
Maleachi 2,17-3,5: "Gottesfurcht bewahrt vor Sünde und Gericht"
Maleachi 2,17-3,511.12.2011
Serie•Teil 5 / 7Maleachi
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Ein persönlicher Zugang zur Frage nach Autorität
Wer mich kennt, weiss, dass ich unglaublich gerne meine Montage einhalte, meine Ruhetage. Ich liebe sie. Also ich glaube, in der Reihenfolge sind sie auf den Top drei oder vier. Davor kommt noch der Herr, sein Wort und meine Frau, aber vielleicht auch noch meine Kinder. Okay, das war jetzt ein Scherz.
Also, ich liebe meine Montage. Und ich liebe meine Montage deshalb, weil es Momente sind, in denen ich mich einfach mal zurückziehe, mir ein gutes Buch schnappe, mich gemütlich in die Times Bar setze, mit einem ultimativen Milchkaffee, und da einfach so lange lesen kann. Ich kann einfach so richtig runterkommen.
Ein Buch, das ich dieses Jahr gelesen habe, heisst Father Fiction von Don Miller. Es ist, wie er selber sagt, das schwierigste Buch, das er je geschrieben hat. Das Buch dreht sich um die Aufarbeitung seiner eigenen Kindheit. Sein Vater hat ihn sehr früh verlassen, und er hat sich irgendwann daran gewagt, an die Frage: Was hat das eigentlich mit mir gemacht? Was kam eigentlich bei mir, wo ich gross geworden bin ohne Vater, an Defizit an? Diesen Prozess bereitet er auf.
Ich fand das Buch fantastisch. Ich mag Don Miller unheimlich gern, weil er so locker, flockig schreibt und einen sehr netten Humor hat. Man hat aber auch gemerkt, wie ihm das Buch schwergefallen ist. Und für mich ist klar geworden, als ich das Buch las: Mir geht es ähnlich wie ihm. Ich bin ohne Vater, also ohne echte Vaterfigur, gross geworden, und das hat in meiner Seele etwas gemacht.
Und ein Aspekt, der da in mir irgendwie schief verdrahtet ist, so will ich das mal sagen, mit dem ich klarkommen muss, ist wie man vielleicht mit so einem Tennisarm klarkommen muss. Du hast das Ding halt, und es tut weh. Und du kannst da vielleicht mal ein bisschen drüber rubbeln, und Richard wird dir den ein oder anderen Tipp geben, wie du da vielleicht irgendwie mit klarkommst. Aber du hast für eine Weile einfach Schmerzen.
Und so gibt es Dinge, die in unserer Seele falsch verdrahtet sind, wo wir Schmerzen haben, denen wir uns mehr oder weniger irgendwann einmal stellen müssen. Und bei mir ist das einfach meine Kindheit. Ich merke, dass ich das so seit sieben, acht, neun Jahren immer mehr tue: dass ich Dinge an mich heranlasse, dass ich Dinge reflektiere, Bücher dazu lese, darüber trauere und einfach weiterlebe, mich weiterentwickle und an der Stelle reifer und heiler werde.
Dieses Buch hat mich auf einen Punkt aufmerksam gemacht. Er sagt von sich selber: Ohne Vater gross werden heisst, dass man im Blick auf Autoritäten, vor allem männliche Autoritäten, eine tiefe Skepsis entwickelt, weil man nie erlebt hat, dass sich bei einer männlichen Autorität Liebe und Autorität miteinander verbinden.
Als ich das las, dachte ich: Amen, Bruder! Denn ich habe relativ früh gemerkt, wenn ich mir mein geistliches Leben anschaue, habe ich null Probleme mit Disziplin im geistlichen Leben. Beten, Bibel lesen, die Dinge, die sind mir relativ einfach gefallen. Aber ich habe ein echtes Defizit, und ich sage das von hier vorne. Ihr könnt dafür beten, aber ich glaube, ihr könnt für viele Leute dafür beten, was sich ableitet aus diesem Problem mit Autoritäten. Denn Gott ist auch eine männliche Autorität, die in mein Leben hineinspricht.
Und wenn man so ganz grundsätzlich mit Autoritäten nicht kann, passiert Folgendes: Gott sagt etwas, man nickt. Ja, dann hat er es halt gesagt. Das heisst noch lange nicht, dass im eigenen Leben viel Gottesfurcht da ist. Dass man so eine Verbindung hat aus: Da sagt einer etwas, der ist in einer Position, wo er mir etwas zu sagen hat, und dann mache ich das. Sondern irgendwo auf dem Weg von: Da sagt einer etwas, dann mache ich das halt, dazwischen bricht das dann so ab. Ich höre es, ich verstehe es, ich nicke. Und grundsätzlich bin ich dafür, dass dann dieser Schwung mitkommt, das, was die Bibel vielleicht Gottesfurcht nennt, wo man sagt: so ein bisschen heilige Ehrfurcht und heilige Scheu vor Gott.
