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Ehe: Gott hasst Scheidung

Matthäus 5,31-32
Matthäus 5,31-5,3131.03.2003
Serie•Teil 24 / 37Matthäus-Evangelium
Ehe ist mehr als eine simple Vereinbarung – sie ist ein göttliches Konzept. Doch viele, selbst heute, haben ein verzerrtes Bild davon. Fragen wir uns: Was ist der wahre Wert der Ehe? Warum ist Scheidung in Gottes Augen so verwerflich? Die Predigt beleuchtet die häufig missverstandenen Aspekte von Ehe, Scheidung und deren tiefere Bedeutung. Was sind also die Grundlagen für eine gesunde, lebenslange Ehe?

Einleitung und Rückblick auf den Maßstab Gottes

Henry Ford, ein Name, der euch wahrscheinlich bekannt ist, lebte von 1863 bis 1947. Henry Ford ist, man muss sagen, in die Weltgeschichte eingegangen, weil er 1908 etwas begonnen hat, was bis dahin einfach als Unmöglichkeit galt und noch nie stattgefunden hatte. Er hat nämlich die Serienproduktion in die Autoindustrie eingeführt, und er begann 1908 damit, sein Model T zu produzieren. Bis 1927 werden von diesem Auto 15 Millionen Einheiten hergestellt und verkauft.
Henry Ford wurde anlässlich seines fünfzigsten Hochzeitstages, könnt ihr euch das vorstellen, fünfzig Jahre verheiratet, große Fete, alles sitzt da, mit folgender Frage konfrontiert. Er wurde gefragt, welche Regel er für eine glückliche und langlebige Ehe geben könne. Und seine Antwort war folgende: Er sagte, in einer Ehe gilt dieselbe Regel wie auch in der Automobilindustrie: stick to one model, oder auf Deutsch: bleibe bei einem Modell.
Wir wollen heute fortfahren in der Betrachtung der Bergpredigt, und wir werden noch einmal einen kurzen Rückblick machen, bevor wir genau diese Regel, die Henry Ford so klar auf den Punkt gebracht hat, als Regel identifizieren werden, die durch und durch biblisch ist und die den Gedanken der Pharisäer und Schriftgelehrten des ersten Jahrhunderts komplett entgegensteht.
Aber wir machen einen kleinen Rückgriff und springen in die Bergpredigt. Wer immer seine Bibel dabei hat: Matthäus 5.
Der große Abschnitt, den wir jetzt gemeinsam betrachten, steht schon seit einigen Predigten unter einer Überschrift, die sich in Matthäus 5,20 findet. Dort heißt es nämlich: „Wenn nicht eure Gerechtigkeit vorzüglicher ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel eingehen.“
Und im Folgenden werden die ganzen nächsten Beispiele und Erklärungen immer wieder diesen einen Punkt herausarbeiten, klarstellen und noch deutlicher machen: Ihr braucht eine Gerechtigkeit, die vorzüglicher, die besser ist, die qualitativ hochwertiger ist als die Gerechtigkeit der Schriftgelehrten und Pharisäer.
Oder anders ausgedrückt: Ein Mensch muss, bevor er zu Gott kommen kann, sehen, dass er ein Sünder ist, und begreifen, dass er tatsächlich einen Retter braucht. Und damit jeder Mensch zu dieser Einsicht kommen kann, gibt Gott Gebote. Ansgar hat uns das ausgeführt: Die Gebote sind dazu da, dass man Sünde erkennt.
Und die große Gefahr, in der jetzt so moralisch denkende Menschen stehen, ist die, dass sie die Gebote nehmen und denken: Super, das ist meine Strickleiter, an der ich mich Sprosse für Sprosse in den Himmel hochhangeln kann. Aber dafür waren die Gebote nie gedacht.
Oder aber vielleicht etwas weniger sportlich denkende Menschen nehmen sich die Gebote und denken: Naja, Gebote, das ist so eine Art Punktesystem. Ich sammle Punkte, und meine Nachbarin sammelt Punkte. Und solange ich einen Punkt mehr als meine Nachbarin habe, bin ich besser und komme in den Himmel. Auch dieser Gedanke ist falsch.
Beides, beide Denkansätze, die ich so skizziert habe, sind nur eine ganz subtile Form von Selbstgerechtigkeit. Das Ziel der Gebote ist und bleibt immer dasselbe: Sie möchten die Sündhaftigkeit, die Verlorenheit des Menschen offenbar machen.
Und natürlich möchte der sündige Mensch seine Verantwortung für sein Leben und für sein sündiges Handeln irgendwie wegschieben. Das war auch zu allen Zeiten so. Und der vielleicht eleganteste Trick dabei, wenn man nicht so platt sagen will: Mich interessiert das alles einen Schrott, lass mich mit deinen blöden Geboten in Ruhe, ist ein wirklich eleganterer Trick, auf den wir hier in der Bibel bei den Pharisäern und Schriftgelehrten stoßen.
Die sagen auf der einen Seite: Na ja, keine Frage, wir sind für die Gebote, natürlich sind wir gegen diese Dinge, und wir sind dafür, dass wir das halten sollen. Aber sie nehmen sich dann die einzelnen Gebote und entschärfen sie, so dass am Schluss so ein Schmusetigergebot übrig bleibt, das überhaupt keine Schärfe mehr besitzt, keine Anforderung mehr in dein Leben stellt, wo du sagst: Ja, also das kann ich halten.
