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Großes Elend!

2. Könige 5,15-2717.11.2019
Ein kleiner Griff nach Geld, ein riesiger Absturz: Gehasi zeigt, wie schnell Gier aus einem frommen Moment Elend macht. Naaman dagegen findet in einem kleinen Schritt das echte Leben.

Einleitung und Ausgangspunkt der Serie

Die richtigen Entscheidungen treffen – so lautet die Überschrift dieser zweiteiligen Serie. Meistens treffen wir kleine Entscheidungen, die aber durchaus große Auswirkungen haben können. Kleine Schritte können uns in eine gute Richtung führen, oder sie können fatale Folgen für uns haben.
Naaman, der aramäische General, hatte die richtigen Entscheidungen getroffen. Nach anfänglichem Aufbegehren befolgte er die Anweisungen Elisas. Er tauchte siebenmal im Jordan unter und wurde von seinem Aussatz geheilt. Damals war Naaman der einzige, der in Israel vom Aussatz geheilt wurde, obwohl es viele Aussätzige gab.
Jesus sagte, dass es zur Zeit des Propheten Elisa in Israel viele Aussätzige gab, aber nur einer von ihnen wurde geheilt. Nur der Syrer, also nur der Ausländer, der Heide, wurde geheilt, im Gegensatz zum Volk Israel. War dieser Heide bereit, auf den Propheten Gottes zu hören und seine Anweisungen zu befolgen, und deshalb wurde Naaman gesund.
Damit hatten wir uns im ersten Teil dieser Serie beschäftigt. Ihr könnt sie nachhören oder nachlesen. Es gibt, glaube ich, auch noch Predigtexemplare dort hinten, die aufliegen.
Nachdem wir nun sehen werden, wie Naaman auf dieses Wunder reagierte, beschäftigen wir uns danach mit der Entscheidung des Dieners von Elisa. Gehasi hieß dieser Mann.
Die Überschrift dieser Predigt lautet: „Kleine Schritte, großes Elend.“

Dankbarkeit, Bekenntnis und die Weigerung des Propheten

Naaman reiste nach seiner erstaunlichen Heilung nicht gleich nach Syrien zurück. Zuerst wollte er sich noch beim Propheten Elisa bedanken, den er bis dahin ja noch gar nicht gesehen hatte, weil er immer im Hintergrund blieb und stets seinen Diener vorschickte.
Er war überglücklich, endlich von dieser unheilbaren Krankheit geheilt zu sein; das können wir gut nachvollziehen. Von einer so radikalen Heilung hatte er noch nie gehört. Ihm war klar, dass diese Heilung ohne spezielle Rituale, so wie er es sich vorgestellt hatte, und ohne Zauberei geschehen war. Das hatten wir ja letztes Mal angesehen. Nur vom Schöpfer des Himmels und der Erde kann so etwas bewirkt sein. So sagte er zu Elisa: Jetzt weiß ich, dass der Gott Israels der einzige Gott auf der ganzen Erde ist.
Ein unglaublich starkes Bekenntnis dieses Mannes. Dieser Ausländer, der viele Götzenkulte kannte und bis zu diesem Tag den Gott Rimon verehrte, wandte sich nun von seiner ursprünglichen Religion und seinem Glauben ab. Er bekannte das, was Israel schon lange wissen musste. Mose unterwies sein Volk, indem er sagte: Begreift und nehmt es zu Herzen, dass der Herr, Jahwe, allein Gott ist im Himmel und auf der Erde, und dass es außer ihm keinen Gott gibt. Naaman, dieser Heide, bekannte sich zum Gott Israels. Gott sehnte sich danach, dass Israel sich so deutlich zu ihm bekennen würde. Aber das taten sie nicht.
Gerne wollte Naaman seiner Dankbarkeit Ausdruck geben. Er hatte für diesen Fall vorgesorgt: sieben Zehntner Silber, eineinhalb Zehntner Gold und zehn Festgewänder. Das alles hatte er mitgenommen, damit er sich angemessen bedanken könnte, wenn er geheilt würde. Doch Elisa wollte keine Geschenke annehmen. Er begründete nicht einmal, warum. Vermutlich wollte Elisa diesem Mann zeigen, dass man in Israel mit Gottes Wirken keine Geschäfte betreibt. Gottes Wirken ist unbezahlbar. Gott beschenkt die Menschen, und Naaman sollte verstehen, dass es eben ein anderer Gott ist als die Götter, die er bis jetzt kannte.
Später sagte Jesus seinen Aposteln, als er sie aussandte, um Aussätzige reinzumachen, Kranke zu heilen, Tote aufzuwecken und Dämonen auszutreiben: Was ihr umsonst bekommen habt, das gebt auch umsonst weiter. Das ist die Haltung Gottes. Sein Wirken soll nicht dazu dienen, dass wir uns bereichern, sondern sein Name soll geehrt werden.
Hätte Elisa die Geschenke entgegengenommen, und das war durchaus noch eine große Versuchung, weil es so viel Geld auf einmal war, das sie in dieser Prophetenschule vermutlich gut hätten gebrauchen können, dann hätte Naaman vielleicht gedacht, er hätte damit seine Schuldigkeit getan. So wie man das bei den Propheten anderer Götter tat. Er hätte dann den Propheten bezahlt, und damit wäre die Sache erledigt gewesen.

