Serie•Teil 3 / 5Die Wiederkunft Jesu
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Die Kraft, die aus der Hoffnung erwächst
Kapitel drei. Und zwar sehen wir hier eine weitere Auswirkung der glückseligen Hoffnung, nämlich Befestigung. In diesem dritten Kapitel kommt „befestigen“ dreimal vor: am Anfang, in der Mitte und am Ende des Kapitels.
Ja, lesen wir dieses Kapitel, das schadet nichts.
Deshalb: Da wir es nicht länger aushalten konnten, gefiel es uns, in Athen allein gelassen zu werden, und wir sandten Timotheus, unseren Bruder und Mitarbeiter Gottes im Evangelium des Christus, um euch zu befestigen und zu trösten hinsichtlich eures Glaubens, damit niemand wankend wird in diesen Drangsalen. Denn ihr selbst wisst, dass wir dazu gesetzt sind. Denn auch als wir bei euch waren, sagten wir euch vorher, dass wir Drangsal haben würden, wie es auch geschehen ist, und ihr wisst. Darum habe ich ihn auch, da ich es nicht länger aushalten konnte, gesandt, um euren Glauben zu erfahren, ob nicht etwa der Versucher euch versucht habe und unsere Arbeit vergeblich gewesen sei.
Jetzt aber, da Timotheus von euch zu uns gekommen ist und uns die gute Botschaft von eurem Glauben und eurer Liebe verkündet hat und dass ihr uns allezeit in guter Erinnerung habt, indem euch sehr verlangt, uns zu sehen, wie auch uns euch, deswegen, Brüder, sind wir in all unserer Not und Drangsal euretwegen getröstet worden durch euren Glauben. Denn jetzt leben wir, wenn ihr feststeht im Herrn.
Denn welchen Dank können wir Gott für euch vergelten wegen all der Freude, womit wir uns euretwegen freuen vor unserem Gott, indem wir Nacht und Tag über die Maßen flehen, dass wir euer Angesicht sehen und vollenden mögen, was an eurem Glauben mangelt? Er selbst aber, unser Gott und Vater, und unser Herr Jesus Christus, richte unseren Weg zu euch. Euch aber mache der Herr völlig und überströmend in der Liebe zueinander und zu allen, wie auch wir euch gegenüber sind, um eure Herzen zu befestigen, dass ihr untadelig seid in Heiligkeit vor unserem Gott und Vater bei der Ankunft unseres Herrn Jesus mit allen seinen Heiligen.
Das Thema Befestigung. Paulus hört, wie sie bedrängt werden, und ihnen wird nachgestellt durch die Juden, die es gar nicht vertragen können, dass man den Heiden das Evangelium verkündigt, damit sie gerettet werden. Und so ist er in Sorge um sie, ob sie auch feststehen.
Es sind zwei Dinge, die sie befestigen. Erstens der Dienst eines Timotheus, also Stärkung, Ermunterung, Ermahnung, Beistand durch die persönliche Gegenwart. Und vor allem das Wissen um das Kommen des Herrn. Das gibt Festigkeit.
Die Thessalonicher, warum gingen sie durch Leiden? Ja, sie mussten leiden, weil sie jetzt erstmals in ihrem Leben endlich das Gute taten. Das Beste oder das einzig wirklich Gute, das ein Mensch tun kann, ist, an den Sohn Gottes zu glauben und dem lebendigen Gott zu dienen. Das hatten sie vorher nicht gemacht. Vorher hatten sie den Götzen gedient, und da war im äußeren Leben alles glatt gelaufen. Da waren sie angesehene Bürger, wohlgelitten von allen. Jetzt hatten sie sich bekehrt, taten das Gute und mussten deswegen leiden. Leiden, weil man Gutes tut.
Das gehört zu den schwersten Erfahrungen, die wir als Christen machen müssen. Gerade deswegen leiden, weil wir das Gute tun. Und daran haben die Geliebten Gottes immer wieder schwer getragen. Wir haben verschiedene Beispiele dafür im Alten und im Neuen Testament.
Wir denken an Hiob. Hiob war, wie Gott selbst wiederholt bezeugt, gerecht, fürchtete Gott und mied das Böse, und doch musste er leiden. Oder wir denken an Asaf, den das so niederdrückte, dass er schier zu Fall kam darüber, Psalm 73,2. Um ein Haar wären meine Schritte ausgeglitten. Fast kam er zu Fall, und zwar als er die Wohlfahrt der Gottlosen sah und gleichzeitig jeden Tag selber als jemand, der Gott fürchtete und liebte, geplagt war.
Das sagt er nämlich in den Versen 13 und 14. Gewiss, so redete er: Vergebens habe ich mein Herz gereinigt. Er war nahe daran zu sagen, das mit dem Glauben war ein Fehler. Es ist besser, ich lebe wieder wie ein Gottloser. Vergebens habe ich mein Herz gereinigt, meine Hände gewaschen in Unschuld, da ich ja geplagt werde den ganzen Tag und jeden Morgen meine Züchtigung da ist.
