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Abraham, Teil 6/8

11.01.2009
SerieTeil 6 / 8Abraham
Worauf ruht deine Sicherheit wirklich – auf Geld, Beziehungen oder deinem Plan? Abraham lernt: Erst wenn alles losgelassen wird, zeigt sich, ob Gott allein trägt.

Einleitung und thematischer Rahmen

Wir wollen heute Abend im Ersten Mosebuch fortfahren, 1. Mose 21, und wir sind in Vers 22. In diesen Abschnitten, die wir jetzt betrachten, von Kapitel 20 bis 23, geht es ja um das Thema Sicherheit in Bezug auf die Zukunft.
Abraham und Sarah bei den Philistern: Dort hat Abraham sich Sorgen um seine Zukunft gemacht und dann eine Halblüge verwendet. Abimelech hat sich ebenfalls Sorgen um seine Zukunft gemacht und hat tausend Schekel Silber an Sarah gezahlt, damit die Sache für alle Zukunft bereinigt sei.
In der zweiten Geschichte haben wir gesehen, wie der verheißene Same geboren wurde, Isaak, und wie der Herr sein festes, klares Wort erfüllt hat. Abraham hat gelernt, was es heißt, auf Gott zu vertrauen, dass Gott treu und zuverlässig ist.
Dann haben wir als dritte Geschichte die Verstoßung der Hagar und des Ismaels gesehen, 1. Mose 21,8-21. Dort ging es darum, das Erbe für Isaak zu sichern, dadurch, dass Ismael verstoßen wurde.
Und heute kommen wir zur vierten Geschichte in diesem Abschnitt. Abraham ist wieder bei den Philistern, beziehungsweise der Philisterkönig Abimelech kommt zu Abraham.

Sicherheit, Schwur und der ewige Gott

Wir lesen in Vers 22: Und es geschah um dieselbe Zeit, da sagte Abimelech, und Pichol, sein Heeroberster, kam zu Abraham und sagte: Gott ist mit dir in allem, was du tust.
Der Philisterkönig Abimelech hatte Sorgen, Sorgen in Bezug auf die Zukunft. Und wir lesen hier, dass er Abraham besucht. Inzwischen hatte Abimelech einen Sohn bekommen, und er liebte seinen Thronfolger. Abimelechs Zukunft lag in seinem Sohn, und er hoffte, auch noch weitere Söhne zu bekommen, und dass die Söhne wiederum Söhne bekommen sollten. Das war seine Zukunft. Er wollte, dass der Thron gesichert sei. Der Thron seiner Nachfolger und sein eigener Thron.
Nur war da ein Problem. Da war dieser Nomade Abraham mit seinen vielen, vielen Knechten, und er wurde reich, und wurde mächtig, und wurde immer mächtiger. Und Abimelech wurde nervös, fühlte sich bedroht, hatte Sorge um seinen Sohn und die Zukunft seines Sohnes. Wird mein Bub den Thron erben können eines Tages? Oder werden die Abrahamiter kommen? Wie kann ich meinem Buben die Zukunft sichern?
Na ja, soll ich zu Abraham sagen: Gell, Abraham, du tust meinem Bub nichts? Versprichst mir das? Aber das wäre zu wenig Sicherheit. Und er hatte eine gute Idee. Er dachte sich: Der Abraham, der kann schnell wortbrüchig werden. Und die Philister, die waren ja auch wortbrüchig. Später erfahren wir, wie zum Beispiel Delila wortbrüchig war, und andere im Buch Richter. Die Philister nahmen es nicht so streng mit der Wahrheit. Da muss man auf Nummer sicher gehen. Was tun?
Und er kam auf die gute Idee: Ich besuche jetzt Abraham mit einem Zeugen, mit dem Heerobersten Pichol. Ich besuche jetzt Abraham mit Pichol. Und das taten sie.
Vers 22: Und es geschah um dieselbe Zeit, da sagte Abimelech und Pichol, sein Heeroberster, zu Abraham: Gott ist mit dir in allem, was du tust. So schwöre mir nun hier bei Gott, dass du weder an mir noch an meinem Sohn noch an meinem Enkel trüglich handeln wirst. Nach der Güte, die ich dir erwiesen habe, sollst du auch an mir tun und an dem Lande, in welchem du dich aufhältst.
Also, das war die Idee: Ich lasse Abraham schwören. Und wenn man schwört, dann ist wichtig, bei wem man schwört. Und er dachte sich: Da gibt es diesen Gott Abrahams. Und wenn Abraham bei seinem Gott schwört, dann wird er sicher nicht wortbrüchig werden.
Und Abraham hat gesagt: Ich will schwören, und hat geschworen. Er hat noch einige Sachen zu bereden gehabt, aber dieser Schwur war hier sehr wichtig. In Vers 31 lesen wir: Man nannte diesen Ort Beerscheba, weil sie dort geschworen hatten. Und sie schlossen einen Bund zu Beerscheba. Und Abimelech machte sich auf, und Pichol.
Also, jetzt hat Abraham geschworen bei seinem Gott. Und Abimelech ging nach Hause und hat sich schlafen gelegt und hat ruhig geschlafen, so gut geschlafen, wie man nur schlafen kann, wenn man in Sicherheit ist. Und warum konnte er so sicher sein? Warum konnte er ruhig schlafen und wissen: Meine Zukunft ist gesichert? Weil er wusste, Abraham hat nicht bei sich selber geschworen. Es ist der Gott Abrahams, bei dem er geschworen hat. So ist also jetzt meine Zukunft so sicher, wie der Gott Abrahams sicher ist.
Und ich habe ja gesagt, in diesem Abschnitt geht es viel um Sicherheit, überhaupt in den Kapiteln 20 bis 23. Und uns ist es auch wichtig um Sicherheit. Und die Frage für uns ist: Worauf ruht unsere Sicherheit? Worin werden wir Sicherheit finden für dieses Leben und Sicherheit für die Zukunft, für das Leben nach dem Tode?
Es gibt ja Menschen, die liegen am Sterbebett, und plötzlich werden sie unsicher. Es soll sogar Gläubige geben, die am Sterbebett große Anfechtungen erdulden müssen. Plötzlich werden sie unsicher: Bin ich wirklich gerettet? Wird der Herr mich wirklich annehmen? Wie sieht so meine Zukunft aus?
Und manche Gläubige fühlen sich unsicher in Bezug auf dieses Leben, vor allem wenn man solche Krisenzeiten erlebt, mit Finanzkrisen oder wenn man Ehekrisen erlebt oder Kinderkrisen oder sonstige Krisen. Werde ich sicher sein? Manche denken sicherlich: Ich lege mir viel Geld auf die Seite. Oder ich lasse meine Tochter einen reichen Mann heiraten. Oder sonstige Ideen. Ist darin die Sicherheit?
Es gibt eine bessere Quelle für deine und meine Sicherheit, und das ist der ewige Gott. Der Gott, der gestern und heute und in Ewigkeit derselbe ist. Und sein Wort, was er verheißt, ist von größter und höchster Sicherheit. Und so hat Abraham geschworen bei diesem Gott, und es heißt in Vers 33: Und Abraham pflanzte eine Tamariske zu Beerscheba und rief dort den Namen Jahwes an, des El-Olam, des Gottes der Ewigkeit oder des ewigen Gottes.
Und hier haben wir also eine neue Offenbarung, einen neuen Gottesnamen, das erste Mal in der Bibel dieser Gottesname. Er kommt nicht oft vor: El-Olam, Gott der Ewige, der Gott der Ewigkeit. Und Abraham hielt sich lange Zeit auf im Lande der Philister.