Ein neuer Glaube und die Spannung des Alltags

Doch Naaman scheint sofort begriffen zu haben, warum Elisa sich nicht bezahlen lassen wollte. Denn er fragte Elisa: Wenn du schon mein Geschenk nicht annimmst, dann lass mich wenigstens so viel Erde von hier mitnehmen, wie zwei Maultiere tragen können. Denn ich will in Zukunft keinem anderen Gott mehr Brand- und Mahlopfer darbringen, nur noch dem Herrn, nur noch Jahwe, nicht mehr Rimon.
Er benennt hier also ausdrücklich den Namen des Gottes Israels. Er hat verstanden, dass es um diesen einen Gott geht. Offenbar begriff er auch, was Gott gefällt. Er verstand: Wenn der Gott Israels der einzige Gott ist, dann muss er diesem einen Gott angemessen Ehre erweisen und ihm allein dienen.
Die Erde wollte er mitnehmen, um in seiner Heimat einen Altar für den Gott Israels zu errichten. Im Denken der Menschen damals war ein Gott immer mit der Erde des Landes verbunden. Deshalb wollte Naaman von der Erde Israels nehmen und dem Gott Israels in seinem Land eine Opfer- und Anbetungsstätte errichten.
Naaman war also nicht nur gesund geworden, sondern er veränderte sein Leben radikal. Es geschah, was wir heute Bekehrung nennen. Es geschah, was Paulus über die Christen in Thessalonik hörte: Die Leute erzählen, wie ihr euch von den Götzen abgewandt und dem lebendigen und wahren Gott zugewandt habt, um ihm zu dienen.
Und das war in der damaligen Kultur durchaus eine sehr große Sache. Das hat man bemerkt. Naaman musste auch wissen, dass es auffallen würde, wenn er nun den Gott Israels verehren und nicht mehr den Gott der Aramäer anbeten würde. Naaman hatte seine ursprüngliche Religion also aufgegeben und wollte nur noch dem Gott Israels dienen.
Das war eine Provokation für das Volk Israel. Denn die Israeliten rannten in Israel allen anderen Göttern nach, und sie verachteten ihren eigenen Gott. Darüber war Gott sehr enttäuscht und zornig. Einmal ließ er durch den Propheten Jeremia sagen: Jedes Rind kennt seinen Besitzer, und jeder Esel die Futterkrippe seines Herrn. Israel aber will nicht begreifen, wem es gehört. Mein Volk nimmt keine Vernunft an. Sie rennen allen anderen nach, sie wissen nicht, zu welchem Gott sie gehören. Alle anderen Völker sind ihren Göttern treu, aber Israel rennt überall herum.
Bereits Elija, der Vorgänger von Elisa, rief die Juden zur Besinnung auf. Er forderte sie heraus, sich endlich zu entscheiden, wem sie folgen wollen. Dem versammelten Volk sagte er: Wie lange schwankt ihr noch hin und her? Entweder ist Jahwe Gott, dann folgt ihm, oder Baal ist Gott, dann folgt ihm. Aber entscheidet euch, hinkt nicht so hin und her.

