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Ägypten 4: Flucht durch die Sahara (3/3)

Die Doppeldecker Crew | Hörspiel für Kinder (Hörbuch)
04.08.2026
SerieTeil 3 / 3Ägypten 4: Flucht durch die Sahara
Wir dachten, dass Rettung naht … Da geraten wir an Kameldiebe! Unser Bauchgefühl hat sich nicht getäuscht. Wie kommen wir von den Räubern weg? Und wird die Polizei sie schnappen? #Kinderhörspiel #Hörspiel #Hörbuch #kindgerecht doppeldecker-crew.de

Rückblick auf die Lage in der Wüste

Letztes Mal bei der Doppeldecker Crew.
Nadja, wenn dich etwas traurig macht, kannst du es uns sagen. Manchmal hilft es, darüber zu reden.
Ich brauche nicht darüber reden.
Salam alaikum, was macht ihr denn hier?
Wa alaikum salam. Wir, äh, wir haben uns verirrt.
Ja, wir sind von dem Sturm überrascht worden und haben die Orientierung verloren.
Alles klar, ich verstehe. Mach dir keinen Kopf, Junge, ich kann euch helfen.
Was soll das, warum haltet ihr uns fest?
Ja, was wollt ihr von uns?
Wir wollen eure Kamele.
Äh, Kamele?
Heißt das, ihr seid die Kameldiebe?
Leute, wir müssen was unternehmen.
Und was?
Na, abhauen.
Toll, jetzt gibt's Popcorn für alle.
Soll ich noch heißes Wasser kochen? Oder eine Lichterkette anstecken?
Oh Mensch, jetzt können wir so viel wieder machen. Wir können den Toaster benutzen, den Backofen, die Fritteuse, den Mixer, alles.
Hm, schade eigentlich. Sich nur von halbgeschmolzenem Eis und Lieferservice zu ernähren, war eigentlich auch mal ganz schön.
Nice, ich freue mich richtig, dass der Strom wieder da ist. Ich bin ehrlich, so langsam hatte ich echt schlechte Laune. Nicht nur wegen dem Handy.
Mhm, geht mir auch so. Man hat irgendwann keinen klaren Kopf mehr.
Wenn die Probleme so groß sind, dass man nur noch darüber nachdenkt, dann kann das einen ganz schön verrückt machen.
Ja, man verliert in der Not irgendwann die Hoffnung. Man gibt auf und glaubt nicht mehr, dass etwas besser wird.
Und genau dann, wenn unsere Kraft am Ende ist, wird Gottes Kraft ganz besonders sichtbar. Er räumt die Wege frei, die sonst keiner freimachen kann, damit wir weitergehen können, hat am Sonntag einer im Gottesdienst gesagt.
Stimmt, ich bin auch froh, dass der Strom wieder geht.
Ach schön, können wir jetzt die Geschichte weiterhören? Mein Popcorn wird sonst kalt.
Oh, das wollen wir ja nicht. Dann macht es euch gemütlich und genießt euer Popcorn, es geht weiter.
Ihr habt es tatsächlich gewagt. Ihr seid aus dem Zelt geschlichen und dann mitten in der Nacht vor den Ganoven geflohen. Doch Hassan ist dabei aufgewacht. Ihr rennt los, so schnell ihr könnt. Das ist im Sand gar nicht so einfach. Aber ihr lauft weiter und weiter.
Verfolgen Sie uns!
Ich glaube nicht.
Können wir dann mal bitte anhalten?
Ja, okay. Ich kann nicht mehr.
Ich auch nicht.
Ich schon. Du warst ja auch die ganze Zeit auf meiner Schulter und bist nicht selbst gelaufen.
Wir sollten uns mal die Karte angucken.
Ja genau, zeig mal her, Phil.
Ja klar, warte.
So, hier ist das Lager, in dem wir waren. Ich habe gesehen, dass Sie in diese Richtung gezeigt haben, als Sie die Route hier eingezeichnet haben. Wir müssten also hier entlang gegangen sein. Die Dachla-Oase ist hier, also in die Richtung.
Das ist ja super weit bis dahin. Wie wollen wir das denn bitte zu Fuß schaffen?
Vielleicht treffen wir noch andere, die eine Wüstentour machen. Und außerdem sucht uns die Polizei bestimmt schon, oder nicht?