Der Prüfstein des Glaubens

lesen, wenn wir diese Geschichte im richtigen Zusammenhang lesen, wenn uns diese Geschichte bewusst wird, dann können wir die nächste Geschichte sehr viel besser verstehen. Denn die nächste Geschichte ist sehr, sehr bekannt, und wir wollen ein bisschen Zeit damit verbringen und dort ein wenig verweilen.
Es geht um die Opferung Isaaks. Abraham hatte ja Gerechtigkeit durch den Glauben bekommen. Abraham war vor Gott gerechtfertigt worden, haben wir in Kapitel 15, Vers 6 gelesen, und diese Gerechtigkeit war wirklich aus Glauben allein. Aber nun prüft Gott den Glauben Abrahams. Es heißt hier in Kapitel 22, Vers 1: Nach diesen Begebenheiten versuchte oder prüfte Gott Abraham. Und er sagte zu ihm: Abraham. Und er sagte: Hier bin ich.
Und man kann sich gut vorstellen, wie ein solches Gespräch zwischen Gott und Abraham gewesen sein könnte: Abraham, ich habe dir ja einmal eine Verheißung gegeben in Bezug auf deinen Samen und in Bezug auf die Zukunft deines Samens, deiner Nachkommenschaft. Ja, Herr, könnte Abraham geantwortet haben. Und Abraham, glaubst du mir? Ja, Herr! Vertraust du nicht auf dich selbst? Nein, Herr! Diese Lektion hatte Abraham gelernt. Es gilt nur noch, auf Gott zu vertrauen.
Und Abraham, sagt Gott zu ihm, Abraham, bedeutet das, dass du dein ganzes Vertrauen auf mich setzt? Ja, Herr! Und nur auf mich, Abraham? Ja, Herr! Nicht auf jemand anderen oder auf irgendetwas anderes? Nein, Herr, auf nichts anderes. Und auch nicht auf Isaak, auch nicht zur Hälfte auf Isaak und zur Hälfte auf mich. Schau, Abraham, ich helfe dir jetzt. Ich helfe dir, damit die Sache ganz klar wird, damit du nur auf mich allein vertraust, damit ich der Einzige bin, auf den du vertraust. Ich helfe dir jetzt. Gib mir den Isaak zurück.
Geh, nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, den Isaak, zieh hin in das Land Moria und opfere ihn dort als Brandopfer auf einem der Berge, den ich dir sagen werde. Gott wollte etwas sehen. Gott wollte etwas sehen vom Glauben Abrahams. Er wollte sehen, was Abraham meinte, wenn er sagte: Ich vertraue nur auf dich. Herr, nur auf dich allein!
Und hier haben wir eine gewaltige Lektion, liebe Geschwister! Wie ist es bei uns? Gott will etwas sehen. Gott will unseren Glauben sehen. Und irgendwann in unserem Leben kommen die Krisen. Die Krisen können verschiedener Art sein. Das können Geldkrisen sein, das können Familienkrisen sein, Ehekrisen, das können Krisen sein, die durch Krankheiten entstehen, das können Schwierigkeiten verschiedenster Art sein. Und dann sind wir dran, dass wir dem Herrn zeigen, was wir meinen, wenn wir singen: Ich traue auf dich, o Herr, ich traue auf dich, o Herr.
Gott möchte etwas von unserem Glauben sehen, und Gott wird zu uns eines Tages sagen: Lass alles los, lass alles los. Es stimmt, dass Gott uns vorbereitet. Gott hat auch Abraham vorbereitet. Auf diesen Zeitpunkt hier, auf diesen Höhepunkt in seinem Leben, hat Gott Abraham lange Zeit vorbereitet. Er hat ihm kleinere Lektionen des Glaubens beigebracht, und sie wurden grösser und grösser. Aber einmal kommt der grosse Test, und auch in unserem Leben kommt einmal der grosse Test: Lass alles los, spätestens am Sterbebett, lass alles los! Aber es kann gut sein, dass es schon früher kommt.
Und wir müssen uns fragen: Worauf vertraue ich wirklich? Worin liegt meine Sicherheit in Bezug auf die Zukunft? Liegt sie in Menschen? Liegt die Sicherheit in meinem Beruf? Liegt die Sicherheit in meinem gesicherten Einkommen oder in meinem Haus oder in sonst etwas, was der Herr mir gegeben hat? Gott sagt zu Abraham: Gib mir den Isaak, ansonsten wirst du nie lernen, was es heißt, allein auf mich zu vertrauen. Ansonsten wirst du nie wirkliche Sicherheit haben und wirst wirklich nie ruhen können. Du kannst nur dann wirklich ruhen, wenn die einzige Stütze deines Lebens Gott ist und Gott allein und nicht noch andere Abstützungen da sind.
Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, den Isaak, und zieh hin in das Land Moria und opfere ihn dort als Brandopfer auf einem der Berge, den ich dir sagen werde. Und Abraham war bereit.

Auf dem Weg nach Moria

Wir lesen in Vers drei: Und Abraham stand des Morgens früh auf und sattelte seinen Esel und nahm mit sich zwei seiner Knaben und Isaak, seinen Sohn. Und er spaltete Holz zum Brandopfer und machte sich auf und zog hin an den Ort, den Gott ihm gesagt hatte. Am dritten Tage erhob Abraham seine Augen und sah den Ort von ferne.
So musste Abraham drei Tage unterwegs sein, hier zweieinhalb Tage. Und es wäre sehr interessant für uns, wenn wir uns jetzt ein wenig in Abraham hineinversetzen könnten. Was waren das für Gedanken, die in diesem Mann vorgegangen sind? Da war Isaak. Oh, wie hat er Isaak geliebt! Da war endlich der Sohn der Verheißung, auf den er fünfundzwanzig Jahre gewartet hatte. Und da war dieser Isaak, in dem die ganze Zukunft und die ganze Hoffnung seines Lebens lag.
Was wird er gedacht haben? Gott sagt jetzt, er soll diesen Isaak zurückgeben. Was bleibt einem übrig? Wenn deine ganze Zukunft Isaak bedeutet und Gott sagt: Gib mir den Isaak, was bleibt einem übrig? Nur noch Gott. Nur Gott, nur Gott. Abraham sollte lernen, was es heißt, Gott zu haben, nur noch Gott.
Abraham fand eine unerschütterliche, ewige Sicherheit, weil er sich völlig auf Gott warf. Es gibt diesen wunderbaren Psalm. Darf ich ein paar Verse zitieren aus Psalm 62: Wahrlich, zu Gott ist meine Seele still; von ihm her ist mein Heil. Wahrlich, er ist mein Fels und mein Heil, meine hohe Festung; ich werde nicht wanken. Wahrlich, zu Gott sei still, meine Seele; denn von ihm her ist meine Hoffnung. Wahrlich, er ist mein Fels und meine Rettung, meine hohe Feste; ich werde nicht wanken. Auf Gott ruht mein Heil und meine Herrlichkeit, der Fels meiner Stärke, meine Zuflucht ist in Gott. Vertraut auf ihn allezeit, o Volk; schüttet vor ihm aus euer Herz. Gott ist uns eine Zuflucht.
Was passierte? Wir wissen, dass Abraham mit Zielstrebigkeit dorthin gegangen ist, an den Berg Moria, und er war ruhig. Und nach dieser Erfahrung auf dem Berg Moria war sein Glaube fester denn je und sicherer denn je.
Der Herr wird unseren Glauben auch testen, nicht um uns zu ärgern, nicht um uns zu zeigen, wie klein wir sind, sondern um uns zu festigen, um unseren Glauben zu festigen. Manche können das nicht verstehen, wenn irgendetwas geschieht im Leben, und dann kommt die Frage: Warum, warum gerade ich, warum gerade ich? Der Herr sagt: Weil ich dich liebe, weil ich dich lehren möchte, dass du dich jetzt nur noch an mich klammerst.
Das können die erleben, die Schweres erlebt haben. Ich denke an Monika. Monika war vielleicht etwa zwanzig Jahre verheiratet oder vielleicht fünfzehn Jahre verheiratet. Ihr Mann ging mit seinem Sohn auf den Berg. Es war eine hohe Wanderung, eine Gebirgswanderung, und er hat den Sohn an dem Seil angehängt, weil er sich gedacht hat: sicher ist sicher.
Und dann ist der Sohn, glaube ich, an einer Stelle ausgerutscht, wo es ganz steil hinunterging, und ist heruntergefallen. Durch diese Wucht, mit der der Sohn gefallen ist, hat er den Vater mitgezogen. Und dann ist der Vater mit der Wucht, mit der er weitergefallen ist, hat er den Sohn mitgezogen. Und der Sohn hat wie den Vater mitgezogen. Und dann stürzen sie einen weit tiefen Felsen hinunter, beide tot.
Es war eine Wanderung, bei der auch andere Gläubige dabei waren. Für die Frau Monika war es sehr, sehr schwer. Die Tochter, die andere Tochter, die Schwester, die war am Verzweifeln. Sie hat geschrien: Ich will nichts mehr wissen von deinem Gott. Diese Monika habe ich ein paar Monate später getroffen. Sie hat mich angestrahlt. Ihr Glaube war gestärkt. Die Geschwister haben sie im Gebet getragen. Sie war fester im Herrn denn je, trotz dieser schweren Erfahrungen. Und viele andere haben Schweres erlebt.
Prüfungen kommen, und Gott testet den Glauben. Die Gemeinde in der Endzeit kommt in eine Bedrängnis, lesen wir in der Schrift. Das Gericht beginnt am Hause Gottes. Das Leiden für die Gemeinde bedeutet nicht Strafe, sondern Leiden und Läuterung für die Zukunft mit dem Herrn. Aber es wird der Prüfstein angelegt, und Gott wird mich dahin bringen, dass ich lerne, mein Vertrauen ganz allein auf Gott zu setzen und nur auf ihn.
Da geht dieser Abraham, und in diesen Tagen, als er nach Moria geht, hat er nur einen Gedanken: Herr, nicht Isaak ist meine Zukunft, du bist meine Zukunft und nur du allein.