Und indem sie jedes einzelne Gebot nehmen und entschärfen, kommen sie an den Punkt, dass sie sagen können: Wir sind gerecht. Wir halten die Gebote.
Dass das nicht in Gottes Sinn ist, haben wir uns für den Bereich Ehebruch schon angeschaut, wir haben uns das angeschaut für den Bereich Mord. Und gerade beim Ehebruch haben wir gesehen, dass Ehebruch eben nicht das ist, was im Bett endet, sondern dass Ehebruch viel früher dort beginnt, wo eine Frau meine Gedankenwelt füllt, wo ich merke: Da ist eine zweite Person in meinem Leben, um die sich meine Gedanken, um die sich mein Begehren dreht. Wir haben von Jesus gehört: Da beginnt Ehebruch, an genau dieser Stelle.
Bleibt ein bisschen die Frage: Ja, wie begegnen denn die Rabbinen oder die Schriftgelehrten einer solchen Auslegung? Hat sie so etwas getroffen? Ein normaler Pharisäer, wenn er das gehört hat, ist ja dann innerlich erschrocken: Wenn das so ist, wie soll ich dann vor Gott bestehen?
Und es war leider nicht so. Die Pharisäer hatten nämlich eine interessante Theologie im Blick auf Ehe. Also, hättest du einen Pharisäer gefragt: Du, hast du schon mal Ehebruch betrieben? Dann hätte er gesagt: Nö. Boah, hätte man gedacht, dieser wahnsinnig heilige Mensch, wie machst du das? Wenn du dich in eine andere Frau verliebst, das kann ja mal passieren. Und dann wäre seine Antwort gewesen: Na ja, dann heirate ich sie.
Und wenn du dann nachgefragt hättest: Ja, aber du bist doch noch verheiratet!, dann hätte er gesagt: Na ja, dann lasse ich mich scheiden. Weißt du, ganz einfach: ein Blatt Papier, und sie ist raus, die Alte, und ich bin frei für die Neue. Ganz simple Sache. Wir sind keine Ehebrecher. Wir erledigen solche Themen auf einem ganz anderen Niveau. Wir heiraten einfach neu, wir lassen uns eben mal scheiden, und damit sind wir wieder frei.
Leider muss man sagen, dass das in der Zeit Jesu das vorherrschende Denken war. Ein Mann konnte sich von seiner Frau scheiden lassen und konnte neu heiraten. Es fiel nur ein Papierkram an. Ja, du musstest ihr einen Scheidebrief geben. Das war’s.
Und wenn wir heute Matthäus 5, die Verse 31 und 32 anschauen, dann werden wir sehen, dass die Pharisäer die Gebote Gottes zu ihren eigenen Gunsten, ich möchte fast sagen, ausschlachten. Und zwar indem sie einen ganz schnellen, einen ganz eleganten und in ihren Augen auch legalen Ausstieg aus der Ehe schaffen, sodass sie am Ende dazu beitragen, nicht gerechter zu werden, sondern dass sie am Ende dazu beitragen, Sünde in dieser Welt nur noch zu vermehren.
Ich lese Matthäus 5, die Verse 31 und 32: „Es ist aber weiter gesagt: Wer seine Frau entlassen will, gebe ihr einen Scheidebrief. Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlassen wird, außer aufgrund von Hurerei, macht, dass sie Ehebruch begeht; und wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.“
Ich möchte heute über drei Punkte oder drei Bereiche sprechen, die von den Pharisäern falsch eingeschätzt wurden. Das ist einmal der erste Punkt: Die Pharisäer hatten ein falsches Verständnis von Ehe. Dann der zweite Punkt: Die Pharisäer hatten ein falsches Verständnis von Scheidung. Und der dritte Punkt: Die Pharisäer hatten ein falsches Verständnis von der Schönheit und dem Wert der Ehe.
Das werden die drei Punkte sein, über die wir uns heute unterhalten. Und bevor es dazu kommt, bevor wir uns den ersten Punkt anschauen, ein Exkurs. Ein Exkurs, der zu dem großen Thema gehört: Wie erkenne ich Gottes Willen?
Da ließe sich viel zu sagen, ich dachte nur, ich sage mal drei Regeln. Die erste Regel lautet, und das, was ich jetzt sage, betrifft hauptsächlich so den Bereich Ehesexualität, weil da kommen ja ganz, ganz viele Fragen, gerade in der Jugend, auf: Was ist erlaubt? Wie weit darf ich gehen? Wo wird Sünde? Ist das noch drin? All diese Sachen.
Wenn es um diesen Bereich geht, dann habe ich ein bisschen den Eindruck, dass wir lernen müssen, die Bibel richtig zu lesen. Also, wer diese Fragen in seinem eigenen Leben richtig beantworten will, der muss verstehen, dass die Bibel kein Strafgesetzbuch ist.
Ich wiederhole das nochmals: Ich möchte jetzt nicht Michelle nach vorne holen und dass sie euch erklärt, was ein Strafgesetzbuch ist, aber jeder von euch wird wissen: In einem Strafgesetzbuch steht drin, was man nicht tun darf. Und die Bibel ist kein Strafgesetzbuch, das heißt, sie ist nicht eine Sammlung von Dingen, die man einfach nicht tun darf.
