Serie•Teil 9 / 25Hebräerbrief
Generierte Mitschrift
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Einführung in die Grundthemen des Glaubens
Bibelwoche Hebräerbrief, Vortrag Nummer neun.
Hebräer 6, und wir beschäftigen uns hauptsächlich mit Vers 2b. Was ich mit euch tun möchte, ist genau das, was der Schreiber des Hebräerbriefes gerade nicht tun will. Er sagt: Ich will das Wort vom Anfang des Christus lassen. Und weil er das lassen will, dachte ich, es ist vielleicht eine gute Möglichkeit, das, was er als den Grund bezeichnet, der in jedem christlichen Leben gelegt sein muss, einmal kurz zu beleuchten.
Es gibt Themen, mit denen ich mich auskennen muss, wenn ich Christ bin: das Einmaleins des Glaubens. Es sind Themen, bei denen ich persönlich denke, dass jeder von uns in der Lage sein sollte, in wesentlichen Grundzügen, nicht in jeder Spitzfindigkeit, aber in wesentlichen Grundzügen, diese Themen jedem ohne Not erklären zu können.
Ich lese nochmals Hebräer 6,1-2:
Deshalb wollen wir das Wort vom Anfang des Christus lassen und uns der vollen Reife zuwenden und nicht wieder einen Grund legen mit
- der Buße von toten Werken,
- dem Glauben an Gott,
- der Lehre von Waschungen beziehungsweise Taufen,
- der Handauflegung,
- der Totenauferstehung und
- dem ewigen Gericht.
Meine Idee für heute Abend war, euch diese Themen kurz vorzustellen und zu jedem Thema drei Bibelstellen mitzugeben, an denen ihr euch dann zum Merken und Erklären entlanghangeln könnt.
Wenn ich solche Fragerunden mache, dann kann ich sie nur machen, weil ich zu den meisten Themen, die da als Fragen kommen, irgendwann einmal angefangen habe, einen Bibelvers auswendig zu lernen. Und wenn dann eine Frage kommt, suche ich in meinem Kopf danach, wo ein Bibelvers ist, der dazu etwas sagt. Dann ploppt er sozusagen heraus, und ich kann die Fragen beantworten.
So ähnlich wünsche ich mir das für euch.
Die ersten drei Grundlagen des Glaubens
Das erste Thema war die Buße von toten Werken und die drei Bibelstellen. Wenn ihr noch einmal nachsehen wollt: Jesaja 55,7, Joel 2,12-13 und 1. Petrus 4,3. Die lernt er auswendig, und dann könnt ihr euch daran entlanghangeln, wenn ihr das erklären wollt.
Das zweite Thema ist der Glaube an Gott. Die Bibelstellen fangen an mit 1. Mose 15,6, diesem ganz bekannten alttestamentlichen Vers. Dann folgt ein genauso bekannter neutestamentlicher Vers: Apostelgeschichte 16,30b-31. Und zum Schluss Jakobus 2,26.
Das dritte Thema ist die Lehre von Taufen. Auch hier gibt es drei Bibelstellen: Apostelgeschichte 22,16, 1. Korinther 12,13 und Markus 10,38-39.
So, was müsst ihr jetzt tun, außer das mitgeschrieben zu haben oder euch das von jemand anderem noch einmal schicken zu lassen? Ihr habt jetzt zwei Möglichkeiten: Ihr könnt euch Karteikarten kaufen oder ein Bibelvers-Lernprogramm auf euer Handy herunterladen. Genau, jetzt kommt die Werbeeinlage meiner Frau.
Ich gebe zu: Nachdem ich mich, ich weiß nicht, zwanzig Jahre gegen solche technischen Fortschritte gewehrt habe, bin ich Anfang des Jahres dann auch zu diesem Bibelvers-Lernprogramm umgeschwenkt. Und wenn ihr so langsam im Auswendiglernen seid wie ich, dann braucht ihr für diese neun Verse und auch für die neun Verse, die ich euch gleich für die nächsten drei Themen geben werde, ungefähr zwei bis drei Monate, um sie auswendig zu lernen. Das ist das, was ich etwa brauchen würde. Zwei bis drei Monate, das klingt realistisch, also ein Vierteljahr.
Warum? Ich möchte euch ermutigen, es zu probieren. Selbst wenn ihr am Ende sagt, die sind nicht so richtig reingegangen, oder wenn jemand sagt: Ich kann mir nicht merken, genau wo das steht, oder wenn es euch so geht wie mir: Ich kann mir gut merken, wo es steht, aber ich kriege den Anfang nie hin. Ich brauche meine Bibel dabei. Ich weiß, wo ich in der Bibel suchen muss, aber frei zitieren ist nicht so meine Stärke. Da vergesse ich meistens die Hälfte.
Alles egal. Denn es geht nicht darum, dass ihr am Ende zu mir kommt und sagt: Ja, ich habe es! Es geht darum, dass ihr ein Vierteljahr lang über Verse nachdenkt, meditiert, während ihr sie auswendig lernt, und indem ihr das tut, noch einmal über diese Themen nachdenkt, für die diese Verse stehen. Die Themen werden sich mit den Versen in euren Kopf einbrennen, und das ist der Clou.
Und selbst wenn ihr es danach immer noch nicht könnt, ist das egal. Ihr habt eine Methode, wie ihr über das Wort Gottes ganz zielgerichtet nachdenken könnt. Und wenn es euch relativ leicht fällt, dann nehmt ihr halt noch drei und noch drei Verse dazu und macht einfach weiter.