Der Glaube rechnet mit Gottes Macht

Am dritten Tage erhob Abraham seine Augen und sah den Ort von ferne. Und Abraham sagte zu den Knaben, zu den Knechten, die mit waren: Bleibt hier mit dem Esel. Ich aber und der Knabe wollen bis dorthin gehen, anbeten und dann zu euch zurückkehren.
Und Abraham nahm das Holz des Brandopfers und legte es auf Isaak, seinen Sohn. In seine Hand nahm er das Feuer und das Messer, und sie gingen beide miteinander. Und Isaak sagte zu seinem Vater Abraham, und er sagte: Mein Vater! Und er sagte: Hier bin ich, mein Sohn. Und er sagte: Siehe, da ist das Feuer und das Holz, wo aber ist das Schaf zum Brandopfer? Und Abraham sagte: Gott wird sich das Schaf zum Brandopfer ersehen, mein Sohn. Und sie gingen beide miteinander.
Abraham hatte wirklich nur noch eine Sicherheit in seinem Leben, und das war Gott. Seine Sicherheit bestand nicht darin, dass er den Isaak so gut behütet und aufgepasst und ihn gut erzogen hätte, und dass er ihn vor allen möglichen Gefahren verschont hätte, damit er ja ein guter Junge wird. Abraham lernt, Isaak loszulassen. Aber nicht nur das: Abraham lernt noch mehr. Abraham lernt an diesem Tag eine weitere ganz wichtige Lektion. Abraham lernt etwas über Auferstehung.
Das ist das erste Mal in der Bibel, dass der Gedanke der Auferstehung kommt. Woher weiß ich das? Hebr. 11. Im Glauben hat Abraham, als er auf die Probe gestellt wurde, Isaak dargebracht. Und er brachte den Eingeborenen dar, er, der die Verheißungen in Empfang genommen hatte, zu dem gesagt worden war: In Isaak wird dir ein Same genannt werden. Er rechnete – jetzt hören wir gut auf – er rechnete. Glauben heißt rechnen. Aber wo sind die Mathematiker? Glauben heißt rechnen, ganz wichtig. Glauben heißt nicht, ins blinde Hindern vertrauen. Nein, er rechnete. Was rechnete er? Er rechnete: Gott kann auch von den Toten erwecken.
Wie ging die Rechnung? Eins plus eins gibt zwei. Logische Rechnung. Gott hat gesagt: In Isaak wird dir die Nachkommenschaft genannt werden. In Isaak wird das große Volk kommen. Jetzt sagt Gott: Gib mir den Isaak zurück, opfere ihn als Brandopfer. Abraham muss gehorchen, muss Isaak opfern. Folge: Wenn Isaak eine große Nachkommenschaft haben wird, aber jetzt hat er noch nicht einmal eine Frau, geschweige denn ein Kind, folgedessen muss Isaak aus den Toten auferweckt werden, damit er dann die Nachkommenschaft bekommen kann. Das ist Rechnen, das heißt Glaube.
Ganz klar: Gott hat so gesagt. Herr, du hast gesagt, dass durch diesen Sohn Isaak die Nachkommenschaft kommt. Jetzt sagst du mir, dass dieser Sohn Isaak getötet werden muss, geopfert werden muss. Dann heißt das, du wirst ihn nachher wieder aus den Toten zurückholen. Und das erste Mal in der Bibel haben wir hier den Gedanken der Auferstehung. Das gab es bisher noch nicht. Es war kein Mensch bis jetzt aus den Toten auferstanden, und es wurde auch nicht darüber gelehrt bis jetzt. Aber Abraham hat schon einmal etwas erlebt in Bezug auf Isaak. Da war er mal ein toter Leib, ein toter Mutterleib. Und Gott hat den toten Mutterleib lebendig gemacht und Leben aus dem Toten hervorgebracht, nämlich aus Sarah.
Sarah war unfruchtbar, der Leib war erstorben, und jetzt hat Gott ein Wunder getan. Er hat aus dem toten Leib etwas Lebendiges hervorgebracht. Er hat das Rad der Natur zurückgedreht, so dass dieser Leib wieder fruchtbar wurde und Sarah empfangen konnte und der Sohn geboren wurde. Das war ein Wunder. Und es war auch eine Lektion darüber, dass Gott aus dem Toten Leben hervorbringen kann. Und Abraham dachte: Wenn er das einmal gemacht hat, im Mutterleib, dann kann er das jetzt auch noch einmal tun, wenn ich den Isaak opfere.
 Römer 4,17, dort heißt es: So wie geschrieben ist: Ich habe dich zum Vater vieler Völker gemacht, vor dem Gott, dem er glaubte, Gott, der die Toten lebendig macht und das Nichtseiende ruft, wie seiend; der entgegen Hoffnung auf Hoffnung hin glaubte, um ein Vater vieler Völker zu werden, nach dem, was gesagt ist: So wird dein Same sein. Vers 20: Er zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern er wurde innerlich gekräftigt, innerlich stark im Glauben, gab Gott die Ehre und hatte volle Gewissheit, was er verheissen hat, das ist er auch imstande zu tun.
Damals hat er das geglaubt, und Gott hat tatsächlich aus dem Mutterleib der Sarah den Isaak hervorgebracht. Und jetzt hat er noch einmal die Gelegenheit, Gott das zuzutrauen, dass Gott über den Tod hinaus wirkt und dass Gott aus den Toten zurückholt. Er lernt also, im Glauben zu rechnen und Gott zu vertrauen, dass Gott selbst über den Tod hinaus die Existenz sichert.
Wie kann das uns helfen? Nun, wir haben alle mit dem Tode zu tun. Jeder von uns hat mit dem Tode zu tun. Der Tod ist etwas, was uns immer bedroht, vielleicht nicht immer vor Augen ist, aber immer bedroht. Gott hat seinen Christus aus den Toten heraufgeführt und hat uns gezeigt, dass es hinter dem Tod eine Existenz gibt und dass unsere eigene Existenz nicht bedroht ist durch den Tod, sondern dass er über den Tod hinaus unsere Existenz sichert.
Abraham rechnete ganz logisch. Übrigens heißt das Wort im Griechischen Logizomai: rechnen. Er rechnete, Hebräer 11,19. Logizomai heißt, logische Schlussfolgerungen ziehen. Das heißt glauben, aufgrund des Wortes Gottes. Gott sagt so, Herr, du hast gesagt, und hier ist die Verheißung, und die Verheißung gilt jedem Gläubigen, dann nehme ich sie jetzt. Dann weiß ich, diese gilt auch mir, und dann vertraue ich jetzt dir in dieser Sache. Und er rechnete, dass es eine Auferstehung gibt.
Und er sagte in Vers 5: „Bleibt hier mit dem Esel, ich aber und der Knabe wollen bis dorthin gehen und anbeten und dann zu euch zurückkehren.“ Er hat nicht gesagt: Also wir gehen jetzt, und ich komme dann zu euch zurück, alleine. Nein, wir gehen hinauf und wir kommen wieder zurück. Aber er hat wirklich gerechnet, dass Isaak geopfert wird am Berg, und dann wird Gott den Isaak wieder aus den Toten auferwecken, und dann wird er wieder herunterkommen mit dem Isaak. Das hat er den Knechten hier gesagt. Wir werden zurückkehren.
Sie kamen an den Ort, Vers 9. Sie kamen an den Ort, von dem Gott ihm gesagt hatte, und Abraham baute dort den Altar und schichtete das Holz, und er band seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar oben auf das Holz. Und Abraham streckte seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. Er streckte die Hand aus, will das Messer nehmen, um den Isaak zu schlachten.
Da rief ihn der himmlische Bote, der Bote des Herrn, der Bote Jahwes, vom Himmel zu und sagte: Abraham, Abraham! Zweimal hat er gerufen, zweimal. Manchmal muss Gott zweimal rufen. Mose, Mose! Samuel, Samuel! Martha, Martha! Simon, Simon! Und der Herr Jesus hat am Kreuz gerufen: Eli, Eli, mein Gott, mein Gott! Öfter gibt es das in der Bibel, dass jemand zweimal gerufen wird. Hier ruft der Engel zweimal: Abraham, Abraham! Und er sagt: Ja, hier bin ich. Das heißt, es war ein ganz dringendes Anrufen. Hier bin ich!
Und er sagte: Strecke deine Hand nicht aus nach dem Knaben und tue ihm gar nichts. Denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast. Wir hatten vorher gesagt, Gott möchte etwas sehen. Gott möchte testen, er möchte etwas sehen von dem Glauben. Hier haben wir es gelesen: Gott sah etwas. Strecke deine Hand nicht aus, denn nun weiß ich, jetzt habe ich es gesehen, nun weiß ich es. Gott sah den Glauben Abrahams an seinen Werken.
Das ist entscheidend wichtig, dass unser Glaube sichtbar wird. Gott will etwas sehen, Gott will Beweise sehen. Er will, dass wir unseren Glauben rechtfertigen aus Werken. Wir werden nicht gerecht durch Werke, aber wir müssen durch Werke beweisen, dass unser Glaube echt ist. Das ist das, wovon Jakobus spricht. In Jakobus 2,21 kann man das nachlesen. Dort heißt es: Wurde nicht Abraham, unser Vater, aus Werken gerechtfertigt, als er Isaak, seinen Sohn, auf dem Altar opferte? Du siehst, dass der Glaube mit seinen Werken zusammenwirkte und durch die Werke der Glaube vollendet wurde. Und die Schrift wurde erfüllt, nämlich bestätigt. Die Schrift wurde erfüllt, die sagt: Abraham glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.
Gott hat gesagt in Kapitel 15: Abraham, du bist gerecht, ich rechne deinen Glauben dir zur Gerechtigkeit. In Kapitel 22 sagt Gott: Zeige mir deinen Glauben. Und so wird Abraham durch Werke gerechtfertigt und zeigt die Echtheit seines Glaubens. Abraham glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet, und er wurde Freund Gottes genannt. Abraham wurde also lange vor der Beschneidung schon gerechtfertigt. Und so ist es bei uns auch: Wir werden ohne Zutun des Gesetzes gerechtfertigt, allein aus Glauben. Aber dann möchte Gott unseren Glauben sehen. Darum geht es. Zeig mir deinen Glauben, zeig mir deinen Glauben durch deine Werke.
Wie kann der Nachbar davon überzeugt werden, dass mein Glaube echt ist? Wie kann der Nachbar erfahren, dass ich wirklich ein echter Gläubiger bin? Er kann es nur an meinen Werken sehen. Und wie kann Gott davon überzeugt werden, dass mein Glaube echt ist? Wie kann er erkennen, ob mein Glaube wahr ist? Nur an meinen Werken. Da sagst du: Nein, nein, nein, Gott schaut ins Herz hinein, Gott kann das sehen, ob ich glaube oder nicht. Ja, ja, das stimmt schon, dass Gott ins Herz hinein sieht. Aber Gott möchte es auch in den Taten sehen, ob du ein Gläubiger bist oder eine Gläubige. Gott will mehr sehen als unser Herz. Er will mehr lesen. Er will auch unsere Taten, unsere Werke, unseren Mund, wie er redet und wie wir uns benehmen, alles. Er möchte das sehen. Und Gott vergisst nicht die Werke. Gott vergisst nicht, wenn wir Werke gezeigt haben, die beweisen, dass wir ihm wirklich vertrauen.
In Hebräer 6 lesen wir: Gott ist nicht ungerecht, euer Werk zu vergessen und die Arbeit der Liebe, die ihr seinem Namen erwiesen habt. Ihr dientet und dient den Heiligen. Manchmal denken wir: Jetzt muss ich das tun und jenes tun. Und manchmal gibt es Arbeiten zu tun, die niemand von den anderen Geschwistern merkt, und wir tun es doch für die Geschwister. Da könnte manchmal so der Gedanke kommen: Warum tue ich das ganze eigentlich? Wir tun es dem Herrn. Wir sagen: Herr Jesus, ich tue es für dich. Ich habe es für dich getan. Und wenn es niemand gesehen hat, ich habe es für dich getan.
Ich musste mal am Zoll. Ich war in Amerika gewesen, hatte etwas gekauft in Amerika. Es war damals ein Computer. Und ich kam dann ins Land, nach Österreich zurück. Da kommt man zum Zoll, und der Zöllner macht durchwinken, oder? Wir sind durchgefahren, haben uns hingestellt. Nachher bin ich hineingegangen ins Zollhaus, und da habe ich alles aufgeschrieben, was ich gekauft habe in Amerika, alles aufgeschrieben. Alles gezeigt, und dann war das dem Zöllner zu irgend, er wollte gerade nicht, er hatte keine Zeit, und er wollte sowieso schon Mittagessen, Mittagspause machen oder ich weiß nicht, war Schichtwechsel. Und dann kam der nächste Zöllner, und er hat sich wieder das angesehen. Und ich bin da gestanden und gestanden, und dann musste ich viel Geld zahlen als Zoll. Dann habe ich mir gedacht: Wofür hast du das jetzt getan? Der hat so gemacht, du hättest einfach weiterfahren können. „Vergiss es!“
Dann habe ich gesagt: Herr Jesus, ich habe es für dich getan. Und jetzt darf ich mit reinem Gewissen weiterleben. Gott ist nicht ungerecht, euer Werk zu vergessen und die Arbeit der Liebe, die ihr seinem Namen erwiesen habt.