Ja, Gott sagt an einigen Stellen, dass du bestimmte Dinge nicht tun darfst. Das ist schon richtig, es gibt solche Passagen in der Bibel. Aber wenn du denkst, den Willen Gottes dadurch zu erkennen, dass du einfach sagst: Super, ich nehme jetzt meine Bibel und ich nehme eine Schere und dann schneide ich jeden Vers, wo etwas verboten wird, aus der Bibel raus, klebe das untereinander, hefte dieses große Blatt an meine Wand und sage: Das ist der Wille Gottes. Der Wille Gottes für mein Leben ist die Summe aller Verbote in der Bibel. Wenn du das denkst, liegst du daneben.
Deswegen lautet meine erste Regel: Nicht alles, was in der Bibel nicht verboten ist, ist erlaubt. Ihr merkt, das ist ein bisschen kompliziert mit dem Nicht und Nicht, ja, aber nicht alles, was in der Bibel nicht verboten ist, ist deshalb erlaubt. Das musst du wissen, wenn du an die Bibel rangehst und den Willen Gottes erforschst. Also: Nicht alles, wozu du kein explizites Verbot findest, darfst du tun.
Zweite Regel: Nicht alles, was Gott in bestimmten Zeiten erlaubt, ist deshalb auch das Beste für den Menschen. Wisst ihr, Gott macht Geschichte mit sündigen Menschen. An einigen Stellen merken wir in der Bibel, dass er ganz klar auf die sündhafte Natur des Menschen reagiert und in bestimmten Bereichen ein Verhalten noch toleriert, das eigentlich seinen grundsätzlichen Gedanken widerspricht. Was ich damit genau meine, werdet ihr merken, wenn wir uns über den Scheidebrief unterhalten.
Also Regel zwei: Nicht alles, was Gott irgendwo zu bestimmten Zeiten in der Bibel erlaubt hat oder was irgendwo beschrieben wird, ist damit voll in Gottes Plan.
Und jetzt kommt es, wie ihr den Willen Gottes erkennen könnt. Das waren jetzt nur zwei Regeln, wie ihr ihn nicht erkennen könnt. Also Regel drei, wie ich Gottes Willen erkenne: Wir erkennen Gottes Willen dadurch, besonders im Bereich Ehesexualität, indem wir nicht so sehr auf die Verbote schauen, sondern auf das, was Gott selbst tut.
Also Gott formuliert in dem Sinne positiv. Gott sagt: Ich will das. Boom! Und natürlich will er das und das und das und das und das, was daneben steht, nicht. Und bei einigen dieser Dinge, die daneben stehen, sagt er auch: Das will ich nicht. Aber die eigentliche Methodik Gottes im Bereich Ehe und Sexualität, unser Denken zu erzielen, ist: Er stellt sich hin und sagt: Boom, das will ich. Schau es dir an, das ist mein Standard, davon werde ich nicht abweichen, Punkt.
Okay, das wollte ich als Exkurs vorneweg schieben. Bevor wir uns unterhalten über den ersten Punkt: Die Pharisäer hatten ein falsches Verständnis von Ehe.
Gott, und lasst uns das nie vergessen, Gott ist der Erfinder der Ehe. Ehe ist sein Plan. 1. Mose 2,24 heißt es dazu, direkt nach der Erschaffung der Frau, weil vorher ging das ja nicht, mit Ehe meine ich: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden zu einem Fleisch werden.“
Von Anfang an hatte Gott eine lebenslange Einheit als ein einziges Modell für das Zusammenleben von Mann und Frau im Blick. Das ist dieses „Bumm“, das ist so, wie Gott es hinstellt: ein Mann, eine Frau. Und wenn es hier im Text heißt „anhängen“, dann steckt wirklich die Idee des permanenten, festen Aneinanderklebens dahinter, also sekundenklebermäßig, wo du danach nichts mehr auseinanderkriegst. Das steckt dahinter.
Die beiden werden so eng miteinander verbunden, dass sie ein Fleisch sind. Du siehst zwei Körper, aber eigentlich gehören die zusammen. Und dieses Einfleischsein ist viel mehr noch als die körperliche Einheit, dass jemand dann, was weiß ich, an Sexualität denkt. Es meint eigentlich eine geistig-seelische Einheit, die ja wirklich bis ins Innerste unserer Seele hineinreicht und zwei Menschen auf eine unsichtbare, aber auch untrennbare Weise miteinander verbindet.
Gott schweißt in der Ehe zwei Menschen seiner Einheit zusammen, die, wenn es nach ihm geht, ein Leben lang bestehen bleiben sollen. Der höchste Ausdruck dieser Einheit ist natürlich Sexualität, das Zeugen von Kindern, die irgendwo dann von beiden Partnern etwas mitbekommen haben. Und es wird klar, dass eheliche Intimität als größter Ausdruck dieser Einheit mit keinem anderen Menschen als mit seinem Ehepartner geteilt werden soll.
Diese Beziehung, die Gott geschaffen hat, hat gelitten, wie vieles andere. Sie hat gelitten unter dem Sündenfall. Im Garten Eden hatten Adam und Eva gemeinsam geherrscht. Adam war das Haupt und Eva seine Gehilfin und Ergänzung. Adam war ein fürsorglicher, liebevoller Mann, der seine Leiterschaft nicht dazu ausnutzte, um Eva zu unterdrücken, sondern der ihre Bedürfnisse erkannte und stillte. Eva ordnete sich seiner Leitung gern und liebevoll unter und unterstützte Adam nach vollen Kräften. Sie waren beide vollkommen dem Herrn und untereinander hingegeben. So stelle ich mir das vor.
