Serie•Teil 3 / 18Der Römerbrief - EfA Stuttgart
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Einleitung: Der kommende Tag und die biblische Warnung
Ja, die Welt geht auf einen Tag zu, der für viele Menschen sehr schrecklich sein wird. Schon im Alten Testament ist von diesem Tag immer wieder die Rede, unter dem Begriff „der Tag des Herrn“. Und mit dem Tag des Herrn ist eben nicht ein 24-Stunden-Tag gemeint, sondern eine Zeitspanne.
Mögt ihr schon mal die Folie hier einblenden? Das ist ähnlich wie bei dem Tag des Heils. Auch beim Tag des Heils geht es um eine Zeitspanne. Es geht um diese Zeit, in der es für uns Menschen möglich ist, eine Beziehung zu Gott zu bekommen. Und beim Tag des Herrn liegt der Schwerpunkt eben nicht mehr, wie beim Tag des Heils, auf der Gnade, sondern auf dem Gericht.
Es gibt eine sehr lebendige Beschreibung des Tages des Herrn im Alten Testament, im Propheten Amos. Das möchte ich euch gerne vorlesen. Da heißt es in Amos 5:
Weh denen, die den Tag des Herrn herbeiwünschen! Wozu soll euch denn der Tag des Herrn sein? Er wird Finsternis sein und nicht Licht, wie wenn jemand vor dem Löwen flieht.
Stellt euch das mal vor: Du gibst alles, was du an Kraft hast, und du fliehst vor einem Löwen. Du hängst ihn ab und stehst an einem Baum. Du drehst dich um, und dann heißt es hier: Und es begegnet ihm der Bär. Und du gibst wieder Gas. Und endlich bist du in deinem Haus, du machst die Tür zu, du weißt, der Bär kommt hier nicht rein. Dann stehst du da und lehnst dich gegen die Mauer, und dann heißt es: und stützt seine Hand an die Mauer, da beißt ihn die Schlange.
Also: Du entkommst dem Tag des Herrn nicht. Das ist die Botschaft von Amos. Dann heißt es: So wird nicht der Tag des Herrn Finsternis sein und nicht Licht, ja, Dunkelheit und nicht Glanz ist ihm eigen.
Warum lese ich das? Wir sind ja eigentlich im Römerbrief unterwegs. Auch der Apostel Paulus redet von genau diesem Tag, auch wenn er heute Morgen nicht den Begriff „Tag des Herrn“ benutzt. Es ist der Tag, an dem Gott seinen Zorn über alle Gottlosigkeit der Menschen ausschütten wird. Das ist die Terminologie, die Paulus gebraucht. Und ich möchte den Text lesen aus Römer 1,18-32. Da heißt es:
Denn es wird offenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten, weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist; denn Gott hat es ihnen offenbart. Denn sein unsichtbares Wesen, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, wird seit Erschaffung der Welt in dem Gemachten wahrgenommen und geschaut, damit sie ohne Entschuldigung seien. Weil sie Gott kannten, ihn aber weder als Gott verherrlichten noch ihm Dank darbrachten, sondern in ihren Überlegungen in Torheit verfielen und ihr unverständliches Herz verfinstert wurde, indem sie sich für Weise ausgaben, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes verwandelt in das Gleichnis eines Bildes vom vergänglichen Menschen und von Vögeln und von vierfüßigen und kriechenden Tieren.
Darum hat Gott sie dahingegeben in den Begierden ihrer Herzen, in die Unreinheit ihrer Leiber untereinander zu schänden, sie, welche die Wahrheit Gottes in die Lüge verwandelt und dem Geschöpfer Ehrung und Dienst dargebracht haben statt dem Schöpfer, der gepriesen ist in Ewigkeit. Amen.
Deswegen hat Gott sie dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr in den unnatürlichen verwandelt, und ebenso haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen, sind in ihrer Begierde zueinander entbrannt, indem die Männer mit Männern Schande trieben und empfingen den gebührenden Lohn ihrer Verirrung an sich selbst.
Und wie sie es nicht für gut fanden, Gott in der Erkenntnis festzuhalten, hat Gott sie dahingegeben in einem verworfenen Sinn, zu tun, was sich nicht ziemt, erfüllt mit aller Ungerechtigkeit, Bosheit, Habsucht, Schlechtigkeit, voll von Neid, Mord, Streit, List, Tücke, Verbreiter übler Nachrede, Verleumder, Gotteshasser, Gewalttätiger, Hochmütige, Prahler, Erfinder böser Dinge, den Eltern ungehorsam, Unverständige, Treulose, ohne natürliche Liebe, Unbarmherzige.
Obwohl sie Gottes Rechtsforderung erkennen, dass die, die so etwas tun, des Todes würdig sind, üben sie es nicht allein aus, sondern haben auch Wohlgefallen an denen, die es tun.
Die erste Anklage: Offenbarung ohne Entschuldigung
Ich habe diesen Text mit dem Satz überschrieben: Du hast Gottes Zorn verdient.
Und mit du meine ich dich, wenn du Jesus kennengelernt hast. Dann ist die Predigt heute Morgen ein Rückblick für dich. Und das soll dich dankbar machen.
Mit du meine ich aber auch dich, wenn du Jesus noch nicht kennst. Dann ist jede dieser drei Überschriften, mit denen wir uns beschäftigen werden, leider sehr aktuell für dich.