Es ist uns wohl bekannt, dass die Wende kommt, wo er in die Heiligtümer Gottes hineingeht, Vers 17. Und was sieht er dort? Dort sieht er das Ende, das Ende der Wege des Menschen, das Ende der Gottlosen und sein Ende. Und das gibt ihm wieder Festigkeit. Das Ende der Gottlosen, Vers 17, bis er hineinging in die Heiligtümer Gottes und jener, nämlich der Gottlosen, Ende gewahrte. Gewiss, auf schlüpfrigem Grund setzt du sie, stürzt sie hin zu Trümmern.
Und dann sein Ende, Verse 23 und folgende: Doch ich bin stets bei dir, du hast mich erfasst bei meiner rechten Hand. Durch deinen Rat wirst du mich leiten, und nachher in Herrlichkeit wirst du mich aufnehmen. Er sieht die kommende Herrlichkeit, und das gibt Festigkeit.
Erst das Ziel, das Wissen um das Ziel, macht das Leiden, durch das auch Gerechte und manchmal gerade Gerechte gehen müssen, erträglich, ertragbar. Römer 8,18, wir lesen bis zum Vers 23, Römer 8, die Verse 18 bis 23:
Denn ich halte dafür, dass die Leiden der Jetztzeit nicht wert sind, verglichen zu werden mit der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. Denn das sehnliche Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes. Denn die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen worden, nicht freiwillig, sondern um dessentwegen, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung, dass auch die Schöpfung selbst freigemacht werden wird von der Knechtschaft des Verderbens zu der Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung mitseufzt und mit den Geburtswehen liegt bis jetzt. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlinge des Geistes haben, auch wir selbst seufzen in uns selbst, erwartend die Sohnschaft, die Erlösung unseres Leibes.
Das ist die kommende Verherrlichung. Der Leib wird erlöst, verwandelt, verherrlicht werden. Und das hat Paulus vor Augen und sagt: Ich halte dafür, dass die Leiden der Jetztzeit nicht wert sind, verglichen zu werden mit der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.
Buchstäblich steht da: „Ich rechne“, so sagt er, ich rechne, logizomai. Und so wägt er das Leiden der Jetztzeit ab, rechnet: Wie schwer ist das? So schwer, zwei Zentner. Dann wie schwer ist das Gewicht der Herrlichkeit? Millionen Zentner. Er rechnet einfach richtig. Und so hat er das vor Augen, und das macht das Leiden sinnvoll.
Erstens, dass es nur vorübergehend ist. Zweitens: Dürfen und sollten wir nicht nur sehen, dass Gott uns trotz Nöten, Schwierigkeiten, Widerstand, Druck und Leiden ans Ziel bringt, sondern wir müssen es eigentlich so sehen: Leiden, das sind die Mittel, die Gott verwendet, um uns ans Ziel zu bringen.
Wieso sage ich das? Ja, Paulus sagt es. Wo sagt er das? Wir haben es ja gelesen, oder nicht? Was sind denn diese Schmerzen, durch die wir gehen müssen, diese ganzen Nöte, dieses Leiden, das der Sünde wegen in der Welt ist? Was sind das für Schmerzen? Das steht in Vers 22. Es sind Geburtswehen. Geburtswehen.
Es ist ja nicht so, dass das Kind zur Welt kommt trotz Wehen, sondern das Kind kommt zur Welt wegen und durch die Wehen. Wären keine Wehen, käme es nicht zur Welt. Dann macht sich ja jede schwangere Frau Sorgen: Wann kommen endlich die Wehen? Die Wehen kommen nicht, dann kommt das Kind nicht zur Welt. Also die Wehen sind das Mittel, um das Kind zur Welt zu bringen.
Und so sind die Schmerzen, auch die Not, das Leiden der Gläubigen, das Mittel, das Gott verwendet, um uns zur Herrlichkeit zu bringen. Und wenn wir das so sehen, dann wird das Leiden tragbar. Es drängt uns zum Ziel, es drückt uns zum Ziel. Also Befestigung im Leiden.
Hiob, ich erwähnte Hiob: Von Hiob oder an Hiob lehrt uns die Bibel ebenfalls, dass wir vom Ende her das Leiden bewerten müssen. Und zwar wird uns das gesagt in der einzigen Stelle, wo Hiob im Neuen Testament erwähnt wird: Jakobus 5,11. Siehe, wir preisen die glückselig, die ausgeharrt haben. Vom Ausharren Hiobs habt ihr gehört, und das Ende des Herrn habt ihr gesehen, dass der Herr voll innigen Mitgefühls und barmherzig ist.