Im Philipperbrief heisst es mal: Bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern. Ich lese dann so einen Satz und denke mir: Na ja, man kann das dann, ja, es ist Furcht und Zittern, wird mach so, ja, es ist Furcht und Zittern, ja, ich mache ja doch was.
Und ich möchte heute mit euch, weil ich glaube, dass das ein gesellschaftliches Phänomen ist, dass wir mit Autoritäten und vor allem mit Gott als dem Richter, Gott als jemandem, der in unser Leben mit Autorität hineinsprechen darf, von dem man sich sogar ein bisschen auch mal fürchten muss, bitte. Wir haben einen Vater im Himmel, nicht dass wir uns falsch verstehen. Es ist ein Papa im Himmel. Aber auch so ein Papa ist nicht immer nur nett. So ein Papa hat so Momente im Leben, wo man sagt: Hm.
Gerade wenn die Kinder etwas ausgefressen haben, dann ist es gut, wenn ein Papa nicht nur sagt: Macht nichts, alles gut. Weil es macht etwas, und es ist nicht gut. Und manchmal begegnet uns Gott als dieser Papa, der sagt: Es ist nicht gut, das war ein Griff ins Klo. Wenn du das zu Ende denkst und zu Ende lebst, geht dein Leben schief, und ich bin dagegen.
Manchmal ist Gott sogar noch ein bisschen gröber, dass er sagt: Das ist Sünde. Und ich bin nicht nur dagegen, sondern wenn du das zu Ende lebst, lebst du gegen alles, was unsere Familientradition, was unsere Familienphilosophie ausmacht. Ich bin wirklich voll dagegen. Bitte hör damit auf.
Und es gibt Sünden, wo Gott so sehr dagegen ist, dass er sagt: Wenn du nicht aufhörst, werde ich dir ein Stoppschild hinsetzen, und von mir aus zwei oder drei, damit du wirklich das nicht zu Ende lebst, weil es dich kaputt macht.
Und wir wollen heute weitermachen im Buch Maleachi, Kapitel 2, Vers 17 bis Kapitel 3, Vers 5. Da geht es nämlich genau um dieses Thema, was uns vielleicht alle mehr oder weniger betrifft: dass ein ganzes Volk dasteht und eine so falsche Vorstellung von Gott hat, dass sie sich nicht mehr vorstellen können, Gott sei ein Gott des Gerichts. Für sie ist Gott immer nur der liebe Gott. Wahrscheinlich heutzutage wie so der Coca-Cola-Weihnachtsmann, so ein dicklicher älterer Herr in einem lustigen roten Gewand mit so einem langen, flauschigen, weissen Bart, der alles irgendwie abnickt.
Maleachi 2,17 bis 3,5, von mir überschrieben mit „Die Boten Gottes haben Erfolg, weil“
Wenn Gottes Bild verzerrt wird
Wenn ihr euch an die vorletzte Predigt aus der Malachi-Reihe erinnert: Da geht es um die Priester, die Boten Gottes, die alles falsch machen. Und jetzt reagiert Gott darauf. Da heißt es in 2,17: Ihr, und er spricht hier zum Volk Israel, ermüdet den Herrn mit euren Worten.
Gruselig, oder? Da betet einer, und Gott sagt: Hör bitte auf, denn das ist einfach nur noch lästig. Ihr ermüdet den Herrn mit euren Worten. Doch ihr sagt: Womit ermüden wir ihn? Ich finde das so herrlich. Ja, Gott hat die Nase gestrichen voll davon, wenn sie ihn zutexten. Und sie so: Hä, wir wissen gar nicht, was Sache ist, wir?
Damit, dass ihr sagt: Jeder, der Böses tut, ist gut in den Augen des Herrn, und an solchen hat er Gefallen. Oder: Wo ist der Tag des Gerichts? Hier sind Leute, die sich so weit nach vorne wagen, so weit aus dem Fenster lehnen, dass sie sagen: Gott ist für Leute, die Böses tun. Es gibt keinen Gott des Gerichts. Gott ist einfach immer nur lieb. Er ist immer nur dieser Coca-Cola-Onkel, der zu allem Ja und Amen sagt. Gott ist wie so ein Lämmchen oder wie so ein Schoßhündchen, das man streicheln kann, das so ein bisschen flauschig und ein bisschen fluschig ist, und das einfach immer nett ist. Und der wird schon nicht bellen, wenn mal jemand etwas Schlimmes tut.
