Bibelstelle: Lukas 15, 11-24
Die Bibel spricht sehr viel über Liebe. Und das aus einem einfachen Grund.
Liebe ist nicht eine Eigenschaft Gottes, sondern Gott ist Liebe.
Es gibt zum Beispiel Eigenschaften von Gott. Wir wissen von Gott er ist zum
Beispiel allwissend. Er weiß alles. Das ist eine Eigenschaft. Wir wissen
von Gott er ist allgegenwärtig. Das ist auch eine Eigenschaft. Er ist immer
und überall. Aber Liebe ist keine Eigenschaft von Gott, sondern wir lesen
im 1. Johannes 4,8: Gott ist Liebe. Das ist er. Nicht eine Eigenschaft,
das ist er. Im innersten Wesen. Liebe ist nicht nur das Wesen Gottes. Es
ist auch das höchste Gebot.
Wie soll man Gott lieben?
In Matthäus 22,34-40, da kommt ein Mann zu Jesus
und sagt: Jesus, was ist das größte Gebot? Nicht das zweitgrößte, nicht das
drittgrößte, was ist das größte Gebot? Und Jesus sagt: Du sollst den Herrn,
deinen Gott lieben von ganzem Herzen, ganzer Seele und von ganzem Verstand.
Und an dem Punkt muss ich euch ehrlich sagen tu ich mich manchmal sehr
schwer. Aus einem einfachen Grund. Ich weiß nicht wie ich Gott lieben soll.
Ich bin letztes Jahr mal mit Gott spazieren gegangen. Ich geh fast jeden
Tag mit ihm spazieren. Aber ich habe Jesus dann gesagt: Ich weiß ich soll
dich lieben, ich will dich auch lieben, aber ich muss dir ehrlich sagen:
Ich weiß nicht wie das geht.
Der Grund dafür ist, dass es Tage gibt, da
fühle ich überhaupt nichts für Gott oder für Jesus. Es stimmt: Ich möchte
ihn lieben, aber ich weiß nicht wie. Ich liebe meine Frau. Ich weiß wie
sich das anfühlt, die kann ich anfassen, die kann ich anschauen, mit der
kann ich reden, die redet zurück. Ich liebe meine Kinder. Ich weiß auch wie
das geht. Die sitzen auf meinem Schoß, mit denen kann ich spielen, mit
denen kann ich lachen. Ich weiß wie ich meine Kinder liebe, aber Gott ist
Geist und ich weiß nicht wie man einen Geist liebt. Und ich habe Gott auch
schon öfter gesagt.
Dann hab ich gesagt: Gott, ich hab dein Gesicht noch
nie gesehen, ich hab dich noch nie akustisch reden hören, ich habe deine
Hand noch nie berührt. Du bist Geist und ich weiß nicht wie ich einen Geist
lieben soll. Ich bin schon 25 Jahre Christ, ich bin mir nicht sicher ob ich
weiß wie ich Gott lieben soll. Ich habe schon manche Christen gefragt, hab
gesagt: Liebst du Gott? Und die haben alle ja gesagt, das müssen sie ja,
weil sonst disqualifizieren sie sich selbst.
Und dann frag ich sie, ja wie
liebst du ihn? Dann sagen die Christen: Ja ich bete, ich lese die Bibel,
ich unterstütze Missionare und ich geh in die Kirche. Das sind ja alles
gute Dinge. Ich bin mir nur nicht ganz sicher ob es Liebe ist.
Und jetzt
ist inzwischen meine tiefe Überzeugung, dass wenn wir wirklich mit Jesus
leben wollen, dürfen wir uns nicht zu sehr darauf konzentrieren ihn zu
lieben. Wir müssen uns darauf konzentrieren seine Liebe zu empfangen. Im 1. Johannes 4,10 steht: "Hierin ist die
Liebe. Nicht das wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat."
Liebe zu Gott ist nicht, dass wir lieben
Wisst ihr was Liebe ist? Nicht dass wir Gott lieben. Liebe ist dass er uns
geliebt hat. Und in 1. Johannes 4,9 steht: Wir lieben. Wisst ihr
warum? Weil er uns zuerst geliebt hat. Wir lieben weil er uns liebt. Liebe
ist nicht in erster Linie meine Anstrengung, Liebe ist, dass ich es empfange
von ihm.