Und jetzt kommt der Sündenfall, und alles wird irgendwie anders. Wir lesen eine negative Folge für die Frau in 1. Mose 3,16. Dort heißt es: „Nach deinem Mann wird dein Verlangen sein, er aber wird über dich herrschen.“
Und wenn man sich überlegt, was heißt das: „Nach deinem Mann wird dein Verlangen sein“, dann finden wir diesen Begriff noch einmal, Kapitel später, 1. Mose 4,7. Da geht es dann um die Sünde, die Verlangen nach Kain hat, genau der gleiche Begriff. Und wenn uns vielleicht bei der Frau noch nicht ganz klar ist, was der Begriff bedeutet, bei der Sünde, die vor der Tür lauert und deren Verlangen nach Kain ist, wird die Sache völlig klar: Sie will über ihn herrschen.
Und 1. Mose 3,16, wenn es heißt, nach deinem Mann wird dein Verlangen sein, dann ist es eine Beschreibung dafür, dass die Frau aus ihrer freiwilligen Unterordnung heraustritt und genau das Gleiche machen will, was in 1. Mose 4,7 dann die Sünde tun will. Sie will herrschen, mitherrschen, sie will den Platz des Mannes einnehmen. Dadurch wird 1. Mose 3,16 tatsächlich eine Beschreibung, die den Beginn des, nennen wir es mal, Geschlechterkampfes beschreibt. Klingt ein bisschen revolutionär, aber ich finde den Begriff ganz gut, ja, des Geschlechterkampfes.
Und aus einer liebevollen Einheit wird tatsächlich ein Schlachtfeld. Ehe kann ein Schlachtfeld sein, und Millionen und Abermillionen von Ehen sind zerbrochen, weil Männer stofflige Showis wurden statt fürsorgliche, liebevolle Ehemänner, und weil Frauen statt liebevolle Gehilfinnen zu sein lieber auch die Position des Steuermanns einnehmen wollten oder auch das gibt es nicht zu selten, gerade in unserer Zeit, obwohl sie verheiratet waren, die Position des Steuermanns einnehmen mussten, weil ihr Mann es einfach vor lauter Laschheit und Faulheit nicht gebracht hat, die Ehe zu führen.
Und der ganze Plan Gottes wird so ein Stückchen auf den Kopf gestellt, und es wird irre schwer zu verstehen, wie Gott sich Ehe gedacht hat. Dabei ist Gott einer, der den Wert von Ehe die ganze Zeit hochhält. Ihr lest die Zehn Gebote. Na ja, zwei Gebote: Du sollst nicht ehebrechen und du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau. Diese beiden Gebote schützen doch die Ehe, oder?
Dann schau dir an: Wie sieht das aus, wie ist Ehebruch im Alten Testament? Ist das so eine Sache, wer Ehebruch begeht, soll ein Trankopfer aus drei Händen voll Weizenmehl und fünf Hinden voll Öl geben, das war’s? Oder ist es nicht so, dass bei einem Ehebruch die Todesstrafe draufsteht? Die im Neuen Testament so nicht mehr praktiziert wird, dort tritt tatsächlich die Scheidung an die Stelle der Todesstrafe. Da hat eine Veränderung stattgefunden. Wir können heute nicht mehr genau sagen, wann und wie das passiert ist. Aber hineinblickend ins Alte Testament muss man sagen: Gott schützt die Ehe.
Und noch etwas: Es gibt tatsächlich keine Art gleichwertiger Lebensgemeinschaft, die von Gott gepriesen, geschätzt und herausgestellt wird als das Nonplusultra des Zusammenlebens wie die Ehe. Gott schätzt die Ehe. Und wenn ich so sagen darf: Gott hat eine Faustformel. Die Faustformel ist ganz simpel: Ein Mann, eine Frau, ein Leben lang. Das ist Gottes Faustformel, ganz simpel eigentlich.
Und dass die Pharisäer tatsächlich ein falsches Verständnis von Ehe hatten, das wird an einer Stelle besonders deutlich. Auf der Folie lesen wir jetzt Matthäus 19, die Verse 3 bis 6, nehmt mehr das Licht aus als die Klappe zu. Matthäus 19, die Verse 3 bis 6, da heißt es: „Und die Pharisäer kamen zu ihm, versuchten ihn und sprachen: Ist es einem Mann erlaubt, aus jeder beliebigen Ursache seine Frau zu entlassen? Er aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen, dass der, welcher sie schuf, sie von Anfang an als Mann und Weib schuf und sprach: Er schuf sie als Mann und Weib und sprach: Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen. Ein Fleisch sein, so dass sie nicht mehr zwei sind, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.“
Die Pharisäer fragen, ob sie ihre Frau aus jeder beliebigen Ursache entlassen können. Und Jesus kontert mit dem Schöpfungsbericht, mit dem, was Gott anfänglich gemacht hat, mit seinen ureigensten Absichten. Und er sagt: Gott hat am Anfang einen Mann genommen und eine Frau und hat sie zusammengebappt. Das war seine Idee. Und das, was Gott in seinem Plan zusammengefügt hat, einen Mann und eine Frau, bitte schön, lasst das zusammen, reißt das nicht auseinander.
