Serie•Teil 10 / 13Neuwied 2013 - Der 1. Timotheusbrief
Generierte Mitschrift
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Rückblick auf den Auftrag des Verkündigers
Ja, wir sind gestern bis Kapitel vier, Vers zwölf gekommen. Ich las ab Vers neun: Treu ist das Wort und aller Annahme wert; denn dafür arbeiten wir auch und werden geschmäht, weil wir die Hoffnung auf einen lebenden Gott gesetzt haben, der der Retter aller Menschen ist, allermeist der Gläubigen.
Solches weise an und lehre. Niemand verachte deine Jugend, sondern werde ein Vorbild der Gläubigen im Wort, in der Lebensführung, in der Liebe, im Geist, im Glauben, in der Reinheit. Bis ich komme, widme dich dem Lesen, dem Aufrufen, dem Lehren. Vernachlässige nicht die Gnadengabe in dir, die dir gegeben wurde durch Weissagung mit Hände auflegender Ältestenschaft. Diesen Anliegen widme deine Aufmerksamkeit. Sei in ihnen, damit dein Fortschritt in allem offenkundig sei. Habe stets Acht auf dich selbst und auf die Lehre, bleibe beharrlich bei ihnen; denn indem du dies tust, wirst du sowohl dich selbst bewahren und retten als auch die, die dich hören.
Wir haben in diesem vierten Kapitel von Vers sieben bis Vers sechzehn gesehen, was der rechte Verkündiger zu tun hat. Ich habe hier meine Gliederung ein wenig umgearbeitet: Aktivitäten des rechten Verkündigers, Verse sieben bis sechzehn. Und wir hatten in Vers sieben: Er soll nicht mit Legenden umgehen, sie abweisen. Zweitens, ebenfalls noch in Vers sieben: Er soll mit der rechten Ehrfurcht umgehen. Bis Vers elf, Vers zwölf: Er soll ein Vorbild werden.
Und welche Rolle spielt dabei das Alter? Keine. Auch wenn er jung ist, auch ganz junge Christen sind schon gefragt, ein Vorbild zu sein. Hier, Timotheus: Niemand verachte deine Jugend. Und in welchen Bereichen soll er dann Vorbild sein? Das wird hier aufgeführt in Vers zwölf: im Wort, also das heißt im Reden, sei es jetzt öffentlich in der Verkündigung, sei es privat im Gespräch, und das ist ja auch Verkündigung.
Paulus beginnt hier mit dem Mund, das ist der wichtigste Teil. Wenn man dort Sieg hat, an diesem Ort bei der Zunge, dann kann man den ganzen Leib beherrschen, sagt Jakobus in Jakobus 3. Wer seine Zunge beherrschen kann, der kann auch die anderen Glieder beherrschen.
Also, wenn vom Herrn Jesus geredet wird, in 1. Petrus 2 von der Sündlosigkeit des Herrn Jesus, da wird auch davon gesprochen: Aus seinem Munde kam kein Trug hervor. Sündlosigkeit wird am Mund Jesu festgestellt. Also, der Mund ist hier sehr wichtig, beziehungsweise das, was aus dem Munde herauskommt.
Merkmale eines vorbildlichen Lebens
Im Wort, in der Lebensführung, also im Lebenswandel, in der Tat, in allgemein gesprochen: was du tust, dein Wandel, wie benimmst du dich? In der Liebe wird das hier besonders von Paulus hervorgehoben. Das ist ja die Kardinaltugend des Christen. Die Liebe ist geprägt von der Liebe, und Timotheus soll hier als Apostel ein Vorbild in der Liebe sein.
Im Geist, das heißt im Heiligen Geist, also in den Geisteswirkungen. Geist steht manchmal für Geisteswirkung, also für das, was der Geist bewirkt. Ein Beispiel ist 1. Korinther 14,12. Da heißt es: „So auch ihr, da ihr um Geisteswirkungen eifrig bemüht seid.“ Die Korinther sind bemüht um Geisteswirkungen. Vielleicht steht das in Ihrer Übersetzung nicht so, aber im Griechischen steht das so. Ich schaue gerade nach: Geisteswirkungen, übersetzt Schlachter, also die haben uns schon die Arbeit abgenommen. Aber im Griechischen steht: „Ihr seid um Geister bemüht.“ Was heißt das? Gemeint ist „Geisteswirkungen“, also das ist schon richtig übertragen von Schlachter. Und bei Elberfelder steht „geistliche Gaben“. Aber im Griechischen steht: „da ihr euch um Geister müht“. Was heißt das? Um die Vielheit des Wirkens dieses einen Heiligen Geistes. Ihr seid darum bemüht, dass der Geist zum Ausdruck kommt, das ist gemeint.
Und wenn hier im Brief ganz kurz steht, er soll ein Vorbild sein im Geist, ist gemeint: in den Wirkungen des Geistes, in dem, was der Geist hervorbringt, was er im Geist tut, was er in der Kraft des Heiligen Geistes tut und mit den Gnadengaben des Heiligen Geistes tut, im Geist.
Im Glauben ist das Nächste. Es könnte ja auch heißen: „in der Treue“ oder beides, im Vertrauen und in der Treue Christus gegenüber. Also Timotheus soll ein Vorbild sein in seinem Vertrauen zu Gott, zu Christus. Man soll sehen können: Wer auf einen unsichtbaren Gott vertraut, der verlässt sich auf Gott. Und andere sollen ermutigt werden, ihm zu vertrauen. Oder es heißt hier in der Treue, also in der Treue Gott gegenüber, in der Treue dem Auftrag gegenüber, den er bekommen hat. Das könnte ja auch gemeint sein.
Und in der Reinheit. Reinheit oder Keuschheit, Reinheit im Reden, im Denken, im Benehmen, im Schauen, im Blicken. Das soll man ihm abspüren: Der ist rein, hat nicht unreine Gedanken, unreines Reden, unreine Blicke. Das muss dem Timotheus gesagt werden. Man könnte sagen, das weiß Timotheus ohnehin. Ja, natürlich weiß er es, aber man muss immer wieder ermutigt sein: Sei ein Vorbild in diesen Dingen. Ja, bitte!
Ja, ich schaue gerade nach, wie die Handschriften hier sind. Ja, da ist das genau das gleiche Problem, das wir hatten. Ich schaue jetzt gerade, welche Handschriften ich hier habe. Ich habe hier so ein Programm, das mir sogar sagt, welche Handschriften das haben und welche nicht. Ja, hier haben wir es. „Im Geist“ – das hat der Mehrheitstext, der Mehrheitstext, der überlieferte Textus receptus. Die alten Handschriften, die alten wie der Codex Sinaiticus, Codex Alexandrinus, Codex Ephraemi und Kathopigensis und wie sie heißen, die lassen das alle aus. Das sind etwa 15 Handschriften, die es auslassen. Der Mehrheitstext hat es also.
Auch da ist wieder die übliche Frage: Geht man nach dem Mehrheitstext, also nach der Mehrheit der Handschriften, oder geht man nach diesen alten Handschriften, die später gefunden wurden? Ich persönlich halte mich an den Mehrheitstext, weil der homogen ist. Die alten Handschriften divergieren untereinander so viel, so stark, dass sie mir nicht zuverlässig vorkommen, ganz besonders nicht der Sinaitikus, der ja viel zu stark bevorzugt wird von den Bibelwissenschaftlern. Aber das war ein besonderer Fund, der Sinaitikus, denke ich, im Jahre 1859 gefunden, von, wie heißt er, Tischendorf. Er war ein gläubiger Mann, der hat den Sinaitikus gefunden, und die Handschrift wurde dann sehr, sehr stark betont. Aber ich denke, viel zu stark betont, denn es ist eine sehr fehlerhafte Handschrift, und nicht umsonst wurde sie in einem Papierkorb gefunden, als sie aus dem Papierkorb geholt hat.
Ja, es ist also wie der Mehrheitstext oder der künstlich zusammengestellte Text, der auf einigen alten Handschriften beruht, so oder so.
Soviel ich weiß, ist dieser Gebrauch, dass es, also dann würde er es wohl anders sagen. Wenn er von dem, dann würde er wohl sagen: im Denken oder in der Gesinnung. Oder da gibt es andere Wörter, die Paulus sonst verwendet. Wenn er Geist verwendet und ohne irgendetwas hinzuzusagen, hinzuzufügen, dann müssen wir schon annehmen, dass er den Heiligen Geist meint. Und hier in dem Fall sind es die Wirkungen des Heiligen Geistes. Ich könnte mal ein Studium machen und dem Wort Geist nachgehen, wie Paulus das Wort Geist verwendet. Da wird man darauf kommen: Wenn er so unvermittelt vom Geist spricht, dann meint er nicht irgendeinen Geist von irgendeinem Menschen, sondern schon den Heiligen Geist.