Hiobs Ende, das war viel besser, viel herrlicher als alles, was er verlor in seinem Leiden. Viel grösser als alles, was er verloren hatte, war das Ende. Und das erst gibt dem Leiden Sinn und macht das Leiden tragbar. Das Wissen um das Ende, der Blick auf das Ende, gibt Festigkeit.
Und so spricht Paulus nicht zufällig in diesem Kapitel, wo er von Festigkeit und Befestigung redet, am Ende davon, dass der Herr kommt und ihre Herzen befestigt sind bei der Ankunft unseres Herrn Jesus mit allen seinen Heiligen.
Hier ist das Stichwort heilig gefallen, seine Heiligen und Heiligkeit, Vers 13. Und das führt zum Nächsten, nämlich Kapitel 4. Denn in Kapitel 4 ist der erste Hauptgedanke bis zum Vers 8 Heiligkeit. Kapitel 4, Verse 1 bis 8. Und hier haben wir das Nächste, die nächste Auswirkung der glückseligen Hoffnung: Ansporn, Antrieb zur Heiligkeit, zu einem heiligen Wandel.
Lesen wir in 1. Thessalonicher 4, die Verse 1 bis 8:
Weiter nun bitten und ermahnen wir euch, Brüder, im Herrn Jesus, dass ihr, wie ihr von uns empfangen habt, in welcher Weise ihr wandeln und Gott gefallen sollt, wie ihr auch wandelt, dass ihr darin noch reichlicher zunehmt. Denn ihr wisst, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesus. Denn dies ist Gottes Wille: eure Heiligkeit, dass ihr euch der Hurerei enthaltet, dass jeder von euch sein eigenes Gefäß in Heiligkeit und Ehrbarkeit zu besitzen wisse, nicht in Leidenschaft der Lust, wie auch die Nationen, die Gott nicht kennen, dass er seinen Bruder nicht übersehe noch hintergehe in der Sache, weil der Herr Rächer ist über dies alles, wie wir euch auch zuvor gesagt und ernstlich bezeugt haben. Denn Gott hat uns nicht zur Unreinheit berufen, sondern in Heiligkeit. Deshalb nun, wer dies verachtet, verachtet nicht einen Menschen, sondern Gott, der euch auch seinen Heiligen Geist gegeben hat.
Es geht hier im ganzen Abschnitt um Heiligkeit. Zuerst wird umschrieben, was Heiligkeit ist. Heiligkeit heißt, so zu wandeln, dass man Gott gefällt. Man könnte Heiligkeit auch so umschreiben: für Gott sein und leben und für die Sache Gottes sein und leben. Das steht in Vers 1: wie ihr für Gott oder vor Gott wandeln und Gott gefallen sollt. Und Vers 2: Wie tut man das? Ihr wisst, welche Gebote wir euch gegeben haben. Gehorsam den Geboten gegenüber, denn eben: Das zu tun ist Gottes Wille. Oder anders gesagt: eure Heiligkeit, denn das ist Gottes Wille, nämlich eure Heiligkeit.
Und da stellt er diesen Appell, diesen Ruf zur Heiligkeit, ins Licht der Wiederkunft des Herrn. Aber diesmal greift er eine besondere Seite, die zur Wiederkunft des Herrn gehört, heraus. Er sagt in Vers 6: Der Herr ist Rächer. Dieses Wort haben wir nicht so gern. Häufig meinen wir, wir müssten Gott dafür entschuldigen, dass er ein Rächer heißt. Wahrscheinlich kommt das daher, dass wir doch sehr stark beeinflusst sind vom Denken der Menschen, unter denen wir leben, die die Bibel nicht lesen und die sagen: Strafen und so, das ist negativ. Nein, nein, das haben die Barbaren so gemacht. Wisst ihr, heute machen wir das anders. Man muss die Menschen umerziehen. Ein Massenmörder muss eher in die Klinik, wisst ihr, das machen wir nicht mehr: strafen.
Gott ist ein Rächer über das Böse. Mein ist die Rache, ich will vergelten, spricht der Herr, 5. Mose 32. Psalm 94: Gott der Rache, Herr, Gott der Rache, strahle hervor, erhebe dich, Richter der Erde, vergilt den Gottlosen oder den Stolzen ihr Tun. So beten die Heiligen Gottes, gelehrt durch den Heiligen Geist. Und so werden die bedrängten Heiligen beten in der Gerichtszeit, der Überrest aus Israel.
Gott ist Rächer, und er ist auch Rächer über die Taten, über die Sünden der Christen. Sonst wäre ja diese Aussage ganz deplatziert hier in 1. Thessalonicher 4. Dass er seinen Bruder nicht übersehe, also es geht um Sünde von Brüdern an Brüdern. Und in dem Zusammenhang sagt Paulus: Weil der Herr Rächer ist über dies alles. Vor dem Richterstuhl Christi werden diese Taten ans Licht kommen.
