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SO erkennst du Irrlehrer

8 biblische Anzeichen (mit Beispielen)
12.05.2023

Eines der explosivsten Dinge, die Jesus je gesagt hat und die uns allen den Atem stocken lassen sollten, ist seine Lehre: Nicht alle, die zu mir sagen „Herr, Herr“, werden ins Himmelreich kommen, sondern nur die, die das tun, was mein Vater im Himmel will.

Das ist dramatisch, weil in Römer 10 gesagt wird, dass diejenigen, die in Gottes neue Welt kommen, ebenfalls zu Jesus „Herr“ sagen werden. Es bedeutet, dass Menschen den Namen von Jesus im Mund führen können – sowohl diejenigen, die gerettet sind, als auch diejenigen, die es nicht sind.

Nur weil jemand den Namen von Jesus ausspricht, von Jesus redet, predigt oder lehrt, ist das allein kein sicheres Zeichen dafür, ob diese Person wirklich gerettet ist und andere Menschen mit Gottes Hilfe in den Himmel führen kann. Auf den ersten Blick kann es so aussehen, als ob diese Menschen bei Gott sind, doch tatsächlich sind sie weit von Gott entfernt.

Deshalb heißt es im ersten Johannesbrief ganz klar: Glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister.

Diese Problematik wird noch viel schlimmer, wenn Folgendes passiert: Wenn jemand, der selbst nicht gerettet ist, auftritt und den Namen Jesus um sich wirft, dabei Einfluss auf andere ausübt – vermeintlich unter dem christlichen Deckmantel.

Das bedeutet, dieser Mensch kann im schlimmsten Fall andere Menschen von Gott wegführen, obwohl er dabei so aussieht, als würde er sie zu Gott bringen. Das ist eine ganz, ganz dramatische Sache.

Begriff und Bedeutung von Irrlehrern

Und das ist das, was wir einen Irrlehrer nennen – einen Irrlehrer. Dieser Begriff ist ein wenig ungewöhnlich und auch etwas altertümlich. Er stammt aus vielen weitverbreiteten deutschen Bibelübersetzungen. Im griechischen Grundtext steht dafür das Wort Pseudodidaskalos. Pseudodidaskalos bedeutet wörtlich übersetzt „falscher Lehrer“ oder „Lehrer der Lüge“.

Was macht jemanden zu einem Pseudodidaskalos, zu einem Irrlehrer? Nun, wir haben hier ein kleines Problem, das wir aber lösen können. Dieses Problem besteht darin, dass das Wort „Irrlehrer“ rein sprachwissenschaftlich betrachtet ein Exonym ist. Das heißt auf Deutsch: Kaum jemand nennt sich selbst einen Irrlehrer. Niemand kommt und sagt: „Hey, ich bin der neue Irrlehrer des Monats, lass mich dich in die Verdammnis führen, während du meinen Privatjet bezahlst“ oder so ähnlich.

Das ist vergleichbar mit dem Begriff „Gesetzlichkeit“. Kaum eine Gemeinde würde von sich sagen: „Jo, wir sind die gesetzlichsten, kommt zu uns, bei uns gibt es spirituellen Machtmissbrauch oder Ähnliches.“ Das wird nicht passieren. Diese Begriffe – Gesetzlichkeit und hier im Fall von Irrlehrern – sind Zuschreibungen von außen.

Das macht die Sache ein wenig komplizierter, denn du und ich müssen jetzt überlegen: Ein Irrlehrer nennt sich selbst nicht „Irrlehrer“. Was muss also passieren, damit jemand, obwohl er sich nicht so nennt, trotzdem ein Irrlehrer ist? Das gehen wir gleich Schritt für Schritt auf biblischer Grundlage durch.

Der erste Hinweis steckt schon im Begriff selbst, nämlich im griechischen Wort Pseudodidaskalos. Das dazugehörige Verb lautet Pseudodidaskaläen. Es bedeutet, dass jemand etwas lehrt, das nicht das ist, was es zu sein scheint. Noch einmal: Jemand lehrt etwas, das nicht das ist, was es vorgibt zu sein.

Das ist unser erster sehr guter Hinweis. Was du und ich machen können, ist Folgendes: Wir gleichen ab, was jemand lehrt, mit dem, was er vorgibt zu lehren. Ich habe schon mehrfach gesagt: Wenn jemand mit dem Begriff „christlich“ im Mund oder mit dem Namen Jesus im Mund auftritt, dann muss er sich auch an Jesus Christus messen lassen.

Ein einfaches, anschauliches Beispiel: Stell dir vor, du bestellst einen normalen Burger – einen ganz normalen Burger zum Essen – und bekommst stattdessen, obwohl du einen Burger mit Fleisch bestellt hast, einen veganen Burger serviert. Das ist nicht das, was angegeben wurde. Das ist Etikettenschwindel.

Oder umgekehrt: Du möchtest einen veganen Burger essen und bekommst stattdessen einen Burger mit Fleisch serviert. Das ist ebenfalls nicht in Ordnung und auch Etikettenschwindel.

Zurück zum Geistlichen: Das bedeutet, solange du und ich gut genug wissen, was die Bibel tatsächlich lehrt, können wir unter Anleitung des Heiligen Geistes überprüfen, ob das, was jemand erzählt, stimmt. Jemand tritt auf und sagt: „Hey, das und das, was ich hier mache, ist christlich.“ Aber ist das wirklich so?

Dieses Überprüfen machen wir jetzt zusammen. Ich gebe dir acht biblische Merkmale von Irrlehrern zum Mitschreiben und Merken – einfach für zwischendurch. Vier Testfragen für Irrlehrer, die du ganz einfach aus diesem Beitrag mitnehmen kannst.