In Jesaja 64,5 steht: "All unsere Gerechtigkeiten sind wie ein
schmutziges Kleid."
Da steht: All unsere Gerechtigkeiten, nicht unsere
Sünden! Wir wissen dass die schmutzig sind. Aber unsere Gerechtigkeiten
sind wie ein schmutziges Kleid. Wir können Gott nichts bringen außer das,
was wir empfangen. Wir sind Empfänger der Liebe. Und wisst ihr: Wenn du und
ich, wenn wir lernen einfach seine Liebe zu empfangen und sie dann
zurückgeben, das berührt das Herz Gottes.
Unsere kleine Eva, die ist jetzt dabei auch, ist jetzt acht Jahre. Das ist im Moment mein Lieblingskind,
weil die glaubt ich bin perfekt. Noch. Die älteren haben schon gecheckt, dass das nicht so ist. Aber mir gefällt bei der Eva so: Die macht gerne Geschenke und wenn ich Geburtstag habe, da kauft sie mir immer was. Nichts großes,
aber sie geht mit dem Bruder oder was einkaufen. Und dann kauft sie mir
was, irgendeine Kleinigkeit, sie packt das dann immer gerne ein und dann
präsentiert sie's ganz stolz zu meinem Geburtstag. Aber dreimal dürft ihr
raten mit welchem Geld sie's gekauft hat. Mit meinem Geld. Die kauft mir
andauernd Geschenke mit meinem Geld. Aber wisst ihr: Ich sag nicht: Du
blödes Ding du, was verschwendest da mein Geld. Hab ich noch nie gemacht - nein, es berührt mein Herz. Aber sie kann mir nur das geben, was sie von
mir bekommen hat. Mehr nicht.
Seht ihr. Genauso ist es mit der Liebe. Wir können Gott nicht lieben. Wir müssen uns vielmehr darauf konzentrieren
seine Liebe zu empfangen und sie dann zurückzugeben.
Die Apostel haben ja
verschiedene Namen. Über den Petrus sagt man er ist der Apostel der
Hoffnung, wahrscheinlich weil er ein hoffnungsloser Fall war. Paulus ist
der Apostel des Glaubens, weil er ein Problem hatte damit. Aber wisst ihr
wie Johannes heißt? Johannes wird genannt der Apostel der Liebe. Und ich
hab mich gefragt: Warum nennen wir den Johannes den Apostel der Liebe? Ist
es weil er Jesus so arg geliebt hat? Und die Antwort ist nein. Wisst ihr
wie der Apostel Johannes sich selbst bezeichnet? Ich glaub drei oder vier
Mal in seinem Evangelium. Da sagt er: Ich bin der Jünger - er sagt nicht
ich, aber man weiß es ist er - der Jünger, den Gott lieb hat, den Jesus
lieb hat. Ich bin derjenige, den Jesus lieb hat. Nicht dass er Jesus liebt.
Er ist von Jesus geliebt.
Übrigens, das hat mich gestört lange. Hab mir
gedacht: So ein arroganter Kerl. Ich bin der, den Jesus lieb hat. Das wär
wie wenn ich jetzt hier stehen würde und sage: Liebe Leute in Aidlingen,
wisst ihr was: Ich, Hans-Peter Royer, ich bin derjenige, den Jesus ganz
besonders lieb hat. Ich dachte das ist arrogant. Wenn du das jetzt auch
denkst, möchte ich dir etwas sagen: Du hast Liebe nicht verstanden.
Denn wenn wir nämlich glauben, dass wir Liebe verdienen können durch
unsere Tugend, durch unseren Charakter, dann ist so eine Aussage total
arrogant. Wenn ich aber weiß: Obwohl ich nicht liebenswürdig bin, bin ich
er derjenige, den Jesus liebt, dann ist das nicht Arroganz, dann ist das
eine Aussage des Glaubens.
Schau, wenn ich zu euch sagen würde: Mein Frau
die Hannelore, sie liebt mich, obwohl ich oft nicht liebenswert bin, aber
ich bin der, den sie liebt. Ist nicht arrogant, das ist nur eine Aussage
über den, der mich liebt.