Und das allein schon, dass unsere Sünden, die wir verborgen haben, verdrängt haben, Böses also getan haben, nie bereinigt haben, wenn das ans Licht kommt, das muss entsetzlich sein, auch wenn es uns nicht in die Hölle wirft. Aber es muss ein entsetzliches Erfahren und Erleben sein, unsere Niedertracht, Hinterhältigkeit, Verlogenheit mit einem Mal im Licht des Heiligen zu sehen. Das soll uns lehren, uns hier und jetzt von der Sünde, vom Eigenwillen abzusondern, abzukehren.
Und so ist das Wissen um das Kommen des Herrn ein Ansporn zur Heiligkeit. Nun, ihr merkt, ich betone sehr stark die Auswirkungen, die das Wissen um die Wiederkunft des Herrn hat. Man hätte das Thema ganz anders behandeln können. Ich hätte einfach lehrmäßig darlegen können, was haben wir zu erwarten für die Endzeit: die Entrückung, nachher Richterstuhl des Herrn, dann Hochzeitsmahl des Lammes, dann das Erscheinen des Herrn, tausendjähriges Reich. Hätte ich auch machen können.
Diese Art Vorträge halte ich nicht zum ersten Mal, und bewusst den ersten Thessalonicherbrief genommen, weil wir hier sehen, im ersten Thessalonicherbrief besonders deutlich, wie diese Wahrheit, die die Apostel lehrten, von der Wiederkunft des Herrn, wie sie diese Wahrheit einbetteten in das Gemeindeleben und in das persönliche Leben, in den Glauben, in den Wandel des Gläubigen. Und dazu sind die Lehren ja da. Also wir müssen zunächst einmal informiert sein, wir müssen also einfach unterwiesen und gelehrt werden. Aber dann müssen diese Lehren in unserem Leben auch wirksam werden.
Also der Herr ist Rächer. Und so genügt es nicht, einfach zu wissen, der Herr kommt wieder. Ein Zitat dazu von Spurgeon aus seinem Andachtsbuch Morning and Evening, Morgen und Abend heißt dieses Andachtsbuch, immer zum Morgen eine Andacht und zum Abend eine Andacht. Und zwar, jetzt weiß ich nicht, ob es Morgen oder Abend ist, zum 2. Oktober steht Folgendes:
Man soll nie von uns sagen können, wir träumten von der Zukunft und vergessen darüber die Gegenwart. Nein, wir wollen die Zukunft verwenden, um die Gegenwart für die höchsten Ziele zu heiligen. Weil der Geist Gottes in uns wohnt, ist die himmlische Hoffnung die stärkste Kraft, um Tugend hervorzubringen. Sie ist die Quelle zum freudigen Arbeiten, der Eckstein freudiger Heiligkeit.
Ja, das wäre tragisch, oder schlimmer noch eine Katastrophe, würde man von uns sagen müssen, dass wir immer da vom Himmel und von der Herrlichkeit träumen und reden, aber dass das überhaupt keine Auswirkungen hat auf unsere Gegenwart. Das soll man von uns nie sagen können: Wir träumten von der Zukunft und vergessen darüber die Gegenwart. Nein, wir wollen die Zukunft, was wir wissen über die Zukunft, eben verwenden, um unser gegenwärtiges Leben für die höchsten Ziele zu heiligen, und das heißt für den Herrn und für seine Sache. Die himmlische Hoffnung ist der Eckstein freudiger Heiligkeit.
Euch der Hurerei zu enthalten, Hurerei in jeder Form, in der buchstäblichen Form, da gibt es auch verschiedene Formen natürlich, in Gedanken und in Tat, aber auch Hurerei im Sinne, wie Jakobus sie versteht in Jakobus 4,4: Ihr Ehebrecherinnen, wisst ihr nicht, dass die Freundschaft der Welt Feindschaft ist gegen Gott? Die Ehebrecherinnen nennt er sie. Freundschaft mit der Welt, das ist auch Hurerei.
Der Herr ist Rächer über diese Sache. Der Herr, unser Herr Jesus Christus, ihm hat der Vater alles Gericht übergeben, Johannes 5,22. Da steht: Denn der Vater richtet auch niemand, sondern hat das ganze Gericht dem Sohn gegeben. Der Sohn ist der, der auch die Gläubigen richten wird. Und das wird geschehen vor dem Richterstuhl Christi. Es sind zwei Stellen im Neuen Testament, die es direkt so sagen, dass auch die Gläubigen vor dem Richterstuhl Gottes oder Richterstuhl Christi erscheinen müssen.