Von Vers 18 bis Vers 20 geht es darum, dass Gott seinen Zorn und seine Existenz offenbart. Deshalb steht hier: Du hast Gottes Zorn verdient, weil Gott sich dir offenbart hat. Hier gilt also der Satz: Wer viel weiß, der hat auch viel Verantwortung. Wenn Gott mir etwas offenbart, dann habe ich Verantwortung, auf diese Offenbarung auch zu reagieren.
Wir reden ja sehr oft von Gottes Liebe, und das ist richtig, und das ist auch sehr wichtig. Aber ich kann Gottes Liebe nicht verstehen, wenn mir nicht klar ist, aus welcher Situation Gott mich herausgerettet hat. Dann wird, wenn ich in dieses Dunkel schaue, erst einmal deutlich, wie hell die Liebe Gottes alles überstrahlt.
Wenn Paulus hier sagt, der Zorn Gottes wird offenbar, das heißt ja, der Zorn Gottes wird sichtbar, dann heißt das nicht, hier beginnt erst einmal der Zorn Gottes. Der Zorn Gottes ist vorher da. An diesem Tag wird er erst sichtbar, wenn Gott in seinem Zorn offenbar wird.
Dann werden die Menschen rufen, so lesen wir es in der Offenbarung 6, zu den Bergen rufen: „Fallt auf uns, verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, denn gekommen ist der große Tag seines Zorns, und wer vermag zu bestehen?“
Eine sehr lebendige Beschreibung des Tages des Herrn. Überhaupt bekommen wir in der Offenbarung des Johannes nur eine ganz kleine Ahnung davon, was es bedeutet, wenn Paulus hier sagt, Gott wird offenbar in seinem Zorn oder Gottes Zorn wird offenbar.
Die Offenbarung zeigt uns das ganz konkret: Blut, Hunger, Tote, abgrundtiefe Verzweiflung. Das bedeutet Leid ohne Ende, das heißt entsetzliche Gottesferne, absolute Hoffnungslosigkeit. Das ist das Bild, das die Offenbarung zeichnet.
Kein Horrorfilm, den ihr je gesehen habt, kann dieses Szenario beschreiben, das sich hinter den Worten des Paulus verbirgt. In Offenbarung 8 lesen wir: Das siebte Siegelgericht wird geöffnet, und dann gibt es eine halbe Stunde Stille im Himmel. Ich bin überzeugt, die gibt es, weil plötzlich klar wird, was sich hier aus dem Siegelgericht alles entwickelt.
Es gibt eine Stille des Entsetzens, in der du nur dastehst und vor Schreck überhaupt nichts mehr sagen kannst. Da stockt das Blut in deinen Adern, und du bist wie regungslos.
Das bedeutet es: Der Zorn Gottes wird offenbar. Und Gott wird dann durch seinen Zorn Gerechtigkeit schaffen, sagt Paulus hier, wenn alles gottlose Wesen und alle Ungerechtigkeit der Menschen gerichtet wird.
Die zweite Anklage: Leben ohne Gott und die Folgen
Das sind Schwestern, von denen Paulus hier redet: Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit. Du kannst es nicht austauschen. Es gibt keine gottesfürchtigen Menschen, die bewusst in Ungerechtigkeit leben. Das passt nicht zusammen. Also gehören Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit zusammen.
Gottlosigkeit heißt: Ich lebe ohne Gott. Gott ist in meinem Leben höchstens Dekoration. Aber es geht mir nicht darum, nach seinem Willen zu leben. Der Maßstab meines Lebens liegt bei mir selbst. Ich selbst mache mich zum absoluten Maßstab, ich selbst mache mich zu Gott.
Und wer losgelöst von Gott lebt, der muss mit Gottes Zorn rechnen. Das ist die Botschaft von Römer 1. Das steht nicht nur hier. Einer der klassischen Verse steht zum Beispiel in 1. Johannes 3,36. Da heißt es: Wer dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.
Also: Wenn ich ohne Gott lebe, dann wird Gottes Zorn mich irgendwann treffen. Er hängt schon jetzt wie ein Damoklesschwert über meinem Leben.
Damokles wollte der Sage nach unbedingt den Königsthron, mit allen Annehmlichkeiten. Und der König hat ihn dann zu einem Festmahl eingeladen. Dort konnte er allen Luxus genießen. Nur über seinem Platz hing ein Schwert, angebunden an einem einzigen Pferdehaar. Und als er das bemerkte, konnte er den Luxus nicht wirklich genießen. Er bat darum, auf alles verzichten zu können: auf den Luxus, aber auch auf das Schwert.
Und wenn wir keine Beziehung zu Gott haben, dann wünsche ich uns das auch: dass wir bei allem Erfolg, den wir in unserem Leben haben können, nicht vergessen, dass das Schwert des Zorns Gottes genauso über unserem Leben hängt wie über Damokles.
Wenn ich das nicht wirklich begriffen habe, oder wenn ich es wirklich begriffen habe, dann kann ich mein Leben nicht einfach ohne Gott weiterleben. Denn es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis dieses Schwert herunterfällt und der Zorn Gottes mich trifft.
Paulus sagt hier in Vers 18: Die Wahrheit Gottes wird niedergehalten. Das bedeutet: Die Wahrheit über Gott und seinen Willen, die Wahrheit über den Zorn Gottes, wird niedergehalten, indem Menschen ganz bewusst gegen Gottes Wort handeln und sagen: Das ist gut so. Und sie propagieren es auch entsprechend.
Wenn Gottes Maßstäbe ins Spiel kommen, dann positionieren sie sich mit einem gottlosen Lebensstil und sind sehr stolz darauf. Diese Einstellung hat Gregor Breyer in dem Musical Genesis sehr gut wiedergegeben, wenn er den Leuten in der Zeit Noahs in den Mund legt:
Ich tu, was ich will, ich weiß, was ich will und was nicht. Ach bitte sei still, frommes Geschwätz mag ich nicht. Ich kann, was ich will und was nicht, jetzt lass mich in Ruhe, deinen Gott brauche ich nicht.