Das Opfer und seine Erfüllung

Aber wir kehren zurück zu 1. Mose 22,13. Und Abraham erhob seine Augen und sah, und siehe, da war ein Widder, da hinten im Dickicht festgehalten durch seine Hörner. Und Abraham ging hin, nahm den Widder und opferte ihn als Brandopfer an seines Sohnes statt.
Und Abraham gab diesem Ort den Namen „Jahwe wird ersehen“. Daher wird heutigen Tages gesagt: „Auf dem Berge Jahwes wird ersehen werden.“ Das heißt: Gott wird schauen, Gott wird sich schon umschauen.
Und der himmlische Bote, der Engel Jahwes, rief Abraham ein zweites Mal vom Himmel zu und sagte: Ich schwöre bei mir selbst, spricht Jahwe, dass, weil du dieses getan und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast, ich dich reichlich segnen und deinen Samen sehr mehren werde, wie die Sterne des Himmels und wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist. Und dein Same wird das Tor seiner Feinde besitzen, und in deinem Samen werden sich alle Völker der Erde segnen, darum, dass du meiner Stimme gehorcht hast.
Und Abraham kehrte zu seinen Knaben zurück, zu den Knechten zurück, und sie machten sich auf und zogen miteinander nach Beerscheba. Und Abraham wohnte zu Beerscheba.
Beerscheba kennen wir schon aus Kapitel 21. Das war dort, wo Abraham geschworen hatte und wo Pichol geschworen hatte, wo Abimelech geschworen hatte, der Brunnen des Schwures. Dort, wo es um Sicherheit ging. Und nicht zufällig folgt dieses Kapitel 22 auf das Kapitel 21. Es geht um die gleiche Lektion, es geht um die Frage: Wo finden wir Sicherheit?
In einem Gott, der schwört. Wenn der ewige Olam, El Olam, der ewige Gott, schwört, dann ist man sicher im Wort Gottes. Der ewige Gott garantiert mit einem Schwur die Erfüllung aller Verheißungen in Bezug auf Isaak und auf die Nachkommenschaft.
„Ich schwöre bei mir selbst“, spricht der Herr, „weil du dieses getan und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast, werde ich dich reichlich segnen und deinen Samen sehr mehren.“ Der Gott der Ewigkeit, der alles überdauert, hat das geschworen. Und Abrahams Sicherheit ruht jetzt in der Unwandelbarkeit des ewigen göttlichen Ratschlusses.