Die Bitte um Verständnis und der Abschied in Frieden

Erstaunlicherweise begriff Naaman sofort, was diese Tatsache bedeutete: dass der Gott Israels der einzige Gott ist, und was das für die Zukunft für ihn hieß. Er war bereit, ganz und gar dem Gott Israels zu folgen. Er hatte da nur noch ein kleines Problem.
In einem Punkt jedoch möge Jahwe Nachsicht mit mir haben: Wenn mein König zum Tempel seines Gottes Rimon geht, um zu beten, muss ich ihn mit dem Arm stützen und mich zugleich mit ihm niederwerfen. Jahwe möge mir das verzeihen. Als Staatsmann gehört es zu seinen Aufgaben, den König in den Tempel seines Gottes, des Rimon, zu begleiten. Er musste sich sogar mit dem König zusammen vor diesem Rimon niederwerfen, vermutlich, damit er ihn wieder hochheben kann. Er scheint ein bisschen ein betagter Mann gewesen zu sein, und das wurde nun für ihn ein Problem, ein ernsthaftes Problem. Und er wollte wissen, ob das möglich sei, ob er das noch darf. Er bat um Verständnis und Vergebung, und Elisa ließ ihn mit einem Segenswunsch ziehen: Kehre heim in Frieden.
Wie wollte Elisa diesem Mann eine Last auferlegen, die nicht einmal das Volk Gottes zu tragen bereit war? Israel warf sich freiwillig vor den Götzen nieder, ohne den Eindruck zu haben, sie könnten sich dadurch versündigen. Sie warfen sich vor diesen Götzen nieder, weil sie sie anbeten wollten, nicht weil sie das tun mussten, weil sie dazu gezwungen waren. Auf die Idee, dass das ein Problem sein könnte, waren sie gar nicht gekommen. Was Naaman tat, das hätte den Juden die Schamröte ins Gesicht treiben sollen. Sie hätten zur Besinnung kommen können und es dem Naaman gleichtun, hätten sie nur gewollt.
Naaman hatte einen kleinen Schritt gemacht und dadurch das Glück des Lebens gefunden. Er erkannte den einzigen Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat. Das veränderte sein Leben radikal. Er war nicht nur geheilt worden, sondern er wurde jetzt gerettet für Zeit und Ewigkeit. Was mit Naaman geschah, geschieht auch heute, heute noch, mit jedem Menschen, der Jesus begegnet, so wie Paulus den Korinthern schreibt: Wenn also ein Mensch zu Christus gehört, ist er eine neue Schöpfung; was er früher war, ist vorbei, siehe, ganz Neues hat begonnen. Das geschieht heute genauso wie zur Zeit, als Naaman diese Veränderung erfuhr. Der Glaube verändert unser Leben, indem wir mit Jesus in enger Beziehung leben. Dort, wo die Liebe zu Jesus groß ist, dort geschehen Veränderungen wie selbstverständlich.

Der scheinbar fromme Weg in die falsche Richtung

Nun wird der Diener Elisas mit Namen Gehasi aktiv, denn er musste fassungslos zusehen, wie Elisa auf diese wertvollen Geschenke verzichtete. Er konnte nicht begreifen, weshalb Elisa von diesem Heiden nichts genommen hatte. Das wäre doch jetzt die Gelegenheit gewesen, hätten mal die Heiden etwas ins Reich Gottes gegeben. Wie kann man nur so dumm sein?
Und er dachte bei sich: Mein Herr lässt diese reichen Aramäer mit der ganzen Last seiner Geschenke wieder abziehen. Also, jetzt muss er noch alles zurückschleppen, der arme Kerl, weil Elisa es nicht wollte. Er hätte ihm ruhig etwas davon abnehmen können, so gewiss der Herr Jahwe lebt. Ich laufe hinterher und hole das nach.
Schön, wie er das sagt, oder? So gewiss der Herr lebt, so gewiss Jahwe lebt. Ganz ein frommer Mann, also ein scheinbar frommer Mann, der mit geistlichen Worten eine ungeistliche Entscheidung traf und in die falsche Richtung rannte. Das ist ein Phänomen, das man immer wieder beobachten kann: wie man mit geistlichen Worten, mit frommen Worten, in die falsche Richtung laufen kann. So gewiss der Herr lebt, als wenn er im Auftrag Gottes handeln würde.
Heimlich schlich er sich von Elisa weg und jagte dem Naaman nach, in der Hoffnung, ihn noch einzuholen. Und als Naaman Gehasi erkannte, stieg er vom Wagen, lief ihm entgegen und fragte besorgt: Es ist doch nichts passiert. Also, warum kommst du da?
Nein, nein, es geht uns gut, sagt er. Doch es hat sich etwas ereignet, und mein Herr sandte mich, um dir Folgendes zu sagen: Eben sind aus dem Bergland Ephraim zwei junge Leute von der dortigen Prophetengemeinschaft zu mir gekommen. Gib mir doch einen Zentner Silber und zwei Festgewänder für sie. Diese armen Kerle haben nichts, die sind in Not, und die sind jetzt zu meinem Herrn gekommen und haben gefragt, ob er ihnen helfen kann.
Wäre dieser Gehasi doch wenigstens ehrlich gewesen, dann hätte er dem Naaman einfach gesagt: Du Naaman, ich verstehe meinen Propheten nicht, dem ich diene, dass er auf alles verzichtet, aber ich hätte schon gern etwas. Aber nein, alles, was er sagt, ist erstunken und erlogen. Nicht ein Wort, das er sagt, stimmt.
Ein Mann im Dienste eines vollmächtigen Propheten lügt, ohne dabei rot zu werden. Und wohlgemerkt: Dieser Gehasi hat Wunder gesehen, die sein Prophet Elisa getan hatte, auch dieses Wunder des Gesundwerdens. Jedenfalls nahm er es. Naaman durchschaute diese Lüge nicht, warum auch? Er war einfach glücklich über seine Heilung und gerne bereit, diese Prophetengemeinschaft zu unterstützen. Er soll nicht nur einen Zentner Silber mitnehmen, sondern sogleich zwei Zentner mitnehmen.
Gehasi nahm das Angebot natürlich gern entgegen. Gehasi bedankte und verabschiedete sich von Naaman und schlich sich wieder ins Haus, um seinen erworbenen Reichtum zu verstecken. Also, ich meine, der zwei Zentner Silber ist noch schwer, oder? Ich weiß gar nicht, wie er das dann versteckt hat.
Als Elisa Gehasi begegnete, fragte er ihn: Woher kommst du? Und nun geschah, was immer geschieht, wenn man einmal betrogen und gelogen hat: Die Lügerei findet kein Ende. Er antwortet: Ich war doch gar nicht weg. Ich war immer hier. Warum fragst du mich, wo ich gewesen sei?