Das kann heißen, die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederzuhalten. Das, was Gott ab Vers 25 Sünde nennt, als normal zu erklären und auch zu leben.
Die dritte Anklage: Verfinsterte Gedanken und falsche Sicherheiten
Ab Vers 19 haben wir erfahren: Das, was ich von Gott erkennen kann, ist sichtbar. Es gibt ja fünf Gottesoffenbarungen, die sich aufspalten: einmal in zwei allgemeine Gottesoffenbarungen und auf der anderen Seite in drei konkrete Gottesoffenbarungen.
Die konkreten sind einmal das Wort Gottes, die Geschichte Gottes mit Israel und der Herr Jesus. Hier im Römerbrief geht es um die zwei allgemeinen Gottesoffenbarungen, nämlich um die Schöpfung und um das Gewissen. Diese Offenbarungen zeigen mir: Es gibt einen Gott. Aber nur durch die konkreten Gottesoffenbarungen weiß ich auch, wer dieser Gott ist.
Das ist zunächst einmal eine allgemeine Aussage, und trotzdem sagt Paulus im Römerbrief: Ich werde keine Entschuldigung haben, wenn ich vor Gott stehe. Das bedeutet doch im Klartext: Es wird einmal niemand vor Gott stehen und sagen: Sorry, ich habe keine Ahnung gehabt, dass es dich gegeben hat oder nicht. Da müssen Dinge in meinem Leben zugeschüttet worden sein.
Denn Gottes unsichtbares Wesen, sagt Paulus hier, kann ich an seinen Werken erkennen. Hier geht es natürlich um die Schöpfung, aber hier geht es auch um mehr. Salomo sagt es einmal im Prediger: Gott hat die Ewigkeit in unser Herz gelegt. Also hat Gott in mein Herz, in mein Leben, einen Wunsch gelegt, nach dem zu fragen, was ewig ist.
Und die Frage stelle ich mir doch als Mensch. Ich frage mich doch: Wo komme ich her, wo gehe ich hin? Und wenn ich da die Schöpfung sehe, wenn ich sie wirklich wahrnehme – hier im Text steht: wer es wahrnimmt und darüber nachdenkt –, der muss zu dem Schluss kommen: Das ist nicht von selbst entstanden, es muss einen Gott geben, der mich gemacht hat.
Im Psalm 19 heißt es einmal: Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und das Heer der Sterne bezeugt seine Schöpfermacht. Wenn ich das sehe, dann muss ich beginnen, über Gott nachzudenken. Wenn ich mit offenen Augen durch diese Welt gehe, dann weiß ich: Es gibt einen Gott. Und in der Bibel entdecke ich dann, wer dieser Gott ist.
Gott geht es also darum: Er will sich mir als Mensch zeigen, ich soll ihn kennenlernen. Ich habe Gottes Zorn verdient, weil er sich mir offenbart hat und ich ihm in dieser Offenbarung einfach die kalte Schulter zudrehe und sage: Gott, ich will mit dir nichts zu tun haben.
Dankbarkeit, Stolz und die Verdrängung Gottes
Darum heißt es dann ab Vers 21: Gucken wir mal, ob er kommt, sonst müsst ihr drücken. Du hast Gottes Zorn verdient, weil du Gott nicht geehrt hast.
Wir als Menschen haben Gott gekannt, im Sinne von: Ich weiß, es gibt ihn. Doch wir haben Gott abgelehnt. Vers 21 ist hier ein sehr wichtiger Vers. Er bringt es auf den Punkt: Wir haben Gott nicht die Ehre gegeben, und wir waren ihm nicht dankbar. Das ist ein sehr zentraler Vers, weil er nämlich deutlich macht, was Gott von uns will. Man kann den Vers auch umdrehen: Gott will von mir, dass er der Mittelpunkt meines Lebens ist und dass ich ihm Danke sage für alles, was er schenkt.
Das Problem ist, dass ich mich als Mensch eben selbst zum Lebensmittelpunkt mache und mir selbst auf die Schulter klopfe, wenn ich irgendetwas erreicht oder bekommen habe. Paulus sagt: Genau das meine ich, das ist gottloses Leben. Wenn ich an den äußerlichen Dingen stehen bleibe, vor meinem Auto stehe und sage: Wow, ist das nicht super? Das habe ich mir erarbeitet, ohne überhaupt mal auf den Gedanken zu kommen: Wer hat mir die Arbeitsstelle gegeben, wer hat mir die Gesundheit gegeben? Letztendlich habe ich das von Gott bekommen. Genau das machen sie nicht, sagt Paulus, sondern sie bleiben am Äußeren stehen.
Ein Leben, das Gott gefällt, macht sich abhängig von ihm und hört nicht auf, dafür Danke zu sagen, was Gott mir gibt. Deswegen wird der Blick dann immer wieder nicht auf mich, sondern auf den lebendigen Gott gerichtet, durch das, was er mir schenkt. Paulus holt mich zum Beispiel in 1. Korinther 4 auf den Boden zurück, wenn er sagt: Was aber hast du, das du nicht empfangen hast? Und wenn du es empfangen hast, was rühmst du dich denn? Was läufst du wie so ein aufgeblasener Gockel immer durch die Gegend und sagst: Hey, super, das habe ich alles geschafft! Paulus sagt: Überleg doch mal ein bisschen.