Ja, und dann in den Versen 13 bis 16, das ist jetzt der vierte Punkt: Was soll er noch tun? Sich dem Verkündigungsauftrag widmen, nicht untätig sein. „Bis ich komme, widme dich dem Lesen, Aufrufen, Lehren.“ Wie lange? Bis ich komme. Das heißt, hier sehen wir wiederum: Paulus ist unterwegs. Paulus will bald wieder in Ephesus sein, um wieder den Platz einzunehmen, den Timotheus jetzt dort eingenommen hat. Damals in den Gemeinden wurden recht schnell Älteste eingesetzt. Die waren sehr stark abhängig von diesen Missionaren, die dann immer wieder vorbeigekommen sind. Heute ist es ja so, dass wir oft sehr, sehr lange warten, bis jemand Ältester wird.
Aber im Neuen Testament war es eine Zeit, in der viele Gemeinden entstanden, viele Menschen zum Glauben kamen. Die brauchten auch eine Leitung, und man hat Älteste eingesetzt. Aber eben: Das waren nicht Theologen. Das waren nicht geschulte Leute, sondern die brauchten immer wieder Unterstützung und Hilfe. Man hat dem Heiligen Geist zugetraut, dass der Herr ihnen helfen wird, und man hat gleichzeitig auch immer wieder Leute vorbeigeschickt. Paulus wusste: Diese Christen dort brauchen Hilfe. Deshalb kommt er hier wieder vorbei und lässt Timotheus zurück. Und später dann werden sie Ephesus verlassen, klar.
Konzentration auf Schrift, Ermutigung und Lehre
Bis ich komme, widme dich, widme dich. Interessant: Widmen heißt sich zernehmen, sich konzentrieren, seine ganze Energie einsetzen für diese eine Sache, für diese Dinge, die hier angeführt werden.
Dem Lesen, dem Vorlesen der Heiligen Schrift. Das ist sehr, sehr wichtig. Damals hatten auch nicht alle eine Abschrift des Alten Testaments und der Evangelien. Das war noch nicht so fertig, wie wir das heute haben, und noch nicht so stark verbreitet. Das Vorlesen war sehr wichtig.
Aber auch heute denke ich, dass das manchmal vernachlässigt wird. Wir sollten vorlesen, wir sollten viel lesen. Auch heute merkt man, dass Christen zu wenig in der Bibel lesen. Man braucht so viel Zeit für seine Handys und für den Computer und so, aber das Bibellesen geht zurück. Ich kenne Gemeinden, die sich zum Ziel gesetzt haben, wenn sie zusammenkommen, dass ein Teil der Zusammenkunft darin besteht, ein Kapitel zu lesen. Sie lesen fortlaufend oder sie lesen viel.
Vorlesen sollten wir nicht unterschätzen. Auch selber sollen wir viel lesen. Man kann es sich auch anhören beim Autofahren. Heutzutage ist das alles kein Problem: Bibeltext laufen lassen, im Autoradio oder wie heißt das, Auto-CD oder MP3 oder wie auch immer. Heute gibt es ja so viele Möglichkeiten.
Widme dich dem Lesen, dem Aufrufen. Das ist das zweite: Aufrufen. Das Wort heißt Parakaleo. Das ist das Wort, das verwendet wird für den Heiligen Geist, den Paraklet, den Tröster, den Aufrufer. Das Wort ist ein positives Wort. Parakalein heißt zusprechen, zurufen. Para heißt zu oder bei, dabei sein, und kaleo heißt rufen. Also einer, der da nebenher läuft und zuruft, während der andere läuft.
Man denkt an die Arena: Da läuft ein Läufer, und der Trainer läuft nebenbei und ruft ihm zu. Er soll durchatmen, vorwärts schauen und tief durchatmen und so weiter. So ist es auch hier gedacht. Aufrufen ist positiv. Manche übersetzen mit Ermahnen, aber die Bibel hat ein eigenes Wort für Ermahnen, das ist Noutheteo, Nouthetein. Das ist das Negative. Das wird auch verwendet in der Kindererziehung. Die Väter mahnen eure Kinder zum Beispiel. Das ist manchmal nötig. Ermahnen ist also schon ein sehr starkes Wort.
Aber hier sollte man das allgemeinere Wort nehmen: aufrufen oder zusprechen, zurufen, auch ermutigen. Und widme dich dem Lehren, dem Erklären der göttlichen Wahrheit.
Lesen, aufrufen, lehren – das wird immer wieder unser Handwerkzeug sein, unsere Arbeit sein, unsere Aktivität sein.
Die Gabe nicht verkümmern lassen
Und was soll er nicht tun? Er soll die Gnadengabe, die in ihm ist, nicht vernachlässigen. Vernachlässige nicht die Gnadengabe in dir. Er soll nicht untätig werden und nicht mutlos werden. Wenn man entmutigt wird durch Leute, die einem nicht zuhören wollen oder das nicht tun wollen, was man ihnen sagt, dann könnte man das Handtuch werfen.
Er soll nicht tatenlos bleiben, sondern weiter mit der Gnadengabe arbeiten, die Gott ihm gegeben hat. Dass er eine Gnadengabe hat, heißt noch nicht, dass er automatisch Frucht davon zieht. Für die Frucht ist Gott zuständig, aber um die Gnadengabe zu betätigen, dafür sind wir zuständig, mit der Hilfe Gottes.
Das wird ihm noch einmal gesagt in 2. Timotheus 1,6. Dort heißt es, er soll sie am Brennen erhalten, 2. Timotheus 1,6 und 7. Halte sie am Brennen, oder fache sie an. Ein Feuer muss man fachen, man muss Luft zuführen, damit es gut brennt, Sauerstoff zuführen. Dazu wird er dort aufgefordert. Er hat eine Schwäche darin, dass er entmutigt wird, und wir sollen uns nicht entmutigen lassen.
Gnadengaben sind bestimmte Fähigkeiten, etwas, was man gut kann, von Gott gegeben. Gott kann auch natürliche Fähigkeiten durch die Bekehrung veredeln, Dinge, die wir vielleicht vorher schon gut konnten. Er kann aber auch neue Gnadengaben geben, in dem Moment, wo wir uns bekehren, oder auch später. Es ist auch möglich, dass wir später noch um eine Gnadengabe bitten dürfen, wenn wir sie brauchen, wenn der Herr uns in einen bestimmten Dienst stellt. Dann darf ich auch beten um Ausrüstung für diesen Dienst. Manchmal bekommen wir die Ausrüstung vorher und dann den Dienst, manchmal bekommen wir den Dienst und dann die Ausrüstung dazu. Aber wir sollen darum beten, dass der Herr uns befähigt, und das tut er auch.
Das sind also Gnadengaben, die bei uns bleiben. Und die Gnadengaben geben uns eine gewisse Rolle. Entsprechend unserer Gnadengabe haben wir eine Rolle im Leib Christi. So wie die Hand die Gnadengabe hat, zu greifen, und die Rolle im Körper eine andere ist als die des Mundes, und die beiden natürlich zusammenarbeiten, der eine hilft dem anderen, so ist es in der Gemeinde Jesu auch. Die Gnadengaben sind also für bestimmte Aufgaben da, die wir zu tun haben. Wir haben einen Platz im Leib Jesu Christi, und der entspricht unserer Gnadengabe.
Es ist interessant, wenn man manche Christen fragt, was sie sind oder was sie tun, dann ist das Erste, was sie sagen, ihr weltlicher Beruf. „Ich bin Ingenieur für das und das“ und so weiter. Aber ein Christ soll sich zuerst verstehen als das, was er im Werk des Herrn ist. Was tust du, was bist du? „Ja, ich bin Evangelist oder ich bin Lehrer oder ich bin Diener, Helfer, Leiter.“ Das ist unser Dienst, unser beständiger Dienst. Es sind keine Gelegenheitsdienste, die wir im Werk des Herrn tun. Das ist unser Hauptberuf.
Vernachlässige das nicht. Das ist wie bei den Muskeln: Wenn man sie vernachlässigt, werden sie schwach. Bei der Gnadengabe ist es ebenso. Man soll sie gebrauchen, und jeder hat mindestens eine Gnadengabe zum Dienen im Reich des Herrn.
Die Gnadengabe, die dir gegeben wurde, durch Weissagung mit Handauflegen der Ältestenschaft: Hier haben wir einen speziellen Fall. Dem Timotheus wurde diese Gnadengabe gegeben durch Weissagung, also jemand hat prophezeit, und mit Handauflegen. Nicht: durch Handauflegen, das steht nicht da, sondern: mit Handauflegen. Das Handauflegen war der begleitende Umstand, und das Weissagen, jemand hat geweissagt, und in Verbindung mit dieser Prophetie wurde dem Timotheus eine Gnadengabe gegeben.
Der, der geweissagt hat, wird wahrscheinlich der Apostel Paulus gewesen sein. Es könnten natürlich auch andere geweissagt haben. Ich weiß, das geht nicht ganz klar aus dem Text hervor. Und die Hände wurden ihm aufgelegt, also von den Ältesten, wahrscheinlich von den Ältesten von Ephesus, oder Entschuldigung, von Derbe und Lystra und Ikonium, dort, wo er hergekommen ist, damals in Apostelgeschichte 16. Da wurden ihm die Hände aufgelegt von den Ältesten. Bitte? Mehr steht nicht da, wahrscheinlich von der ganzen Führung der Gemeinde. Paulus war auch dabei, aber mehr steht nicht da. Die Hände auflegen, die haben gebetet, die haben gebetet. Wahrscheinlich nacheinander, vielleicht haben sie alle gleichzeitig ihre eine Hand auf Timotheus gelegt.