Hm, nee, das ist beides ziemlich unwahrscheinlich. Wir haben hier ja nicht so viele Polizisten. Bis richtige Suchtrupps angefordert werden, dauert es. Und in der Nacht rückt sowieso keiner raus.
Also ist es praktisch hoffnungslos, dass uns jemand findet, außer die drei Ganoven vielleicht.
Oh Mann, Toni, warum hast du uns dazu überredet zu fliehen?
Wärst du lieber bei den Ganoven geblieben und wie eine Sklavin geworden?
Na ja, besser als in der Wüste zu verdursten. Wir haben nichts zu trinken und ich habe jetzt schon Durst. Und es ist noch nicht mal heiß. Und sobald die Sonne aufgeht ...
Hört auf zu streiten, das bringt uns doch jetzt auch nichts. Kommt, lasst uns weitergehen!
Wo du gerade Sklave sagst, Tony, mir fällt da eine Geschichte aus der Bibel ein.
Aber Fadi, eine Geschichte bringt uns doch jetzt auch nicht weiter.
Wart's nur ab, die Geschichte ist wirklich passiert. Auch hier in Ägypten, in einer Wüste.
Damals waren die Israeliten als Sklaven in Ägypten. Sie mussten sehr schwer arbeiten, aber Gott sorgte dafür, dass der Pharao, also der König von Ägypten, sie freiließ.
Ah, warte, ich glaube, die Geschichte kenne ich auch schon. Du meinst das mit dem Meer? Ich wüsste echt nicht, was ein Meer mit unserer Lage zu tun hat.
Na ja, auf ihrem Weg aus Ägypten raus kamen die Israeliten an ein großes Meer. Sie wollten da eigentlich nur eine Pause machen, aber dann wurde es zur Sackgasse, denn hinter ihnen tauchten plötzlich ägyptische Soldaten auf. Der Pharao wollte die Israeliten nämlich doch nicht freilassen, deshalb ließ er sie verfolgen.
Ihre Lage war komplett aussichtslos. Vor ihnen das Meer, hinter ihnen die Soldaten.
Doch dann teilte Gott das Meer und sie konnten mitten durchgehen.
Denkst du jetzt etwa, dass Gott uns jetzt auf übernatürliche Art und Weise aus der Wüste herausführen wird?
Nein, das nicht. Aber er kann eine Lösung schaffen, auch wenn für uns gerade alles hoffnungslos aussieht.
Stimmt, das glaube ich auch. Wenn es für euch okay ist, würde ich Gott darum bitten, dass er uns hilft.
Klar, ja, warum nicht? Wenn du meinst, dass das was bringt.
Jesus, du siehst, dass wir voll in der Klemme stecken. Und Angst haben. Der Weg zurück ist zu weit zu Fuß. Wir haben nichts mehr zu trinken und die Ganoven könnten uns auch wieder einholen. Wir haben echt keine Ahnung, was wir jetzt machen sollen. Bitte hilf uns.
Amen.
Amen.
Amen.
Und jetzt?
Ähm, keine Ahnung.
Seht ihr, es passiert nichts.
Ich fühle mich aber irgendwie trotzdem ein bisschen besser.
Guckt mal, die Sonne geht langsam auf.
Was war das? Das hat sich angehört wie ein Hahn.
Was macht denn ein Hahn in der Wüste?
Dafür gibt es nur eine Erklärung: Beduinen.
Was bedeutet das?
Beduinen sind Wüstennomaden im Nahen Osten und Nordafrika.
Nomaden? Eklig!
Nomaden, Sammy, das sind Menschen, die kein festes Zuhause haben, sondern durch die Wüste von Ort zu Ort ziehen.
Worauf warten wir dann noch?
Ja, das Krähen kam aus dieser Richtung. Los, kommt!
Seid ihr euch sicher, dass wir da hingehen sollten?
Soll das ein Witz sein? Das ist unsere Rettung.
Woher willst du das wissen? Ich meine, wir sind schon mal auf jemanden reingefallen und er meinte, dass er uns helfen wird. Und Beduinen haben keinen besonders guten Ruf bei uns im Dorf. Wir trauen ihnen nicht. Es wird ihnen nachgesagt, dass sie Schmuggler sind und ... ach, sie sind einfach komisch. Ich mein, welcher normale Mensch verzichtet schon freiwillig auf ein Dach über dem Kopf und so, um immer nur in der Wüste herumzuwandern?