Und dieser Gedanke bringt uns zum zweiten Punkt: Die Pharisäer hatten ein falsches Verständnis von Scheidung. Um dieses Verständnis noch ein bisschen genauer zu verstehen, lesen wir hier einfach weiter. Matthäus 19,7: Denn sie stellen jetzt eine kluge Frage. Sie sagen zu ihm: Warum hat denn Mose geboten, einen Scheidebrief zu geben und zu entlassen?
Also wenn Jesus sich hinstellt und sagt, Gott will gar keine Scheidung, dann kann dieses Scheidungsverbot in den Augen eines Pharisäers überhaupt nicht wirksam sein, das kann überhaupt nicht biblisch sein, weil es im Alten Testament ein Gebot zur Scheidung gibt. Und diese theologische Auffassung, dass es im Alten Testament ein Scheidungsgebot gibt, liegt auch unserem Text in Matthäus 5,31 zugrunde, wo es heißt: „Es ist aber weiter gesagt: Wer seine Frau entlassen will, gebe ihr einen Scheidebrief.“
Du willst deine Frau loswerden? Setz dich hin, schreib ihr einen Scheidebrief, und du bist sie los. Ja, man diskutierte noch ein bisschen darüber, ob man jetzt warten musste, bis sich das Essen angebrannt hatte oder wie schwer das sein musste, was die Frau sich da so leistet. Darüber wurde noch diskutiert. Das war die Frage: Ja, jede beliebige Ursache oder gibt es da noch eine Einschränkung vielleicht? Ja, aber dass man seine Frau entlassen konnte und dass du nur auf einen bestimmten Punkt warten musstest, bis dieser Fall eintritt, das war komplett undiskutiert. Das war einfach so, das war akzeptierte Norm unter den Schriftgelehrten und Pharisäern.
Und es ist auch logisch, schlussendlich findet sich im Alten Testament in 5. Mose 24 doch ein Scheidungsgebot. Wirklich? Ich bitte euch, glaubt nie, was ihr an einer Predigt hört, bevor ihr es nicht selber nachgelesen und hinterfragt habt. Und hier genauso: Da treten diese Pharisäer auf, im Grunde ihrer Überzeugung zu sagen: Mose hat uns doch ein Scheidungsgebot gegeben. Lasst uns das mal ein bisschen genau anschauen, ob das wirklich ein Scheidungsgebot ist oder ob man da nicht vielleicht am Text herum manipuliert hat, um aus dem, was da steht, vielleicht ein Scheidungsgebot zu machen, weil man vielleicht gerne ein Scheidungsgebot haben wollte.
Also 5. Mose 24, die Verse 1 bis 4: „Wenn ein Mann eine Frau nimmt und sie heiratet, und es geschieht, dass sie keine Gunst in seinen Augen findet, weil er etwas Anstößiges an ihr gefunden hat, und er ihr einen Scheidebrief geschrieben, ihn ihr in ihre Hand gegeben und sie aus seinem Haus entlassen hat, und sie ist aus seinem Haus gezogen und die Frau eines anderen Mannes geworden, wenn dann auch der andere Mann sie gehasst und ihr einen Scheidebrief geschrieben oder wenn der andere Mann stirbt, der sie sich zur Frau genommen hat, dann kann ihr erster Mann, der sie entlassen hat, sie nicht wieder nehmen, dass sie seine Frau sei, nachdem sie unrein gemacht worden ist, denn ein Gräuel ist das vor dem Herrn.“
Das ist der Text, auf den die Pharisäer sich berufen haben, und schon beim oberflächlichen Lesen wird jeder sofort feststellen, dass diese Stelle überhaupt nicht um ein Scheidungsgebot geht. Es geht darum, dass ein Mann seine Ex-Frau, von der er sich hat scheiden lassen, nicht mehr zurücknehmen darf, wenn diese erneut geschieden wurde oder ihr neuer Mann verstorben ist.
In dieser Passage geht es definitiv nicht darum, festzulegen, wann und unter welchen Bedingungen ein Mann sich scheiden lassen darf. Es ist ganz anders: Dass geschieden wird, dass es so eine Praxis gibt, wird in diesem Text einfach vorausgesetzt. Und worum geht es dabei? Es geht darum, die bösen Auswirkungen dieser Scheidungspraxis, die gang und gäbe war, für die Frau zu mildern.
Stellt euch vor, ein launischer Ehemann jagt seine Frau davon, einfach nur so, und die Frau steht da, ohne dass sie die Möglichkeit hat, irgendetwas zu machen. Sie kann nicht wieder heiraten, weil du nicht weißt, ob der Mann das jetzt als Scheidung ansieht oder nicht als Scheidung. Sie kann zu niemandem gehen, sie kann nicht zurück zu ihrer Familie gehen, sie kann sich bestenfalls als Prostituierte irgendwie durchschlagen.
Und diesem launischen Ehemann, der seine Frau eben mal davonjagen will und im nächsten Moment behaupten will: Ja, sie ist noch meine Frau, dem setzt Mose jetzt einen Riegel vor und sagt: Nee, so geht das nicht. Wenn du sie schon entlässt, bitteschön, dann wirst du ihr ein Dokument, einen Scheidebrief, ausstellen.
