung treffen. Wenn ihr heute die Stimme Gottes hört, dann verschließt euch seinem Reden nicht. Zögern Sie nicht, auf sein Reden zu hören und sein Angebot wahrzunehmen.
Die Rettung annehmen
Was immer auch Ihr Leben bisher ausgemacht hat, wie Sie sich selbst sehen oder wie Sie von anderen gesehen werden, Sie dürfen wissen, dass Jesus gern in Ihr Leben treten möchte. Wenn Sie Ihren bisherigen Weg bereuen und Jesus in Ihrem Leben willkommen heißen, gilt auch Ihnen die Zusage: Heute bist du gerettet worden.
Gewissheit erhalten
Sie dürfen wissen, dass Sie in dem Moment, in dem Sie an Jesus Christus glauben, schon reich beschenkt werden, denn Jesus sagt: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen.
Sie dürfen sich freuen über das ewige Leben, ein neues erfülltes Leben, das Ihnen für immer bleibt. Den Freispruch, durch den Sie dem kommenden Gericht Gottes enthoben sind, die Gemeinschaft mit Gott, da die Trennung von Gott hinter Ihnen liegt.
Die Folgen begrüßen
Ihre Glaubensentscheidung wird folgenreich sein. Sie verändert Ihr Leben umfassend und richtet Sie neu aus. Nicht nur Sie, auch andere werden es merken. Deshalb orientiert euch nicht am Verhalten und an den Gewohnheiten dieser Welt, sondern lasst euch von Gott durch Veränderung eurer Denkweise in neue Menschen verwandeln.