Und Gott steht da und sagt: Ist das wirklich euer Ernst? Glaubt ihr wirklich, dass ich an Bösem und an den Bösewichten und an all den Ungerechtigkeiten, die passieren, meine Augen vorverschließe?
Übrigens, das ist das Problem von Religiosität. Also wenn man statt gläubig nur religiös ist, dann wird man irgendwann in einem Bereich landen, wo das, was Gott ganz klar Sünde nennt, nicht mehr klar ist. Und irgendwann wird man anfangen, das, was eigentlich ganz klar böse ist, vielleicht noch nicht gut zu nennen, aber man wird sagen: Das ist vor Gott nicht so schlimm.
Es ist eine Tendenz, die wir immer wieder in der Kirchengeschichte haben, dass man im Bereich der Liberalität abdriftet und dass Gott am Ende zu einem gemacht wird, der doch irgendwie mit allem, was man ihm so vorsetzt, zufrieden sein muss. Hauptsache, Leute gehen noch in den Gottesdienst. Ja, Hauptsache, es passiert noch irgendetwas Religiöses.
Kapitel 3, Vers 1: Wie reagiert Gott darauf? Und es sind zwei Dinge, die Gott hier zu seinem Volk sagt. Malachi etwa gut 430 vor Christus, das heißt, wir befinden uns noch vor Jesus. Und was Malachi hier prophezeit, geht mitten hinein in die Zeit Jesu. Aber es ist eine doppelte Antwort. Und vielleicht ist die zweite Antwort, die Gott uns gibt, sogar noch ein Stück näher als die erste.
Da heißt es: Siehe, ich sende meinen Boten, damit er den Weg vor mir her bereite. Und plötzlich kommt zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote oder Engel des Bundes, den ihr herbeiwünscht, siehe, er kommt, spricht der Herr der Heerscharen.
Gott sagt: Ich werde folgendermaßen reagieren auf das, was ihr jetzt da von euch gebt. Ich werde meinen Boten senden. Eigentlich wäre die Aufgabe der Priester als Boten Gottes gewesen, dem Volk zu sagen, was gut und richtig ist. Die machen das aber nicht. Und das Volk vergisst langsam die Unterscheidung zwischen Gut und Böse. Und Gott sagt: Ich werde mich selber darum kümmern, ich werde meinen Boten schicken.
Und dieser Bote ist, wir müssten jetzt ins Neue Testament reinschauen, kein anderer als Johannes der Täufer. Johannes der Täufer kommt gut 400 Jahre später und bereitet tatsächlich etwas vor, nämlich das Kommen von dem Herrn Jesus, wie es hier heißt: Und plötzlich kommt zu seinem Tempel der Herr.
Es ist ja erstaunlich, man liest das hier und fragt sich: Warum haben die Leute eigentlich, als Jesus kam, nicht gemerkt, dass das Gott ist? Ist das so schwer? Hier, da kommt mal Gott vorbei. Es wird ein Plötzlich sein, die Leute werden völlig unvorbereitet hineintappen. Genau der, den die Leute sich wünschen, der Bote des Bundes, der wird kommen. Nur das Problem ist: Wenn er kommt, die Leute wünschen sich das natürlich im Sinne von: Ach, uns geht es ja so schlecht, wenn jetzt nur endlich mal Gott hier wäre, wenn Gott endlich hier eingreifen würde.
Ich weiß nicht, ob ihr so Situationen kennt, dass man sich das so wünscht: Mann, Mann, Mann, wenn nur Gott endlich was tun würde, wenn er endlich kommen würde. In der Situation ist es ein ganz gefährliches Gebet, weil wenn Gott kommt, wenn das passiert, was die Leute sich wünschen, dann ist der Tag des Herrn, der Tag, den sie sich herbeiwünschen, nicht ein Tag, wo man sagt: Super, endlich ist er da. Dann ist es der Tag des Gerichts.
Und wenn Gott richtet, dann ist es nicht so, dass er sagt: Ach, du bist einer, der immer am Sonntag in den Gottesdienst gegangen ist, boah, super, damit ist alles in Ordnung. Sondern wenn Gott kommt und richtet, dann ist die äußere Hülle unseres Christseins nicht das Entscheidende. Nicht so wichtig ist, ob du bestimmten Regeln gefolgt bist und so dein Label hattest, ob das Label heißt Freikirche oder was auch immer. Das Label wird nicht entscheidend sein. Gott wird ins Herz hineinschauen. Und das Problem dieses Volkes ist: Gott schaut ins Herz, und sie sagen: Ach, wenn der Herr nur endlich käme.