Und mit diesem Scheidebrief ist die Frau ein Stückchen sicher in ihrer Gesellschaft, weil sie nämlich jetzt sagen kann: Ich bin wirklich eine geschiedene Frau, ich kann wieder heiraten. Oder wenn da eine Familie ist, ich kann zurück zu meiner Familie. Ich bin nicht gezwungen, mich zu prostituieren, ich bin nicht gezwungen, einfach zu sterben, weil ich verhungere, weil sich niemand um mich kümmert. Für diese Frau war so ein Dokument tatsächlich lebensnotwendig.
Fazit: 5. Mose 24,1-4 ist alles andere als ein Scheidungsgebot, sondern es regelt bestehende Scheidungspraxis und versucht, diese völlig ungerechten Formen für die Frau aufzufangen.
Ah ja, schauen wir uns doch einfach an, wie Jesus jetzt auf die Pharisäer antwortet. Also die Pharisäer nehmen das und sagen: Es gibt doch ein Scheidungsgebot. Matthäus 19,7: Warum hat Mose geboten, einen Scheidebrief zu geben und zu entlassen? Und dann kommt Vers 8: Er spricht zu ihnen. Jetzt antwortet Jesus darauf: Mose hat wegen eurer Herzenshärtigkeit euch gestattet, eure Frauen zu entlassen. Von Anfang an aber ist es nicht so gewesen.
Ach, da haben wir das! Ja, 5. Mose 24 ist bestenfalls eine Art Zugeständnis. Und wisst ihr, was der noble Grund dieses Zugeständnisses Gottes ist? Eure Herzenshärtigkeit. Boah, wie schmeichelhaft, ja? Gott kennt das Herz des unerlösten Menschen. Gott weiß, dass er nicht letztlich bereit zu der Liebe ist, die eine Ehe braucht, und deshalb findet sich im Gesetz Mose kein absolutes Scheidungsverbot.
Heißt das, dass Gott den Standard geändert hat? Nein, von Anfang an ist es nicht so gewesen. Gottes Standard bleibt bestehen. Nur erkannte seine Israeliten, und ich formuliere es so: Er wollte sie mit den Geboten auch nicht überfordern.
Hätten die Pharisäer das wissen können? Das ist ja ein bisschen tricky, ja? Hätten sie das wissen können? Und ich behaupte: Ja, weil es gibt natürlich Stellen im Alten Testament, die deutlich etwas zur Scheidung sagen. Und unser Predigttitel heißt ja: Ich hasse Scheidung, spricht der Herr. Und das ist auch aus der Bibel. Und zwar aus dem Propheten Maleachi, und das ist nun ein Text, der ausnahmsweise im Gegensatz zu 5. Mose 24 direkt etwas über Scheidung sagt.
Also, wenn wir schon einen Maßstab irgendwo ableiten wollen, dann sollte man solche Texte nehmen. Also Maleachi 2,14-16. Der Hintergrund ist: Gott antwortet nicht mehr auf die Opfer der Israeliten, und dann steige ich in den Text ein. Ich habe den ein bisschen gekürzt. Ihr sagt weswegen? Deswegen, weil der Herr Zeuge gewesen ist zwischen dir und der Frau deiner Jugend, an der du treulos gehandelt hast, wo sie doch deine Gefährtin ist. So hütet euch bei eurem Leben und handelt nicht treulos an der Frau deiner Jugend. Denn ich hasse Scheidung, spricht der Herr, der Gott Israels. So hütet euch bei eurem Leben und handelt nicht treulos.
Das ist Gottes Position zum Thema Ehebruch. Er hasst sie, er ist total dagegen. Und deswegen kann Jesus in Matthäus 5,32, unserem Predigttext, auch formulieren: „Ich aber sage euch: Wer eine Frau entlassen wird, außer aufgrund von Hurerei, macht, dass mit ihr Ehebruch begangen wird; und wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.“
Ehe ist in den Augen Gottes eine so haltbare Angelegenheit, dass sie nur aufgrund einer einzigen Sache aufgelöst werden kann, nämlich aufgrund von Unzucht. Ich hatte es vorhin gesagt: Die Sexualität in der Ehe, sagen wir es so, ist die intimste und die verborgenste und die geheimnisvollste Seite einer Ehe. Es gibt viele Elemente meiner Ehe, die teile ich mit euch. Ich rede mit meiner Frau und ich rede mit euch. Ich schenke meiner Frau etwas und ich schenke euch manchmal auch etwas. Es gibt viele Dinge, die teilen wir mit vielen Menschen.
Aber wenn es darum geht, um den Austausch von Liebkosungen, wenn es darum geht, intim zu werden, dann sage ich euch: Nein, ich küsse keine andere Frau. Es käme mir einfach nicht in den Sinn. Das ist meiner Frau vorbehalten. Ich nehme auch andere Frauen nicht so in den Arm, wie ich meine Frau in den Arm lege, wenn keiner dabei ist. Das mache ich nicht.
Da gibt es eine Seite meiner Ehe, die verstecke ich vor euch. Da hat wahrscheinlich noch nie jemand von euch hineingeschaut. Und da könnt ihr euch den Kopf zerbrechen, wie ihr wollt, da werdet ihr nie reinschauen können. Das ist meine intime Seite meiner Ehe. Und wenn ich jetzt diesen innersten, intimsten, geheimnisvollsten, verborgensten Kern meiner Ehe nehme und plötzlich mit einem anderen Menschen teile, sprich mit einem anderen Menschen intim werde, dann ist das Unzucht. Dann werde ich zu einem, der die Ehe tatsächlich zerbricht.