Die Verheißung für die Glaubenden

Und jetzt fragen wir uns: Was hat das mit uns zu tun? Was hat das mit mir zu tun? Ich lebe im einundzwanzigsten Jahrhundert. Abraham, das ist schon lange, lange, lange vorbei. Was hat das mit mir zu tun?
Das hat sehr viel mit uns zu tun, Geschwister. In Hebräer 6 lesen wir darüber. Hebräer 6,17. Da lesen wir von den Christen, den Hebräer-Christen, die in einer ähnlichen Situation waren wie wir. Sie lebten dort in Israel, irgendwo wahrscheinlich, und sie hatten sich einem Gott anvertraut, den man nicht sieht. Sie waren schon die zweite Generation. Sie haben den Herrn Jesus nicht selber erlebt. Genau wie wir: Wir haben ihn auch nicht erlebt, nicht gesehen mit unseren Augen. Und sie waren unter Anfechtung von der ganzen Situation damals.
Es war keine sichere Zeit. Die Römer führten Krieg gegen die Juden, da gab es Krisenstimmung. Das war sogar in den sechziger Jahren des ersten Jahrhunderts, der jüdisch-römische Krieg begann gerade. Es war die Zeit, wo alles unsicher wurde. Es war auch eine ganz große geistliche Anfechtung für die Christen dort, denn die Juden waren sehr stark in ihrem Glauben und haben gesagt: Was wollt ihr eigentlich, ihr Christen? Ihr seid abgefallen von dem lebendigen Gott, und wir Juden sind dem Mose treu geblieben. Wo ist denn euer Gott, wo ist denn euer Christus, von dem ihr die ganze Zeit redet? Jetzt sind schon Jahre, Jahrzehnte vergangen, und er ist immer noch nicht wiedergekommen. Wo ist euer Christus? Und was ist mit eurem Tempel? Wo habt ihr denn euren Tempel? Ihr habt nicht einmal ein Haus, wo Gott wohnt.
Die Christen haben gesagt: Unser Haus ist im Himmel. Und dann haben die Juden gezeigt, was sie für eine wunderbare Priesterschaft haben, und die Opferdienste und alles Mögliche. Der Tempel stand noch zu jener Zeit. Da sind die Christen in Anfechtung gekommen.
Da schreibt der Hebräer-Schreiber in Kapitel 6, Vers 11: Wir begehren aber, dass jeder von euch denselben Fleiß erweise. Hebräer 6,11. Sie können gern mitlesen, wenn sie möchten. Wir begehren aber, dass jeder von euch denselben Fleiß erweise hin zur vollen Gewissheit der Hoffnung bis zum Ende, damit ihr nicht träge werdet, sondern Nachahmer derer, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen erben.
Denn als Gott Abraham Verheißung gab, schwor er, da er nicht hatte, bei einem Größeren zu schwören, bei sich selbst. Und sagte: Wahrlich, reichlich werde ich dich segnen und sehr werde ich dich mehren. Und nachdem er auf diese Weise geduldig gewesen war, erlangte er die Verheißung. Denn Menschen schwören ja bei einem Größeren, und der Eid zur Bestätigung ist ihnen ein Ende allen Widerspruchs. Weshalb Gott, da er den Erben der Verheißung auf nachdrücklichere Weise die Unwandelbarkeit seines Ratschlusses zeigen wollte, mit einem Eide ins Mittel trat, damit wir durch zwei unabänderliche Tatsachen, bei denen es Gott unmöglich war zu lügen, einen starken Trost hätten, die wir unsere Zuflucht nahmen, um die vorgelegte Hoffnung zu ergreifen und festzuhalten. Welche Hoffnung wir als einen Anker der Seele haben, einen sicheren und festen, der in das Inwendige, hinter den Vorhang hineingereicht, wo als Vorläufer für uns hineinging Jesus, nach der Ordnung Melchisedeks Hoher Priester geworden in Ewigkeit.
Ein bisschen langer Satz war das, aber ich betone noch einmal die Zentralaussage. Er sagt: Gott hat daher, den Erben der Verheißung auf nachdrücklichere Weise die Unwandelbarkeit seines Ratschlusses zeigen wollte, mit einem Eide ins Mittel getreten. Also Gott hat sich mit einem Eide verbürgt, damit wir durch zwei Dinge, durch zwei Tatsachen, die man nicht verändern kann, einen starken Trost hätten.
Was für zwei Sachen? Welche zwei Dinge? Er sagt ja: Damit wir durch zwei Dinge einen starken Trost haben. Welche zwei Dinge? Welche zwei Dinge geben uns diesen großen, starken Trost? Sie dürfen jetzt gerne antworten. Denken wir an die Geschichte mit Abraham? Bitte? Nein? Da steht etwas im Text. Versuchen wir es im Text herauszufinden.
Wir lesen den Vers noch einmal. In Vers 13 sagt der hebräische Schreiber: Als Gott dem Abraham Verheißung gab, schwor er, da er nicht die Möglichkeit hatte, bei einem Größeren zu schwören, bei sich selbst. Okay, Gott hat bei sich selbst geschworen und sagte: Wahrlich, reichlich werde ich dich segnen und sehr werde ich dich mehren. Und nachdem der Abraham also geduldig gewesen war, erlangte er die Verheißung.
Damit wir, oder Vers 17: Deshalb ist Gott, da er den Erben der Verheißung auf nachdrücklichere Weise die Unwandelbarkeit seines Ratschlusses zeigen wollte, mit einem Eide ins Mittel getreten, damit wir durch zwei unveränderliche Dinge einen starken Trost hätten. Durch welche zwei unveränderlichen Dinge haben wir einen starken Trost? Wodurch wir dann zu Gott kommen können. Was ist unser starker Trost in unserer Zeit heute? Und es ist sehr aktuell, Geschwister. Dieser Abschnitt von Abraham und dieser Abschnitt von Hebräer 6 ist sehr aktuell heute.
Welche zwei Dinge geben mir Sicherheit? Wodurch bekomme ich den starken Trost? Wir müssen schauen, was im Text steht. Verheißung stand im Text, das stand im Vers 13: Als Gott dem Abraham Verheißung gab. Verheißung. Und was noch? Was bekräftigt und gibt die Sicherheit noch? Das Wort der Verheißung, das war das eine. Und das zweite war? Der Eid.
Gott hat ein Wort gegeben, eine Verheißung. Dem Abraham schon mehrmals die Verheißung gegeben. Und jetzt hat er geschworen, damit wir durch zwei Dinge, durch das Wort Gottes und durch den Schwur Gottes, durch den Eid Gottes, zwei unabänderliche Dinge einen starken Trost haben. Damit wir durch diese zwei Dinge, das heißt, wir haben es zu tun mit einem Gott, der sein Wort gegeben hat, und mit einem Gott, der geschworen hat. Und weil er nicht bei irgendetwas schwören kann, hat er bei sich selbst geschworen, damit wir durch diese zwei Dinge, die Gott dem Abraham gegeben hat, einen festen Trost haben.