Ein Beduine war auch schon mal bei uns in der Nähe in einem Laden. Der soll da was gestohlen haben und ist direkt wieder vertrieben worden.
Und überhaupt ...
Aber was willst du denn sonst tun? Ich glaube, das ist gerade unsere einzige Chance.
Ja, und es ist bestimmt kein Zufall, dass wir auf sie stoßen, kurz nachdem du gebetet hast.
Hm, ich weiß ja nicht. Wir können ja erst mal vorsichtig näher rangehen und es uns anschauen.
Genau, von der Sanddüne da oben müssten wir sie doch gut sehen können, ohne dass sie uns bemerken.
Ja, okay. Na dann los!
Die Freunde beginnen, die Düne hinaufzusteigen. Schwerfällig setzen sie einen Fuß vor den anderen, um in dem Sand voranzukommen. Sie rutschen dabei immer wieder ein Stück nach unten, doch endlich sind sie oben angekommen.
Nun haben sie freie Sicht auf ein kleines Tal. Dort sind einige Zelte aufgebaut, ein paar Kamele sind an einem Holzpflock festgebunden und Hühner laufen frei herum.
Die ersten Beduinen kommen langsam aus ihren Zelten. Fadi will sie erst noch ein wenig beobachten, doch da ...
Warte, Sammy, nicht!
Mir rutscht einfach die Düne runter. Hui!
Los, wir müssen hinterher!
Ja, aber ...
Jetzt mach schon!
Sammy, jetzt warte doch!
Hey, das ist ja wie beim Sandsurfen, nur ohne Brett!
Nüsse, Nüsse, Nüsse, Nüsse!
Hey Sammy, du kannst dich doch nicht einfach bedienen!
Nüsse!
Huch, was ist denn hier los? Hat das Tier gerade Nüsse gesagt?
Entschuldigen Sie bitte, wir haben versucht, ihn aufzuhalten, aber ...
Ach, alles gut. Euer Tier kann so viel essen, wie es will. Ihr seht aber auch so aus, als könntet ihr eine Stärkung gebrauchen. Was macht ihr denn allein hier draußen? Und dazu noch so früh? Wart ihr etwa über Nacht in der Wüste?
Äh ja, das ist eine lange Geschichte.
Na, nun kommt erst mal mit zu unserem Zelt. Ich gebe euch was zu essen und zu trinken.
Dankeschön, das ist wirklich lieb von Ihnen.
Ja, danke.
Ihr braucht mich nicht zu siezen. Ich bin Salma und das ist mein Mann Ibrahim.
Ich bin Marie. Das ist Toni, Phil und Fadi. Und das da hinten ist der Miek.
Freut mich, euch kennenzulernen.
Fadi, du kommst mir irgendwie bekannt vor.
Hm, kann sein.
Na dann kommt mal mit. Willkommen in unserer bescheidenen Behausung. Setzt euch doch, einen Tisch und Stühle haben wir nicht, aber ich hoffe, die Sitzkissen tun es auch.
Klar, danke.
Ich habe noch einen Topf über dem Feuer, davon ist genug für alle da. Was wollt ihr trinken? Tee oder Wasser?
Wasser bitte, wir sind schon halb am Verdursten.
Ja, so seht ihr auch aus. Hier.
Habe ich da was von Wasser gehört?
Da bist du ja wieder. Na, hast du dich satt gegessen?
Ja, bärensatt. Aber Durst habe ich immer noch.
Warte, ich gebe dir was.
Au ja.
So, nun erzählt aber mal, was euch hierher geführt hat.
Also, das war so.
Die Freunde essen genüsslich den Eintopf und berichten abwechselnd von ihren Erlebnissen vom Sandsturm, von Hassan und den anderen Ganoven, von ihrer Flucht und auch von ihrem Gebet. Fadi bleibt jedoch schweigsam, denn er erinnert sich: Ibrahim ist genau der Mann, der von den Leuten in seinem Dorf abgelehnt und vertrieben wurde, und jetzt sitzen sie ausgerechnet in seinem Zelt.
Achtung! Da habt ihr ja ganz schön was erlebt. Wie gut, dass euch nichts passiert ist.