Vers 2: Wer aber kann den Tag seines Kommens ertragen, und wer wird bestehen bei seinem Erscheinen? Wer kann das denn, wenn Gott wirklich kommt? Und wenn wir aus dem lieben Gott, diesem handzahmen Kuscheltier, mal den lebendigen und heiligen Gott machen, der Liebe bis zum Abwinken am Kreuz uns zeigt und gleichzeitig Gerechtigkeit und Heiligkeit am selben Kreuz über seinen Sohn ausgießt, wenn der Zorn Gottes auf den Herrn Jesus herabkommt und er wie ein Blitzableiter alles davon schluckt.
Was, wenn dieser Gott in unser Leben hineintritt? Wer kann den Tag seines Kommens ertragen, und wer wird bestehen bei seinem Erscheinen? Denn er wird wie das Feuer eines Schmelzers und wie das Laugensalz von Wäschern sein.
Also wenn Gott kommt, dann ist Gericht angesagt. Und wir wissen, dass Gott, dass der Herr Jesus einmal wiederkommen wird als der Richter. Du hast das gebetet, ja, er ist. Einmal ist das Lamm gekommen, das sich schlachten lässt, aber er wird wiederkommen als der Löwe, als der König, der sein Reich sichtbar aufrichtet. Und wenn das passiert, in diesem Moment, dann wird er wie so ein Schmelzer sein.
Ich weiß nicht, ob ihr euch da mal so ein bisschen reingedacht habt, wie man Edelmetalle reinigt. Man macht die einfach heiß, die haben einen sehr niedrigen Schmelzpunkt. Und dann schwimmen die ganzen Verunreinigungen als Schlacke oben auf, und die kann man dann einfach wegnehmen, einfach abschöpfen. Dann hat man Edelmetall. Oder das kennen wir besser: Laugensalz von Wäschern, das ist einfach nur Waschpulver. Er wird wie, wenn man so ein dreckiges Gewand hat, Gott würde sauber machen, Gott würde den Schmutz beseitigen, Gott würde die Schlacke wegnehmen.
Gott, wenn er kommt, wenn Gott plötzlich erscheint, dann gibt es für ein unbußfertiges Israel keinerlei Grund, sich zu freuen. Das ist eine ganz, ganz gefährliche Sache.
Ihr ahnt schon: Dieses Gottesbild, dieser Teil, den kann ich ganz schwer greifen. Da gibt es in mir drin, wo andere Leute, die vielleicht eine andere Vatererfahrung gemacht haben, sagen: Oh ja, das kann ich nachvollziehen. Da gibt es in mir kaum einen Widerhall. Ich kann das lesen, ich kann das irgendwie zur Kenntnis nehmen: Aha, Gott ist so. Aber ich finde das ganz schwierig zu empfinden.
Vers 3: Und er wird sitzen und das Silber schmelzen und reinigen, und er wird die Söhne Levi reinigen und sie läutern wie Gold und wie Silber, so dass sie Männer werden, die dem Herrn Opfergaben in Gerechtigkeit darbringen.
Auch darüber haben wir gesprochen: Gott wird kommen, er wird sein Volk reinigen, und am Ende kommen Priester raus aus diesem Reinigungsprozess. Und wir stehen da mitten im neuen Bund. Es sind die Priester, es sind wir, die wir Opfergaben Gott bringen, die Gott wohlgefällig sind, die rein sind. Wir bringen gerechte Opfer, Opfer, so wie Gott sie sich wünscht.
Ich hoffe, dass ihr das tut. Ich hoffe, dass ihr sagen könnt: Ich habe ein Verständnis davon, was es heißt, ein Priester Gottes zu sein. Ich möchte nicht auf dieser Erde mein Ding durchziehen. Ich möchte Gott nicht so als Sonntags-App für mein Leben haben, etwas, das man sich mal heruntergeladen hat und das immer sonntags ploppt es mal so auf, ja, und ansonsten die Woche über hat es eigentlich nichts mit mir zu tun.