Das ist kein Widerspruch zu dieser Verheißung des Herrn aus Johannes 5,24: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben hinübergegangen. Es bleibt wahr: Wir kommen nicht ins Gericht, nämlich ins Gericht der Verdammnis. Aber wir müssen vor dem Richterstuhl Gottes dennoch erscheinen, damit unser Wandel, unser Leben, in seinem Licht beleuchtet und endlich vollkommen bereinigt werde.
Römer 14,10: Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder auch du, was verachtest du deinen Bruder? Denn wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden. Dieses Wissen hat ganz starke Auswirkungen auf meine Haltung gegenüber dem Bruder, sehen wir hier noch einmal, haben wir in der letzten Stunde auch gesehen. Aber wir müssen, lassen Sie uns das bedenken, vor dem Richterstuhl Gottes gestellt werden. Wir werden gestellt. Gott nimmt uns und stellt uns einfach so vor seinen Sohn.
Nach der Entrückung stehen wir vor ihm. 2. Korinther 5,10: Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden, damit jeder empfange, was er im Leib getan hat, es sei Gutes oder Böses. Nach seinen Taten. Dann eine Stelle aus Offenbarung, Kapitel 22. Das ist ein Wort an die Gemeinde, also nicht wie in den vorhergehenden Kapiteln etwas, das sich auf Israel bezieht, das durch die Drangsalszeit muss, sondern hier geht es wie am Anfang des Buches wieder um die Gemeinde. Und da heißt es in Offenbarung 22,12: Siehe, ich komme bald, und mein Lohn ist mit mir, um einem jeden zu vergelten, wie sein Werk ist.
Genau das, was Paulus sagt: nachdem er gehandelt hat, gut oder böse, jedem seinen Lohn zu geben, wie sein Werk ist. Und Lohn, das wird ja auf zweierlei Art verstanden. Der Lohn der Sünde ist der Tod, also Lohn kann auch die Folge von Sünde gemeint sein, und Lohn kann auch Belohnung sein, also Lohn für Gutes. Daher wird je nachdem Lohn geben ganz gerecht. Da geht es um eben das, was wir das Preisgericht nennen können, und vor dem Richterstuhl Christi müssen wir offenbar werden.
Bedenken wir, was das heißt: der Richterstuhl Christi. Da ist ein Stuhl oder ein Thron. Das bedeutet einen alleinigen, alles bestimmenden Willen. Was der, der auf dem Thron sitzt, sieht, sagt, verfügt, gilt. Es gibt keine Diskussion, es gibt kein irgendwie Abmildern oder Zurechtbiegen oder uns zurechtlegen: ein alles beherrschender, absoluter Wille. Ein alleiniger, unwiderstehlicher Herrscher sitzt auf diesem Thron.
Und dieser Thron ist ein unbestechlicher Richter, ein heiliger Richter, ein allessehender Richter und ein allmächtiger Richter. Der Jünger, der an der Brust des Herrn lehnte, der den Herrn liebte und der auch schrieb: Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm, als er als Mensch in diesem irdischen Zustand seinen Herrn sah, in seiner ganzen Heiligkeit und Allmacht, hat das ihn vollständig überwältigt, absolut überfordert. Er brach zusammen wie tot. Heiligkeit und Allmacht zusammen.
Dem werden wir begegnen vor dem Richterstuhl Christi: Heiligkeit und Allmacht. Eine Heiligkeit, ein Allwissender, der alles ans Licht bringt, im Licht seiner Heiligkeit beurteilt. Und der erste Impuls ist ja, dass man sich dann absetzen will. Aber wohin will man vor einem Allmächtigen? Allmacht und Heiligkeit. Und Johannes brach zusammen, fiel nieder wie tot. Aber das war ja nicht sein Ende, und so wird das auch nicht unser Ende sein.
Der Herr legt seine Hand auf ihn und sagt: Fürchte dich nicht. Ich war tot. Darum werden wir nicht sterben, er wird uns nicht das Leben nehmen, er wird uns nicht in die Hölle werfen, aber es dient unserer Zurechtbringung, damit wir dann ganz passend sind für die volle Gemeinschaft mit ihm, nämlich in der Hochzeit des Lammes. Dann müssen wir ihm ganz entsprechen, also nicht nur rechtlich, sondern auch unserem ganzen Inneren und Wesen nach. Darum muss das sein, der Richterstuhl des Christus. Darum müssen wir vor diesem unbestechlichen, heiligen, allessehenden und allmächtigen Richter offenbar werden.
Offenbar! Urteilt nichts vor der Zeit, sagt Paulus den Korinthern, bevor der Herr alles, er wird alles an den Tag bringen. 1. Korinther 4, da steht das auch, 1. Korinther 4,5:
So urteilt nicht etwas vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch das Verborgene der Finsternis ans Licht bringen und die Überlegungen der Herzen offenbaren wird; dann wird einem jeden sein Lob werden von Gott, seine Bewertung, sein Lob, sein Lohn.