Ja, nachts in der Wüste ist es wirklich nicht ungefährlich. Und ich will gar nicht erst darüber nachdenken, was passiert wäre, wenn ihr uns nicht gefunden hättet.
Ja, aber wir haben immer noch ein weites Stück vor uns. Zu Fuß ist das kaum machbar.
Hm, wir könnten euch Kamele von uns ausleihen.
Salma, wir können sie doch nicht einfach allein in die Wüste zurückschicken. Sie kennen sich doch gar nicht aus, und was ist, wenn die Ganoven sie wiederfinden?
Nein, das geht nicht. Ich werde euch begleiten.
Was, auf gar keinen Fall. Nach dem, was dir das letzte Mal in diesem Dorf passiert ist?
Was ist denn passiert?
Verjagt haben sie ihn, wie ein Tier. Sie haben ihn als Dieb bezeichnet und ihn beschimpft, ohne dass er irgendetwas falsch gemacht hätte. Einer hat ihn sogar bespuckt.
Beruhige dich, Salma. Aber ja, das war wirklich nicht schön.
Aber warum haben Sie das gemacht?
Tja, manche Menschen mögen uns einfach nicht. Wir sind anders als sie, und das können einige nicht akzeptieren. Sie verbreiten schlimme Gerüchte über uns, die die anderen dann glauben.
Und trotzdem würdest du uns bis nach Hause in dieses Dorf begleiten? Warum, was willst du als Gegenleistung haben?
Nichts, mein Junge. Du traust mir auch noch nicht ganz, nicht wahr?
Hm, das verstehe ich. Du hast wahrscheinlich von klein auf nur Schlechtes über uns gehört. Da ist es schwer, diese Vorurteile abzulegen. Aber ich möchte euch wirklich helfen und euch sicher nach Hause bringen.
Aber Ibrahim, denk doch mal nach. Nach den Kindern wird bestimmt schon gesucht. Wenn sie dich jetzt in der Wüste mit ihnen zusammen erwischen, denken sie, du hättest sie entführt. Die fragen doch gar nicht lange nach und stecken dich ins Gefängnis. Es ist einfach zu gefährlich für dich.
Ach Mann, wir wollen dich echt nicht in Gefahr bringen, Ibrahim. Vielleicht schaffen wir es ja doch allein.
Das kommt gar nicht in Frage. Ich bringe euch zurück nach Hause. Eure Sicherheit ist es mir wert, dieses Risiko einzugehen. Und ich vertraue darauf, dass Jesus uns helfen wird.
Du glaubst auch an Jesus?
Hey, Fadi, dann haben wir noch einen Bruder.
Hm, ja.
Gesagt, getan. Ibrahim lässt sich nicht umstimmen. Er sattelt die Kamele und verabschiedet sich von Salma. Sie hat Tränen in den Augen und schaut ihnen noch lange nach.
Fadi ist sehr nachdenklich und auch etwas beschämt. Er hatte so schlechte Gedanken über Ibrahim, und jetzt riskiert er so viel, um ihnen zu helfen.
Die Sonne steht mittlerweile hoch am Himmel, als sie in der Ferne die ersten Umrisse der Stadt sehen.
Da, seht ihr die Stadt, wir haben es geschafft!
Boah, endlich! Endlich nicht nur weit und breit Sand!
Aber ehrlich, auch wenn ich es am Anfang noch schön fand, aber dann? Ich freue mich, endlich meine Eltern wiederzusehen, auch wenn ich ihnen beichten muss, dass unsere Kamele weg sind.
Mach dir keinen Kopf, Hadi. Deinem Vater wird es mit Sicherheit wichtiger sein, dass du wieder gesund zu Hause bist.
Ich freue mich so. Bald können wir duschen und in einem normalen Bett schlafen. Wir haben wieder genug zu essen und zu trinken, und endlich müssen wir keine Angst mehr haben.
Guck mal, da ist ein Polizist und noch ein Mann. Ob sie uns suchen?
Das ist ja Baba!
Fadi, mein Junge!
Tatsächlich, es ist Fadis Vater und neben ihm ein Polizist. Herr Ali treibt sein Kamel an, damit es schneller läuft. Er kann es kaum erwarten, seinen Sohn in die Arme zu nehmen. Als er Fadi erreicht, steigt er nicht einmal ab, sondern zieht Fadi einfach von seinem Kamel zu sich herüber.