Ich bin, du bist, wir sind dazu berufen, jeden Tag als Priester Opfer zu bringen, und zwar Opfer in Gerechtigkeit, solche, die nach den Regeln Gottes dargebracht werden. Wusstest du, dass Gott Anbeter sucht, solche, die ihn in Geist und Wahrheit anbeten? Ich finde diesen Gedanken so faszinierend. Ich habe ihn die Woche bei FrogTube irgendwo mal erwähnt, und ich fand das so faszinierend.
Gott im Himmel hat einen Wunsch. Gott ist da und sagt: Weihnachten ist ja immer ein bisschen dieses, dass man sich so gegenseitig fragt: Was wünschst du dir denn? Und manchmal ist das leichter, manchmal ist das schwerer, da so etwas zu finden. Und wenn du sagst: Vater im Himmel, was hättest du denn für einen Weihnachtswunsch? Könnte ich dir irgendetwas so in einem Päckchen verpackt unter den Tannenbaum legen, so mein Geschenk für Gott? Dann würde Gott sagen: Weißt du, was mir so richtig, worauf ich Lust hätte? Anbetung.
Anbetung in Geist und Wahrheit, also nicht Anbetung, die irgendwie so an einem bestimmten Ort auf eine immer wieder gleiche Weise passiert, so im Tempel, ja, so man rasselt irgendwie hohle Phrasen runter, Amen, nicht so, sondern Leute, die eine geistliche Verbindung haben, die Lobopfer und Dankopfer bringen, weil sie ihre Priesterschaft verstanden haben. Die das auch nicht nur mal so zwei Minuten vorm Schlafengehen, so im Halbdämmerzustand, kurz bevor die Augen ganz zufallen, sondern die sagen: Ich schneide mir da so eine ordentliche Portion guter Zeit aus meinem Leben raus, nehme die Zeit und opfere sie.
Wie so, wenn man früher mit so einem Vieh da irgendwo hingegangen ist: Du suchst dir das beste Tier aus der Herde aus, legst es da drauf und sagst: Eine gute Portion Zeit. Vielleicht kann man das nicht jeden Tag, aber dass man mal sagt: Ja, das macht man einfach mal. Man bringt Gott ein Lobopfer, ein Dankopfer, man ist da hinterher, man hat geistliche Schlachtopfer.
Warum? Weil wir Priester sind, weil wir das dürfen und weil Gott sich Leute wünscht, die ihn in Geist und Wahrheit anbeten, die eine geistliche Beziehung zu ihm haben und die, wenn sie den Mund aufmachen, die Wahrheit sagen. Und selbst dann, wenn du sagst: Herr, ich verstehe dich nicht. Und da es ein ehrliches Ich-verstehe-dich-nicht ist, ist es für Gott von großem Wert.
Der Herr Jesus ist gekommen, um die Söhne Levi zu reinigen und Priester zu bekommen, die ihn in Geist und Wahrheit anbeten, die ihm die Opfer bringen, die er sich immer gewünscht hat, die es einfach genau so machen, wie er sich das vorstellt.
Und ich bin immer und immer wieder erstaunt bei Christen, dass wir so viel Kraft und Initiative darauf verwenden, die offensichtlichen Gebote Gottes zu ignorieren. Ich will euch das wirklich sagen, ich finde es manchmal erschreckend. Das fängt mit so simplen Geboten an wie Sorgen abgeben, geht über so andere simple Sachen wie Gottesdienst oder Zusammenkommen nicht versäumen weiter, trifft sich dann im Bereich, was weiß ich, auf allen Ebenen, wo ich sage: Es ist nicht so schwer. Schau dir doch einfach an, was da steht, und mach es. Nicht schwer, ein simples Leben, wenn man simple Gebote auf eine simple Weise erfüllt.
Gott wünscht sich das, Gott hat uns dazu berufen. Und im Vorblick auf das, was das Volk Israel erfahren wird, dass die gläubigen Israeliten herausgenommen werden aus den Ungläubigen und eine Einheit bilden werden mit Gläubigen aus der ganzen Welt, heißt es dann in Vers 4: Dann wird die Opfergabe Judas und Jerusalems dem Herrn angenehm sein, wie in den Tagen der Vorzeit und wie in den Jahren der Vergangenheit.
Und ihr könnt jetzt denken, was mal beim zweiten Kommen Jesu passieren wird. Jesus wird ein zweites Mal wiederkommen als König, und wenn das passiert, wird das Volk Israel ihn erkennen und ihn als den Messias annehmen, ihn anbeten, und dann wird das auch gelten. Aber was hier steht, gilt heute schon, weil die gläubigen Juden Teil geworden sind einer größeren Priestergemeinschaft, nämlich der Priestergemeinschaft der Gläubigen des Neuen Bundes, und sie bringen heute schon diese Opfer.