Die Lehre von der Handauflegung
So, drei neue Themen, alle noch einmal eines des Glaubens. Thema Nummer vier: die Lehre von der Handauflegung.
Das ist ein tolles Thema. Ich vermute aber, dass euch vielleicht die Taufen schon überrascht haben. Wenn ihr aber selbst hättet aufschreiben müssen, was die grundlegenden Themen des geistlichen Lebens sind, und ihr Hebräer 6 nicht gekannt hättet, hätte keiner von euch Handauflegung aufgeschrieben. Da bin ich mir ziemlich sicher. Ich hätte es nicht gemacht.
Überlegt mal: Wann habt ihr das letzte Mal eine vernünftige Predigt über Handauflegung gehört? Das ist irgendwie selten. Und trotzdem sagt der Text: Zum Thema der Grundlagen des Glaubens gehört dieses Thema dazu.
So, jetzt mache ich mal Folgendes: Ich werfe mal gerade einen kurzen Blick zurück. Habt ihr gesehen, wodurch die ersten beiden Themen miteinander verbunden sind? Die ersten beiden Themen sind beides Themen, die Aspekte des Glaubens betonen, die man selbst tun kann. Ich muss Buße tun, und ich muss glauben. Das nimmt mir keiner ab. Es ist nicht so, dass ich eines Morgens aufwache und meine Mami tritt an mein Bett und sagt: Junge, hör her, ich habe für dich Buße getan. Von heute an musst du mit Gott leben. Das geht nicht. Das würde sich manch eine Mutter wünschen, dass das geht, da bin ich fest davon überzeugt, aber es geht nicht. Glauben und Buße tun ist etwas, was ich tun muss.
Die nächsten beiden Themen, nämlich Taufe und Handauflegung, sind dadurch miteinander verbunden, dass sie genau das Gegenteil davon betonen: das, was man den korporativen Charakter des Glaubens nennt, korporativ, Körper, dass wir ein Leib sind, dass wir eine Gemeinschaft sind. Beides kann man nämlich nicht selbst machen. Also natürlich kann ich mir eine Hand auflegen, ja, und natürlich kann ich auch einen Bart nehmen. Aber Taufe und Handauflegung, so wie das hier gemeint ist, als Grundlage des geistlichen Lebens, betonen beide meine Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft.
Ich werde nämlich durch den Heiligen Geist, bitte, haben wir den Vers? Ja, durch den Heiligen Geist in den Leib Christi hineingetauft. Der Leib Christi umgibt mich von allen Seiten. Der Heilige Geist nimmt mich hinein in eine Gemeinschaft, die dann auch mich umgibt. Und diese Gemeinschaft nimmt sich meiner an. Ich bringe mich in sie ein, und ich werde von ihr zurechtgebracht. Es ist ein Wechselspiel, was da passiert.
Nun zur Handauflegung. Schaut man sich das Neue Testament durch, zu dem Thema Hände auflegen, dann ist das Thema verbunden mit Heilungen, es ist verbunden mit dem Thema Segensgebet, mit dem Empfang des Heiligen Geistes, mit der Einsetzung zum Dienst.
Das Problem bei dem Thema Handauflegung ist: Eine wirklich klare Lehre dazu gibt es in der Bibel so gut wie nicht. Was wir haben, sind praktische Berichte. Jemand macht es, und was wir jetzt tun müssen, ist: Wir müssen unsere Theologie davon ableiten, was da gemacht wurde. Das ist erst einmal auch nicht schlimm, wir müssen uns nur darüber im Klaren sein, dass wir durch diese Ableitung da hinkommen.
Es gibt keinen theoretischen Text in der Bibel, was Handauflegung ist. Bei der Taufe zum Beispiel könnte man sagen: Römer 6 ist ein relativ theoretischer Text darüber, was bei der Taufe passiert. Also, wenn ich da hingehen würde, könnte ich es jemandem erklären. So etwas gibt es zum Thema Handauflegung nicht.
Und deswegen ist es gut, wenn man bei so einem Thema zurückgeht und überlegt: An welcher Stelle passiert das denn das erste Mal? Wo taucht in der Bibel Handauflegung das erste Mal auf? Das heißt Thema. Und wenn man das macht und zurückgeht, dann kommt man in 1. Mose 48 an. Sehr, sehr schöner Text: Jakob segnet seine Enkel Ephraim und Manasse. Die Geschichte ist noch lustig dazu, weil er es über Kreuz macht, und der Papa sagt: Nee, jetzt hast du das verkehrt herum gemacht, du hast jetzt gerade den Erstgeborenen und den Zweitgeborenen verwechselt. Und Jakob dann sagt: Doch, doch, ist schon richtig, lass mal so, das ist schon richtig mit über Kreuz. Jakob segnet seine Enkel. Da fängt das Thema Handauflegung an.
Und die Bibelstelle, von der ich mir wünsche, dass ihr sie auswendig lernt, stammt aus Markus 10. Dort sind es zwei Verse: Vers 14 und Vers 16. Ich lese sie euch mal vor. Markus 10,14 heißt es, und auch das ist nicht der ganze Vers: Lasst die Kinder zu mir kommen, wehrt ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes. Und dann Vers 16: Und er nahm sie in seine Arme, legte die Hände auf sie und segnete sie.