Einleitung und wichtige Hinweise zum Thema Irrlehrer

Und damit willkommen beim Bibelfit-Dienst! Hier versuchen wir, leicht verständlich tiefer in die Bibel einzusteigen, Jesus im modernen Alltag nachzufolgen und harte Fragen von Nichtchristen klar zu beantworten.

Zu jedem Beitrag verschenke ich Übersichten, biblische Entscheidungshilfen, komplette Hörbücher und sogar Onlinekurse. All das gibt es kostenlos auf dieser Website – dank freiwilliger monatlicher Unterstützer, Menschen wie du und ich.

Drei wichtige Anmerkungen vorab

Thema Irrlehrer – drei wichtige Anmerkungen zuerst

Erstens: Es ist wichtig, dass wir nicht leichtfertig jemanden einfach mal so einen Irrlehrer nennen. Das ist ein großer Begriff, und ich denke, dieser wird in Kommentaren und im Internet sowieso viel zu schnell verwendet. Das ist eine große Sache. Die Rede bei einem Irrlehrer ist ja von einem Lehrer.

Jetzt pass auf: Es gibt einen großen Unterschied zwischen dem, was Jesus zum Beispiel nennt, wenn er sagt, es wird Wölfe unter den Schafen geben. Und es gibt einen großen Unterschied zwischen einem reißenden Wolf und einem verwirrten Schaf. Nochmals: Ein großer Unterschied zwischen einem reißenden Wolf und einem verwirrten Schaf. Das ist wichtig.

Der Unterschied liegt unter anderem im Einfluss. Ein Schaf ist in der Herde und weiß nicht ganz, wo es langgeht. Ein Wolf hingegen kommt wirklich, um die Schafe zu plündern. Dieser Unterschied trifft auf uns alle zu, die wir die Möglichkeit haben, andere zu beeinflussen – sei es durch das Internet, als christliche Influencer, weil sie ein Amt in der Gemeinde haben, in der Gemeindeleitung, im Presbyterium, Gemeindekirchenrat, Pfarrgemeinderat oder was es auch ist. Oder auch, wenn du häufiger in Gesprächen mit Nichtchristen bist.

Ich will diesen Unterschied ganz deutlich machen, weil er wichtig ist. Zum Beispiel jemand, der frisch bekehrt ist, neu im Glauben, und der auf den ersten zehn Seiten seiner Bibel, wenn er sie zum ersten Mal an die Hand genommen hat, die Trinitätslehre noch nicht sofort gefunden hat. Wenn er dann im Hauskreis ehrlich fragt, ob das wirklich so in der Bibel steht, ist das alles gut und total in Ordnung. Den wollen wir gern an die Hand nehmen und mit Geduld zeigen, wie, wo, was und warum die Trinitätslehre biblisch ist.

Aber großer Unterschied: Sobald jemand, der das mit der Trinitätslehre nicht gecheckt hat, vor eine Kamera tritt oder durch soziale Medien in die Welt hinausposaunt, dass die Bibel angeblich nicht trinitarisch wäre und dass Jesus angeblich nicht Gott sei – Junge, pass auf, was du tust!

Deshalb ist für alle von uns, die ein gewisses Maß an Einfluss haben, ganz wichtig: Nicht über Dinge reden, über die du nicht Bescheid weißt. Und nein, nur mal einen Podcast beim Joggen hören und zwei YouTube-Videos schauen, das zählt nicht als Bescheidwissen.

Zweitens: Was wir beachten müssen: Ein Irrlehrer kann ein Irrlehrer in seinen Worten sein, das heißt, er lehrt Dinge, die einfach falsch sind und gibt diese als christlich vor. Dazu kommen wir gleich. Aber jemand kann auch ein Irrlehrer in der Tat sein, also ein Irrlehrer durch seine Taten, indem er durch sein Verhalten Irrlehre vermittelt.

Wir lernen ja auch durch unsere Taten, durch unser Beispiel. Ich gebe dir ein konkretes Beispiel, das ich selbst beobachten musste: Ein Pfarrer, ein evangelischer Pfarrer, ist mit einer Bekannten zusammengezogen, ohne dass die beiden verheiratet waren. Diese Bekannte war dazu noch eine Nichtchristin.

Geistlich betrachtet bedeutet das Folgendes: Statt ihr zu helfen, Vergebung zu finden und das ewige Leben zu entdecken, hat er sie noch tiefer in zusätzliche Sünden hineingeführt. Der Pfarrer sollte die Welt ans Licht führen und sich ihr nicht anschließen. Das heißt, dein Lebenswandel ist tatsächlich wichtig für die Lehre. Jesus macht das ganz deutlich – dazu gleich mehr.

Drittens: Es gibt einen Unterschied zwischen jemandem, der grundsätzlich biblische Dinge lehrt und mal einen Fehler macht – das kann passieren – und jemandem, der immer wieder und am Stück Dinge lehrt, die einfach nicht biblisch sind und es eigentlich besser wissen könnte.

Mein persönlicher Eindruck von den Irrlehrern, die ich selbst gesehen habe: Es ist selten so, dass sie sich zum Beispiel auf eine Kanzel stellen und Dinge brüllen, die direkt gegen das Apostolikum sind, also direkt gegen das apostolische Glaubensbekenntnis. Das kommt leider auch vor.

Vor kurzem gab es wieder die Diskussion, ob das apostolische Glaubensbekenntnis abgeschafft werden soll, weil es nicht mehr zeitgemäß wäre und nicht mehr inklusiv genug für andere Religionen. Wenn wir so eine Diskussion führen, dann ist es eh verloren.