Das Urteil über Gier und die Warnung an die Gemeinde

Wie konnte Gehasi auf die Idee kommen, dass sein Verhalten vor Elisa verborgen bleiben könnte? Gott offenbarte Elisa, was Gehasi getan hatte, und so antwortete Elisa: Ich war im Geist dabei, als der Mann von seinem Wagen stieg und dir entgegenging. Das ist nicht der Augenblick, Geld und Festkleider anzunehmen und sich dafür Olivenhaine, Weinberge, Schafe und Rinder, Sklaven und Sklavinnen zuzulegen.
Mit anderen Worten: Du bist jetzt ein reicher Mann und wirst dir kaufen können, wovon du geträumt hast: Olivenhaine, Weingärten, Schafe, Rinder, Sklaven. Elisa fordert ihn nicht einmal dazu auf, das zurückzubringen. Aber er sagte ihm, welche Folgen das für ihn haben wird: Der Aussatz Naamans wird dich und alle deine Nachkommen befallen, und ihr werdet ihn nie wieder loswerden.
Gehasi musste die unheilbare Krankheit Naamans tragen. Ein scheinbar kleiner Schritt führte zu großem Elend. Gehasi ist auch ein Beispiel für das Volk Israel, das sich genau so verhalten hatte. Sie suchten nach Reichtum und waren bereit, für scheinbares Glück Gott zu verlassen. Aber wahres Glück, und das müssen wir uns ehrlicherweise auch immer wieder sagen, findet der Mensch nur in Verbindung und in der Gemeinschaft mit Gott, dem Schöpfer. Alles andere ist eine Illusion. Wahres Glück findet der Mensch nur in der Verbindung und in der Gemeinschaft mit Gott.
Die Israeliten suchten großen Gewinn, koste es, was es wolle, selbst wenn sie Gott dafür untreu werden mussten. Gott wird das schon verstehen, dachten sie vielleicht. Und das denken manchmal vielleicht auch wir. Ja, ich bin ja ein schwacher Mensch, das sagen wir uns ja gern. Wir sind ja schwach, wir können nichts und sind arme Kerlchen, arme Würmchen. Und deshalb wird Gott uns verstehen, wenn wir falsche Entscheidungen treffen.
Das Verhalten von Gehasi war ein typisches Verhalten von religiösen Menschen. Gott charakterisiert dieses Verhalten einmal gegenüber dem Propheten Ezechiel so: Sie kommen scharenweise zu dir, sitzen im Kreis um dich und hören, was du sagst, aber sie nehmen es nicht ernst. Ihr Mund lobt dich überschwänglich: Ja, war eine super Botschaft, die du gebracht hast, und gut, hast du es wieder mal so richtig gesagt. Aber ihr Herz ist nur damit beschäftigt, wie sie sich skrupellos bereichern können. Sie sind von ihren Lüsten und Begierden getrieben, sie haben im Grunde die Kontrolle über sich selbst verloren.
Menschen, die in solche Versuchungen kommen, werden von ihrer eigenen Begierde getrieben. Jakobus schreibt in seinem Brief: Wenn jemand in Versuchung gerät, ist es seine eigene Begierde, die ihn reizt und in die Falle lockt. Nachdem die Begierde dann schwanger geworden ist, bringt sie die Sünde zur Welt; die Sünde aber, wenn sie ausgewachsen ist, gebiert den Tod.
Es ist also die Begierde, die uns treibt. Es ist nicht, weiß ich was, wir lassen uns treiben. Gehasi wurde von seiner Gier getrieben und musste Gottes Urteil sofort am eigenen Leib erfahren: Er wurde aussätzig. Als Gehasi von Elisa wegging, war seine Haut vom Aussatz so weiß wie Schnee.
Glücklicherweise macht Gott das nicht immer so. Das war eine Ausnahme. Gott straft eben nicht sofort, das ist eher ein seltenes Ereignis. Wir tun gut daran, nicht mit dem Finger auf Gehasi zu zeigen: Ja, seht nur, was das für ein Kerl ist, geldgierig und heuchelnd und weiß ich was. Wir sollten lieber auf uns selbst schauen und erkennen, wo wir zu solchen Entscheidungen und Handlungen fähig wären.
Es ist ja nicht so, dass solche Verhaltensweisen bei uns heute nicht mehr vorkommen würden. Es gibt auch heute Christen, die genau das tun, wovon sie wissen, dass es Gott niemals gefallen wird, und sie tun es trotzdem. Und die Liebe zum Geld kann einen übermächtigen Einfluss auf uns nehmen. Natürlich ist es nicht so, dass ein Christ nicht reich sein dürfte. Es ist vielmehr die Frage, ob das, was uns reich machen würde, Gott gefällt.
Gefährlich wird es, wenn wir um jeden Preis reich werden wollen. Davor warnt Paulus die Christen: Wer darauf aus ist, reich zu werden, wer das zum höchsten Ziel setzt, verfängt sich in einem Netz von Versuchungen und erliegt allen möglichen unvernünftigen und schädlichen Begierden, die den Menschen Unheil bringen und ihn ins Verderben stürzen. Wenn das das höchste Ziel in deinem Leben ist, dann wird dich das früher oder später zu Betrügereien bringen.
Wer sich zum Ziel setzt, möglichst reich zu werden, der begibt sich in große Gefahr, Entscheidungen zu treffen, die Gott nicht gefallen werden. Er steht in der Gefahr, die Kontrolle über sich selbst zu verlieren, denn die Liebe zum Geld ist eine Wurzel, aus der alles nur erdenklich Böse hervorwächst. Schon manche sind vom Glauben abgeirrt, weil sie der Geldgier verfallen sind, und haben dadurch bitteres Leid über sich gebracht.