Und dann tue ich das, wo Gott sagt: Das ist der einzige legitime Scheidungsgrund, den ich mir überhaupt einfallen lassen könnte. Dass du das Intimste deiner Ehe preisgibst und damit deutlich machst: Du willst nicht mehr, du hast aufgegeben, vorbei, du schmeißt alles hin, du machst es willentlich kaputt. Als wenn du eine Stange Dynamit nimmst an Silvester, in den Briefkasten stopfst und anzündest. Du weißt, was du tust. Du reißt das Haus ein. Es ist kein Chinakracher. Du kannst dir das einreden, von mir aus, bis du die Lunte abgebrannt hast, aber du wirst merken: Es ist das Schlimmste und das Widerlichste und das Bösartigste, was du tun kannst.
Unzucht ist in der Bibel nicht nur ein Begriff. Jetzt habe ich sehr stark in Richtung Fremdgehen ausgelegt. Unzucht geht ein bisschen weiter noch. Unzucht oder Hurerei beginnt da, wo wir unseren intimen sexuellen Bereich für jemanden öffnen, mit dem wir nicht verheiratet sind. Das ist es, was die Bibel Unzucht nennt. Jede Art von unerlaubter Sexualität.
Ja, was ist denn jetzt alles erlaubt? Ganz einfach. Ich weiß, ich bin immer ein bisschen zu einfach in meinen Auslegungen. Aber erinnert ihr euch noch: Standard. Boom. Ein Mann, eine Frau, in einer Ehe, ein Leben lang mit Gott. In diesem Dreieck Mann, Frau, Gott, zusammengebunden durch eine Liebesbeziehung ein Leben lang, da gehört Sexualität rein. Und alles, was du dir sonst einfallen lässt, von deiner Freundin bis zum Cyberspace, es ist mir völlig egal: Alles ist außerhalb dieser einen Beziehung und bleibt falsch und fällt unter die Rubrik Unzucht.
Und deshalb gerade an den Jugendlichen, wenn ihr ihn mal wieder nerven wollt: Darf ich nun mit meiner Freundin vor der Ehe? Nein, du darfst nicht, weil die Bibel sagt, das gehört in die Ehe. Ja, wo steht das? Es steht in 1. Mose 2,24, weil dort ist der Standard ein für alle Mal wirklich in Granit gemeißelt und unverrückbar.
Und deswegen geht das auch so radikal weiter: Wer eine solche Frau entlassen wird, außer aufgrund von Hurerei, macht, dass mit ihr Ehebruch begangen wird. In Gottes Augen steht die Ehe noch. Da schmeißt einer seine Frau raus, weil er sagt: Du hast das Mittagessen anbrennen lassen, danke, tschüss, hier sind deine Papiere. Und die Frau geht und sie muss, um sich irgendwie durchzuschlagen, natürlich muss sie wieder heiraten. Es gibt kein soziales Absicherungssystem im ersten Jahrhundert. Und sie heiratet wieder.
Und du, der du deine Frau aus so nichtigen Gründen entlassen hast, wirst du schuldig daran, dass sie einen anderen Mann zum Ehebruch verführt. Sagt euch was? Ehe ist eine unglaublich wertvolle, eine unglaublich wichtige, einzigartige Sache in Gottes Augen. Er will nicht, dass Ehe zerbrochen wird. Gott hasst Scheidung.
Und vielleicht verstehen wir jetzt an der Stelle das, was ich vorhin sagte, dass die Pharisäer, indem sie die Gebote Gottes zu ihren eigenen Gunsten ausgeschlachtet haben und sich so einen ganz schnellen, eleganten und in ihren Augen eben auch legalen Weg aus der Ehe gezimmert haben, am Ende nur dazu beitragen, dass Sünde noch mehr und mehr und mehr Überhand nimmt.
Es ist schon Sünde, dass sie sich scheiden lassen. Aber jetzt verführen sie einen anderen Mann dazu, ihre Frau, mit der sie in Gottes Augen noch verheiratet sind, zu heiraten. Ehebruch im doppelten Sinne. Und es ist nicht nur einer, der sündigt, jetzt sind es plötzlich drei Partner, die sündigen. Und das ist ein Vorbild womöglich für noch mehr Leute. Also Wahnsinn, weil einer am Anfang nicht verstanden hat, wie sehr Gott die Ehe schätzt und wie sehr er gegen Scheidung ist.

Der eigentliche Wert der Ehe

Möchte ich quasi appellartig am Schluss meiner Predigt noch einen Punkt anfügen, der nicht mehr im Text steht. Er heißt: Die Pharisäer hatten ein falsches Verständnis von der Schönheit und dem Wert der Ehe.
Kennt ihr böse Zitate über die Ehe? Ich bringe euch mal drei Stück. Die Ehe ist das Zusammenleben zweier schlechter Launen am Tag und zweier schlechter Gerüche in der Nacht. Ein anderes, das ich fand, war: Die beiden schönsten Tage im Eheleben eines Mannes sind der Tag, an dem er heiratet, und der Tag, an dem er seine Frau beerdigt. Drittens: Der intelligenteste Vers: Die Ehe ist der Versuch, zu zweit mit den Problemen fertig zu werden, die man alleine nie gehabt hätte.