Ich finde diesen Vers wunderschön. Immer wenn ich bei mir in der Gemeinde bin und die kleinen Kinder sehe, denke ich: Ich müsste für sie beten. Und manchmal lege ich ihnen einfach so die Hände auf und wünsche ihnen etwas Gutes. Und immer wenn ich meinen Enkel besuche, dann mache ich das. Ich lege ihm die Hände auf und spreche ihm ein Segensgebet.
Und ausgehend von dieser Idee, Kinder zu segnen, Kinder als die, die schwach sind, die unseren Segen brauchen, macht mir dieser Vers grundsätzlich Mut, darüber nachzudenken, ob wir als Gläubige nicht dazu berufen sind, es Jesus nachzumachen und Kinder zu segnen, beziehungsweise nicht bei Kindern stehen zu bleiben. Ich werde das ein bisschen breiter ziehen.
Wer einen anderen segnet, der wünscht ihm etwas Gutes. Und so, wie ich das verstehe, trägt mein Segenswunsch, vorausgesetzt, der Empfänger lebt nicht in Sünde. Es gibt einen Lebensstil, der es unmöglich macht, dass ein Segen zur Entfaltung kommt. Aber wenn ich das mal kurz beiseitelasse: Wenn ich einem anderen etwas Gutes wünsche, wenn ich ihm einen Segen zuspreche, ihm die Hände auflege und ihm eine Verheißung gebe, dass Gott sich dazu stellt, dann dürfen wir, ich glaube, wir sollen einander segnen und füreinander unter Handauflegung beten.
Das betrifft alle Bereiche, wo wir Not haben. Wenn einer schwach ist, dass er wieder zu Kräften kommt; wenn einer krank ist, dass er wieder gesund wird; das geht bis dahin, dass wir das finden, wo jemand den Heiligen Geist noch nicht empfangen hat, und jemand ihm die Hände auflegt und sagt: Ich bete für dich, dass du den Heiligen Geist empfängst. Wir dürfen das tun. Bitte, das ist Ausdruck, das ist ein Vorrecht für Gemeinschaft. Das ist eigentlich etwas, was unter uns normal sein sollte.
Ich glaube, dass wir in einer Kultur leben, wo das noch nicht so normal ist, wie das Vorbild von Jesus hier, der kleine Kinder einfach segnet. Das ist ja schon frech. Stell dir mal vor, Andreas geht morgen in den Gottesdienst und schnappt sich erst mal drei Kinder und sagt: Kommt mal her, legt ihnen die Hände auf, euch werde ich erst mal segnen. Da kann ich mir vorstellen, werden die einen oder anderen Eltern sagen: Was macht der mit meinem Kind? Wir sind das überhaupt nicht gewohnt.
Aber es wäre total normal, als Ausdruck dafür, dass wir Gemeinschaft, dass wir Segensgemeinschaft sind, wo der Segen zwischen uns fließt und wir das durch eine Geste zum Ausdruck bringen. Die Geste macht es nicht, bitte. Die Geste ist nichts, was in sich eine Bedeutung hat. Du musst jetzt nicht jemandem die Hand auflegen. Aber die Geste macht es doch irgendwie, weil sie nämlich äußerlich zeigt, was innerlich passiert: eine Verbindung zwischen mir und dir.
Handauflegung als Segen, Schuldübertragung und Dienstübertragung
So, erster Punkt, zweiter Punkt:
Wenn wir weiterlesen im Alten Testament, haben wir gestern davon gesprochen, wie der Hohepriester am grossen Versöhnungstag seine Hände auf einen unschuldigen Sündenbock legt, die Sünden des Volkes bekennt und dann den einen Sündenbock, den mit Sünden Beladenen, in die Wüste schickt.
Handauflegung, ja: Er legt dem Sündenbock die Hände auf. Handauflegung steht an dieser Stelle nicht für Segen, sondern dafür, dass meine Schuld übertragen wird. Und wir wissen, wenn ich jetzt einfach mal vom Alten Testament ins Neue Testament springe: Handauflegung steht dafür, was am Kreuz mit meinen Sünden geschehen ist. Ich lege quasi meine Hände auf Jesus und übertrage ihm meine Schuld und schicke ihn als meinen Sündenbock weg.
Und deswegen, wenn wir über Handauflegung nachdenken und Handauflegung in dieses Konzept der Sündenübertragung einbetten, dann gehört zu diesem Thema der zweite Bibelvers. Es gehört zwingend dazu, dass nicht nur ich mich mit meinem Bruder eins mache und ihn segne, mit meiner Schwester eins mache und ihr das Beste wünsche, sondern dass ich gleichzeitig darüber nachdenke, wer sich noch mit mir eins gemacht hat und mir das Beste gewünscht hat und wer es zugelassen hat, dass ich ihm, im Bild gesprochen, meine Hand auflege, meine Sünden auflege.
Der zweite Vers deshalb: 1. Petrus 2,24. Und glaubt mir, das sind Verse, die wirklich zum Standardrepertoire von Bibelversen gehören. Den braucht man immer mal wieder. Den braucht ihr auch, wenn ihr jemandem erklären wollt, was das Evangelium ist. Es ist ein klassischer evangelistischer Vers.
Also 1. Petrus 2,24: Jesus, der unsere Sünden an seinem Leib selbst an das Holz hinaufgetragen hat. Diese Idee: Jesus nimmt meine Sünden mir ab. Er hängt am Kreuz für meine Schuld, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch dessen Striemen, durch dessen Leiden, durch dessen Bereitschaft, meine Sünden zu tragen und zu sühnen, seid ihr geheilt worden.