Ein häufiges Problem in der Realität ist jedoch, dass Halbwahrheiten gepredigt werden. Diese Halbwahrheiten verzerren die ganze Weltanschauung komplett. Ich gebe gleich ein paar konkrete Beispiele.

Deshalb musst du tierisch aufpassen. Du musst auch tierisch aufpassen, nicht Leute zu schnell als Irrlehrer zu bezeichnen. Umgekehrt müssen die Leute, die tatsächlich Einfluss haben – ich sage es noch einmal: Wir müssen echt aufpassen.

Das Neue Testament macht deutlich, dass Lehrer umso härter gerichtet werden. Sich einfach nur hinzustellen und irgendetwas zu verkündigen, zu predigen und zu lehren – das darf Spaß machen, aber das ist kein Spaß.

Acht biblische Merkmale von Irrlehrern

Diese Vorrede war mir wichtig. Nun komme ich direkt zum Thema: Was sind acht Merkmale, an denen man Irrlehrer erkennen kann? Und für diejenigen mit überdurchschnittlichem Einfluss unter uns: Woran kannst du bei dir selbst erkennen, dass du möglicherweise auf Abwege gerätst?

Merkmal Nummer eins:

Merkmal 1: Falsche Lehre über das Evangelium

Ein Irrlehrer lehrt etwas Falsches über das Evangelium. Das bedeutet, er vermittelt falsche Vorstellungen darüber, wie Menschen vor dem Jüngsten Gericht gerettet werden können und wie sie durch den stellvertretenden Tod Jesu begnadigt werden.

Wenn jemand über diesen absoluten Kern der Bibel etwas Falsches lehrt, ist das sehr problematisch. Zum Beispiel heißt es im 2. Petrusbrief, dass Irrlehrer verleugnen, dass es Jesus ist, der rettet.

Ein Beispiel dafür wäre die Behauptung, man dürfe nicht mit Juden über das Evangelium sprechen, weil sie auf eine andere Weise gerettet würden. Oder die Aussage, Muslime hätten ihren eigenen Heilsweg, da sie ja auch an Gott glaubten. Deshalb dürfe man mit Muslimen nicht über Jesus reden, weil Gott alle Muslime auf andere Weise retten werde.

Oder man bezieht sich auf das 5. Buch Mose, Kapitel 13. Ein Irrlehrer ist demnach jemand, der eigentlich das Christentum verkünden sollte, stattdessen aber andere Religionen fördert und empfiehlt. Er sagt zum Beispiel: „Du kannst auch Mitglied in einer anderen Religion sein.“ Das ist sehr problematisch.

Deshalb ist der erste Lackmustest ganz einfach: Das Evangelium. Wahrscheinlich ist das keine Überraschung. Das Evangelium in acht Worten lautet: Jesus starb für dich, du kannst freigesprochen sein. Das ist das Evangelium in acht Worten.

Genauer habe ich das unter diesem Video auf biblischer Grundlage erklärt. Du kannst es selbst genau prüfen und auseinandernehmen, ob es biblisch ist oder nicht. Falls du denkst, dass es bibeltreu ist, kannst du es nutzen, um andere daran zu messen.

Merkmal Nummer zwei folgt.

Merkmal 2: Falsche Lehre über Jesus Christus

Ein Irrlehrer lehrt falsche Dinge über Jesus Christus, also Aussagen über Jesus, die nicht mit dem Neuen Testament vereinbar sind. Im ersten Johannesbrief findet sich dazu eine deutliche Warnung, besonders im Hinblick auf die Endzeit. Dort heißt es: „Jesus war wirklich ein Mensch aus Fleisch und Blut.“

Weiter wird erklärt, dass der Geist des Antichristen, ein anderes Thema, bestreiten wird, dass Jesus wirklich Mensch war. Das ist eine wichtige Aussage, die man nicht übersehen sollte. Im gesamten Abschnitt des ersten Johannesbriefs wird sinngemäß gesagt: Wer behauptet, Jesus sei nicht von Gott, sondern zum Beispiel nur ein Prophet, ein Menschenbruder oder ein Wanderprediger gewesen, der versehentlich durch ein Justizirrtum hingerichtet wurde, der verkündet nicht den neutestamentlichen Jesus Christus.

Dass es Ähnlichkeiten mit gewissen Kirchen gibt, die solche Ansichten praktisch vertreten, ist rein zufällig. Deshalb ist die Sohnschaft Jesu so wichtig: Jesus ist der Sohn Gottes. Aus diesem Grund ist es auch so bedeutsam, mit Menschen über die Trinität zu sprechen.

Falls es dir schon einmal aufgefallen ist – ein kleiner Exkurs – wenn du mit Menschen sprichst, die Probleme mit der Trinität haben, dann höre genau zu. Meiner Erfahrung nach haben sie meistens kein Problem damit, dass Gott der Vater Gott ist. Das wird akzeptiert. Auch dass der Heilige Geist Gott ist, wird von vielen noch als in Ordnung angesehen. Das eigentliche Problem ist meist Jesus. Nach dem Motto: Jesus soll nicht gleichzeitig wahrer Mensch und wahrer Gott sein.

Im zweiten Johannesbrief heißt es dazu, dass viele Verführer, also Irrlehrer, nicht anerkennen, dass Jesus Christus körperlich gekommen ist. Im Griechischen steht hier eine Partizipialkonstruktion, die übersetzt werden müsste mit der Aussage, dass Jesus Christus körperlich in die Welt gekommen ist und körperlich wiederkommen wird. Viele von diesen Irrlehrern sind in die Welt hinausgegangen. Solche Menschen sind Verführer.