Oder in 1. Thessalonicher 5 lesen wir: Seid dankbar in allen Dingen. Das ist genau der Gedanke. Sage Gott Dank für das, was du von ihm bekommen hast, und klopf nicht dir selber auf die Schulter. Das ist Gottes Wille, so einfach.
Menschen gehen aber einen ganz anderen Weg in unserem Text. Sie klammern Gott aus ihrem Denken aus. Sie glauben zum Beispiel gar nicht: Ich bin Gottes Geschöpf. Und sie reden sich selbst ein: Mein Stammbaum beginnt bei den Schimpansen im Urwald. Jetzt gucken wir mal weiter. Genau, da. Da kommst du her.
Paulus sagt in unserem Text: Wer so denkt, hält sich für weise. Der hat mit den Leuten geredet, der wusste, wie sie dachten, aber in Wirklichkeit ist das strohdumm, das sagt dieser Text. Das hat nichts mit Naturwissenschaft zu tun, sondern mit meiner ideologischen Einstellung. Ihre Gedanken sind so auf das Belanglose konzentriert, von dem sie eben Antwort auf ihre wesentlichen Fragen haben möchten, dass sie Gott gar nicht mehr sehen können.
Paulus sagt hier: Ihr Herz steckt in einer dunklen Zelle, und das ist ihre eigene Schuld. Sie denken nämlich von sich: Wir sind so schlau. Und Gott sagt: Ihr seid dumm. Das ist der Kontrast hier in diesem Text.
Was mir, oder wobei dieser Text mir geholfen hat, ist: Diese gottlosen Gedanken der Makroevolution, die da angedeutet ist, sind nicht die Folge von intellektuell-naturwissenschaftlicher Arbeit, sondern genau umgekehrt. Paulus sagt: Ich habe erst eine ablehnende Haltung Gott gegenüber, und deshalb komme ich zu diesen Ergebnissen. Es gibt genug Naturwissenschaftler, die mit einer ganz anderen Haltung antreten und zu ganz anderen Ergebnissen kommen. Wenn ich Gott ablehne, dann komme ich zu solchen dummen Ergebnissen.
Aber da ich ja irgendetwas brauche, an dem ich mich festhalten will, mache ich sogar vergängliche Menschen oder Tiere zu meinem Lebensinhalt, anstatt mich am lebendigen Gott festzuhalten. Menschen, die mit Gott nichts zu tun haben wollen und sagen: Deinen Gott, den brauche ich nicht, tapezieren sich ihr ganzes Zimmer mit ihren Idolen. Wow, das ist derjenige, für den ich lebe, der für mich Fußball spielt oder was weiß ich. Sie machen sich zum Sklaven ihres Hundes. Wow, wow, was willst du denn heute essen, was hole ich dir, jetzt ist er nicht da, wie geht’s mir? Sie machen Tierschutz zu ihrem Lebensmittelpunkt. Da muss ich dann gucken, dass die Kröten von der Straße geholt werden und nachts aufstehen und das tun. Und wenn es ganz krass kommt, dann bete ich sogar den Elefantengott Ganesa an.
Paulus wusste das. Er sagt, es gibt einen Gott, aber weil sie ihn abgelehnt haben, sind sie da gelandet, wo sie jetzt stehen. Sie haben Gottes Zorn verdient, weil sie ihn nicht geehrt haben. Sie hängen ihr Herz an andere Götter und andere Ideologien, und daraus folgt eben ein anderer Lebensstil.
Gericht im Alltag: Wenn Gott Menschen laufen lässt
Und deshalb eine weitere Überschrift: Du hast Gottes Zorn verdient, deshalb lässt Gott dich laufen.
Das ist eine ganz spannende Stelle hier. Am Anfang haben wir davon gelesen, dass Gott seinen Zorn sichtbar macht. Und ab Vers 24 zeigt Paulus uns: Gottes Zorn ist jetzt schon greifbar, nicht mit Feuerflammen. Gottes Zorn ist so greifbar, wie du es gar nicht vermuten würdest. Gottes Zorn ist greifbar, weil er uns Menschen einfach laufen lässt. Er sagt: Dann mach doch, was du denkst. Das ist bereits Gottes Zorn.
Paulus benutzt in unserem Text dreimal den Ausdruck: Gott hat sie dahingegeben. Und er beginnt immer wieder einen neuen Gedanken: Gott hat sie dahingegeben, Gott hat sie dahingegeben, Gott hat sie dahingegeben. Das heißt, er hat sie sich selbst überlassen. Weil sie nämlich von diesen Dingen ihre Hilfe erwartet haben und nicht von dem lebendigen Gott. Das ist ganz spannend.
In Vers 26 heißt es als Folge daraus in Kurzform: Gott hat sie dahingegeben in Homosexualität. Das ist nach diesem Text eine Folge davon, dass sie Gott aus ihrem Leben rausgeworfen haben. Das ist ja ein sehr heißes Thema. Ich werde heute Morgen keinen Vortrag darüber halten, aber Gott sagt in diesen Versen sehr deutlich: Lesbische Beziehungen sind widernatürlich, das sagt der Text. Schwulsein umschreibt Paulus hier mit dem Satz: Ein Mann hat mit dem anderen Mann Schande getrieben. Das hört sich nicht schmeichelhaft an.
Und damit bleibt er auf der Linie des Alten Testaments. Er greift ein grundsätzliches Prinzip Gottes auf, das wir in 3. Mose 18 lesen. Da steht nämlich nach der Guten Nachricht: Kein Mann darf mit einem anderen geschlechtlich verkehren, und jetzt drückt Gott seine Empfindung aus, denn das verabscheue ich.