Zweiter Vers zu dem Thema, dritter Vers oder dritter Aspekt:
Der dritte Aspekt geht jetzt von dem allgemeinen Segenshandeln einen Schritt weiter. In 4. Mose 27 heisst es, dass Mose dem Joshua die Hände auflegt, um ihn als Nachfolger einzusetzen. Das heisst, das Auflegen von Händen spielt in der Gemeinde auch dort eine Rolle, wo einer, der Autorität hat, diese Autorität überträgt, wo jemand zum Beispiel in einen Dienst eingesetzt wird.
Wir werden das nächsten Sonntag machen. Wir haben jetzt ein Dekoteam berufen. Wir müssen ja immer noch unsere alte Kapelle renovieren. Zwei Mädels sind unser Dekoteam. Die kriegen jetzt das Recht, die Farben festzulegen, das ganze Ding innen drin zu gestalten. Die werden wir nächsten Sonntag als Dekoteam einsetzen. Dann werden wir ihnen die Hände auflegen und vor der Gemeinde für sie beten. Und wir werden sagen: Das ist jetzt unser Dekoteam.
Und in dem Moment, wo ich ihnen die Hände auflege, wird klar: Ich mache mich mit ihnen eins. Die sind quasi verlängerte Arme der Ältestenschaft. Das bedeutet: Wenn du dich mit ihnen anlegst, legst du dich mit mir an. Das bedeutet dummerweise auch: Wenn sie einen Fehler machen, bin ich mitverantwortlich.
Diese Art gibt es auch beim Thema Handauflegung. Also nicht nur das allgemeine Segnen, nicht nur die Idee, dass Jesus für mich gelitten hat, sondern auch dieses: Wenn in Gemeinschaft, ihr merkt, wieder Gemeinschaft, wenn in Gemeinschaft man miteinander lebt und die Leitung Autorität weitergibt, dann geschieht das durch Handauflegung. Und ich bringe damit zum Ausdruck: Was du tust, ist eine Verlängerung meines Dienstes, und was du tust, fällt auf mich zurück.
Und deswegen muss ich mir gut überlegen, wem ich meine Hände auflege. Weil wenn der danach nur Blödsinn macht, dann kann man zu Recht sagen: Jürgen, du hast ja jemanden eingesetzt. Also wenn ich danach einen Gottesdienstraum in pink mit gelbem Sternchen habe und alle kommen rein und denken sich: Was ist das hier? Es sieht so ein bisschen nach Teenie-Mädchen-Kinderzimmer aus oder so, dann haben wir versagt. Und dann darf das auf mich zurückfallen. Dann habe ich die Falschen damit beauftragt.
Deswegen: Der dritte Bibelvers stammt aus 1. Timotheus 5,22. Da wird genau dieser Aspekt betont. Da heisst es: Die Hände lege niemand schnell auf und habe nicht teil an fremden Sünden. Bewahre dich selbst rein.
Wenn ihr den Kontext links und rechts davon anschaut, dann geht es um Ältestenschaft. Also geht es nicht darum, dass du zögern sollst, jemandem die Hände aufzulegen und ihm zu segnen. So nach dem Motto: „Darf ich dem was Gutes wünschen?“ Mach, mach mit jedem Kind, was vorbeikommt, mach mit jedem, der schwach ist, mach mit jedem, der ein Gebet braucht, ran, Hände raus und drauf! Aber wenn es darum geht, autoritativ Verantwortung zu übertragen, Vorsicht! Erst mal schauen: Was hat der für einen Charakter? Ist der wirklich geeignet? Ist der voll heiligen Geist? Wird der einen guten Job machen? Und dann Hände drauf!
Das ist die Lehre der Handauflegung. Handauflegung in der Gemeinde ist ein Ausdruck davon, dass wir ein Leib sind und zusammengehören. Wir berühren uns, um uns zu segnen, um uns miteinander eins zu machen, so wie Jesus sich am Kreuz mit uns eins gemacht hat.
Die Bibelstellen nochmals für alle, die die mitgeschrieben haben: Markus 10,14 und 16 war der erste Aspekt, die Kinder, die gesegnet werden, also ein Beispiel dafür, dass wir darauf lossegnen dürfen; 1. Petrus 2,24, Jesus, der für uns zum Sündopfer wird; und 1. Timotheus 5,22, dieser Aspekt auch.
Die letzten beiden Themen als Blick auf die Zukunft
So, die ersten beiden Themen gehörten zusammen. Kann ich selber tun. Die nächsten beiden Themen gehörten zusammen, machen andere an mir.
Auch die letzten beiden Themen, Themen 5 und 6, gehören inhaltlich zusammen. Es sind sogenannte eschatologische Themen.
Ja, Eschatologie, oder Eschatologie, das ist die Lehre von den zukünftigen Dingen, wie es so schön heißt. Entschuldigt, wenn ich manchmal so Fremdwörter hineinwerfe, man braucht die ab und an.
Christen haben immer ein unglaubliches Interesse an der Endzeit, und ich werde immer in unglaublich unnötige Diskussionen hineingezogen. Wisst ihr, dass heute der 23.09.2017 ist? Und wisst ihr, dass heute eine Sternenkonstellation am Himmel zu sehen sein soll? Das ist nicht ganz wahr, aber zumindest in diesen ganzen endzeitbegeisterten Prophetenblogs wird das gerade so gesagt, dass heute die Konstellation am Himmel zu sehen ist, die man in Offenbarung 12,1 liest.