Das ist ja das Handauflegen. Ich habe hier noch eine Folie, zwei Folien. Schauen wir es hintereinander an, machen wir es hintereinander. Also das eine ist zuerst einmal, was geschah hier? Und dann schauen wir uns das Handauflegen an.
Was geschah hier? Also Gott hat offensichtlich Weissagungen gegeben, Prophezeiungen in Bezug auf Timotheus. Wir haben ja auch in Kapitel 1, Vers 18 davon schon gesprochen, Kapitel 1, Vers 18. „Diese Anweisung vertraue ich dir an gemäß den vorangehenden Weissagungen über dich.“ Also es gab mehrere Weissagungen, und so hat Gott etwas geoffenbart, dass offensichtlich Timotheus mitziehen soll, dass Timotheus ja einen Dienst haben soll mit Paulus zusammen.
Zweitens hat dann Paulus seine Hände auf Timotheus aufgelegt. Das steht in 2. Timotheus 1,6, 2. Timotheus 1,6: „Ich erinnere dich, fache das Feuer der Gnadengabe Gottes, also fache die Gnadengabe Gottes, die durch das Auflegen meiner Hände in dir ist.“ Durch hier aber als Begleitumstand, nicht als Mittel. Das weiß man durch das griechische Wort, das hier verwendet wird. Es steht hier nicht „en“, sondern „dia“. „Dia“ ist ein Wort, das den Begleitumstand zeigt. Wir hatten das Wort schon einmal in 1. Timotheus 2,15, da kam es auch vor: Durch das Gebären hindurch wird sie gerettet werden, also im Begleitumstand des Gebärens. Und hier haben wir auch „durch“, nicht als instrumentales „durch“, sondern als ein begleitendes „durch“, also durch Auflegen meiner Hände, begleitend mit Auflegen meiner Hände. Das ist 2. Timotheus 1,6.
Die Hände waren also nicht das Mittel, wodurch der Apostel, der Timotheus die Gnadengabe bekommen hat. Nicht die Hände sind das Mittel, sondern das Mittel war Gott, das Wirken Gottes. Aber der Begleitumstand, das Gebet, war da. Das Gebet geschah mit Handauflegung. Da hat der Herr geantwortet auf das Gebet, und Timotheus hat eine Gnadengabe bekommen. Das war das Zweite. Dadurch wurde jetzt Timotheus zu einem Diener des Apostels Paulus, zu einem Helfer.
Das Dritte: Die Ältestenschaft legte ihre Hände auf Timotheus auf. Das ist unsere Stelle hier, die wir gerade gelesen haben, auch in Verbindung mit Weissagung, vielleicht bezogen hier auf die Weissagung des Apostels Paulus, aber wahrscheinlich haben auch noch andere geweissagt. Der Herr hat ihnen etwas geoffenbart.
Und das Vierte ist: Die Ältesten haben dann den Timotheus entlassen, haben ihn ziehen lassen. Und dadurch, dass sie jetzt gebetet haben und mit Handauflegung gebetet haben, haben sie gezeigt, dass die ganze Gemeinde hinter diesem Timotheus steht. Das Beten mit Handauflegung hat ja Öffentlichkeitscharakter. Es zeigt den anderen: Wir identifizieren uns mit dir, und innerlich ziehen wir mit dir mit, mit deinem Dienst.
Zeichenhandlungen und ihre Grenzen
Schauen wir uns gerade die nächste Folie an über das Handauflegen. Ich versuche dir hier ein paar Stellen zusammenzustellen über das Handauflegen.
Das Händeauflegen ist nicht eine Ordinierung, nicht eine Einsegnung, sondern es ist ein begleitender Umstand des Gebetes. Man kann das feststellen, wenn man dem Thema Handauflegung nachgeht in der Heiligen Schrift. Das wird nicht gefordert, das Handauflegen. Es steht keine Stelle in der Bibel, die sagt, man muss Leuten, die man einsetzt für einen Dienst, die Hände auflegen. So steht das nicht.
Aber es wird einfach praktiziert. Man kann es abschauen: Wenn sie es im Neuen Testament getan haben, dürfen wir das auch tun. Aber es ist nicht so, dass es jetzt unbedingt geschehen muss mit Handauflegung. Es zeigt vielmehr den öffentlichen Charakter, es wird etwas sichtbar gezeigt.
Also, was bedeutet Handauflegung? Zuerst einmal bedeutet Handauflegung Identifizierung. Das geschieht schon im Alten Testament so. Der Opfernde oder der Priester, also der opfernde Israelit oder der Priester, legt die Hand auf den Kopf des Tieres, das für ihn geschlachtet wird. Und er identifiziert sich damit. Also ein Teil von seinem Gewicht stützt er auf den Kopf des Tieres, und das Tier übernimmt sein Gewicht. Symbolisch heißt das: seine Schuld, seine Stelle übernimmt das Tier. Und das Tier wird dann geschlachtet anstelle des Sünders oder desjenigen, der jetzt sein Opfer bringt.
Das Zweite ist: Wir sehen Handauflegung, wenn Gott die Hand auf jemandem legt. In Esra 8,22 habe ich das hier auch, ja: Gott legt die Hand auf jemanden, dann ist es zum Schutz. Gottes Hand lag auf Esra zum Schutz. Oder Gottes Hand zur Züchtigung: Gottes Hand kann auch schwer auf jemandem liegen. Wenn die Hand Gottes schwer auf jemandem liegt, 1. Samuel 5,6 und 1. Samuel 5,11, dann ist es zu einer Züchtigung.
Dann haben wir Handauflegung als Hinweiszeichen der Anerkennung mehrmals im Alten Testament und auch im Neuen Testament. Bei Josua war das so, und auch in 4. Mose 27,22-23. Das möchte ich lesen:
4. Mose 27: Mose tat, wie der Herr ihn geboten hatte, und nahm Josua, stellte ihn vor Eleasar, den Priester, und vor die ganze Gemeinde und erlegte seine Hände auf ihn und gab ihm Befehl, so wie JHWH durch Mose geredet hatte.
Also: Mose legt die Hand auf Josua. Das haben wir auch in 5. Mose 31,7. Einen Moment, jetzt muss ich schauen. Nein, da kommt Handauflegung nicht vor, dort ist nur die Sache selber. Nein, also 4. Mose ist die Stelle.
Und dann haben wir noch Apostelgeschichte 13,3. Auch da kommt die Handauflegung vor, im Zusammenhang mit einer Entlassung von Missionaren, von Aposteln, Paulus und Barnabas. Es heißt hier: Die Gemeinde entließ sie, nachdem sie gefastet und gebetet und ihnen die Hände aufgelegt hatten, nämlich beim Gebet. Man hatte gefastet, man hatte dann gebetet, öffentlich, wahrscheinlich auch privat, auch längere Zeit gebetet, und da hat man aber öffentlich gebetet und ihnen die Hände aufgelegt. Das ist Vers 3.
Und Apostelgeschichte 6,6. Dort haben wir auch eine Handauflegung. Da geht es um diese Diener, die den Aposteln um Hilfe kommen sollten. Die Diener wurden vor die Apostel gestellt, und sie beteten und legten ihnen die Hände auf. Also eine öffentliche Sache, ein öffentliches Gebet. Jetzt wissen alle: Die stehen jetzt da als Diener der Apostel, alle wissen es. In diesem Sinne sind sie jetzt eingesetzt zu einem Dienst.
In diesem Sinne kennt die Bibel schon eine Einsetzung. Wir sagen oft Einsegnung, wobei das deutsche Wort Einsegnung nicht so das Beste ist, was man da gewählt hat. Man sollte möglichst bei biblischen Wörtern bleiben und nicht unbiblische Wörter verwenden. Einsegnen ist ein unbiblisches Wort. Das ist auch eigenartig. Wohin will man segnen? Wieso ein, wieso hinein? Vielleicht wäre Segnung noch besser. Eine Kindersegnung oder eine Ältestensegnung, wunderbar, kein Problem. Aber Einsegnung klingt eigenartig und kann vielleicht auch irrtümlich verstanden werden.
Besser wäre Einsetzung. Man setzt jemanden ein oder ein öffentliches Gebet zur Einsetzung. Eine Segnung zur Einsetzung, zur Anerkennung, dass jetzt dieser Bruder, diese Schwester diesen und jenen Dienst tut, und alle sollen es sehen, alle sollen es wissen. Deshalb werden die Hände aufgelegt. Muss man aber nicht, denn man kann auch so öffentlich beten und sagen: Dieser Bruder tut jetzt diesen und jenen Dienst, und wir stehen hinter ihm. So einfach geschieht das im Neuen Testament.
Die Gefahr ist, dass man sakramental denkt. Die katholische Kirche ist ja ein Beispiel dafür, da denkt man sehr, sehr stark sakramental. Man meint, durch diese Handlung, durch die Handlung des Händeauflegens geschieht etwas, und man meint, das Mittel ist die Hand oder die Handauflegung. Das ist falsch. Auch bei den Charismatikern und Pfingstlern findet man so etwas. Das ist ein falsches Denken, ein magisch-sakramentales Denken. Das kennt die Schrift nicht.