Ich habe hier einfach mal Übertragungen gewählt, weil sie eine zeitgemäßere Sprache haben, auch wenn sie nicht Wort für Wort am Text bleiben. Wir haben nach der Hoffnung für alle in 1. Korinther 6,9 den Satz: Täuscht euch nicht: Wer verbotene sexuelle Beziehungen eingeht, andere Götter anbetet, die Ehe bricht, wer sich von seinen Begierden treiben lässt und homosexuell verkehrt, wird nicht in Gottes neue Welt kommen. Eine Überschreibung für den Himmel. Eine absolute Aussage der Schrift.
Auch kein Dieb, kein Ausbeuter, kein Trinker, kein Gotteslästerer oder Räuber. Und all das sind einige von euch gewesen, aber jetzt sind eure Sünden abgewaschen.
Identität, Lebensstil und die Möglichkeit der Veränderung
Paulus schreibt hier also im Korintherbrief an ehemalige Homosexuelle, die in Römer 1,26 unterwegs waren. Und er stellt sie, und das finde ich sehr wichtig, auf eine Linie mit Leuten, die mit sich selbst rechnen, die andere Götter anbeten, die in Ehebruch leben. Dann redet Paulus von Dieben, also Leuten, denen das Copyright schnurzegal ist, sie sind Diebe, und von Ausbeutern, die andere übervorteilen.
Das heißt: Wer homosexuell lebt, ist nicht mehr und nicht weniger Sünder als all die Leute, die Paulus hier auf eine Stufe stellt. Hier gilt die Wahrheit: Gott liebt den Sünder, aber er hasst die Sünde. Und so wie Gott Lüge und Diebstahl vergeben will, so will er auch Homosexualität vergeben.
Es stimmt, es gibt Menschen, die haben eine stärkere Neigung zum eigenen Geschlecht. Es gibt aber auch Menschen, die haben eine starke Neigung dazu, Dinge zu stehlen. Das ist fast ein Krankheitsbild, das beschrieben ist. Es gibt Menschen, die haben eine viel stärkere Neigung als andere, in Alkohol ihren Trost zu suchen. Diese Regungen kommen aus meinem sündigen Herzen. Und der eine kämpft an dem Punkt, dass er sagt: Ich muss immer wieder gegen meinen Egoismus kämpfen. Und der andere, der Homosexuelle, dessen Schlachtfeld ist im Gebiet der homosexuellen Gefühle.
Die Bibel macht mich nicht verantwortlich für meine Prägung, aber sie macht mich verantwortlich für das, was ich tue. Und wenn heute jemand homosexuelle Regungen in sich verspürt, dann sagt man ihm: Du bist homosexuell. Es ist gemein, so etwas zu tun. Das wäre so, als wenn jemand den Hang hat, Alkohol zu trinken, und du sagst zu ihm: Du bist Alkoholiker.
Diesen Lebensstil der Homosexualität zu leben, ist eine Entscheidung und keine Identität. Und das war für mich mal etwas ganz Entscheidendes, dass ich das verstanden habe.
Ich habe euch hier einige Infos eingeblendet, zunächst mal Noel Monsen. Noel Monsen hat einen sehr interessanten Artikel geschrieben, den ich euch auf jeden Fall empfehlen würde. Da müsst ihr seinen Namen bei Google eingeben und dann mal den ersten Artikel herunterladen. Er war jemand, der die homosexuelle Bewegung in Neuseeland ganz entscheidend in den höchsten Ebenen etabliert hat, also jemand, der wirklich von innen kommt und später Christ geworden ist. Und er unterstreicht, was ein homosexueller Historiker, nämlich Dennis Altmann, sagt: Der grösste Einzelsieg der Schwulenbewegung im letzten Jahrzehnt ist die Verlagerung der Debatte weg vom Verhalten hin zur Identität.
Das ist ein ganz entscheidender Satz: weg vom Verhalten hin zur Identität. Ein Verhalten kann ich ändern, eine Identität wie zum Beispiel meine Hautfarbe nicht. Es lohnt sich wirklich, diesen Artikel mal zu lesen.
Es ist schon interessant, wie auch im Blick auf Homosexualität, von der Paulus hier ja redet, in Römer 1 Toleranz verstanden wird. Im letzten Monat fuhren in London tausend Busse, diese berühmten roten Doppeldeckerbusse, mit dem Plakat herum: „Manche Leute sind schwul, finde dich damit ab.“ Hier wird der Gedanke der Identität infiltriert: Manche Leute sind schwul, gehört gar nichts dafür, finde dich damit ab.
Eine andere Organisation, deren Namen ihr hier als letztes seht, wollte einen Gegenpol setzen. Sie haben das Plakat, das ihr dort seht, entworfen. Das ist eine Botschaft, die in Richtung Lebensstil geht und nicht Identität. Auf den Plakaten sollte stehen: Nichtschwul, Postschwul, Exschwul und Stolz. Überwinde es oder lass es hinter dir, je nachdem, wie man es übersetzt. Diese Plakate wurden von höchster politischer Stelle nicht zugelassen. So tolerant ist man dann doch nicht.
Es ist schon interessant, dass Organisationen wie Wüstenstrom, die sind ja bei uns hier ganz in der Nähe, sagen: Wer aussteigen will, dem wollen wir helfen. Und wenn wir das sagen, dann werden wir massiv bekämpft. Auf ihrer Internetseite schreibt Wüstenstrom: „Bevor man im Raum von Kirche und Gesellschaft mit einer solchen Frage aufsteht, wird man mit dem Argument, Homosexualität sei Veranlagung oder eine Schöpfungsvariante, zum Stillsitzen gezwungen.“ Identität, Schöpfungsvariante.