Wenn ihr heute Abend noch Spaß haben wollt, vor dem Schlafengehen, googelt mal 23.09.2017 Endzeit. Und ihr werdet sehen: Für den heutigen Tag wird alles erwartet. Die Wiederkunft des Antichrists, der Anfang des Tausendjährigen, alles. Heute könnte Entrückung sein. Es wird einfach, weil da ist ein Zeichen am Himmel.
Persönlich denke ich, dass Offenbarung 12,1 sich schon erfüllt hat, mit der Geburt Jesu. Deswegen lässt mich das im Moment relativ kalt. Außerdem ist das, was da als Zeichen am Himmel propagiert wird, heute nicht wirklich zu sehen. Aber hey, ist jetzt erst mal egal.
Wir haben jedenfalls immer das Thema, dass da ganz Großes erwartet wird. Es gibt immer so Tage, so Momente: Ja, jetzt kommt es. Endzeit.
Und ich weiß nicht, worüber sich Christen mehr streiten. Wahrscheinlich ist Endzeit so das Hauptthema, worüber man sich auch streiten kann: Wann ist die Entrückung, wann ist die große Trübsal, wann kommt der Antichrist, wird der morgen gewählt und so. Ich weiß nicht, warum.
Aber eins weiß ich. Ich glaube, dass wir gerade junge Christen darauf hinweisen sollten, dass bei all den scheinbar spannenden Fragen rund um das Thema Endzeit nur zwei Themen in das Grundlagenseminar von Hebräer 6 gerutscht sind. Diese zwei Themen sind relativ überschaubar: erstens die Lehre von der Totenauferstehung und zweitens die Lehre vom ewigen Gericht.
Das scheinen die beiden Themen zu sein, um die man sich wirklich kümmern muss. Und ich glaube, bei allen anderen Themen dürfen wir unterschiedliche Meinungen einfach stehen lassen. Also lasse ich das zumindest stehen.
Wenn ihr euch mit mir ein bisschen kabbeln wollt, bei einem Bier ist das gut. Ich habe eine Meinung, und ich kann die auch verteidigen. Aber es wäre mir herzlich egal, was du glaubst.
Und ich würde mich sogar freuen, wenn die, die mit dem 23.9. heute gepokert haben und sagen: Heute kommt ja Jesus wieder, amen, beam mich ab, ja. Also, ich habe null Problem damit, ehrlich. Ich habe halt nur das Problem, dass ich glaube, dass Offenbarung 12,1 das nicht hergibt.
Und ich habe das Problem, dass in meiner Bibel steht: Wir wissen nicht, wann er wiederkommt. Aber hey, ich irre mich gerne. Ich wäre gerne im Himmel, ganz ehrlich. Ich würde nichts vermissen, nicht mal meine Dachterrasse.
Die Hoffnung auf die Auferstehung
So, jetzt zu den zwei Themen.
Thema Nummer fünf: die Lehre von der Auferstehung. Das ist ein eschatologisches Thema, bei dem man den Leuten ganz klar sagen muss: Das ist wichtig.
Die erste Stelle dazu ist aus Johannes 5,28-29. Der Herr Jesus sagt: Wundert euch darüber nicht, denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und hervorkommen werden; die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens, und die das Böse verübt haben, zur Auferstehung des Gerichts.
Aha, schöner Vers. Der Herr Jesus sagt etwas über Auferstehung, und er sagt: Wie viele Auferstehungen gibt es? Genau, zwei. Eine Auferstehung zum ewigen Leben für die Gläubigen und eine Auferstehung zum Gericht für die Ungläubigen. Das ist das Erste, was wir verstehen müssen: Alle Menschen werden auferstehen.
Wenn einer sich denkt: Na ja, ich werde mal sterben, und dann bin ich raus aus dem Spiel, nein, nein, bist du nicht. Du bleibst im Rennen. Denn du wirst auferstehen, auch dann, wenn du mit Gott nichts zu tun haben willst. Auch dann, wenn du denkst: Na, dann lasse ich mich halt verbrennen. Du kannst dich im Zentrum einer Atombombenexplosion befinden und in einer Millisekunde verdampfen, es spielt keine Rolle: Du wirst auferstehen, glaub mir. Warum? Weil Jesus es gesagt hat.
Warum glaube ich an Auferstehung? Na ja, für mich: Ich glaube an Auferstehung, weil Jesus auferstanden ist. Er hat den Tod besiegt, er ist der Prototyp. Und falls ihr euch mit dem Thema tiefer beschäftigen wollt: 1. Korinther 15. Paulus nimmt sich dort ausführlich Zeit, um den Gläubigen in Korinth zu erklären, warum der Glaube an die leibliche Auferstehung Jesu für ihr Glaubensleben von allergrößter Bedeutung ist. Das ist ein tolles Kapitel. Also wenn ihr euch jemals noch tiefer mit Auferstehung beschäftigen wollt: 1. Korinther 15, da geht man rein.