Alles kommt ans Licht. Alles wird offenbar: Verborgenes, auch verborgene Laster, Dinge, von denen niemand etwas weiß, ich halte es für verborgen, sind offenbar. Auch verborgener Groll. Verborgene böse Gedanken, die du hegst und duldest und wachsen lässt in deinen Herzen. Daher sieht sie die ganze Zeit, dass es verdrängt wird, tut so, als ob sie nicht da wären. Alles kommt ans Licht. Auch verborgene Götzen, wie zum Beispiel etwas, das man sehr gut verstecken kann: die Liebe zum Geld. Habsucht ist Götzendienst. Alles kommt ans Licht.
Und so ist das Wissen um das Kommende des Herrn ein Ansporn zur Heiligkeit. 1. Johannes 3,2-3:
Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen, dass wir, wenn es offenbar werden wird, ihm gleich sein werden; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und jeder, der diese Hoffnung zu ihm hat, reinigt sich selbst, wie er rein ist.
Hier sagt es Johannes direkt: Wir werden ihn sehen, und dann werden wir ihm gleich sein. Wir müssen hier das nachtragen, was Paulus zu dieser Begegnung sagt: Das ist ein Richterstuhl, das ist ein Gericht, ein Richten. Wir werden offenbar, und dann müssen wir ablegen, was wir bis heute nicht abgelegt haben, verurteilen, was wir bis heute nicht verurteilt haben, Dinge so sehen in unserem Leben, wie er sie immer gesehen hat. Und erst dann werden wir ihm gleich sein, dann werden wir ihm gleich sein, wenn wir ihn sehen, wie er ist.
Und jeder, der diese Hoffnung zu ihm hat, es ist eine Hoffnung. Dürfen wir diesen Tag des Richterstuhls Christi auch sehen als einen Tag der Befreiung? Dann werden wir endlich auch von Dingen los, wo wir uns selbst getäuscht haben und uns selbst Dinge eingeredet haben, die nichts taugen. Endlich! Und es werden uns auch Dinge ans Licht gestellt werden, die wir bis heute nicht gemerkt haben, dass sie verkehrt waren. Endlich werden wir dann alles los, was irgendwie unsere Gemeinschaft mit dem Herrn hindert, trübt, schwächt. Wir werden ihm dann ganz gleich sein. Und wer diese Hoffnung zu ihm hat, der reinigt sich selbst, wie er rein ist. Es ist ein Ansporn, sich jetzt schon um Heiligung zu mühen. Ansporn zur Heiligkeit.
Dann der nächste, die nächste Auswirkung, auch aus 1. Thessalonicher 4: das ist Trost bei Traurigkeit. 1. Thessalonicher 4, Trost bei Traurigkeit. Wir lesen die Verse 13 bis 17:
Wir wollen aber nicht, Brüder, dass ihr, was die Entschlafenen betrifft, unwissend seid, damit ihr nicht betrübt seid wie auch die übrigen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird auch Gott die durch Jesus Entschlafenen mit ihm bringen. Denn dies sagen wir euch im Wort des Herrn, dass wir, die Lebenden, die übrig bleiben bis zur Ankunft des Herrn, den Entschlafenen keineswegs zuvorkommen werden. Denn der Herr selbst wird mit gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. Danach werden wir, die Lebenden, die übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft, und so werden wir allezeit bei dem Herrn sein. So ermuntert nun einander mit diesen Worten.
Was wir am Anfang dieses Abschnittes haben: Wir wollen nicht, dass ihr euch betrübt. Am Ende des Abschnittes: Ermuntert oder tröstet einander mit diesen Worten. Das zeigt uns, was die Absicht des Paulus ist mit diesen Worten. Er will, dass sich niemand betrübt. Er will, dass sie sich mit dieser Wahrheit trösten. Also Trost.
Das Wissen um die Wiederkunft des Herrn gibt Trost bei Traurigkeit. Nun, die Traurigkeit war hier bei den Thessalonichern. Es ging um Folgendes: Sie hatten die Sorge, dass der Tod sie auseinanderreißen würde. Jetzt sind sie so schön vereint und verbunden miteinander im Glauben. Wir haben den Herrn gefunden, das Heil gefunden, aber der Tod reißt uns auseinander, und dann sind sie getrennt. Nein. Wenn jetzt ein Gläubiger stirbt, dann ist er entschlafen, ist jetzt für eine Zeit von uns gegangen. Aber wir werden einst alle miteinander vereint werden. Und das ist der Trost, den der Gläubige hat, wenn er jemanden verliert, den oder die er oder sie liebt. Die betreffende Person ist in Christus entschlafen, dann werden wir miteinander vereint werden.