Ein genauer Blick in die Sexualwissenschaften zeigt aber: Der Ansatz, der sich als sogenannte Gen-, Hormon- oder hirnorganische These in den Köpfen von vielen festgesetzt hat, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Wer Englisch kann: Bei der unteren Internetadresse gibt es Interviews dazu mit Leuten, die keine Christen sind, aber hochkarätige Psychologen ihres Fachs, die genau diesen Gedanken, den Wüstenstrom hier schreibt, bestätigen.
Ich finde Arbeiten wie Wüstenstrom sehr wichtig, weil sie nämlich Menschen Hoffnung geben, die diese homosexuellen Neigungen nicht mehr ausleben wollen. Und Wüstenstrom sagt sehr bewusst: Wer das will, ist nicht unser Kunde, sondern nur, wer es nicht mehr will. Die Homosexuellen, die Gott zum Mittelpunkt ihres Lebens gemacht haben und frei geworden sind, sind ein ganz lebendiger Beweis dafür: Homosexualität ist nicht Identität, sondern Lebensstil.
Und das ist eine gute Botschaft für jeden, der seinen homosexuellen Lebensstil lieber heute als morgen an den Nagel hängen möchte. Und auch Paulus hier in Römer 1 lässt uns nicht hoffnungslos zurück. Er will uns aber zeigen: Wir sind auf dem Holzweg, wenn wir meinen, Homosexualität sei die große Befreiung.
Überlegt mal: Diese Sätze hat Paulus nicht gerade gestern geschrieben. Man könnte meinen, er hat sie heute in unsere Zeit hineingeschrieben. Ich bin davon überzeugt, dass Gott mir Kraft geben kann, diesen Lebensstil hinter mir zu lassen. Aber ich muss Gott in das Zentrum meines Lebens holen. Ich muss verstehen: Es geht darum, in erster Linie Gott in meinem Leben zu ehren. Ich greife nochmal zurück und ihm für alles Danke zu sagen.
Der verworfene Sinn und das gelebte Chaos
Und dann beschreibt Paulus in Vers 28 im wahrsten Sinne des Wortes einen gottlosen Lebensstil. Auch diese Verse sind wieder mit dem Satz überschrieben: Gott hat sie dahingegeben.
So sieht also ein Lebensstil ohne Gott aus. Ihr lestet in euren Bibeln: Schlechtigkeit, Habgier, Bosheit, Neid, hochmütig, treulos, lieblos, unbarmherzig.
Stell dir mal vor, das ist dein Betriebsklima oder deine Nachbarschaft. In dieser Firma wünscht man sich zu arbeiten, oder? In dieser Wohnung würde man gerne leben wollen. Das ist so richtig das Umfeld, in dem man sich wohlfühlt: lauter habgierige, bösartige und neidische Menschen um mich herum und ich als Gutmensch mittendrin.
Es ist ganz offensichtlich: Wenn Gott nicht der Herr meines Lebens ist, dann werde ich es genau so leben, wie es hier steht. Ich werde kein Glück verbreiten, und ich werde auch kein Glück wirklich haben.
Mein gestörtes Verhältnis zu Gott, das Paulus hier deutlich macht, bringt sehr, sehr viel Not auch in meine Beziehungen. Im Grunde genommen wird ab Vers 28 die Gottlosigkeit und die Ungerechtigkeit, die Paulus in Vers 18 kurz allgemein erwähnt hat, sehr konkret beschrieben.
Wenn ich ehrlich bin, merke ich: Mein Herz ist nicht viel anders. Es steckt genau in mir, und vieles von dem würde ich auch leben, wenn es darum ginge, mich selbst zu verwirklichen, und wenn ich nicht blicken würde, dass Gott diesen Lebensstil hasst und er Rechenschaft von diesem Lebensstil von mir fordern wird. Dann werde ich, um an den Anfang des Textes zu gehen, seinen Zorn erleben.
Das Problem ist, dass wir als Menschen oft sehr kurzsichtige Brillen aufhaben. Wir denken nicht daran, dass ich einmal vor Gott stehen werde und dass er sehr gerecht mit mir umgehen wird. Will ich das, dass Gott mit mir gerecht umgeht? Ich kann nur für mich sagen: auf keinen Fall. Was Schlimmeres kann mir gar nicht passieren. Wenn Gott mit mir gerecht umgehen würde und nicht barmherzig wäre, dann würde ich Gottes Zorn in seiner ganzen Schrecklichkeit erleben.
Es ist nicht das Thema von Paulus in diesen Versen, aber doch das Thema im Römerbrief, dass er deutlich macht: Jesus hat genau diesen Zorn erlebt, er war von Gott getrennt. Paulus schreibt es mal in 2. Korinther 5,21: Er wurde für mich zur Sünde gemacht. Es ist der Blitz des Zornes Gottes, der wie ein Blitzableiter in den Herrn Jesus eingeschlagen ist, und mein Lebenshaus ist weitgehend verschont geblieben.
Und wenn ich diesem Herrn vertraue – das war das Thema von letztem Sonntag –, dann macht er mich gerecht. Das heißt, ich werde also Gottes Zorn niemals erleben, weil Jesus meine Schuld getragen hat.