Der verlorene Sohn, über den wir gerade gelesen haben, der hat die Liebe seines Vaters nicht verdient. Er hat das ganze Geld
verschwendet, hat sich Freunde mit Geld gekauft, Prostituierte bezahlt, er
hat den Vater maßlos enttäuscht. Aber wisst ihr was der Vater getan hat in der Geschichte? In all den Monaten oder Jahren - wir wissen es nicht. Aber das berührt mich besonders: Was hat der Vater getan in den Jahren, wo er wusste, mein
Sohn verschwendet mein ganzes Vermögen, das ich für Jahrzehnte hart
erarbeitet hab. Und da gibt's ein Bild. Wir haben jetzt leider keinen
Overhead, aber ist egal. Das Lieblingsbild von Corrie ten Boom. Das ist
eine Zeichnung, wo der Vater steht auf der Veranda und er schaut so hinaus
auf den Horizont, ob er nicht seinen Sohn entdeckt. Und jeden Tag stand der
Vater im Feld bei der Arbeit auf und hat wieder geschaut: Vielleicht kommt
mein Sohn heute. Am Tag darauf, stand auf der Veranda: Vielleicht kommt er
heute zurück. Er hat jeden Tag gehofft dass sein Sohn kommt.
Und ich möchte
nochmal lesen im Lukas 15,20: "Und er
machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch ferne war, sah
ihn sein Vater und wurde innerlich bewegt und er lief hin und fiel ihm um
seinen Hals und er küsste ihn."
Er lief hin. Übrigens ist dir bewusst, das
ist die einzige Stelle in der Bibel, wo Gott läuft. Gott läuft nie. Aber
hier ist er gelaufen. Die einzige Stelle, wo Gott läuft ist wo der
verlorene Sohn zurückkehrt. Und das ist die Liebe Gottes, die ihn jeden Tag
erwartet.
Gottes Liebe können wir nie verdienen
Manchmal versuchen wir immer wieder Gottes Liebe zu verdienen.
Wisst ihr wir glauben zwar dass Gott uns liebt, aber damit er uns gerne hat
müssen wir schon ein bisschen was Besonderes tun. Das ist falsch.
Ist euch
bei der Geschichte aufgefallen: Der Sohn, zuerst war er beim Vater, dann
ist er abgehauen, hat alles verprasst. Die Liebe des Vaters zu seinem Sohn
hat sich nie verändert. An keinem Zeitpunkt. Gibt's einen schönen Vers:
Jeremia 31,3, da lesen wir: "Ich habe dich je und je geliebt, darum
habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte."
Ich habe dich immer geliebt.
Und Gott liebt mich nicht, weil ich liebenswürdig bin. Ich bin es nicht. Er
ist einfach verliebt in mich. Das ist seine Natur. So ist er.
Weißt du übrigens, dass Gott dir immer, immer eine zweite Chance gibt? Es kann sein
dass der eine oder andere es wirklich vermasselt hat. Ich hab einen Freund,
der hat's total vermasselt. Aber ich konnte ihm sagen: Gott hat dich lieb.
Er gibt dir eine zweite Chance. Ein anderer Freund von mir, der ist
inzwischen gestorben der Billy [Stracken], hat einmal gesagt: Die einzigen
Menschen, die dir keine zweite Chance geben, sind Christen. Gott tut das
immer.
Glauben wir dass Jesus uns wirklich so liebt wie wir sind? Mit all
unseren Fehlern? Oder glauben wir immer noch wir müssen perfekter werden?
Wir müssen etwas tun, um vor Gott bestehen zu können. Das ist so tief
drinnen in uns.
Ich muss sagen: Ich tu mich nicht schwer anderen Menschen zu vergeben. Das fällt mir nicht sehr
schwer. Ich tu mir aber sehr schwer mir selbst zu vergeben. Das hat damit
zu tun, weil ich ein stolzer Mensch bin. Ich muss immer wieder Buße tun.
Anderen zu vergeben, wenn ein anderer einen totalen, einen Bock baut, kann
ich vergeben. Der ist ja nur ein Mensch. Aber wenn ich das tue, denk ich
mir: Mir dürfte das nicht passieren. Das ist Stolz. Weil ich glaube, ich
sollte ja besser sein wie die anderen.
Wenn ich mir in der Bibel die Leute
anschaue, Petrus anschaue, der dreimal behauptet hat Jesus nicht zu kennen.