Und Paulus wird in diesem Kapitel sagen: Auferstehung ist so wichtig, dass, wenn Jesus nicht auferstanden wäre, also wenn das alles nur Lüge wäre, dann sind die Apostel Lügner, denn die haben behauptet, Jesus sei auferstanden. Wenn Jesus nicht auferstanden ist, ist das gesamte Evangelium ein einziger großer Humbug, denn es ist das, woran wir glauben, völliger Blödsinn, absolut inhaltsleer. Ich brauche nicht an einen toten Messias zu glauben, tote Religionsstifter gibt es genug. Wir glauben an Jesus, weil er auferstanden ist.
Es gibt dann viertens keine Vergebung von Sünden, wir sterben fünftens ohne Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod, und wenn jemand in diesem Leben für Jesus gelitten hat und viel investiert hat, dann hat er einfach auf das falsche Pferd gesetzt, alles umsonst, wenn Jesus nicht auferstanden ist. Aber zum Glück ist Jesus auferstanden, und das müssen wir festhalten.
Deswegen ist mein zweiter Vers, an dem ihr euch entlanghangeln könnt, ein Vers, mit dem man üblicherweise das Evangelium erklärt. Wenn mich jemand fragt: Jürgen, was ist denn das Evangelium, woran muss ich denn glauben, wenn ich an das Evangelium glauben möchte? Dann nehme ich 1. Korinther 15,3-4.
Ich kann mit diesem Vers mehr zeigen, als dass Jesus auferstanden ist, aber ich kann eben auch zeigen, dass er es ist. Hier 1. Korinther 15,3-4: Denn ich habe, sagt Paulus, euch vor allem überliefert, was ich auch empfangen habe. Paulus hat sich das Evangelium nicht ausgedacht, er hat es selbst empfangen, es ist ihm durchgereicht worden. Er sagt an anderer Stelle: von Christus selbst hat er es empfangen.
So, was hat er denn empfangen? Und jetzt kommt eine Kurzform, eine ganz kurze Fassung vom Evangelium: dass Christus für unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften und dass er begraben wurde und dass er auferweckt worden ist am dritten Tag nach den Schriften. Da haben wir es: gestorben, begraben, auferweckt. Kernbestandteil des Evangeliums.
Wir haben es heute in Deutschland, dass viele, viele Theologen nicht mehr daran glauben, dass Jesus auferstanden ist, dass die leibliche Auferstehung Jesu etwas ist, was rundweg geleugnet wird. Und das ist eigentlich für jede Form von Theologie immer der Tod. Wir brauchen einen Auferstandenen.
Weil Jesus auferstanden ist und weil sein Geist in uns wohnt, dürfen wir nämlich ganz sicher davon ausgehen, dass auch wir auferstehen werden. Wir dürfen uns auf einen neuen Körper freuen, der ganz anders sein wird als der Körper, den wir kennen. Wir kennen eine Schöpfung, die unter dem Fluch stöhnt. Und wir haben einen Körper, also ich zumindest und ihr auch, selbst wenn ihr noch jung seid, der jeden Tag ein bisschen mehr stirbt.
Und wir sehnen uns nach einem besseren Körper. Jedes Mal, wenn wir aufstehen und es ächzt so ein bisschen hier in der unteren Wirbelsäule und du musst sie erst mal ein bisschen strecken und alles wieder so gerade biegen, denkst du dir: Hat alles ein Verfallsdatum. Prediger spricht von den Jahren, wo wir keinen Spaß daran haben werden. Ja, ja, genau. Wir stöhnen, wir sehnen uns nach einem besseren Körper.
Paulus betont die Überlegenheit eines Auferstehungsleibes. Er sagt, wie viel besser dieser Körper sein wird, den wir mal bekommen. Er sagt: aus Sterblichkeit wird Unvergänglichkeit, aus Unansehnlichkeit, also wenn du manchmal in den Spiegel schaust und denkst: Boah, sehe ich alt aus, aus Unansehnlichkeit wird Herrlichkeit, und aus einem Körper, der Gott nicht ertragen kann, wird ein Körper, der für die Begegnung mit Gott zugeschnitten ist.
Und der Herr Jesus selbst wird unseren Körper umgestalten. Das ist mein letzter Punkt zu diesem Thema Auferstehung. Also der erste war: Es gibt zwei Auferstehungen. Das zweite: Jesus ist wirklich auferstanden. Lasst uns das nicht wegnehmen. Wenn das weg ist, dann bricht unser ganzer Glaube, unser gesamtes Glaubenssystem in sich zusammen, dann ist unser ganzes Leben sinnlos.
Und der dritte Punkt hier: Das, was wir bekommen werden an Auferstehungsleib, das wird alles an Qualität übersteigen, was wir uns vorstellen können. Ich habe euch Philipper 3 mitgebracht, Philipper 3,20-21. Wieder Paulus. Er sagt: Denn unser Bürgerrecht ist in den Himmeln. Also wir sind Himmelsbürger. Wenn ihr manchmal hört, wir hätten eine doppelte Staatsbürgerschaft: falsch, wir haben nur eine. Wir sind nur Himmelsbürger, hier unten sind wir Fremdlinge. Du bist ein Fremdling, der morgen Wellen gehen darf, aber mehr nicht.
Unser Bürgerrecht ist im Himmel, da gehören wir hin, denn unser Bürgerrecht ist in den Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Retter erwarten. Und was macht der Herr Jesus, wenn er wiederkommt? Und gerade bei dem Thema hätte ich euch noch viele andere schöne Bibelstellen mitgeben können, wenn es dann heißt, dass bei einem Posaunenschall, beim Befehlsruf eines Engels, er wiederkommt. Da gibt es viele, viele schöne Stellen, das müsst ihr selber finden.