Jetzt kommt die Frage: Was hat das mit uns zu tun? Wir sind doch keine Israeliten, oder? Und wir heißen nicht Abraham. Was hat diese Sache aus 1. Mose 22 mit uns heute zu tun? Das ist doch Geschichte, schöne Geschichte, wunderbar für die Kinder. Die kennen Sie alle, die Kinder haben das alles in der Kinderstunde gehört. Wunderbar, wunderbar, schöne Geschichte. Aber was hat das mit mir heute zu tun?
Sehr viel, Geschwister. Der Hebräer-Schreiber sagt, wir gelten als Nachkommen Abrahams. Abraham hatte einen Nachkommen. Der Nachkomme hieß Isaak, und der Isaak hatte einen Nachkommen, und dieser Nachkomme hieß: Jetzt gehen wir in der Geschichte ein bisschen weiter: Jesus Christus. Jesus ist der Same Abrahams. Jesus Christus ist der Nachkomme Abrahams, und in Jesus Christus sollen gesegnet werden alle Völker. Alle Geschlechter der Erde sollen durch diesen einen Nachkommen gesegnet werden.
Und wenn heute ein Mensch Christ wird, dann sagt der Galaterbrief, dann wird er in Christus hineinversetzt und gilt als Same Abrahams. Galater, drittes Kapitel, am Ende des Kapitels. Wir sind Miterben Gottes, Miterben Christi und Erben Gottes, weil wir Abrahams Same sind in Christus.
Jetzt lesen wir den Vers in Galater 3,27 noch einmal. Galater 3,28. Galater 3,28. Es ist da nicht Jude, oder ich lese schon Vers 27: Ihr zoget Christus an, ganz am Ende von Vers 27. Ihr habt Christus angezogen, wie ein Kleid. Übrigens, die Sklaven der damaligen Zeit erkannte man an den Kleidern, an der Kleidung. Aber wenn du einen Sklaven gesehen hast, die Kleidung war eine Sklavenkleidung. Und wir sind Sklaven Christi geworden, wir haben ihn angezogen, er ist jetzt unser Kleid.
Und dann Vers 28: Es ist nicht Jude noch Grieche, nicht Sklave noch Freier, es ist nicht männlich und weiblich; denn ihr seid alle einer in Christus Jesus. Wenn ein Mensch wiedergeboren wird, wenn ein Mensch sich bekehrt, kommt er in Christus hinein, und dann gilt er als Nachkomme Abrahams, so wie Christus ein Nachkomme Abrahams ist.
Vers 29: Aber wenn ihr des Christus seid, also wenn ihr Christus gehört, in Christus seid, mit ihm verbunden seid, aber wenn ihr des Christus seid, dann seid ihr Abrahams Same. Ihr seid Abrahams Nachkomme und nach der Verheißung Erben. Und der Römerbrief sagt: Ihr seid Miterben Christi und Erben Gottes.
Also, jetzt in Hebräer 6 habe ich gelesen, in Vers 17: Weshalb Gott, da er den Erben der Verheißung auf nachdrücklichere Weise die Unwandelbarkeit seines Ratschlusses zeigen wollte, mit einem Eide ins Mittel getreten ist. Wem wollte Gott zeigen, dass die Verheißung gewiss ist? Wem wollte Gott die Versicherung geben, wie sicher die Verheißung Gottes ist? Was sagt der Text? Schauen wir noch einmal in Hebräer 6,17 hinein.
Ich weiß, das ist jetzt höchste Theologie, was wir machen. Das ist höchste Theologie, aber es ist äußerst wichtig, liebe Geschwister. Hebräer 6,17: Deshalb ist Gott, da er den Erben der Verheißung auf nachdrücklichere Weise die Unwandelbarkeit seines Ratschlusses zeigen wollte, mit einem Eide ins Mittel getreten. Wem wollte er die Unwandelbarkeit seines Ratschlusses, seines Wortes, zeigen? Wem? Den Erben der Verheißung.
Wer sind die Erben der Verheißung? Der Same Abrahams. Wer gehört zum Samen Abrahams? Wir genauso, Christus und in Christus wir alle. Das heißt, es geht um uns. In Hebräer 6,17 geht es um uns. Uns wollte Gott die Sicherheit und die Zuverlässigkeit seines Wortes und seiner Verheißung zeigen, und er wollte uns zeigen, wie gewiss diese Verheißung ist, damit wir, Vers 18, damit wir durch zwei unabänderliche Tatsachen einen starken Trost hätten.
Die zwei unabänderlichen Tatsachen sind das Wort Gottes und der Schwur Gottes. Das heißt: Was macht mich sicher? Was gibt mir Sicherheit, dass ich als Same Abrahams das ewige Heil und das ewige Erbe bekommen werde? Das Wort Gottes und der Schwur Gottes.
Frage: Gibt es etwas Sichereres, als wenn Gott etwas sagt und dann schwört? Gibt es etwas Gewisseres? Nein. Damit wir einen starken Trost hätten, die wir unsere Zuflucht nahmen, um die vorgelegte Hoffnung zu ergreifen. Hier ist die Hoffnung, und wir sehen sie nicht: ewiges Heil, ewige Herrlichkeit, ewiges Reich, ewige Regentschaft mit Christus.
Wir leben da in Deutschland. Da sind Regenten dieser Welt, die kämpfen gegeneinander. In der Welt ist ein Ringen um die Vorherrschaft, und die wollen die Welt irgendwie vereinen und reden von einer neuen Weltordnung und weiß ich was alles. Wir stecken mittendrin, uns fragt niemand. Da hat mir ein Bruder gesagt: Das wird alles über unseren Köpfen entschieden. Lissabonner Vertrag und alles Mögliche in der Politik, ich habe überhaupt nichts mehr zu sagen. Richtig.
Aber wissen wir, dass wir eines Tages die Erde regieren werden? Wissen wir, dass wir über Engel sogar regieren werden? Die Heiligen werden die Welt erben. Abraham heißt es, er wurde Erbe der Welt, Römer 4,13. Durch Glauben ist ihm die Verheißung gegeben worden, dass er der Welterbe sein sollte.
Hier haben wir einen starken Trost im Wort Gottes, die wir unsere Zuflucht nahmen, um die vorgelegte Hoffnung zu ergreifen. Und diese Hoffnung ist ein Anker der Seele, ein sicherer und fester Anker, der in den Himmel hineinreicht. Dort ist der Herr Jesus hingegangen. Gibt es eine größere Sicherheit für den Gläubigen?
Wir leben in einer Welt, die immer unsicherer wird, und wir leben in Krisenzeiten, und wir leben in Pandemiezeiten und allem Möglichen. Wo ist unsere Sicherheit?
Ich denke, wir wollen hier jetzt eine Pause machen und nachher noch ein bisschen weiterfahren. Und dann bitte dürfen Sie gerne Fragen stellen, wenn noch welche da sind. Danke!