Das ist die eine Antwort. Gott sagt: Ich werde wiederkommen. Ich werde zu euch kommen, in euren Tempel hineinkommen, und ich werde euch reinigen. Ich werde mich persönlich darum kümmern, dass dieses Geschwätz von „Wo ist der Gott des Gerichts?“ ein Ende findet. Ich werde mich darum kümmern.
Es gibt eine zweite Sache, und das ist in Vers 5 hier: Und ich werde an euch herantreten zum Gericht. Und das ist jetzt etwas, was nicht die Zukunft meint, sondern die Gegenwart, so weit Gegenwart, dass, wie wir in der nächsten Predigt sehen werden, die Leute vor Ort schon Gericht erleben. Es ist schon spürbar.
Und ich werde an euch herantreten zum Gericht und werde ein schneller Zeuge sein gegen die Zauberer, also gegen jede Form von Zauberei, Okkultismus, Esoterik, Schamanismus, was da so ist, gegen die Ehebrecher, alle die, die Ehe gering achten, sich an der Stelle das Leben scheinbar einfach machen, gegen die Falschschwörenden, also die, die sich hinstellen und sagen: Ja, ja, ja, ich schwöre, dass das so war, und in Wirklichkeit war es das gar nicht. Wir würden heute sagen: gegen die, die lügen. Gott ist wirklich dagegen.
Gegen solche, die den Lohn des Tagelöhners zurückhalten, die Witwe und die Waise unterdrücken. Jetzt wirst du sagen: Habe ich noch nie gesündigt, so. Also den Lohn des Tagelöhners habe ich noch nie zurückgehalten. Es gibt so Gebote in der Bibel, wo ich auch denke, es ist echt schwer, das heutzutage umzusetzen. Vielleicht ist das mit Waise und Witwe unterdrücken auch schwierig. Aber worum geht es klar? Da gibt es Leute, die sind sozial weiter unten angesiedelt, die haben wenig Vertretung in der Gesellschaft, die haben wenig eigene Kraft, die können sich modern gesprochen keinen Rechtsanwalt leisten. Sie sind ganz schnell Opfer. Soziale Ungerechtigkeit.
Und Gott sagt: Ich bin von den Schwachen, ich bin immer auf der Seite der Schwachen. Das ist einer der Gründe, warum ich in Seelsorgefällen immer versuchen würde, für Kinder zu entscheiden, immer versuchen würde, eine Lösung zu finden, die es den Kindern so gut wie möglich macht. Warum? Weil ich weiß, dass Gott immer auf der Seite der Schwächsten steht. Also wenn ich auf einer Seite in einer Seelsorgeentscheidung mal runterfallen muss, wenn ich mich für eine von zwei komischen Entscheidungen entscheiden müsste, ich würde immer die nehmen, wo die Schwachen, gerade die Kinder und die Alleinstehenden, wo sie am besten bei wegkommen. Weil das ist ein Gott, es heißt in Psalm 68,6, er ist ein Vater der Waisen und ein Richter der Witwen, Gott kümmert sich um die Schwachen.
So, er ist ein Zeuge und dann ist er ein Richter. Er wird herantreten zum Gericht gegen die Zauberer, die Ehebrecher, die Falschschwörenden, die, die die Schwachen unterdrücken. Und jetzt kommt’s: Und die mich nicht fürchten, spricht der Herr der Heerscharen.
Und da bin ich aufmerksam geworden, weil ich dachte: Hm, Gott, ja, also das ist so eine Linie, du sagst Zauberer, Amen, Ehebrecher, Amen, Lügner, Amen, Unterdrücker und Tyrannen, Amen, mangelnde Gottesfurcht, vielleicht. Es ist so, du kommst da an und denkst dir: Hab ich nicht, hab ich nicht, hab ich nicht, hab ich nicht. Ja, weil da steckt irgendwie was.
Und als ich, na ja, das war für mich halt: Darf ich euch diese Frage stellen, die sich zwingend aus diesem Text ergibt? Die Frage lautet: Wo musst du, wo muss ich Buße tun über mangelnde Gottesfurcht? Wo gibt es in meinem Leben Tendenzen, und ich fasse noch mal in fünf Punkten zusammen, wo der Text uns hingeführt hat, Tendenzen erstens, wo ich Gott in meinen Gedanken nicht Richter sein lasse, wo ich ihn zum Lämmchen verkläre, zum Kindlein in der Krippe. Wo gibt es diese Tendenzen in meinem Leben, wo ich ein unausgewogenes Gottesbild habe, wo der heilige, gerechte König und Richter, der wie ein verzehrendes Feuer auftritt, wo der keinen Platz findet?