Der zweite Johannesbrief sagt also, dass ein Verführer jemand ist, der nicht lehrt oder lehrt, dass Jesus nicht körperlich wiederkommen wird. Das bedeutet, man sollte genau hinschauen, was Leute über die Endzeit lehren oder ob die Endzeit für sie überhaupt ein Thema ist. Die Bibel macht klar, dass die Endzeit ein wichtiges Thema ist, und daran kann man Irrlehre erkennen.

Wir werden demnächst in einer eigenen Videoreihe ausführlich über die Endzeit sprechen. Es dauert noch ein paar Wochen, aber die Reihe kommt. Wer möchte, kann die Glocke unter diesem Video drücken, die sich unten rechts befindet, um benachrichtigt zu werden.

Deshalb ist Lackmustest Nummer zwei für Irrlehrer die sogenannte Christologie, also die Frage: Was lehren sie über Jesus Christus? Lehren sie, dass Jesus ein wahrer Mensch ist? Lehren sie, dass Jesus wahrer Gott war? Lehren sie, dass Jesus körperlich auferstanden ist und dass Jesus körperlich wiederkommt? Wenn ja, ist das ein gutes Zeichen.

Machen sie keinerlei Abstriche beim apostolischen Glaubensbekenntnis? Stehen sie voll und ganz dazu? Oder gerät das irgendwie ins Wackeln, und es heißt dann vielleicht: „Das und das ist übertragen gemeint“, „Das kann man heute nicht mehr so sagen“ oder es werden andere Ausreden vorgebracht?

Das ist Merkmal Nummer drei.

Merkmal 3: Widerspruch zur Bibel

Ein Irrlehrer lehrt Dinge, die der Bibel widersprechen. Das ist im Neuen Testament klar beschrieben, aber auch im Alten Testament findet man das, zum Beispiel unter dem Begriff „Falscher Prophet“ oder „Lügenprophet“. Dort wird erklärt, dass jemand etwas über die Weisungen des biblischen Gottes stellt.

Was könnte das sein, was man über Gottes Weisungen stellt? Das könnten zum Beispiel andere Weisungen sein, nicht-biblische Texte oder Lehren. Es könnten auch Eingebungen sein, die jemand hatte oder nicht hatte, und dann behauptet, diese Eingebungen seien wichtiger als das, was Gott sagt.

Was kann das in unserer heutigen Zeit sein? Das kann zum Beispiel der gesellschaftliche Mainstream sein, der sich sowieso alle dreißig Jahre ändert. Dann sagt das Neue Testament A, aber der Mainstream sagt B. In dem Moment, in dem wir den Mainstream über das Neue Testament stellen, haben wir ein Problem.

Ein weiteres Beispiel sind Gefühle. Vielleicht hast du das schon erlebt. Ich will Gefühle nicht schlechtreden, mir geht es darum, was Autorität hat. Das Neue Testament sagt A, aber ein Prediger sagt: „Ich fühle aber B“ und empfiehlt seiner Gemeinde, B zu folgen. Das ist gefährlich. Wir sollten alles anhand dessen prüfen, was wir wissen, dass es Gottes Wort ist.

Was ist denn jetzt Gottes Wort? Wie gesagt, das Neue Testament sollte für uns klar sein. Manchmal fragen Leute, wie es mit dem Alten Testament ist. Ich erkläre es kurz: Das Alte Testament besteht, nach unserer Einteilung, aus 39 Büchern. Von diesen 39 Büchern gibt es fünf Ausnahmen: Esra, Nehemia, Esther, das Buch Prediger und das Hohelied von Salomo.

Abgesehen von diesen fünf Ausnahmen werden alle anderen 34 Bücher im Neuen Testament zitiert. Das bedeutet, sie werden vom Neuen Testament bestätigt und als autoritativ angesehen. Die fünf Ausnahmen sind in denselben Schriftrollen enthalten wie die zitierten Texte. Deshalb können wir zu Recht sagen: Die 27 Schriften des Neuen Testaments bestätigen die 39 Schriften des Alten Testaments.

Deshalb ist es völlig zu Recht so, dass deine Bibel ein Neues Testament und ein Altes Testament enthält. Da steckt einiges dahinter. Mehr dazu und vor allem dazu, was Jesus selbst über die Bibel und das Alte Testament gesagt hat, findest du in einem eigenen Beitrag. Dieser wird dir auch angezeigt, wenn du die Glocke rechts unter diesem Video drückst. So kannst du dir selbst ein Bild machen.

Nun zu etwas Kuriosem, was die Bibel dazu sagt: Jesus sagt, ein Irrlehrer lehrt aus einer falschen Autorität. Jetzt müssen wir uns überlegen, was das für Autoritäten sein können, die manche Leute nutzen, um ihre Aussagen zu untermauern, als ob es nicht ausreichen würde, dass es in der Bibel steht.

Das können zum Beispiel Zeichen und Wunder sein, sogenannte satanische Wunder. Das wäre ein eigenes Thema, aber Jesus sagt, so etwas existiert. Es gibt Wunder, die nicht von Gott kommen, sondern von der anderen Seite. Das können riesige Spektakel sein oder auch Emotionen.

Solange jemand seine Botschaft nur auf Emotionen gründet, selbst wenn das Wort Gottes etwas anderes sagt, ist das schwierig. Noch einmal: Ich will Emotionen nicht schlechtreden. Mir geht es nur darum, dass es problematisch wird, wenn Emotionen Autorität erhalten und über dem Wort Gottes stehen sollen. Dann haben wir ein Problem.