Es ist bemerkenswert, wie hier Paulus diesen Abschnitt einleitet in Vers 13: Wir wollen nicht, dass ihr unwissend seid. Mit dieser Formulierung leitet der Apostel auch im ersten Korintherbrief Belehrungen ein, die den Korinthern entweder nicht klar waren oder ganz neu waren. Und so spricht hier Paulus von einer Sache, nämlich von der Entrückung. Das war für die Thessalonicher neu, das war überhaupt neu. Vom Alten Testament herkommend wusste man nichts davon, wie die Gemeindezeit beginnt, überhaupt Gemeindezeit, das Geheimnis der Gemeinde, und wie die Gemeindezeit endet, man wusste nichts davon. Das wurde erst durch die Apostel, durch Gottes Geist offenbart, und das ist eine dieser Wahrheiten.
Die Gemeindezeit wurde begonnen durch die Ausgießung des Heiligen Geistes. Und wie kam der Heilige Geist? Plötzlich. Die Gemeindezeit hört auf damit, dass der Herr die Gemeinde zu sich ruft, und sie wird dann verwandelt. Und wie geschieht das? Plötzlich. Also beide Male nicht ein Prozess. Es gibt da so Leute, die sagen, ja, das sei so ein Prozess gewesen, langsam habe das Judentum aufgehört, Judentum zu sein, und nachher sei die Gemeinde das wahre Judentum geworden. Unsinn! Die Geburt der Gemeinde: ein Einschnitt. Plötzlich wurde der Heilige Geist ausgegossen, die Jünger und die Gläubigen, die dort versammelt waren, wurden getauft mit dem Heiligen Geist, zum Leib Christi vereint, und der Leib Christi bleibt bis zu dem Tag, da die Posaune ertönt, und dann werden die Gläubigen alle plötzlich verwandelt. 1. Korinther 15,52: in einem Nu oder plötzlich, in einem Augenblick. Dann werden die Toten auferweckt unverweslich, und wir, die Lebenden, werden verwandelt werden.
Die Entrückung der Gemeinde ist also das Ende der Gemeindezeit, und von da an ist die Gemeinde im Himmel, und Gott fährt dann mit seinem Heilshandeln an Israel fort, um Israel durch eine Zeit der schlimmen Drangsal zu erziehen, so dass es Christus, seinen Messias, im Glauben annimmt. Also die Entrückung: etwas Neues. Und darum leitet er das so ein: Ihr sollt nicht unkundig sein.
Die übrigen, die haben keine Hoffnung. Und das zeigt uns noch einmal: Wer das Ziel nicht kennt, auf das wir als Menschen zugehen, der hat keine Hoffnung und damit auch keinen Trost. Kein Trost. Es gibt keinen Trost. Man kann es nur verdrängen oder sich irgendwie einreden: Ja, alle müssen ja irgendwann einmal sterben, und nachher ist sowieso aus und so weiter. Aber das ist ja kein Trost. Dann hat man jemanden verloren, für immer, wenn man ihn nie wiedersehen wird. Was ist denn das für ein Trost, wenn man sich dann einredet, sowieso einmal ist für alles aus? Das ist ja kein Trost.
Und wer vom Kommen des Herrn nichts wissen will, hat keinen Trost. Man kann sich nur betäuben mit Wunschdenken und mit Illusionen, aber wir sind getröstet durch diese Wirklichkeit. Der Herr wird kommen, uns zu sich rufen, alle vor uns im Herrn Entschlafenen aus den Gräbern erwecken, alle gemeinsam, wenn wir verwandelt werden, und für immer beim Herrn sein. Und dann wird es nie mehr ein Auseinandergehen geben, nie mehr, nie weg vom Herrn und nie weg voneinander, immer miteinander vereint. Das ist der wunderbare Trost.
Paulus nennt hier in diesem Abschnitt fünf Tatsachen als Antwort auf den Kummer oder auf diese Unsicherheit der Thessalonicher. Erstens sagt er: Gott wird die durch Jesus Entschlafenen mit ihm bringen. Da knüpft er an das an, was er in Kapitel 3 gesagt hat. In Kapitel 3, Vers 13, hat er nämlich gesagt: Um eure Herzen zu befestigen, dass ihr untadelig seid in Heiligkeit vor unserem Gott und Vater bei der Ankunft unseres Herrn Jesus mit allen seinen Heiligen. Er hat das aber nicht erklärt. Ja, wissen das also: Ja, er kommt mit allen seinen Heiligen. Aber wann gehen denn die Heiligen zu ihm, dass er, wenn er kommt, mit ihnen zusammen dann kommt? Das erklärt er dann in Kapitel 4. Aber zunächst knüpft er an dieser Stelle an und sagt, dass alle, die in Jesus entschlafen sind, die wird er dann, wenn er erscheint, wie ich eben sagte, mit allen Heiligen, die werden dann mit ihm kommen.