Zweite Frage: Wo spiele ich mit Sünde? Jeder von euch spielt mit Sünde. Also ich tue es, und deswegen glaube ich, dass ihr es auch tut. Also im Sinne von: Da kommt so eine Sünde, und man weiß, das ist falsch, aber es ist so dieser zweite Gedanke.
Und der dritte Gedanke: Wo spielen wir mit Sünde? Wo beschönigen wir unsere Sünde? Wo wissen wir, dass es ein klares Gebot gibt in irgendeiner Sache, eigentlich ist alles klar, aber wir finden eine schöne Erklärung, warum es doch nicht so klar ist. Das ist ein bisschen wie so eine Nebelbombe werfen, alles wird dann so ein bisschen undurchdringlich, und du denkst dir: Hm, wo gibt es das in unserem Leben? Wenn ihr sagt: Habe ich noch nie erlebt, sprich mich nachher an, ich gebe dir zwei, drei gute Beispiele, wo man etwas gut nennt und Gott wird schon nichts dagegen haben, aber in Wirklichkeit, wenn man einfach nur ein bisschen ehrlich ist und ein bisschen die Bibel Bibel sein lässt, wäre eigentlich alles klar.
Viertens: Wo nennen wir wirklich Böses gut? Wo sagen wir: Das ist nicht so schlimm? Und fünftens: Wo dulden wir Sünde in unserem Leben? Und wenn du denkst, dass es das nicht gibt, David betet: Herr, zeig mir, wo ein Weg der Mühsal bei mir ist.
Ich verspreche dir, dass es in deinem Leben Dinge gibt, die du im Moment nicht im Blick hast, die dabei sind, das Fundament deines Lebens weg zu erodieren, wie so eine Flut, die immer wieder an die Küste spült und immer wieder ein bisschen was abträgt. Wir brauchen diesen täglich frischen Blick durch das Wort Gottes auf unser Leben. Wir brauchen die Gebote Gottes, die wie so ein TÜV uns immer wieder zeigen, an welchen Stellen wir noch gerade laufen.
Mir geht es so: Ich war mit Alexander und Benaja bei Campus für Christus, und wir haben uns den Philipperbrief angeschaut. Ich kann nicht ein Buch wie den Philipperbrief predigen, ohne zu merken, dass es allein in diesem einen Buch wahrscheinlich fünf gute Dinge gibt, die ich schon wieder aus dem Blick verloren habe, die mir nicht wirklich präsent sind. Und wenn es der Punkt ist, freu dich. Wenn es so eine Banalität ist, die da, ich weiß nicht, ein halbes Dutzend Mal drinsteht, wo man sagt: Na ja, ist jetzt auch von der Auslegung her nicht so kompliziert, freu dich. Und freut euch allezeit, macht es auch nicht schwerer. Und wenn Paulus sagt, ich freue mich sowieso an allen, dann wird irgendwie klar, so die Freude an den Geschwistern ist irgendwie keine Sünde.
Also es ist ein einziger Brief, ja, es ist ein Ding, wo ich persönlich merke: Jürgen, schön, mal wieder darüber nachdenken, wie geht es dir gerade an dieser Stelle? Und wo fangen wir an, Sünde in unserem Leben zu dulden?
Bitte lasst uns darüber im Klaren sein, dass wir alle in einer Spirale uns bewegen. Entweder geht das so langsam so runter, ja, oder es geht langsam hoch. Und die Entscheidung, ob es nach oben geht oder ob es nach unten geht, die Entscheidung ist das, was du tust. Ganz praktisch: Welche Lebensentscheidungen du triffst, davon hängt es ab. Du triffst die richtigen Lebensentscheidungen, es geht nach oben. Triffst du die falschen, es geht nach unten.
Wer sagt dir, was die richtigen Lebensentscheidungen sind? Gott. Du kannst in dein eigenes Ende, du kannst in deinen Bauch reinhören, da kommt auch was raus, keine Frage. Aber ich würde darauf nicht mein Leben setzen, ich würde es einfach sein lassen. Ich würde die Bibel lesen, und ich würde an dieser Stelle versuchen, das, was ich da finde, unter Gebet: Herr, zeig mir, was dran ist, hilf mir zu sehen, wo ein Weg der Mühsal bei mir ist. Und dann würde ich euch raten, mit mir zusammen zu beten, dass Gott uns Gottesfurcht schenkt.