Die Schrift kennt Symbole, ja, symbolische Handlungen, ja. Insofern ist diese Handauflegung ganz sicher eine symbolische Handlung, aber nicht ein magisches oder sakramentales Handeln, so dass Gott irgendetwas wirken würde durch die Handauflegung. Das entsteht aus dem Missverständnis von 2. Timotheus 1,6, weil die Gnadengabe durch die Handauflegung ist. Aber dort nicht als Mittel. Das sollte man hier in einer Fußnote irgendwie gekennzeichnet werden, dass nicht das Mittel hier gemeint ist, die Handauflegung, sondern der begleitende Umstand.
Gebet, Heilung und Empfang des Heiligen Geistes
Ja, und Handauflegung als Hinweiszeichen bei einem Gebet, also ein demonstratives Gebet um Segnung oder um Heilung, das kann auch vorkommen. Dieses Gebet, bei dem man Hände auflegt, kann auch ein Gebet um Heilung sein. Zum Beispiel kommt das im Markus-Evangelium vor: Markus 16,18. Markus 10,16, denke ich, da werden die Kinder gesegnet. In Markus 16,18 heißt es, dass Kranken die Hände aufgelegt werden, und es wird gut mit ihnen werden.
Der Herr Jesus hat das auch getan. In Markus 6,5 hat er einigen Schwachen die Hände aufgelegt und sie geheilt. Markus 6,5 und Markus 16,18 sind Stellen, die zeigen, dass den Gläubigen solche Dinge folgen werden. Sie werden für Kranke beten und ihnen dabei die Hände auflegen, und es wird gut mit ihnen werden.
Also, man darf um Heilung bitten, keine Frage. Wenn der Herr die Heilung gibt, wunderbar. Wenn er sie noch nicht gibt, müssen wir noch warten. Und in manchen Fällen gibt es keine Heilung. Jemand hat einmal gesagt: Gott heilt jede Krankheit, mit Ausnahme der Krankheiten, an denen wir sterben, oder mit denen wir sterben, noch besser gesagt, noch genauer gesagt. Man muss nicht unbedingt an einer Krankheit sterben, aber mit einer Krankheit kann man sterben. Manchmal ist die Krankheit selbst der Grund, warum man stirbt. Manchmal stirbt man, während man krank ist, aber man stirbt wegen etwas anderem. Das gibt es ja auch.
Also: Gebet um Segnung, Gebet um Heilung, und das Wichtige noch: Gebet um den Heiligen Geist. Da haben wir zwei Fälle in der Apostelgeschichte, wo mit Handauflegung um den Heiligen Geist gebetet wird. Das sind Stellen, die besonders in Pfingstkreisen sehr häufig zitiert werden, aber es sind Sonderfälle, und man muss das schon beachten.
Apostelgeschichte 8,17-19 ist die eine Stelle, wo um den Heiligen Geist gebetet wird. Üblicherweise muss man nämlich nicht um den Heiligen Geist bitten, dass der Heilige Geist kommen soll, denn er kommt. Er kommt aufgrund des Glaubens. Der Mensch glaubt, und der Heilige Geist kommt. Aber hier gab es einen Fall in Apostelgeschichte 8, wo der Heilige Geist nicht kam. Und warum kam er nicht? Das steht nicht im Text, aber man kann es vermuten. Die Vermutung ist sehr einfach, denn es handelte sich hier um Samariter, und es war das erste Mal, dass Samariter zum Glauben kamen. Die haben sich taufen lassen, haben aber nicht den Heiligen Geist bekommen.
Der Grund war, dass die Samariter lernen mussten, dass Heil von den Juden kommt. Das hat der Herr Jesus schon früher einmal einer Samariterin gesagt, dass Heil von den Juden kommt. Und ihr könnt nicht die Apostel in Jerusalem einfach umgehen, denn die Samariter waren geneigt, ihre eigene Religion zu haben, unabhängig von Jerusalem. Da waren aber in Jerusalem die Führer der Gemeinde. Und wenn jetzt die Samariter zum Glauben gekommen sind und sie wollen jetzt die Führung der Gemeinde umgehen, dann hätten wir von Anfang an eine samaritische Christendenomination und eine judenchristliche Denomination. Die einen halten sich an die Apostel, die anderen halten sich nicht an die Apostel. Wir brauchen keine Apostel. Das mussten die Samariter lernen.
Der Herr hat klargemacht, dass die Apostel das Fundament sind. Der Herr Jesus ist der Grundstein, aber die Gemeinde ist aufgebaut auf dem Fundament der Apostel. Und so mussten also jetzt die Samariter die Apostel rufen lassen. Das waren hier Johannes und Petrus. Sie kamen, und als die Apostel kamen und beteten und öffentlich beteten, die Hände auflegten, dann kam der Heilige Geist. Dann hat Gott bestätigt. Und jetzt wussten die Samariter: Aha, das Heil kommt von den Juden. Es geht nicht unabhängig von den Juden. Und die Grundlage der Gemeinde sind die zwölf Apostel, die dort in Jerusalem waren. Auf diese Weise hat Gott von Anfang an das geklärt.
Und da gibt es einen zweiten Fall, das war Apostelgeschichte 19, Apostelgeschichte 19. Aber das ist wiederum ein Sonderfall, denn dort waren es Jünger des Johannes des Täufers. Paulus fragte: Worauf wurdet ihr denn getauft? Und sie sagten: Auf die Taufe des Johannes. Und in Vers 2: „Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet?“ Sie sagten zu ihm: Wir haben nicht einmal gehört, ob der Heilige Geist da sei.
Diese Leute waren also nicht richtig unterwiesen. Sie waren Jünger des Johannes des Täufers. Sie haben von dem Messias gehört, von Jesus Christus, dass man an ihn glauben soll, aber sie haben nichts gewusst von dem Kommen des Heiligen Geistes. Und jetzt bekommen sie die richtige Botschaft. Paulus unterweist sie, und er lässt sie taufen. Sie wurden getauft auf den Namen des Herrn Jesus, Vers 5. Und als Paulus ihnen die Hände aufgelegt hatte, nach dem Taufen, als Paulus ihnen die Hände aufgelegt hatte, kam der Heilige Geist auf sie. Das heißt, hier musste also noch gesondert gebetet werden. Der Apostel Paulus musste beten um den Heiligen Geist, und dann hat Gott geantwortet.
Auch hier war es wichtig, dass diese Gruppe von Christen lernen musste, dass Heil über die Apostel kommt, der Heilige Geist. Die Apostel werden nicht übergangen, denn sie hätten von vornherein sagen können: Johannes der Täufer ist unser Apostel, und wir halten uns ja an Johannes den Täufer, wir brauchen die Zwölf Apostel und den Paulus nicht. So hat auch hier der Herr das klargemacht. Jedenfalls war es hier nötig, dass Paulus ihnen die Hände auflegte und offiziell betete für den Heiligen Geist. Und er kam dann, und er kam sichtbar mit Zungenrede und mit Weissagungen.
Also von daher: Handauflegung in diesen gesonderten zwei Fällen in der Apostelgeschichte. Ansonsten kommt der Heilige Geist, sobald das Evangelium verkündigt wird und Menschen glauben. Das sieht man an allen Stellen der Apostelgeschichte, und man liest es auch im Epheserbrief, Kapitel 1, Vers 13 und 14. Ihr seid versiegelt worden mit dem Heiligen Geist, als ihr das Evangelium, das Wort der Wahrheit, gehört habt. Also: Das Wort der Wahrheit gehört, und ihr seid versiegelt worden mit dem Heiligen Geist. Epheser 1,13. Und auch Galater 3: Wie habt ihr den Heiligen Geist empfangen? Durch Gesetzeswerke oder durch die Predigt vom Glauben? Na klar, durch die Predigt vom Glauben. Und als sie glaubten, haben sie den Heiligen Geist bekommen. Galater 3,2.
Also auch hier war für Paulus klar: Wer den Geist Christi nicht hat, der ist nicht sein Eigentum. Das war ab dem Moment klar, denn erst wenn man den Heiligen Geist hat, ist man ein Eigentum Jesu Christi. Wenn jemand an Christus glaubt, bekommt er den Heiligen Geist und wird Eigentum Christi.
Sind dazu Fragen? Ja. Von Paulus und von den Ältesten, dass sie noch einmal nach Ephesus zurückkamen. Ja, das stimmt.
Der Umgang mit Überlieferung und Textfragen
Also die Frage ist, ob das jetzt, ich sage die Ephesus-Frau, Sterbe, der Belüsterer, Ikonion, dass er dort also weggezogen ist und dass er vielleicht wieder zurückgekommen ist und dass das dann geschehen ist.