Oh Fadi, ich habe mir solche Sorgen gemacht. Und deine arme Mutter ist auch ganz krank vor Sorge. Wo wart ihr denn bloß? Ich bin schon den ganzen Pfad mehrmals langgeritten und ...
Baba! Ich habe unsere Kamele verloren. Es tut mir so leid.
Die Hauptsache ist jetzt erst einmal, dass es dir und deinen neuen Freunden gut geht. Um den Rest kümmern wir uns später.
Ihr seid also die Kinder aus Deutschland, von denen mir Fadi erzählt hat.
Ja genau, freut uns, die kennenzulernen.
Die Freude ist ganz meinerseits. Und wer sind sie?
Das ist Ibrahim, er hat uns geholfen, wieder hierher zurückzukommen.
Ja genau, wir hatten uns nämlich verirrt und dann wurden wir entführt und dann ...
Ich kenne Sie doch, Sie nichtsnutziger Dieb! Was haben Sie mit den Kindern zu schaffen? Haben Sie die entführt? Ich werde Sie einsperren.
Nein, warten Sie, er hat uns geholfen, wirklich. Ehrlich, Sie müssen uns glauben, er hat uns hier hingebracht, obwohl er wusste, dass man ihm hier nicht traut.
Und das zu Recht. Denken Sie wohl, Sie können sich irgendeine Belohnung dadurch erschleichen, wenn Sie die Kinder zurückbringen?
Ich möchte gar nichts haben. Wenn Sie wollen, drehe ich auf der Stelle wieder um und reite zurück. Ich will nur, dass die Kinder in Sicherheit sind.
Wer es glaubt. Sie wollen doch nur ...
Halt, die Kinder bestehen darauf, dass er sie gerettet hat. Und als der Retter meines Sohnes ist er in meinem Haus herzlich willkommen.
Ja, aber Sie können doch nicht ...
Doch, ich kann. Wir gehen jetzt alle gemeinsam zu uns nach Hause, essen und trinken etwas, und dann will ich die ganze Geschichte hören.
Nun gut, wenn Sie meinen!
Danke, Baba!
Und so machen sie es. Der Polizist reitet hinter Ibrahim her, um ihn im Auge zu behalten. Als sie bei Fadi zu Hause ankommen, küsst seine Mutter ihren Sohn vor Freude immer wieder im ganzen Gesicht ab. Das ist ihm etwas peinlich vor seinen neuen Freunden.
Und dann erzählen sie die ganze Geschichte noch einmal von vorn und betonen am Ende, dass sie es ohne Ibrahim nicht geschafft hätten.
Ich danke Ihnen, Ibrahim, danke, dass Sie meinen Sohn und seine Freunde wieder heil zurückgebracht haben.
Das habe ich gerne gemacht.
Nun gut, dann sind Sie wohl wirklich kein Verbrecher?
Genau, Sie sollten lieber die echten Banditen schnappen, statt Unschuldige zu beschuldigen.
Das würde ich ja gerne, Kleiner, aber das ist gar nicht so einfach. Die Wüste ist so groß und die Banditen lagern immer wieder woanders und verwischen ihre Spuren.
Ah, stimmt. Wir haben ja eine Karte von den Banditen mitgenommen. Vielleicht kann die ja helfen.
Zeig mal her, Junge!
Hier!
Aber, aber, das ist doch Kinder ... Das ist Gold wert!
Gold? Na, dann sollten wir die vielleicht behalten.
Also hilft die Karte ihnen weiter?
Und ob! Hier sind die verschiedenen Lagerplätze eingezeichnet und auch die Routen, die sie nutzen, ja sogar die Händler, bei denen sie die Kamele verkaufen.
Wahnsinn! Wir könnten auch eine Personenbeschreibung von den dreien abgeben. Perfekt, dann brauchen wir ja nur noch bei den Händlern auf sie zu warten und können sie dingfest machen, und dann bekommen Sie Ihre Kamele in null Komma nichts wieder, Herr Ali.
Ha, das ist mein Glückstag, ich rufe sofort meine Kollegen an.
Na, da ist aber jemand glücklich.
Tja, komischer Vogel, dieser Polizist!