Also Gottesfurcht ist ja sowas, also ich brauche dich jetzt mal: Gottesfurcht ist dieser Prozess, also Gott zeigt dir ein Ziel, ja, und dann schau nach vorne, und dann ist das hier, und das ist Gottesfurcht, dieser Kick, den wir brauchen, um schon mal loszulaufen. Und ein Mangel an Gottesfurcht ist tatsächlich: Du stehst da, du siehst das Ziel, und du bleibst stehen. Und es ist eine Riesengefahr, dass wir wissen, da ist das Ziel, aber wir laufen nicht los.
Und ich kenne diese Gefahr, und Malachi hat diese Gefahr beschrieben. Und die Gefahr, wenn wir das so machen, ist, dass Gott eingreift und richtet, dass Gott sagt: Ich lasse dich nicht einfach stehen, wie du bist, ich lasse es einfach nicht zu, sondern ich werde dich, ich werde dich, weil du mein Kind bist, dazu bringen, zu laufen und das gute Ziel zu erreichen, das ich für dich habe.
Und in diesem Sinn: Gott ist ein Gott des Gerichts, Gott ist ein Gott, der Gut und Böse kennt. Der Apostel Paulus gibt uns eine Vision. Er sagt: Wenn Gemeinde Gemeinde ist, wie Gott sie sich wünscht, dann ist sie an drei Dingen erkennbar: Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. Heute haben wir über Gerechtigkeit gesprochen.
Ich stelle mir eine Gemeinde vor, wo wir gemeinsam auf dem Weg sind, wo Sonntage dazu da sind, dass wir uns auch mal so einen Schubs geben und sagen: Hey, komm, lass uns gemeinsam gehen. Und wo wir das gute Gut und das böse Böse nennen und uns ermutigen, einen Lebensstil zu praktizieren, der an dieser Stelle Gott maximal ehrt.
Der Herr Jesus hat das getan. Und ich brauche jetzt mal eine Bibel, weil ich meine vergessen habe. Kann ich gerade mal deine Bibel haben, um zum Schluss noch mal eine Stelle vorzulesen? Und das wäre dann die letzte.
Hebräer 5,7: Da heißt es über den Herrn Jesus, weil du vielleicht sagst: Mann, Mann, Mann, das ist ja schon ein schwieriger Weg. Ja, das stimmt. Und manch einer von euch ist angefochtener als der andere, manch einer sagt vielleicht: Ich traue mich das nicht, ist mutlos. Ich zeige dir jetzt, was der Herr Jesus an der Stelle getan hat.
Hebräer 5,7: Der hat in den Tagen seines Fleisches sowohl Bitten als Flehen mit starkem Geschrei und Tränen dargebracht, dem, der ihn aus dem Tod erretten kann, und ist um seiner Gottesfurcht willen erhört worden und lernte, obwohl er Sohn war, an dem, was er litt, den Gehorsam.
Habt ihr das verstanden? Gott erhört das Gebet von dem Herrn Jesus um seiner Gottesfurcht willen. Da ist Gottesfurcht da, und das ist die Grundlage dafür, dass Gott das Gebet von dem Herrn Jesus erhört. Aber der Hammer ist: Und vollendet ist er allen, die ihm gehorchen, der Urheber ewigen Heils geworden.
Jesus geht diesen Weg mit der Gottesfurcht richtig zu Ende. Und am Ende wird er zum ultimativen Segen dafür, dass eine ganze Welt gerettet werden kann. Und wenn du ein Argument brauchst dafür, Gottesfurcht zu leben, ich würde genau das Argument nehmen: Ich möchte zum Segen werden. Und ich werde dadurch zum Segen, dass ich mich von Gott immer wieder pushen lasse, mir immer wieder diesen Kick geben lasse, dass ich mich darauf einlasse, in Gottesfurcht gerecht zu leben, so wie der Herr Jesus.
Und das wünsche ich euch. Je nachdem, wo ihr steht, und vielleicht beten wir jetzt. Und ich weiß nicht, was euch, als ich sagte: Sünde beschönigen, mit Sünde spielen, Sünde dulden, ich weiß nicht, was euch eingefallen ist. Aber ich glaube auch nicht, dass wir uns jetzt trauen, das mit Mikro in der Hand laut hier in die Runde zu posaunen. Aber es wäre doch eine tolle Gelegenheit, jetzt beim Gebet mindestens mal so ganz still zu sagen: Vater im Himmel, bitte vergib mir. Vergib mir an der Stelle, ich möchte das nächste Woche anders machen. Amen.
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