Theoretisch ist das schon möglich, weil wir ja nicht alle Bewegungen kennen, die da geschehen sind. Allerdings habe ich persönlich Schwierigkeiten, weil ich nicht wüsste, wo ich das unterbringen müsste. Bei welchem Besuch in Galatien wäre das dann geschehen? Denn das war ja schon Apostel des Sechze, war ja schon der zweite Besuch in Galatien. Dann müsste man einen dritten Besuch in Galatien, gut, er heißt noch weiter, er durchreiste die galatischen Länder, wenn ich mich richtig erinnere, bei der dritten Missionsreise. Oder nicht, bin ich jetzt da falsch? Doch, auf der dritten Missionsreise kommt er noch einmal durch die Gegend.
Kann das jemand nachschauen? Hat jemand eine Karte? Soweit ich weiß, kommt er dann noch einmal, kommen sie dann noch einmal vorbei. Ja, ich glaube, am Anfang der dritten Missionszeit. Jedenfalls wäre das dann schon möglich, ja, dass das erst später geschah. Wir wollen es offen lassen.
Beständigkeit im Dienst und die Verheißung des Bewahrens
Gut, dann gehen wir weiter, Vers 15. Ich habe die Frage gestellt: Wie stark soll er sich in seinen Auftrag einbringen?
Vers 15: Mit aller Aufmerksamkeit, diesem Anliegen widme deine Aufmerksamkeit. Widme, wieder dieses Wort: Widme deine Aufmerksamkeit. Das griechische Wort hier heißt denken, kultivieren. Elberfelder sagt: Bedenke dies sorgfältig. Schlachter: Dies soll deine Sorge sein. Das, womit man sich beschäftigt, ist gemeint. Damit beschäftige dich im Denken und im Tun. Es ist nicht nur das Denken hier gemeint.
Also diesem Anliegen widme dich. Darby übersetzt: occupy thyself with these things, beschäftige dich mit diesen Dingen. Young's Literal Translation: of these things be careful. Also über diese Dinge sorge dich, um diese Dinge kümmere dich. In dieser Art kann man es übersetzen. Menge: Dieses lass dir angelegen sein. Recht gut getroffen. Dieses lass dir angelegen sein, diesem widme deine Aufmerksamkeit. Das heißt: ohne Ablenkung, das ist deine Aufgabe.
Wie stark soll es sein? Oder es heißt hier weiter: Sei in ihnen, sei in diesen Dingen, in diesen Anliegen. Auch hier ist das Griechische eigenartig. Was heißt das, sei in ihnen? Was meint er damit? Sei in diesen Dingen. Schlachter übersetzt: Darin sollst du leben, oder lebe darin. Das Wort Leben steht jetzt nicht im Text, aber der Gedanke ist sicher da. Das sei, wie könnte man übersetzen, darin gehe auf. Lebe darin, denke darin, handle darin. Das ist eine unaufhörliche Tätigkeit. Sei dabei bei diesen Dingen. Also wenn man dich antrifft, dann möchte man sehen, dass du das gerade tust. Tag und Nacht ist das deine Sache.
Auch hier wieder ein Imperativ der Gegenwart, also beständig, fortwährend, immer wieder. Bleibe in diesen Dingen, lass nicht locker, sei in ihnen, in diesen Anliegen, in diesen Dingen, die er jetzt gerade erwähnt hat, damit dein Fortschritt in allen Dingen offenkundig sei, so dass also klar wird, dass du Fortschritt machst. Es gibt kein Stillstehen. Entweder gehst du voran oder du gehst zurück, sagt Paulus mit anderen Worten. Aber du sollst wachsen, Timotheus. Bleib dabei, die anderen sollen etwas sehen, dass du Fortschritt machst.
Vers 16: Ich merke, ich soll zurück zur Gliederung, Entschuldigung. Ich habe jetzt etwas vergessen, ich muss hier noch etwas einschieben. Das hatte ich ganz vergessen. Wir waren bei, er sollte ja in Vollmacht handeln, oder wie hatten wir? Ich möchte jetzt nur etwas noch sagen über die Vollmacht, vernachlässige nicht die Gnadengabe, Vers 14.
Es gibt so dieses Denken unter manchen Christen: Ja, Vollmacht, also der eine hat halt die Vollmacht und der andere hat nicht die Vollmacht. Ich wollte darüber kurz etwas sagen. Timotheus bekommt eine Gnadengabe, und durch die Gnadengabe hat er einen Dienst. Und wenn wir einen Dienst haben, haben wir auch Vollmacht. Das Wort Vollmacht heißt nichts anderes als Berechtigung, Autorität, Handlungsgewalt. Und wenn der Herr uns eine Gnadengabe gegeben hat, dann gibt er uns auch eine Handlungsgewalt. Das heißt, er gibt uns mit dem Auftrag auch die Kraft und die Berechtigung, das zu tun.
Also Berechtigung wäre die beste Übersetzung für Vollmacht. Heute wird das Wort Vollmacht falsch aufgefasst, bitte. Ja, er sprach mit Autorität, wie einer, der Berechtigung dazu hätte. Sie haben ja gedacht, nur sie haben Berechtigung, die Pharisäer und Schriftgelehrten haben die Berechtigung zu sprechen. Aber der tritt auf: Mit welcher Berechtigung sprichst du hier eigentlich, und mit welcher Berechtigung handelst du? Wo ist dein Ausweis? Er sprach wie einer, der die Berechtigung hätte dazu, wie einer, der in Handlungsgewalt hier spricht.
Aber in pfingstlichen Kreisen und leider auch in evangelikalen Kreisen wird das Wort Vollmacht falsch verstanden. Man betet: Herr, gib ihm Vollmacht. Was man meint, ist: Herr, gib Segen. Herr möge das gebrauchen, was du tust in deinem Dienst und so weiter, oder gib ihm auch Kraft, dass er das tun kann überhaupt. Das meint man. Aber das Wort Vollmacht ist hier nicht ganz richtig verwendet, denn Vollmacht ist nicht Kraft, Vollmacht ist eine Berechtigung.
Und jeder Christ hat Berechtigung. Zum Beispiel hat jeder Christ Berechtigung, Kind Gottes zu heißen, weil er nämlich Kind Gottes ist. 1. Johannes 1,12: Alle, die ihn aufgenommen haben und ihn aufnehmen, denen gab er die Berechtigung, Kinder Gottes zu heißen, zu werden. Sobald sie dann sind, heißen sie Kinder Gottes, durch den Glauben also werden sie Kinder Gottes, und dann sind sie Kinder Gottes, haben also die Autorität, Kinder Gottes zu sein.
Und wir haben Berechtigung zum Zeugen. Wir dürfen Zeugen von Christus sein. Wir sind berechtigt, wir haben Vollmacht des Zeugnisses. Und wir haben Berechtigung zum Dienen. Wir haben die Vollmacht zum Dienst. Jeder Christ hat Vollmacht zum Dienst, das heißt, er hat die Berechtigung zum Dienen, mit dem Wort, mit dem Mund oder mit der Tat. Und die Kraft für den Dienst ist durch den Heiligen Geist da. Aber was Gott von uns verlangt, ist Gehorsam. Er gibt die Kraft. Aber die Vollmacht, die Berechtigung, hat jeder Christ.
Und niemand hat besondere Vollmacht, heute Dämonen auszutreiben. Das ist nicht unsere Aufgabe. Diese Berechtigung, Dämonen auszutreiben, gab der Herr Jesus den Jüngern damals, als er sie aussandte, 72 Leute aussandte, zu heilen und Dämonen auszutreiben. In Matthäus 16 lesen wir nicht mehr davon, dass er sie aussandte, um Dämonen auszutreiben. Er sagt: Dies sind die Dinge, die den Glaubenden folgen werden, in meinem Namen werden sie große Taten tun usw. Ja, aber der Auftrag besteht in der Evangeliumsverkündigung.
Das kann sein, dass der eine oder andere auch mal im Namen Jesu Christi einen Dämon ausgetrieben hat, wie die Apostel das auch hin und wieder taten. Aber das war nicht der eigentliche Auftrag. Er hat auch nicht den Auftrag gegeben, zu heilen, hinzugehen, um zu heilen. Das mag zwar sein, dass manche Christen das getan haben, und der Herr hat sie bestätigt durch Wunder, die Menschen sind geheilt worden, wie Paulus und Petrus waren ja solche Heiler, und Gott hat durch sie gewirkt. Aber der Auftrag ist es, das Evangelium zu verkündigen. Und wir haben nicht eine besondere Berechtigung, einfach überall, wohin wir kommen, Dämonen auszutreiben oder Kranke gesund zu machen.
Diese Vollmacht, diese Berechtigung haben die Jünger damals bekommen, wir nicht. Wunder tut Gott nach seiner Weise und nach seiner Souveränität. Und wenn er ein Wunder tun möchte, gut. Aber wir haben nicht diesen Auftrag. Wir dürfen beten um Wunder, natürlich dürfen wir das. Beten dürfen wir immer. Aber wenn es dann nicht geschieht, müssen wir uns nicht wundern. Manchmal geschieht es und manchmal geschieht es nicht. Das hat Gott seiner Souveränität vorbehalten.
Das beachten die Charismatiker zu wenig, dass dieser Auftrag nicht uns gegeben wurde und nicht den Aposteln gegeben wurde nach der Auferstehung. Der Auftrag war eindeutig: Verkündigt das Evangelium und geht hinaus in alle Welt und macht zu Jüngern, tauft sie und lehrt sie. Das wohl nur als nebenbei gesagt. Sind dazu Fragen? Also jetzt zurück.