Wenn ich mir Johannes anschaue, der Apostel der Liebe. Da sind sie mal
durch Samarien gegangen und ein paar Leute haben nicht zugehört. Weißt du
was Johannes gesagt hat: "Jesus, nimm Feuer vom Himmel und verbrenn sie. Hau
sie nieder." Das ist der Apostel der Liebe. Wenn ich mir Jakobus anschaue,
der zur rechten des Vaters im Himmel sitzen wollte. Wenn ich mir Philippus
anschaue, der in seiner Ignoranz den Vater nicht erkannte in Jesus. Wenn
ich mir den verlorenen Sohn anschaue, der all das Vermögen seines Vaters
verprasst hat, dann glaub ich kann ich behaupten, dass Jesus von mir mehr
Versagen erwartet als ich selbst.
Jesus erwartet von mir mehr Versagen als ich selbst.
Ich hab schon manchmal gebetet: Herr
Jesus, bitte mach doch aus mir einen Christen, der dich nie mehr verletzt,
der nie mehr einen Fehler macht, der nie mehr sündigt. Und Jesus hat
gesagt: Das fragen mich alle, aber wenn ich das tue hab ich niemand mehr,
dem ich vergeben kann.
Ist euch bewusst: Jesus hat kein Problem dir zu
vergeben, das fällt ihm überhaupt nicht schwer. Jesus hat nur ein Problem
mit einer Art von Menschen. Nur eine Art. Das sind die Christen, die
glauben dass sie ein bisschen besser sind wie die anderen. Mit denen hat er
ein Problem. Das sind die Pharisäer. Das sind die Leute, die glauben, die
ein bisschen perfekter sind wie der Rest. Mit denen hat Jesus sich immer
schwer getan. Mit Huren, Steuereintreibern hat er sich nie schwer getan.
Nur mit denen, die glaubten etwas besser zu sein.
Der Höhepunkt der Geschichte
Übrigens: Was ist für
dich der Höhepunkt in dieser Geschichte mit dem verlorenen Sohn? Ich frag
das manchmal. Leute sagen: Der Höhepunkt ist Lukas 15,17: "Als er aber in sich
ging." Dann sagen sie: ein wichtiger Punkt. Als der verlorene Sohn in sich
ging, als er mal nachdachte.
Oder Vers 18, wo der verlorene Sohn sagt: Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen. Oder Vers 20, wo der Vater ihm entgegen lief, um den Hals fiel. Vers 24 ist für mich ein gewaltiger Vers: "Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig."
Oder Vers 18, wo der verlorene Sohn sagt: Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen. Oder Vers 20, wo der Vater ihm entgegen lief, um den Hals fiel. Vers 24 ist für mich ein gewaltiger Vers: "Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig."
Dieser Freund
von mir, Billy Stracken, wisst ihr, was er gesagt hat was der Höhepunkt
dieser Geschichte ist? Vers 12: "Der jüngere sagte zum Vater: 'Gib mir den
Teil meines Vermögens.'" Und wisst ihr was der Höhepunkt ist? Der Vater sagt:
"Hier hast du's." Und er gab ihm seinen Teil.
Das ist auch für mich zum Höhepunkt der Geschichte geworden. Er gab ihm seinen Teil. Wisst ihr warum.
Der Vater wusste ganz genau was sein Sohn mit dem Geld tun wird, das er
sich über Jahrzehnte erarbeitet hat. Der Vater wusste ganz genau, denn ein
liebender Vater kennt seinen Sohn. Der Sohn hat vielleicht gesagt: "Vater, ich werde das Geld vermehren, ich werde es gut anlegen. Vater, ich werde in
die Ferne ziehen, ich werde mir einen guten Posten verschaffen, ich werde
das Vermögen verzehnfachen." Der Vater wusste genau: Sobald dieser Junge
über den nächsten Hügel ist, wird er sich Freunde kaufen mit dem Geld.
Und so kam es auch. Er wird mit dem Geld Partys schmeißen. Und so kam es auch.
Er wird das Geld an Huren verschwenden. Und so kam es auch. Aber der Vater
gab ihm das Geld im vollen Wissen was sein Sohn mit diesem Geld tun wird.