Deshalb wollen wir alles an Jesus und am Neuen Testament prüfen. Das Neue Testament sagt dazu ganz klar: Keiner, der über das hinausgeht, was Christus uns gelehrt hat, wird Gemeinschaft mit Gott haben. Nur wer bei dieser Lehre bleibt, bleibt mit dem Vater und dem Sohn verbunden.

Deshalb ist es so entscheidend, dass wir Jesus das letzte Wort geben und akzeptieren, dass Jesus das letzte Wort haben darf. In der Bibel gibt es mehrfach die scharfe Warnung: Fügt der Bibel nichts hinzu, nehmt ihr nichts weg.

Das Hinzufügen ist den meisten von uns klar: Wir sollen keine anderen Schriften wie das Buch Mormon hinzufügen. Aber auch das Wegnehmen wird oft nicht genug beachtet. Genau das passiert in der liberalen Theologie.

Ich war früher selbst liberaler Theologe, und ich will ehrlich sein. Damals habe ich eine Sache nach der anderen aus der Bibel gestrichen. Ich könnte viele Beispiele nennen, aber ich will auf einen Punkt hinaus: Im Studium der liberalen Theologie wollten wir fromme Formeln wie Gottesdienste beibehalten, damit wir als Christen oder Kirche wahrgenommen werden.

Aber nur die Teile, die gesellschaftskonform sind. Ich wollte nichts haben, das erfordert, dass ich mich ändere. Am Ende hatten wir einen Gott, den wir zwar Herr nennen, der aber nur im Namen Herr ist. Warum? Weil er keine Ansprüche auf unser Leben stellen darf.

Wir wollen Christen sein, aber keinen Unterschied zu Nichtchristen darstellen. Viele von uns waren damals im Studium nicht bekehrt. Liberale Theologie ist so ein Placebo. Sie entsteht, wenn man aus dem Christentum eine neue Religion schaffen will, die keinen Anstoß erregen darf.

Liberale Theologie rechnet nicht mit einem persönlichen Gott, der eigene Charaktereigenschaften hat und anders sein kann, als wir denken. Ich habe schon mehrfach gesagt: Wenn der Gott, zu dem du betest, niemals eine andere Meinung haben kann als du, dann führst du wahrscheinlich ein Selbstgespräch.

Viele können sich eher vorstellen, dass Gott seine Meinung ändert, als dass wir immer unsere Meinung ändern. In der liberalen Theologie fehlt oft die Vorstellung von einem persönlichen Gott, der aktiv wird und auch Dinge tut, die uns nicht gefallen.

Da sind wir wieder beim Thema Gericht und Endzeit. An einer kuriosen Stelle heißt es in der Bibel: Manche Irrlehrer haben den Anschein der Frömmigkeit, aber sie verleugnen die Kraft – man kann das mit Gottesfurcht übersetzen.

Sie haben den Anschein, auf Gott ausgerichtet zu sein, aber sie verleugnen die Kraft, die Gott tatsächlich hat. Manche Irrlehrer gehen nicht ernsthaft davon aus, dass Gott tief in unser Leben und in das Weltgeschehen eingreifen kann und wird.

Das ist eines der Merkmale liberaler Theologie. Auf diesem Kanal gibt es mehrere Videos dazu, in denen du auch die neuen Merkmale liberaler Theologie sehen kannst. Drücke gerne die Glocke unten rechts unter diesem Video, dann wird dir das angezeigt.

Deshalb ein Wort an Lehrer, Prediger, Gemeindeleiter und alle in kirchlichen Funktionen: Damit wir nicht auf Abwege geraten, unsere Gefühle nicht über das Wort Gottes stellen und vermeintliche gesellschaftliche Anforderungen nicht über das Wort Gottes stellen, überlege dir gut, wie viele Minuten in der Woche du mit dem Lesen oder Anschauen von Nachrichten verbringst.

Solange du mehr Zeit im Monat mit Nachrichten verbringst als mit dem Lesen deiner Bibel, wird dein geistliches Wachstum empfindlich stagnieren. Deine Gemeinde wird von deinem Verhalten Schaden nehmen, das verspreche ich dir.

Falls du mir das nicht glaubst, mach selbst die Probe aufs Exempel. Es zählt nicht nur, weil ich es sage, das ist mir klar. Probier es einfach mal drei Monate ohne Nachrichten oder Fernsehen. Die Zeit, die du sonst damit verbracht hast, nutze stattdessen, um das Neue Testament durchzulesen.

Ich sage dir, du wirst geistlich ein anderer Mensch sein.

Für uns alle gilt: Um Lehrer an der Bibel zu prüfen, musst du die Bibel kennen. Du kannst das nicht einfach auf deinen Pastor, Pfarrer oder Priester abwälzen. Das ist deine Verantwortung.

Ich habe vor kurzem eine Rechnung gemacht, um das zu verdeutlichen, ohne jemandem zu nahe treten zu wollen. Angenommen, du bist kein Feuilletonleser der FAZ mit drei Doktortiteln, kein Vielleser, hast keinen Master- oder Bachelorabschluss.

Ich persönlich denke, Studienabschlüsse sind sowieso überbewertet. Nehmen wir an, du hast kein Abitur, sondern einen mittelmäßigen Abschluss der zehnten Klasse. Und du bist kein Vielleser.

Die meisten, auf die das zutrifft, haben eine Lesegeschwindigkeit, mit der du problemlos in fünf Monaten die Bibel durchlesen kannst. Die fünf Monate sind aufgerundet; eigentlich wären es eher viereinhalb Monate.