Ich kann es bei der Gesamtvollmacht eine Abstimmung geben. Das ist ja auch der Deutsche, der nicht jemanden Vollmacht ausstellt, der hat dafür meinen Namen etwas gut, er hat meine Berechtigung, er hat die Autorität, möglich zu unterschreiben. Gibt es da eine Abstimmung? Eingrenzung? Gibt es da eine Eingrenzung?
Also diesen Ausdruck, dass jemand heute besonders bevollmächtigt sei im Vergleich zu jemand anderem, so spricht die Schrift nicht. Aber es gibt Gnadengaben, verschiedene Gnadengaben, und mit Gnadengaben ist natürlich eine Berechtigung verbunden. Wenn der Herr jemanden ausrüstet für einen Dienst, gibt ihm auch die Handlungsgewalt, diesen Dienst zu tun, die Berechtigung. In dem Sinn gibt es Unterschiede, na klar. Aber nicht so, dass man sagt, der eine Prediger ist mehr bevollmächtigt als der andere Prediger. Das gibt es nicht. Wer verkündigt ist und wer die Gnadengabe hat und den Dienst bekommen hat, der ist von Gott bevollmächtigt. Und nicht der eine mehr oder der andere.
Wahrscheinlich meint man, der Herr wirkt, man hat gebraucht ihn vielleicht mehr oder ich weiß es nicht. Also das kann man gar nicht immer feststellen, ob der Herr den einen mehr gebraucht als den anderen, weil wir wissen ja gar nicht, was der Herr bewirkt durch die Verkündigung. Man muss ja nicht meinen, nur weil viele Leute kommen, gebraucht ihn der Herr mehr oder weil sich viele bekehren. Es gibt viel Wirken Gottes, das unsichtbar ist, das wir nicht wissen.
Von daher ist dieses Denken nicht richtig, dass ein bevollmächtigter Seelsorger zum Beispiel, ja, da meint man okkulten Seelsorger, ja, da brauchen wir besonders okkulte Menschen, die okkult irgendwie sich da betätigt haben, brauchen wir besondere Seelsorge mit besonderer Vollmacht. Das kennt die Schrift nicht. Solche Leute brauchen einfach Hilfe von der Heiligen Schrift, wo sie ihnen helfen, dass sie lernen, auf die Schrift zu vertrauen, dass sie lernen, zu sehen, dass Jesus Christus sie befreit von den Mächten des Feindes und dass sie Schluss machen mit diesen Dingen. Manche brauchen Begleitung, denn sie werden nicht von heute auf morgen geheilt. Das ist ein ganz eigenes Thema. Aber es ist nicht so, dass wir da einen besonders bevollmächtigten Seelsorger brauchen.
Jetzt zurück, Vers 16: Worauf soll jetzt konkret seine Aufmerksamkeit gerichtet sein? Habe Acht auf dich selbst und auf die Lehre. Diese zwei Dinge müssen wir uns immer wieder vor Augen halten. Wir müssen Acht geben auf uns selbst, kontinuierliche Form hier, also wiederum ein Imperativ Präsens. Das heißt: habe stets Acht, habe immer wieder und beständig und fortwährend Acht auf dich selbst. Pass auf, hüte dich, gib Acht auf dich selbst, dass der Feind dich nicht verleitet, dass du auf richtigem Kurs bleibst, und auf die Lehre, zuerst auf dich selbst, dann auf die Lehre auch.
Tun und lehren, selber tun und dann lehren, so wie Esra getan hatte, Esra 7,10 habe ich gestern erwähnt, Apostelgeschichte 1,1 könnte man hier auch noch anführen, was der Herr Jesus getan hat und gelehrt hat, diese Reihenfolge. Apostelgeschichte 1,1: Ich habe euch den Bericht gegeben über alles, was Jesus begann, sowohl zu tun als auch zu lehren. Er hat getan, er hat gelehrt.
Nur auf die Lehre Acht zu geben, genügt nicht, und nur auf sich selbst Acht zu geben, genügt auch nicht. Auf beides, auf die Lehre und auf nichts anderes. Auf dich selbst, auf die Lehre und auf nichts anderes. Bleibe bei diesen Dingen, das sei konstant deine Aufgabe. Bleibe dabei, lass nicht locker. Du bist Diener Christi vierundzwanzig Stunden pro Tag. Verwicke dich nicht in irdische Angelegenheiten, sagt er in 2. Timotheus 2. Lass dich nicht ablenken. Und es ist wichtig, dass er betet um Weisheit, dass er seine Zeit richtig einsetzt. Und auch für uns ist das wichtig.
Dann in Vers 16 noch eine Verheißung: Denn indem du dieses tust, wirst du dich sowohl selbst bewahren und retten als auch die, die dich hören. Ich habe hier einen eigenen Punkt gemacht, ich weiß es immer noch nicht. Man könnte das auch als fünften Punkt hier einfach anfügen oder als eigenem Punkt: Große Verheißung für den rechten Verkündiger.
Indem du dieses tust, wirst du sowohl dich selbst bewahren und retten als auch die, die dich hören. Hier haben wir wieder dieses Wort retten: wirst du dich selbst retten und bewahren. Was heißt das? Ist es nicht der Herr Jesus, der uns rettet? Wieso müssen wir uns selbst retten? Nun, er muss einen eigenen Beitrag leisten. Es wird etwas gefragt, er muss sich bewahren lassen, er muss schauen, dass er dabei bleibt. Er darf nicht zurückgleiten. Er darf sich nicht einfach auf die faule Haut legen und sagen, es läuft ohnehin alles automatisch ab.
Also retten hier indirekt: wirst du dich selbst retten. Das kommt übrigens öfters vor, dass wir andere Menschen retten können. Das steht auch in der Bibel. Jakobus 5,19 und 20 zum Beispiel. Jakobus 5,19 und 20 ist die Rede von einem, der zurückgeführt wird, von einem Sünder, dem man hilft, wieder zurechtzukommen. Brüder, wenn einer unter euch von der Wahrheit weg irregeleitet wird und einer ihn zur Umkehr bringt, nehme er zur Kenntnis, dass der, der einen Sünder von seinem Irrweg zur Umkehr brachte, eine Seele vom Tode retten wird und eine Menge von Sünden bedecken wird.
Also hier ist jemand, der eine Seele vom Tode rettet, nicht vom irdischen Tode, vom ewigen Tode. Ein Mensch hilft dem anderen wieder zurecht, und dadurch rettet er ihn. Natürlich ist es Gott, der ihn rettet, aber hier verwendet Gott einen Christen, um einen anderen Christen zu bewahren, dass er nicht abrutscht und völlig dem Herrn den Rücken zuwendet. Das ist die eine Stelle.
Oder eine andere Stelle ist in 1. Korinther 9,22: Ich wurde den Schwachen wie ein Schwacher, damit ich die Schwachen gewinne. Allen bin ich alles geworden, damit ich auf alle Fälle, auf jegliche Fälle, in jeglichem Fall etliche rette. Damit ich auf alle Fälle etliche rette. Also Paulus will etliche retten. Wie macht er das? Nun, indem er ihnen die Botschaft bringt. Gott rettet sie dann, er handelt als verlängerter Arm Gottes.
Also in diesem Sinne ist also auch der Mensch beteiligt an der Rettung. Und so in diesem Sinne ist auch der Vers zu verstehen, den wir vorher hatten in Timotheus Brief. Timotheus muss nämlich selber auch einen Beitrag leisten zu seiner eigenen Rettung und Bewahrung, und der Beitrag ist, dass er aufpasst, dass er Acht gibt, dass er bei diesen Dingen bleibt. Wenn er dieses tut, wird er sich selbst retten, und er wird auch die Hörer, denen er den Dienst tut, denen er verkündigt, die wird er auch retten und bewahren.
Also hier sehen wir: Hier ist die menschliche Seite betont. Letztlich ist es Gott, der das Rettungswerk tut, aber er verwendet uns, um andere zu retten und auch zu bewahren, bis sie nämlich ans Ziel ankommen.
Gegensätze und Übergang zu den Anweisungen für die Gemeinde
Ja, damit wollen wir dann noch einen Gedanken, bevor wir hier schliessen, noch einen Nachtrag.
Wenn man dieses Kapitel betrachtet, 1. Timotheus 4, sieht man, wie hier die Gegensätze dargestellt werden. Paulus stellt hier zwei Gegensätze, ja vier Gegensatzpaare, gegenüber. In Vers 1 spricht er davon, dass sich etliche vom Glauben abwenden, und in Vers 16 spricht er davon, dass Timotheus sich selbst und andere rettet. Hier sind also Menschen, die sich vom Glauben abwenden, und er rettet und bewahrt, sodass sie das Ziel erreichen. Und er selbst hat ja auch das Ziel erreicht.
