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Wer ist für Jesus Familie? – Teil 1

Jesu Leben und Lehre, Teil 275/651
25.05.2023Matthäus 12,46-50
SERIE - Teil 275 / 651Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 274: Wer ist für Jesus Familie? Teil 1.

Von Kritikern zu der Frage nach Nähe zu Jesus

Wir haben uns nun einige Episoden lang mit Kritikern von Jesus beschäftigt. Diese bringen unlogische und parteiische Argumente gegen ihn vor, stellen ihn als Handlanger des Teufels dar und zeigen damit letztlich nur ihr böses Herz. Sie offenbaren ihre Unwilligkeit, sich von Liebe, Logik oder Erfahrungen überzeugen zu lassen.

Wir wissen jetzt, wie man Jesus nicht nahekommt. Doch kommen wir zur Frage, was es braucht, um eng mit Jesus zu leben, also in seiner Liebe verbunden zu sein.

Vielleicht erinnert ihr euch noch an Matthäus 7, wo Jesus Menschen mit außergewöhnlichen Erfahrungen konfrontiert und ihnen sagt, dass er sie nicht gekannt hat. Matthäus 7,22-23: Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: „Herr, Herr, haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt, durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan?“ Dann werde ich ihnen bekennen: „Ich habe euch niemals gekannt. Weicht von mir, ihr Übeltäter!“

So etwas will niemand hören. Daher stellt sich die Frage: Was braucht es, um Jesus nahe zu sein?

Die Situation um Jesus und seine Familie

 Matthäus 12,46

Während Jesus noch zu den Volksmengen sprach, standen seine Mutter und seine Brüder draußen und suchten das Gespräch mit ihm.

Man erinnert sich: Jesus befindet sich in einem Haus. Offenbar ist das Haus so voll, dass Menschen um ihn herum sitzen und ihm zuhören. So viele, dass für Maria und ihre Kinder kein Platz mehr ist.

Sprachliche Hinweise zur Familie Jesu

Kleiner Hinweis: Hier steht „Brüder“, aber aus dem Zusammenhang wird deutlich, dass der Begriff als Geschwister gemeint sein muss.

Wenn man im Deutschen von Brüdern und Schwestern spricht, leitet sich der Begriff „Geschwister“ vom Wort „Schwester“ ab. Im Griechischen ist das anders. Dort leitet sich der Begriff „Geschwister“ von „Bruder“ ab und ist einfach die Mehrzahl von Bruder, also Brüder.

Woher wissen wir, dass hier auch Jesu Schwestern gemeint sind?

 Markus 3,31-32: „Und es kamen seine Mutter und seine Brüder. Und sie standen draußen, sandten zu ihm und riefen ihn. Und eine Volksmenge saß um ihn her. Sie sagten aber zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder und deine Schwestern draußen suchen dich.“

Ich hoffe, er wurde aufmerksam. In Vers 31 ist von Brüdern im Sinne von Geschwistern die Rede. In Vers 32 wird dann klar, dass die Brüder und Schwestern Jesu, also die Mutter mit der ganzen Familie, vor der Tür stehen.

Dass Josef hier nicht erwähnt wird, deutet darauf hin, dass er wahrscheinlich bereits gestorben ist.

 Lukas 8,19: „Es kamen aber seine Mutter und seine Brüder zu ihm, und sie konnten wegen der Volksmengen nicht zu ihm gelangen.“

Warum war Maria gekommen?

Antwort: Sie hält Jesus für ein bisschen verrückt und will ihn nach Hause holen.

 Markus 3,21: „Und als seine Angehörigen es hörten, gingen sie los, um ihn zu greifen, denn sie sagten, er ist von Sinnen.“

Der eigene Sohn beziehungsweise der große Bruder ist der Familie peinlich. Jetzt stehen seine Angehörigen draußen, wollen mit ihm reden, rufen, kommen aber vor lauter Menschen nicht ins Haus. Das wird Jesus berichtet.