Er ließ ihn gehen. Und in all der Zeit der Trennung hat sich die Liebe des
Vaters zu seinem Sohn nie geändert. Weißt du was, wenn du dich entscheidest
zu gehen. Jesus lässt dich gehen.
Wenn du dich entscheidest dein Leben wegzuwerfen, dann lässt Jesus dich gehen. Denn er ist ein Gentleman. Er wird dich nicht zurückhalten. Aber seine Liebe zu dir wird sich nie verändern.
Mir ist das bewusst geworden letztes Jahr. Ich hab euch gestern kurz
erzählt von den Jahren, wo ich zwar Christ war, aber alles andere gelebt
habe. Dinge, für die ich mich schäme, dass ich sie getan habe. Mit Mädchen,
mit Alkohol und so weiter. Wisst, ihr was mir bewusst wurde?
Wann hat Jesus mich mehr geliebt - als ich so 22, 23 Jahre alt war, voll besoffen mit
meinen Skischülern gesessen bin und Dinge getan habe, für die ich mich
schäme. Oder heute, wo ich hier stehe und euch von Jesus erzähle. Wann hat
Jesus mich mehr geliebt? Wisst ihr was die Wahrheit ist? Er hat mich vor 20
Jahren genauso geliebt wie heute!
Und wenn ich einmal bei Jesus im Himmel
bin, wird er mich kein bisschen mehr lieben, als er es jetzt tut. Weil Gott
liebt mich. Seine Liebe zu mir hat sich nie geändert.
Du kannst nichts tun - nur empfangen
Seht ihr, wir können nicht gerechter werden als wir sind, weil Christus hat uns gerecht gemacht.
Aber wisst ihr was Satan sagt? Satan sagt andauernd: Du bist unwürdig, du
hast heute Morgen schon wieder deine Bibel nicht gelesen. Du hast schon
wieder eine kurze Stille Zeit gehabt, du bist nicht würdig zu Jesus zu
gehören, du bist ein schlechter Christ, du bist unwürdig.
Und weißt du was
du nächstes Mal sagen musst: Na und, ich weiß ich bin unwürdig, aber Jesus
ist es nicht. Und er ist mein Herr. Ich bin unwürdig, ich weiß, aber er ist
es nicht. Und darum kann ich stehen.
Seht ihr: Religion versucht immer die
Gerechtigkeit zu verdienen. Der Glaube empfängt die Gerechtigkeit. Wir
müssen lernen zu empfangen, nicht zu tun. Ich bin geistlich, weil der
Heilige Geist in mir wohnt, nicht weil ich so gut wäre. Was heißt
Pfingsten? Pfingsten heißt dass der Heilige Geist in jene Menschen kommt,
die ihn empfangen. Es geht um ihn zu empfangen, nicht etwas zu tun für ihn.
Und wenn der Heilige Geist in einen Menschen kommt, dann gibt er nicht nur
seinen Fuß hinein, er kommt als ganze Person hinein.
Major Thomas hat mal
gesagt: "Du kannst nie mehr haben als Christus und du musst niemals weniger
haben als Christus." Die Frage ist nicht wieviel du vom Heiligen Geist hast,
die Frage ist: Wieviel hat der Heilige Geist von dir. Denn er wohnt in dir,
wenn du wiedergeboren bist aus dem Heiligen Geist.
Und seht ihr unser Leben
ist nichts anderes als ein Freudenfest, damit andere Menschen sehen: So
sieht ein Mensch aus, in dem der Heilige Geist wohnt. Wir müssen dieses
Leben ausleben, das Gott in uns hineingelegt hat. Sein Leben.
Als meine
Kinder geboren wurden, ich nehme den Lukas, er ist jetzt der Älteste, aber
wenn ich ins Spital – ich war bei allen dreien dabei übrigens – ging ins
Spital zur Geburt vom ersten Kind beim ersten ist es am, da ist man am
nervösesten, weil man's noch nie mitgemacht hat gell. Und ich ging ins
Spital, dankbar dass ich keine Frau bin, hab mir das ganze angeschaut und
dann kommt er raus, keine besonders schöne, es ist ein bisschen blau und
schleimig, also nichts besonders Schönes am Anfang. Dann putzt sie's ein
bisschen ab, aber es wird nicht viel besser. Und dann nimmt sie das Ding, die
Hebamme und legt es da in den Arm, hat sie bei mir auch gemacht, gleich
darauf gelegt. Und dann hab ich gesagt: Lukas, du bist neu geboren. In 18
Jahren, wenn du mir bewiesen hast, dass du würdig bist, wenn du mir hilfst
meine Rechnungen zu bezahlen, wenn du ein ordentlicher Mensch wirst, dann
werde ich dich lieben. Natürlich nicht. Ich hab dieses kleine Ding geliebt
wie mein eigenes Leben. Und ich hätte bereits damals mein Leben gelassen
für dieses kleine Baby. Weil es war mein Kind. Mein Fleisch und Blut.