Und dann fährt er fort und sagt, das bedeutet aber, dass sie, wenn sie verstorben sind, jetzt, wenn ein Gläubiger vor dir stirbt, dann wird er zum Herrn genommen werden. Aber wie denn? Wie geschieht denn das? Und dann erklärt er das. Der Herr wird kommen und alle zu sich rufen. Wir werden herabsteigen, nicht auf die Erde kommen, herabsteigen, und wir werden dem Herrn entgegenentrückt werden, ihm begegnen in der Luft. Dann wird er sich uns ins Vaterhaus einführen. Also das ist die erste Tatsache, die er nennt: Wenn der Herr erscheint, wird er alle, die im Glauben an ihn gestorben sind, mit sich bringen.
Dann zweitens: Die Nochlebenden werden den schon Verstorbenen nicht zuvorkommen. Also es wird nicht irgendwelche Unterschiede geben, sondern ein vollständiges Vereintsein. Das wollen sie ja hören und wissen. Trennung nein, nicht Trennung, auch nicht irgendwelche Unterschiede, sondern ganz vereint, so wie ihr jetzt miteinander seid und geht und lebt, auch dann ganz miteinander. Das ist ja der Trost. Nicht zuvorkommen.
Dann drittens: Die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. Viertens: Wir, die Lebenden, werden zugleich mit ihnen entrückt werden. Und dann die fünfte Wahrheit: Wir werden allezeit beim Herrn sein, wir, wir alle zusammen beim Herrn, allezeit.
Und nachdem er eben gesagt hat, Vers 14: Gott wird die durch Jesus Entschlafenen mit ihm, mit Jesus, bringen, dann kommt die Erklärung, denn. Und mit dem leitet er die Erklärung ein: Ja, wie müssen wir das jetzt verstehen? Denn ja, es wird Folgendes geschehen: Er wird zuerst die Gläubigen alle zu sich nehmen. Und wenn sie dann mit ihm vereint sind, dann kann er nachher erscheinen mit allen Gläubigen. So wird das vor sich gehen.
Und so haben wir hier die Erklärung dafür, warum die Gläubigen schon nach den Worten des Herrn und nach den Zeugnissen und Aussagen der Apostel beständig damit rechneten, dass der Herr kommen kann, nämlich um uns zu sich zu entrücken. Und nachher wird er erscheinen. Und bevor er erscheint, sichtbar in aller Welt, müssen eine ganze Reihe von Dingen passieren. Dort ist es so: Es müssen zuerst so und so viele Dinge passieren, und dann muss ein Tempel gebaut werden, und dann muss in diesem Tempel geopfert werden, und dann muss das Opfern plötzlich verboten werden, und dann wird ein Gräuelbild aufgestellt werden im Tempel, und von da an kann man anfangen, die Tage zu zählen. Das gilt für seine zweite Phase der Wiederkunft, wenn er erscheint. Und dort muss man zuerst eben auf Ereignisse warten, die in Erfüllung gehen müssen, und von einem ganz bestimmten Ereignis an kann man die Tage zählen, bis der Herr kommt.
Aber für die Gemeinde gilt: bald, jederzeit. Wir warten auf sein Kommen. Er wird kommen und uns zu sich rufen, zu sich entrücken. Im Vers 16 steht: Der Herr selbst wird herabkommen. Das ist die Hauptaussage. Und dazu werden noch gewisse Umstände genannt, aber die Hauptaussage ist: Der Herr selbst wird herabkommen. Und das ist so wunderbar. Der Herr sendet nicht Engel.
Wir lesen bei Lazarus in Lukas 16: Nachdem er gestorben war, wurde er von einem Engel in den Schoß Abrahams getragen. Der Herr wird nicht Engel senden, er wird selbst kommen und uns zu sich rufen. Und das zeigt, wie er die Seinen liebt. Er liebt die Seinen, darum will er selber kommen, in Person. Das machen wir ja auch, wenn wir jemanden lieben, schätzen: Der besucht uns, kommt vielleicht mit dem Flugzeug, und dann fahren wir zum Flughafen, selbstverständlich, und wir stehen da und warten, bis er in Person kommt, weil wir die Person lieben und schätzen und herzlich willkommen heißen.
Wir schicken nicht einen Delegierten oder sagen: Weißt du, du kannst dort an den Schalter gehen und dort ein Billett kaufen, nachher eine Rolltreppe hinunter, jede halbe Stunde hast du einen Zug, das kann man alles machen. Aber wir wollen selber dort sein. Und so kommt der Herr in Person, nicht ein Delegierter. Er zeigt uns auch nicht einfach den Weg, sondern kommt selber und holt uns. Und wen hätten wir lieber als ihn selbst, dass er kommt und uns holt?
Ansonsten ist das der Trost dieses Abschnitts. Das hat einiges, das zu bedenken und zu erörtern gilt. Darum schließen wir jetzt an dieser Stelle nach einem halben Abend Fortsetzungssitzungen.