Der Berg als Vorausbild des Kreuzes

Wir sind jetzt noch in 1. Mose 22. Wir wollen noch ein paar Minuten hier verweilen, denn 1. Mose 22 ist ja auch ein Typus auf eine noch viel, viel größere Opferung, die Opferung des Herrn Jesus Christus.
Hier war ein Vater und ein Sohn. Und der Herr Jesus Christus war der Sohn des Vaters in einer noch viel größeren Weise. Keiner kann wirklich mitfühlen, was da passierte, als der Herr Jesus Christus sich opferte, wovon diese Opferung am Berg Moria nur ein kleiner Abklatsch ist.
Der Berg Moria übrigens ist ein Berg in der Nähe von Jerusalem. Er gehört zu einem der Hügel in Jerusalem. Und von daher ist der Moria auch schon ganz typisch als Typus, als Vorbild für das, was auf dem Hügel Golgatha dann später geschehen ist. Wer das nachlesen möchte: In 2. Chronik 3,1 liest man, und daraus wird klar, dass der Moria der spätere Tempelberg Zion wird, also der Hügel Moria, der Tempelberg. In 2. Chronik 3,1 steht das.
Auf diesem Berg sollte später das wahre Opfer dargebracht werden, wo der Herr Jesus Christus sich selbst hingegeben hat. Kein Mensch kann mitfühlen, was zwischen diesem Vater und dem Sohn sich ereignete, als der Herr Jesus sich geopfert hat. Da kam keine Stimme vom Himmel, die rief: Halt! Tu ihm nichts! Da kam nichts, da wurde nicht abgebrochen.
Kein Vater hat je einen Sohn mehr geliebt als der himmlische Vater den Ewigen, ich möchte sagen: den Herrn Jesus in Ewigkeit. Kein Vater liebte je so einen Sohn. Kein Vater hatte so ununterbrochen enge Gemeinschaft mit dem Sohn wie der ewige Vater mit dem Sohn.
In Matthäus 11 lesen wir: Niemand erkennt den Vater als nur der Sohn. Man kann Gott nicht erkennen, man kann ins Herz Gottes nicht schauen. Das muss einem geoffenbart werden, und selbst dann ist es uns nur stückweise geoffenbart.
Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast. Übrigens: Hier kommt das erste Mal das Wort Liebe vor. Da staunt man. Ich dachte, das Wort Liebe steht doch schon viel früher in der Bibel. Nein, es steht hier das erste Mal. Und das ist immer so: Wenn ein Wort, ein wichtiges Wort der Bibel, das erste Mal vorkommt, dann hat es einen ganz besonderen Platz.
Also hier die Liebe des Vaters zu seinem Sohn. Das zweite Mal, wo das Wort Liebe vorkommt im Alten Testament, ist die Liebe dieses Sohnes zu seiner Braut. 1. Mose 24,67. Also das erste Mal Liebe ist die Liebe des Vaters zu seinem einzigen Sohn, und das zweite Mal Liebe ist die Liebe dieses Sohnes zu seiner Braut. Das ist auch ein Typus auf Christus und die Gemeinde. Und das dritte Mal kommt es dann noch vor bei Jakob, Isaaks Kindern.
Gut, nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, den Isaak, als Brandopfer. Schlacht ihn als Brandopfer. Brandopfer heißt: Das Brandopfer ist ein ganz bestimmtes Opfer im Alten Testament. Das Brandopfer ist das Opfer, das ganz verbrannt wird. Ein Brandopfer ist etwas anderes als ein Friedensopfer, ein Brandopfer ist etwas anderes als ein Sündopfer.
Hier das Brandopfer: Da wird das Tier verbrannt. Es wird sozusagen bei dem Priester, wenn die Priester das Brandopfer schlachten, dann ziehen sie nur die Haut runter, das ist alles. Alles andere wird verbrannt. Es ist das Ganzopfer.
Und wenn der Herr Jesus hier typologisch dargestellt wird durch dieses Brandopfer, dann bedeutet es den Aspekt, dass der Herr Jesus sich ganz Gott geopfert hat. Er hat sich für Gott geopfert. Der Herr Jesus hat sich für Gott geopfert, Epheser 5, ich glaube, es ist Vers 2. Er opferte sich Gott, das heißt, er opferte sich als Gehorsam gegenüber Gott.
Jetzt sagen einige von Ihnen vielleicht: Ja, aber ich dachte, der Herr Jesus opferte sich für mich. Ja, er opferte sich auch für uns. Aber zuerst opferte er sich für Gott. Das heißt, in erster Linie opferte er sich für Gott, um Gott ein duftendes, wohlriechendes Opfer zu sein. Um Gott wohlangenehm und wohlgefällig zu sein, ging er in den Tod. Das war die erste Motivation seines Todes. Erst die zweite Motivation seines Todes war, um für uns die Sühnung zu vollziehen, dass wir gerettet werden können.
Also zuerst war er ein Brandopfer, erst dann war er ein Sündopfer. Ich meine jetzt nicht zeitlich, erst dann, sondern in erster Linie, in der Wichtigkeit war er das Brandopfer, und in zweiter Linie war er das Sündopfer. Das ganze Opfer, das Brandopfer, wurde ganz für Gott geopfert.
Moria war nicht die Endstation, bei Abraham nicht und bei dem Herrn Jesus auch nicht. Moria war für Abraham nicht die Endstation seines Lebens. Moria war ein Durchgangsstadium zur himmlischen Stadt hin, die Fundamente hat, die Grundlagen hat, deren Schöpfer und Baumeister Gott ist. Und für den Herrn Jesus war Golgatha nicht die Endstation, es war ein Durchgangsstadium, denn er ging, um sich zu opfern, um dann in den Himmel aufzufahren.
Lukas beschreibt das in seinem Evangelium in Kapitel 9 sehr deutlich. Dort heißt es, Lukas 9,30: Siehe, zwei Männer redeten zusammen mit ihm, welche Mose und Elija waren, die in Herrlichkeit erschienen und von seinem Ausgang sprachen, den er in Begriff war in Jerusalem zu erfüllen.
Hier müssen wir gut Acht geben. Mose und Elija sprechen mit dem Herrn Jesus über den Exodus. Das griechische Wort heißt Exodus, Auszug. Den der Herr Jesus in Jerusalem erfüllen sollte. Der Ausgang war nicht Golgatha, der Ausgang war Himmelfahrt. Exodus heißt Auszug aus dieser Welt. Exodus heißt: Er geht wieder hinaus. Er kam herein in diese Welt und ging über Golgatha wieder in die andere Welt.
Und dann lesen wir in Vers 51: Es geschah, als die Tage seiner Aufnahme sich erfüllten, sich der Erfüllung näherten. Was heißt das? Jetzt nähern sich die Tage, wo der Herr Jesus wieder aufgenommen werden soll. Wo denn aufgenommen? Im Himmel.
Lukas hat immer wieder diesen einen Aspekt vor Augen, wenn er das Evangelium schreibt. An mehreren Stellen sieht man das. Lukas schreibt: Der Herr Jesus Christus kam auf diese Erde und ging über Golgatha wieder in die Herrlichkeit. Und das Ziel war nicht Golgatha, das Ziel war die Herrlichkeit.
Als sich die Tage seiner Aufnahme erfüllten, machte er sein Angesicht fest, um nach Jerusalem zu gehen. Denn dort sollte er das Opfer vollbringen, und in Jerusalem sollte er dann wieder in den Himmel auffahren, außerhalb von Jerusalem bei Betanien. Lukas beschreibt sogar genau den Ort, wo der Herr Jesus auffährt. Das war nur Lukas. Nur Lukas beschreibt uns genau den Ort, wo der Herr Jesus in den Himmel aufgefahren ist.
Das steht in Kapitel 24,50. Dort heißt es: Er führte sie nach draußen bis Richtung Betanien. Und hier muss man ganz genau sein. Wenn Sie eine ganz genaue Übersetzung haben, dann steht es: bis dort, wo es nach Richtung Betanien geht. Das heißt, wenn man von Jerusalem rausgeht, die Straße den Ölberg hinauf, dann gibt es eine Wegzweigung, eine Abzweigung. Damals gab es eine Wegabzweigung, und dort, wo man Richtung Betanien geht, bei dieser Stelle, bei dieser Abzweigung, wo man Richtung Betanien geht, dort hat sich der Herr Jesus mit den Jüngern das letzte Mal getroffen, und dort ist er in den Himmel aufgefahren.
Also das Griechische hat hier: bis dort, wo man nach Betanien geht. Bis da, wo es genau an der Stelle, wo die Straße sich teilt sozusagen, eins nach Betanien und eins woanders hin. An dieser Weggabelung, dort ist der Herr Jesus in den Himmel aufgefahren. Lukas beschreibt das ganz klar.
Der Herr Jesus kam auf diese Erde, um wieder in den Himmel zu gehen. Über Jerusalem, über Golgatha. Golgatha war nicht die Endstation, auch wenn es noch ein sehr wichtiger Ort war. Folgen wir dem Lamme nach, wohin es geht. Wir sind nicht hier auf Erde, ist nicht unsere Endstation, und unser Tod ist nicht unsere Endstation, wie der Tod des Herrn Jesus nicht die Endstation war. Es geht vorwärts. Folgen wir dem Lamme nach, wohin es geht. Ziel ist der himmlische Zion, Offenbarung 14,1-5.
Gut, und der Herr Jesus ist hier also in vielerlei Hinsicht ein Typus auf den Herrn Jesus in diesem Bericht.
 1. Mose 22,6: Abraham nahm das Holz des Brandopfers und legte es auf Isaak, seinen Sohn. Auch hier ist Isaak der Prototyp auf Jesus Christus. Er nahm selbst das Holz und trug selbst das Holz zur Opferstätte. Der Herr Jesus trug selbst das Holz, und Johannes berichtet uns das. Johannes 19,17. Dort heißt es: Er trug sein Kreuz.
Das Griechische hat für das Wort Kreuz dasselbe Wort wie für das Wort Holz, Xylon. Er trug selbst sein Holz, das Querholz war das, der Querbalken des Kreuzes. So war es üblich, dass die Gefangenen, die hingerichtet werden sollten, ihr eigenes Holzstück tragen sollten.
Hier trägt Isaak das Holz, und es heißt da in 1. Mose 22,6: Und sie gingen beide miteinander. Der Vater und der Sohn ziehen gemeinsam nach Moria, beide miteinander. Ich bin nicht allein, der Vater ist bei mir.