Ja, er ist in der Tat etwas speziell.
Ach Kinder, da habt ihr ja wirklich ganz schön was erlebt. Ich bin so dankbar, dass Gott unsere Gebete erhört hat und ihr wieder heil zurück seid.
Ibrahim, warum hast du das eigentlich für uns gemacht? Ich meine, du kanntest uns ja gar nicht.
Weißt du, Toni, als die Leute mich aus dem Dorf vertrieben haben, bespuckt, beschimpft, wie einen Verbrecher behandelt, da ... Da war ich traurig und verletzt und ja, auch wütend. Ich wollte nie wieder zurück.
Kann ich verstehen.
Ja, aber dann dachte ich an Jesus. Der hing am Kreuz, unschuldig, verachtet, von allen verlassen, und trotzdem betete er: Vater, vergib ihnen. Er ist nicht vom Kreuz gestiegen, obwohl er es gekonnt hätte. Er ist geblieben. Für mich, für die, die ihn hassten, damit wir wieder zu Gott kommen können.
Und diese Liebe, die hat mich verändert. Ich muss nicht mehr beweisen, dass ich gut bin. Ich muss keine Angst haben vor Ablehnung. Jesus hat mich angenommen, und das reicht. Und weil er mir diese Liebe und Freiheit geschenkt hat, will ich sie weitergeben, auch an die, die mich ablehnen.
Das meinst du gestern, Fadi, oder? Als du gesagt hast, dass das Christentum die einzige Religion ist, wo Gott einen Weg zum Menschen geschaffen hat.
Ja, genau.
Ja, da hast du recht, Fadi. Die meisten Religionen versuchen sich selbst, einen Weg zu Gott oder in den Himmel zu erarbeiten. Doch Jesus hat schon einen Weg geschaffen, er selbst ist der Weg. Ich durfte das erkennen und bin Jesus so dankbar dafür.
Schön. Diese Kamelschmuggler waren echt unheimlich. Ich bin froh, dass die Geschichte nur ausgedacht war und will hier keine Wüste haben.
Stimmt, die war mir definitiv zu heiß.
Aber Wüste ist schön und macht Spaß mit Quad, man ist sehr schnell.
Du bist in der Wüste schon mal Quad gefahren?
Ja klar, nicht nur einmal, ich bin sehr gut.
Krass, das will ich auch mal machen.
Ich kann dir ein Video zeigen.
Ah, mein Handy lädt noch, da fahre ich mit meiner Schwester.
Du hast eine Schwester? Das wusste ich noch gar nicht.
Ja, ich habe eine Schwester. Ich zeige Video später, Toni.
Ja, das gucke ich mir gerne an.
Aber, Mike, eine Sache ich verstehe nicht. In deiner Geschichte hast du manchmal von Gott in der Bibel geredet, von einem guten Vater und dann von Jesus. Ist er auch Gott?
Genau, Jesus Christus ist ganz genau so Gott wie sein Vater. Ich gebe zu, das klingt ein bisschen verwirrend, aber für Gott ist es möglich, beides gleichzeitig zu sein: Sohn und Vater.
Das glauben Christen?
In der Schule haben wir auch von Jesus gesprochen, aber nicht, dass er Gott ist. Also, ich verstehe immer noch nicht, wieso viele Menschen heutzutage noch an sowas glauben.
Aber es gibt ihnen Hoffnung, und ohne die hätten wir es vielleicht nicht aus der Wüste geschafft.
Ich glaube, die Bibel gibt mehr als nur Hoffnung, sie gibt Antworten. Sie antwortet dem, der Fragen stellt. Gott ist real, er ist echt, und das zeigt er uns auch gern. Und ich weiß auch, dass du die Antworten auf deine Fragen finden wirst, Nadja. Ich kenne dich nicht gut und ich weiß nicht, was dich genau bedrückt, aber ich bin zuversichtlich, dass es einen guten Ausweg für dein Problem gibt, ganz bestimmt.
Hat dir das Hörspiel „Flucht durch die Sahara“ gefallen? Wir möchten gern wissen, wie du es findest. Erzähl es uns auf unserer Website und hol dir dort auch gleich dein Magazin zum Hörspiel und das Staffelposter. Geh auf doppeldecker-crew.de. Die Crew freut sich auf dich.

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