Das heißt, du fängst jetzt an, deine Bibel zu lesen, und bist fertig, bevor draußen die Blätter braun sind.

Mach das, es wird dein Leben verändern.

Ich habe mir überlegt, wie ich die Bibel beim ersten Mal durchgehen würde. Ich würde mit dem Markus-Evangelium anfangen – das kannst du dir leicht merken. Dann würde ich eine bestimmte Reihenfolge wählen, damit es viel leichter verständlich ist, worum es geht.

Nimm gern diese Roadmap durch die Bibel kostenlos mit. Damit haben schon Tausende Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ihre Bibeln durchgelesen. Bis jetzt haben wir ausschließlich positives Feedback bekommen.

Viele waren überrascht, was sie alles in ihrer Bibel entdeckt haben und wie schnell das ging. Nimm sie gern mit, sie ist direkt der erste Link hier unter dem Video. Klick einfach drauf.

Merkmal 4: Charakterliche und moralische Parallelen zu biblischen Negativbeispielen

Merkmal Nummer vier für Irrlehrer wird im Judasbrief beschrieben – dabei handelt es sich nicht um Judas Iskariot, sondern um einen anderen Judas. Es heißt dort, dass die Irrlehrer denselben Weg eingeschlagen haben wie Kain, der Sohn von Adam und Eva.

Kain ging den Weg der Halbherzigkeit und Eifersucht. Er kümmerte sich nicht um andere Menschen. Als er gefragt wurde: „Bin ich der Hüter meines Bruders?“, antwortete er ablehnend, als ob ihn das nichts angeht und er keine Verantwortung dafür trägt. Die Antwort hätte eigentlich „Ja, hast du“ lauten müssen.

Weiter heißt es, dass sie wie Bileam aus dem vierten Buch Mose für Geld zu allem bereit waren. Sie erklärten sich selbst für alles bereit. Außerdem wird gesagt, dass sie wie Korach zugrunde gehen würden, weil sie sich auflehnten. Das bedeutet wieder das Thema „Keine Unterordnung“.

Im Fall von Korach und den Menschen, die sich ihm anschlossen, findet man diese Geschichte in den ersten fünf Büchern Mose. Dort haben sie sich nicht Mose untergeordnet, also nicht den Dingen, die Gott bereits bestätigt und überliefert hatte. In der heutigen Zeit bedeutet das, dass sie sich nicht der Bibel unterordnen.

Das Thema ist also: Halbherzigkeit, sich nicht um andere Menschen kümmern, käuflich sein und sich nicht unterordnen – besonders nicht der Bibel.

Im zweiten Petrusbrief heißt es dazu: Die Irrlehrer handeln aus Habsucht und Gier. Sie machen mit frei erfundenen Worten Geschäfte. Das Hauptziel der Irrlehrer ist es also, sich selbst zu bereichern.

Dies ist ein dritter Lackmustest für Irrlehrer: Ein Irrlehrer würde nichts tun, was ihn nicht bereichert. Die Hauptmotivation ist Habsucht und Gier. Man kann sich fragen: Würde jemand das tun, was er tut, wenn er nichts dabei verdienen würde?

Der Hauptweg der Irrlehrer ist, dass sie mit frei erfundenen Dingen arbeiten und sich nicht streng an die Bibel halten.

Mehr dazu wird es demnächst in einem eigenen Beitrag geben, wenn wir das völlig unbiblische Wohlstandsevangelium genauer unter die Lupe nehmen. Wir schauen uns an, woher es kommt, was es ist, wie man es erkennen kann und wo es heute verbreitet ist.

Um diesen Beitrag zu sehen, kann man die Glocke rechts unter dem Video drücken. Dann wird das Wohlstandsevangelium angezeigt.

Merkmal Nummer fünf folgt.

Merkmal 5: Falsche Ergebnisse der Lehre

Die Lehre von Irrlehrern führt zu falschen Ergebnissen. Jesus sagt dazu in der Bergpredigt: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ Früchte sind also Dinge, die aus dem wachsen, was wir tun.

Im Fall von Irrlehrern sind diese Früchte nicht mit den Kernbestandteilen des neutestamentlichen Christentums vereinbar. Das bedeutet, Jesus hat nicht das letzte Wort für sie. Zum Beispiel nennen Irrlehrer Dinge, die Jesus klar als Sünden bezeichnet, kein Problem.

Oder sie behaupten, dass man weiterhin sündigen kann. Für Jesus ist das ein Problem. An mindestens zwei verschiedenen Stellen sagt er ausdrücklich, dass das nicht so sein soll. Irrlehrer behaupten auch, es sei nicht nötig, im Zuge des Christseins sein Leben zu ändern. Das ist problematisch.

Manche Irrlehrer behaupten, es gebe kein jüngstes Gericht, und niemand könne dadurch gefährlich werden. Andere sagen, man müsse etwas tun, damit Gott einem vergibt. Nach diesem Motto hast du zwar die Vergebung von Gott, brauchst aber zusätzliche Taten, um gerettet zu werden. Das ist natürlich Quatsch.

Irrlehrer zeigen oft selbst keine Liebe. Sie ermutigen nicht zur Liebe, oder man sieht einfach keine Liebe in dem, was sie tun. Außerdem erzählen Irrlehrer nicht anderen von Jesus, sondern von irgendwelchen anderen Dingen.

Noch einmal: Über das Wie, also wie wir Menschen von Jesus erzählen, kann man diskutieren. Ich persönlich habe da eine klare Überzeugung, die ich gut begründen kann. Hier geht es aber erst einmal darum, ob Mission und Evangelisation überhaupt stattfinden.