Oder in Vers 1 werden die Geister erwähnt, die Dämonen und ihre Lehren. Man soll sich nicht diesen Dämonen und ihren Lehren widmen. Und in Vers 6 ist das Gegenstück: Man soll sich nähren mit den Worten des Glaubens und der edlen Lehre. Die Worte des Glaubens kommen vom Heiligen Geist, oder? Und die edle, die gesunde, die gute Lehre.
Oder dann hatten wir in Vers 2 die Rede von Heuchlern, die in ihrem Gewissen gebrandmarkt sind. Und in Vers 12 ist davon die Rede, dass Timotheus ein Vorbild sein soll im Wort, im Wandel und so weiter, auch in der Reinheit. Also er soll sich in einem guten Gewissen bewahren, in einem reinen Gewissen. Er soll empfindsam bleiben und schauen, dass er ein Vorbild ist.
Und dann war in Vers 3 die Rede von einer unbiblischen Askese: Man soll gewisse Speisen nicht essen, und man soll nicht heiraten. Und in Vers 7 und 8 ist die Rede von einer gesunden Askese, einer gesunden Gymnastik, nämlich der Gymnastik in der rechten Ehrfurcht, in der Ehrfurcht vor Gott.
Oder Viertel nach neun? Bitte? Habt Sie! Dann haben wir noch Zeit für Kapitel 5. Oder es sind noch Fragen.
Also wenn er hier vom Abfall spricht oder vom Abstandnehmen, vom Sichabwenden, dann scheint das schon wirklich etwas Endgültiges zu sein. Aber das geschieht ja auch in Verbindung mit falscher Lehre. Und er erwähnt dann diese falschen Lehren, diese Dämonenlehren, Lehren von Dämonen, die irreführenden Geister, die das Mittel kennen, damit man abkommt.
Und letztlich ist es immer so, dass wenn Menschen wegkommen von Christus, dann durch eine falsche Lehre. Beziehungsweise sie lassen sich von der Sünde etwas vorgaukeln, das sie nicht ist. Sie meinen, das Glück liege in der Unzucht oder das Glück liege irgendwo anders. Also man lässt sich dann leiten von Lüsten oder von irgendwelchen Menschen oder von Versprechungen, die die Sünde macht, die sie aber nicht halten kann.
Also ich denke, er redet grundsätzlich vom Abfall, dass man sich von Christus wegwendet. Und das, wovon im Folgenden gesprochen wird, das ist ein Beispiel davon. Nämlich dass hier zum Beispiel diese Leute, die hier diese falsche Askese gefordert haben, oder ja, ich weiss nicht, ob ich das zuerst sagen soll: Waren sie dann nicht mehr Christen, oder waren es Menschen, die immer noch meinten, Christen zu sein, aber etwas mehr dazu berufen mussten, als eigentlich die Frage? Sie waren dann faktisch abgefallen, weil sie nicht mehr an die Rettung und Gnade Jesu Christi glaubten.
Ja, in Galatien haben wir einen ähnlichen Fall. Ich möchte gerade das aufschlagen in Galater 5: In der Freiheit, zu der Christus uns freigemacht hat, steht: Lasst euch nicht wieder in ein Joch der Versklavung festhalten! Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr beschnitten werdet oder wenn ihr euch beschneiden lasst, wird euch Christus überhaupt nichts nützen. Ich bezeuge einem jeden Menschen, der beschnitten wird: Er ist schuldig, das ganze Gesetz zu tun. Ihr seid beseitigt worden, ihr seid von Christus weggetan, so viel wie ihr im Gesetz oder durch das Gesetz gerechtfertigt werden wollt. Ihr fallet aus der Gnade.
Also hier sind Leute, die etwas hinzugenommen haben und sagen: Man muss noch dieses und jenes tun, damit man gerettet wird. Das ist wahrscheinlich zu vergleichen mit jenen Irrlehrern, die dort gesagt haben, man dürfe nicht heiraten und man müsse sich von diesen Speisen enthalten. Also es wird ein anderes Evangelium verkündigt, eine falsche Lehre. Und wer dieser falschen Lehre jetzt folgt, der verlässt die Lehre der Gnade. Und wenn er die Lehre der Gnade verlässt, verlässt er Christus.
Die katholische Kirche hat auch die Lehre der Gnade eigentlich verlassen, und Zeugen Jehovas usw. haben eine ganz andere Lehre. Damit haben sie aber das Entscheidende verlassen. Wirklich um einen klassischen Abfall, was nicht heisst, dass man nicht wieder zurückkommen könnte, wenn man sich wieder korrigieren lässt. Das ist ja das Schöne, dass es immer noch Hoffnung gibt, dass man das wieder erkennt als eine Fehlerlehre und dass man wieder zurückkommt zu Christus und zur Gnade. Auch wenn wir echt Busse tun, wird der Herr uns vergeben. Die Frage ist, ob man Busse tun will.
Anweisungen für den Umgang mit verschiedenen Gruppen
Ja, dann machen wir noch ein paar Minuten mit Kapitel 5. Wir brauchen die Zeit ohnehin noch. Jetzt geht es um Anweisungen für den Umgang mit verschiedenen Gruppen von Christen in Kapitel 5.
Timotheus hat also mit Leuten zu tun, mit verschiedenen Leuten. Er sitzt nicht einfach im Büro und studiert das Evangelium. Sondern er tut Hirtenarbeit, etwas, was auch Älteste tun. Ein Hirte ist bei der Herde, und hier bekommt Timotheus also Anweisungen, wie er mit Christen umgehen soll, mit Christen verschiedenen Alters und verschiedenen Geschlechts.
Einen älteren Mann: „Fahre nicht in harter Weise an, sondern rede ihm zu wie einem Vater.“ Hier setzt Paulus voraus, dass man weiss, wie man mit einem Vater spricht. Paulus setzt hier gesunde Familienverhältnisse voraus, wenn er sagt, rede zu ihm wie zu einem Vater. Wie spricht man zu einem Vater? Zu einem Vater spricht man respektvoll, mit Achtung, in Demut, von unten her, in Liebe, nicht rebellisch. Rede ihm zu. Das Wort ermahnen wäre hier zu stark. Hier ist wieder das Wort aufrufen: rufe ihn auf oder ermutige ihn oder rede ihm zu. Das kann schon auch Dinge betreffen, Sünden betreffen, aber auch da ist die Art und Weise wichtig. Man kommt nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern man spricht von unten her, aber man bringt ihm die Wahrheit.
Jüngeren Männern rede zu wie Brüdern, wie man also zu Brüdern spricht. Nicht also über ihnen stehend, sondern als einer von ihnen, zu Brüdern. Wie spricht man mit Brüdern? Auch hier wird vorausgesetzt, dass man weiss, wie man in einer Familie umgeht. Wie redet ein Bruder zu einem Bruder? Er setzt hier voraus, dass man weiss, was eine Familie ist und wie es dazugeht.
Drittens: ältere Frauen, älteren Frauen wie Mütter. Also, wie redet man zu einer Mutter? Wiederum: Wie redet man mit einer Mutter? In Wertschätzung, in Liebe. Das braucht gesunde Familien. Das heisst, wir sehen ja, wie wichtig es ist, dass unsere Familien gesund sind. Unsere Gemeindemitglieder, unsere Geschwister können sonst gar nichts damit anfangen, weil sie nicht wissen, wie eine gesunde Familie aussieht. Hier sieht man, wie die Bibel das voraussetzt.
Heute in unserer Gesellschaft ist es ja so, dass wir die gesunde Familie zerstört haben, systematisch zerstört. Ich werde heute Abend davon sprechen. Wir haben hier einen sehr, sehr grossen Auftrag, in dieser Welt wieder zu zeigen, was Familie ist.
Jüngeren Frauen soll er zureden wie Schwestern. Wie redet man mit einer Schwester? In Reinheit, in Keuschheit, in aller Reinheit oder Keuschheit. Das heisst, es ist ein gewisser Abstand da. Ein Bruder hat mir mal einen Rat gegeben: Wenn du Seelsorge mit Frauen hast, dann nicht alleine, entweder zwei Männer und eine Frau oder zwei Frauen und ein Mann. Also nicht alleine, eins zu eins, oder mit der Ehefrau zusammen. Die Gefahr, dass man sich irgendwie sympathisch wird und verliebt und so weiter, die ist immer da. Wenn man da ganz alleine stundenlange Seelsorge mit einer Schwester hat, ist das nicht gut. Da schwingt zu viel anderes mit. Wenn man zu zweit ist, ist das ganz anders. Also wenn jetzt zwei Brüder da sind, die mit der Schwester sprechen.
Also die Gemeinde wird hier verstanden als eine Familie Gottes, eine grosse Familie. Deshalb diese Ausdrücke.
Versorgung der Witwen und ihre geistliche Lage
Im nächsten Abschnitt kommen dann Anweisungen für die Witwen, Verse drei bis sechzehn, zuerst über wirkliche Witwen und deren Versorgung, Verse drei bis acht.
2 Ehre die Witwen, die wirkliche Witwen sind.
Was ist eine wirkliche Witwe? Da muss man verstehen, was das griechische Wort für Witwe bedeutet. Eine Witwe ist eine Beraubte, das ist das Wort. Die Witwe ist die Beraubte. Und wenn man beraubt ist, dann ist man arm. Die Witwe wurde ihres Mannes beraubt, nämlich durch den Tod. Damit hat sie keinen Beistand mehr, keinen Helfer und Führer mehr. Jetzt steht sie alleine da, kein Versorger mehr.