Das Kreuz als Schutz und die Kraft zum Nein
Am Ende dieser langen Anklageschrift, über die es dann auch noch am nächsten Sonntag gehen wird, gebraucht Paulus ein sehr schönes Bild. Er ruft die Bundeslade mir in Erinnerung, jenen goldenen Kasten, auf dem diese zwei Engel standen und auf diese Platte schauten.
In dieser Lade war das Gesetz, der Anspruch Gottes, den ich niemals erfüllen kann. Und deshalb muss Gott mich verurteilen, deshalb werde ich seinen Zorn spüren. Aber auf dem Kasten gab es eine Platte. Und auf diese Platte sprengte der Hohepriester einmal im Jahr Blut. Sinnbildlich sah Gott zunächst das Blut, und er konnte nicht durch diese Platte hindurchschauen, um den Anspruch, um das Gesetz zu sehen.
Paulus wird in Römer 3 dann sagen, Jesus ist sinnbildlich diese Platte auf der Lade geworden. Sein Blut bewahrt mich vor dem Zorn Gottes. Dass ich die Predigt heute Morgen auch rückblickend sehen kann, heißt: Ich kann sagen, das hat Gott wirklich in meinem Leben getan. Wenn ich dieses Opfer, das er für mich gebracht hat, für mich persönlich annehme, dann spricht dieses Opfer, sein Tod, mich gerecht.
Ich muss euch ehrlicherweise sagen, dass ich bis ins Letzte diese Zusammenhänge nicht verstehe. Aber als ich die Predigt vorbereitet habe, dachte ich: Ich lasse mir auch daran genügen, meinen Computer einzuschalten und dann damit zu arbeiten, ohne zu verstehen, was hier elektronisch wirklich bis ins letzte Bit und Byte passiert. Genauso ist es auch hier.
Wenn ich diesen Schritt in die Beziehung mit Gott wage, dann muss ich das Wesentliche verstanden haben: Wie kann ich hier dem Zorn Gottes ausweichen, wie bekomme ich eine Beziehung zu Jesus, auch wenn ich nicht die letzte theologische Antwort auf die Fragen habe in manchen Teilbereichen? Aber eines werde ich erleben, wenn ich in Gottes Arme gelaufen bin: Dann darf ich den Kampf mit den Besetzern aufnehmen, von denen ich in Vers 28 lese, die sich wie bei Stuttgart 21 in meinem Leben festgekettet haben und bestimmte Bereiche meinen, das ist ihr Bereich, und den einfach besetzen.
Ich muss nicht mehr meiner Habgier folgen, meinem Neid, meinem Hochmut. Solange ich lebe, werden diese Dinge immer wieder sagen: Hallo, ich kandidiere für den Vorsitz! Aber ich muss sie nicht wählen. Ich kann Nein sagen. Und immer dann, wenn ich Nein sage, wird der Sieg des Herrn Jesus von Golgatha in meinem Leben sichtbar. Und mit dieser Einstellung behalte ich ihn in meinem Leben im Blick.
Wenn der andere dann ein Smartphone hat, das ich mir schon lange wünsche und nicht kaufen kann, oder eine Wohnung, die viel größer ist als meine, und ich überlege mir immer, was ich noch rausräumen kann, damit die Wohnung größer wird, und Herr wohnt da so völlig alleine in dieser Wohnung, dann nicht neidisch zu werden oder von Habsucht bestimmt zu sein, das ist eine echte Herausforderung. Oder wenn ich als Mann schon von weitem sehe: Oh, da kommt eine sehr leicht bekleidete Frau, wie reagiere ich dann?
Eine Sache ist mir sehr wichtig geworden: Der Sünde zu widerstehen wird immer mein Herz erfüllen, und Ja zur Sünde zu sagen wird es immer beschweren. Meinen habsüchtigen oder unzüchtigen Gedanken nachzuhängen, wird mein Gewissen belasten. Hoffentlich belastet es noch mein Gewissen, wenn ich Ja zur Sünde sage. Aber wenn ich Nein zur Sünde sage, dann wird mir bewusst: Hey, Herr Jesus, gerade eben hier in meinem Leben ist etwas passiert. Du bist auf Golgatha für mich gestorben, und dein Sieg ist jetzt in diesem Moment in meinem Leben tatsächlich da gewesen.
Es ist lange nicht so, dass ich immer Nein zur Sünde sage. Aber wenn ich es tue, dann geht es mir manchmal so, dass ich mich während des Tages oder am Abend vielleicht an die Situation am Morgen erinnere und sage: Hey, das war super. Nicht, weil ich so stark bin, sondern weil ich gemerkt habe: Da lebt der Herr doch wirklich in mir. Es ist doch nicht meine Ehre, sondern seine Ehre. Und deswegen ist das Nein zur Sünde immer nachhaltiger als das Ja zur Sünde.
Lass dich davon motivieren, Jesus als Sieger in deinem Leben auch wirklich zu erleben, als Sieger über deine Ungeduld, über deine Lieblosigkeit, über deinen Hochmut und über deinen Zorn. Es ist nicht immer leicht, Gottes Willen zu tun, aber es gibt eine Freude, die man mit nichts anderem vergleichen kann. Ich sage dir: Probier es mal aus, die Woche, ganz neu vielleicht wieder. Ja, das will ich erleben.
Und wenn du das erfahren hast, wie befreiend es ist, Gottes Willen zu tun, nicht nur zu hören, dann kannst du über die Leute in Vers 32 nur traurig sein. Da steht, sie verdienen mit ihrem Lebensstil den Tod, also die Trennung von Gott. Und sie realisieren das vielleicht sogar und sagen: Ich hilfe. Sondern sie sagen: Genau das will ich. Genau in der Sünde will ich leben, und du lebst auch in der Sünde, super, und er auch, super, ganz klasse, wir alle leben in der Sünde, das ist gut so. Das ist so ein bisschen auf den Punkt gebracht, was Vers 32 hier sagt.