In wenigen Wochen werde ich dazu ein eigenes Video veröffentlichen, in dem ich über diese Früchte spreche und erläutere, was laut der Bibel die Früchte des Heiligen Geistes in deinem Leben sein können.

Merkmal Nummer sechs.

Merkmal 6: Nebensatz-Theologie

Von Irrlehren – das ist etwas, was viele nicht auf dem Schirm haben – gibt es die sogenannte Nebensatz-Theologie. Nebensatz-Theologie kann in zwei Richtungen auftreten.

Die erste Richtung ist, dass Leute Hauptsätze der Theologie – also zentrale Aussagen, die im Neuen Testament und für das Christentum besonders wichtig sind – nehmen und diese zu Nebensätzen herabstufen wollen. Genau das passiert in der liberalen Theologie. Vor wenigen Wochen hat ein sehr bekannter evangelischer Pfarrer behauptet, dass der stellvertretende Sühnetod von Jesus Christus, das Kernstück des Christentums überhaupt, „Bullshit“ sei – also nichts Wertvolles. Ich formuliere das hier konstruktiv, aber darauf möchte ich hinaus.

Es gibt jedoch auch das gegenteilige Problem der Nebensatz-Theologie, und das sollten wir ernst nehmen: Menschen machen aus einer Mücke einen Elefanten. Ich nehme ein konkretes Beispiel: In einer Gemeinde ist es ganz zentral, dass ein Ehemann und eine Ehefrau auf keinen Fall miteinander tanzen dürfen. Das ist dort eine zentrale Lehre. Dazu muss man sagen: Tut mir leid, es gibt keine biblische Grundlage, um das Tanzen zwischen Ehepartnern zu verbieten – eher im Gegenteil.

Oder man kennt es auch von bestimmten Kleidervorschriften, die als das Allerwichtigste angesehen werden. Noch einmal: Es ist nicht egal, wie wir uns geben und was andere von uns sehen. Aber solche Dinge wie die Kleiderordnung zu einem Zeichen dafür zu machen, ob jemand Christ ist oder nicht, geht nicht.

Nebensatz-Theologie bedeutet also, dass man Aussagen aus dem biblischen Gesamtbefund nimmt, die dort kaum vorhanden oder sogar unklar sind. Von den 31.102 Versen der Bibel pickt man genau diese wenigen oder unklaren Stellen heraus und macht daraus die Grundlage für schwerwiegende Glaubensaussagen. Das ist nicht richtig.

Warum? Weil wir die Bibel immer von den klaren Stellen zu den weniger klaren Stellen hin lesen sollten – und nicht umgekehrt. Das macht auch logisch keinen Sinn. Im Neuen Testament heißt es sogar im ersten Timotheusbrief, dass Irrlehrer sich mit Nebenschauplätzen aufhalten. Und genau das führt zu Streitsucht unter Christen.

Das ist etwas, das ich ansprechen muss: Ich bin seit vier Jahren auch in sozialen Medien unterwegs, und es hat mich überrascht, wie streitsüchtig und rechthaberisch Christen sein können – gerade wenn es um völlig nebensächliche Themen geht.

Das ist wirklich eine Sache, mit der ich nicht gerechnet habe: Wie besserwisserisch manche Menschen bei völlig irrelevanten Randthemen sind, die für das jüngste Gericht keine Rolle spielen, ob jemand in den Himmel oder in die Hölle kommt, und sich bis aufs Blut darüber streiten.

Jedenfalls ein bisschen konstruktiver: Man muss sehr aufpassen, ob es einem selbst passiert, dass man nicht-heilsrelevante Themen so darstellt, dass Menschen denken könnten, sie seien heilsrelevant. Und ob man vielleicht unwichtige Themen so darstellt, als wären sie super wichtig.

Ja, es gibt biblische Wahrheiten, die wichtiger sind, und solche, die weniger wichtig sind. Unsere römisch-katholischen Freunde haben seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil eine sogenannte Hierarchie der Wahrheiten. Nach meinem Wissen ist das vom Papst auch für bestimmte moralische Verhaltensweisen bestätigt.

Vor allem aber sagt Jesus selbst, dass es eine Unterscheidung gibt. Er spricht von barütera ton nomon – das heißt, es gibt Dinge in der Tora, also im Alten Testament, die weniger wichtig sind als andere. Es gibt also Angelegenheiten, die wichtiger sind als andere.

Diese Unterscheidung zwischen wichtigeren und weniger wichtigen Themen ist entscheidend. Ein Anzeichen geistlich kranker oder gesetzlicher Gemeinden ist es, dass sie nicht mehr unterscheiden können, was Must-have-Themen und was Nice-to-have-Themen sind.

Damit werden wir uns Ende dieses Jahres ausführlicher im „Basics“-Buch beschäftigen.

Merkmal 7: Anfälligkeit für Irrlehre

Merkmal Nummer sieben zum Thema Irrlehre ist nun eine Frage an uns alle: Wer ist denn besonders anfällig für Irrlehre?

Im 2. Timotheusbrief heißt es dazu, dass eine Zeit kommen wird, in der Menschen sich nicht mehr an die reine Wahrheit und reine Lehre orientieren. Stattdessen werden sie, um ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen zu folgen, eine große Anzahl von Lehrern um sich versammeln. Gemeint sind damit Irrlehrer, die genau das sagen, was ihre Ohren gern hören wollen.