Reicht es schon zu wissen, dass wir vom Himmel her den Herrn Jesus Christus als Retter erwarten, der unseren Leib der Niedrigkeit, dieses Auslaufschrottmodell, umgestalten wird und seinem Leib der Herrlichkeit gleichförmig machen wird, nach der wirksamen Kraft, mit der er vermag, auch alle Dinge sich zu unterwerfen.
Da kommt vom Himmel ein verherrlichter, erhöhter Herr auf die Erde und schnappt sich uns und sagt: So, dich mache ich neu. Und ich mache dich so, wie ich selber bin. Du musst keine Angst haben, dass du denkst: Boah, ey, aus mir kann man nichts mehr machen. Ich bin Schrott. Ist egal. Gott wird aus dir etwas ganz Neues machen. Er wird dich umgestalten nach seinem Leib der Herrlichkeit. Er ist der Prototyp, er ist das Modell. Und was er jetzt hat, diese Qualität, die wirst du haben.
Das ist der Glaube an Auferstehung. Aus den drei Bibelstellen Johannes 5,28-29, 1. Korinther 15,3-4 und Philipper 3,20-21.
Das letzte Gericht und die Entscheidung des Menschen
Kommen wir zu unserem letzten Thema. Das letzte Thema ist wieder ein eschatologisches Thema: die Lehre vom ewigen Gericht.
Ich fange mal mit Prediger an: Prediger 12,13-14. Prediger haben wir miteinander schon studiert. Vielleicht erinnert ihr euch an diese beiden Verse. Prediger 12,13-14. Da heißt es, das ist so der Abschluss des ganzen Buches Prediger, so eine Art Fazit, das Endergebnis des Ganzen. Lasst uns hören: So, was ist das Endergebnis eines Buches, das sich darüber Gedanken macht, wie Leben funktioniert? Das Endergebnis des Ganzen, lasst uns hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das soll jeder Mensch tun.
Und als wir den Vers miteinander besprochen hatten, habe ich euch erklärt, dass man ihn eigentlich noch ein Stück schärfer übersetzen müsste. Man müsste nicht übersetzen: Das soll jeder Mensch tun, sondern müsste eigentlich übersetzen mit: Das macht wahres Menschsein aus. Das ist der Mensch, dafür ist der Mensch gemacht, dass wir Gott fürchten und seine Gebote halten, dass wir in einer intakten, lebendigen, gerechten Beziehung mit Gott leben. Dafür ist der Mensch gemacht worden.
Begründung: Denn Gott wird jedes Werk, es sei gut oder böse, in ein Gericht über alles Verborgene bringen. Lehre vom ewigen Gericht. Alles, was der Mensch tut, seine Gedanken, Motive, Worte, Taten, selbst die Geheimen und Versteckten, werden einmal von Gott gerichtet werden.
Und jetzt denken Menschen gern: Na ja, soll er doch kommen. Klar, ich habe ein paar Dinge falsch gemacht, aber im Großen und Ganzen war ich eigentlich ein feiner Kerl, und ich habe bestimmt mehr Gutes getan als Böses. Kennt ihr den Gedanken? Ich kenne viele Leute, die das denken. Ich bin eigentlich ein guter Kerl.
Tja, das kann man denken, aber es wird dadurch halt nicht richtiger. Es geht überhaupt nicht im Leben um die Frage, ob ich mehr Gutes als Böses getan habe. Das Problem, das der Mensch hat, ist nicht, dass er mehr Böses als Gutes tut. Das Problem ist, dass er dazu berufen ist, nicht eine einzige Sünde zu tun. Eine Sünde ist eine Sünde zu viel. Wenn wir ein Gesetz brechen, haben wir das ganze Gesetz gebrochen.
Wenn ihr ein Bild dazu braucht, habt ihr diese Hängebrücken mal gesehen, die so in Himalaya oder Anden vorkommen? Da gibt es so ganz fiese Hängebrücken. Also ich bin nicht schwindelfrei, ich habe tierischen Bammel vor Hängebrücken, die aus Stahlträgern gemacht sind, okay? Aber wenn ich die Bilder sehe von diesen Hängebrücken, die dann so aus Pflanzenlianen zusammengewirkt sind, mit irgendwelchen Holzbrettchen, und dann geht es da irgendwie so dreihundert Meter runter. Und irgendwelche schwer bepackten Indianer mit irgendwas auf dem Rücken laufen dann da drüber, und ich denke: Boah, ey, ich kann da gar nicht hinschauen.
Und das Bild ist: Du gehst über so eine Hängebrücke, und es ist egal, an welcher Stelle du durchbrichst. Wenn du einmal durchgebrochen bist, dann bist du im freien Fall in die Tiefe unterwegs. Und so ist das mit Sünde. Wenn du einmal gesündigt hast, dann brichst du durch und fällst in die Tiefe und bist verloren. Eine Sünde ist eine Sünde zu viel. Eine Sünde ist genug, um uns zu verdammen.
Und deswegen geht es im Christsein erst in zweiter Linie um Gutsein. Ich bin für gute Werke, nicht dass wir uns falsch verstehen, nur das ist das Zweite, nicht das Erste. Zuerst einmal geht es um Glauben und genau genommen darum, gar nicht erst ins Gericht zu kommen.