Bis zu dem Zeitpunkt, wo der Vater ihn verlassen hat, bis zu dem Zeitpunkt, wo der Sohn Gottes gerufen hat: Eli, Eli, mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Warum hat Gott den Sohn verlassen? Die Antwort ist: weil Gott heilig ist, Psalm 22, denn du bist heilig. Weil Gott heilig ist und weil Gott seinen Sohn verflucht hat.
In dem Moment, als Jesus Christus am Kreuz hing, hat der Herr Jesus unsere Sünde getragen. Er war der Verfluchte. Am Kreuz war der Herr Jesus der Verfluchte, verflucht um deinetwillen und um meinetwillen. An diesem Zeitpunkt hat der Himmel sich verdunkelt und Gott den Sohn verlassen, weil Gott nicht Gemeinschaft haben kann mit einem Sünder. Das ist ein Geheimnis, das können wir nicht verstehen.
Luther sagt: Gott von Gott verlassen, wer kann es fassen? Gott war in Christo, als er die Welt mit sich selbst versöhnte. Es war nicht so: Ja, der Mensch, der Mensch Jesus, den hat Gott verlassen, aber alles andere, da waren sie trotzdem in Gemeinschaft. Nein, Gott von Gott verlassen. Gott war in Christo, als er die Menschheit mit sich selbst versöhnte.
Christus war Gott und Mensch zugleich, und der, der am Kreuz hing, war nicht nur Mensch. Es ist nicht so, dass der Mensch Jesus gestorben ist und der Gott Jesus, der inzwischen dazugeschaut ist. Nein, der Mensch Jesus ist dieselbe Person, die auch gleichzeitig Gott ist. Und deshalb, wenn der Vater sozusagen Gott den Sohn verlässt, dann heißt es auch, dass Gott Gott verlässt.
Das können wir nicht verstehen. Wie geht das? Das können wir nicht verstehen, werden wir nie verstehen können. Aber wir können es glauben und wir können anbeten. Was auf Golgatha geschehen ist, wird uns in alle Ewigkeit beschäftigen, dessen können wir uns ganz sicher sein. Dieses Thema wird ein ganz frisches, ewiges Thema sein im Himmel, weil wir erst dann vielleicht noch ein bisschen mehr ahnen können. Wir werden es auch dann wahrscheinlich nie ganz erfassen, was Gott getan hat für uns, als er das Opfer auf sich genommen hat.
Wenn ein Opfer für Sünde, wenn ein Sterben des Sohnes Gottes die ganze Hölle aufwiegen soll, wie schwer muss dieses Sterben gewesen sein? Zwischen dem Vater und dem Sohn gab es nie, in alle Ewigkeiten nicht, eine Zeit, wo die beiden getrennt waren. Das war absolute Gemeinschaft. Tausende von Jahren vorher, gehen wir mal tausend Jahre zurück, vor der Schöpfung, tausend Jahre vor der Schöpfung und noch mal tausend Jahre vor der Schöpfung, da waren der Vater und der Sohn. Und noch weiter zurück, da war der Vater und der Sohn. Und noch weiter zurück, da war der Vater und der Sohn. Und sie waren in ewiger Gemeinschaft miteinander.
Das können wir nicht fassen, aber wir können es glauben, was Gott getan hat. Auf Golgatha, was Jesus Christus getan hat auf Golgatha, das hat die Hölle aufgewogen, unsere Höllenstrafe aufgewogen. Eine ewige Strafe hat der Herr Jesus erduldet, hat sich geopfert durch den ewigen Geist.
Hier können wir nicht verstehen. Wo der Verstand stehen bleibt, da müssen wir anbeten. Wo der Verstand nicht mitkann, da müssen wir anbeten. Da müssen wir anbeten, da müssen wir anbeten. Da dürfen wir nicht mit klugen logischen Schlüssen weiterarbeiten. Hier müssen wir einfach anbeten, was Gott getan hat. Das gilt für alle Ewigkeit.
Und dann Vers 8: Gott wird sich das Schaf zum Brandopfer ausersehen, mein Sohn. Wie wahr war diese Aussage. Gott wird sich das Schaf ausersehen. Gott wird sich umschauen. Gott hat schon ein Schaf zum Brandopfer.
Wir lesen in 1. Petrus 1,20, dass Gott dieses Opfer für Gott als ewige Gegenwart war. Das heißt, in aller Ewigkeit hat er dieses vor Augen gehabt, in seinen Gedanken gleichsam. 1. Petrus 1,18-20: Ihr seid nicht mit verderblichen Dingen, mit Silber oder Gold erlöst worden von eurer nichtigen, von den Vätern überlieferten Lebensführung, sondern mit kostbarem Blut, als eines tadellosen und fleckenlosen Lammes, nämlich mit dem Blut des Christus, der im Voraus erkannt war vor Grundlegung der Welt.
Gott hat in Ewigkeit in seinen Gedanken Golgatha vor Augen gehabt. Er war gekannt als Lamm. Jesus Christus war als Lamm Gottes gekannt. Das heißt, es war ihm gegenwärtig, dem Vater. Und Gott hat sich dieses Lamm ersehen, dieses Lamm zum Brandopfer und zum Sündopfer.
Und dann heißt es: Und die zwei gingen beide miteinander, Vers 8, und sie kamen an die Stätte, von der Gott zu ihm gesagt hatte. Und dort wird dieser Altar errichtet. Der Altar ist im Alten Testament oft eine Opferstätte, und er symbolisiert Golgatha. Der Altar, der Anbetungsaltar, symbolisiert das Kreuz von Golgatha. Dort, wo das Holz errichtet wurde, das Kreuz.
Und das heißt, er band den Isaak, seinen Sohn. Daher: Jesus wurde genagelt, und er legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz. Keine Gewaltanwendung, kein Betäuben, kein Schreien, kein Davonlaufen. Willig legt sich der Sohn auf den Altar wie ein Lamm, das verstummt vor seinem Scherer.
Der Vater gibt den Sohn, und der Sohn ergibt sich willig hin in den Tod. Um wie viel mehr, wie viel wunderbarer, dass der ewige Sohn Jesus Christus, der gehorsam war bis zum Tod, ja zum Tod am Kreuz. Und dieser Gehorsam des Herrn Jesus bis zum Tod, der soll uns vor Augen bleiben.
Jetzt wissen wir, wie wir uns untereinander zu benehmen haben. Wie benehmen sich Christen? Genau so, genau so willig. Und wenn du mich zertreten willst. Gibt es das unter Christen, dass einer den anderen zertritt? Ja, wenigstens einen Fußtritt gibt es, dass man ein Fußabstreifer wird, wo andere. Und dann sagt man manchmal: Bin ich euer Diener? Ja, ich bin euer Diener. Der Größte von euch sei euer Diener.
Der Herr Jesus, der größte Diener. Jetzt wissen wir, wie wir uns untereinander zu verhalten haben, auch gegenüber denen, die schwierig sind. Hier unterwarf sich der Sohn willig dem Vater und gehorsam bis zum Tod, ja zum Tod am Kreuz, und so soll unsere Gesinnung auch sein.
Und dann rief der Engel Abraham, Abraham. Und dann rief der Sohn: Eli, Eli. Keine Antwort, keine Antwort vom Himmel, kein Halt! Damit wir gerettet werden können, damit für unsere Sünden gesühnt werden kann.
So weit. Hier wollen wir die 1. Mose 22 verlassen, aber ich möchte noch zwei Sätze, drei, vier Sätze sagen zu Kapitel 23. Wir werden das Kapitel 23 nicht lange betrachten, aber es ist auch wichtig, dass wir.
Denn in Kapitel 23 haben wir Saras Tod und Begräbnis. Saras Geist kehrt zurück in die sicheren Arme Gottes, Saras Leib wird von Abraham in ein Familiengrab gelegt. Abraham sichert sich das Grundstück durch einen festen Kauf. Er lässt es sich nicht schenken, das wäre zu unsicher, wir könnten ja wieder zurückverlangen, wer weiß.
Hier wird ein Kaufvertrag aufgesetzt, das Familiengrab wird gekauft, und er bezahlt 400 Schekel für Sarah an die Hethiter, weil er weiß, dass er auf Erden ein Fremdling ist, und er wird auf Erden ein Fremdling bleiben. Er kauft nicht so ein riesengroßes Stück Land und baut da seine Häuser drauf. Nein, er weiß, er ist Fremdling auf Erden. Er weiß es, weil seine zukünftige Sicherheit der El Olam ist, der ewige Gott. Und er weiß, seine Hoffnung ist gerichtet auf eine jenseitige Stadt, die Fundamente und Grundlagen hat, die man nicht erschüttern kann, eine ewige Stadt, die Gott erbaut, ein ewiges neues Jerusalem.
Also mit 1000 Schekel Silber begann der Abschnitt Kapitel 20 bis 23, mit 1000 Schekel Silber hat es angefangen, mit 400 Schekel Silber hört es auf. Tausend Schekel Silber von Abimelech für Sarah bezahlt, hier 400 Schekel von Abraham für Sarah bezahlt.
Abraham bleibt seinem Grundsatz treu: nichts nehmen von den Heiden. Alles gehört Gott, Gott ist der Besitzer von Himmel und Erde. Und weil Abraham Gott gehört, gehört alles, was Gott gehört, auch dem Abraham, aber jetzt noch nicht. Jetzt noch nicht, jetzt muss ich noch dafür bezahlen. Okay, ich bezahle, eines Tages werde ich die Erde regieren mit Christus. Jetzt bezahle ich, wir auch.
Abraham lebt im Glauben, er kann warten. Abraham weiß, Gott hat ihm den Besitz von ganz Kanaan verheißt, eines Tages. Und Abraham weiß, die Verheißung geht über den Tod hinaus. Inzwischen kauft er die Städte. Wartet geduldig auf die Zeit der Verheißung! Und wir auch, inzwischen warten wir auf die Zeit der Verheißung!
Alles ist euer, ihr aber seid Christi, alles gehört euch, ihr aber gehört Christus. 1. Korinther 3, am Ende. Ich darf gelassen sein, vielleicht besitze ich kein Haus auf dieser Erde. Vielleicht muss ich jeden Tag Miete bezahlen, jeden Monat Miete bezahlen und ärgere mich jeden Monat, wie teuer die Miete ist. Ich brauche mich nicht ärgern, brauche nicht. Eines Tages gehört sowieso alles mir, es gehört jetzt schon meinem Vater.
Ich habe Gott, der besitzt alles. Ich darf verzichten und warten bis auf die Zeit, wenn ich alles erben werde. Und so schließt dieser Abschnitt Kapitel zwanzig bis dreiundzwanzig, und morgen werden wir noch die weiteren Kapitel betrachten.