Und ich könnte euch jetzt wahrscheinlich fünf, hundert solcher Sprüche bringen, weil Zitatensammlungen voll sind von negativen, bösartigen Sprüchen, von sarkastischen Sprüchen über die Ehe. Und wisst ihr warum? Ganz einfach: Es gibt Millionen und Abermillionen von unglücklich verheirateten Menschen, die nicht schmunzeln werden, sondern die sagen werden: Ja, stimmt. Wenn meine Frau einmal sterben wird, werde ich der glücklichste Mann auf Erden sein. Wenn ich sie los bin, fange ich neu an zu leben.
Es gibt diese unglücklich verheirateten Menschen. Und wir, wie wir hier sitzen, leben auch in einer Zeit, in der von der Schönheit und von dem Wert einer Ehe, wenn ihr rausgeht und mal ein bisschen in der Zeitung lest oder einfach mal seht, was so passiert, nicht mehr viel übrig geblieben ist. Und deswegen möchte ich dir, und das gilt jetzt mal ausnahmsweise den Verheirateten, die Frage stellen: Welchen Wert hat deine Ehe für dich? Wenn du sie jetzt einordnen müsstest, welchen Wert hat sie für dich? Ist es so ein Stückchen: Naja, man lebt halt zusammen, und irgendwie geht das jetzt gerade nicht anders, wir kommen da nicht raus, und es ist auch nicht so schlimm jetzt, es ist eigentlich ganz nett, aber ja, ist es das?
Ich denke, das wird es manchmal sein, weil Ehen Aufs und Abs haben. Und ich möchte euch abschließend ein Bild vor Augen malen. Epheser 5, wir lesen das nicht, da geht es auch um das Verhältnis von Mann und Frau. Und auch dort zitiert Paulus diesen Vers vom Ein-Fleisch-Werden. Und er sagt darüber, dass diese Einheit zwischen Mann und Frau, die sich Gott gedacht hat, nichts Geringeres ist als ein Bild für die Einheit, die zwischen Christus und seiner Gemeinde besteht.
Das heißt: Jede funktionierende Ehe ist ein Hinweiszeichen auf die Verbindung, die Gott zu seinen Kindern haben möchte. Und sie ist letztlich ein Hinweiszeichen auf diese ganz intime, persönliche Berufung, die Gott mit jedem einzelnen Menschen haben will. Diesen Wert hat unsere Ehe. Und so wie wir als Ehepartner dazu aufgerufen sind, einander zu genießen, so ist jeder Mensch dazu aufgerufen, Gott zu genießen. Wisst ihr, ewiges Leben ist nichts anderes als Leben in der Gemeinschaft, in der persönlichen Gemeinschaft mit Gott.
Ich will noch ein persönliches Wort anschließen, weil ich mir wirklich so ein bisschen auch einen Aufruf wünsche. Persönlich weiß ich, was es heißt, in einer Ehe auch durch dunkle Zeiten zu gehen. Bärbel und ich sind sehr unterschiedlich, und wir haben schon ein paar sehr unschöne Erfahrungen hinter uns, auch in der Ehe. Es gibt ein paar Momente in meinem Leben, die waren eher traurig, leidvoll, und ich würde sagen, sie waren oft gerade an das Thema Ehe gekoppelt. Und man wird so innerlich auch getroffen.
Man steht immer ein bisschen in der Gefahr, wenn man Ehe lebt, so ein Stückchen den Mut zu verlieren, entweder passiv zu werden oder aggressiv zu werden, zu sagen: Es hat eh alles keinen Sinn. Und ich habe all diese Erfahrungen irgendwann in meiner Ehe durch. Und ich weiß nicht, wo ihr steht, ob es passiv ist, aufgebracht, erregt, ich weiß es nicht. Aber ich kann eins sagen, und ich wünsche mir eins: dass keiner von euch, wenn das jetzt gerade vielleicht an so einem Punkt schwierig ist, irgendwie aufgibt.
Meine Erfahrung ist: Es lohnt sich, dranzubleiben. Die Gedanken Gottes sind einfach unglaublich gut. Und wenn wir solche dunklen Zeiten durchstehen, gemeinsam durchstehen, indem wir einfach füreinander beten, mit Leuten reden, die uns helfen können, das tun, was ganz klar auch getan werden muss, dann werden wir am Ende den Segen einer Ehe erben, den Gott sich so vorgesehen hat, wie er sich vorgesehen hat, nämlich vollkommen. Und dann wächst diese Einheit zu der Einheit zusammen, die Gott will, und die am letzten Ende genau das ist, was du für dein persönliches Glück brauchst.
Und noch ein allerletztes Wort an die, die sich jetzt gerade zurücklehnen und sagen: Ich bin ja gar nicht verheiratet. Tut mir einen Gefallen: Ihr braucht nichts für den Kirchentag zu spenden, wenn ihr das andere tut. Heiratet nicht den erstbesten Typen, der euch über den Weg läuft. Achtet darauf, an wen ihr euch bindet. Er oder sie, egal wie sie daherkommt, ist ein lebenslanges Unglücklichsein einfach nicht wert. Und du bindest dich ein Leben lang.
Ein kleiner Vers zum Schluss:
Im Märchen ist es vorgekommen, dass einen Frosch zum Mann genommen, die Königstochter auch entdeckte, dass in dem Frosch ein Prinz drinsteckte.
Im Leben mag’s oft anders kommen: Der Traumprinz, den zum Mann genommen, in Lieb entbrannt die holde Maid, entpuppt als Frosch sich mit der Zeit.
Achtet darauf, wen ihr heiratet.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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