Und deswegen habt ihr einen meiner absoluten Lieblingsverse auch hier mitbekommen: Johannes 5,24. Also wenn ihr gar keinen lernt oder wenn ihr es nur mit einem probieren wollt, fangt mit dem an, bitte! Also der ist wirklich gut, ich habe ihn schon mal beworben, gestern irgendwie. Johannes 5,24 zum Thema ewiges Gericht, den braucht ihr, wenn ihr mit Leuten reden wollt, die so daherkommen und sagen: Ach, schauen wir mal, wie das später sein wird. Ich lebe jetzt erst mal, und wenn ich dann ins Gericht komme, schauen wir mal, wie es bei mir ausgeht. So das klassische kirchliche Denken.
Johannes 5,24: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben.“ Nicht: der bekommt irgendwann mal das ewige Leben oder bekommt vielleicht irgendwann mal das ewige Leben, sondern: der hat ewiges Leben. Und ihr könnt Tobi fragen, von den Zeitformen im Griechischen kann er euch erklären, dass das wirklich gemeint ist mit: hat, dann erledigt. Er hat ewiges Leben, und jetzt kommt es: und er kommt nicht ins Gericht. Es geht nicht darum, ins Gericht zu kommen und zu hoffen, dass das Gericht gut ausgeht. Es geht darum, nicht ins Gericht zu kommen, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen. Ganz, ganz toller Vers.
Das Angebot Gottes besteht darin, dass er für uns am Kreuz das Gericht für unsere Sünden über sich ergehen lässt. Er wird gerichtet, und wir gehen frei aus. Das ist Gnade. Und wenn wir das Evangelium hören und Gott glauben, dann bekommen wir im Moment unserer Bekehrung ewiges Leben, und wir müssen nicht ins Gericht.
Erinnert euch, was wir beim ersten Vers zum Thema Auferstehung gesagt haben: Es gibt zwei Auferstehungen. Wir sind dann bei der Auferstehung zum Leben und nicht bei der Auferstehung zum Gericht dabei. Ich kann nur sagen: Wehe denen, die ins jüngste Gericht kommen.
Das jüngste Gericht heißt jüngstes Gericht, weil das jüngste Kind, das in einer Familie geboren wurde, das ist das, was als letztes geboren wurde. Das ist das jüngste Kind einer Familie. Und deswegen ist das jüngste Gericht das letzte Gericht, das die Weltgeschichte abschließende Gericht. Und so möchte ich den allerletzten, den achtzehnten Bibelfers aus der Offenbarung nehmen: Offenbarung 20,12 und 15.
Damit wir nicht nur das Schicksal der Gläubigen betrachten zum ewigen Gericht und wir sagen: Halleluja, wir kommen da nicht hin, sondern dass wir auch einen Vers haben, wo wir Leuten zeigen können: Wenn du das nicht willst, wenn du nicht glauben möchtest, hey, das ist das, was auf dich wartet.
Und da heißt es in Offenbarung 20,12: „Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Bücher wurden geöffnet; und ein anderes Buch wurde geöffnet, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken.“
Schlimmer geht es nicht. Du stehst vor dem Thron, du weißt in diesem Moment, du hast verloren. Es stehen Große und Kleine da, die, die man kennt, und die, die man nicht kennt, bekannte Namen der Weltgeschichte und Nobodys. Und dann werden die Bücher geöffnet, und in diesen Büchern stehen ihre Werke, und sie werden nach ihren Werken gerichtet. Und keiner wird aus diesem Gericht herausgehen als jemand, der gerettet wird. Weil die Namen der Menschen, die hier auferstanden sind zum Gericht, die stehen alle nicht im Buch des Lebens.
Das Buch des Lebens wird nur erwähnt, so nach dem Motto: Es wird noch mal geprüft, dass auch wirklich keiner aus Versehen verloren geht. Du kannst sicher sein, dass niemand in die Hölle kommt, der da nicht hingehört.
Und dann heißt es in Vers 15: „Und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buch des Lebens“ – und die, die darin geschrieben gefunden wurden, die sind schon auferstanden in der ersten Auferstehung –, „so wurde er in den Feuersee geworfen.“
Mit diesen Worten beschreibt die Offenbarung das Schicksal derer, die auferstehen, um gerichtet zu werden. Sie werden nach ihren Werken gerichtet, und genau darin besteht ihr Problem. Wenn Gott uns nach unseren Werken richtet und nicht nach unserem Glauben, dann sind wir von vornherein verloren, dann bleibt nur der Feuersee. Das ist ein Bild ewiger Verlorenheit und Qual.
Wir müssen im Buch des Lebens stehen, um gerettet zu werden. Und im Buch des Lebens, da stehen die Gerechten. Und wie wird man gerecht? Ganz genau, indem man Buße tut von seinen Sünden und an Gott glaubt. Jetzt sind wir zurück zu dem ersten Thema.
Also drei Bibelstellen hier noch mal: Das war Prediger 12,13-14, Johannes 5,24 und Offenbarung 20,12 und 15.
Abschluss und Ermutigung
So, das war es. Wir haben heute miteinander sechs Grundlagenthemen behandelt. Ich möchte euch einfach Mut machen, sie in den Hauskreisen weiter zu durchdenken. Ich möchte euch Mut machen, das einmal mit den Bibelversen zu probieren. Ich glaube, es ist leichter, als ihr denkt. Vielleicht braucht ihr jemanden, der es mit euch macht. Manchmal macht es zu zweit oder zu dritt mehr Spaß. Aber bitte probiert es einmal. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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