In damaliger Zeit gingen die Frauen nicht arbeiten. Die Frauen mussten betteln gehen, wenn sie Witwen waren, wenn sie nicht mehr zum eigenen Elternhaus zurück konnten, weil sie schon älter waren. Dann waren sie angewiesen auf Unterstützung. Also eine wirkliche Witwe ist eine, die wirklich beraubt ist.
Es gibt aber Witwen, die zwar ihres Mannes beraubt sind, aber nicht jeglicher Hilfe beraubt sind. Das heisst, sie haben noch Leute, die sie versorgen. Da sind die Verwandten da, und die versorgen sie. Dann sind sie keine wirklichen Witwen, dann sind sie nicht wirklich jeglicher Hilfe beraubt.
In dem Sinn meint er hier: Sie müssen wirkliche Witwen sein, also Frauen, die wirklich alleine dastehen. Ohne Hilfe, ohne Kinder und Enkelkinder und ohne Eltern, die sie unterstützen können. Das wird übrigens hier vorausgesetzt. Wir lesen das auch in den kommenden Versen noch, dass die Familie, die weitere Familie, die erweiterte Familie, Verantwortung füreinander hat. Die Grosseltern und die Enkelkinder usw. Man hat Verantwortung. Wenn einer in Not gerät, braucht er Hilfe. Und es wird vorausgesetzt, dass sich Familien helfen. Auch das ist heute nicht mehr selbstverständlich. Auch hier wird die gesunde Familie vorausgesetzt.
Also eine wirkliche Witwe ist eine, die unversorgt ist, weil sie keine Verwandten mehr hat, die ihr helfen könnten. Die braucht dann Hilfe von der Gemeinde, und solche sind zu versorgen.
Aha, Ehren, danke für den Hinweis. Ehren heisst, nach dem Wert zu behandeln, den jemand hat, jemanden zu achten und anzuerkennen. Das schliesst dann auch, oder kann in manchen Zusammenhängen auch einschliessen, dass man ihn versorgt. Also die Kinder sollen die Eltern ehren. Das heisst: Wenn die Kinder älter geworden sind und die Eltern auch noch älter geworden sind, dann sollen die Eltern auch noch geehrt werden, und auch in diesem Sinne geehrt werden, dass sie sie versorgen, dass sie zu ihnen schauen.
Das fünfte Gebot ist ein Gebot, das eine Verheissung hat: Dann wirst du lange leben und es dir gut gehen auf Erden, wenn du deine Eltern ehrst. Dann werden deine Kinder sehen, dass du deine Eltern ehrst, und wenn du dann alt geworden bist, werden deine Kinder dich ehren, und zwar auch finanziell. Dann wirst du lange leben, dann wirst du nicht verhungern, dann wird es dir gut gehen, wenn du alt wirst. Das hat also eine Verheissung.
Also das Wort Ehren schliesst in manchen Zusammenhängen auch ein, dass man denjenigen entsprechend seinem Wert behandelt. Und wenn jemand Wert hat und nichts mehr hat, wenn er am Verhungern ist, dann wird er behandelt nach seinem Wert. Er ist viel wert, also schauen wir, dass er nicht stirbt. Also versorgen wir ihn. So einfach ist es dann.
Witwen mit Nahestehenden sollen durch diese versorgt werden. Vers 4: Hat eine Witwe Kinder oder Enkel, so sollen diese zuerst lernen, dem eigenen Hause rechte Ehrfurcht zu erweisen und den Eltern Vergeltung zu leisten. Denn das ist edel, schön und angenehm vor Gott. Das ist wirklich etwas Schönes, wenn man sieht, dass diese Kinder den Eltern Ehrfurcht erweisen und ihnen das vergelten, was sie empfangen haben.
Nicht die Eltern sollen den Kinderschatz sammeln, sondern die Kinder sollen für die Eltern Schätze sammeln. Die Kinder sollen die Eltern versorgen. Das ist das Normale, dass die Kinder das den Eltern zurückvergelten, was sie von ihnen bekommen haben.
Sie hat ihre Hoffnung auf Gott gesetzt und verharrt im Flehen und in den Gebeten bei Tag und bei Nacht, oder bei Nacht und bei Tag eigentlich wirklich. Mit der Nacht beginnt es. Das Beten geht bis in den Tag hinein.
Also die wirkliche Witwe, interessant hier die wirkliche unvereinsamte Witwe. Das Wort „und“ ist hier im Sinne von nämlich. Hier ein erklärendes „und“. Das gibt es im Griechischen oft: die wirkliche, und zwar, nämlich die vereinsamte Witwe. Die wirkliche, das heisst, die vereinsamte Witwe hat ihre Hoffnung auf Gott gesetzt und verharrt in Flehen und in Gebeten bei Tag und bei Nacht.
Das Flehen hier heisst Beten in starker Abhängigkeit von Gott, Flehen und Gebete. Sie hat ihre Hoffnung auf Gott gesetzt, also sie murrt nicht. Sie hat sich zu Gott treiben lassen. Durch ihre Not kommt sie zu Gott. Sie fleht. Das Beten ist sehr, sehr dringlich. Man opfert Stunden der Nacht dafür, man verzichtet auf den Schlaf. Und auch am Tag, immer wieder. Man betet dafür, wendet sich zu Gott.
Aber die dem Genuss Ergebene lebt und ist dabei tot. Also die, die in Üppigkeit lebt, die ist, während sie lebt, tot. Das heisst, sie ist nicht absolut tot, sie lebt ja noch, physisch gesehen. Aber sie ist geistlich sehr, sehr, sehr krank. Sie ist geistlich dem Sterben nahe.
Die Bibel verwendet das Wort Tod manchmal im Sinne von: in Begriffen zu sterben. Und zwar an folgenden Stellen: Offenbarung 3,1 folgende haben wir das Wort Tod im Sinne von, drauf und dran zu sterben. Siehe, ich weiss, du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot. Und zu dieser Toten, zu diesem toten Boten der Gemeinde dort sagt er: Werde wach. Du bist tot, werde wach und festige das Übrige, das sich anschickt zu sterben. Das sind Begriffe, die auf das Sterben hinweisen.
Also einem Toten sagen wir üblicherweise nicht: Werde wach. Das hilft nicht mehr. Zu einem Toten zu sagen: Werde wach, hey du, werde wach, das geht nicht mehr. Aber zu einem, der drauf und dran ist zu sterben, sagt man: Jetzt bleib dabei. Man sagt den Menschen, die am Erfrieren sind zum Beispiel: Schlaf nicht ein, schlaf nicht ein. Wenn du einschläfst, dann stirbst du ganz. Bleib wach, das hält dich ein bisschen warm noch. Also da ist jemand, der am Sterben ist.
Aber die Bibel verwendet manchmal das Wort Tod, als ob man schon gestorben sei. Es gibt ein paar Stellen. Die andere Stelle ist Epheser 5,14. Epheser 5,14: Darum sagt er: Wache auf, du Schläfer, stehe auf aus den Toten, und Christus wird dir leuchten. Also da ist jemand, der schläft, der soll aufstehen aus den Toten. Er schläft einen Todesschlaf. Stehe auf aus den Toten, ja, aber er ist noch nicht tot. Aber er soll aufstehen aus den Toten. Er ist schon drauf und dran zu sterben, er ist noch nicht so weit, aber wenn er so weitermacht, wird er dorthin kommen.
Oder eine andere Stelle ist Römer 8,10. Wenn Christus in euch ist, ist der Leib tot. Hier steht, dass unser Leib tot ist. Also wenn wir Christen sind, Christus in uns ist, dann ist unser Leib tot. Aber er ist nicht tot, sondern er ist sterblich. Er ist drauf und dran zu sterben, er geht dem Tode entgegen. Vers 11 beweist es. Da heisst es in Vers 11, dass er unsere sterblichen Leiber lebendig machen wird. Sterbliche Leiber. Zuerst sagt er, die Leiber sind tot, und dann in Vers 11 sagt er, die Leiber sind sterblich. Sie gehen in Richtung Tod. Das Wort Tod in Vers 10 wird so verwendet wie sterblich oder wie in Begriffen zu sterben. Da ist es auf den Leib bezogen.
Also, ich wollte das nur zeigen: Wenn er hier in 1. Timotheus 5,6 sagt, diese Witwe, die lebt und ist tot dabei, dann meint er, sie ist drauf und dran zu sterben, und zwar geistlich, nicht körperlich. Sie ist drauf und dran, in den ewigen Tod zu gehen, wenn sie so weitermacht. Eine, die dem Genuss ergeben lebt, die für den Genuss lebt, die in Üppigkeit lebt, die ihren Trieben freien Lauf lässt. Geistlich sehr, sehr krank, liegt schon regungslos da, als ob sie schon tot wäre.
Jetzt habe ich die Zeit übersehen. Dann wollen wir hier schliessen und 15 Minuten, wie lange haben wir Pause, 15 Minuten, dann bis um