 Matthäus 12,47: „Und es sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und suchen dich zu sprechen.“

Jesus definiert seine wahre Familie

Was macht Jesus jetzt und was kommt? Das ist eine Definition der Menschen, die ihm nahe sind. Diese Definition sollten wir uns merken, denn in ihrer Einfachheit wird sie gerne mal vergessen.

 Matthäus 12,48: Er aber antwortete und sprach zu dem, der es ihm sagte: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder? Die naheliegende Antwort wäre jetzt: Na, die Leute, die draußen vor dem Haus stehen und rufen – wer denn sonst? Aber das ist nicht das, was Jesus zum Ausdruck bringen will.

Er fragt: Wer ist mir so nah und so wichtig wie meine Mutter und meine Geschwister? Wer ist für mich Familie oder – auf Hawaii – wer ist Ohana, wem fühle ich mich zutiefst verbunden?

 Matthäus 12,49: Und er streckte seine Hand aus über seine Jünger und sprach: Siehe da, meine Mutter und meine Brüder! Oder mit Markus 3,35: Und er blickte umher auf die um ihn im Kreis Sitzenden und spricht: Siehe, meine Mutter und meine Brüder!

Jesus muss nicht vors Haus treten, um seine Familie zu treffen. Diese ist nämlich schon da. Es sind die Menschen um ihn herum, seine Jünger und die anderen Zuhörer, die für ihn wie Familie sind.

Das mag uns komisch erscheinen. Aber für den Herrn Jesus spielt Blutsverwandtschaft eine untergeordnete Rolle. Das, was ihn mit anderen Menschen verbindet – und auch das, was uns mit anderen Menschen verbinden sollte – ist etwas ganz anderes.

 Matthäus 12,50: Denn wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.

Nähe zu Jesus durch Gehorsam und Hören auf Gottes Wort

Die Eingangsfrage lautete: Was braucht es, um Jesus nahe zu sein? Die Antwort darauf ist: Ich muss den Willen des Vaters tun.

Womit fängt das an? Es beginnt damit, dass ich zuhöre – auf das, was Gott mir in seinem Wort zu sagen hat.

In Lukas 8,21 heißt es: „Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind die, welche das Wort Gottes hören und tun.“

Wer den Willen Gottes tun will, muss zuerst auf das Wort Gottes hören. Zuerst muss ich verstehen, was Gott will, und dann folgt der Gehorsam.

Noch einmal: „Meine Mutter und meine Geschwister sind die, welche das Wort Gottes hören und tun.“

Praktische Anwendung und Ausblick

Lasst mich diese Episode mit einem Blick auf unsere Zeit abschließen. Christen wollen Jesus nahe sein. Wenn man sich mit der Frage beschäftigt, was man dafür tun muss, höre ich viele Antworten. Einige davon werde ich in der nächsten Episode noch vorstellen.

Bei manchen Antworten komme ich mir jedoch vor wie in der Eheberatung, wenn sie sagt: „Er liebt mich nicht mehr“, und er antwortet: „Aber ich arbeite doch nur deshalb so viel, weil ich es dir schön machen möchte.“ Versteht ihr das Problem? Sie wünscht sich Bewunderung und Zweisamkeit, aber er gibt ihr Status und finanzielle Sicherheit. Sie bekommt nicht, was sie sich wünscht, und er weiß nicht, was er falsch macht.

Am Ende sind beide unglücklich, weil sie nicht wissen, welche Liebessprache der Partner spricht. Deshalb ist es so wichtig, dass wir im Blick auf unser Leben mit Gott gut verstehen, welche Liebessprache der Herr Jesus spricht. Wie bringen wir ihm unsere Liebe zum Ausdruck? Und was vielleicht noch wichtiger ist: Wie bleiben wir in seiner Liebe?

Die Antwort lautet: Hören und tun. Meine Mutter und meine Geschwister sind diejenigen, die das Wort Gottes hören und tun.

Was könntest du jetzt tun? Du könntest dich fragen, was du anstellst, um dich Jesus nahe zu fühlen. Überlege mal, wie deine Strategie aussieht.

Das war’s für heute. Hast du genug Ruhe im Leben? Falls nicht, dann frage dich doch mal, was dich davon abhält, einen Ruhetag einzuhalten.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

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