Schlussgedanken und Gebet

Gehasi hatte leider die falsche Entscheidung getroffen. Es war ein kleiner Schritt, der grosses Elend verursachte.
Zwei Männer trafen wichtige Entscheidungen. Der eine entschied sich, die Anweisungen Gottes zu befolgen, und fand grosses Glück. Der andere entschied sich, für einen Moment Gott zu vergessen, und er landete im Elend.
Naaman wurde nicht nur gesund, sondern er machte eine grossartige Entdeckung. Er begegnete dem einzigen Gott, und das veränderte sein Leben. Grundlegend wollte er nur noch diesen einen Gott verehren.
Wie viel mehr Grund haben denn wir, Jesus zu verehren, der für unsere Schuld am Kreuz starb? Den wahren Reichtum finden wir bei Jesus, wie Paulus den Christen in Kolosse schreibt: Christus, in ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen.
Wahres Glück finden wir einzig und allein bei Jesus. Bei ihm finden wir die wirklichen Schätze des Lebens.
Ich bete mit uns.
Ja, Vater, es gibt vieles, was uns reizt, was wir gerne haben oder tun würden. Und vieles können wir auch tun, und vieles können wir auch haben. Aber lass uns erkennen, wo wir eine Linie überschreiten, die dir nicht gefällt. Hilf uns, die richtigen Entscheidungen zu treffen, und hilf uns, die Tragweite auch von kleinen Entscheidungen zu erkennen, damit wir ein Leben führen können, das dir gefällt.
Hilf uns nicht, auf die anderen zu zeigen, die etwas falsch gemacht haben, sondern lehre uns, auf uns selbst Acht zu haben, damit wir für uns und für dich die richtigen Entscheidungen treffen.
Ich danke dir und bete dich an. Amen.