Im Griechischen hat dieser Ausdruck sogar eine leicht sexuelle Konnotation. Das bedeutet: Wenn ein Lehrer zu sehr von der Welt oder der Gesellschaft gehypt wird, kann das ein Hinweis sein, genauer hinzuschauen und vorsichtiger zu sein. Allein das ist aber kein endgültiges Kriterium.

Jedenfalls heißt es, dass Menschen, die besonders anfällig für Irrlehre sind, sich Prediger suchen, die Dinge sagen, die ihnen gefallen. Das bedeutet logisch betrachtet: Sobald der Prediger etwas sagt, das ihnen nicht gefällt, ist automatisch der Prediger falsch – nicht sie selbst.

Stell dir einfach vor, du bist im Gottesdienst. Der Prediger sagt etwas, das dir nicht gefällt. Du denkst: „Der Prediger muss falsch sein!“ Statt zu überlegen: „Liege ich vielleicht falsch?“ Das ist das Gegenteil von Kritikfähigkeit. Es bedeutet, unbelehrbar zu sein. Die Bibel nennt das an manchen Stellen auch „verstockt“ zu sein.

Deshalb eine ganz konstruktive Frage an uns alle – und die frage ich auch mich selbst: Kannst du die letzten drei Male nennen, bei denen du etwas gedacht, gefühlt oder sogar gelebt und praktiziert hast – weil du so aufgewachsen bist – und dann doch feststellen musstest, dass Gott in der Bibel etwas anderes sagt? Kannst du drei Beispiele nennen?

Merkmal 8: Lebenswandel von Irrlehrern

Und Merkmal Nummer acht von Irrlehrern ist ihr Lebenswandel. Vielleicht hast du schon gedacht, dass das jetzt kommt. Im Judasbrief heißt es über Irrlehre, dass die Irrlehrer die Gnade Gottes missbrauchen, um ein zügelloses Leben zu führen.

Im Römerbrief steht, dass sie ihrem eigenen Appetit, ihren eigenen Wünschen, Bedürfnissen und Begierden folgen. Im zweiten Petrusbrief wird dazu gesagt, dass sie mit ihrem zügellosen Lebensstil viele Anhänger finden werden. Um ihretwillen gerät der Weg der Wahrheit in Verruf.

Der Begriff „zügelloser Lebensstil“ deutet im Griechischen auch auf das Thema Sexualität hin. Deshalb gibt es einen wichtigen Lackmustest Nummer vier: Was lehrt jemand über Sexualität? Was lebt er selbst? Lässt er im Bereich Sexualität, sowohl in seiner Lehre als auch in seiner Praxis, soweit erkennbar, Gott das letzte Wort haben? Oder denkt und lebt er Dinge, die unter den ersten Christen inakzeptabel gewesen wären?

Ich will das ganz klar sagen, auch wenn es nicht allen gefallen wird: Manche Geistliche, Kirchenmenschen, Pfarrer, Priester, Diakone – das gilt für Freikirchen genauso wie für andere Kirchen – die in unserer westlichen Welt leben und arbeiten, würden in Gemeinden in Nigeria, Zentralasien oder am Golf von Aden ausgeschlossen oder exkommuniziert werden. Warum? Weil ihr Lebenswandel als Gemeindemitglieder dort komplett inakzeptabel wäre.

Das hat viel mit der Haltung zu tun. Schau dazu gern mal in den zweiten Timotheusbrief. Paulus zählt dort viele unchristliche Gewohnheiten und Charaktereigenschaften auf. Diese Stelle hat mich jedes Mal bewegt und lässt mich nicht los.

Er schreibt an Timotheus, dass die Zeit vor dem Ende – wieder ein Thema der Endzeit – schlimme Phasen haben wird. Dann heißt es weiter: Die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldgierig, grob, eingebildet. Sie werden Gott lästern, also seinen Namen leichtfertig in den Mund nehmen.

Außerdem werden sie ihren Eltern nicht gehorchen, was eine antiautoritäre Erziehung widerspiegelt. Sie werden vor nichts mehr Ehrfurcht haben. Eine Eigenschaft bedingt die andere. Weiter heißt es, die Menschen werden undankbar sein. Das ist wirklich krass.

Es gibt übrigens nur zwei Stellen in der Bibel, in denen das Wort „undankbar“ erwähnt wird. Hier wird ganz klar mit Blick auf die Endzeit gesagt, dass Undankbarkeit eines der Merkmale dieser Zeit ist.

Dann folgen weitere Merkmale: Sie sind lieblos und unversöhnlich, verleumden ihre Mitmenschen und leben sich hemmungslos aus. Sie sind gewalttätig, hassen das Gute, sind zu jedem Verrat bereit, leichtsinnig und vom Hochmut verblendet.

Ihr Vergnügen lieben sie mehr als Gott. Das heißt, ihr Lebensstil stellt das Vergnügen über Gott.

Sobald du also Menschen kennst, bei denen du dir Sorgen machst, ob sie in Richtung Irrlehre abdriften, kannst du dir folgende Fragen stellen: Gibt es Leute, die bibeltreu sind und leben? Gibt es Menschen, die ihnen nahestehen und viel von ihrem Leben mitbekommen, die sie überprüfen können?

Unter wem ordnen sich diese Lehrer selbst ein? Was ist für sie die Autorität, bei der sie sagen: „Ja, diese Leute dürfen mir reinreden“?

Und das meine ich genauso, wie ich es sage: Du kannst keine anderen Leute leiten, solange du dich selbst nicht leiten lässt. Für alle von uns, die in irgendeiner Form lehren, gilt: Du kannst keine anderen lehren, solange du selbst nicht belehrbar bist. Es fängt bei dir und bei mir an.