Die Reaktion der Welt und der Ruf zur Umkehr
Warum ist es so?, habe ich mich gefragt. Warum besteht da manchmal in den Medien so ein Hass gegen die Gläubigen? Was machen die denn an Verkehrtem? Sie zahlen ihre Steuern, sie gehen zur Wahl, sie tauchen nicht in der Gewaltstatistik oder Kriminalstatistik auf. Warum ärgert man sich so sehr über sie und meint, man müsse immer wieder irgendein Thema bringen?
In den letzten IFA-Nachrichten wurde ein sehr guter Artikel zitiert, warum Menschen ohne Gott ihren Lebensstil derart propagieren und versuchen, alles Biblische anzugreifen. Es könnte ihnen doch egal sein. Objektiv stören sie die Christen doch nicht. Aber subjektiv gesehen macht die Botschaft der Christen sie aggressiv. Und die These dort ist eine sehr interessante These, weil sie sich gekränkt fühlen.
In dem Artikel ist von drei Kränkungen des modernen Gottlosen die Rede. Die erste Kränkung besteht darin, dass diese Menschen aus Vers 32 meinen, Gott ist überflüssig. Und jetzt steht jemand da und sagt: Nein, nein, es gibt Gott. Das ist bedrohlich. Denn wenn es Gott gibt, dann müsste ich mich ja mal vor diesem lebendigen Gott verantworten, und dann bedeutet es ja, dass sein Maßstab auch für mein Leben Relevanz hat. Und das macht mich wütend.
Die zweite Kränkung: Man hält sich für fehlerlos. Ja, nicht wirklich, aber die anderen sind halt so doof. Was willst du machen, wenn du so doofe Mitarbeiter hast und so einen klugen Chef? Oder irgendetwas in der Richtung. Oder der Chef ist halt so doof, und er sollte mal mein Talent irgendwie entdecken. Warum ist das so? Was wäre, wenn ich sagen müsste: Da bin ich schuldig geworden. Wohin mit meiner Schuld, wenn ich Gott nicht kenne? Ich habe keine Lösung dafür. Deswegen ist es immer noch besser, ich verdränge es einfach. Und ich sage: Nein, ich bin nicht schuldig. Und jetzt fängt jemand an, von Schuld zu reden. Sogar wie Paulus hier noch vom Zorn Gottes. Das ist ein echter Aufreger. Das erinnert mich an etwas, an das will ich auf keinen Fall erinnert werden, weil es meine selbstgenähte weiße Weste sehr in Frage stellt.
Und die dritte Kränkung: Der Vers-32-Mensch empfindet Neid und Eifersucht darüber, dass Christen zu Recht sagen können: Ich weiß nicht, was du hast, bei diesem Gott fühle ich mich geborgen. Ich weiß mich von ihm geliebt. Das kann er nicht sagen. Und deswegen macht es ihn aggressiv.
Ich empfehle euch mal, in den IFA-Nachrichten den Artikel nachzulesen. Warum toben die Heiden? ist hier überschrieben. Oder ihr könnt es auch unter ifa-mission.de finden, dort findet ihr ihn auch.
Also, heute Morgen ging es um das sehr ernste Thema: Du hast Gottes Zorn verdient. Und ich hoffe für dich, dass du sagen konntest: Hey, ich blicke zurück auf diese Zeit, und mir ist noch mal deutlich geworden, was es bedeutet: Gott liebt mich, und er hat mich da rausgeholt.
Und wenn du Jesus aber nicht kennst, dann gelten diese drei Überschriften dir: Du hast Gottes Zorn verdient, weil Gott sich dir offenbart hat. Du hast Gottes Zorn verdient, weil du Gott nicht geehrt hast. Und du hast Gottes Zorn verdient, deshalb lässt Gott dich als Gericht zulaufen.
Lauf nicht länger vor Gott weg. Der sicherste Weg, Gottes Zorn nicht zu erleben, ist, stehen zu bleiben, umzukehren und in Gottes Arme zu laufen. Die einzige Chance, aus dem Gericht Gottes herauszukommen, ist, dass er auf mich mit offenen Armen wartet.
Mit dieser Frage möchte ich schließen: Was hält dich zurück? Ich möchte dich einfach ermutigen: Wenn du jemanden kennst, der Christ ist, dann red doch mit ihm und wag diesen Schritt zu Jesus. Oder tu es für dich selber. Sonst hast du viel über Gottes Zorn in Römer 1 gehört und nicht realisiert, dass das nicht die Masse da draußen betrifft, sondern dass ich in meinem Leben mich entscheiden muss, wie ich mit dieser Botschaft umgehe.
Bitte! Vater, wir können über deinen Zorn reden und nur erahnen, was das bedeutet. Und ich möchte dich bitten, dass wir es für unser Leben realisieren. Einmal, dass wir an dem Maßstab deines Zornes deine Liebe messen und neu beeindruckt sind. Bruder, aber dass wir begreifen, dass wir deine Zornigkeit, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, deine Liebe, Deine, Deine, Deine, Deine, Deine, Deine, Deine, Deine, Deine, Deine, Deine, Das ist das unumkehrbare Schicksal meines Lebens, wenn ich nicht selber umkehre.
Herr, ich möchte dich bitten, hilf, gerade wenn jemand da ist, der in dieser Situation steht, dass du ihm den Mut gibst, nicht länger zu warten.