Seht
ihr, wenn ich als Mensch für ein Baby so fühlen kann, wieviel mehr wird
Gott für dich fühlen, wo Gott Liebe ist in Essenz. Im Johannes 3,6sagt Jesus: "Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch. Aber was aus dem
Geist geboren ist, das ist Geist." Das heißt: wenn du wiedergeboren bist aus
dem Heiligen Geist, dann bist du Geist von seinem Geist, du bist Blut von
seinem Blut, du bist Fleisch von Gottes Fleisch und darum liebt er dich.
Ich liebe meine Kinder, egal ob sie das jetzt tun was ich sage oder nicht.
Weil sie meine Kinder sind. Jesus ist verliebt in dich. Weißt du dass Jesus
grade Bilder zeigt. Da im Himmel, da hat er so ein Bilderbuch und dann
zeigt er seinen Engeln jeden Tag: Schau, das ist mein Kind, das ist mein
Kind. So geht er rum und zeigt es jedem. Weil er uns liebt. Das machen
Väter und Mütter so, gell?
Unser Auftrag als Kinder Gottes
Unser Auftrag ist nicht, fehlerlos zu leben. Unser Auftrag ist nicht noch besser zu werden. Wisst ihr was unser Auftrag ist?
Jesus hat gesagt: "Kommet her zu mir!" Unser Auftrag ist zu Jesus zu kommen.
Und ich bitte euch heute Morgen: Kommt einfach zu Jesus, sagt: Jesus, hier
bin ich. Du bist bei mir, du bist in mir, du bist für mich. Ich bin gespannt, was du heute tust. Danke dass du da bist. Danke. Ich empfange dein Leben. Ich empfange deine Gegenwart. Ich will mit dir heute leben. Amen.
Unser Auftrag ist nicht, fehlerlos zu leben.
Dann leb mit ihm. Einfach leben mit Jesus. Ein Pfarrer aus Deutschland hat mal gesagt, das hat mir sehr gut gefallen: "Jesus nötig haben ist des Menschen größte Perfektion." Wenn du perfekt sein möchtest,
dann zeichnest du dich aus durch eine Eigenart: Du weißt dass du Jesus
nötig hast. Das ist Perfektion.
Und ich schließe mit einem Zitat von Karl Barth, der ist auch schon lange gestorben, ein Schweizer Theologe, der hat ziemlich
viele Bücher geschrieben, ein kluger Kopf. Als er alt war hat ein Student ihn
gefragt: "Professor Barth, was ist das größte in all ihrem Studium der
Jahrzehnte. Was ist die größte Wahrheit, die sie rausgefunden haben. In all
ihrem Bibellesen, in all ihrem Bücherschreiben über Gott?" Dann hat
Professor Barth gesagt: Das Größte, was ich rausgefunden hab in meinem
ganzen Leben ist, dass – ich sag's auf Englisch, weil das ist bekannt:
"Jesus loves me, this I know, because the bible tells me so."
Jesus liebt mich ganz gewiss, denn die Bibel sagt mir dies. - Jesus liebt mich, das weiß ich bestimmt, weil die Bibel es so sagt. Das war das Größte, was dieser Mann rausgefunden hat. Und es gibt nichts Größeres. Und ich möchte
euch einfach ermutigen - und auch mich selbst - den heutigen Tag nicht wieder
versuchen ein besserer Christ zu werden, sondern am heutigen Tag einfach zu
sagen: Herr Jesus, ich möchte empfangen.
Und in dem Maße, in dem du
empfängst, in dem Maße wird das Leben Jesu durch dich leuchten. Sei ein
guter Empfänger. Gottes größten Heilige sind die besten Empfänger. Dazu
möchte ich uns ermutigen.

